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 Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht

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Flyingrose

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BeitragThema: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Sa Sep 22 2012, 22:25

Ich habe mich spontan dazu entschlossen, einmal eine ganz andere Fanfiktion zu schreiben. Oder zumindest werde ich mich mal daran versuchen, denn sie ist schon etwas anders als meine bisherigen über die Serie "Anna und die Liebe". Diese hier wird eine über die Serie "Türkisch für Anfänger". Ich werde mich bemühen, die einzelnen Charaktere möglichst wie in der Serie typisch rüber zu bringen. Ob mir das einigermaßen gelingen wird, wird sich dann zeigen. Ich hoffe, Ihr habt ein wenig Nachsicht mit mir, falls es nicht so ganz funktionieren sollte. Ich persönlich finde es auch etwas schwieriger diese Szenen so humorvoll und emotional nieder zu schreiben wie sie auch im TV zu sehen waren. Wer die Serie kennt und mag, weiß bestimmt was ich meine. Ich werde mich in der Geschichte teilweise an der Serie orientieren, aber natürlich auch eigene Ideen und Erlebnisse mit einbauen und einige Dinge anders schreiben als sie dort passiert sind. Na gut, genug mit dem Gequassel. Die ersten Teile werde ich hier gleich im Anschluss schon mal posten und würde mich über den einen oder anderen Kommi natürlich freuen. Für Tipps bin ich ebenfalls dankbar, denn dadurch kann man sich ja nur verbessern. Vielleicht werde ich bei Gelegenheit auch meine "AudL"-Fanfiktions hier dann noch reinsetzen.
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Flyingrose

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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Sa Sep 22 2012, 22:31

Kurze Einleitung: Meine Geschichte beginnt etwa ein halbes Jahr nach Ende der zweiten Staffel. Cem ist noch mit Ulla zusammen. Axel ist nach der Hochzeit von Doris und Metin in Deutschland geblieben um Lena als guter Freund zur Seite zu stehen. Für Lena ist es die Hölle Cem und Ulla ständig zusammen zu sehen. Sie liebt ihn immer noch. Doch sie verdrängt ihre Gefühle für ihn und konzentriert sich voll und ganz auf ihr Abitur. Sie und Cem gehen sich aus dem Weg und reden nur das Nötigste miteinander. Yagmur und Costa sind zusammen. Als kleine Erläuterung möchte ich noch hinzufügen, dass ich die Gedanken von Lena in Kursiv setzen werde und die von Cem unterstrichen.

Kapitel 1

Verschlafen räkelte sich Lena und kletterte langsam und etwas widerwillig aus dem warmen Bett. Ihre nackten Füße berührten den kalten Boden und sie wäre am liebsten wieder zurück unter die Decke gekrabbelt. Scheiß Wecker. Kann ich die Schule heute nicht einfach mal ausfallen lassen? Sie stand auf und ging zum Fenster rüber. Der Himmel war wolkenverhangen und es regnete wie aus Eimern. Lenas Mundwinkel sanken noch weiter nach unten als sie es ohnehin schon waren. Na super, der Tag fängt ja gut an. Und wieso ist das überhaupt so kalt hier? Ich will zurück in mein Bett. Sie schlang die Arme um ihren Körper und schüttelte sich dann kurz. Als ihr Blick auf Yagmurs Bett fiel, stellte sie fest, dass es leer war. Bestimmt ist sie schon wieder beten. Lena griff sich schnell ein paar warme Klamotten aus dem Kleiderschrank und eilte ins Badezimmer. Sie brauchte jetzt definitiv erst mal eine heiße Dusche. Als die Tür hinter ihr ins Schloss fiel stellte sie das Wasser an, zog sich in Windeseile aus und warf ihren Pyjama dabei achtlos auf den Fußboden. Mit geschlossenen Augen stand sie unter der Brause und ließ das warme Wasser auf ihren Körper prasseln. Ja, das tut gut und wärmt wenigstens ein bisschen. Sie zog die Augenbrauen hoch als sie das Geräusch der sich öffnenden Tür wahrnahm. Klasse, hat man denn hier in diesem Irrenhaus nie seine Ruhe? Cem blickte auf die Wäsche die quer über den Fußboden verteilt war und nahm dann auch den Wasserstrahl der aus der Badewanne kam zur Kenntnis. Alter, hat man denn hier nicht mal auf dem Klo seine Ruhe? Lena war genervt von der Störung. Sie wollte doch einfach nur in Ruhe duschen. Sie schob den Duschvorhang etwas beiseite und lugte vorsichtig mit dem Kopf hervor um zu sehen wer der Unruhestifter war der ihr den Morgen verdarb. Ja, ne, ist klar. Mir bleibt aber auch gar nichts erspart. „Schon mal was von Anklopfen gehört?“ Cem blickte sie mit großen Augen an. Alter, was kackt die mich denn schon wieder so von der Seite an? „Boah, krieg‘ Dich wieder ein. Das Bad gehört Dir nicht allein.“ Lena stellte genervt das Wasser ab und angelte sich ein Handtuch um sich damit einzuhüllen. Sie hatte keinen Bock sich hier doof anmachen zu lassen von Cem. Cem putzte sich unterdessen unbeirrt die Zähne und blinzelte immer wieder aus den Augenwinkeln zu Lena rüber. Man, hat die nen geilen Body. Nun reiß‘ Dich aber mal zusammen, Alter und glotz ihr nicht ständig auf die Titten. Ist ja peinlich. Außerdem hast Du Ulla. Lena bemerkte seine Blicke und keifte ihn an. „Was gibt’s denn da zu glotzen? Und jetzt raus, ich will mich anziehen.“ Mhm, wie der mich wieder anschaut mit seinen großen, braunen Augen. Und dann dieser Blick. Lena Schneider, Schluss jetzt mit solchen Gedanken. Er ist mit Ulla zusammen und Du bist über ihn weg. Cem schüttelte nur mit dem Kopf. „Kack‘ mich nicht von der Seite an. Tussi.“ Während er das Bad verließ schmiss ihm Lena noch ein Handtuch hinterher. „Prolet.“ Mensch, jetzt reiß‘ Dich aber mal am Riemen. So toll ist er nun auch wieder nicht. Hastig zog sie sich ihre Klamotten an und putzte sich die Zähne. Cem blieb‘ einen kurzen Moment vor der Tür stehen bevor er nach unten zum Frühstücken ging. Die sieht voll gut aus, ey. Ach, egal, jetzt erst mal was futtern gehen.
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Flyingrose

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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Sa Sep 22 2012, 22:40

Kapitel 2

Als Lena den Flur betrat, hörte sie schon von unten reges Gequatsche und Gelächter Ihrer Familie. Lustlos stapfte sie die Treppe hinab und betrat das Wohnzimmer wo schon alle beisammen saßen und es sich schmecken ließen. Wie kann man nur so gute Laune am frühen Morgen haben? Das ist ja abartig. Die haben anscheinend noch gar nicht registriert was draußen für ein Mistwetter ist. Als Doris ihre Tochter sah fuchtelte sie aufgeregt mit den Händen und deutete ihr, dass sie doch Platz nehmen sollte. „Guten Morgen, Gurke. Na, gut geschlafen?“ Meine Güte, hoffentlich ist diese Euphorie nicht ansteckend. Sie schlürfte genervt zu den anderen und ließ sich auf ihren Stuhl gegenüber von Cem plumpsen. „Morgen. Was’n hier los? Habt Ihr alle ‚nen Schalk gefrühstückt oder was?“ Yagmur schenkte ihr eine Tasse Kaffee ein und Lena griff nach einem Brötchen aus dem Körbchen welches vor ihr auf dem Tisch stand. Dann blickte sie kurz zu Yagmur rüber und lächelte kurz. „Danke.“ Yagmur strahlte sie gutgelaunt an. „Gerne, Lena. Lass‘ es Dir schmecken.“ Dann widmete sie sich wieder ihrem Brötchen ohne auf eine Antwort ihrer sarkastischen Bemerkung zu warten. Cem musste unwillkürlich über ihre Bemerkung lachen. Der war echt gut, Lena. Ist ja nicht auszuhalten diese gute Laune. Lena funkelte ihn mit einem bösen Blick an und augenblicklich verstummte sein Lachen. „Denk‘ Dir gefälligst selbst ‚nen lustigen Spruch aus über den Du dann lachen kannst.“ Alter, das kann doch echt nicht wahr sein. Diese eingebildete Kuh. „Ach, halt doch die Fresse, Zicke.“ Lena schnaufte erbost und funkelte ihn immer noch giftig an. Was bildet dieser arrogante Penner sich eigentlich ein? Der fühlt sich wohl ganz toll. „Selber Klappe, Du Macho.“ Für einige Sekunden tauschten die beiden über den Tisch hinweg böse Blicke aus. Dann platzte Metin der Kragen und er schlug mit der Faust auf den Tisch, sodass der Kaffee beinahe aus den Tassen schwappte. „Kann man hier auch einmal in Ruhe essen ohne irgendwelche kindischen Streitereien?!“ Alle zuckten erschrocken zusammen und starrten Metin mit großen Augen an. Dem tat sein Ausraster auch direkt schon wieder leid. „Entschuldige, Hasi 2.“ Doris‘ Lippen bildeten sich zu einem kleinen Lächeln. „Schon okay, Hasi 1. Du hast ja Recht. Ihr führt Euch wirklich manchmal auf wie pubertierende Zwölfjährige.“ Lena verdrehte genervt die Augen und schob sich noch schnell den letzten Rest ihres Brötchens in den Mund. Sie wollte so schnell wie möglich hier weg bevor gleich wieder eine von Doris‘ Weisheiten zur Aggressionsbewältigung zur Sprache kamen. Darauf hatte sie nun wirklich keinen Bock. Und auch Cem schien der Appetit vergangen zu sein. Er stand auf um sich auf den Weg zur Schule zu machen. Doch Doris hielt ihn bestimmt zurück. „Hier geblieben und hinsetzen. Metin und ich haben Euch etwas mitzuteilen.“ Cem wollte erst noch Widerworte geben, doch er entschied sich dafür, doch lieber wieder Platz zu nehmen um weiteren Diskussionen aus dem Weg zu gehen.

Die spinnt doch. Auf was für eine beschissene Idee die wohl jetzt wieder gekommen sind. Lena verschränkte trotzig die Arme vor der Brust. Sie ahnte nichts Gutes. Das letzte Mal als die beiden ihnen etwas Wichtiges mitteilen wollten, kamen sie auf die glorreiche Idee zusammen zu ziehen. Na toll, was haben die sich jetzt wieder für einen Blödsinn einfallen lassen. Schlimmer kann’s doch nicht mehr kommen. Doch da sollte Lena sich wohl getäuscht haben. Metin und Doris strahlten sich glücklich an bevor sie die Überraschung stolz verkündeten. „Also, Hasi 1 und ich haben eine ganz tolle Überraschung für Euch alle.“ Metin grinste aufgeregt in die Runde. Yagmur lächelte gespannt und konnte es kaum erwarten, dass sie ihnen davon erzählten. „Doris, Baba, was für eine Überraschung ist es denn? Spannt uns doch nicht so auf die Folter.“ Cem rollte genervt mit den Augen und konnte sich gerade noch bremsen seiner Schwester einen fiesen Spruch an den Kopf zu werfen. Metin ergriff das Wort. „Und zwar haben Hasi 2 und ich uns überlegt, dass wir alle zusammen mal Urlaub machen sollten.“ Lena und Cem rissen die Augen auf während Yagmur übers ganze Gesicht strahlte. Noch bevor irgendjemand etwas sagen konnte, übernahm Doris quietschend das Wort. „Ja, wir fliegen alle gemeinsam nach Thailand. Sonne, Strand, Erholung. Ist das nicht toll?“ Ey, haben die hier alle was geraucht? Ich fliege doch nicht mit denen in den Urlaub. Da kann ich Lena ja gar nicht aus dem Weg gehen. Chief, Alter, komm‘ mal klar. Was denkst Du denn schon wieder an die? Sind die denn jetzt vollkommen durchgeknallt? Ich mache doch nicht mit Cem, äh, ich meine, mit denen gemeinsam Urlaub. Wo bleibt denn da bitteschön die Erholung? Never. Und schon wurden Lena und Cem abrupt von Yagmur aus ihren Gedanken gerissen die freudig aufschrie und sich dann erschrocken die Hände vor den Mund hielt. „Baba, Doris, wie toll ist das denn?! Das ist ja eine super Idee! Ich freu‘ mich riesig.“ Metin und Doris grinsten freudestrahlend in die Gesichter ihrer Kinder. Lena und Cem konnten jedoch ihre Freude ganz und gar nicht teilen. Sie saßen da mit ernster Miene und schauten ihre Eltern ungläubig an. „Ne, Du, sorry, aber da fahrt mal schön alleine hin. Mir ist nicht nach Urlaub, außerdem habe ich hier noch genug für mein Abi zu tun.“ Fast gleichzeitig ergriff auch Cem das Wort. „Ey, sorry, aber da habe ich echt keinen Bock drauf. Aber Euch viel Spaß.“ Lena und Cem tauschten einen kurzen überraschten Blick aus. Super, warum will der denn jetzt nicht mit. Dann hätte ich ja doch fahren können. Ne, die Blöße gebe ich ihm jetzt nicht. Die macht mich noch wahnsinnig. Ich will doch nicht mit der meinen Urlaub hier alleine zu Hause verbringen. Plötzlich wurde auch Yagmur ganz still. „Und was ist mit Costa?“ Doris und Metin blickten sich kurz an und lächelten dann gutgelaunt. Damit hatten sie schon gerechnet, dass die Yagmur ihren Costa nicht alleine hier zurück lassen wollte. „Costa kann natürlich gerne mitkommen. Und Ulla und Axel sind auch herzlich eingeladen.“ Alter, das wird ja immer bekloppter. Mit Ulla in den Urlaub? Ne, danke. Warum eigentlich nicht? Sie ist Deine Freundin, Chief. Und dann noch dieser Spasti. Dann muss ich den auch noch ertragen. Lena kamen ähnliche Gedanken in den Sinn. No way! Ulla-Trulla und Cem knutschend am Strand. Nein, danke. Definitiv NEIN! Das muss ich mir echt nicht geben. Aaaah, Lena, die können Dir doch scheißegal sein, verdammt! Trotzdem, nein! Und mit Axel Urlaub machen? Ebenfalls NEIN! Lena und Cem standen auf und gingen Richtung Tür. Doris und Metin ließen sich ihre gute Laune nicht vermiesen. „Gurke, kleiner Mann!? Und was ist jetzt? Wollt Ihr Ulla und Axel mitnehmen?“ Sie blieben wie angewurzelt stehen und drehten sich zu ihrer Familie um und antworten beide gleichzeitig wie aus der Pistole geschossen. „NEIN!“ „Wow, die Kinder sind sich mal einig. Gut, wenn ihr nicht wollt, bleibt ihr eben beide hier und hütet das Haus. Vielleicht bekommt ihr dann ja auch mal endlich Eure Aggressionen in den Griff.“
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Sa Sep 22 2012, 22:44

Kapitel 3

Nun platzte Lena aber endgültig der Kragen. Sie hatte echt keinen Bock mehr auf dieses ständige Aggressions-Gelaber von Doris. Das nervte einfach nur. Ihr Verhalten hatte damit absolut überhaupt rein gar nichts zu tun. Oh man, jetzt geht der Mist wieder los. Wann kapiert die endlich mal, dass mein Verhalten Cem gegenüber nichts mit Aggressionen zu tun hat!? NIE! Aber Moment Mal, Cem hatte es eben strikt abgelehnt mit Ulla gemeinsam in den Urlaub zu fahren. Wieso??? Der sollte sich doch eigentlich freuen mit seiner Trulla ein paar schöne Tage in Thailand verbringen zu können. Wieso lehnt der Idiot das ab? Man, jetzt denkst Du ja schon wieder an diesen prolligen Türken. Kacke, wie mir diese Desperate Housewife immer mit dieser Scheiss-Therapeuten-Nummer auf die Eier geht. Vielleicht sollte die sich selbst mal therapieren lassen. Die hat sie doch nicht mehr alle. Lena stemmte beide Hände in die Hüften. Diese Diskussion war noch nicht beendet. „Mensch, Doris, nun hör‘ doch endlich mal mit diesem ständigen Aggressions-Gelaber auf. Das kann man ja nicht mehr ertragen. Gehen Dir die Patienten aus, dass Du uns ständig mit diesem Psycho-Scheiß auf die Nerven gehen musst? Wir sind… ich bin nicht aggressiv. Man, kapier das doch mal endlich. Ich möchte nicht nach Thailand fliegen.“ Doris und Metin blickten sich erstaunt an. Das war ja wohl deutlich genug. Oder war ich jetzt etwas zu hart? Nein, sie muss es endlich mal kapieren, dass ich kein Kind mehr bin und selbst Entscheidungen treffen kann. Auch Cem war überrascht von Lenas klaren Worten und blickte sie liebevoll und dankbar an. Lena spürte seinen Blick und erwiderte ihn flüchtig. Für einen kurzen Moment lang war da wieder diese Wärme die ihre Körper durchfuhr. So einen magischen Moment hatten sie schon lange nicht mehr. Vor allem waren das wohl heute die längsten Sätze die sie seit mindestens einem halben Jahr miteinander gewechselt hatten. Wow, dieses Kribbeln im Bauch, diese wohlige Wärme die sich in mir ausbreitet. Und wie er mich mit seinen schönen braunen Augen so süß und absolut lieb anguckt. Wie ich diesen Blick von ihm vermisst habe. Oh, mein Cemi, ich bekomme ganz weiche Knie. Lena, vergiss‘ ihn endlich. Nur weil er einmal wieder nett zu Dir ist, musst Du ihm nicht gleich wieder verfallen. Voll krass, wie sie mich so süß anschaut. Das hat sie früher auch öfters gemacht. Und wie sie heute wieder duftet. Alter, habe ich sie vermisst. Boah, komm‘ mal wieder klar, Chief. Du kannst hier doch nicht dastehen wie ein Weichei. Außerdem hat sie Dir derbe weh getan und mit Deinen Gefühlen gespielt. Und überhaupt, Du hast doch Ulla. Als fühlten sich Lena und Cem bei ihren Gedanken ertappt, wandten sie rasch ihre Blicke wieder voneinander ab und wurden barsch in die Gegenwart zurückgeholt. „So, das reicht. Nicht in diesem Ton, Fräulein. So sprichst Du nicht mit Deiner Mutter. Das wird noch ein Nachspiel haben. Der Urlaub ist für Euch gestrichen. Und jetzt ab zur Schule, damit Ihr nicht schon wieder zu spät kommt.“ Nun konnte sich auch Cem eine kleine Bemerkung nicht mehr verkneifen. „Man, Doris, kapierst Du es nicht?! Wir WOLLEN gar nicht mit in nach Thailand. Jetzt gerafft? Und Lena hat Recht. Dein Psycho-Gelaber geht echt gar nicht.“ Metin war außer sich vor Wut über die Reaktion der beiden und brüllte ihnen wütend hinterher. „Ich verbitte mir diesen Umgangston unter unserem Dach. Wir werden uns später über die Konsequenzen unterhalten.“ Zum ersten Mal seit langem fühlten sich Lena und Cem für einen ganz winzigen Moment lang wieder als eine Einheit auch wenn sie das nie dem anderen gegenüber zugegeben hätten. Trotzdem schauten sie sich kurz an als sie das Haus verließen und flüsterten beide kaum hörbar gleichzeitig: „Danke.“
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   So Sep 23 2012, 15:23

