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 Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"

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Mini_2010

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BeitragThema: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Do Aug 09 2012, 18:51

das Eingangsposting lautete :

Liebe Leser,

Die nachfolgende Geschiche habe ich vor etwa zwei Jahren einmal geschrieben. Bisher verweilte sie geduldig auf meinem Laptop. Nach langen Überlegungen habe ich mich nun doch dazu durchgerungen, sie hier im Forum zu veröffentlichen. Ich weise vorab darauf hin, dass die Geschichte Passagen enthält, die in die Kategorie FSK 16/18 gehören. Ansonsten freue ich mich natürlich, wenn sie euren Zuspruch findet. Sollte das nicht der Fall sein, wäre es schön, das zu wissen, dann würde ich davon absehen, sie fortzuführen.

Danke und viel Spaß beim Lesen.

Liebe Grüße
Mini


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Prolog
Schweden, Juni 2005


Unruhig warf er sich auf seinem Bett hin und her. Es war wieder einer jener grausigen Träume, der ihn seit Monaten verfolgten. Erschöpft und verwirrt von seiner träumenden Pein drehte er sich auf den Rücken und starrte an den weißen Baldachin, der anmutig über seinem Bett schwebte. Warum immer wieder dieser Traum? War es bald wieder soweit? Immer, wenn die Zeit drängte, mehrten sich diese seltsam beunruhigenden Träume. Und er hatte keine Zeit mehr, soviel wusste er. Und noch etwas lag in der Luft. Etwas, was er noch nicht greifen konnte, etwas, was ihn beunruhigte und sein Herz zum Rasen brachte. Keuchend stieß er den Atem aus und legte sich die Hand über seine Augen. Ein schwaches Licht drang von draußen durch die feinen seidenen Vorhänge. Mit schwirrendem Kopf erhob er sich von seinem Bett, durchquerte auf schlaftrunkenen Füßen das Schlafzimmer und trat auf den Balkon des großzügigen Hauses, welches er seit ein paar Jahren sein Eigen nannte. Er war viel herumgekommen, und einst würde der Moment kommen, dass er wieder gehen müsste. Aber noch war es nicht soweit, noch hatte er die Möglichkeit, seine Aufgabe zu erfüllen, um dem Bann zu entgehen, der auf ihm lastete. Als er damals ausgesprochen wurde, hatte er es zunächst für den kompromittierenden Versuch einer zynischen Frau gehalten. Aber er hätte es besser wissen müssen, schließlich hatte er sie bis aufs Blut gereizt. Und wenn er ehrlich war, hatte er sich auch keineswegs dafür geschämt. Seine Arroganz war ein sicherer Schild seiner virilen Selbstsicherheit, und seine Wut stärkte ihn regelmäßig, damit er nicht vergaß, dass eine Offenbarung seiner Seele ihm nur mehr Leid zuführen konnte. Wann er so geworden war, wusste er nicht mehr, und dass sie dieses Wesen an ihm hasste, gab ihm den notwenigen Nährboden, sich sicher zu fühlen – von der Welt gehasst und nur von den Allerengsten wirklich erkannt und geliebt. Im Grunde war er selbst schuld an seinem Leid, und das wusste er. Wie oft hatte er sich gewünscht, so zu sein, wie seine Geschwister, gesegnet mit der Liebe einer Mutter und dem Wissen, dass er ihr etwas bedeutete. Er wusste, dass er ihr mit diesem Wunsch unrecht tat, da sie auch ihm das gegeben hatte, was er den anderen tief in seinem Inneren neidete. Nur leider schien er für ihr Geschenk nicht empfänglich zu sein. Wie eine Krankheit war das Geschenk in seinen Händen verdorben und unbrauchbar geworden und hatte stattdessen seinen Hass und seinen Zorn geboren und stetig genährt. Am Ende war es sein innerer Gram, sein Hass allein auf sich selbst, der ihr die Schuld an seinem Unglück gab.

Sein Vater war stolz auf ihn. Als er ihn nach dem Grund gefragt hatte, hatte er gesagt, dass er besser für den Kampf geeignet wäre als sein Bruder. Er erinnerte sich, wie glücklich er über diese Anerkennung gewesen war. Und als er seinen Vater gefragt hatte, warum er das so sah, hatte dieser nur gemeint, dass er nicht das verschwenderische Herz eines Liebenden besäße. Es sei gerade soviel Gefühl in ihm, dass er seinen Feinden den Gnadenstoß gewähren würde, anstatt wie ein feiger Hund jaulend vom Schlachtfeld zu flüchten. Er besaß nicht das Herz eines Liebenden? Er war betrübt, ja sogar entsetzt darüber gewesen, was sein Vater von ihm hielt. Daraufhin hatte er sich geweigert, an seiner Seite zu kämpfen und begonnen, das Leben eines Eremiten zu führen. Hinter dem Schutzmantel der Gleichgültigkeit hatte er seine verletzte Seele vor der Welt verborgen. Niemand sollte je an sie herankommen. Mit den Jahren wurden Einsamkeit und Selbsthass seine besten Verbündeten, halfen sie ihm doch, den Panzer um seine Seele zu stählen, die das winzige Gefühlsaufkommen beinhaltete, was ihm zueigen war. Und mit der Zeit wurde er gut darin, diese kostbaren Gefühle tief in sich zu verbergen, bis sie fast gar nicht mehr zum Vorschein kamen. Nur sehr selten und meist nur dann, wenn er selbst keinen Einfluss darauf hatte, zeigten sie sich. Der sichere Panzer hatte ihn die Äonen seines Daseins über geschützt. Doch urplötzlich schien die Zeit aus den Fugen geraten zu sein. Eigentlich sollte er es als einen Segen empfinden, aber die Tatsache, dass er nicht selbst über sein Dasein entscheiden konnte, ließ diese Empfindung nicht zu. Er war ein Narr – ein kaltes Herz, was einer Seele nachjagte, die er doch nie erwärmen können würde. „Du siehst aus, als hättest du schlecht geträumt.“, vernahm er eine sanfte weibliche Stimme, gefolgt von leisem Rauschen. Er sah auf und konnte einen schwebenden Schatten am nächtlichen Himmel ausmachen. Die schöne Gestalt schwebte, getragen von anmutigen Schwingen, auf seinen Balkon. Augenblicklich verschwanden ihre schönen Flügel, die er immer bewundert hatte. „Nemesis. Was verschafft mir die Ehre deines nächtlichen Besuchs?“, erwiderte er beinahe gelangweilt. Es tat ihm leid, dass er sie so schroff begrüßte, denn er mochte Nemesis. Sie waren sich auf eine ungewöhnliche Weise sehr ähnlich. „Ich habe dich gesucht. Und du hast dich ziemlich gut versteckt. Doch dein Zorn hat dich verraten. Ich hab ihn gespürt. Du weißt doch, wie sehr ich dafür empfänglich bin.“, erklärte sie und tippte sich lächelnd gegen ihre kleine hübsche Nase. „Zornradar …“ Er lachte leise. „Ich rieche ihn … und dann bin ich da. Wer hat dir Unrecht getan?“, fragte sie mit fester Stimme, in der ein Hauch Missbilligung mitschwang.

Er schnaubte leise und winkte mit einer lässigen Handbewegung ab. „Die Kurzfassung?“, fragte er trocken. Nemesis nickte wortlos. Aus ihrem hübschen Gesicht, welches von einer dichten blonden Lockenpracht umrahmt wurde, blickten ihn zwei silbergraue Augen streng an. Er kannte diesen Blick, der ihm nur zu deutlich sagte, dass sie keine Ruhe geben würde, bevor er nicht ausgesprochen hatte, was sie zu wissen verlangte. Es war schon so lange her, seit dieser Bann gesprochen wurde, und erst jetzt fiel ihm auf, dass er Nemesis lange nicht gesehen hatte. Er seufzte indigniert. „Mein Bruder hatte einen Anfall von Geltungssucht, ich hab mich provozieren lassen und ein paar … wie soll ich sagen … Dinge laut ausgesprochen, die andere nicht mal im Stillen gedacht hätten, und sie – er sprach dieses Wort aus, als wäre es eine Krankheit – hat mich darauf hin verflucht. Nun sitze ich hier, inmitten der Zeit, die mir so unaufhaltsam durch die Finger rinnt, und bin doch nicht schlauer als gestern oder vorgestern. Zumindest habe ich schon mal gelernt, mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Alternativ droht mir ja ohnehin nur das Getuschel sensationssüchtiger Dummköpfe, und da mir das eh nicht behagt, bleibe ich, wo ich bin. Du weißt ja, Selbstmitleid war noch nie meine Stärke.“ Nemesis hob fragend die Augenbrauen. Kopfschüttelnd sah sie ihn an. „Das übliche also?“ Er nickte betrübt. Nemesis stieß ein leises Seufzen aus. „Du weißt, dass ich sie nicht für etwas zur Rechenschaft ziehen kann, was sie nicht zu beeinflussen in der Lage ist. Sie liebt dich, das weißt du genauso gut wie ich. Dass ihre Gabe in dir keine Wurzeln schlägt und Früchte trägt, ist einem höheren Schicksal zuzuschreiben.“, erklärte sie ruhig und legte ihm eine Hand auf die Schulter. Er seufzte wieder. Sein innerer Schutzpanzer war brüchig geworden, aber Nemesis konnte er vertrauen. Selbst wenn er sein Gesicht verlöre, sie würde ihn nicht verhöhnen oder verurteilen. Sie war ihm treu, wie kaum ein anderer, den er kannte. Dann sah er sie an und lächelte gemein. „Vielleicht könntest du ja meinem Bruder mal einen Denkzettel verpassen. Glaub mir, der Knabe hat es mehr als verdient.“ Nemesis lächelte zaghaft. „Ja, da gebe ich dir recht. Aber sein Hass ist ehrlich. Er empfindet keine Liebe für dich, die man als herzlos oder falsch bezeichnen könnte. Glaub mir, wenn dem so wäre, würdest du meine Rache schon bemerkt haben.“ Jetzt grinste sie breit. Er bedachte sie mit einem gequältem Lächeln, und Nemesis hob ihre Hand, um ihm zärtlich über seine Wange zu streichen. „Du bist mir unter all denen Unsrigen der Liebste, mein schöner dunkler Engel.“, raunte Nemesis.

Er sah auf sie herab und verzog mürrisch das Gesicht. Er hasste es, wenn sie ihn so nannte. Er war kein Engel, doch Nemesis schien die Tatsache allein, dass er Flügel besaß – die er so gut wie nie zeigte, geschweige denn, benutzte – zu genügen, ihn regelmäßig damit aufzuziehen. Er sah sie tadelnd an, doch sie grinste nur verschmitzt zurück. „Du bist, was du bist. Wir zwei sind uns in manchen Punkten so ähnlich.“, erklärte sie feierlich. „Eigentlich ein perfektes Paar.“ Sie machte sich nicht die Mühe, das schelmische Grinsen zu verbergen. „Ja, das ist dein Glück. Andernfalls hätte ich dich schon längst übers Knie gelegt und dir den Hintern versohlt.“, knurrte er leise.“ Nemesis grinste noch breiter, trat näher zu ihm und stellte sich auf die Zehenspitzen. Dann legte sie ihre Arme um seinen Nacken und zog ihn zu sich hinunter. Ihre Lippen an seinem Ohr jagten ihm einen kurzen Schauer über den Rücken. „Mein schöner Engel, komm, lass uns die Nacht ein wenig unsicher machen.“, säuselte sie. Er sah sie argwöhnisch an. „Ich weiß nicht …“ Er wollte sich aus ihrer Umarmung lösen, doch sie hielt ihn fest. „Komm, ich weiß dass du das nicht magst, aber es ist jetzt genau das, was du brauchst. Und morgen stellst du dich wieder deinem Leben. Glaub mir, auch das Schicksal braucht mal eine Pause.“, meinte sie leichthin. Er zögerte einen Moment und sah sie schweigend aus traurigen Augen an. „Also gut, kleine Schwester. Nur für dich.“, flüsterte er mit einem kleinen Lächeln. Dann wuchsen zwei wunderschöne mitternachtsschwarze Flügel aus seinem Rücken, und Nemesis’ Augen leuchteten begeistert auf. Dann stießen sie sich von dem Balkon seines Schlafzimmers ab und entschwanden gemeinsam lautlos in der Nacht. Eine Weile streiften sie durch die Gegend, bis sie sich auf einer kleinen unbewohnten Insel nahe einem Fjord an der Schwedischen Küste niederließen und in die Magie des Midsommar fühlten. Er liebte diesen Moment im Jahr, an dem der Sommer gefeiert wurde. Die Sommersonnenwende und der Beginn der weißen Nächte. Er sah zum Himmel auf. Das Zwielicht des Midsommar ließ die Sterne in einem anderen Glanz funkeln. Sterne. Ein leises Seufzen entwich seinem Inneren. Sie hatten etwas mit ihm gemeinsam. Sie waren genauso weit entfernt wie er von seiner Erlösung.

