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 Kennt Ihr das? - Was wäre wenn...

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katha

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BeitragThema: Kennt Ihr das? - Was wäre wenn...   Di Aug 28 2012, 23:30

So meine Lieben,
hier mal was ganz anderes. Eigentlich ein Versuch wilde Gedankengänge einzufangen und aufzuschreiben. Ob sie sich euch erschließen bleibt abzuwarten. Aber ich dachte ich schreibe einfach mal drauf los. Ihr werdet es mir hoffentlich (ehrlich) sagen, was ihr davon haltet. Ansonsten hake ich es als Art "Tagebucheintrag" ab. Wink
Alle diejenigen, die mich seit dem Start meiner Schreiberei begleiten, wissen ja, dass ich eher zum Typ Seelendoktor o.ä. zähle. Mir gerne (oft bestimmt auch zuviele) Gedanken mache, und jetzt erlebt ihr einen minimalen Auszug daraus.
****************************

Kennt ihr das?

Eigentlich ist alles gut und trotzdem hängen die Gedanken plötzlich fest. Fest in Fragen nach dem Was wäre wenn...
Fragen nach der Vergangenheit und dem bisherigen Lebensweg, obwohl man ihn sowieso nicht mehr ändern kann. Fragen nach der Zukunft, die man theoretisch selbst in die Hand nehmen kann, oder sogar muss, aber man sich so gefangen fühlt in den Systemen, die einen einbinden.
Man denkt an Menschen, die einem mal begegnet sind, oder von denen man in den Medien gehört hat und denkt, man der oder die hat es richtig gemacht. Und Neid kommt auf. Neid auf ein besonderes Talent, Neid auf ein Umfeld, das einen Weg ermöglicht hat, Neid darauf, dass jemand scheinbar die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Und der Neid ist natürlich verbunden mit leiser Wehmut, was man vielleicht falsch gemacht hat, was man verpasst hat. Und das alles, obwohl man weiß, dass man vielleicht das Talent oder den Mut für den Weg, den ein anderer gegangen ist, nie gehabt hätte. Vermutlich sowieso nicht dort angekommen wäre, wo der andere jetzt steht. Denn schließlich sind wir alle Individuen, eben alle anders, und haben unsere eigene Persönlichkeit, die von unserer Vergangenheit erschaffen, gleichsam unsere Zukunft mit gestaltet. Aber, was wäre wenn...?
Man weiß es ja nicht, denn man hat es ja nicht ausprobiert.

Eigentlich gut darin, das eigene Leben zu analysieren. Zu sehen, was man alles erreicht hat, und dass vieles gut, sogar sehr gut gelaufen ist und man doch auch kaum was von den eigenen Erfahrungen missen will, sind andere Personen so beeindruckend. Nicht einmal weil sie unheimlich erfolgreich sind, sondern weil sie das Gefühl vermitteln, in dem was sie tun aufzugehen, sich selbst treu zu sein.
Obwohl? Weiß man´s? Vielleicht quälen sie sich mit den gleichen Gedanken, hätten gerne ein ganz anderes Leben gewählt und ruhen nur oberflächlich in sich selbst.

Wie kommt das, dass man sich solche Gedanken macht?
Ich habe oft darüber nachgedacht, und neulich habe ich einen Artikel gelesen. Über die Qual der jüngeren Generation, die Qual der Wahl und der (scheinbaren) Machbarkeit. Und ich habe mich sehr darin wiedergefunden.
Die offenbare Freiheit sich für alles und jedes entscheiden zu können. Immer für alles selbst verantwortlich zu sein, denn "wenn jemand wirklich will, dann geht alles."
Wir müssen immer alles schaffen können, immer Prioritäten setzen, zwischen der Vielfalt der Angebote wählen, während wir eben doch nicht ganz so frei sind wie man uns suggeriert, da man in Beziehungen und Systemen lebt, die man selten einfach aufgeben kann und/oder will.
Natürlich kann ich hier alles hinschmeißen, weil ich es plötzlich super finde, Erfahrungen im Ausland zu machen, aber bin ich wirklich völlig frei in meiner Entscheidung?
Gibt es da nicht Freunde, Familie, die Angst vor finanziellen Problemen, die Suche nach Sicherheit. Was ist denn mit einem Angehörigen, der Pflege oder nur Anteilnahme benötigt. Was ist mit der Arbeitsstelle, die man aufs Spiel setzt und dann vielleicht ohne dasteht.