Kapitel 4

In der Schule angekommen, wurde Cem schon von Ulla erwartet. Sie gab ihm lächelnd einen Kuss auf den Mund. Cem drückte sie kurz an sich und löste sich dann wieder aus ihrer Umarmung. „Guten Morgen, mein Schatz. Hast Du gut geschlafen? Du siehst irgendwie ein bisschen fertig aus. Geht’s meinem kleinen Cemi nicht gut? Du siehst bedrückt aus.“ Sie streichelte ihm sanft über die Wange und blickte ihn mit großen Augen fragend an. Ich soll fertig aussehen? Wie kommt sie denn darauf? Man, wo treibt sich denn Costa schon wieder rum? Cem schaute Ulla kurz in die Augen. Auf ihren Lippen breitete sich ein Lächeln aus. Dann ließ er seinen Blick wieder über den Schulhof gleiten. „Morgen Ulli, ja, alles bestens. Mir geht’s gut.“ Ulla folgte seinem Blick und war etwas irritiert über sein Verhalten. „Suchst Du irgendwen? Du scannst ja praktisch den ganzen Schulhof ab mit den Blicken.“ Cem blickte etwas irritiert zur ihr rüber. „Hast Du Costa zufällig heute schon gesehen? Ich hab‘ was dringendes mit dem zu bereden.“ Ulla schüttelte verneinend den Kopf. Dann grinste sie wieder, trat vor Cem und umfasste seine Hände. „Nö. Gibt es eigentlich etwas, dass Du mit mir besprechen wolltest? Hast Du vielleicht so eine kleine Überraschung für mich, Cemi?“ Cem starrte sie ungläubig mit großen Augen an. Häh, was ist los? Dreht die jetzt auch noch am Rad? Was hat’n die für ‚ne bombige Laune, ey? „Häh? Was denn für ‚ne Überraschung? Wovon redest Du?“ Ulla wippte nervös mit den Füßen auf und ab. Sie war doch immer so ungeduldig und wollte nicht auf die Folter gespannt werden. „Ach, Schatz, Du bist ja süß.“ Cem war immer noch irritiert. Was faselt die denn da von wegen süß und so was? „Ähm, wovon redest Du denn überhaupt, Ulli?“ Sie sprang ihm freudig um den Hals und küsste ihn stürmisch. „Na, von unserem gemeinsamen Urlaub, Du kleines Dummerchen. Wann wolltest Du mir denn davon erzählen?“ Jetzt war Cem völlig perplex. Urlaub? Mit Ulla? Wieso? Wie kommt die denn überhaupt darauf? Verdammt, wo bleibt denn Costa überhaupt? Immer wenn man den mal dringend braucht, ist der nicht da. Cem zwang sich zu einem kurzen Lachen, was aber sehr gespielt aufgesetzt und ahnungslos wirkte. Er mied Ullas Blick. „Ey, Ulla, ich weiß echt nicht wovon Du da laberst. Wir fahren nicht in Urlaub.“ Mit einem Mal war jegliche Fröhlichkeit aus ihrem Gesicht gewichen. Sie blickte Cem enttäuscht und traurig in die Augen. Oh man, nun guck‘ mich doch nicht so an. Das kann ich gar nicht ab. „Doris hat mir angeboten Eure Familie nach Thailand zu begleiten. Ich habe mich doch schon so darauf gefreut. Fahren wir nun doch nicht?“

Alter, voll krass. Die Labertante kann doch nicht einfach Ulla einladen ohne mich zu fragen. Geht ja wohl mal so gar nicht. „Ich hab‘ voll keinen Bock auf Urlaub und dieses Familiendings und so. Wir haben Doris schon gesagt, dass wir zu Hause bleiben.“ Ulla wurde hellhörig. „Wir? Wer ist wir? Wer hat denn noch keine Lust auf Urlaub in Thailand?“ Cem, der immer noch nach seinem Kumpel Ausschau hielt, war kurz angebunden da er einfach keine Lust mehr auf das Gespräch hatte. „Ach man, nerv‘ nicht rum, Ulla. Lena hat auch keinen Bock auf Urlaub mit der durchgedrehten Familie.“ Ulla war ganz und gar nicht wohl bei dem Gedanken, dass Lena und Cem alleine zu Hause waren. Sie bekam regelrecht Bauchschmerzen wenn sie nur daran dachte. Wie konnte er ihr das nur antun? „So, so, Lena bleibt auch hier. Und dann seid Ihr zwei ganz alleine im Haus?“ Will die jetzt noch länger nerven? Zwischen mir und Lena ist nix. Wann kapiert die das denn endlich mal? „Hallo? Geht’s noch? Zwischen Lena und mir läuft nix. Wie oft soll ich Dir das denn noch sagen? Rein gar nix ist da.“ Doch das konnte Ulla irgendwie nicht so ganz glauben. Sie hatte Cem und auch Lena schon längere Zeit ganz genau beobachtet. Und sie hat das ungute Gefühl, dass da von beiden Seiten aus wieder „Schwingungen“ vorhanden sind die zu mehr führen könnten. „Cem, ich bin vielleicht nur eine kleine Pfarrerstochter, aber blöd bin ich nicht. Ich sehe doch, dass Du sie immer so anschaust und ihre Nähe suchst. Die verstohlenen Blicke die Ihr Euch manchmal zuwerft und die ständigen Zankereien zwischen Euch. Du bist immer häufiger mit Deinen Gedanken bei ihr. Das ist doch wohl ziemlich offensichtlich, dass ihr noch Gefühle füreinander habt. Wie sagt man so schön, was sich neckt, das liebt sich“ Jetzt war es Cem, der gerade gar nichts mehr verstand. Eben noch ging es um den Urlaub und nun auf einmal um ihn und Lena. Was fängt die denn jetzt wieder mit Lena an? Das ist doch Schnee von gestern. Sie will doch gar nichts mehr von mir. Wir reden doch so gut wie gar nicht mehr miteinander, außer vorhin. Und dann gibt’s doch eh immer nur Streit. Lena soll mich noch mögen? Quatsch, das ist doch Schwachsinn. Da würde sie ja eher nochmal mit diesem Spasti zusammen kommen als mit mir. Cem wollte sich endlich dieser sinnlosen Diskussion entziehen und versuchte fieberhaft Ulla abzuwimmeln. „Das ist vollkommener Blödsinn. Lena hat keine Gefühle mehr für mich und überhaupt. Alles totaler Schwachsinn.“ Ulla wandte sich gekränkt von ihm ab. Zum ersten Mal in ihrer Beziehung konnte sie Cem einfach nicht glauben. Sie hatte Tränen in den Augen. „Cem, ich habe Augen im Kopf und weiß was zwischen Euch war. Wenn Du weißt was Du willst, kannst Du Dich ja wieder bei mir melden. Mach’s gut.“ Cem verstand jetzt überhaupt nichts mehr. Krass, die geht einfach. Die haut einfach ab und lässt den Chief hier stehen. Die hat sie doch nicht mehr alle. Aber ich lauf‘ der nicht hinterher. „Ulla, Du spinnst doch. Dann hau‘ doch ab und komm‘ bloß nie wieder bei mir angekrochen.“
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Flyingrose

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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   So Sep 23 2012, 16:50

Kapitel 5

Währenddessen schlürfte Lena lustlos auf ihr Pult zu, ließ ihre Tasche auf den Boden gleiten und setzte sich auf den Stuhl. Ihr Gesichtsausdruck wirkte äußerst genervt und angespannt. Sie streifte sich ihre Jacke ab und beförderte sie über die Stuhllehne. Dann bückte sie sich, kramte die Unterlagen aus der Tasche und warf sie achtlos auf den Tisch, sodass es klatschte. Erst jetzt realisierte sie Axel der bereits die ganze Zeit neben ihr saß und sie amüsiert beobachtete. Er konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Inzwischen kannte er Lena schließlich schon gut genug um zu bemerken, dass sie gerade eine ziemlich miese Laune an den Tag legte. „Guten Morgen. Mistwetter heute, stimmt’s?“ Lena warf ihm einen bösen Blick zu. Wieso haben heute eigentlich alle so eine verdammt gute Laune? Es schüttet wie aus Eimern und gleich haben wir auch noch Mathe. Kotz. Ein Glück sind bald Sommerferien und ich muss den Laden hier nicht sehen. Obwohl, dann sehe ich Cem jeden Tag. Aaaaargh, und schon wieder denkste an den. Lena, der will nichts mehr von Dir! Der Zug ist abgefahren! Schlag‘ ihn Dir endlich aus dem Kopf! „Morgen, Axel. Sag‘ nicht, Du wurdest auch von der guten Laune meiner Family angesteckt?“ Uups, da schien es wohl wieder Stress im Hause Schneider-Öztürk gegeben zu haben. „Was bist Du denn so angefressen, Lena? Gab’s wieder Stress bei Euch zu Hause?“ Er hat’s auf den Punkt genau getroffen. Sie drehte sich zu ihm um und begann zu erzählen. „Doris und Metin sind mal wieder eine suuuuuper tolle Idee gekommen die sie uns heute Morgen stolz verkündet haben.“ Axel wurde hellhörig. Was konnte das denn sein? Er wusste, dass Lena manchmal ein ziemlicher Morgenmuffel sein konnte. „Und was ist es?“ Lena begann sich schon wieder aufzuregen und wurde ein bisschen lauter. „Man, die wollen mit der ganzen Familie Urlaub machen. In Thailand. Das hat mir gerade noch gefehlt.“ Axel blickte sie verwirrt an. Was regte sie sich denn jetzt darüber so auf? Das ist doch eine nette Idee. Er an ihrer Stelle hätte sich jedenfalls riesig gefreut mit seinen Eltern in den Urlaub zu fahren, würden sie noch leben. „Ja, aber das ist doch schön, oder nicht? Erholung, Sonne, Strand und Meer. Da kannst Du mal so richtig entspannen.“ Boah, ich glaub’s nicht. Jetzt ist Axel auch noch auf deren Seite, oder wie? Urlaub mit der Familie? Das ist nicht schön! Lena wurde wütend. „Nein, Axeli, das ist nicht schön. Kapiert? Überhaupt nicht schön. Und Erholung ist das schon mal gar nicht. Da bleib‘ ich doch lieber daheim und habe meine Ruhe.“ Axel verstand sie nicht so richtig. Klar, sie empfand ihre Familie manchmal als extrem nervig. Aber immerhin sprachen sie da von Thailand. „Also willst Du lieber die Ferien über alleine zu Hause rumgammeln?“ Lena nickte trotzig. In dem Moment schlenderte Cem auf sein Pult zu und warf einen flüchtigen Blick zu Lena rüber der Axel nicht entging.

„Ich bin ja nicht alleine. Cem hat auch keinen Bock auf Familienurlaub.“ Axel blickte sie mit großen Augen an. Cem fährt auch nicht mit? Dann sind die beiden also ganz alleine zu Hause. Er hatte so seine Bedenken, ob das gut gehen wird. Nicht, dass ihre ständigen Zankereien noch eskalierten wenn niemand da war. Cem horchte kurz auf als er mitbekam um was es bei dem Gespräch ging. „Cem fährt auch nicht mit? Na, wenn das mal gut geht.“ Lena blickte ihn ungläubig an. Was sollte denn da schief gehen? Über was macht der sich denn schon wieder Gedanken? „Häh? Wie meinst Du das denn jetzt? Was sollte denn da schief gehen?“ Das fragte sich Cem allerdings auch gerade. Als wenn die beiden nicht mal alleine bleiben können. „Naja, ich mache mir ja nur Sorgen wegen Eurem angespannten Verhältnis zueinander. Ich meine, entweder redet Ihr überhaupt nicht miteinander oder giftet Euch nur an. Und wenn Ihr ganz alleine seid, dann kann halt niemand ein Auge auf Euch werfen, falls der Streit mal eskaliert oder so. Verstehst Du was ich meine?“ Hat der Vollspasti eigentlich ‚nen totalen Gehirnschaden!? Was labert der da für einen Bullshit?! Der soll sich mal lieber um seine eigenen Probleme kümmern. Ich fass‘ es nicht! Drehen denn jetzt alle durch? Was sollte schon im schlimmsten Fall passieren außer totaler Funkstille? Das könnte ich nicht ertragen. Schluss jetzt mit dem Scheiß. „Da mach‘ Dir mal keine Gedanken. Schließlich sind wir beide erwachsen und werden schon nicht übereinander herfallen… äh, ich meine natürlich, uns gegenseitig zerfleischen oder so.“ Lena warf einen kurzen Blick zu Cem rüber, der sie mit großen Augen anstarrte. Shit, das hatte er doch nicht etwa gehört? Nicht, dass er jetzt noch auf dumme Gedanken kommt und über mich herfällt. Aaah, jetzt hör‘ doch mal endlich auf, Dir über so was überhaupt Gedanken zu machen, Lena. Wie meinte sie das denn? Übereinander herfallen. Will die etwa immer noch was von mir? Natürlich entging auch Axel der Blickkontakt zwischen den beiden nicht und ihn überkam ein ungutes Gefühl. Was läuft denn da schon wieder zwischen den beiden? Er dachte, die Sache wäre endgültig vorbei. Nun himmeln die sich ja schon wieder an. „Erde an Lena. Hab‘ ich was verpasst? Sag‘ jetzt nicht, zwischen Euch läuft wieder was?“ Klasse, Axel. Echt toll gemacht, Du Vollidiot! Jetzt denkt Cem womöglich noch, ich will was von ihm. Man, ich hasse mein Leben. Lena saß mit verschränkten Armen da und strich sich dann eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Boah, Axel, was soll denn das jetzt wieder? Da läuft nix zwischen Cem und mir. Ich bin einfach nur total genervt, okay!?“ Axel beäugte die beiden immer noch argwöhnisch und hielt es dann für besser erst mal nichts weiter zu dem Thema zu sagen. Er nahm sich vor, nochmal in Ruhe mit Lena zu sprechen. Er kramte in seiner Tasche und holte einen Schokomuffin hervor den er Lena langsam mit einem Lächeln rüber schob. Jetzt hat sie es diesem Spast aber gegeben. Das ist mein Mädchen… ähm, meine Schwester natürlich. Genau, nur meine Schwester… Stiefschwester. Alter, was baggert der sie denn jetzt wieder an. Der soll gefälligst die Finger von ihr lassen. Sonst bekommt er mal ganz schnell meine Faust zu spüren. Ey, Chief, nun krieg‘ Dich mal wieder ein bevor es noch peinlicher wird. Als Lena den Muffin sah, bildete sich heute zum ersten Mal ein kleines Lächeln auf ihrem Gesicht. „Danke, Axel. Jetzt geht’s mir schon etwas besser.“ „Gerne doch, mein Mäuse…, Lena. Ich pass‘ schon auf Dich auf, dass es Dir gut geht.“ Wenn der nicht gleich aufhört hier so rum zu schleimen, verlier‘ ich echt die Beherrschung und hau‘ ihm eine rein. Lena blieb‘ noch kurz an Cem’s Blick hängen bevor die Lehrerin die Klasse betrat.
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katha

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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   So Sep 23 2012, 20:53

Hey Flyingrose,
schön, dass es dich auch her verschlagen hat.
Ich fand den Beginn deiner letzten FF im AudL-Forum so super, und dann kam leider nichts mehr nach... crying
Aber jetzt bekomm ich was Neues zu lesen. Wunderbar Very Happy
Und soll ich dir was sagen... Ich wusste erst gar nicht ob ich die Serie kenne und dachte, na ja kann ja trotzdem mal rein lesen, und was soll ich sagen, es hat bereits im ersten Teil klick gemacht und ich wusste, um welche Familie es geht. Habe ich also doch schon mal gesehen...
Ergo, du hast es klasse geschrieben ... Wink
Freu mich auf mehr.

LG, Katha

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Flyingrose

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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   So Sep 23 2012, 21:08

Wow, vielen Dank für das liebe Feedback, Katha! Das freut mich natürlich sehr, dass Dir auch diese Fanfiktion bisher gefällt. Dann kann ich die einzelnen Charaktere bisher ja nicht so schlecht getroffen haben. Wink

Sorry, dass ich die FF im AudL-Forum bisher gar nicht weitergeführt habe. Irgendwie kam immer was dazwischen und momentan fehlt mir irgendwie so ein bisschen die Motivation und die Ideen zum Weiterschreiben. Aber ich denke schon, dass es irgendwann auch noch weiter gehen wird.

Liebe Grüße,
Flyingrose sunny

katha schrieb:
Hey Flyingrose,
schön, dass es dich auch her verschlagen hat.
Ich fand den Beginn deiner letzten FF im AudL-Forum so super, und dann kam leider nichts mehr nach... crying
Aber jetzt bekomm ich was Neues zu lesen. Wunderbar Very Happy
Und soll ich dir was sagen... Ich wusste erst gar nicht ob ich die Serie kenne und dachte, na ja kann ja trotzdem mal rein lesen, und was soll ich sagen, es hat bereits im ersten Teil klick gemacht und ich wusste, um welche Familie es geht. Habe ich also doch schon mal gesehen...
Ergo, du hast es klasse geschrieben ... Wink
Freu mich auf mehr.