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ist manchmal der beste Weg,
um zu sich selbst zu finden.“


Zuletzt von Mini_2010 am Do Aug 30 2012, 20:39 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Mo Okt 15 2012, 21:20

Teil 41


Rastlos wanderte Anteros in dem großzügigen Wohnzimmer des alten Herrenhauses, welches am Rande des Stadtzentrums von Paris lag, auf und ab. Vor Stunden hatte er Helena zu Hause abgesetzt. Seitdem hatte er mehr als einen Versuch gestartet, zu schlafen, doch seine Gedanken kreisten unaufhörlich um die junge Frau, hielten ihn wach und ruhelos. Und die Tatsache, dass die Zeit überhaupt nicht auf seiner Seite war, versetzte ihn zusätzlich in einen Zustand gereizten Unbehagens. Niemals hätte er sich träumen lassen, dass es so verdammt schwer sein könnte, sich einer Frau zu nähern. Doch irgendwie war es genau diese Sturheit, die ihn reizte. Obgleich sie ihm unmissverständlich klar gemacht hatte, dass sie es nicht zu schätzen wüsste, wenn er ihr von nun an ständig wie ein Hund hinterher lief, wusste er doch, dass es über kurz oder lang genau darauf hinauslaufen würde. Und wenn er ihr schon hinter herlaufen musste, dann würde er das zumindest mit Stil tun. Es lag ihm fern, aufdringlich zu sein, auch wenn alles in ihm danach schrie, genau das zu tun. Geduld gehörte nicht unbedingt zu seinen Tugenden. Er erinnerte sich, wie geschockt sie auf sein Auto reagiert hatte. Tse, von wegen, Frauen kann man mit tollen Autos beeindrucken …, dachte Anteros kopfschüttelnd. Mit absoluter Überzeugung hatte Himeros ihm immer wieder eingetrichtert, dass alle Frauen auf protzige Autos abfahren würden. Tja, dieser Punkt ging eindeutig nicht an Himeros. Er lachte leise in sich hinein. Er würde ihn bei Gelegenheit wissen lassen, dass seine Annahme wohl doch nicht auf jede Frau zutraf. Dass Helena in diesem Punkt anders war, hatte ihn verwundert und gleichzeitig beeindruckt. Sie schien ein Mensch zu sein, der es nicht rein auf materielle Werte abgesehen hatte. Was ihm durchaus gefiel. Doch mit was zum Teufel konnte er sie dann beeindrucken? Geld und Luxus schienen nicht ihr Ding zu sein. Auch von seinem Wissen schien sie eher mäßig fasziniert. Was war es dann, was Helena Monroe fesselte? Und je mehr er darüber nachdachte, umso mehr überkam ihn der Gedanke, dass es doch eine interessante Aufgabe sein würde, genau das herauszufinden. Nichtsdestotrotz gefiel ihm das Unbehagen nicht, welches in ihm wühlte und nach Erlösung verlangte. Etwas, was scheinbar nur diese recht widerspenstige, aber atemberaubend faszinierende junge Frau ihm geben konnte.

Anteros seufzte leise. Sie war wie ein Ruhepol für ihn, wenn sie in seiner Nähe war, er konnte klar denken und entspannte sich. Wenn sie weg war, war er nichts weiter als ein unkonzentriertes aufgewühltes, fast schon aggressives Nervenbündel. War das der Grund, weshalb er sich so zu ihr hingezogen fühlte? Nein, das allein konnte es nicht sein. Und das wusste er. Es war etwas anderes, was ihn unaufhörlich zu ihr zog, ihm den Schlaf raubte, seine alltäglichen Gedanken stahl und ihre in seinen Kopf pflanzte, wie ein Film, der auf Endlosschleife programmiert war. Ob es ihr genauso ging? Anteros schüttelte niedergeschlagen den Kopf. Wohl kaum, sonst würde sie mich ja nicht immer so rüde abweisen. Aber er würde dafür sorgen, dass es ihr genauso ging. Dass sie sich nach ihm verzehrte, genauso wie er sich nach ihr. Und dank seines – zugegebenermaßen - manchmal recht einfallsreichen Bruders, hatte er auch schon eine perfekte Idee ersonnen, die ihn ihr sehr, sehr nah bringen würde. Ein gemeines Grinsen stahl sich auf sein Gesicht. Er konnte es kaum erwarten, ihren Blick zu sehen, wenn sie sich das nächste Mal trafen. Oder das übernächste Mal. Seufzend ließ er sich auf seine schwarze Ledercouch fallen. Mit geschlossenen Augen strich er über das glatte kühle Leder. Es gab Momente, da mochte er dieses Gefühl. Auch wenn er sich lieber in dem Salon im rechten Flügel des Hauses aufhielt, der die archaischen Elemente vereinte, die er in seinem Leben so sehr liebte, so zog es ihn heute doch hier her in diese moderne Symphonie aus Glas, Metall und Leder in konkurrierendem Weiß, Schwarz und Grau. Er wusste nicht mehr, wann er sich zum letzten Mal länger als ein paar Minuten in diesem Raum aufgehalten hatte. Da es ihm nicht einfiel, entschied er, dass es einfach viel zu lange her war. Nun gut, in der Vergangenheit gab es auch nicht wirklich einen Grund dazu. Erst heute fühlte er ein tiefes Bedürfnis, diesen Raum nicht nur zu betreten, sondern auch hier zu verweilen. Die Vereinigung aus Monotonie und Sterilität spiegelte in diesem Moment genau seinen Gemütszustand. Doch es war nicht nur die Kühle des Raumes, die seinem Gefühl am nächsten kam, nein es war viel mehr die Tatsache, dass ihm dieser Raum das gab, was er sich von Helena wünschte – Ruhe und Ausgeglichenheit, die Fähigkeit zu Denken, ohne verwirrende Bilder von der Frau, nach der er sich sehnte. Vielleicht sollte er diesen Raum zu seinem bevorzugten Aufenthaltsort ersinnen? Die in Metallrahmen gefassten Bilder an den grauen, mit weißen Intarsien versehenen Wänden konkurrierten mit dem weißen Teppich auf dem ebenholzfarbenen Holzfußboden – der einzige Störfaktor in diesem ansonsten perfekt austarierten Raum. Er hätte Marmorfließen verwenden sollen. Er lachte über seinen eigenen zynischen Witz. Verdammt, wenn doch der morgige Tag schon vorbei wäre. Er schloss die Augen und gönnte sich einen Gedanken an Helena – vielleicht auch zwei oder drei.

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katha

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Mo Okt 15 2012, 22:16

So, so, die Träume von Helena werden also konkreter Wink , wobei ich jetzt wirklich neugierig auf die Rolle von Aphrodite bin...
Und ich habe mit Schrecken gelesen, dass Helena sich erkältet hat. Rolling Eyes Oh nein, sie soll doch zum Kunstkurs gehen ... . Na das gibt ja wieder eine Enttäuschung.
Der arme Anteros, ist sowieso schon so fertig. Eigentlich seltsam, dass er so Probleme hat die Frau zu verstehen. Zum einen ist er doch wirklich kein Dummerchen, hat ziiiieeeemlich lange Jahre Erfahrung und ist mit seiner Fähigkeit ihre Gedanken zu vernehmen, anderen Männern weit voraus. Scheint ihn aber irgendwie auch nicht weiter zu bringen. Rolling Eyes
Wir werden sehen.

Danke Süße, für diese Gute Nacht Geschichte.
Und ich war auch ein bisschen fleißig. Es wird, es wird geek

Aber jetzt muss ich gleich erst einmal ins Bett. Sleep

LG, Katha

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Di Okt 16 2012, 09:13

Danke für deinen wunderbaren Kommi. Musste mir gerade das eine oder andere Grinsen verkneifen. Aber gut, ich schweige und genieße ... Smile

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Mi Okt 17 2012, 18:37

Schnell eine Fortsetzung für euch. Hoffe, es gefällt. Viel Spaß beim Lesen ...


Teil 42



Vollbepackt mit Einkäufen betrat Helena am Donnerstagnachmittag ihre Wohnung. In ihrem Kühlschrank herrschte seit Tagen gähnende Leere, so dass selbst die Mäuse verhungert wären, wenn sie sich zufällig hinein verirrt hätten. Aber wenn die Zeit einfach nicht da war, musste eben der Pizzadienst herhalten oder der Chinese um die Ecke. Doch nach einer Woche Hardcore-Fastfood hatte selbst Helena die Nase voll von ungesunder Schnellkost. Wie ein Trinker sich nach Alkohol sehnte, lechzte sie nach frischem Gemüse und Obst. Doch als sie ihre ganzen Errungenschaften verstaut hatte, war auch gleichsam der Appetit von der Bildfläche verschwunden. Selbst das einladend angerichtete frische Obst auf dem Küchentresen konnte ihren Magen nicht in Stimmung bringen. Genauso wenig wie der Blick aus dem Fenster ihre gleichsam träge Laune heben konnte. Seit gestern Nachmittag regnete es beinahe ununterbrochen. Und Helena hasste Regen, versetzte der sie doch regelmäßig in eine zeitweilige Lethargie. Urlaub wäre jetzt genau das Richtige …, dachte sie sehnsüchtig. Irgendwo hinfahren, wo es warm war, die Sonne mindestens zehn Stunden am Tag schien und sie mal so richtig die Seele baumeln lassen konnte. Weit weg von all den verwirrenden Dingen und diesem beschissenen Wetter. Sie war gedanklich gerade am Strand einer Südseeinsel angekommen und hatte es sich auf ihrer Liege bequem gemacht, als ein seltsames Geräusch sie abrupt in die Realität zurückkatapultierte. Unwillig schüttelte sie die tröstlichen Gedanken von sich und erkannte schließlich den unliebsamen Störenfried. Ihr Handy. Verdammt, sie sollte dieses blöde Ding über den Jordan werfen. Sie drückte auf die Annahmetaste und murmelte ein mürrisches „Hallo“, genau in dem Moment, in dem sie sich in Erinnerung rief, dass sie das besser nicht hätte tun sollen. Zu spät. Drei Sekunden lang herrschte Stille. Für einen Sekundenbruchteil erwog sie den Gedanken, einfach wieder aufzulegen, als sich plötzlich am anderen Ende eine Stimme meldete. „Hi Helena … Bist du zu Hause?“ Helena stöhnte gequält auf. Das hatte ihr gerade noch gefehlt. Als wäre der Tag nicht schon beschissen genug gewesen. „Hallo Mike.“, erwiderte sie mit unverhohlenem Desinteresse. „Was willst du?“

„Hallo Mike, wie geht’s dir? Ja, danke … mir geht’s auch gut …“, ertönte es vom anderen Ende mit lahmer Bissigkeit. Helena verdrehte gelangweilt die Augen. Sie verkniff sich den ätzenden Kommentar, der ihr auf der Zunge lag. „Du hast meine Frage nicht beantwortet, Mike.“, erwiderte sie mechanisch. Sie hatte keinen Bock auf diese Art von Gespräch. Bevor sie sich mit Mike in eine Diskussion begab, würde sie das lieber mit Antamo tun. Das machte eindeutig mehr Spaß. Sie hielt abrupt inne, als sie ihre Gedankengänge rekapitulierte. Wenn auch in Gedanken, sie hatte ihn zum ersten Mal beim Namen genannt. Sie schüttelte sich ob dieses merkwürdigen Gefühls. Aber in einem Punkt trogen ihre Gedanken sie nicht. Sie würde in diesem Moment Antamo tatsächlich Mike vorziehen. Sie seufzte niedergeschlagen. „Was ist los?“, fragte Mike, als dieser das typische Geräusch untrüglicher Genervtheit vernahm. Augenblicklich entsann sich Helena, dass sie Mike am Ohr hatte. „Oh, nichts … alles in Ordnung.“, erklärte sie hastig, bevor er noch weiter fragen würde. Eine Weile herrschte Schweigen am anderen Ende. „Mike, weshalb rufst du an?“, fragte sie erneut und bemühte sich um einen neutraleren Ton. „Ich wollte mich entschuldigen, dass ich dein Date mit Thomas gestört habe.“, beantwortete er ihre Frage. Helena stutzte, ehe sie sich vage an Mikes Reaktion auf Thomas Aussage, dass er ein Date mit ihr hatte, erinnerte. Dem missbilligenden Unterton in seinen Worten entnahm sie, dass er ganz offensichtlich nicht begeistert von der Tatsache gewesen war. Gut so. Sie war gleichsam sauer, dass Mike wieder mal zum ungünstigsten Zeitpunkt aufgetaucht war. Sie hätte Thomas sicher von diesem bescheuerten Auto, wegbekommen, wenn er nicht aufgetaucht wäre. Unvermittelt schlich sich ein Lächeln auf ihr Gesicht, als ihr wieder einfiel, wessen Auto die beiden da angehimmelt hatten. Was für eine Ironie des Schicksals …, ging es ihr amüsiert durch den Kopf. Doch die Schadenfreude währte nur kurz, als ihr wieder in den Sinn kam, welch unwiderrufliche Kette der Ereignisse Thomas mit der Absage des Dates, um welches er selbst gebeten hatte, losgetreten hatte. Hätte er mehr Rückgrat bewiesen, hätte sie mit ihm ganz gemütlich einen Kaffee getrunken. Und statt mit ihm gemütlich einen Kaffee zu trinken, hatte sie sich auf ein Blind Date eingelassen und nun einen neuen Verehrer am Hals – wenn auch einen unbestreitbar attraktiven Verehrer.