"Aber wenn man nur will kann man alles regeln. Andere haben das ja auch geschafft."
Wie ich solche Sätze hasse, vor allem weil ich sie mir selbst hin und wieder einbläue. Mich immer mal wieder dabei erwische meine Erwartungen an den Fähigkeiten der anderen auszurichten, anstatt meine eigenen Kompetenzen zugrunde zu legen. Mir selbst im Wege stehe, weil ich meine eigenen Ziele eigentlich zu hoch stecke anstatt sie realistisch zu fassen. Und was noch dazu kommt: Anerkennendes Lob ständig in Frage stelle, und meine es immer besser zu wissen.
Aber ansonsten könnte man sich ja auch nicht selbst so herrlich bemitleiden.

So, genug des Philosophierens, des Zweifelns, des Haderns. Meine Zeit für den Müßiggang ist vorbei, der Alltag ruft. Also beende ich meinen gedanklichen Spaziergang, der das Ziel des Durchpustens meines Hirns leider nicht erreicht hat. Ich bin immer noch nicht weiter gekommen in meiner Überlegung des Was wäre wenn...
Aber dann bin ich, immer noch nicht frei von meinen zweiflerischen Gedanken, wieder im Alltag angekommen, stelle mich mehr oder weniger notgedrungen den üblichen Herausforderungen. Erledige meinen Job, rede mit Kollegen oder Familienmitgliedern, kümmere mich um den Haushalt, organisiere den Tag und plötzlich sind da Momente. Momente, die einfach herzerwärmend sind. Momente, in denen ich zufrieden oder sogar stolz bin etwas geschafft zu haben. (und wenn es nur das leckere Abendessen ist) Und plötzlich merke ich, dass die schlechte Laune, die Zweifel, die Fragen nach dem Was wäre wenn... wie weggeblasen sind, denn das hier ist mein ganz eigenes Leben, und ich denke: Eigentlich geht es mir doch richtig gut!

Kennt ihr das?

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Kennt Ihr das? - Was wäre wenn...   Mi Aug 29 2012, 10:31

Meine liebe Katha,

Du hast mich mit deinen Zeilen tatsächlich sehr zum Nachdenken angeregt. Und ich liebe ja solche Gedankenspiele. Muss wohl an meiner Leidenschaft für die Philosophie liegen. Deine Überlegungen sind weder abwegig noch selten. Ich denke, jeder macht sich ähnliche Gedanken in seinem Leben. Mir geht es da auch nicht anders. Ich frage mich auch dauernd, was wäre wenn ... Dann malt man bunte Fantasiebilder, träumt von einer Zukunft, die man realistisch betrachtet, doch nie erreicht, und ehe man es sich versieht, besinnt man sich wieder auf die wirklich wichtigen Dinge. Luftschlösser bauen tut jeder und das ist auch erlaubt. Genauso, wie man anderen etwas neiden darf. Ich erinnere mich in diesen Punkten gern an meine Klassentreffen zurück. Diese Momente sind nahezu perfekt dafür geeignet, sich selbst irgendwo in der Gesellschaft wiederzufinden, die die Menschen prägt, ... sich mit anderen, mit denen man mal einen Teil des Wegs gemeinsam gegangen ist, zu vergleichen. Klar, will man auch mit irgendwas aufwarten, worüber die anderen staunen, worum sie dich beneiden. Und dann hört man sie erzählen und schwärmen und ehe man es sich versieht, sind sie da, die kleinen Zweifel … Hätte ich doch damals nur studiert … Hätte ich mich damals in der Schule doch mehr dahinter geklemmt … Das hättest du auch alles erreichen können ... usw.