LG, Katha
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   So Sep 23 2012, 22:09

Kapitel 6

Als Lena nachmittags aus der Schule kam ging sie schnurstracks in ihr Zimmer und schnappte sich ihre Videokamera um ihrer Freundin Kathi von den neuesten Erlebnissen zu erzählen. Da Yagmur in ihrem gemeinsamen Zimmer gerade mit Costa am Telefonieren war um ihn von dem geplanten Urlaub zu berichten, zog sich Lena mal wieder ins Bad zurück um ein bisschen Ruhe zu finden. Sie schloss die Tür hinter sich, setzte sich in die Badewanne und zog den Vorhang ein Stück zu. Dann hielt sie sich die Kamera vors Gesicht und fing an zu erzählen. „Hey Kathi, ich hoffe, Dir geht’s besser als mir!? Heute ist irgendwie ein beschissener Tag. Es schüttete heute Morgen wie aus Eimern und wahrscheinlich tut es das auch immer noch. Dann hat Cem mich auch noch beim Duschen überrascht, weil der nie anklopfen kann. Du, Kathi, der hat mich heute ein paar Mal wieder so angesehen mit seinen braunen Augen. Meinst Du, der steht doch noch auf mich? Ich meine, nicht dass ich wieder was von ihm will oder dass es wichtig wäre. Aber mal so rein theoretisch, weißte?! Aber der Horror ging erst los, als wir beim Frühstücken waren. Die hatten alle so eine bombastische Laune, dass einem echt schlecht wurde. Doris und Metin sind auf die glorreiche Idee gekommen mit uns allen Urlaub in Thailand zu machen. In Thailand? Mit Cem? Und da Yagmur ihren Costa mitnehmen wollte, haben die doch glatt vorgeschlagen, dass Axel und Ulla auch mitkommen können. Kannst Du Dir das vorstellen, Süße!? Aber will ich denn bitte schön mit Axeli Urlaub machen? Oder Ulla-Trulla und Cem ständig zusammen sehen? Definitiv NEIN! Cem und ich fahren jedenfalls nicht mit. Naja, und nun bin ich dann hier alleine mit Cem. In der Schule hat Axel rumgestresst. Der meinte, zwischen Cem und mir wäre wieder etwas. So’n Quatsch. Wie kommt der denn jetzt wieder auf den Schwachsinn. Der spinnt doch, oder!? Och Kathi, wird echt Zeit, dass Du wieder kommst damit ich wieder jemanden zum Quatschen habe. Mit Axel kann ich mich zwar ganz gut unterhalten, aber eben nicht über Cem. Wir haben heute so viel miteinander gesprochen wie das ganze letzte halbe Jahr nicht mehr. Gut, wir haben uns zwar wieder angezickt, aber immerhin. Und wie der mich so süß angeschaut hat. Ach man, ich war doch über ihn hinweg. Und jetzt geht mir der Scheiß Türke wieder nicht aus dem Kopf. Ich bin echt nicht mehr normal, Kathi. Der hat mir doch damals wirklich klar und deutlich zu verstehen gegeben, dass er nichts mehr von mir wissen will. Wieso kann ich das nicht einfach akzeptieren!? Meinst Du, ich bin immer noch in ihn verliebt? Ich meine, ich will nicht, dass der mit der Trulla rummacht und so. Und ich muss schon wieder an unsere gemeinsame Nacht denken, in der wir miteinander rumgeknutscht hatten. Hätte Axel damals nicht den Unfall gehabt und uns glauben lassen, er hätte wieder einen Selbstmordversuch hinter sich, wäre ich bestimmt längst mit meinem Cemi zusammen. Aaaah, das ist alles so ungerecht. Aber ich hab’s mir ja selbst vermasselt mit der hirnlosen Aktion nach der Party. Das wird er mir eh niemals verzeihen. Und ich fange schon wieder an von ihm zu schwärmen und ihn zu vermissen. Naja, nun muss ich aber mal wieder. Bis bald, Kathilein und meld‘ Dich mal wieder. Bussi.“

Als Lena den Vorhang etwas zur Seite schob, blieb‘ ihr vor Schreck fast das Herz stehen. Alles in ihr verkrampfte sich und zog sich zusammen. Ein kalter Schauer jagte ihr über den Rücken. Ihr Herz begann wie wild zu pochen. Sie war einen Moment lang unfähig sich zu bewegen oder auch nur einen einzigen Ton über die Lippen zu bekommen. Sie fühlte sich wie versteinert. Kein klarer Gedanke wollte sich mehr finden lassen. Alles überschlug sich regelrecht in ihrem Kopf und geriet völlig aus dem Gleichgewicht. Sie blickte geradewegs in die schönen Augen von Cem der ebenfalls regungslos dastand und sie mit großen Augen völlig verwirrt anstarrte. Lena merkte wie die Hitze in ihr hochstieg und sie rot anlief. Was macht Cem denn hier? Wie lange er da wohl schon steht? Hat er etwa alles mitbekommen was ich Kathi erzählt habe? Oh Gott, wie peinlich ist das denn?! Der muss ja denken, ich habe eine Vollmeise. Scheiße, wie soll ich ihm denn je wieder unter die Augen treten? Aber wieso starrt er mich so an? Mist, er muss irgendwas mitbekommen haben. HILFE, was mache ich denn jetzt?! Weg. Ich muss hier erst mal weg. Schnell. Aber er guckt doch wieder so süß. Ich könnte echt in seinen Augen versinken. Lena, beweg‘ Deinen Arsch und verschwinde. Jetzt. Cem war immer noch ziemlich durcheinander von dem was er gerade gehört hatte. Woah, die ist immer noch in mich verknallt. Die steht fett krass noch immer auf mich. Und die denkt an mich und findet es süß wie ich sie anschaue. Die scheint ja wirklich voll auf den Chief abzufahren. Aber warum ist die dann immer so zickig und angepisst, ey? Joah, klar, wegen Ulla. Und ich hab‘ sie ja auch nicht immer ganz korrekt behandelt und so. Aber sie hat mich derbe verarscht. Das kann ich ihr doch nicht einfach so durchgehen lassen. Und die scheint auch echt kapiert zu haben, dass die bei mir nicht anzukommen braucht. Alter, aber die scheint echt fertig zu sein. Und wie sie mich jetzt wieder anschaut mit diesem Blick. Sie ist echt voll hübsch und so. Und sie denkt noch an die Nacht zurück. Da haben wir voll lang rumgemacht und so. Und sie kann auch voll gut küssen und sie riecht so gut. Boah, komm‘ mal wieder klar. Lässt Du Dich jetzt schon wieder von ihr um den Finger wickeln? Du musst erst mal raus hier und ‚nen klaren Kopf kriegen. Oh man, hör‘ doch auf mich so anzugucken. Chief, geh‘ einfach wieder und vergiss‘ sie. Lena stand hastig auf und stieg aus der Badewanne. Sie blickte verschämt zu Boden. Ihr hatte es komplett die Sprache verschlagen und das sollte schon etwas heißen. Sie war sonst nie auf den Mund gefallen und hatte eigentlich immer einen Spruch auf den Lippen. Sie quetschte sich schnell an Cem vorbei und als sie die Tür fast erreicht hatte spürte sie Cems warme Hand auf ihrem Arm. Sie drehte sich erschrocken um und blickte ihn direkt in die Augen. Scheiße, das war ein Fehler. Nun hält er Dich wieder mit seinem Blick gefangen und Du kommst nicht mehr von ihm los. Schau‘ weg. Egal wohin, nur weg von ihm. Oh mein Gott, ich bekomme weiche Knie. Sein Gesicht kommt immer näher. Ich spüre seinen warmen Atem auf meiner Haut. Wie sehr ich mich nach seiner Nähe gesehnt habe. Der will mich doch jetzt nicht etwa küssen!? Nein, das geht doch nicht. Cem hatte sie Reflex einfach am Arm gepackt. Er wollte sie nicht gehen lassen. Gegen jegliche Vernunft näherte sich sein Gesicht ganz langsam dem ihren. Er musste sie jetzt einfach küssen. Sie ist so verdammt süß. Ich sehne mich nach ihr. Ich muss sie jetzt einfach küssen. Zwischen den beiden gab es eine unglaubliche Anspannung. Es knisterte unheimlich. Beide sehnten sich innerlich nach dem anderen und seinen Küssen. Sie schlossen ihre Augen und konnten den Moment des gleich folgenden Kusses kaum erwarten. Als sich ihre Lippen schon fast berührten, hörten sie plötzlich eine Stimme im Flur. „Lena, bist Du hier oben? Wir müssen noch mal miteinander reden. Lena?“ Erschrocken riss sich Lena von Cem los und gab ihm im Reflex eine schallende Ohrfeige. Cem hielt sich die Hand ans schmerzverzehrte Gesicht. Ohne ein weiteres Wort verließ Lena fluchtartig den Raum und ihr lief eine einzelne Träne übers Gesicht.
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Mo Sep 24 2012, 01:18

Kapitel 7

Cem wusste immer noch nicht so recht wie ihm eigentlich geschah und er schaute Lena völlig verwirrt hinterher. Lena stürzte völlig benommen auf den Flur und lief Axel direkt in die Arme. Der torkelte perplex ein paar Schritte zurück und konnte Lena gerade noch auffangen bevor sie über ihre eigenen Füße stolperte. „Hey, da bist du ja. Das ist ja mal eine stürmische Begrüßung. Aber ich freu‘ mich auch Dich zu sehen.“ Er drückte sie fest an sich und genoss diese Berührung sichtlich. Lena wusste im ersten Moment gar nicht wie ihr geschah und stieß den verwirrten Axel unsanft von sich weg. „Du weißt auch nicht was Du willst. Was hast Du denn heute?“ Sie blickte ihn ungläubig an. Erst jetzt bemerkte Axel, dass Lena weinte und völlig fertig mit den Nerven war. Er ging zwei Schritte auf sie zu und wollte sie gerade tröstend in seine Arme schließen als sie schroff zurück wies. „Lena, Mäuschen, was ist denn los mit Dir? Du weinst ja. Ist irgendetwas passiert? Ich bin ja da. Jetzt wird alles wieder gut.“ Oh man, Axel, lass‘ mich doch einfach mal in Ruhe jetzt. Siehst Du denn nicht, wie beschissen es mir gerade geht? Da habe ich echt andere Sorgen. „Axel, nicht jetzt. Bitte geh‘ wieder.“ Sie schluchzte und rannte die Treppen hinunter. Sie musste einfach erst mal alleine sein. Egal wo. Hauptsache niemanden sehen und hören. Cem trat langsam auf den Flur hinaus und blickte Lena traurig hinterher. Man, die ist voll traurig und am Weinen. Und alles wegen mir. Wie konnte ich auch nur so blöd sein und sie einfach so küssen wollen? Axel wollte Lena folgen und sie sie in ihrem Zustand nicht alleine lassen. „Lena, jetzt warte doch mal, bitte. Schick‘ mich nicht einfach so weg. Wir können doch über alles reden. Lena!?“ Dann bemerkte Axel den verstörten Cem der ebenfalls Tränen in den Augen hatte. Was für Cem wirklich sehr ungewöhnlich war. Der zeigte doch sonst nie Gefühle. Plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen und er zählte Eins und Eins zusammen. Cem kam auch gerade aus dem Bad, also musste er schuld daran sein, dass es Lena schlecht ging. Was glotzt der mich denn so an? Was will der Spast hier überhaupt schon wieder? Der soll meine Lena gefälligst in Ruhe lassen. Sonst hau‘ ich dem so eine auf’s Maul, Alter. Axel ging auf Cem zu und schrie ihn ungehalten an. „Was hast Du Idiot mit Lena gemacht? Hast Du sie angefasst oder auf andere Art und Weise wieder schlecht behandelt?“ Sag‘ mal, will der mich verarschen? Tickt der jetzt völlig aus? Ich soll sie schlecht behandelt haben? Gleich knallt’s aber richtig. Normalerweise hätte er ihm jetzt stumpf eine verpasst, aber er machte sich große Sorgen um Lena und das war momentan wichtiger. Um Axel konnte er sich auch später noch kümmern. „Haben Sie Dir ins Gehirn geschissen oder was? Lass‘ die Finger von Lena, sonst hau‘ ich Dir eins in die Fresse! Kapiert, Alter!? Und jetzt zieh‘ ab und kümmer‘ Dich um Deinen eigenen Scheiß!“ Axel wollte gerade protestieren, aber als er Cems wütenden Blick bemerkte, zog er es doch lieber vor, ganz schnell das Weite zu suchen. „Solltest Du Lena wieder wehtun, kriegst Du es mit mir zu tun, Cem.“ Krass, der hat Mut mir zu drohen. Aber der wird sich noch wundern. Cem baute sich provozierend vor Axel auf und schubste in unsanft gegen die Wand. „Willst Du mir drohen, Spasti? Und jetzt verpiss‘ Dich endlich!“ Mit schnellen Schritten rannte Axel die Treppe runter und schlug die Haustür hinter sich zu. Cem schlug wütend mit der Faust gegen die harte Wand und lehnte sich mit der Stirn dagegen. Er war wirklich besorgt um Lena. Sie ist einfach aus dem Haus gelaufen und er hatte keine Ahnung wo sie war. Er verharrte einige Sekunden in der Position und dachte fieberhaft nach was er jetzt machen sollte. Irgendetwas musste er doch tun. Scheiße, wo steckt sie bloß? Ich hätte sie nicht einfach so gehen lassen dürfen. Ihr ging’s doch gerade voll dreckig und sie hat geweint. Ich könnte mir das echt nie verzeihen wenn ihr jetzt irgendwas passiert. Was mache ich denn nun? Also denk‘ nach, Chief. Denk‘ nach. Cem fühlte sich irgendwie vollkommen leer und machtlos. Er hatte absolut keine Ahnung wo er nach Lena suchen sollte, wohin sie ging wenn sie alleine sein wollte. Also ging er erst mal nach draußen um frische Luft zu schnappen. Er musste versuchen wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Als er vor die Tür trat, traute er seinen Augen kaum und sein Herz machte einen kleinen Hüpfer. Da saß Lena auf den Treppenstufen mit angewinkelten Beinen. Ihr Gesicht hatte sie in ihren Händen vergraben und er hörte wie sie leise schluchzte. Ihr Körper zitterte und sie schien immer noch völlig aufgelöst zu sein. Sie tut mir so leid. Nun geh‘ schon zu ihr und rede mit ihr. Los. Er räusperte sich kurz und Lena blickte erschrocken zu ihm hoch. Ihr Gesicht sah total verheult aus. Dieser Anblick versetzte Cem einen gewaltigen Stich mitten ins Herz auch wenn er das so niemals vor ihr zugegeben hätte. „Hey, alles okay?“ Lena wandte ihren Blick von ihm ab und starrte auf ihre Füße. Sie wollte nicht, dass er sie so aufgelöst sah. Und überhaupt war sie eigentlich total verwirrt. Okay!?! Er fragt mich jetzt nicht allen Ernstes, ob alles okay ist. Natürlich nicht, Cem! Das sieht man ja wohl. Lena antwortete ihm nicht. Cem trat einen Schritt näher und setzte sich neben sie auf die Stufen. Er blickte sie verlegen von der Seite an. „Ich weiß nicht was ich sagen soll.“ Alter, kriegst Du denn gar nichts gebacken!? Rede mit ihr! Gib‘ Dir endlich einen Ruck und sag‘ ihr was Du denkst und fühlst. Wenn ich nur wüsste was ich für sie empfinde. Lena lachte sarkastisch und böse auf. Das war ja mal wieder typisch Cem. „Und was willst Du dann hier?“ Cem musste schlucken. Ich will nicht, dass es Dir schlecht geht, weil ich Dich lie…, Dich mag. Und mich für mein blödes Verhalten entschuldigen. „Naja, ich wollte nach Dir sehen. Wie es Dir geht und so.“ Lena sah zu ihm auf und wurde wütend. „Oh man, Cem. Was willst Du denn von mir hören? Dass es mir gut geht und alles okay ist? Bitte schön, es geht mir super. War’s das?“ Jetzt fängt die schon wieder an durch zu drehen. Bleib‘ ruhig jetzt, Alter. Versau‘ es nicht gleich wieder. „Nein, die Wahrheit will ich hören.“ Sie wagte einen kurzen Blick in seine Augen. „Beschissen fühle ich mich. Bist Du jetzt zufrieden?“ Cem suchte ihren Blick um zu erkennen was in ihr vorging. Wieso sie so zickig war. Aber Lena wich ihm aus. „Man, ich hab‘ mir halt Sorgen gemacht und so. Du hast geweint als Du abgehauen bist.“ Lena war überrascht. Er macht sich wirklich Sorgen um mich? Dann kann ich ihm ja doch nicht völlig egal sein. „Und wieso? Ich dachte, ich bin Dir egal.“ Nun war Cem etwas erstaunt über diese Aussage. Die ist ja voll krass drauf. Sie ist mir doch nicht egal. Das war sie nie. Ich dachte, das wüsste sie auch. „Quatsch, Du bist mir doch nicht egal. Wie kommst Du denn auf so was?“ Lena lachte ironisch. Weil Du mich seit Monaten wie Scheiße behandelst und mir ständig aus dem Weg gehst und mit dieser Trulla zusammen bist anstatt mit mir. Schon mal daran gedacht!? „Du fragst mich jetzt nicht wirklich wie ich darauf komme, oder?! Du redest seit Monaten kaum noch ein Wort mit mir und behandelst mich einfach nur scheiße. Was soll ich denn da bitteschön anderes denken?“ Cem hatte einen heftigen Kloß im Hals stecken. Er wusste nicht wie er darauf reagieren sollte. Dieses Gespräch nahm ihn mehr mit als er jemals zugeben würde. „Ey, so ist das doch überhaupt gar nicht. Das war doch alles gar nicht so gemeint.“ Lena seufzte laut und blickte ihm geradewegs in die Augen. „War es nicht, nein? Wie war es denn dann gemeint? Du hast mir die ganze Zeit über deutlich gemacht, wie sehr Du mich verachtest und mich hasst nach der Sache von damals.“ Cem lief ein eiskalter Schauer den Rücken runter. Sie dachte die ganze Zeit über, dass ich sie hasse und sie mir egal ist!? Das stimmt doch überhaupt gar nicht. Sie ist mir voll wichtig. „Also, …. Ja, …. Ich, …. Man, Du weißt doch, dass ich über solche Gefühlssachen voll schlecht reden kann und so.“ Lena stand auf. Das war deutlich genug. Klasse, Lena, wie Du Dich hier vor ihm bloß gestellt hast. Hast Du ganz toll hinbekommen. Du bist ihm egal. Wann raffst Du das denn endlich mal? Und jetzt verbann‘ ihn endlich aus Deinem Herzen. Und dieses Mal für immer. „Okay, Cem. Das war deutlich genug. Ich hab’s verstanden. Vergiss‘ das Gepräch. Vergiss‘ einfach alles was jemals zwischen uns war und vergiss‘ mich am besten auch gleich. Weißt Du, behandle mich einfach genauso scheiße weiter wie auch in den letzten sechs Monaten. Das macht’s vielleicht auch einfacher für mich Dich endlich aus meinem Herzen zu verbannen.“ Krass, sie liebt mich. Sie ist echt total in mich verknallt. Aber wieso redet die jetzt so einen Blödsinn. Ich will sie jetzt einfach in den Arm nehmen und sie küssen. Okay, er hasst mich. Am liebsten würde ich jetzt im Erdboden versinken. Sie rannte ins Haus, die Treppe nach oben und schloss sich im Bad ein um ihren Tränen freien Lauf zu lassen. Cem verstand überhaupt nichts mehr und starrte ihr völlig durcheinander hinterher.
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Mo Sep 24 2012, 20:36