Helena schüttelte widerstrebend den Kopf. Was für ein Chaos. „Nein, das ist nicht deine Schuld – zumindest nicht direkt – Thomas hätte ja auch dir absagen können. Aber was soll ich sagen … Wahre Liebe gibt’s wohl nur unter Männern.“, bemerkte sie und gab sich keine Mühe, den Zynismus aus ihrer Stimme zu verbannen. Mike lachte leise. „Na ja, so würde ich das nicht sagen. Thomas und ich kennen uns seit der Krabbelgruppe.“, lachte er. Sooo genau wollte ich es nun auch nicht wissen …, ging es Helena genervt durch den Kopf. „Wir haben in unserer Jugend so manche Scheiße zusammen gebaut. Das schweißt eben zusammen.“, erklärte er gelassen. Ja, welch ein Segen eine gute Freundschaft schon sein konnte …, knurrte sie innerlich. Helena selbst hatte nie richtige Freunde gehabt, weswegen sie dieses Thema betreffend auch nicht wirklich mitreden konnte. „Warum hast du Thomas eigentlich eure Verabredung nicht ausgeredet, wenn es dir so leid tut?“, konterte sie beinahe angriffslustig. Mike räusperte sich vernehmlich. „Na ja, wenn ich ehrlich bin … es hat mir nicht so wirklich behagt, dass er mit dir ausgehen wollte und …“ Tatsächlich? Da wäre ich jetzt von selbst nicht drauf gekommen …, dachte sie mit einem genervten Augenrollen und kräuselte missmutig die Lippen „… und ich auch noch zugesagt habe?“, vollendete sie seine unausgesprochene Aussage. Schweigen machte sich am anderen Ende breit, und Helena lachte gepresst. „Mike, es gibt keinen Grund, auf Thomas eifersüchtig zu sein. Erstens sind wir nur Freunde und zweitens habe ich dir schon mal gesagt, dass es zwischen dir und mir nicht funktioniert.“, sagte sie ernst. Am anderen Ende ließ Mike ein Grummeln hören, was sich unbestreitbar danach anhörte, als würde er das Offensichtliche abstreiten wollen. „Warum gibst du mir keine Chance?“, warf er ihr abrupt vor und brachte Helena mit dieser Frage für einen Moment ins Strudeln. „Ich habe dir eine Chance gegeben, zwangsweise, weil du mich regelrecht überrumpelt hast. Aber dieses Treffen ging in eine für meine Verhältnisse vollkommen falsche Richtung.“, schoss sie ihm säuerlich entgegen. Wann endlich kapiert dieser Typ, dass Nein nun mal NEIN heißt und nicht … vielleicht oder … ja …, dachte sie angefressen. Warum laberst du mit diesem Schwachmaten überhaupt? Statt mit ihm deine Zeit zu verschwenden, solltest du dich lieber an Antamo halten …, meldete sich die kleine zynische Stimme in ihr. Abermals waberte eine unheilvolle Pause durch den Äther. „Alles was ich dir anbieten kann, ist meine Freundschaft. Mehr ist nicht drin, Mike.“, durchbrach Helena schließlich die Stille. Und es wäre wirklich schön, wenn du das endlich akzeptieren könntest …, schob sie in Gedanken hinterher.

Mike schwieg am anderen Ende, und als er nach einer Minute noch immer nicht reagiert hatte, begann ein seltsam mulmiges Gefühl durch ihren Bauch zu ziehen. Abermals überlegte sie, ob sie einfach auflegen sollte. Aber das würde zu nichts führen, außer zu der unvermeidlichen Tatsache, dass er wieder und wieder anrufen würde. Vielleicht sollte sie ihre Handynummer wechseln. Geniale Idee …, lachte die fiese Stimme in ihr hämisch. Typen wie er kennen Typen, die genauso ticken und schwups, schon hat er deine neue Nummer. Als das Schweigen sich ausdehnte und sie schon fragen wollte, ob er noch dran war, platzte es unvermittelt aus ihm heraus. „Gibt es einen anderen? Ich meine, hast du …“ Ja, und du hast zufällig vor ein paar Tagen sein Auto vollgesabbert …, dachte sie genervt. „Nein, Mike! Und selbst wenn, ginge es dich auch nichts an. Ich kann mich treffen, mit wem ich will und ich kann mich verlieben, in wen ich will.“, schoss sie bissig zurück. Beim zweiten Teil ihrer ziemlich schroffen Antwort vernahm sie ein leises Knurren. Ganz schlechte Strategie, Helena …, warnte die kleine Stimme in ihr gewichtig. Jetzt wird er erst recht aufdrehen. Sag ihm einfach, dass du dich unsterblich in einen heißen Typen namens Antamo verknallt hast, dann haben wir endlich unsere Ruhe … und ich vielleicht eine Chance, Antamo … Helena schüttelte energisch den Kopf, um diese wirren Gedanken zu vertreiben. „Na gut, Süße …“, erwiderte er. Die Art, wie er das sagte, ließ einen Anflug von Angst in ihr aufkeimen. „So lange du noch zu haben bist, werde ich nicht aufgeben. Das solltest du wissen. Und glaub mir, von Thomas solltest du dich besser fernhalten … er ist nichts für dich.“, erwiderte er jetzt ziemlich schroff. Dann legte er einfach auf. Mit panisch klopfendem Herzen starrte Helena auf das Telefon, als sie es schließlich auf den Tisch legte. Verdammt, was war das denn jetzt? Sie spürte, wie sie zu zittern begann. Langsam wurde ihr diese Sache unheimlich. Warum nur konnte dieser Vollidiot auf zwei Beinen nicht akzeptieren, dass sie nichts von ihm wollte? Und warum sagte er ihr, dass sie sich von Thomas fernhalten sollte? Warum sollte Thomas nicht gut für sie sein? Angstvoll starrte sie auf das Telefon, als könne jeden Moment ein bösartiger Dämon aus ihm hervorschießen, der sie … ach was auch immer. Kurzerhand schaltete sie das Telefon aus und legte es auf den Küchentresen. Für heute hatte sie eindeutig genug.

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Mi Okt 17 2012, 18:46

Teil 43


Am Freitag trafen Beth und Helena sich am späten Nachmittag zu ihrem Kunstkurs, der außerhalb der Studienzeiten an der Uni für die Studenten der künstlerischen Fakultät angeboten wurde. Normalerweise fand dieser immer mittwochs statt, aber da das Modell erkrankt war, musste der Kurs verschoben werden. Beth wartete schon auf der Treppe vor dem Eingang der Uni und winkte Helena aufgeregt zu. „Da bist du ja endlich. Ich dachte schon, du würdest kneifen.“, lachte sie. Helena runzelte die Stirn und warf ihr einen missbilligenden Blick zu. „Warum sollte ich kneifen?“, fragte sie entrüstet. Auf Beths Gesicht erschien ein breites Grinsen. „Heute steht Aktmalerei auf dem Plan, und wenn ich den Gerüchten Glauben schenken kann, ist das Modell eine echte Augenweide.“, schwärmte Beth und hakte sich bei ihrer Freundin unter, um die letzten Stufen mit ihr gemeinsam zum Eingang hinaufzusteigen. Helena rollte die Augen. Aktmalerei? Oh, das hatte sie nicht gewusst. Sie hatte überhaupt nicht auf den Plan gesehen. Was soll’s, es war ja vorauszusehen, dass das auch irgendwann dran kommt ..., tat sie diesen Umstand gelassen ab. Laut Beth hatte Madame Mendez wohl angekündigt, dass sich ihre Tochter, die selbst hier an der Uni studierte, für diese wichtige Aufgabe zur Verfügung gestellt hatte. Als Aktmodell zu fungieren war nicht einfach – immerhin musste man eine gute Stunde absolut regungslos dasitzen. Da konnten einem schon mal die Glieder einschlafen. Insgeheim freute Helena sich, denn sie mochte es, Menschen zu malen, vor allem ihre einzigartigen Gesichter. Und wenn das Modell dazu noch attraktiv aussah – was konnte es besseres geben? Beth hüpfte um sie herum, wie ein Flummi, den man Auslauf gegeben hatte, und Helena seufzte leise, hätte sie sich doch gern von der guten Laune ihrer Freundin mitreißen lassen, aber ihr ging die Sache mit Mike einfach nicht mehr aus dem Kopf. Seit über einer Woche bombardierte er sie täglich mit SMS, schrieb belangloses Zeug, säuselte Nettigkeiten, machte Vorschläge für Unternehmungen und schickte ihr Grüße zur Nacht und am Morgen. Helena seufzte niedergeschlagen. Die ersten Tage hatte sie noch sporadisch darauf geantwortet, war auch ein paar Mal ans Telefon gegangen, wenn er angerufen hatte, aber nach ein paar Tagen empfand sie diese Angelegenheit nur noch als lästig. Doch nach dem Telefonat von gestern Abend schleppte sie nun doch ein wenig Panik mit sich herum. Irgendwie hatte sie das ungute Gefühl, dass Mike ihr gefährlich werden würde.

Dazu kam, dass Antamo ihr scheinbar ebenfalls nachzustellen schien, wenn auch auf deutlich subtilere Weise, die ihr – und das war das Schlimme an der Sache – in gewisser Weise imponierte. Zu allem Überfluss schien er sich auch noch eine Dauerkarte für die erste Reihe in ihrem Gehirn reserviert zu haben. Zwei Männer, die hinter ihr her waren. Oh Mann. Na ja, wenigstens stellt sich einer von beiden ein wenig raffinierter an … Helena musste unweigerlich grinsen, als sie die beiden Kontrahenten miteinander zu vergleichen begann. Beth, die instinktiv Helenas gedankliche Abwesendheit spürte, riss diese mit einem profanen „Alles in Ordnung, Hel?“ aus ihren verworrenen Gedanken. „Ja, ja, klar, alles bestens.“, log sie und hasste sich sogleich dafür. Sie wollte Beth nicht anlügen, aber sie wollte auch ihre ausgelassene Stimmung nicht zerstören, indem sie ihr chaotisches Leben vor ihr ausbreitete. Also schob sie ihren trüben Gedanken den Riegel vor und ließ sich von Beths Laune ein wenig mitreißen. „Unternehmen wir heute Abend noch etwas gemeinsam? Ich meine, nur wir zwei.“, fragte die große Brünette voller Enthusiasmus. Eigentlich war Helena überhaupt nicht danach zumute, aber das würde sie Beth nicht sagen – noch nicht. Abermals verbannte sie ihre schlechte Stimmung in den Hintergrund, setzte eine freundliche Maske auf und schenkte Beth ihr bestes Lächeln, das sie im Augenblick zustande brachte. Beth grinste zurück, und mit trügerischer Gelassenheit rauschten die beiden Frauen durch die Flure der Uni und betraten schließlich das gut ausgeleuchtete Atelier, welches eigens für solche Zwecke eingerichtet wurde. Die übrigen Kommilitonen waren schon eingetroffen, hatten ihre Staffeleien aufgebaut und die Malutensilien vorbereitet. Helena beeilte sich, ihre Sachen zu sortieren und positionierte sich, während sie einen flüchtigen Blick auf das heutige Modell in der Mitte des Raumes warf, um welches die Staffeleien der zehn Kursteilnehmer in einem Halbkreis gruppiert waren. Irritiert riss sie die Augen auf. Hatte Madame Mendez nicht gesagt, dass ihre Tochter Modell stehen würde? Na ja, wenn das ihre Tochter war, dann hatte die eindeutig ein paar Testosterone zuviel. Als sie das Modell vor sich jedoch genauer betrachtete, schluckte sie schwer, während ein seltsames Kribbeln in ihrem Bauch aufflammte. Er saß mit dem Rücken zu ihr, aber dieses schwarze leicht strubbelige Haar und diese breiten Schultern kamen ihr auf unwirkliche Weise vertraut vor. Schnell verbannte sie den abstrusen Gedanken. Nein, das konnte nicht sein. Antamo würde sie nie … Als das Modell sich unvermittelt umdrehte, klappte Helena die Kinnlade nach unten. Sein Blick fand ihren, und er grinste sie süffisant an. Ihr stockte abrupt der Atem, während sein heimliches Augenzwinkern ihr ein unmissverständliches ‚So-sieht-man-sich-wieder’ vermittelte.

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Do Okt 18 2012, 23:27

Hallo Süße,
jetzt dann doch mal einen Kommentar von mir.
Also beim 2. Lesen des 1. Teiles habe ich gerade mal wieder festgestellt, wie unglaublich toll du schreibst. Die Beschreibungen, Zusammenhänge, die du schaffst, Umschreibungen, und das alles so flüssig, dass man ewig weiterlesen könnte, weil es einfach nur unterhaltsam ist. Smile
Aber Mike ist einfach unangenehm, wenn du mich fragst... Na ja, sieht Helena ja genauso... Hm, hoffentlich wird der nicht zum Stalker...
Sehr schön, finde ich ja, dass Helena offensichtlich langsam zu der Erkenntnis kommt, das Antamo alias Anteros doch irgendwie spannend ist. Wink

Und dann ist endlich Freitag und Helena geht zum Kunstkurs Rolling Eyes.
Ich habs ja gewußt. Antamo ist das Model. Wink Hihi, da bin ich ja mal gespannt, wie Helena damit umgeht. Spannend!!!