Beim meinem ersten Klassentreffen ging es darum, wer hat den besten Job, wer verdient die meiste Kohle, wer hat das höchste Ansehen. Lächerlich, dachte ich mir damals. Ich hab mich still im Hintergrund gehalten und neugierig die begeisterten Berichte der anderen vernommen. Und dann hab ich im Stillen mein Fazit gezogen, dass ich für mich alles richtig gemacht hatte. Sicherlich blieben Neid und Anerkennung von den anderen aus, weil ich ja meine Klappe gehalten habe, aber das war mir auch nicht wichtig. Beim zweiten Mal ging es darum, wer hat den tollsten Job, wer den höchsten Aufstieg hinter sich und wer ist schon verheiratet und hat zwei, drei, vier, fünf Kinder. Auch da hab ich mich zurückgehalten. Und da kam auch zum ersten Mal ein wenig Neid auf, das Gefühl, dass man dem Leben hinterherhinkt, weil man etwas noch nicht erreicht hat, was die Gesellschaft irgendwie von dir erwartet. Ich war nicht verheiratet und hatte keine Kinder, im Gegenteil, ich war frisch getrennt und hatte meiner beruflichen Karriere eine neue Richtung gegeben. Aber damals war ich 26 und ich stellte mir die Frage, muss ich jetzt schon Kinder haben und einen Ehemann. Stattdessen hatte ich eine solide Basis im Beruf, gefestigtes Einkommen – Abstriche, die wiederum andere machen mussten. Die Wege haben sich geteilt, die Ansichten im Leben sich verändert. Beim dritten Treffen dann ging es darum, welche Krisen man hinter sich hatte, dass man schon zum zweiten Mal geschieden war und nun schon seit zwei Jahren auf Jobsuche ist, weil man zu lange mit dem Kopf in den Wolken geschwebt war. Ich für mich sagte da, okay, du bist zwar verheiratet, hast aber immer noch keine Kinder ... Aber will ich das auch wirklich? Bin ich neidisch, weil andere Kinder haben und ich nicht? Nein. Weil ich mich nach einem ausführlichen was wäre wenn ... für einen anderen Weg entschieden habe mit dem glücklich bin. Ich hab gelernt, dass man Einschränkungen im Leben hinnehmen muss, um einen Weg zu finden. Dass man Entscheidungen zu falschen Zeiten trifft oder genau deswegen getroffen hat, weil man einen anderen Weg verfolgte. Tatsache ist doch, dass sich Ansichten und Wünsche mit der Zeit ändern, und man sich dann zwangsläufig fragt „Was wäre gewesen, wenn?“ weil jemand anderes etwas hat, was man glaubt, im Leben versäumt zu haben.

Dieses Streben nach dem Maximum ist es, was unser Leben gern so unstet macht. In manchen Momenten frage ich mich gern, bist du glücklich? Und dann besinne ich mich - getreu dem Motto: Back to the Rules - auf die kleinen Dinge im Leben … und ich sage mir, eigentlich geht’s dir doch gut, so wie es gerade ist. Was sollte ich daran ändern wollen? Gut, ich habe keinen Docktor-Titel für den ich meine Freizeit geopfert habe, ich habe keine eigene Firma, die ich von meinen Eltern geerbt habe, obwohl ich doch eigentlich was ganz anderes machen wollte. Ich habe keine drei Kinder, obwohl mir eines gereicht hätte, weil ich dann hätte meine Ausbildung fertig machen können. Fakt ist doch, dass jeder eine andere Vorstellung vom Leben und seinen Erfolgen hat, ob das aus Sicht eines Dritten nun beneidenswert ist, kommt immer auf die Betrachtungsweise an. Es "geschafft" zu haben, ist immer mit Einschnitten verbunden, die der Neid im ersten Moment verbirgt. Und eine Garantie gibt es für nichts, egal wie leicht oder schwer das Leben einem fällt. Und nur weil es bei jemand anderem auch funktioniert hat ... Niemand garantiert dir, dass die Saat, die du gesetzt hast, Früchte trägt. Und wenn die Niederlage erst da ist, dann fragst du dich wieder ... was wäre gewesen, wenn ich die Finger davon gelassen hätte. Aber gut, Fehler zu machen gehört auch zum Leben.