Na, die beiden machen sich das Leben aber auch ganz schön schwer. Wink

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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Mo Sep 24 2012, 23:17

Kapitel 8

Lena setzte sich auf den Klodeckel und schnäuzte sich die Nase mit dem Klopapier. Sie strich sich die Haare hinters Ohr und schaltete die Kamera ein. „Hey, Kathi, wie Du siehst war ich gerade voll am Heulen. Cem hatte es doch tatsächlich geschafft, dass der Tag noch beschissener wurde als er ohnehin schon war. Der hat mich vorhin belauscht als ich mit Dir gequatscht hatte. Das war mir ja so was von peinlich. So wie er geguckt hat, muss er wohl ziemlich viel gehört haben. Du weißt schon, als ich Dir von ihm erzählt habe und dass ich noch etwas für ihn empfinde. Und dann haben wir uns fast geküsst. Ich hatte totales Herzklopfen und weiche Knie. Aber dann hat Axel uns gestört. Ich hab‘ Cem voll eine verpasst und er hatte Tränen in den Augen. Meinst Du, das war zu hart von mir? Ich meine, ich wollte das ja eigentlich gar nicht. Ach, ich weiß auch nicht was los war. Axel fing‘ dann auch wieder mit seinem nervenden Gelaber an. Der hat aber auch immer ein Timing für unpassende Momente. Ich habe ihn heulend nach Hause geschickt. Was hätte ich dem denn auch bitteschön erzählen sollen? Dass Cem und ich uns mit Sicherheit geküsst hätten wenn er nicht dazwischen gekommen wäre?! Ich bin dann einfach abgehauen. Und Cem ist mir nach draußen gefolgt und wollte mit mir reden. Aber der hat wieder nur so drum rum geredet und es nicht gebacken gekriegt mir zu sagen was er wirklich denkt und so. Ich hab‘ ihm vor den Kopf geknallt, dass er mich einfach vergessen soll. Aaah, ich dreh‘ noch durch. Was soll ich denn jetzt machen? Ich kann dem echt nicht mehr unter die Augen treten. Bis bald, Süße. Knutscha.“ Etwa eine halbe Stunde später rief Doris von unten zum Essen. „Gürkchen, kleiner Mann, Essen ist fertig. Zack zack. Bevor wir alles alleine gegessen haben.“ Lena seufzte laut, wusch sich noch kurz ihr Gesicht und die Hände und bürstete sich die Haare. Vorsichtig öffnete sie die Tür einen Spalt breit und wagte einen kurzen Blick nach beiden Seiten. Erleichtert trat sie auf den Flur und war froh, dass niemand zu sehen war. Ob Cem schon unten war? Was würde er jetzt wohl von mir denken? Und wie wird er sich jetzt mir gegenüber verhalten? Der lacht doch bestimmt über mich, weil ich mich vor ihm vollkommen zum Idiot gemacht habe. Lena schlürfte mit gesenktem Kopf ins Wohnzimmer und setzte sich ohne ein Wort an den Esstisch und bemerkte aus den Augenwinkeln wie Cem sie traurig anschaute. Hilfe, ich sterbe. Wieso guckt mich Cem schon wieder so an? Er kann so verdammt süß sein. Wieso schaut er denn so traurig? Lena, vergiss‘ ihn. Cem warf Lena verstohlene Blicke zu und ließ sie keine Sekunde lang aus den Augen. Sie sieht so verdammt traurig aus. Ich wollte ihr doch nicht wehtun. Aber sie hat mich ja gar nicht ausreden lassen. Sie hat ja gleich wieder alles falsch verstanden. Ich würd‘ sie jetzt am liebsten in den Arm nehmen und nie wieder loslassen.

Doris riss die beiden abrupt aus ihren Gedanken. Sie hatte irgend so eine Ahnung, dass etwas nicht stimmte mit den beiden. „Gurke, kleiner Mann, was ist los bei Euch? Hattet Ihr wieder Streit? Ich spüre da so negative Schwingungen zwischen Euch beiden. Wollt Ihr Euch nicht mal endlich wieder vertragen? Hm?“ Nun schaute auch Metin die beiden überrascht an. Was Doris da schon wieder bemerkte. Obwohl, ein bisschen traurig sahen die beiden ja schon irgendwie aus. Lena und Cem schwiegen während sie lustlos mit der Gabel im Essen stocherten. Nun ergriff auch Metin das Wort. „Alles okay bei Euch? Gab’s schon wieder Streit zwischen Euch beiden? Das muss endlich mal aufhören. Ihr seid jetzt eine Familie. Und da hält man zusammen. Verstanden?“ Lena und Cem schauten kurz von ihrem Teller auf und blickten ihre Eltern abwechseln genervt an. Boah, Alter, können die mal aufhören ständig überall ihren Senf dazu zu geben. Das nervt total. Oh man, dieses Therapie-Gequatsche hört wohl nie auf. Mensch, Doris, Du verstehst es einfach nicht. Hasi 1 und Hasi 2 schauten sich fragend in die Augen und beobachteten dann ihre Kinder etwas irritiert. Normalerweise hätten Lena sowie auch Cem den beiden eine passende Antwort gegeben, aber nach dem Vorfall war ihnen einfach nicht danach. Und auf noch mehr Stress hatten sie wirklich keine Lust. Es war auch so schon alles schwierig genug. Cem versuchte lässig zu wirken. „Mensch, Baba, wir streiten doch nicht. Alles im grünen Bereich.“ Er warf einen verstohlenen Blick zu Lena rüber die ihn nur sehr flüchtig erwiderte. Sie musste schlucken und ihre Stimme klang leise. „Ja, alles bestens. Wir haben uns nicht gestritten.“ Doris und auch Metin waren beide überrascht von Lenas und Cems Verhalten. So kannten sie die beiden ja gar nicht. Das waren ja ganz neue Töne, dass sich die Streithähne mal einig waren und nicht angifteten. „Das ist schon mal ein Fortschritt in Sachen Geschwistervereinigung. Wir sind stolz auf Euch. Nur weiter so. Das tut dem allgemeinen Wohlbefinden innerhalb der Familie auch gut wenn Ihr Euch nicht mehr andauernd ankeift.“ Wenn Ihr wüsstet was zwischen mir und Cem beinahe passiert wäre… Naja, Doris weiß zumindest von damals, dass ich in ihn verliebt war. Aber ich denke nicht, dass sie Metin je davon erzählt hat. Voll krass, ey, jetzt fängt die schon wieder mit dem Psycho-Gesülze an. Und was heißt hier überhaupt Geschwister-Dingsbums? Lena ist meine Stiefschwester. Und das ist was anderes. Lena legte die Gabel auf ihren Teller und stand auf. „Sorry, aber ich krieg‘ nichts mehr runter. Ich leg‘ mich jetzt auch hin. Gute Nacht.“ Doris schaute sie mit ihrer mütterlichen Besorgnis an. „Du wirst doch nicht etwa krank, oder? Du bist so blass im Gesicht. Soll ich Dir noch einen Tee kochen?“ Lena winkte dankend ab und ging zur Tür. „Nein, nein, alles gut. Ist wohl nur eine kleine Magenverstimmung. Ich will einfach nur schlafen. Bis morgen.“ Cem schaute Lena noch lange nach und wäre ihr am liebsten gefolgt.
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Mi Sep 26 2012, 07:31

Hey meine Liebe,
du schreibst das klasse und es ist auch kurzweilig zu lesen, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mir ein bisschen zu Teenie ist. Rolling Eyes Obwohl es sich, zumindest was das Gedankenchaos anbelangt, auch nicht so riesig unterscheidet. Aber diese Prollgelaber und so...

Das soll keine Kritik an deiner Story und deiner Umsetzung sein, im Gegenteil. Es ist nur einfach nicht so ganz meins. (Ich glaube, ich pass da einfach nicht ganz in die Zielgruppe Wink ).

Was ich eigentlich nur sagen wollte. Wundere dich nicht, wenn ich nicht so häufig Kommis abgebe, wie ich das vielleicht bei anderen tue. Das liegt nicht an deinem Schreibstil, den ich gerne noch in anderen Storys genießen würde? Was meinst du, ist das drin? Vielleicht später ?

LG, Katha

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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Mi Sep 26 2012, 20:44

katha schrieb:
Hey meine Liebe,
du schreibst das klasse und es ist auch kurzweilig zu lesen, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mir ein bisschen zu Teenie ist. Rolling Eyes Obwohl es sich, zumindest was das Gedankenchaos anbelangt, auch nicht so riesig unterscheidet. Aber diese Prollgelaber und so...

Das soll keine Kritik an deiner Story und deiner Umsetzung sein, im Gegenteil. Es ist nur einfach nicht so ganz meins. (Ich glaube, ich pass da einfach nicht ganz in die Zielgruppe Wink ).

Was ich eigentlich nur sagen wollte. Wundere dich nicht, wenn ich nicht so häufig Kommis abgebe, wie ich das vielleicht bei anderen tue. Das liegt nicht an deinem Schreibstil, den ich gerne noch in anderen Storys genießen würde? Was meinst du, ist das drin? Vielleicht später ?

LG, Katha

Hey liebe Katha,

hab' lieben Dank für Deinen ehrlichen Kommi über den ich mich trotzdem gefreut habe! Smile

Es freut mich, dass Dir mein Schreibstil gefällt und natürlich nehme ich Dir das in keinster Art und Weise übel, dass diese Story nicht ganz so "Deine" ist. Die Geschmäcker sind eben recht verschieden und das ist ja auch gut so. Wink

Für mich ist dieser "Umgangston" in der Story auch Neuland wie einige ja wissen die meine anderen Fanfictions über "AudL" bereits kennen. Ich versuche mich halt so gut wie möglich an der Serie entlang zu hangeln und versuche mich in die einzelnen Charaktere hinein zu versetzen. Aber ich denke, in näherer Zukunft werde ich dann auch noch an meiner angefangenen FF weiter schreiben und damit vielleicht auch wieder mehr Deinen Geschmack treffen. *g* Very Happy

Jedenfalls danke ich Dir für Deine ehrliche Meinung und lasse Dir mal ganz liebe Grüße hier! Laughing
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Mi Sep 26 2012, 22:34

Kapitel 9

Am nächsten Morgen setzte sich Lena müde an den Frühstückstisch und gähnte verschlafen. „Morgen zusammen.“ Doris kam gerade mit einer Kanne Kaffee aus der Küche und nahm ebenfalls Platz. Der Rest der Familie hatte bereits angefangen zu frühstücken. Sie begrüßten Lena freundlich. „Guten Morgen, Lena.“ Yagmur reichte lächelnd den Brötchenkorb und Lena nahm sich eins mit Mohn heraus. Dann kam Yagmur auch schon mit der Kaffeekanne und wollte Lena eine Tasse einschenken. „Magst Du auch?“ Lena zwang sich zu einem kurzen Lächeln und reichte ihr dankend die Tasse. „Sehr gerne. Danke.“ Doris beobachtete Lena aufmerksam und natürlich bemerkte sie mal wieder sofort, dass Lena ziemlich fertig aussah. „Wie fühlst Du Dich heute Morgen, Gurke? Geht’s Dir besser?“ Lena schaute sie mit großen Augen an. Hm? Wieso besser? Ist das so offensichtlich, dass die halbe Nacht wach lag und mir Gedanken über Cem gemacht habe? Dann dämmerte es ihr allmählich. Ach so, wegen gestern Abend. Meine kleine Magenverstimmung. Während sie einen großen Schluck aus ihrer Tasse nahm nickte sie eifrig. „Ja, ja, ist wieder alles okay.“ Sie warf einen kurzen Blick zu Cem rüber, wandte ihn dann aber hastig wieder ab und räusperte sich leise. Cem sieht heute irgendwie ziemlich fertig aus. Anscheinend hat er auch nicht viel Schlaf bekommen. So wie Lena aussieht, hat sie die ganze Nacht über kaum ein Auge zugetan. Ob sie auch an mich gedacht hat? Metin riss ihn unsanft aus seinen Gedanken. „Cem, wie läuft’s denn in der Schule? Habt Ihr die Mathearbeit schon zurückbekommen? Ich hoffe doch, dass Du dieses Mal keine fünf geschrieben hast.“ Cem zog die Augenbrauen hoch und schien ziemlich genervt zu sein. Häh? Mathearbeit? Ich habe gerade ganz andere Probleme als die blöde Schule. „Ähm, nö, haben wir noch nicht zurück. Wird bestimmt keine fünf. Mach‘ mal keinen Stress. Läuft alles.“ Metin gab sich erst mal mit der Antwort zufrieden. „Dann ist ja gut. Ich will doch, dass Du ein gutes Abi bekommst damit Du einen vernünftigen Beruf erlernen kannst.“ Der mit seinem Abi immer. Gibt doch wichtigeres als Mathe. Zum Beispiel Lena. „Da mach‘ Dir mal keinen Kopf. Wird schon werden.“ Lena wandte sich Yagmur zu um das Thema zu wechseln. „Du, Yagmur, was sagt denn Costa dazu, dass Ihr gemeinsam Urlaub macht?“ Yagmur begann über das ganze Gesicht zu strahlen. Sie sah wirklich richtig glücklich aus und schien sich schon wahnsinnig auf die Urlaubsreise zu freuen. „Costa ist total happy, dass er mit kommen darf. Das wird bestimmt richtig schön mit ihm. Wir freuen uns schon total auf die gemeinsame Zeit.“ Sie blickte von Lena zu Cem und fügte noch etwas hinzu. „Nur schade, dass Du und Cem nicht mitkommen wollt.“ Lena und Cem warfen sich einen verstohlenen Blick zu bevor sie gleichzeitig mit dem Kopf schüttelten. „Sorry, Schwester, mir ist echt nicht nach Urlaub.“ „Tut mir leid, Yagmur, vielleicht ein anderes Mal. Aber für Euch freut es mich. Ich hoffe, Ihr genießt die Zeit zusammen und wünsche Euch ganz viel Spaß.“ Yagmur schaute ein wenig traurig, aber da wohl nichts mehr zu machen an der Entscheidung der beiden. „Schon okay, wir schreiben Euch eine Karte aus Thailand. Dann habt Ihr wenigstens auch ein bisschen was davon.“ Dann fiel Lena ein, dass ihre Eltern ja noch gar nichts davon gesagt hatten wann es eigentlich losgehen sollte. Nicht, dass sie sonderlich scharf auf weitere Konservation war, aber das interessierte sie dann doch. „Wann soll der Trip denn eigentlich losgehen?“ Doris und Metin strahlten sich überglücklich an. „Montag in einer Woche sitzen wir im Flieger in die Sonne.“ Oh, doch schon so bald? Das sind ja nur noch… eineinhalb Wochen. Und dann bin ich hier mit Cem ganz alleine im Haus. Lena, Du musst Dir da unbedingt noch was einfallen lassen. Das überlebst Du sonst nicht nach gestern.