Ich freu mich natürlich drauf, mehr zu lesen, aber eigentlich muss ich meine Ungeduld ja nicht mehr erwähnen 👅 👅

Liebst Grüße meine Süße!
Katha

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Fr Okt 19 2012, 07:36

Danke dir für deinen Kommi, meine Gute, war wie immer eine Wohltat und ein Genuss, ihn zu lesen. Tja, da hatte die Katha wohl den richtigen Riecher gehabt. Arme Helena, müsste man schon fast sagen. Das ist wirklich eine denkbar fiese Situation - vor allem für sie. Na gut, wir werden sehen, wohin das ganze führt. Und Mike, na ja, darüber brauchen wir wohl kaum noch reden ... Rolling Eyes

Auch wenn ich weiß, dass du am WE wenig Zeit haben wirst, werde ich versuchen, dich nicht allzu lange auf die Folter zu spannen. Dann hast du zumindest am Montag was zu lesen.

LG und auch hier nochmal ein schönes WE, Wink
Mini

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Fr Okt 19 2012, 23:34

Teil 44


Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis Helena ihre Gesichtszüge wieder einigermaßen unter Kontrolle hatte. Und augenblicklich bezweifelte sie, dass es ihr gelingen würde, sich auf den eigentlichen Grund dieser Stunde konzentrieren zu können. Sie warf ihm einen missbilligenden Blick zu, der ihm klarmachen sollte, dass sie die Tatsache, dass er das Aktmodell mimte, alles andere als witzig fand. Er hob entschuldigend eine Schulter und wandte sich wieder Madame Mendez zu, die gerade versuchte, ihm Anweisungen zu geben, wie er sich positionieren sollte. Das konnte echt nicht wahr sein. Halt bitte einer diesen verflucht schlechten Film an, ich muss brechen …, schoss es Helena unvermittelt durch den Kopf. Als ob es nicht schon schlimm genug war, dass man ihr nun ein männliches statt einem weiblichen Modell vor die Nase setzte … Nein, es musste ausgerechnet noch dieser Typ sein. Helena wünschte sich verzweifelt ein Loch im Boden, in dem sie postwendend verschwinden konnte, während sie Antamo dabei beobachtete, wie er Madame Mendez’ Anweisungen folgte und sich in die entsprechende Pose begab. Er saß – lag halb – auf einer Art Diwan, ein Bein lang ausgestreckt, das andere angewinkelt auf die Sitzfläche gestellt und gegen das Polster gelehnt. Den Kopf hatte er auf einer Hand gestützt, während die andere auf seinem Bauch drapiert war. Seine Schultern ruhten beinahe lässig in einem Kissen. Ihr Unterbewusstsein geriet in Verzückung und stieß einen anerkennenden Pfiff aus, während Helena die Fluchtmöglichkeiten auslotete. Gütiger Himmel, er lag da als wäre er einem dieser Erotik-Hochglanzmagazine entflohen. Ihr Unterbewusstsein jubelte und ihre Libido stimmte augenblicklich in die Euphorie mit ein, während das klägliche Schamgefühl in Helena dem Umstand dankte, dass ein Laken seine Lenden bedeckte. Andernfalls wäre sie vermutlich schreien davongelaufen. Jetzt hab dich nicht so … du tust ja gerade so, als hättest du noch nie einen Mann nackt gesehen …, höhnte ihr Unterbewusstsein. Gut, das konnte sie in der Tat nicht bestreiten, immerhin hatte sie mit Stephen ja nicht nur Händchen gehalten. Aber dieser Anblick brachte sie dann doch richtig aus dem Konzept.

Madame Mendez gab Antamo ein paar weitere Anweisungen, wie er seinen Kopf drehen sollte. Er folgte den Aufforderungen, wobei sein Blick den von Helena kurz streifte. Und anstatt ihre Vorbereitungen für die bevorstehende Zeichnung zu treffen, starrte sie unverwandt auf diesen Mann, der sich in dieser für ihren Geschmack äußerst lasziven Pose, scheinbar richtig wohl zu fühlen schien. Dass er dazu noch – beinahe vollständig – nackt war, unterstützte nicht gerade ihr hehres Vorhaben, sich auf die Kunststunde zu konzentrieren. Entgegen aller Vernunft ließ sie ihren Blick über seine Statur wandern. Seine breiten Schultern gingen in zwei muskulöse Arme und eine ebenso kraftstrotzende Brust über. Der straffe Bauch war flach und mündete in eine schmale Hüfte. Dass er gut aussah, wusste sie ja bereits. Aber dass er so gut aussah, übertraf dann doch ihre Vorstellungskraft. Unterhalb seines Bauches, dort wo selbiger in die Hüfte überging, lag ein schwarzes Satinlaken. Was für ein Glück, dass wir keinen Vollakt zeichnen müssen …, ging es ihr erleichtert durch den Kopf. Mehr hätte sie heute wohl auch nicht verkraftet. Am anderen Ende des Lakens kamen zwei kräftige Beine zum Vorschein. Als sie in ihrer Musterung bei seinen Zehen angekommen war, schnellte ihr Blick wieder zu seinen Augen, die ungeniert in ihre starrte. Und sein kleines gemeines Grinsen sagte ihr, dass er ihre Musterung sehr wohl bemerkt hatte. Verdammt. Ihr Körper rief ihre Verlegenheit abermals auf den Plan und schickte einen neuen Schwall Farbe in ihre Wangen. Sie verzog das Gesicht zu einer mürrischen Miene und versuchte, sich von seinen fesselnd grünen Augen loszureisen. Dass er hier aufgetaucht war, war ohne Frage pure Absicht gewesen. Nachdem sie ihm in den vergangenen Tagen vermehrt die kalte Schulter gezeigt hatte, hatte sie schon vermutet, dass er in seinen Mitteln wohl härtere Geschütze auffahren würde, wenn sie sich wiedersahen. Dass er dabei aber gleich zu seinem härtesten griff und dabei unwissentlich ihre größte Schwäche ausnutzte, machte sie beinahe wütend. Das hast du nicht umsonst getan, mein Lieber … Glaub mir, nicht nur du kannst unfair kämpfen …, dachte sie missbilligend. Als hätte sie ihre Gedanken laut ausgesprochen, wandte er ihr den Kopf zu und schenkte ihr ein gleichsam verführerisches wie herausforderndes Lächeln. Erneut wurden ihre Wangen heiß. Hastig wandte sie den Blick ab. Was denkt er sich nur dabei, mich so offensiv anzugrinsen? Immerhin waren sie nicht allein in dem Raum.

Um sich von ihm abzulenken, richtete sie ihr Augenmerk auf die Professorin, die offenbar ebenso ihre Probleme mit der Vollkommenheit seines Körpers zu haben schien. Na wenigstens geht es mir nicht allein so …, durchfuhr es sie beinahe erleichtert und ließ verstohlen ihren Blick durch die Runde ihrer Mitkommilitonen schweifen. Bestürzt musste sie feststellen, dass die Hälfte mit glasigen Augen auf die Mitte des Raumes stierte. Die andere Hälfte – zu ihrem Entsetzen sogar die drei männlichen Mitstreiter – wischten sich verstohlen den Sabber von den Mundwinkeln. Helena stieß ein genervtes Seufzen aus und verdrehte halb angewidert, halb wütend die Augen. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund gefiel es ihr gar nicht, wie die anderen Antamo anstarrten. Selbst Beth wirkte ziemlich abgelenkt, auch wenn sie sich sichtlich mühte, die Kontrolle über sich zu wahren. Helena verbiss sich ein amüsiertes Grinsen und suchte angestrengt nach der Professionalität in sich, während sie Madame Mendez im Stillen dankte, dass die entscheidenden Körperteile bedeckt blieben. Angestrengt holte sie Luft und stieß sie langsam wieder aus, während sie sich zu entspannen versuchte und sich selbst eindringlich suggerierte, ihn aus den Augen einer Künstlerin zu sehen. Er sah gut aus, zweifellos. Seine Haut war makellos – keine komplizierten Details, die das Zeichnen des Aktes unnötig erschwert hätten. Auch in seinem Gesicht war die Haut makellos glatt. Keine Falten und kein Bartschatten störten die perfekten Züge. Helena schätzte ihn auf Ende zwanzig – höchstens Anfang dreißig – und unweigerlich fragte sie sich, warum er das tat. Wollte er sein eigenes Studium finanzieren? Oder brauchte er das Geld aus einem anderen Grund? Wenn Helena die entsprechende Figur gehabt hätte, hätte sie sich für so einen Job vielleicht auch angeboten. So ein Quatsch, dafür bist du doch viel zu verklemmt …, höhnte ihr Unterbewusstsein. Schnell schüttelte sie diese Gedanken ab, bevor ihre aufkommende Verlegenheit noch ihre Hirngespinste verraten konnten. Sie war froh darüber, dass sie, dank des Erbes ihrer Eltern nicht jobben musste. Und Dank der Bilder, die sie nebenbei für ihren kleinen Auftraggeberkreis fertigte, kam sie ganz gut über die Runden. Sie war nicht unbedingt davon abhängig, aber sie liebte es zu malen und die gelegentlichen Kontakte, die sie durch diese Tätigkeiten knüpfte, würden vielleicht irgendwann einmal zu ihrem Vorteil gereichen – so hoffte sie es zumindest. Darüber hinaus war es für ihr ohnehin schon gering ausgeprägtes gesellschaftliches Leben förderlich. Wieder in der Realität angekommen, stellte Helena erschrocken fest, dass die anderen Teilnehmer bereits mit ihrer Zeichnung begonnen hatten und Madame Mendez neben ihr stand und mit gerunzelter Stirn ihr leeres Blatt begutachtete. „Stimmt etwas nicht, Mademoiselle Monroe?“, fragte sie in vornehmem französischen Akzent und deutete auf ihren jungfräulichen Bogen Papier.

Helena spürte wie die Verlegenheit ihre akribisch aufgebaute Contenance in die Wüste schickte und ihr Gesicht erneut mit einem delikaten Rotton schmückte, als sie bemerkte, dass die anderen Teilnehmer kurz abgelenkt von ihrem Werk auf sie starrten. Sie erwiderte die Frage der Professorin mit einem entschuldigenden Lächeln und duckte sich hinter ihrer Staffelei. Sie atmete kurz tief durch und schalt sich ausgiebig für ihre Unaufmerksamkeit und ihre übertriebene Unsicherheit. Dann straffte sie sich, schielte an ihrer Staffelei vorbei und ließ abermals einen prüfenden Blick über das Modell schweifen, diesmal, um einen Anfang für ihre Zeichnung zu finden. Pah ... ein Kinderspiel …, ermutigte sie sich, während sie einen weiteren fachkundigen Blick auf das Gesicht des Models warf … und erneut erstarrte. Antamo blickte ihr geradewegs in die Augen, hielt ihren Blick gefangen. Seine Augen waren wirklich von einem seltsamen Grün. So eine Farbe in den Augen eines Menschen hatte sie noch nie gesehen. Und der Rest seiner Erscheinung kam ihr gleichsam unwirklich vor … als wäre er gar nicht real … Ein weiteres Mal riss sie sich gewaltsam von seinem Blick los und versuchte endlich, sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Als sie die ersten Striche setzte, merkte sie, wie ihre Hand zitterte. Verdammt, das war nun mehr als unpassend. Die Stunde würde bald zu Ende sein und ein unfertiges Werk war gar kein Werk. Jetzt komm endlich zu Potte, Helena …, ermahnte sie sich erneut. Sie wagte einen verstohlenen Blick auf Beths Zeichnung und wusste, dass sie schon zu viel Zeit mit der Bewältigung ihres inneren Disputs vertrödelt hatte. Und die Zeit rannte weiter, während das Blatt vor ihr leer blieb. Gar nicht gut. Sie atmete noch mal tief durch und zwang sich akribisch, die Linien und Proportionen des Models zu erfassen, um sie in gleicher Weise auf das Papier zu übertragen. Sie musste wenigstens einen guten Entwurf hinbekommen und sich weitere Details einprägen, damit sie die Zeichnung zu Hause mit Hilfe ihrer Erinnerung fertig stellen konnte. Kein leichtes Unterfangen, wenn man das Modell anstarrt wie ein Mondkalb. Mit lediglich kurzen Blicken versuchte sie, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Ihr entging nicht, dass Antamos Augen nach wie vor auf sie geheftet waren. Und wie er sie ansah, aus halb geschlossenen Lidern … Was ihren Verdacht bestärkte, dass er diese ganze Show hier wegen ihr abzog. Für einen Sekundenbruchteil fühlte sie sich seltsam geschmeichelt. Aber ein Mann, der sich in der Öffentlichkeit auszog? Nein, das kam für sie nicht in Frage. Zum Teufel, was dachte sie hier? Als Madame Mendez schließlich beinahe theatralisch verkündete, dass die Kursstunde zu Ende war, stieß Helena ein enttäuschtes Stöhnen aus. Sie war nicht wirklich weit mit ihrem Werk vorangekommen. Eine Arbeit für den Papierkorb …, dachte sie mit einem Anflug von Frustration. In diesem Stadium würde sie die Arbeit zu Hause nicht fertig stellen können, selbst wenn sie ein fotografisches Gedächtnis hätte, womit sie leider nicht aufwarten konnte. Verdammt, was für eine Verschwendung. Und daran war allein Antamo schuld. Ihre Frustration erreichte eine neue Stufe, während sie sich abermals fragte, was er mit dieser Aktion zu bezwecken versuchte. Wollte er sich über sie lustig machen? Sie provozieren? Oder wollte er sich an ihr rächen, weil sie auf seine Avancen mit beharrlicher Immunität reagierte? Verärgert und enttäuscht zugleich sah sie auf die Andeutung einer Skizze, aus der man nur mit viel Fantasie das Motiv erahnen konnte.