Am Ende treiben wir alle auf dem gleichen Fluss des Lebens, der eine hat nur ruhigeres Fahrwasser erwischt, während der andere ein stabileres Boot hat und wieder ein anderer kräftigere Arme zum Rudern. Untergehen können wir alle ... die vom Glück gesegneten, die Reichen, die Starken ... Doch die besten Voraussetzungen nützen nichts, wenn du nicht weißt, wie du die Ruder bewegen musst, um voran zu kommen. Wink Jemandem etwas zu neiden, ist glaube ich menschlich. Dennoch sollte man immer vor Augen haben, welchen Preis der Erfolg hatte. Und dann frage ich mich wieder Will ich das? Ist es das wert? Bin ich nicht eigentlich mit dem, was ich habe, zufrieden? Bringt mich die Frage nach dem, was wäre wenn wirklich weiter, wenn man doch am Ende des Philosophierens wieder genau da steht, wo man angefangen hat? Ja, denn es macht Spaß, ab und an mal diese Fragen zu stellen, sein Leben zu analysieren und festzustellen, dass man alles genauso nochmal machen würde. Dass man mit sich selbst im Reinen ist, und mit den sprichwörtlichen beiden Beinen fest im Leben steht. Dass alles gut so ist, wie es ist. Denn es kommt auf die kleinen Dinge im Leben an. Ein gutes Buch und die Zeit, es zu lesen. Familie und das Gefühl zu haben, Teil eines großen Ganzen zu sein. Seinen Gedanken freien Lauf zu lassen ... die Welt bewusst zu sehen und zu genießen … jeden Tag ... Du glaubst gar nicht, wie viele Menschen es gibt, die genau das einem neiden, während sie sich fragen was wäre wenn ...

Die Frage ist doch, bin ich selbst mit dem glücklich was ich bin und wie ich bin. Denn wenn man das ist, braucht man sich die Frage nach dem Was wäre Wenn ... gar nicht zu stellen ...

Berthold Auerbach hat einmal gesagt „Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat, wäre auch nicht mit dem zufrieden, was er haben möchte.“

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ist manchmal der beste Weg,
um zu sich selbst zu finden.“
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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: Kennt Ihr das? - Was wäre wenn...   Mi Aug 29 2012, 19:07

Wenn ich eure beiden Texte lese, steigt mir richtig die Gänsehaut herauf, denn ich fühle mich zum ersten Mal mit meinem was wäre wenn?- Scheiß nicht mehr so einsam.

Man hört zwar oft, den momoton ausgesprochenen Spruch " den anderen geht es doch auch nicht besser", aber glauben? Das ist so eine Sache und schon ist man wieder mitten drin im was wäre wenn...

Was wäre wenn, es den anderen auch nicht besser ginge, wenn sie genauso leiden wie man selbst? Ich frage mich gute 20 Mal am Tag, was wäre wenn, die Vergangenheit nicht so gelaufen wäre, wie sie es ist. Wo wäre ich heute, wenn ich nicht die Schule geschmissen hätte, wenn die Träume nicht wichtiger als die Realität geworden wären. Wäre ich heute anderes, als ich es bin? Doch ist es nicht wichtiger glücklich zu sein, mit dem was man hat, wie es Mini schon geschrieben hat?

Was wäre wenn, man die Zeit anhalten oder gar zurückdrehen könnte? Wäre das nicht schön. Die Fehler aus der Vergangenheit korrigieren und die verlorene Zeit nutzen?