Nach der Schule saßen Lena und Axel bei ihr im Zimmer. Nachdem Lena den ganzen Vormittag über kaum ein Wort über die Lippen gebracht hatte und sie ihn gestern so barsch behandelt hatte, bestand er darauf mit ihr zu reden. Widerwillig gab Lena klein bei und überlegte sich auf dem Nachhauseweg fieberhaft was sie ihm sagen sollte. Sie hatte nämlich absolut keine Lust auf lange Diskussionen und Erklärungen. Nach einigen Sekunden des Schweigens ergriff Axel schließlich das Wort. „Lena, magst Du mir nicht erzählen, was mit Dir los ist?“ Nein, Axeli, das möchte ich nicht. Denn das weiß ich doch selbst nicht so genau. Aber ansonsten gibst Du ja sowieso keine Ruhe. Lena seufzte und überkreuzte die Beine. Axel musterte sie aufmerksam. „Hm…, gibst Du Dich damit zufrieden wenn ich Dir sage, dass gestern einfach ein beschissener Tag war und es mir jetzt schon wieder viel besser geht!?“ Sie sah ihn fragend mit großen Augen an, obwohl sie die Antwort bereits kannte. Axel blickte ihr in die Augen und rückte ein Stück näher zu ihr. „Nein, denn ich sehe doch, dass es Dir nicht gut geht, auch wenn Du etwas anderes behauptest.“ Lena blickte nach unten und spielte nervös mit ihren Fingern am Zipfel der Bettdecke. Wenn ich mich bei ihm jetzt wieder wegen Cem ausheule, wird er wieder sauer. Aber wenn er doch der Grund dafür ist, dass es mir mies geht. Irgendwelche Ausreden bringen jetzt auch nichts mehr und außerdem glaubt Dir Axel das sowieso nicht. „Naja, ich bin halt etwas durcheinander und weiß einfach nicht wie ich mich verhalten soll. Ich mache immer alles falsch.“ Axel musste schlucken und sofort wusste er, dass es wieder einmal um Cem ging. Lena musste endlich mal von ihm loskommen. So konnte das doch nicht ewig weiter gehen. Er blickte ihr tief in die Augen und versuchte seine Wut auf Cem zu zügeln und ruhig zu bleiben. Er wusste, dass Lena sonst gleich wieder dicht machen würde. „Was ist gestern passiert? Zwischen Dir und Cem?“ „Woher weißt Du, dass es etwas mit Cem zu tun hat?“ Axel lächelte kurz und umfasste ihre Hand. „Wenn Du so down bist wie jetzt gerade hat es immer etwas mit Cem zu tun.“ Mist, er kennt mich eben. Also los, mach‘ schon. Erzähl‘ ihm alles. Vielleicht geht’s Dir dann etwas besser. „Außerdem hast Du geweint als Du aus dem Bad gelaufen kamst. Und Cem ebenfalls. Da ist es doch offensichtlich, dass irgendetwas zwischen Euch vorgefallen ist.“ Lena starrte ihn mit einem Mal völlig perplex an. Cem hat geweint? Wegen mir? Cem zeigt doch fast nie Gefühle. Und dann hat er vor Axel geweint? Mag‘ er mich also doch noch? „Ähm, wie meinst Du das, Axeli? Cem hat geweint?“ „Naja, als Du schon weg warst, kam er aus dem Bad und hatte Tränen in den Augen. Aber jetzt erzähl‘ doch mal was überhaupt los war.“ Aufgelöst erzählte Lena ihm vom gestrigen Tag. Und sie ließ wirklich nichts aus. Irgendwie tat es ihr gut sich mal alles von der Seele zu reden. Und Axel konnte wirklich ein guter Zuhörer sein. Auch wenn Cem noch so manches Mal ein rotes Tuch für ihn war. Als sie fertig war fing sie plötzlich an zu schluchzen. Sie konnte ihre Emotionen einfach nicht mehr kontrollieren und sie brachen einfach so aus ihr heraus. Axel zog sie ohne ein weiteres Wort einfach zu sich heran und nahm sie ganz fest in seine Arme und streichelte ihr behutsam und tröstend über den Rücken.
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Sa Sep 29 2012, 23:17

Kapitel 10

Nach ein paar Minuten hatte Lena sich wieder etwas beruhigt und sie lösten sich aus der Umarmung. Axel zog aus seiner Hosentasche ein Taschentuch hervor und reichte es Lena mit einem Lächeln im Gesicht. „Geht’s wieder?“ Lena nahm nickend das Taschentuch entgegen und tupfte sich die Tränen aus dem Gesicht und schnäuzte sich einmal kräftig die Nase. Dann blickte sie Axel dankbar an. „Danke, dass Du für mich da warst und mein Geheule und Gejammer ertragen hast.“ Er erwiderte ihren Blick und freute sich, dass er Lena emotional wieder näher gekommen war. „Naja, das habe ich doch gerne gemacht. Ich verspreche Dir, dass ich immer für Dich da sein werde und Du Dich auf mich verlassen kannst.“ Axel ist doch eigentlich ein ganz Lieber. Er ist immer für mich da wenn ich ihn brauche. Und er hört mir zu. Ob er wohl immer noch Gefühle für mich hat? Oh man, Lena, jetzt hör‘ aber auf. Du weißt doch ganz genau warum Eure Beziehung damals nicht funktioniert hat und was Dich an Axel genervt hat. Außerdem liebst Du Cem. Axel ist nur ein Freund. Lena drückte Axel ganz fest an sich und gab ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange. Dieser war ganz überrascht und wusste gar nicht so schnell wie ihm eigentlich geschah. „Was war das denn gerade? Womit habe ich den Kuss denn verdient? Nicht, dass es mir etwas ausmachen würde wenn Du mich küsst. Er kam nur ziemlich überraschend.“ Lena musste unwillkürlich grinsen. Nun bilde Dir mal nichts darauf ein, Axeli. Das war nur ein kleines Dankeschön. „Nun mach‘ Dir mal keine falschen Hoffnungen, Axeli. Ich wollte nur noch mal danke sagen. Es tat gut mit Dir zu reden. Es ist einfach schön, dass wir uns auf freundschaftlicher Ebene wieder so gut verstehen.“ Nun musste auch Axel lachen. Ja, darüber war auch sehr froh. Ihm tat Lenas Nähe einfach verdammt gut und er genoss jeden Augenblick mit ihr. „Das sehe ich ganz genauso. Es ist wirklich schön, Dich als Freundin zu haben.“ Dann änderte sich Lenas Stimmung wieder schlagartig als sie an Cem dachte. Sie schaute traurig zu Boden. „Was soll ich denn jetzt bloß machen? Ich kann Cem doch nicht mehr unter die Augen treten. Der hält mich doch jetzt bestimmt für total durchgeknallt und macht sich lustig über mich nach der Aktion im Bad.“ Axel blickte sie nachdenklich an. „Lena, da gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit.“ Sie blickte erwartungsvoll zu ihm auf. „Ach ja? Und die wäre?“ Sag‘ jetzt nicht, ich soll‘ mit ihm reden. Ich will nicht mit ihm reden. Das ist alles so peinlich. Außerdem, was ist wenn er mich wieder so anschaut? Das könnte ich nicht lange ertragen. Doch wie sollte es auch anders sein, Lenas Befürchtungen sollten sich bewahrheiten. „Ach, Lena, Du musst mit ihm reden und die Sache klären. Setzt Euch zusammen und redet miteinander. So kann das doch nicht weitergehen zwischen Euch.“ Lena ließ sich mit einem lauten Seufzer zurück aufs Bett fallen und hielt sich theatralisch ein Kissen vors Gesicht. Ich wusste es. War irgendwie klar, dass es aufs Reden hinaus laufen würde. „Aber ich will nicht mit Cem reden.“ Axel nahm ihr das Kissen aus den Händen und schaute sie mit großen Augen an. Auf seinen Lippen bildete sich ein kleines Lächeln. „Wie stellst Du Dir das denn vor? Du kannst ihm doch nicht ewig aus dem Weg gehen.“ Lena setzte sich wieder auf und blickte ihn trotzig von der Seite an. „Wieso nicht? Die letzten Monate hat es doch auch geklappt.“ Axel stupste sie sanft in die Seite. „Das war doch etwas ganz anderes. Jetzt ist die Situation eine völlig andere. Du kannst ein klärendes Gespräch nicht vermeiden. Umso eher Ihr das miteinander klärt, desto besser ist es für Euch beide.“ Lena murrte nur mit einem flauen Gefühl in der Magengegend. „Ich hasse das. Warum musst Du immer Recht haben?“ Axel lachte kurz und verabschiedete sich von Lena. „Na, so ist das halt unter Freunden. Und nun bring‘ es schnell hinter Dich. Dann fühlst Du Dich besser. Ich muss jetzt mal los. Wir sehen uns am Montag in der Schule. Ciao.“

Lena seufzte kurz und schnappte sich ihre Kamera und schaltete sie ein. „Oh man, Kathi, warum muss alles immer so verdammt kompliziert sein? Axel war gerade hier und wir haben uns ausgequatscht. Er meinte, ich müsste mit Cem reden und die Sache zwischen uns ein für alle Mal klären. Meinst Du, er hat Recht? Ich will nicht mit ihm reden. Ich hab‘ Schiss, dass ich wieder schwach werde wenn ich in seine Augen schaue. Und überhaupt, was soll ich ihm denn überhaupt sagen? Axel meint, ich soll das so schnell wie möglich hinter mich bringen. Meinst Du auch, ich muss mit ihm reden? Ja, klar, bestimmt denkst Du das auch. Ich kann ihm ja nicht ständig aus dem Weg gehen. Aaaargh, was soll ich nur machen!?“ Plötzlich klopfte es an ihre Zimmertür. Erschrocken blickte Lena auf. „Du, Kathi, ich muss Schluss machen. Irgendjemand stört mal wieder in diesem Irrenhaus. Ich melde mich wieder. Bye.“ Genervt legte sie die Kamera beiseite und setzte sich mit überkreuzten Beinen und verschränkten Armen auf die Bettkante. Hier hat man auch wirklich nie seine Ruhe. Wer kann das denn jetzt wieder sein? Man, ich hab‘ jetzt einfach keinen Bock zu quatschen. „Ich bin nicht da.“ Auch wenn es fast unmöglich war, dass der Störenfried sich einfach so wieder verzog, hoffte Lena doch inständig, dass er einfach wieder gehen würde. Doch nach einigen Sekunden klopfte es noch einmal. Lena reagierte gereizt. „Kann man hier nicht einmal seine Ruhe haben? Was gibt’s denn so dringendes?“ Als sie Cems Stimme hörte, machte ihr Herz einen Hüpfer und gleichzeitig krampfte sich alles in ihr zusammen. Ach Du Scheiße, was will der denn von mir? Der hat mir jetzt gerade noch gefehlt. „Lena, darf ich reinkommen?“ Lena räusperte sich kurz. „Was willst Du, Cem?“ Was will ich wohl? Man, ich muss mit Dir reden. „Ich muss mit Dir reden.“ Ich hab’s geahnt. War ja klar. Aber muss das ausgerechnet jetzt sein? Lena suchte fieberhaft nach einer Ausrede um dem Gespräch aus dem Weg zu gehen. „Ähm, Du, jetzt ist es gerade ganz schlecht.“ Cem seufzte. Lass‘ Dich jetzt bloß nicht wieder abwimmeln. „Was machst Du denn?“ Mist, schwieriger als gedacht ihn abzuwimmeln. Was sag‘ ich denn jetzt bloß? Denk‘ nach, Lena. „Lena?“ „Ich… äh… bin gerade am… Telefonieren, ja, am Telefonieren bin ich.“ Lena fasste sich an den Kopf. Was blöderes konnte Dir jetzt wohl nicht einfallen, was!? Cem musste schlucken und glaubte ihr kein Wort. Ja, ne, ist klar. Was für eine billige Ausrede. Ob ich einfach reingehen soll? Nicht, dass sie wieder ausrastet. „Na gut, dann warte ich.“ Lena stand auf und lief unruhig im Zimmer auf und ab. Klasse hinbekommen, Lena. Und nun? „Du, Cem, das kann noch dauern. Außerdem hab‘ ich Kopfschmerzen. Ich leg‘ mich danach gleich hin.“ Das glaubt er Dir nie. Cem wurde klar, dass sie ihn regelrecht abwimmeln wollte und scheinbar kein Interesse an einem klärenden Gespräch hatte. Die Tatsache versetzte ihm einen gewaltigen Stich mitten ins Herz. Lena, warum machst Du das mit mir? Ich will doch nur mit Dir reden. „Lena, bitte, lass‘ uns miteinander reden.“ Wie süß er mich darum bittet. Er klingt richtig verzweifelt und traurig. Ob ich ihn herein bitten soll? „Cem, ich kann jetzt nicht.“ Man, wie blöd bin ich eigentlich? Ich liebe ihn doch. Warum schicke ich ihn jetzt einfach so weg? Will die mich jetzt verarschen? So kann die doch nicht mit mir umspringen. „Okay, vergiss‘ es. War eh nicht so wichtig.“ Geknickt und gekränkt schlurfte Cem zurück in sein Zimmer und schlug die Tür hinter sich zu. Lena zuckte erschrocken in sich zusammen und ihr stiegen Tränen in die Augen.
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   So Sep 30 2012, 14:24

Kapitel 11

Lena stand einige Sekunden wie angewurzelt da und starrte auf ihre Zimmertür. Sie konnte irgendwie nicht so ganz verstehen, warum Cem jetzt auf einmal wütend abgezogen war und die Tür lautstark hinter sich zuknallte. Eben noch wollte er so dringend mit ihr reden und dann war er auf einmal eingeschnappt und meinte, es wäre eh nix wichtiges gewesen. Sie wurde nicht so ganz schlau aus ihm. Aber andererseits, was erwartete sie denn überhaupt von ihm? Er ist schließlich zu ihr gekommen um mit ihr zu reden. Und sie hatte ihn einfach so abgewiesen und ihm keine Chance gegeben, sich zu erklären. Also konnte sie sich jetzt auch nicht beschweren wenn er nun beleidigt war. Auf irgendeine Art und Weise schmeichelte ihr sein Verhalten ja auch. Sie konnte nicht leugnen, wie toll sie es fand, dass er sich doch um sie bemühte. Aber dann war da wieder ihr Stolz und ihr Trotzkopf der sie schon so oft daran gehindert hatte über ihren Schatten zu springen und den ersten Schritt zu tun und auf den anderen zu zu gehen. Nun musste Lena schlucken und ballte ihre Hände zu Fäusten. Sie spürte die Wut in sich aufsteigen. Dabei konnte sie noch nicht einmal genau definieren, ob sie Cems Verhalten galt oder aber doch eher ihr selbst. Was bildet sich dieser Idiot eigentlich ein? Was glaubt der denn wer er ist, dass er mich hier einfach so stehen lassen kann? Und wieso ist der jetzt überhaupt schon wieder eingeschnappt? Boah, das ist so ein Macho! Wenn irgendwer mal nicht nach seiner Pfeife tanzt, spielt er gleich wieder den Beleidigten. Verdammter Proll! Aber so kann der mit mir nicht umspringen. Das lasse ich mir nicht gefallen. Der wird jetzt sein blaues Wunder erleben. Sie stapfte wütend zur Tür und riss sie auf. Währenddessen hatte sich Cem auf sein Bett fallen lassen und die Musik aufgedreht. Er dachte an ihr Gespräch von eben zurück. Er war verletzt und enttäuscht von Lenas Verhalten. Es war ihm unverständlich wie sie ihn einfach so vor der verschlossenen Tür hat stehen lassen und ihn nicht einmal anhören wollte. Dabei wollte er doch einfach nur mit ihr reden und die Sache zwischen ihnen klären. Das konnte ja so nicht zum Dauerzustand ausarten. Man, wie kann die Tussi es wagen mich einfach so abzuwimmeln? Die hat mich ja nicht mal erklären lassen. Das kann die doch mit mir nicht machen. Alter, ich fass‘ es einfach nicht. Sie kann manchmal echt voll süß sein und total lieb gucken. Und dann auf einmal ist die wieder voll schräg drauf und total abweisend. Ich lass‘ mich doch nicht verarschen. Er setzte sich wieder auf und drehte die Lautstärke der Anlage wieder etwas runter. Lena ging schnellen Schrittes über den Flur, blieb‘ kurz vor Cems Zimmer stehen und hämmerte mit der Faust gegen die Tür. Cem zuckte erschrocken zusammen. Noch bevor er irgendetwas sagen konnte, riss Lena die Tür auf, kam herein und schlug sie mit einem lauten Knall wieder zu. Sie ging ein paar Schritte auf ihn zu und funkelte ihn mit bösen Blicken an.

Cem stand auf und war völlig perplex und überrumpelt. Damit hatte er jetzt irgendwie nicht gerechnet. „Cem Öztürk, Du bist so ein Vollidiot! Du denkst wohl auch, nur weil Du Türke bist, kannst Du Dir bei Frauen alles erlauben. Aber mit mir kannst Du nicht so umspringen. Ich lasse mir das nicht länger gefallen. Hast Du verstanden? Diese Spielchen kannst Du mit Deiner Trulla veranstalten, aber nicht mit mir.“ Lena stockte um kurz Luft zu holen. Sie hatte ihre Predigt praktisch in einem Atemzug runter gerattert. Alter, hat die noch alle beisammen?! Wovon redet die überhaupt? Und wieso kackt die mich jetzt schon wieder so an? Die hat doch ‚nen Sprung in der Schüssel. Cem wurde nun auch richtig wütend und zeigte ihr in Rage einen Vogel. „Sag‘ mal, tickst Du noch ganz richtig oder haben Sie Dir irgendwie ins Gehirn geschissen!? Was laberst’n Du da eigentlich für’n Müll? Komm‘ mal wieder runter, ey.“ Was erlaubt der sich eigentlich in diesem Ton mit mir zu reden!? „Wie redest Du überhaupt mit mir? Und was sollte der Scheiß vorhin? Was laberst Du mich erst voll, dass Du mit mir reden willst und dann sagst Du, es wäre eh nichts Wichtiges und haust beleidigt wieder ab?“ Ey, hat die ihre Tage oder warum dreht die jetzt alles um? Ist ja nicht zum Aushalten dieses Rumgezicke. „Du machst mir Vorwürfe!? Das glaub‘ ich jetzt echt nicht! Ich wollte mit Dir reden um diese Sache zwischen uns zu klären. Und Du laberst mich mit bescheuerten Ausreden voll und wimmelst mich einfach so wieder ab. Und jetzt beschwerst Du Dich, dass ich dann wieder gegangen bin oder was!?“ Lena gingen so langsam die Argumente aus. „Du hast doch gesagt, dass es jetzt eh nicht mehr so wichtig ist.“ Cem ging noch ein Stück auf Lena zu. Nun stand beinahe direkt vor ihr und schaute ihr tief in die Augen. „Ja, weil ich sauer war, dass Du mich einfach vor der Tür stehen gelassen hast.“ Lena wandte ihren Blick ab. Sie konnte es nur schwer ertragen ihm in die Augen zu schauen ohne gleich wieder einen schwachen Moment zu bekommen. Aus irgendeinem Grund verschlug es Lena die Sprache. Sie fühlte sich unfähig etwas darauf zu erwidern. Sie spürte seine Nähe, seine Wärme und seinen Atem auf ihrem Gesicht. Sein unverwechselbarer Duft, der sie jedes Mal verwirrte, stieg ihr in die Nase. Da ist es wieder dieses unbeschreibliche Kribbeln im ganzen Körper wenn er in meiner Nähe ist. Dieses Herzklopfen. Er riecht wieder so gut. Und wie er mich anschaut. Wenn ich ihm jetzt in die Augen schaue, kann ich für nichts mehr garantieren. Also sollte ich es lieber nicht wagen. Oder? Man, ihre Nähe macht mich noch ganz verrückt. Ich würde sie so gerne berühren und sie küssen. Cem umfasste langsam und ganz vorsichtig ihre Hände. Sofort durchflutete eine wohlige Wärme ihren ganzen Körper. Langsam wagte sie es in seine braunen Augen zu schauen. Und da war es wieder um sie geschehen. Lena fühlte sich unfähig sich gegen Cem und ihre Gefühle zu wehren. Sie flüsterte beinahe. „Scheiß Türke.“ „Dämliche Deutsche.“ Cem umfasste ihre Taille und zog sie ganz nah an sich heran sodass sich ihre Körper berührten. Langsam näherten sich ihre Gesichter bis sie sich beinahe berührten.
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Mo Okt 01 2012, 01:50