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   So Okt 21 2012, 16:38

Na liebe Mini,
das war ja mal wieder ein Leseschmaus. Smile Very Happy
Zu amüsant, wie Antamo Helena mit seiner bloßen, na gut fast nackten, Erscheinung aus dem Konzept bringt. Ihre Gedanken über die sabbernden Kommilitonen ist ja mal witzig, wenn man sich ihren eigenen Blick vorstellt. Wink
Ich glaube ja, Antamo hätte mehr erreicht, wenn er Helena bei dieser Aktion völlig ignoriert hätte anstatt sie anzustarren oder anzuschmachten, und sie damit noch weiter zu provozieren. Dann wäre sie vermutlich eifersüchtig geworden oder hätte sich über die Ignoranz geärgert. So ärgert sie sich mal wieder über ihn. Aber dafür holt sie bestimmt sein Anblick immer wieder ein... Rolling Eyes und das war ja wohl so gedacht.
Die Frage ist nur, wie geht es nach dieser Aktion weiter?

Verrätst du es mir????

Liebste Grüße
Katha

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   So Okt 21 2012, 16:52

Danke für diesen Kommi, hab mich riesig gefreut. Weiß nicht, ob ich es heute schaffe. Draußen ist so geniales Wetter und ich quäle mich mit Halsschmerzen rum. Gar nicht schön, sag ich dir.

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Mi Okt 24 2012, 13:14

Man, oh man was habe ich da bloß alles schon wieder versäumt. Mini, du bist ein echter Schreibweltmeister und das nicht nur wegen der Grandiosiät deiner Teile, nein auch ihre Länge ist ziemlich beachtlich, denn meine knappe Zeit macht mir damit das nachlesen umso schwerer Wink
Lass dir nur mal jetzt einen Kommi da, weil sonst sind es am Ende zu viel eindrücke aufeinmal und ich bin ja so schon keine begnadete Kommi-Schreiberin.
gott, ich könnte Stunden weiterlesen, aber leider muss ich jetzt wieder weiter lernen und so bin ich nur bis Teil 30 gekommen. Sad Sad
Der Fremde ist ja eine echt imposante Figur, die nur von Geheimnissen und Überraschungen legt.
Die Szene mit Mike hat mich echt verwirrt, was Helena da gesehen hat. die Arme
Was Brad Pitt angeht bin ich vollends ihrer Meinung, aber das der Fremde dann im Kino auch noch auftaucht, nachdem sie ihre Verabrredung geschänzt hat...ganz schön spooky der Typ...

Auf jeden Fall werde ich weiterlesen sobald meine Zeit es zulässt.

Liebe Grüße
Tastentante <3
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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Mi Okt 24 2012, 16:23

Ein wirklich seltener Kommi, aber ich freu mich wie Bolle, dass du einen hinterlässt. Danke dir. Aber ich verstehe schon, wenn die Schule vorgeht. Die Teile laufen ja nicht weg. Umso mehr freue ich mich auf einen weiteren Kommi zu einem späteren Zeitpunkt.

Im Moment ist alles noch ein wenig rätselhaft, aber so nach und nach klärt sich alles auf. Geduld Wink

Liebe Grüße,
Mini

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Mi Okt 24 2012, 16:40

Teil 45


Mit einem resignierten Seufzen stellte Helena sich der unwiderruflichen Tatsache, dass sie ihre Chance klassisch vergeigt hatte. Schließlich und endlich packte sie ihre Utensilien ein, klappte die Staffelei zusammen und räumte sie in die kleine Kammer am Ende des Ateliers, wo die Materialien für den Kunstunterricht aufbewahrt wurden. Als sie das kleine Lager verließ, waren die meisten der Kursteilnehmer schon gegangen. Und genau in dem Moment, als Madame Mendez Antamo einen Mantel reichte, wandte dieser sich zu ihr um, ließ das schwarze Satinlaken fallen und bot ihr einen unfreiwilligen Blick auf seine gesamte Erscheinung, bevor er sich schließlich in den Mantel hüllte. Helena schluckte und starrte ihn mit weitaufgerissenen Augen an, bevor die Schamesröte erneut ihr Gesicht attackierte. Antamos schelmisches Grinsen, welches sich bei ihrer Reaktion auf sein Gesicht stahl, machte ihr bewusst, dass das scheinbare Versehen pure Inszenierung gewesen war. Ihre Augen verengten sich. Schließlich hob sie würdevoll den Kopf, räusperte sich kurz und murmelte ein „Guten Abend“ in Richtung Madame Mendez, ehe sie den Blick senkte und mit glühendem Gesicht in Richtung Tür flüchtete, wo Beth schon ungeduldig wartete. „Meine Güte, du warst aber auch schon mal schneller.“, tadelte sie. Helena warf ihr einen entschuldigenden Blick zu, bettelte mit den Augen, sofort aus diesem Raum zu verschwinden und nahm ihre Tasche aus der Hand ihrer Freundin. „Lass uns gehen.“, sagte sie eilig und begann, Beth aus dem Atelier zu schieben. Sie befahl sich, keinen Blick über die Schulter zurück zu werfen, um Antamo ein letztes Mal anzusehen. Jedoch war die Neugier ein tückischer Geselle, der sie schließlich dazu trieb, es doch zu tun. Er zog sich gerade die Hose über sein ansehnliches Hinterteil, während er in ein Gespräch mit Madame Mendez vertieft war. Für einen winzigen Moment klebte Helenas Blick auf seiner Rückansicht, was ihr erneut die Hitze in die Wangen trieb. Hatte sie eben richtig gesehen? Der Typ trug keine Unterwäsche? Diese Tatsache brachte ihren Verstand völlig aus dem Takt. Und, verdammt, warum reagierte ihr Körper plötzlich so völlig irrational? Er war doch nicht der erste Mann, den sie unbekleidet gesehen hatte ... Und mal ehrlich, letztlich sahen die doch alle gleich aus – grob gesehen … wenn man die Details wegließ … und die Tatsache, dass er einen verteufelt knackigen … Reiß dich zusammen … Schließlich riss sie ihre Augen von dieser attraktiven Adonis-Kopie. Er ist nichts weiter als ein aufdringlicher Chauvinist, der jedem Rock scheinbar offen gegenübersteht. Sie war sich nicht sicher, wen sie mit ihren protestierenden Gedanken überzeugen wollte, aber eines wusste sie … so schnell würde sie sich nicht wieder auf eine Kunststunde freuen. Auf der anderen Seite … ach, nein … Himmelherrgott, mit dieser Sorte Mann konnte sie nun wirklich nichts anfangen. Obwohl sie zugeben musste, dass ihr die Wortgefechte im Geschichtsunterricht und in der Bibliothek schon irgendwie Spaß gemacht hatten.

Auf dem Uniflur angekommen, verlangsamten sie ihre Schritte, während Helena gedanklich wieder einmal mit ihm beschäftigt war. Immer und immer wieder kreisten ihre Gedanken um sein unverfrorenes Auftreten. Und was das betraf, schien er ziemlich zügellos und obendrein maßlos unkonventionell. Und er forderte ihren Intellekt. Und die Tatsache, dass er in diesem Punkt locker mit ihr mithalten konnte, machte ihn – so sehr es ihr auch widerstrebte, das zuzugeben – unglaublich anziehend. Was das betraf, würden sie zweifellos perfekt zusammenpassen. Verdammt, was war das hier? Eine selbstinitiierte Partnerberatung oder so? Hör auf, dauernd über ihn nachzudenken …, befahl sie sich. Es gibt wichtigeres als … so jemanden. Ohne es bewusst bemerkt zu haben, hatte Beth ihre Hand genommen und begonnen, sie hinter sich her zu zerren. Helena ließ es geschehen. Insgeheim war sie ihrer Freundin sogar unheimlich dankbar. Wie die holde Jungfrau aus dem Märchen, die vor einem Ungeheuer gerettet wurde, folgte sie Beths Drängen. Welch melodramatischer Vergleich. Helena seufzte. Endlich aus dem Bann seiner Anziehungskraft befreit, atmete sie tief durch und schlenderte auf wackeligen Knien neben Beth durch den Ausgang ins Freie. Die frische Luft brachte ein willkommenes Gefühl von Befreiung mit, fast so als hätte sie die vergangenen Stunden in einem stickigen dunklen Kerker verbracht und lechzte nun mehr denn je, nach Sauerstoff. Die unliebsamen Gedanken vertreibend, die sich erneut einen Logenlatz in ihrem Gehirn zu ergattern versuchten, zwang sich wieder in die Realität zurück. Der riesige Vorplatz des Campus’ war mittlerweile menschenleer und fast ebenso totenstill. Bevor Helena die Stufen der großen Treppe hinuntersteigen konnte, riss Beth sie abrupt zurück, so dass sie kurz ins Straucheln geriet. „Meine Güte, war das vielleicht eine Schnitte.“, schwärmte sie beinahe atemlos und ihre Augen begannen zu leuchten, als hätte sie eine schicke Gucci-Tasche zum Schnäppchenpreis in einer Schaufensterauslage entdeckt. Für einen Wimpernschlag fühlte Helena sich mit dem Wust ihrer Gedanken und Beths plötzliche Aussage völlig überfordert. „Ja … hast wohl recht.“, bestätigte sie versucht beiläufig. Du hast ja keine Ahnung, Bethie … Oh Gott, wenn du wüsstest, …

Beth grinste sie breit an. „Bist du fertig geworden?“, fragte sie neugierig. Helena blinzelte ob des abrupten Themenwechsels. Als sie gedanklich von ansehnlicher Schnitte auf vermaledeite künstlerische Pleite umgeschalten hatte, hob sie eine Augenbraue und schnaube leise, was soviel heißen sollte, wie Machst du Witze, ich hatte mehr damit zu tun, ihn nicht ständig anzustarren. „Nicht ganz.“, winkte sie lässig ab. „Aber ich werde mich zu Hause daran setzen, die Zeichnung fertig zu stellen.“, log sie, denn sie wusste, dass das unmöglich war. Gerade wollte Beth ihre Freundin die Treppe hinunterschleifen und den Vorschlag von einem gemeinsamen Abendprogramm erneut aufgreifen, als ein knappes „Hallo“ hinter ihnen die beiden Freundinnen innehalten ließ. „Einen Moment bitte.“, verlangte eine tiefe dunkle Stimme, die ein seltsames spontanes Vibrieren in Helena erzeugte. Der Stimme, die ihr mittlerweile pausenlos durch das Gehirn waberte, folgend, drehte sie sich um und starrte in zwei wunderschöne grüne Augen. Sie spürte, wie urplötzlich ihr Herz zu rasen begann. Warum ihr Körper so reagierte, konnte sie sich beim besten Willen nicht erklären. Zumindest versuchte sie, gewisse dekadente Körperpartien an ihm, um dessen Wissen er sie auf ziemlich ungenierte Weise bereichert hat, auszublenden. Erleichtert stellte sie fest, dass er angekleidet war, während sie abermals ihren Blick über seinen Körper schweifen ließ. Nun, da er angezogen war, konnte sie ihn neutraler bewerten. Klar, er sah gut aus, aber der letzte Mann, den sie in ihr Leben gelassen hatte, sah fast genauso gut aus ... Na gut, wenn sie ehrlich war, sah er nicht mal annähernd so gut aus. Tatsache war jedoch, dass er sie erst vor etwas mehr als einen Monat abserviert hatte und das ohne wirklich triftigen Grund. Und darüber war sie noch immer sauer. Davon mal abgesehen, stand hier eine extrem arrogante Ausgabe von Mann vor ihr. Und das war ein Charakterzug, der sie eher in Rage brachte, als ihn attraktiv zu finden. In Summe ergab das alles eine klare Botschaft – Lass die Finger von solche Männern. Darüber hinaus konnte sie im Moment einfach nichts mit ihnen anfangen – zumindest redete sie sich das erfolgreich ein – und daher war es wohl das Beste, einfach ihre neu gewonnene Freiheit ausgiebig auszukosten. An einen Herzensbrecher konnte sie auch später noch Zeit verschwenden – so in ein, zwei oder drei Jahren. Und während sie diesen Gedanken zu Ende dachte, ließ sie erneut unbewusst ihren Blick über ihn schweifen. Was er wohl will …, ging es ihr neugierig durch den Kopf. Schließlich straffte sie die Schultern und sah ihm fest in die Augen. Was ein Fehler war. Kaum begegnete sie diesem wunderschöne Grün, konnte sie ihn wieder nur anstarren. „Was gibt’s?“, krächzte sie und hätte sich dafür ohrfeigen können, weil ihre Stimme nicht das wiedergab, was sie ihr befohlen hatte. Entschlossenheit und Contenance … Na ja, vermutlich hatte sie beides rein zufällig zusammen mit ihren Maluntensilien in der Materialkammer mit eingesperrt.