Ein jämmerluches Gedankenspiel ist das was wäre wenn..., denn schließlich vertreibt es nur weitere Zeit die man eigentlich nicht hat, aber was red ich, ihr wisst es doch viel besser als ich.

Was wäre wenn, das Wörtchen wenn nicht wäre, auf jeden Fall wäre das Leben um die Hälfte einfacher.


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katha

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BeitragThema: Re: Kennt Ihr das? - Was wäre wenn...   Mi Aug 29 2012, 20:14

Liebe Mini,

Wow, was für eine "Antwort".
Die meine Gedanken aufgreift und in klarerer Struktur ergänzt und weiterführt, und in der Länge fast übertrifft Smile .

Sie zeugt davon, dass dir diese Gedanken tatsächlich nicht fremd sind.
Ich finde, aus deinen Worten kann man lesen, dass auch du zu den Menschen gehörst, die eigentlich in sich ruhen, wissen worauf es ankommt und was sie im Leben bereits gefunden habe und das freut mich sehr zu hören. Wink Denn das ist es was ich Menschen wünsche die ich mag. Smile
Und gleichsam beruhigt es mich, dass eben auch diese Menschen diese Gedankenspiele spielen. Rolling Eyes

LG von Katha


Liebe Tastentante,

schön, dass ich auch dich ansprechen konnte mit meinen Gedanken. Wink
Ich bin da hin und her gerissen, wie ich dieses Gedankenspiel betrachte. Manchmal nervt es mich tatsächlich sehr und dann trifft der Begriff des "Jämmerlichen Gedankenspiels" durchaus zu, aber dann komme ich Gott sei Dank auch immer wieder an den Punkt, an dem ich feststelle, dass die Fragen unsinnig sind, da ich doch sehr zufrieden mit dem Hier und Jetzt bin. Also vielleicht braucht man solche Gedanken, nicht nur um sich selbst zu bemitleiden, sondern vor allem auch um die eigene Realität zu erkennen und anzunehmen.

Auch an dich liebe Grüße
Katha


Auf jedenfall sehe ich mein Experiment, solche Dinge, die mir durch den Kopf strolchen einfach mal aufzuschreiben, als gelungen an. Denn es macht doch Spaß mal die Meinung von anderen zu hören/lesen. Smile
Allerdings muss ich gestehen, dass ich sehr mit mir gehadert habe, wie ich was schreibe, da es ja um sehr persönliche Gedanken geht.
Ich habe versucht mich recht allgemein zu fassen, was dem Ganzen vielleicht ein wenig Prägnanz genommen hat, aber da hier schließlich jeder rein schauen kann, und nicht nur die wenigen, mit denen es mit Sicherheit Spaß machen würde weiter in die Tiefe zu gehen, wollte ich auch nicht mein ganzes Leben offenbaren.
(Auch wenn ich hier lediglich die katha bin, was ja ein Nickname ist. Wink )

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BeitragThema: Re: Kennt Ihr das? - Was wäre wenn...   Do Aug 30 2012, 08:00

Liebe Katha,

danke dir für deinen lieben Kommi. Als ich deine Zeilen gelesen hatte, sprudelte es einfach aus mir heraus. Ich glaube, es ist wichtig, dass man sich ab und an mal solch - zeitraubende - Fragen stellt. Wie du schon geschrieben hast, sollen sie primär nicht trösten oder bemitleiden, sondern das eigene Weltbild ein wenig geraderücken, während man in sich selbst geht und sich sagt "Im Grunde geht es mir doch richtig gut.". Ich finde, dass wir das im steten Fluss der Zeit viel zu selten erkennen. Ab und an ist es mal notwendig, innezuhalten, einfach Stop zu sagen und sich mal wieder auf das Wesentliche zu besinnen.