Kapitel 12

Doch kurz bevor ihre Lippen miteinander verschmelzen konnten, klingelte plötzlich Cems Handy. Beide zuckten erschrocken zusammen. Lena atmete tief durch und fuhr sich mit den Händen durchs Haar während sie einen Schritt zurück wich. Cem war sichtlich genervt als er sein Handy aus der Hosentasche fischte und den Namen des Störenfrieds auf dem Display aufblinken sah. „Alter, was will die denn jetzt von mir?“ Lena riskierte einen Blick zu Cem rüber und konnte erkennen, dass es Ulla war die ihn anrief. Man, ey, die hat die ganze Stimmung ruiniert. Es war gerade so schön mit Lena und jetzt muss die dumme Kuh alles kaputt machen. Ob Lena gesehen hat wer anruft? Dann gibt’s gleich wieder Stress. Lena musste kräftig schlucken und die Realität brach mit voller Wucht wieder über sie herein. Was will die blöde Trulla denn schon wieder von meinem Cemi? Die soll bloß die Finger von ihm lassen. Obwohl, eigentlich sollte ich ihr dankbar sein, dass sie mich aus der ausweglosen Situation befreit hat. Ansonsten hätten wir uns geküsst. Au weia, gerade noch mal Glück gehabt. Aber wieso eigentlich? Ist es nicht das, was ich immer wollte? Cem küssen, mit ihm zusammen sein, seine Nähe spüren. Man, Lena, er ist mit Ulla zusammen. Wann kapierst Du das denn endlich mal? Schlag‘ ihn Dir aus dem Kopf. Lena räusperte sich kurz bevor sie sich eine bissige Bemerkung nicht verkneifen konnte. „Was ist? Willst Du nicht rangehen? Ist bestimmt wichtig wenn sie Dich so spät noch anruft.“ Cem blickte sie irritiert an und schmiss das Handy aufs Bett. „Warum sollte ich?“ Nun war auch Lena verwirrt. „Naja, Deine Sache wie Du mit Deiner Freundin umgehst. Vielleicht steht sie ja auf die Nummer.“ Das Klingeln verstummte und Cem atmete erleichtert auf. Hoffentlich hat sie jetzt kapiert, dass ich nichts mehr von ihr wissen will. „Häh? Wieso Freundin?“ Lena stemmte die Hände in die Hüften und blickte ihn zornig an. „Cem, verarsch‘ mich nicht. Ich hab‘ doch genau gesehen, dass Trulla, äh, Ulla, Dich eben angerufen hat.“ Ja, aber sie ist nicht meine Freundin. Lena, jetzt fang‘ bitte nicht wieder an mir eine Szene zu machen. „Ähm, ja, das war Ulla. Aber das ist doch jetzt auch egal.“ Ach, egal ist das also. Gut, wie Du meinst, Cem. In dem Moment klingelte das Handy erneut und Cem blickte genervt auf das Display. Lena wurde wütend. „Man, nun geh‘ doch endlich an das Scheiß-Telefon. Sonst gibt die nie Ruhe.“ Mit diesen Worten drehte sie sich um und ging zur Tür. Cem wollte Lena noch aufhalten, aber schon knallte sie die Tür hinter sich zu. „Lena, warte, lass‘ uns reden.“ Wütend nahm er das Gespräch an. „Man, Ulla, ey, lass‘ mich einfach in Ruhe. Ich hab‘ keinen Bock mit Dir zu reden. Tschüss.“ Ohne eine Antwort von Ulla abzuwarten, beendete er das Telefonat auch wieder und ließ sich traurig auf sein Bett fallen.

Lena verschanzte sich mit ihrer Kamera im Bad. Auf dem Klodeckel sitzend nahm sie eine Videobotschaft für Kathi auf. „Hey Kathi, ich hab’s mal wieder voll vermasselt. Ich glaub‘, ich bin einfach kein Beziehungstyp und sollte mich damit abfinden. So dämlich kann man doch gar nicht sein, oder!? Ich meine, Cem hatte vorhin bei mir geklopft und wollte reden. Und ich Vollpfosten habe ihn einfach mit faulen Ausreden wieder weggeschickt. Die er mir nebenbei bemerkt sowieso nicht abgekauft hat. Als er dann wütend wieder abgezogen ist, sind bei mir irgendwie sämtliche Sicherungen durchgeknallt und ich bin ihm hinterher gerannt in sein Zimmer. Dort haben wir uns angeschrien und hätten uns beinahe erneut fast geküsst. Bis sein blödes Handy klingelte und Ulla-Trulla dran war. Er ist aber nicht ran gegangen. Und ich dumme Nuss habe ihn schon wieder stehen lassen. Man, was ist denn nur mit mir los? Bin ich völlig unfähig eine Beziehung zu führen? Ich krieg‘ die Krise. Ich halte das alles nicht mehr aus hier. Cems Nähe macht mich wahnsinnig. Ich muss hier mal ein paar Tage raus und weg von allem. Meinst Du, es gibt ‚ne Möglichkeit, dass ich bei Axel unterkommen könnte? Du, ich glaub‘, ich frag‘ den morgen mal direkt. Ich pack‘ das einfach gerade nicht mit Cem vernünftig zu reden. Hab‘ Dich lieb und komm‘ bald wieder! Ciao.“ Nach einer ziemlich unruhigen Nacht klärte Lena alles Notwendige mit Axel und der Heimleitung. Zu ihrer Erleichterung hatte Axel sie irgendwie überzeugen können, dass Lena ein paar Tage dort bleiben könnte. Am Frühstückstisch musste sie jetzt nur noch Doris ihr Vorhaben irgendwie glaubhaft verklickern. Während des Frühstücks schaute Cem sie unaufhörlich an und Lena wurde ganz nervös unter seinen Blicken. Doris bemerkte natürlich, dass Lena mit ihren Gedanken ganz woanders war. „Gürkchen, was ist los mit Dir? Du bist so still heute Morgen? Ist irgendwas passiert?“ Das war ja klar, dass sie es gleich wieder merken würde. Nun muss ich ihr nur noch klar machen, dass ich ein paar Tage bei Axel bleiben muss. „Alles okay. Aber dem Axel geht’s momentan nicht so gut. Ich werde ein paar Tage bei ihm bleiben. Er braucht mich jetzt.“ Doris legte ihr Brötchen zurück auf den Teller und blickte Lena erschrocken an. Cem verschluckte sich fast an seinem Kaffee als er hörte was Lena da sagte. Alter, die kann jetzt nicht einfach gehen. Und schon gar nicht zu Spasti. Das dürfen die ihr nicht erlauben. „Was ist denn mit Axel, Gurke? Braucht er meine Hilfe?“ Lena suchte fieberhaft nach einer Erklärung. „Nein, nein, er… er hat Probleme mit… mit seiner Freundin. Und naja, jetzt hat er halt ein bisschen… Liebeskummer und so.“ Cem musste husten und starrte Lena mit großen Augen ungläubig an. Die lügt doch wie gedruckt. Der Spast hat doch keine Freundin. Die will mir doch nur aus dem Weg gehen. „Seit wann hat’n Spasti ‚ne Freundin?“ Lena beachtete Cems Aussage gar nicht. Auch Doris blickte etwas überrascht. „Davon hat er mir ja gar nichts erzählt. Warum kommt er denn dann nicht zu uns? Er kann doch auch hier ein paar Tage übernachten.“ Lena räusperte sich kurz bevor sie weiter sprach. „Er braucht jetzt einfach ‚nen bisschen Ruhe. Deshalb gehe ich jetzt gleich zu ihm und dann sollte es ihm in ein paar Tagen wieder besser gehen.“ Doris nickte nur und stimmte schließlich irritiert zu. „Na gut, aber wenn er mich braucht, kann er sich jederzeit melden. Richte ihm das bitte aus.“ Lena stand auf und gab Doris einen Schmatzer auf die Wange, zog sich ihre Schuhe und Jacke an, schnappte sich ihre gepackte Reisetasche und war schon auf dem Weg zur Tür raus. „Danke, bis die Tage. Tschüss.“
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Mi Okt 03 2012, 23:22

Kapitel 13

Mittlerweile war bereits eine Woche vergangen in der Lena keinen Fuß mehr in das Hause Schneider/Öztürk gesetzt hatte. Es war ein verregneter Samstag. Am Montag würde ihre Familie nach Thailand fliegen. Und sie muss morgen wohl oder übel wieder nach Hause, denn länger konnte Axel ihren Aufenthalt nicht rechtfertigen vor der Heimleitung. Es war ohnehin schon ein Wunder, dass Lena so lange dort bleiben konnte. Axel war zwar einerseits froh, dass er Lena bei sich hatte, aber inzwischen ging sie ihm ehrlich gesagt doch ein wenig auf die Nerven da sie fast ständig nur von Cem sprach. Das hielt selbst der beste Freund auf Dauer nicht aus. Nun war er doch erleichtert, dass sie morgen wieder nach Hause gehen würde. Kaum vorstellenbar, aber er brauchte jetzt doch mal ein paar Tage Erholung von ihr. Er war sowieso der Meinung, dass sie einem klärenden Gespräch nicht länger aus dem Weg gehen konnte, welches sowieso nebenbei bemerkt schon längst überfällig war. Lena hielt es ohnehin nicht noch viel länger aus, Cem nicht zu sehen, nicht in seiner Nähe zu sein. Sie vermisste ihn ganz wahnsinnig, wenn nur nicht diese Sache zwischen ihnen stehen würde. Aber auch sie schien endlich eingesehen zu haben, dass sie mit ihm reden musste. Und sie hatte den Entschluss gefasst, dass sie sich dieses Mal wie zwei Erwachsene miteinander unterhalten würden und es nicht wieder mit einer Annäherung oder gar einem Kuss enden würde. Sie musste einfach nur den nötigen Abstand zu ihm wahren um nicht wieder schwach zu werden in seiner Nähe.

Cem wurde verrückt vor Sorge um Lena. Sie und Axel hatten sich die ganze Woche in der Schule krank gemeldet und er hatte sie nicht mehr gesehen seit sie vor einer Woche das Haus verlassen hatte. Mehrmals hatte er sie versucht auf ihrem Handy zu erreichen, aber entweder ignorierte sie seinen Anruf einfach und ging nicht ran oder aber ihr Handy war ausgeschaltet. Auch auf seine SMS‘ kam nie eine Antwort zurück. Er hatte keine Ahnung ob es Lena gut ging oder sie wirklich krank war oder vielleicht sogar noch schlimmer, dass irgendetwas passiert sein könnte. In diesen Tagen traf er sich fast täglich mit Costa um ihm sein Leid und seinen Kummer zu klagen. Costa hatte ihm mehrmals versichert, dass Lena ihm nur aus dem Weg gehen würde, weil sie ihn liebte. Er hatte ihm auch geraten, sich mit ihr ganz vernünftig und in Ruhe zu unterhalten. Sie sollten endlich die Fronten klären. Er war sich absolut sicher, dass die zwei zusammen gehörten und es so langsam mal an der Zeit war zusammen zu kommen. In den ersten Tagen vermisste Cem sie sehr und er hatte Angst um sie. Mittlerweile aber hatte sein Stolz gesiegt und er redete sich stumpf ein, dass Lena ihm egal wäre und sie doch tun und lassen könnte was sie wollte. Er wollte ihr nicht weiter hinterher laufen und als Weichei dastehen wenn sie ihm wieder eine Abfuhr erteilen würde. Außerdem hatte er immer im Hinterkopf, dass Axel sich wieder an seine Lena heran machen könnte. Er stank ihm ganz gewaltig, dass sie sie die ganzen Tage mit ihm zusammen verbrachte. Er war sogar so gekränkt, dass er sich wieder bei Ulla gemeldet hatte um sich bei ihr eine gewisse Bestätigung zu holen, auch wenn er das eigentlich schon wieder bereute. Denn auch sie half ihm nicht wirklich darüber hinweg nicht mehr an Lena zu denken.

Als Lena und Axel gerade auf dem Fußboden saßen und ein paar Bücher wälzten, klingelte plötzlich ihr Handy. Sie zog es aus ihrer Hosentasche und die Festnetznummer von Zuhause blinkte auf. Sie blickte überrascht zu Axel rüber. „Bestimmt Doris die sich erkundigen will, wann ich wieder zurückkomme.“ Axel nickte und ermutigte Lena doch mal abzuheben. „Ja, dann geh‘ doch mal ran. Deine Familie macht sich bestimmt schon Sorgen um Dich.“ Lena drückte etwas widerspenstig die grüne Taste. „Ja? Hallo, mir geht’s gut.“ Axel schüttelte kaum sichtbar mit dem Kopf. Er verstand nicht, warum Lena immer gleich so genervt war wenn es um ihre Familie ging. Es war doch schließlich ganz normal, dass sie sich Sorgen um ihre Tochter machten. „Gürkchen, schön, dass ich Dich noch erreiche. Geht’s Axel wieder besser? Hat er den Liebeskummer überstanden?“ War ja klar, dass sie sich gleich nach Axel erkundigt. Sie macht sich wohl immer noch Gedanken, dass er wieder auf dumme Gedanken kommen könnte. „Ja, Doris, mach‘ Dir keine Gedanken. Axeli geht es schon viel besser.“ Doris atmete erleichtert aus. „Das ist schön, bestell‘ ihm mal liebe Grüße von uns.“ Lena rief zu Axel rüber. „Liebe Grüße von Doris und Metin.“ Axels Augen begannen zu strahlen. Er freute sich wie so ein kleiner Schneekönig über die Grüße. „Danke, das ist ja lieb von den beiden. Ganz liebe Grüße zurück.“ Lena verdrehte die Augen. „Er freut sich riesig. Liebe Grüße zurück.“ Am anderen Ende der Leitung hörte sie ein kurzes Lachen. „Ich hab‘ ihn gehört, Gurke. Weswegen ich anrufe, wir wollten Dir eigentlich nur kurz Bescheid geben, dass wir schon früher fliegen.“ Lena riss die Augen auf. „Wie schon früher? Wann geht’s denn los?“ Doris quietschte vergnügt. „Unser Flieger geht in zwei Stunden. Deswegen muss ich auch schon wieder Schluss machen. Wir müssen los zum Flughafen.“ Nun war Lena doch sehr überrascht. Die können es wohl kaum erwarten von hier weg zu kommen. „Heute schon? Okay, schön. Dann grüß‘ Yagmur mal von mir und macht Euch einen schönen Urlaub.“ Doris schien schon in heller Aufregung und wollte das Gespräch auch schnell wieder beenden. „Den werden wir bestimmt haben. Wir schreiben Euch dann eine Postkarte. Ach so, heute Abend hat Cem ein paar Leute eingeladen. Er sagte etwas von einer Party. Nun müssen wir aber wirklich. Pass‘ auf Dich auf und kriegt Euch nicht wieder in die Haare. Bis bald. Tschüssi.“ Dann hörte Lena auch schon das Tuten in der Leitung. Sie blickte Axel verdutzt an. „Sie fliegen heute schon. Und Cem feiert heute Abend eine Party.“ Axel legte das Buch beiseite und blickte Lena an. „Oh, doch schon so früh?“ Lena stand auf und fing an zu grübeln. „Axel, Du musst mich heute Abend nach Hause begleiten. Ich kann nicht alleine auf die Party gehen.“ Nun stand auch Axel auf und ging auf Lena zu. „Wieso willst Du denn auf die Party? Du bist doch gar nicht eingeladen. Außerdem habe ich überhaupt keine Lust zum Feiern.“ Lena grummelte etwas vor sich hin und blickte ihn flehend an. „Och, Axeli, bitte, komm‘ schon, tu’s für mich. Bitte. Und außerdem brauche ich keine Einladung. Ich wohne schließlich auch da.“ Axel hatte nach den ganzen Tagen zusammen mit Lena irgendwie keine Lust auf Diskussionen und gab‘ freiwillig nach. Auch wenn er diese Idee für absolut bescheuert hielt. „Na gut, ich komme mit. Aber nicht, dass es wieder zwischen Euch eskaliert. Und spätestens morgen redet Ihr miteinander.“ Lena sprang ihm freudig in die Arme und küsste ihn übermütig auf die Wange. „Danke, Axeli. Du bist einfach klasse.“
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Do Okt 04 2012, 02:18

Kapitel 14

Als Lena und Axel abends nach Hause kamen dröhnte ihnen laute Musik entgegen. Drinnen waren schon einige Leute ziemlich angeheitert. Ein paar standen in irgendeiner Ecke und unterhielten sich lachend, andere saßen auf der Couch und knutschten herum, ein paar wenige tanzten auch ausgelassen zum Beat. Na das fängt ja schon gut an. Wann haben die denn schon angefangen zu trinken? Und wo ist Cem überhaupt? Lena zog Axel hinter sich her und reckte ihren Kopf in alle Richtungen um nach Cem Ausschau zu halten. Doch leider ohne Erfolg. Axel entgingen Lenas suchende Blicke natürlich nicht. „Er ist nicht hier. Vielleicht noch oben.“ Er deutete mit dem Kopf Richtung Treppe. Lena nickte zustimmend. Wahrscheinlich knutscht er gerade mit Ulla in seinem Zimmer herum. Oder vielleicht sogar noch schlimmer. Lena schüttelte sich kräftig. Nein, denk‘ nicht schon wieder an so was. „Komm‘ mit. Wir bringen unsere Sachen in mein Zimmer.“ Die beiden bahnten sich ihren Weg zwischen einigen Leuten die Treppe hinauf und gingen über den Flur bis zu ihrem Zimmer. Als Lena die Tür öffnete, blieb‘ sie wie erstarrt mit offenen Mund und weit aufgerissenen Augen stehen. Axel folgte ihrem Blick und hielt ebenfalls kurz hinter Lena inne. Der Anblick der sich ihr bot riss ihr förmlich den Boden unter den Füßen weg und ein gewaltiger Schmerz schoss durch ihren gesamten Körper. Es fühlte sich an als ob ihr jemand das Herz mit voller Gewalt aus der Brust reißen würde. NEIN! Bitte lass‘ mich sofort sterben. Das halte ich nicht aus. Wieso? Lena spürte wie sich alles in ihr zusammen zog. Eine ungeheuerliche Wut stieg in ihr auf die ihren Schmerz in diesem Moment noch zu überdecken schien. Dort lag Cem auf ihrem Bett und Ulla saß auf ihm drauf. Sie beugte sich zu ihm runter und küsste ihn zärtlich. Die beiden hatten noch gar nicht bemerkt, dass sie nicht mehr alleine waren. Axel war die ganze Situation sichtlich unangenehm und er wollte Lena wieder hinaus ziehen um sich möglichst unauffällig zu verdrücken. Doch Lena schüttelte seine Hand von ihrem Arm. Ihre gesamte Wut und Enttäuschung spiegelte sich in ihrer Stimme wieder während sie die beiden ungehalten zornig anschrie. „RAUS! Raus aus meinem Bett und raus aus meinem Zimmer! SOFORT!“ Ulla, Cem und auch Axel zuckten völlig erschrocken zusammen. Cem stieß Ulla unsanft von sich runter und starrte Lena mit großen Augen panisch an. Ulla drehte sich blitzschnell um und sprang beinahe aus Lenas Bett. Cem wusste nicht was er sagen sollte. „Ey, Lena, … was machst Du… denn hier? Ich… es ist… nicht so… wie es aussieht.“ Ulla blickte peinlich berührt zu Boden und stammelte vor sich hin. „Tut mir echt leid, Lena. Wir… .“ Weiter kam sie nicht denn sie wurde von Lena barsch unterbrochen. „Hau‘ bloß ab, Du hinterhältiges Miststück.“ Ulla huschte schnellen Schrittes an ihnen vorbei und verließ das Zimmer. Auch Cem erhob sich nun ging auf Lena zu. „Ich kann Dir… das erklären. Lena, das ist… .“ Lena hatte gestrichen die Nase voll und funkelte Cem mit bösen Blicken zornig an. „Verpiss‘ Dich aus meinem Zimmer, Cem! Das ist ja wohl das allerletzte in MEINEM Bett mit der Trulla rum zu machen! Und jetzt RAUS hier! Zieh‘ Leine!“ Cem folgte betroffen ihren Anweisungen und schlich sich zur Tür hinaus. Scheiße, was habe ich nur getan!? Jetzt ist alles aus.