Sie schüttelte leicht den Kopf, in der Hoffnung, endlich einen klaren Gedanken fassen zu können und rief sich zur Besinnung. Was würde Beth wohl neben ihr denken? Dass sie es so sehr nötig hatte, dass sie schon den erst besten gutaussehenden Typen anschmachtete? Na ja, er war ja nicht der erst Beste, schließlich kannten sie sich. Aber das wusste Beth ja nicht. Was auch gut so war. Helena mochte nicht an die Litanei an Fragen denken, mit der sie sie überschütten würde, wenn sie erst von ihren ungewöhnlichen Begegnungen mit ihm Kenntnis erlangte. Er lächelte, und Helena spürte, wie sie weiter dahinschmolz. Denk daran, dass er ein Chauvi ist … ein Chauvi … „Na ja, du sahst vorhin so enttäuscht aus. Da habe ich vermutete, dass du mit deinem Bild wohl nicht zufrieden bist.“, erklärte er freundlich und schenkte Helena ein Lächeln, bei dem ihr die Knie weich wurden. Oh Gott, wie unfair. Verdammt, warum tut er das? Sie räusperte sich, hob erstaunt die Brauen und musterte ihn erneut. War ihr Gesichtsausdruck so offensichtlich gewesen oder konnte er doch Gedanken lesen? Helena schüttelte den Kopf, um sich endlich von seinem Blick zu befreien. Dann hob sie versucht lässig die Schultern. „Na ja, wenn ich ehrlich bin, ich hab schon bessere Resultate erzielt, aber dieses Mal sollte es wohl einfach nicht sein.“ Sie bemühte sich verbissen um eine feste Stimme, aus der die Gelassenheit sprechen sollte, die sie sich zu fühlen aufzwang. Aus bekannten Gründen vermied sie es, ihn dabei anzusehen. Und versagte kläglich. Beth neben ihr stieß einen undefinierten Laut aus, während sie sich zum Gehen wandte. „Also, für den Fall, dass du dein Bild fertig stellen möchtest …“, fuhr er schließlich fort. „… würde ich mich gern für eine weitere Stunde zur Verfügung stellen.“, bot er mit einem erneuten unwiderstehlichen Lächeln an. Und so langsam begann Helena sich für ihren inneren Disput zu hassen. Meine Güte, das ist ein ganz normaler Kerl …, schnauzte ihr Unterbewusstsein. Hör auf, dich so idiotisch zu benehmen. Helena schluckte leicht und räusperte sich schließlich. „Du würdest noch einmal im Rahmen einer Kursstunde Modell stehen?“, fragte sie, nicht sicher, ob ihr vernebeltes Hirn ihr nun schon Streiche zu spielen begann. Er nickte und sah ihr fest in die Augen. Helena neigte den Kopf und warf Beth einen kurzen unschlüssigen Blick zu. Die hob die Brauen und sah sie eindringlich an. Ihr diskret hochgereckter Daumen, war Antwort genug. „Allerdings nur für dich.“, fügte Antamo unvermittelt hinzu. Helenas Kopf schnellte zurück zu ihm. Seine Mundwinkel zuckten leicht zu der Andeutung eines Lächelns. „Keine öffentliche Sitzung.“ Jetzt hatte er Helenas ungeteilte Aufmerksamkeit.

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Mi Okt 24 2012, 21:15

Also deine FF zu lesen war ja schon wirklich schön, aber das hier war wieder einsame spitze. Ich hatte spontan die Bilder im Kopf, wie Helena völlig geschockt auf Antamo starrt und dann nach dem Mauseloch sucht, in dass sie ihren hochroten Kopf am liebsten gesteckt hätte. Sehr witzig. Und bei ihrem inneren Disput musste ich so oft vor mich hin griemeln, dass ich spontan entschieden habe, den Teil als Gute-Nacht-Geschichte noch einmal zu lesen. Zwischendurch sollte ich noch ein bisschen Schreiben, damit ich dir wenigstens ein wenig Lesestoff liefern kann, wo du doch jetzt so viel Zeit hast, und es dir hoffentlich wieder ein ganz kleines bisschen besser geht.

Zum Inhalt:
Antamo ist schon ganz schön gerissen, dass muss man ihm ja lassen, trotzdem frage ich mich, ob es nicht geschickter wäre, seine Gerissenheit nicht immer so zur Schau zu stellen und damit so schrecklich arrogant zu wirken. Na ja, unbeeindruckt ist Helena ja nicht geblieben, also hat er wohl ein Teilziel erreicht. Aber dass sie sich auf eine Sonderstunde Akt-Zeichnen einläßt glaube ich ja noch nicht. Vielleicht läd sie Beth dazu ein, dann wird es bestimmt eine sehr witzige Stunde, wird diese Helena doch bestimmt immer wieder mit direkten und indirekten Hinweisen zu ihm hin drängen. Rolling Eyes
Ich bin gespannt, wie immer... Wink

Liebste Grüße Mini-Schatz,
Katha

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Fr Okt 26 2012, 11:57

Danke dir für das riesen Kompliment. Das motiviert ungemein. Ja, Antamo ist durchaus gerissen, wenn es darum geht, seine Ziel zu erreichen. Leider kann er aber auch nicht wirklich aus seiner Haut. Auf der einen Seite charmant, stellt er auf der anderen Seite gerne seine Überheblichkeit zu Schau. Absicht? Oder doch eine Art Schutzmechanismus? Wer weiß. Lass dich überraschen, wie es weitergeht.

LG, Mini Wink

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Sa Okt 27 2012, 10:14

Huhu ... hab wieder ein bisschen Lesestoff im Gepäck .... Viel Spaß Wink


Teil 46



Verwirrter denn je starrte Helena ihn an, während sie sich gleichzeitig fragte, welchen verteufelten Schachzug er nun schon wieder plante. „Und … äh, … was … verlangst du dafür?“, fragte sie ein wenig atemlos und hasste sich für ihre offensichtlich deplatzierte Reaktion. Antamo zuckte lässig die Schultern und setzte wieder jenes schiefe Grinsen auf, mit dem er sie regelmäßig aus der Fassung brachte. „Sagen wir mal so, ich mache das gern, um jungen Künstlern zu helfen.“ Helena klappte erneut die Kinnlade nach unten. Was sagte er da? Er bot sich als Modell an, ohne etwas dafür zu verlangen? Natürlich … ein selbstloser Chauvinist, also? Na das war ja mal ganz etwas Neues. Aber darauf würde sie erst recht nicht hereinfallen. Keiner tat etwas ohne Gegenleistung – soviel hatte sie das Leben gelehrt. Ihre Verblüffung währte nun wenige Sekunden, bevor sie ihre mürrische Miene wiederfand. Das kannst du vergessen … Auf der anderen Seite, Antamo war unbestreitbar attraktiv und ein Bild von ihm würde sich sicher gut verkaufen. Mhmm … vielleicht könnte ich auch ein weiteres fertigen, wenn ich mich beeile …, dachte sie, und die zynische Stimme aus dem Hintergrund brach spontan in schallendes Gelächter aus. Der war echt gut, Helena … Du hast ja heute kaum mal fünf Minuten am Stück deine Augen von ihm lassen können …, stichelte sie. Wie soll das erst funktionieren, wenn ihr alleine seid … Das Kichern nahm einen beinahe hysterischen Klang an, und Helena war sich sicher, dass diese kleine spöttische Stimme in ihr morgen vermutlich Bauchschmerzen haben würde. Tief Luft holend schloss sie die Augen und verdrängte die bissige Stimme, die sie nur ärgern wollte. Sie würde sich schon zusammenreißen können …, ganz sicher. Und wenn sie sich das nur lange genug einredete, würde das auch funktionieren … ganz bestimmt … so hoffte sie. Das möchte ich nur zu gerne sehen …, gluckste die Stimme ihr belustigt und schwieg schließlich, als Helena ihre Hände zu Fäusten ballte und sich ihre Fingernägel schmerzhaft in ihre Handflächen gruben.

Angestrengt stieß Helena die Luft aus und warf Beth, die noch immer geduldig neben ihr stand und unübersehbar neugierig auf eine Antwort wartete, einen fragenden Blick zu. Doch die hob lediglich die Brauen und lächelte wissend. Eine Geste, die ihr unbestreitbar zu verstehen geben sollte, was für ein unverschämtes Glück sie doch hatte und sich ja nicht wagen sollte, abzulehnen. Um ihrer stummen Aussage den notwendigen Nachdruck zu verleihen, stieß sie ihr sanft den Ellbogen in die Rippen. „Worauf wartest du noch? So ein Angebot kriegst du nie wieder.“, raunte sie ihr verschwörerisch durch zusammengepresste Lippen zu und schenkte ihr einen Blick, der Helena unmissverständlich klarmachte, dass sie selbst das Angebot annehmen wird, sollte sie es ablehnen. Einen Moment noch verfolgten die beiden Frauen ihre stumme Debatte, bis Helena schließlich die Initiative ergriff, in ihrer Tasche eine Visitenkarte hervorkramte – diese Dinger trug sie ständig bei sich, für den Fall, dass jemand einen Auftrag für sie hatte – und sie ihm entgegenhielt. Er neigte leicht den Kopf und zog leicht fragend die Brauen zusammen. „Ruf mich an, wenn du Zeit hast. Dann vereinbaren wir einfach einen Termin.“, erklärte sie mit fester Stimme und wagte einen flüchtigen Blick in seine Augen. Mit seinem ganz eigenen Dahin-Schmelz-Lächeln, was Helenas Atem und Herz kurz ins Stottern brachte, nahm er ihr die Karte aus der Hand. „Das werde ich mit Sicherheit tun.“, raunte er. Das will ich doch wohl hoffen …, seufzte die Stimme in ihrem Inneren, woraufhin Helena selbiger einen Tritt in den Hintern verpasste, der sich ordentlich gewaschen hatte. Einen Augenblick später schimpfte sie sich ein dummes Schaf, weil sie nun schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage leichtfertig ihre Kontaktdaten herausgegeben hatte. Man mochte ja meinen, dass Erfahrung klug machte und an Intelligenz reicher, aber offenbar war sie doch blöd genug, immer wieder ihre Vorsicht über Bord zu schmeißen. Mit einem tiefen Seufzen fragte sie sich, ob sie es bei ihm genauso bereuen würde, wie bei Mike. Doch bevor sie noch irgendetwas erwidern oder es sich anders überlegen konnte, hatte Beth sie auch schon am Arm gefasst, Antamo ihr hinreißendstes Lächeln geschenkt – was ihn überhaupt nicht zu interessieren schien – und mit einem lieblich gesäuselten. „Sorry, schöner Mann, aber wir zwei Mädels haben noch was vor.“ Helena mit sich die Treppe hinuntergezogen.

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Mit dem Gefühl, soeben die halbe Welt erobert zu haben, kehrte Anteros an diesem Abend nach Hause zurück. Zufrieden mit sich selbst und dem Rest der Welt warf er seine Jacke auf das Sofa, zog die kleine Visitenkarte hervor, die Helena ihm gegeben hatte und begann sofort, sich ihre Telefonnummer einzuprägen. „Deinem Grinsen nach zu urteilen, warst du erfolgreich.“, bemerkte Himeros, der lässig im Türrahmen stand. Anteros, der sich allein gewähnt hatte, sah auf und blickte seinen Bruder schließlich mit einem breiten Grinsen an. „Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ich das einmal sagen würde. Du hattest Recht, Bruder.“ Himeros riss erstaunt die Augen auf. „Wie? Ein Lob aus deinem Mund? Bist du krank?“, erwiderte dieser abfällig, was ihm sofort ein missbilligendes Knurren einbrachte. Doch heute war Anteros viel zu gut gelaunt, um negative Gefühle oder Gedanken zuzulassen. Lässig wedelte er mit Helenas Visitenkarte. „Ich würde sagen, das heute war der Auftakt einer langen Erfolgsserie.“, grinste er. „Das ist mein Bruder.“, erwiderte Himeros stolz. „Ja, jetzt hab ich dich, kleine Helena … so schnell entkommst du mir nun nicht mehr.“, säuselte er leise vor sich hin. Er spürte wieder dieses wohlige Kribbeln in sich aufsteigen, als er daran dachte, wie sie ihn mit ihren Augen gemustert hatte. Fast hatte es sich angefühlt, als würde sie ihn streicheln. Genießerisch schloss Anteros seine Augen und versuchte, sich ihre zarten Hände auf seinem Körper vorzustellen. So nah wie jetzt hatte er sich seinem Ziel noch nie gefühlt. Ein vernehmliches Räuspern riss ihn aus seinen Tagträumen. „Nur für den Fall, dass es dich interessiert … ich bin eigentlich aus einem ganz anderen Grund hier.“ Anteros sah auf und musterte Himeros alarmiert. Auch wenn er in einem seltenen Hochgefühl schwelgte, die Unruhe, die seinen Bruder umgab, entging ihm selbst in der größten Euphorie nicht. „Ich war bei Mutter.“, begann er und verdrehte spöttisch die Augen. Anteros seufzte ergeben. „Was will sie nun schon wieder?“ Himeros lachte bitter. „Keine Sorge, du bist es nicht, der diesmal in ihren Fokus gerückt ist.“ „Ach, tatsächlich?“, erwiderte er übertrieben ironisch und verzog spöttisch den Mund. Himeros verschränkte die Arme vor seinem Oberkörper und legte den Kopf schief. Dann sah er Anteros lange und mit einem Nachdruck an, dass es ihm eiskalt den Rücken herunterlief, ehe er mit einem gequälten Seufzen schließlich den Kopf schüttelte. „Unser aller Lieblingsbruder ist verschwunden.“