Davon mal abgesehen, was bringt es uns, wenn wir uns fragen, was anders gelaufen wäre, wenn gewissen Stellschrauben in unserer Vergangenheit anders gedreht worden wären? Fehler und falsche Entscheidungen gehören zum Leben, wir lernen daraus. Die Kunst liegt darin, das Positive aus den Fehlern und Entscheidungen zu ziehen, anstatt alles nur negativ zu sehen und sich in seinem "Elend" zu suhlen, während man mit einem neidischen Blick auf andere schaut. Leider haben wir keine Zeitmaschine, womit wir vermeintliche Fehler in der Vergangenheit rückgängig machen könnten. Das Entscheidende ist doch, was du daraus machst. Davon mal abgesehen, ist es auch nicht sicher, ob ein anderer Weg uns zu glücklicheren Menschen gemacht hätte.

Von mir aus kannst du solche Gedankenspiele öfter betreiben. Mit mir hättest du sicher einen eifrigen Gesprächspartner Wink

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Kennt Ihr das? - Was wäre wenn...   Do Aug 30 2012, 23:25

Hallo ihr Lieben,
gestern ist mein Blick auf einem Buch in meinem Regal hängen geblieben und ich habe es mal wieder zur Hand genommen und darin gelesen.
Und da bin ich auf folgendes gestoßen.

"Habe ich dir von der Spannung zwischen den Gegensätzen erzählt?" fragt er.
"Der Spannung zwischen den Gegensätzen?"
"Das Leben ist eine Serie von Schritten nach vorne und wieder zurück. Du möchtest eine Sache tun. Etwas verletzt dich, und zugleich weißt du, dass es das eigentlich nicht tun sollte. Du betrachtest bestimmte Dinge als selbstverständlich, obwohl du weißt, dass du niemals etwas als selbstverständlich betrachten solltest.
Eine Spannung zwischen Gegensätzen, als zögest du an einem Gummiband. Und die meisten von uns leben irgendwo in der Mitte."
"Klingt sehr nach einem Ringkampf", sage ich.
"Ein Ringkampf." Er lacht. "Ja, so könntest du das Leben beschreiben."
"Und welche Seite gewinnt?" frage ich.
"Welche Seite gewinnt?"
Er lächelt mich an - die in Fältchen eingebetteten Augen, die schiefen Zähne.
"Die Liebe gewinnt. Die Liebe gewinnt immer."


Ich finde diese Worte einen sehr treffenden Abschluss (oder auch eine weitere Diskussionsgrundlage) dieses Themas. Wink

Mini, du erkennst vielleicht woher sie kommen, denn du hast mal geschrieben, dass das Buch, dem diese Zeilen entnommen sind, eines deiner Lieblingsbücher ist.

Zitat entnommen: Albom, Mitch: "Dienstags bei Morrie, Die Lehre eines Lebens", (Taschenbuchausgabe S.53)

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Kennt Ihr das? - Was wäre wenn...   Fr Aug 31 2012, 07:57

Ja, meine liebe Katha Very Happy

Ich habe schon überlegt, woher mir das Zitat so bekannt vorkommt. Aber jetzt, wo du es sagst. Ich sollte das Buch wirklich mal wieder lesen, es ist einfach traumhaft.

In diesem Zusammenhang auch mal eine Frage an dich. Hast du den Film "Das Glücksprinzip" mal gesehen. Ich glaube, der könnte dir auch wahnsinnig gut gefallen. In dem Film geht es um einen Jungen, der in der Schule eine Projektaufgabe bekommt, in dem es darum geht, sich Gedanken zu machen, wie man am einfachsten die Welt besser machen kann. Er entwickelt die Theorie, dass wenn ein Mensch drei anderen in einer Notlage hilft, und diese wiederum drei anderen helfen, die Welt doch innerhalb kürzester Zeit ein gutes Stück besser werden müsste.

Ein wirklich interessanter Film. Wink

Ein ebenfalls interessantes Buch (ich hab es vor Jahre mal regelrecht verschlungen) ist "Das Café der toten Philospohen" von Nora K. und Vittorio Hösle

Quelle: amazon.de http://www.amazon.de/toten-Philosophen-philosophischer-Briefwechsel-Kinder/dp/3406429173/ref=sr_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1346392260&sr=1-3

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