Axel ging auf Lena zu und betrachtete sie aufmerksam aus seinen Augenwinkeln. Ihr ganzer Körper bebte vor Wut und Anspannung. Ihre Augen blitzten zornig und ihre Stirn war in Falten gelegt. Sie hatte die Hände immer noch zu Fäusten geballt. „Lena, es tut mir leid.“ Lena beachtete ihn gar nicht. Sie ging aufs Bett zu und schleuderte wütend die Bettdecke und das Kissen in Yagmurs Zimmerecke rüber. Dieser verdammte Penner. So ein Mistkerl. Wie kann er mir das nur antun?! Mit Ulla-Trulla in meinem Bett herum zu knutschen. Das ist eine bodenlose Frechheit! Dieser Macho-Arsch. Dann stapfte Lena wutentbrannt in Yagmurs Zimmer rüber, öffnete das Fenster, griff sich die Bettdecke und das Kissen und warf beides mit einem Schrei in die Dunkelheit hinaus. Sie atmete schwer und schnell. Sie brauchte irgendwas um sich abzureagieren. Sonst würde sie wohl für nichts mehr garantieren können. Axel ging erneut auf sie zu und trat neben sie um ebenfalls aus dem Fenster zu schauen. „Fühlst Du Dich jetzt besser?“ Lena drehte sich immer noch wütend zu ihm um. „Machst Du Witze?!“ Axel musste schlucken. So aufgebracht hatte er Lena noch nie erlebt. Sie war ja völlig außer sich. „Tut mir leid. Ich will doch nur helfen.“ Lena stampfte aufgebracht mit den Füßen auf den Fußboden. „Helfen!? Niemand kann mir helfen. Ich bin ein hoffnungsloser Fall. Man, und hör‘ endlich auf Dich ständig für alles zu entschuldigen.“ Axel schaute sie entschuldigend an. „Sorry, war keine Absicht.“ Sie schnaufte genervt. „Du machst es ja schon wieder. Lass‘ es einfach.“ Er hob beschwichtigend die Hände. „Soll‘ ich dem Idioten eine rein hauen? Ich meine, wenn Dir das hilft, würde ich das für Dich tun, auch wenn er mich dann wahrscheinlich verprügeln würde.“ Lena dreht sich zu ihm um und starrte ihn ungläubig an. „Man, Axel, nein, Du sollst ihm keine verpassen. Du sollst … .“ Axel schaute sie fragend an. In Lena stauten sich die Emotionen nur so und sie wusste einfach nicht mehr wohin damit. Aufgelöst ging sie auf Axel zu und trommelte mit ihren Fäusten auf seinen Oberkörper. „Ich hab‘ keine Ahnung was Du tun sollst. Ich hasse ihn. Und ich hasse diese Schlampe.“ Axel umfasste sanft aber bestimmt ihre Hände und hielt sie fest, sodass Lena stillhalten musste. Dann sprach er beruhigend auf sie ein. „Tsch …, ist ja gut. Beruhig‘ Dich wieder.“ Lena versuchte sich kurz zu wehren, gab sich dann aber doch ziemlich schnell geschlagen. Sie blickte Axel mit einem verzweifelten und gleichzeitig unendlich traurigen Blick an. Und plötzlich wurde sie von einem heftigen Weinkrampf geschüttelt. Axel schloss sie ganz behutsam in seine Arme und streichelte ihr beruhigend über den Rücken. „Alles wird wieder gut. Das verspreche ich Dir.“
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Do Okt 04 2012, 22:35

Kapitel 15

Ulla stand auf dem Flur als Cem niedergeschmettert aus Lenas Zimmer kam. Er schien völlig durcheinander zu sein und lehnte sich mit dem Rücken gegen die Wand während er gedankenverloren an die Decke starrte. Ulla betrachtete ihn aufmerksam und ging auf ihn zu. Am liebsten würde Cem jetzt niemanden sehen und die Party sofort beenden. Er wollte einfach nur allein sein. Doch was sollte er dann Ulla und den anderen sagen. Er wollte doch diese Party extra um seine Gedanken von Lena abzulenken. Und nun stand sie plötzlich einfach so in ihrem Zimmer und ausgerechnet in dem Moment als er mit Ulla knutschte. Er fuhr sich mit den Händen nervös durchs Haar. „So eine verdammte Scheiße! Fuck ey, warum musste sie auch ausgerechnet jetzt wieder hier auftauchen wo sie sich die ganze Woche lang nicht blicken lassen hat. Kacke.“ Ulla gefielen diese Kraftausdrücke gar nicht. So war sie einfach nicht erzogen wurden. Sie blickte Cem ermahnend an. „Cem, solche Wörter nimmt man nicht in den Mund.“ Cem blickte sie ungläubig an. Alter, hat die keine anderen Sorgen?! „Häh, was ist los?“ Ulla kam noch ein Stück näher und legte ihre Hand auf seinen Arm. „Na, Scheiße, Fuck und Kacke. Das sagt man nicht. Aber ist schon echt blöd gelaufen, was? Ich dachte, Lena hätte sich bei Axel eingenistet und kommt so schnell nicht wieder zurück. Das ist mir jetzt echt voll unangenehm, dass sie uns beim Küssen erwischt hat.“ Sie blickte betreten zu Boden. Blöd gelaufen ist gar kein Ausdruck. Schlimmer hätte es ja schon bald nicht mehr kommen können. Außer sie hätte uns beim Poppen erwischt. „Wir hätten nicht in ihrem Bett rummachen dürfen. Das wird sie mir nie verzeihen.“ Er wurde wütend und ärgerte sich über sich selbst. Er ballte seine Hand zur Faust und schlug einmal kräftig gegen die Wand. Dann schüttelte er sich die Hand vor Schmerz. „Aaaah, Mist.“ Ulla ergriff seine Hand und streichelte sanft mit den Fingern darüber. „Das war wirklich dämlich von uns. Aber sie wird sich schon wieder einkriegen. Schlimmer kann Euer Verhältnis doch nun auch nicht mehr werden. Ich kann ja nochmal mit ihr reden.“ Cem schüttelte energisch den Kopf. „Nein, das regel‘ ich schon selbst wenn sie sich wieder etwas beruhigt hat. Die wird jetzt erst mal kein Wort mehr mit mir reden. Das kannst Du voll vergessen.“ Wie kann man auch nur so dämlich sein, Cem Öztürk!?! Er hätte sich ohrfeigen können für diese Aktion. Dann rückte Ulla ganz nah an ihn heran und küsste ihn liebevoll auf den Mund. „So, und nun hast Du genug gegrübelt für heute. Lass‘ uns runter gehen und ein wenig Spaß haben. Komm‘ schon, Cemi.“ Er ließ sich nur widerwillig mitziehen und blickte noch einmal zurück zu Lenas verschlossener Zimmertür. Verzeih‘ mir bitte, Lena.

Nachdem Lena sich wieder gefangen hatte fasste sie einen Entschluss der sie viel Überwindung kostete und der viel Stärke von ihr verlangte. Sie ging zielstrebig zum Kleiderschrank und wühlte entschlossen darin herum. Axel betrachtete ihr Vorhaben überrascht. „Lena, was hast Du vor?“ Lena antwortete ihm ohne aufzuschauen. „Na, wonach sieht’s denn bitteschön aus? Ich suche mein kurzes, schwarzes Kleid mit dem großen Ausschnitt. Mist, das muss hier doch irgendwo sein.“ Axel schaute sie immer noch verdutzt an. „Was willst Du denn jetzt damit?“ Lena antwortete mit leicht genervter Stimme. „Na was schon, Axel!? Anziehen!“ So langsam dämmerte es Axel was Lena mit dieser Nummer bezwecken wollte. Und er hatte ehrlich gesagt gar keine Lust auf so eine Eifersuchts-Aktion. Er ließ sich lustlos aufs Bett plumpsen. „Och ne, Lena, komm‘ schon. Tu‘ Dir das jetzt bitte nicht an.“ Lena kramte unbekümmert weiter. „Ich weiß gar nicht was Du meinst. Ich will lediglich ein bisschen feiern und Spaß haben. Schließlich steigt da unten eine Party.“ Axel seufzte laut auf. „Tu‘ doch nicht so unschuldig. Ich weiß ganz genau was Du vorhast. Das machst Du doch nur um Cem eifersüchtig zu machen und um ihm zu zeigen was er verpasst.“ Doch Lena war fest entschlossen und ließ sich von nichts und niemanden von ihrem Vorhaben abhalten. „Na und wenn schon!? Soll er doch sehen was er hätte haben können. Aber er hat sich ja für seine Trulla entschieden. Also soll er doch glücklich mit der blöden Kuh werden. Aber ich lasse mir nicht meinen Spaß verderben. Ich kann auch ohne ihn glücklich sein.“ Kann ich zwar nicht, aber das muss Cem ja nicht merken. Der soll schön sehen was er von seiner Scheiß-Aktion hat und in der Hölle schmoren. „Oh man, Lena, das ist doch eine Schnapsidee. Du machst Dich doch nur unglücklich. Und alles nur um Cem eifersüchtig zu machen. Ist es das wirklich wert? Das hast Du doch gar nicht verdient.“ Endlich wurde sie fündig und hielt triumphierend das gesuchte Kleid in die Luft. „Hah, da ist es ja. Und diese Schuhe hier passen perfekt dazu.“ Stolz präsentierte sie Axel schwarze High Heels passend zum Kleid. Rasch entledigte sie sich ihrer Klamotten und zog sich eine schwarze Strumpfhose, die High Heels und das kurze, enganliegende schwarze Kleid an. Sie warf einen kurzen prüfenden Blick in den Spiegel. „Hm, da fehlt noch etwas Make-up. Dann ist es perfekt.“ Axel schüttelte mit dem Kopf beobachtete den ganzen Zirkus den Lena da veranstaltete mit äußerst gemischten Gefühlen. Sie sah wirklich toll aus, gar keine Frage. Sogar sehr sexy wenn er ehrlich war. Aber der Grund warum sie sich so aufbrezelte passte ihm so ganz und gar nicht. Nachdem Lena sich fertig geschminkt und die Haare hochgesteckt hatte sah sie Axel fragend an. „Und? Wie sehe ich aus?“ Axel stand auf und ging auf sie zu. „Du siehst toll aus. Aber … .“ Das reichte Lena schon als Antwort und sie zog ihn an der Hand zur Tür raus. „Danke, das wollte ich hören. Und jetzt gehen wir feiern.“
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Fr Okt 05 2012, 17:30

Kapitel 16

Als Lena mit Axel im Schlepptau unten ankam, machten sie sich erst mal auf den Weg in die Küche um sich etwas zu trinken zu holen. Die beiden entschieden sich für Bier und gingen mit den Flaschen zurück ins Wohnzimmer wo sie sich in eine Ecke stellten und die Leute beobachteten. Lena stellte sich mit dem Rücken an die Wand und Axel stand leicht schräg neben ihr. Sie prosteten sich zu und Lena trank die erste Flasche in wenigen Minuten aus. Axel beäugte dies etwas kritisch und bemerkte nebenbei wie Lena die Blicke der doch schon leicht betrunkenen Männer auf sich zog. Und das gefiel ihm ehrlich gesagt überhaupt nicht. Es missbilligte ihm sowieso gewaltig, dass sie sich so aufreizend gekleidet hatte. Das hatte sie doch überhaupt nicht nötig. Sein Blick fiel auf Cem und Ulla die auf der anderen Seite des Raumes nebeneinander standen und sich unterhielten. Doch Cem schien irgendwie mit seinen Gedanken ganz woanders zu sein. Dann blickte Cem zu ihnen rüber und sein Blick blieb gebannt an Lena hängen. Er war völlig baff von ihrem Aussehen. Boah, sieht die geil aus. Für dieses Outfit braucht man ja glatt `nen Waffenschein. Dann bemerkte er auch die Blicke der anderen jungen Männer die Lena gierig anstarrten und scheinbar auf nicht ganz jugendfreie Gedanken kamen. Cem ballte ungewollt die Hände zu Fäusten. Was glotzen die denn alle so blöd? Wehe, die fassen sie an. Dann kriegen die aber so eine auf’s Maul. Wie kann die hier auch nur so halbnackt rumlaufen vor all‘ den Typen?! Das geht ja mal gar nicht. Die soll sich gefälligst wieder was anständiges anziehen. Nun bemerkte auch Lena wie Cem sie regelrecht anstarrte. Sie blieb‘ für einen kurzen Moment lang an seinem Blick hängen und sie erkannte, dass es ihm gar nicht zu gefallen schien, dass sie von allen anderen hier angegafft wurde. Sie rümpfte trotzig die Nase und zupfte erst ihren Ausschnitt zu Recht und anschließend das Kleid. Ja, guck‘ Du nur. Das hättest Du alles haben können. Aber Du bist ja lieber mit dieser dämlichen Tussi zusammen. Die kann Dir DAS bestimmt nicht bieten, Du Proll. Lena griff sich provozierend eine zweite Flasche Bier und leerte sie binnen weniger Sekunden. Nun bemerkte auch Ulla, dass Cem die ganze Zeit zu Lena rüber starrte. Sie musste erst mal tief durch atmen als sie ihr knappes, aufreizendes Outfit sah. Sie wusste genau was Lena damit bezwecken wollte. Und so wie es aussah, schien Cem ganz angetan davon zu sein. Sie knuffte ihn spielerisch an die Seite um seinen Blick auf sie zu lenken. „Hey, Cemi, wollen wir tanzen?“ Cem wurde jäh aus seinen Gedanken gerissen und blickte Ulla verständnislos an. „Ey, wieso willste denn tanzen?“ Ulla konterte sofort. Sie hatte keine Lust auf noch mehr Stress heute Abend. „Na, um Dich mal so langsam auf andere Gedanken zu bringen. Oder willst Du Lena etwa den ganzen Abend lang anstarren?“ Cem wurde langsam sauer als er sah, dass einige Typen Lena unentwegt anguckten und mit ihr flirteten. „Ey, Alter, guck‘ mal wie die rum läuft! Die muss sich was anderes anziehen. Das geht ja gar nicht. Wer weiß was die notgeilen Typen sonst mit ihr machen.“ Genau darauf hatte Ulla keinen Bock. Sich die ganze Zeit über Lena zu unterhalten. Sie war hier um mit Cem einen schönen Abend zu verbringen. Also zog sie ihn einfach mit sich auf die Tanzfläche. „Nun lass‘ sie doch einfach. Axel wird schon auf sie aufpassen. Der ist ja bei ihr. Ich will jetzt endlich mit meinem Cemi tanzen.“ Cem ließ sich nur widerwillig mitziehen, aber nicht ohne den Blick von Lena abzuwenden. Schließlich fühlte er sich verantwortlich für sie.

Lena versuchte Cem eifersüchtig zu machen indem sie Axel zu sich heran zog und ihm etwas ins Ohr zu flüstern schien. „Axeli, schau‘ mal, mein Plan scheint ja zu funktionieren. Magst Du mit mir tanzen?“ Auf Axels Lippen bildete sich ein kleines Lächeln. Was für eine Frage. Natürlich möchte er mit Lena tanzen. Nichts gäbe es was er in diesem Moment lieber täte. Und er musste zugeben, dass er doch ein wenig stolz darauf war mit der heißesten Frau des Abends über die Tanzfläche gleiten zu dürfen. Auch wenn ihm der Zweck dieser Aktion gewaltig gegen den Strich ging. Er kniete sich galant hin und reichte ihr höflich die Hand zum Tanz. „Dürfte ich um diesen Tanz bitten, Mademoiselle Lena?“ Lena musste lachen und sie beschloss mitzuspielen. Sie machte einen kurzen Knicks und streckte ihm dann ihre Hand entgegen. „Mit dem größten Vergnügen, Monsieur Axel.“ Er nahm ihre Hand strahlend entgegen und gab ihr einen sanften Kuss darauf. Dann erhob er sich wieder und führte sie stolz auf die Tanzfläche. Cem tanzte inzwischen mit Ulla und funkelte mit bösen Blicken zu Lena und Axel rüber. Es machte ihn rasend wie sie jetzt mit ihm so eng tanzte. Axel legte eine Hand vorsichtig auf ihre Taille und mit der anderen umfasste er sanft ihre. Da nun eine langsame Melodie aus den Lautsprechern ertönte, zog er sich ganz nah an sich heran und Lena legte ihren Kopf an seine Schulter. Sie begannen ganz langsam sich im Takt der Musik zu bewegen. Lena und auch Axel entgingen die eifersüchtigen Blicke von Cem und Ulla nicht. Ulla zog Cem ebenfalls ganz nah an sich heran und streichelte ihm über die Wange. Axel flüsterte Lena leise etwas zu. „Dein Plan scheint aufzugehen. Hast Du bemerkt wie er Dich schon die ganze Zeit über beobachtet? Und Ulla scheint auch schon ziemlich angefressen zu sein. Ich glaube, da gibt es heute noch mächtig Zoff im Paradies.“ Lena schmiegte sich noch enger an Axel und lächelte triumphierend. „Es scheint ihm jedenfalls nicht entgangen zu sein, dass auch andere Kerle mich die ganze Zeit über anflirten. Und die Tatsache scheint dem Herrn wohl doch nicht so ganz zu gefallen.“ Axel legte nun auch seinen anderen Arm um Lena und musste grinsen. „Jedenfalls scheint Cem sich mehr für Dich zu interessieren als für seine Freundin. Ich glaube, Ulla platzt gleich vor Eifersucht.“ Nun wurde Cems Macho-Gen so allmählich aber gewaltig angestachelt und er wollte den Spieß umdrehen. Alter, was die kann, kann ich schon lange. Die will mich doch voll fett provo… herausfordern halt. Mal sehen, wie Dir das gefällt. Ohne lange zu überlegen zog er Ulla ganz nah an sich heran und presste seinen Lippen wild auf ihre während seine Hand auf ihrem Po ruhte. Gleich wird sie durch drehen. Das lässt sie nicht kalt. Und tatsächlich versetzte ihr diese Knutscherei erneut einen gewaltigen Stich ins Herz. Wie Du mir, so ich Dir, Du Arschloch. Ohne an die Konsequenzen zu denken, zog sie Axels Gesicht zu sich ran und presste ihre Lippen auf seine. Axel war im ersten Moment total perplex, erwiderte dann aber ihre Küsse. Cem und Lena blickten sich eifersüchtig und herausfordernd immer wieder an während sie Axel und Ulla küssten. Alter, wie kann die mir das nur antun? Hat die etwa wieder was mit Spasti?
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Sa Okt 06 2012, 14:21

Liebe Flyingrose,

dem gruseligen Wetter sei Dank, dass ich die Zeit gefunden habe, einmal deine Story zu lesen. Zunächst bin ich da ziemlich skeptisch rangegangen. Die Serie selbst sagt mir etwas, hab sie aber leider nie gesehen. Also dachte ich mir, na gut, lies halt mal ein zwei Kapitel. Umso beeindruckter bin ich, wie du es dennoch mit deinem mitreißenden Schreibstil geschafft hast, einen Unwissenden wie mich (unbekannte Charaktere, unbekannte Hintergründe) mit deiner Story zu fesseln. Und auch wenn dieser Teeniekram für mich schon recht alter Tobak ist, ist es doch amüsant, das zu lesen und sich in dieses Gefühlschaos deiner beiden Hauptprotagonisten einzufühlen und mit Cem und Lena zu leiden, genauso wie mit den armen Opfern Axel und Ulla. Bin gespannt, was im Hause Schneider/Ötztürk während der Abwesendheit von Hasi 1 und Hasi 2 sowie dem Rest noch so abgeht.