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Sa Okt 27 2012, 10:30

Teil 47


Helena und Beth hatten sich nach ihrer Kursstunde ins „Oz“ verzogen. Und während Helena gedanklich noch immer mit der dekadenten Situation im Kunstkurs beschäftigt war, mimte Beth mit wachsender Frustration den Alleinunterhalter, so dass sie überhaupt nicht realisierte, dass Beth ihr bereits etwas zu Trinken bestellt hatte. „Verdammt, Hel … was ist los?“, fuhr diese sie aufgebracht an, während sie ihr einen Drink unter die Nase schob, den Beth für sie hatte bestellen müssen, weil sie schlichtweg nicht ansprechbar gewesen war. „Meine Güte, dir hat der Schönling das Gehirn aber völlig vernebelt?“, spottete sie sichtlich angefressen, „Na ja, hinreichend angeschmachtet hat er dich ja. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich meinen, ihr seid ein Paar.“, schob sie, noch immer leicht angepisst, hinterher. Helena riss erschrocken die Augen auf, während ihr gleichzeitig die Kinnlade nach unten fiel. War das so offensichtlich gewesen? Oh Gott, hatte sie ihn etwa so sehr angestarrt. Ob das noch mehr Leute mitbekommen haben …, ging es Helena leicht panisch durch den Kopf. Doch das war nicht ihre größte Sorge. Vielmehr verwunderte sie Beths Aussage, sie würden sich wie ein Paar geben, weil sie sich so angesehen hatten. Helena seufzte innerlich. Wenn du wüsstest, Beth … Es lag ihr auf der Zunge, drängte danach, hervorzusprudeln, aber etwas in Helena verhinderte, dass es soweit kommen konnte. Sie schüttelte den Kopf und versuchte, die irrationalen Gedanken zu verdrängen. Mit der ganzen Wahrheit herauszuplatzen, würde den Abend definitiv sprengen. Beth blinzelte irritiert und legte schließlich vorsichtig eine Hand auf die ihrer Freundin. „Hel? Alles okay?“, fragte sie diesmal sichtlich besorgt. Helena blinzelte und zwang sich selbst in die Realität zurück. „Ähem … ja, ich glaub schon … denke ich.“, murmelte sie verwirrt. „Sag schon, was ist los? So komisch hast du dich noch nie verhalten.“, bemerkte sie ein wenig ungeduldig. Helena holte tief Luft, hob den Kopf und sah ihrer Freundin ernst in die Augen. Sie stand kurz davor, mit dieser ganzen Geschichte herauszuplatzen. Es drängte sie förmlich dazu. Doch dann schüttelte sie abermals leicht den Kopf und lachte gequält. „Ich war nur so perplex, weil ich ihn schon mal gesehen hab.“, gestand sie zögerlich.

Beth hob erstaunt die Brauen, während sich ein neugieriges Funkeln in ihre Augen schlich. „Woher kennst du ihn?“ Na prima, das hast du jetzt davon, weil du deine Klappe nicht halten kannst …, schalt sie sich augenblicklich. Ein leises Räuspern verließ ihre Kehle, ehe sie voller Unbehagen die Finger ineinander verschränkte. „Na ja, kennen wäre wohl zu viel verlangt.“, begann Helena zögerlich und starrte angespannt auf ihre ineinander verkrampften Finger, während sie innerlich betete, dass Beth ihr diese Lüge abnahm. Sie konnte ja schlecht sagen, Hey, Beth, der Typ verfolgt mich schon seit zwei Wochen. Vor einer Woche war er mein unbekanntes Date – du erinnerst dich sicher an meinen merkwürdigen Anruf – in einem Café und vor zwei Tagen erst hat er mich mit seinem schweineteuren Sportwagen nach Hause gefahren, als du mich im Regen stehen gelassen hast … Nein, das ging ganz und gar nicht. Beth würde sie für völlig übergeschnappt halten. Dennoch lag es ihr fern, ihre Freundin vollkommen anzulügen. „Wir sind uns neulich in der Bibliothek begegnet.“, gab sie schließlich zu. Sie machte eine kurze Pause. Dann lachte sie und hoffte, dass Beth ihr Unbehagen nicht bemerkte, während sie betete, möglichst schnell und vor allem unbeschadet aus dieser Situation wieder rauszukommen. „Er war derjenige, der ‚Kunstgeschichte’ interessanter gemacht hat. Erinnerst du dich?“ Beth sah sie erstaunt an. „Wow, ich hätte nicht gedacht, dass Intelligenz so gut aussieht.“, feixte sie. Dann seufzte sie theatralisch auf und bedachte Helena mit einem verschmitzten Blick. „Wie ich dich beneide, dass er deine Karte hat und nicht meine.“ Helena wurde von einem Augenblick zum nächsten stocksteif. Was hatte Beth da gesagt? Argwöhnisch sah sie ihre Freundin an, die gedankenversunken in ihrem Cocktail rührte. Helena räusperte sich vernehmlich. „Vergiss ihn! Glaub mir, er ist ein Vollidiot.“, bemerkte sie salopp, natürlich nur in der hehren Absicht, sie vor diesem Casanova zu schützten. Natürlich, Helena … Nachtigall ich hör dir trapsen …, meldete sich die kleine Stimme in ihr spöttisch zu Wort, was Helena geflissentlich ignorierte. Tse … vermutlich hatte er schon mehr Frauen als er Finger an beiden Händen zählte. Beth sah erstaunt auf, um ihre Mundwinkel zuckte ein wissendes Grinsen. „Kann es sein, dass du ihn mir madig machen willst?“, neckte sie.

Ertappt, meine Süße …, frohlockte die gehässige Stimme in ihr. Helena senkte sofort ihren Blick und versuchte, den Knoten aus ihren Fingern zu lösen, den sie unabsichtlich fabriziert hatte. Sie schloss die Augen und versuchte, sich zu beruhigen. Warum zum Geier löste dieser Typ solche Reaktionen in ihr aus? Sie hatte null Interesse an ihm. Oder vielleicht doch? Helena warf Beth einen hastigen Blick zu, setzte ein nettes Lächeln auf und widmete sich angestrengt ihrem Cocktail. „Nein, warum sollte ich?“, beeilte sie sich zu sagen. „Ich bin ihm nur in der Bibliothek begegnet und da hat er sich als ziemlich ungehobelter Kotzbrocken geoutet. Ehrlich, solche Typen können mir gestohlen bleiben.“, erwiderte sie und vermied es, ihrer Freundin zu tief in die Augen zu sehen. Beth hatte eine Begabung dafür, die Wahrheit aus den Augen zu lesen – genauso wie eine Lüge. „Und trotzdem hast du ihm deine Karte gegeben?“, bemerkte sie augenzwinkernd. „Ja, weil ich vielleicht doch gewillt bin, diesen beschissenen Akt zu Ende zu zeichnen?“, erinnerte sie Beth knurrig. Beth lachte so laut, dass sogar ein paar Gäste erstaunt aufsahen und sich zu den beiden Frauen umwandten. „Ach Hel, du bist so leicht zu durchschauen …“, erwiderte sie mit leisem Spott. Helenas Augen verengten sich zornig. „Wieso hast du ihm deine Karte gegeben, wenn du ihn für einen Vollidioten hältst? Du hättest auch genauso gut nach seiner Telefonnummer fragen können. Damit wärst du im Vorteil gewesen, denn du wärest Herrin über euren Kontakt.“, erklärte sie mit wissendem Blick. Ihre Augen huschten in atemberaubender Geschwindigkeit durch den Gastraum. Einige Blicke lagen noch immer auf den beiden Freundinnen. Beth senkte die Stimme. „Indem du ihm deine Karte gegeben hast, hast du ihm quasi eine stumme Einladung mit einer gleichzeitigen unterschwelligen Aufforderung gegeben, dich anzurufen.“, erklärte Beth lakonisch. Helena wollte etwas erwidern, aber ihre Antwort blieb ihr im Halse stecken. So hatte sie das noch gar nicht gesehen. Nach und nach sickerten Beths Worte durch ihre Gehirnwindungen, und sie musste erkennen, dass ihre Freundin nicht ganz Unrecht hatte. Verdammt, wie konnte sie nur so blöd sein? Oder war sie es vielleicht doch nicht? Die zynische Stimme in ihr lehnte sich lässig zurück und grinste ihr hinterhältig zu. Siehste ... Helena schluckte schwer, während die fiese kleine Stimme in ihr sich genüsslich über die Lippen leckte.

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Sa Okt 27 2012, 20:45

Hey,
jetzt hat mich Helena aber wirklich mal überrascht. Surprised Hätte nicht gedacht, dass sie sich auf Antamos Angebot einlässt. Na gut, noch ist es ja nicht soweit, aber zumindest sind wieder ein paar Info´s mehr auf die Reise gegangen, und Anteros wähnt sich auch schon fast am Ziel. Was aber natürlich ein Trugschluss ist, wie ich vermute. Wink Vor allem nachdem sein Bruder plötzlich daher kommt. Mich würde ja sehr interessieren, ob er wirklich Informationen ihrer Mutter mitbringt, oder ob er seinen Bruder in Bezug auf Helena ausschalten will. Denn dieses beiderseitige Interesse an der gleichen Frau ist ja vermutlich mehr als ein Zufall.
Auf jedenfall habe ich das Gefühl, dass er Antamo irgendwie aus seinem Normalo-Leben reißen wird, zumindest für einige Zeit, so dass Helena, die sich bestimmt einerseits zu tode ärgert, dass sie ihre Daten rausgegeben hat, gleichzeitig danach sehnt, dass sich Antamo meldet und er es dann nicht tut. Na ja, so oder so ähnlich...
Ich glaube ich fange so langsam das Orakeln an Rolling Eyes Ist das ein gutes Zeichen? Hmm, zeigt auf jedenfall wie wohl ich mich in deiner Geschichte fühle Wink

Wann gibt es die Auflösung meiner wirren Phantasien?
Liebe Grüße,
Katha

Ach ja, dass Beth Helena durchschaut verwundert mich gar nicht. Ist jetzt nur die Frage ob Helena ihr irgendwann die ganze Story erzählt, und welche Rolle Beth dann einnimmt.

Und da fällt mir noch was ein. Dieses kleine, gemeine, zynische Stimmchen in Helenas Kopf. Bisher gab es meist eine Stimme, die sie zu Antamo drängte, und eine andere die ihn ablehnte, also ein bisschen Engelchen und Bengelchen, und nun macht sie sich einfach nur noch über Helenas Selbstleugnungsversuche lustig. Welche Position vertritt sie da? Bin irgendwie nicht ganz sicher. Aber auch das werde ich sicherlich erfahren Wink

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   So Okt 28 2012, 14:05

Mini, jetzt bin ich endlich durch, lang hats gedauert, aber wie schon gesagt. Die Zeit hat sich gelohnt.

Es ist verdammt schade, dass so eine wunderbare Geschichte nur hier postest...na ja ich denke du verstehst mich, nicht dass ich meine, das wir ein schlechtes Publikum sind, nein, deine Geschichte und vorallem dein Talent ist echt so wahnsinnig groß, das es fast ein Verbrechen ist, dass du nichts draus machst.

Nur mal so ein Gedanke, den ich mal loswerden musste.

Liebe Grüße
Tastentante
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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   So Okt 28 2012, 20:11

katha schrieb:
Hey,
jetzt hat mich Helena aber wirklich mal überrascht. Surprised Hätte nicht gedacht, dass sie sich auf Antamos Angebot einlässt. Na gut, noch ist es ja nicht soweit, aber zumindest sind wieder ein paar Info´s mehr auf die Reise gegangen, und Anteros wähnt sich auch schon fast am Ziel. Was aber natürlich ein Trugschluss ist, wie ich vermute. Wink Vor allem nachdem sein Bruder plötzlich daher kommt. Mich würde ja sehr interessieren, ob er wirklich Informationen ihrer Mutter mitbringt, oder ob er seinen Bruder in Bezug auf Helena ausschalten will. Denn dieses beiderseitige Interesse an der gleichen Frau ist ja vermutlich mehr als ein Zufall.
Auf jedenfall habe ich das Gefühl, dass er Antamo irgendwie aus seinem Normalo-Leben reißen wird, zumindest für einige Zeit, so dass Helena, die sich bestimmt einerseits zu tode ärgert, dass sie ihre Daten rausgegeben hat, gleichzeitig danach sehnt, dass sich Antamo meldet und er es dann nicht tut. Na ja, so oder so ähnlich...
Ich glaube ich fange so langsam das Orakeln an Rolling Eyes Ist das ein gutes Zeichen? Hmm, zeigt auf jedenfall wie wohl ich mich in deiner Geschichte fühle Wink

Wann gibt es die Auflösung meiner wirren Phantasien?
Liebe Grüße,
Katha

Ach ja, dass Beth Helena durchschaut verwundert mich gar nicht. Ist jetzt nur die Frage ob Helena ihr irgendwann die ganze Story erzählt, und welche Rolle Beth dann einnimmt.