Wirklich sehr gelungen, gefällt mir.

Liebe Grüße, Mini Smile

_________________
„Vor dem Schicksal zu fliehen,
ist manchmal der beste Weg,
um zu sich selbst zu finden.“
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Flyingrose

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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Sa Okt 06 2012, 16:45

Kapitel 17

Diese wilde und völlig unkontrollierte Knutscherei ging über mehrere Minuten. Ulla schien ganz hin und weg von Cems stürmischen Küssen zu sein. Irgendwie hatte sie das gar nicht von Cem erwartet so vor allen Leuten in der Öffentlichkeit. Da sie so vertieft darin war, bemerkte sie gar nicht, dass Cem immer wieder zu Lena rüber starrte und die beiden sich praktisch nur duellierten und es für sie zu einer Art Wettstreit ausartete. Nach der anfänglichen Überrumpelung von Lena genoss Axel die Küsse. Er hatte ganz vergessen wie gut Lenas Küsse eigentlich schmeckten. Für kurze Zeit fühlte er sich beinahe schwerelos. Doch dann kam er ganz schnell wieder zur Besinnung und erkannte den eigentlichen Zweck dieser Aktion von Lena. Ihm wurde schlagartig bewusst auf was er sich hier eingelassen hatte und welche Auswirkungen die Küsse nach sich ziehen könnten. Er musste diesen Irrsinn hier auf der Stelle beenden. Er versuchte Lena ganz sanft von sich wegzudrücken und versuchte sie vorsichtig wieder zur Besinnung zu bringen. „Lena, wir… sollten das….“ Lena zog ihn wieder zu sich heran und presste ihre Lippen erneut auf seine. Axel fielen die provozierenden Blicke zwischen Lena und Cem auf und er fühlte sich nur noch mehr darin bestärkt, dass dieser Wahnsinn sofort ein Ende haben musste. Wieder drückte er Lenas Körper mit den Händen von sich weg. „Wir dürfen das nicht tun.“ Lena sah ihren Plan in Gefahr und drückte ihren Körper erneut an Axels und küsste ihn abermals. „Halt‘ die Klappe und mach‘ weiter.“ Axel räusperte sich kurz und drückte Lena wieder von sich weg. Doch dieses Mal etwas energischer als bei den vorherigen Malen. Er schaute sie eindringlich an und hielt sie an den Oberarmen fest damit sie ihm nicht wieder näher kommen konnte. „Lena, hör‘ auf damit. Das ist nicht richtig.“ Lena wandte ihren Blick von Cem und Ulla ab und blickte Axel mit großen Augen an. In ihrem Blick lag eine Mischung aus Unverständnis und Verzweiflung über die schroffe Zurückweisung. „Hey, was ist denn los? Warum hörst Du auf mich zu küssen?“ „Weil es falsch ist. Du veranstaltest dieses ganze Theater doch nur um Cem eifersüchtig zu machen.“ Lena rollte genervt mit den Augen. „Ja, klar, das scheint ja auch zu klappen.“ Axel versuchte inständig Lena endlich zur Vernunft zu bringen. „Das ist doch totaler Wahnsinn was Ihr hier veranstaltet. Ihr seid so was von egoistisch. Das ist echt zum Kotzen.“ Lena traute ihren Ohren kaum und stemmte aufgebracht die Hände in die Hüften. Hat der jetzt ´nen Knall? Wieso sind Cem und ich denn egoistisch? „Hallo?! Sag‘ mal, geht’s noch, Axel? Wieso sind wir egoistisch?“ Axel hatte echt keinen Bock mehr auf dieses Kindertheater und gestrichen die Schnauze voll, dass er hier den Puffer für die Streitereien von den beiden spielen sollte. „Weil Ihr nur an Euch denkt mit diesem Eifersuchts-Scheiß. Ihr zieht andere damit rein und benutzt sie für Eure Zwecke. Und die Konsequenzen sind Euch dabei völlig egal. Ihr spielt rücksichtslos mit deren Gefühlen. Und alles nur, weil Ihr zu feige seid miteinander zu reden. Und damit ist jetzt auf der Stelle Schluß!“ Für einen Moment lang stockte Lena der Atem. So eine klare Ansprache hatte sie von Axel noch nie erlebt. „Was soll das heißen? Was hast Du vor?“

Cem und Ulla hatten die Unstimmigkeiten zwischen Lena und Axel mit angesehen und bei Cem läuteten schon wieder die Alarmglocken. Was ist denn bei denen los? Macht der Spast wieder Ärger? Wenn der Lena weh tut bekommt der es mit mir zu tun. Das schwör‘ ich. „Was gibt’s denn da für’n Problem? Macht Spasti wieder Ärger?“ Als Ulla abwechselnd von Cem zu Lena und Axel und wieder zurück zu Cem blickte, fiel es ihr plötzlich wie Schuppen von den Augen. Ihr wurde mit einem Mal bitter bewusst, dass Cem diesen ganzen Zirkus hier nur veranstaltet hatte um Lena eifersüchtig zu machen und es zu einem Wettkampf ausarten zu lassen wer dem anderen mehr Schmerz zu fügen kann. Tränen der Enttäuschung stiegen ihr in die Augen als sie sich vor Cem stellte und ihn verachtend ansah. „Du bist so ein Macho, Cem. Das hätte ich nie von Dir gedacht. Ich hoffe, Du wirst glücklich mit Deiner Traumfrau und verarscht sie nicht genauso wie mich. Ich will Dich nie wiedersehen.“ Aus Reflex verpasste sie ihm eine schallende Ohrfeige und verschwand durch die Haustür nach draußen. Cem blieb‘ einige Sekunden lang wie angewurzelt stehen und starrte ihr irritiert hinterher. Lena und Axel hatten die ganze Situation aufmerksam beobachtet. Dann trafen sich die Blicke von Lena und Cem und blieben für einige Sekunden fesselnd aneinander hängen. Axel hatte nun endgültig genug von diesem ständigen Hin und Her und stapfte schnurstracks auf Cem zu nachdem er sich noch kurz an Lena wandte. „Sorry, Lena, ich muss das jetzt tun. Und irgendwann wirst Du es mir noch danken.“ Lena fühlte sich total überrumpelt und eilte ihm hinterher. „Axel, was hast Du vor? Tu‘ jetzt bitte nichts Unüberlegtes. Bitte.“ Doch Axel ignorierte sie vollkommen. Cem sah die beiden auf sich zukommen und verschränkte demonstrativ abwehrend die Arme vor der Brust. Was will’n der jetzt von mir? Der kann gleich wieder `nen Abgang machen. Lena ahnte nichts Gutes und ein kalter Schauer lief ihr den Rücken runter. Sie wollte Axel noch am Arm packen und ihn zurück halten, doch da stand er bereits vor Cem. Lena flehte ihn an nichts zu sagen, doch leider ohne Erfolg. „Axel, bitte sag‘ jetzt nichts.“ Nun wurde auch Cem hellhörig. „Was wird denn das hier wenn’s fertig ist?“ Lena zuckte resigniert mit den Schultern. Axel schubste Cem gegen die Wand und machte seinem angestauten Ärger Luft. „Jetzt ist Schluss mit diesem ganzen Blödsinn. Ihr werdet Euch jetzt endlich miteinander unterhalten und diese Sache zwischen Euch klären. Ist das klar? Ihr führt Euch ja auf wie die kleinen Kinder. Habt Ihr das verstanden?“ Cem wollte protestieren. „Man, ey, Alter, Du hast mir überhaupt nix zu sagen.“ Auch Lena hatte Widerworte. „Axel, was soll denn der ganze Mist hier?“ Nun platzte Axel endgültig der Geduldsfaden. „Man, wie blind muss man eigentlich sein?!? Du liebst Cem und Du liebst Lena. Grrr…., Ihr beiden Sturköpfe macht Euch das Leben unnötig schwer, weil Ihr Euch nie richtig zuhört. Was ist denn daran so schwer Euch endlich mal Eure Gefühle zu gestehen!? Ich kapier’s einfach nicht.“ Lena und Cem standen regungslos da und schauten Axel sprachlos an. Axel winkte nur hoffnungslos ab und machte auf dem Absatz kehrt um zu gehen. Seine Geduld war echt am Ende. „Ach, macht doch was Ihr wollt. Mir ist das hier jetzt echt zu doof. Dann bleibt halt bis in alle Ewigkeit unglücklich.“
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BeitragThema: Re: Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht   Sa Okt 06 2012, 21:56

Kapitel 18

Lena erlangte als erstes ihre Fassung zurück und blickte Cem verstohlen von der Seite an. Dann zuckte sie wortlos mit den Schultern und richtete ihren Blick in die Richtung in der Axel verschwunden war. In dem Moment kam jemand mit einem Tablett voll Schnapsgläsern vorbei. Lena stoppte ihn abrupt. „Hey, stopp. Das ist genau das was ich jetzt brauche.“ Der Typ starrte sie perplex an, sagte aber keinen Ton als Lena sich drei Gläser hintereinander reinpfiff. Cem starrte sie völlig irritiert an. Ihm passte es allerdings gar nicht, dass sie so viel Alkohol trank. Nach dem dritten Glas schüttelte sich Lena einmal kräftig am ganzen Körper. Bäh, das schmeckt ja widerlich. Aber es scheint schon zu wirken. Puh, mir wird ganz warm. Als Lena nach einem vierten Glas greifen wollte, packte sie Cem am Arm. Jetzt ist aber genug mit der Sauferei. Nicht, dass sie gleich wieder so hackevoll ist wie damals nach dem Disco-Besuch. Lena fuhr ihn zornig von der Seite an. „Spinnst Du? Nimm‘ die Pfoten weg.“ Sie riss ihren Arm grob zu sich heran. „Man, es reicht langsam, Lena. Lass‘ die Finger vom Alkohol.“ Was für ein Spießer! Ist der meine Mutter oder was? „Hast Du `nen Vollknall!? Bist Du mein persönlicher Bodyguard oder was? Ich kann schon ganz gut alleine auf mich aufpassen.“ Trotzig trank sie auch noch ein viertes Glas bevor der Typ kopfschüttelnd weiterging. „Du tickst doch nicht mehr ganz richtig! Was soll der Scheiß? Warum betrinkst Du Dich hier völlig sinnlos?“ Lena stieg der Alkohol schon ein wenig zu Kopf und sie schwankte einen Schritt zur Seite. „Vielleicht um meinen Schmerz zu betäuben!? Oder einfach um nichts mehr zu fühlen? Um Spaß zu haben? Ich denke, das hier ist eine Party!?“ Cem raufte sich genervt die Haare. „Ey, komm‘ erst mal wieder runter. Ich glaub‘, Du hast echt genug für heute. Komm‘ ich bring‘ Dich nach oben.“ Das war zu viel für Lena. Sie konnte aber auch so einen gewaltigen Trotzkopf haben. Sie streckte abwehrend die Hände nach vorne und wich einen Schritt zurück. „Fass mich nicht an, Cem! Du hast mir gar nichts zu sagen. Und jetzt lass‘ mich in Ruhe.“ Lena drehte sich abrupt um und hatte Mühe ihr Gleichgewicht zu halten. Dann fiel ihr Axel wieder ein und dass sie noch ein Hühnchen mit ihm zu rupfen hatte. Und jetzt zu Dir, Axel. Wie kannst Du es wagen, mich hier einfach so stehen zu lassen? Und dann auch noch mit Cem. Wutentbrannt torkelte sie auf die Treppe zu und klammerte sich am Geländer fest. Cem beobachtete die ganze Situation und eilte ihr kopfschüttelnd zu Hilfe. Wie kann die Tussi nur immer so stur sein!? Auch auf die Gefahr hin, dass er gleich von Lena eine gescheuert bekommen könnte, packte er sie an der Hüfte, drehte sie zu sich um und legte sie dann protestierend über seine Schulter. Sie trommelte wild auf seinem Rücken herum und schrie ihn ungehalten an. „Eyyyy, Du Idiot, lass‘ mich sofort wieder runter! Ich kann alleine laufen.“ Doch Cem trug sie unbeirrt die Treppe hinauf und ging schnurstracks auf ihr Zimmer zu. „Ja, ja, laber‘ Du mal.“ Lena quietschte immer noch aufgebracht als Cem die angelehnte Zimmertür mit dem Fuß aufstieß. „Man, Cem, lass‘ mich runter.“ Als sie das Zimmer betraten prallten sie mit Axel zusammen der gerade gehen wollte.

Cem fuhr ihn ungehalten an. „Alter, kannst Du nicht aufpassen!? Was machst’n Du hier überhaupt?“ Axel traute seinen Augen kaum als er Cem vor ihm stehen sah mit der zappelnden und quengelnden Lena über den Schultern. „Sorry, ich wollte nur meine Sachen holen. Was macht Ihr da wenn man fragen darf?“ Lena war erleichtert, dass Axel noch da war. „Axel, gut dass Du noch hier bist. Sag‘ Cem, dass er mich wieder runter lassen soll.“ Cem hatte langsam genug von Lenas Gequatsche. „Halt’s Maul, Weib. Und hör‘ endlich auf mich zu treten und zu schlagen. Du bist ja vollkommen irre.“ Axel konnte nur mit dem Kopf schütteln über dieses kindische Verhalten. Außerdem merkte er sofort, dass Lena nicht nur Bier getrunken haben konnte. Er war kurz mit sich am Kämpfen, ob er sie jetzt in dem Zustand alleine lassen konnte. Er seufzte laut. „Mensch, Leute, geht das Gekeife schon wieder los!? Lena, hör‘ auf mit dem Theater. Cem, lass‘ sie runter.“ Irgendetwas in Axels Tonfall ließ Cem sogar gehorchen. Er trug sie zum Bett rüber und ließ sie unsanft drauf fallen. „Aua, geht’s noch, Du Proll!?“ „Krieg‘ Dich wieder ein, Zicke.“ Lena erhob sich mit wackeligen Beinen vom Bett, ging auf Cem zu und schlug ihm mit voller Wucht wütend ins Gesicht. Axel stand fassungslos daneben und starrte die beiden Streithähne mit großen Augen an. Cems Gesicht nahm einen schmerzverzehrten Ausdruck an. Er hielt sich die Hand an die rot anlaufende Wange. Lena war selbst etwas überrascht von ihrer Tat und bereute sie zugleich auch schon wieder. Cem ging auf sie zu und hob ermahnend die Hand. Während er ausholte stoppte er plötzlich. Lena stockte der Atem und sie kniff die Augen zusammen. Axel sprang auf Cem zu. „Cem, nein! Mach‘ Dich nicht unglücklich!“ Cem ließ die Hand sinken und blickte betreten zu Boden. Lena machte die Augen wieder auf und blickte Cem erschrocken an. Axel ging auf Lena zu und legte schützend einen Arm um ihre Schultern. „Alles okay?“ Lena nickte immer noch völlig benommen. Sie machte sich große Vorwürfe, dass sie Cem im Zorn geschlagen hatte. „Ja, alles in Ordnung.“ Sie ging auf Cem zu und reichte ihm die Hand zur Entschuldigung. „Cem, es tut mir leid. Ich… ich wollte das nicht.“ Cem musste schlucken und reichte ihr seine Hand. Er hatte ein verdammt schlechtes Gewissen, dass er auch nur für einen winzigen Moment lang seine Hand gegen Lena erhoben hatte. Er hätte sie doch niemals geschlagen. Sie hatte ihn nur so wütend gemacht. „Schon okay, mir tut es auch leid.“ Axel schlich langsam Richtung Tür. Lena griff nach einer Bierflasche die hier jemand in ihrem Zimmer stehen gelassen hat und näherte sich damit langsam Cems Gesicht. Erst jetzt wagte er es ihr in die Augen zu schauen. Ein gewaltiges Kribbeln ging durch seinen Körper. „Darf ich?“ Cem nickte stumm und Lena drückte ihm ganz vorsichtig die kalte Bierflasche an die schmerzende Wange. Cem zuckte kurz zurück und berührte dann zärtlich ihre Hand während Lena ihm tief in die Augen blickte. Axel zog sich leise mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht zurück und schloss die Tür hinter sich.
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Die, in der das totale Gefühlschaos herrscht
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