Und da fällt mir noch was ein. Dieses kleine, gemeine, zynische Stimmchen in Helenas Kopf. Bisher gab es meist eine Stimme, die sie zu Antamo drängte, und eine andere die ihn ablehnte, also ein bisschen Engelchen und Bengelchen, und nun macht sie sich einfach nur noch über Helenas Selbstleugnungsversuche lustig. Welche Position vertritt sie da? Bin irgendwie nicht ganz sicher. Aber auch das werde ich sicherlich erfahren Wink

Hey, danke dir für deinen laaaaangen Kommi. Also, an einem Punkt bist du gedanklich auf einer falschen Spur. Mhmm ... aber ich hab beschlossen, es dir nicht zu verraten. Ich denke, dass du in einem der nächsten Teile selbst drauf kommen wirst, was an deinen Überlegungen nicht ganz stimmt. Razz

Die kleine Stimme in Helena ist der Teil, der sich von Helenas beharrlicher Verweigerung nicht so leicht beeindrucken lassen will. Und natürlich zieht sie sie damit regelmäßig auf. die Stimme der Vernunft? ... Mhmm, vielleicht kann man das so in etwa deuten ... Razz

LG Mini

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   So Okt 28 2012, 20:13

Tastentante schrieb:
Mini, jetzt bin ich endlich durch, lang hats gedauert, aber wie schon gesagt. Die Zeit hat sich gelohnt.

Es ist verdammt schade, dass so eine wunderbare Geschichte nur hier postest...na ja ich denke du verstehst mich, nicht dass ich meine, das wir ein schlechtes Publikum sind, nein, deine Geschichte und vorallem dein Talent ist echt so wahnsinnig groß, das es fast ein Verbrechen ist, dass du nichts draus machst.

Nur mal so ein Gedanke, den ich mal loswerden musste.

Liebe Grüße
Tastentante

Freut mich, dass du es geschafft hast, die Story zu lesen. Und natürlich freue ich mich auch über deinen lieben Kommi und das Lob. Du meinst, es sei ein Verbrechen, nichts daraus zu machen. Glaub mir, wenn es einen einfachen Weg gäbe, würde ich es vielleicht wagen ... Wink

Danke dir!

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   So Okt 28 2012, 20:22

Mini_2010 schrieb:

Also, an einem Punkt bist du gedanklich auf einer falschen Spur. Mhmm ... aber ich hab beschlossen, es dir nicht zu verraten. Ich denke, dass du in einem der nächsten Teile selbst drauf kommen wirst, was an deinen Überlegungen nicht ganz stimmt. Razz

LG Mini

Vielleicht habe ich so eine Ahnung, was es sein könnte. Na ja, ich lass mich überraschen.

Und übrigens, Tastentantes Worten ist nicht hinzuzufügen... Du weißt ja, ich bin dein erster Abnehmer. Ich werde das so oft wiederholen, bis es Realität wird.

Hm, kann grad keine Smilies einfügen.????

Liebe Grüße Wink

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Mi Okt 31 2012, 14:18

Teil 48


Seufzend hob er die Hände und rollte genervt die Augen. Das war nun schon das fünfte, ... sechte Mal - ach weiß der Geier - dass dieser Vollpfosten durch universelle Blödheit glänzte. Er hätte niemals gedacht, dass er an den unfähigsten männlichen Idioten dieses Planeten geraten würde. Was zum Teufel war nur so schwer daran, eine Frau charmant am Telefon anzusprechen und zu einem Kaffee einzuladen? Und dann auch noch ein vernünftiges Gespräch zu führen … Na gut, das mit der Gesprächsführung wäre für den Anfang dann wohl doch zu viel verlangt. Aber wenn er sie wenigstens zu einem Kaffee hätte überzeugen können. Nein, stattdessen verfiel er in eine brüllende Dominierungspose und führte sich auf wie ein Affe, der das Weibchen für sich allein haben will ... und das schon zum gefühlt tausendsten Mal. Der lernts wohl nie ... Meine Fresse, als Charme verteilt wurde, war der Typ offensichtlich in einer anderen Dimension unterwegs ..., dachte er genervt. Frustriert strich er mit seiner Hand durch seinen blonden Schopf und seufzte erneut, während er seinem unterirdisch begabten Schüler einen missbilligenden Blick zuwarf. „Was ist passiert?“, fragte er, obwohl er auf seine detaillierte Schilderung bestens verzichten konnte. Er hatte genug von dem Telefonat mitbekommen, um eine Vorstellung zu haben. Und die Tatsache allein, dass diese unterbelichtete Ausgabe eines Zweite-Wahl-Schnellmerkers es erneut verkackt hatte, genügte schon, ihm den ganzen Tag zu versauen. Mike, der etwas bedröppelt auf seinem Sofa saß, begann allmählich zu bereuen, dass er seinen neuen – besten – Freund hergebeten hatte, damit er ihm half. Dass dieser obendrein sein erneutes Versagen mitbekommen hatte, war ihm nicht nur peinlich, es machte die Sache auch nicht unbedingt leichter. Und Mike spürte, dass seine Chancen schwanden, was nicht mal im Ansatz zur Besserung seiner ohnehin schon üblen Laune beitrug. Dass Goldlöckchen eine Allergie gegen Fehlgriffe zu haben schien, hatte selbst er mittlerweile begriffen … Was er aber immer noch nicht verstand, war, warum der Typ so ein fanatisches Interesse daran hegte, dass er Helena kennenlernte. Und so langsam machte ihn diese Ungewissheit wütend. Als der Typ abermals den Mund öffnete, zweifellos, um zu einer neuen Verbalattacke anzusetzen, sprang Mike wutentbrannt auf und ging auf den Kerl zu. Goldlöckchen zuckte erschrocken zusammen und schloss den Mun, hatte er doch mit einer derartigen Reaktion nicht gerechnet. „Pass mal auf, Freundchen.“, fuhr Mike ihn harsch an. Seine Augen blitzten zornig. Woher er den Mut, sich diesem Typen zu stellen, nahm, wusste er selbst nicht so genau. Und es war ihm schlichtweg egal. „Wenn du mir so kommst, kannste wieder verschwinden. Ich brauche deine Hilfe nicht, ich kriege Helena auch so.“, fauchte er ihn unvermittelt an.

Das blonde Unikat mit dem miserablen Klamottengeschmack riss erstaunt die Augen auf, bevor wenige Sekunden später ein hämisches Grinsen seine attraktiven Züge verunstaltete. In einer bedeutsamen Geste verschränkte er seine Arme vor der Brust und musterte Mike einmal ausgiebig von oben bis unten. Er fragte sich unweigerlich, was dieser Tarzan auf zwei Beinen ihm entgegenzusetzen gedachte. Da war nichts – im Vergleich zu ihm –, was ihm hätte das Wasser reichen können. Mike war einen Kopf kleiner als er selbst, sah eher schmuddelig aus als adrett und was seinen Charakter betraf, so fragte er sich beinahe pausenlos, wie er damit beabsichtigte, jemals eine Frau näher als bis zu seiner Haustür zu locken. Sichtlich entspannt lehnte er sich gegen die Wand neben dem Türrahmen und warf Mike einen amüsierten Blick zu. „Du brauchst mich, glaub mir …“ Er versuchte nicht einmal, seine Abscheu, die Mikes Äußeres in ihm hervorrief, zu verbergen. Das genügte, um Mike ganz auf die Palme zu bringen. Er ließ sich ja vieles gefallen und gewiss wurde er in seinem Leben schon oft hin und her geschubst oder vor den Kopf gestoßen, aber die Geste dieser personifizierten Arroganz brachte einfach das Fass zum Überlaufen. Zornig verengten sich Mikes Augen, und er trat einen weiteren Schritt auf ihn zu, bis er auf Augenhöhe mit ihm war. „Weißt du, wenigstens besitze ich soviel Anstand, dass ich – erstens – anklopfe, wenn ich irgendwo rein will. Zweitens, versuche ich gegenüber demjenigen, von dem ich was will, zuvorkommend zu sein. Und drittens, …“ Mike schnaubte verächtlich und warf dem Widerling einen abwertenden Blick zu. „… stelle ich mich erst mal vor, bevor ich das Leben anderer Leute durcheinander bringe. Ich weiß ja nicht, wo du herkommst, aber von Anstand scheinst du noch nicht wirklich viel gehört zu haben.“ Seine Augen blickten hasserfüllt in die seines Gegenüber. „Ach und übrigens – viertens – was sind das für Klamotten, die du da anhast?“, schnaubte er abwertend. „Die hat man zu einer Zeit getragen, da gab’s noch nicht mal Autos.“ Mit ungläubigem Blick sah der Typ an sich herab. Dann starrte er Mike mürrisch an. „Was gibt’s an meinen Klamotten auszusetzen?“, fragte er und musterte Mike aus schmalen Augen. Angewidert verzog er das Gesicht. „Das was du trägst, würde ich noch nicht mal zur Übernachtung in einer Mülltonne anziehen.“, erwiderte er und grinste ihn herausfordernd an.

Mike hatte Mühe, seine Selbstbeherrschung, die an einem gefährlich dünnen Faden baumelte, aufrecht zu erhalten und nicht auf den Typen loszugehen. Schweigen breitete sich zwischen den beiden aufgebrachten Männern aus. Die Aggression war förmlich mit den Händen zu greifen. Nach einer Ewigkeit des gegenseitigen Anstarrens räusperte sich Goldlöckchen vernehmlich und schenkte Mike einen Blick, in dem er glaubte, so etwas wie eine Entschuldigung zu erkennen. „Nenn mich ... John …“, gab Goldlöckchen ihm schließlich zu verstehen. Mike hüstelte spontan auf und verzog sein Gesicht zu einer abfälligen Grimasse. „Du meinst, so wie John Doe …“ Ein schiefes Grinsen zuckte um seine Mundwinkel. „Goldlöckchen passt eindeutig besser zu dir.“, grunzte er amüsiert. Die Augen des Blonden wurden schmal, seine Lippen pressten sich zu einer dünnen Linie zusammen. Oh-oh, offenbar hatte er soeben einen recht wunden Punkt getroffen. „John …“, wiederholte er mit eisiger Miene. Wegen mir auch Katharina die Große …, ging es Mike gleichgültig durch den Kopf und rollte mit den Augen. Er verbiss sich ein ironisches Grinsen, nickte stattdessen artig und beugte sich mit einem wissenden Blick näher zu John. „Kennst du deinen richtigen Namen nicht oder versuchst du, ihn vor mir zu verbergen? Bilde dir ja nicht ein, dass ich bei irgendwelchen krummen Geschichten mitmache. Ich mag zwar nicht perfekt sein, aber mit der Justiz will ich nichts am Hut haben.“, betonte er und sah dem Kerl, namens John forschend in die Augen. Der erwiderte seinen Blick in stoischer Ruhe, bis er schließlich in schallendes Gelächter ausbrach. „Du gefällst mir … Du hast zwar eindeutig nicht mehr alle Tassen im Schrank, aber du lässt dich nicht unterbuttern, darauf kommt es an.“, erwiderte John anerkennend und nahm Mike damit spontan den Wind aus den Segeln. Eine Weile musterten sie sich gegenseitig wie zwei Raubtiere, die ihre Chancen ausloteten, bis Mike schließlich resigniert die Hände hob und sich auf die helle Couch in seinem geräumigen Apartment fallen ließ. „Also, was schlägst du vor, … John?“, stieß er ironisch aus. Der grinste hämisch. „Du holst dir Helena ... und ich werde dich begleiten.“

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katha

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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Mi Okt 31 2012, 14:56

Danke meine Süße I love you ,
schön mal wieder was zu lesen zu bekommen, auch wenn Helena und Anteros leider nicht wirklich im Fokus sind, aber gut. crying Die anderen müssen wohl auch mal zum Zuge kommen, ... obwohl, warum eigentlich? Ich würde sie nicht wirklich vermissen... Rolling Eyes
Hmmm, ja mein Verdacht, wo ich falsch liege... Ja ne, ich warte ab. Ist ja meine leichteste Übung.Wink
ICH WILL MEEEEEEHR!!!!!!! Embarassed Sorry, konnt mich nicht zurück halten.

LG, Katha

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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"   Mi Okt 31 2012, 17:02

Interessant, och sorry mir fällt leider nur Blödsinn ein, deshalb lös ich das jetzt anders.

Mike ist echt Evil or Very Mad

Der Teil war echt Cool und ich schließe mich Katha an, ich fand es auch schade, dass Helena und Anteros nicht drin vorkamen...aber was wäre ein Märchen ohne böse Hexe

Liebe Grüße
Tastentante Smile
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Fluch der Unsterblichkeit (Part I) "Racheengel"
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