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 You and me in endless love

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Flyingrose

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BeitragThema: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:03

Teil 1

Es war ein lauer Frühlingsabend im Mai. Draußen dämmerte es bereits und man hörte noch ein paar vereinzelte Vögel zwitschern die fröhlich ein Liedchen von den Dächern Berlins trällerten. Ein paar Passanten liefen schnellen Schrittes um ihre Fahrmöglichkeit nach Hause noch rechtzeitig zu erreichen. Einige verliebte Pärchen schlenderten engumschlungen, Hand in Hand die Straße entlang und hatten nur Augen für sich. Auf den Straßen herrschte noch reger Verkehr. Auf der einen Seite sah man hier die Hektik der Großstadt mit all ihren Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Kneipen, Diskotheken, Bars, Kinos und Attraktionen. Und dann gab es da noch die ruhige, entspannte Seite mit den Grünanlagen, den Parks mit ihren kleinen Seen, den Flüssen und Bächen und den etwas abgelegenen Ecken die nur ein paar der Einheimischen kannten. Eine junge Frau mit langen blonden Haaren, die zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden waren, schlenderte gedankenverloren eine lange Straße entlang. Ihr Blick war gedankenverloren geradeaus gerichtet. Sie dachte an die schönen Zeiten zurück die sie hier verbringen durfte, an die lieben Begegnungen aus denen tolle Freundschaften entstanden sind und an das Zuhause, dass sie hier gefunden hatte. Ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht während sie schließlich vor dem Restaurant „Goldelse“ stehen blieb. Sie war seit über einem halben Jahr nicht mehr hier gewesen und ihr Herz klopfte als sie langsam die Tür öffnete und eintrat.

Sie atmete tief durch und sofort spürte sie dieses warme, herzliche Gefühl und wusste, sie war wieder daheim. Ein leckerer, einladender Geruch lag in der Luft der ihren Magen zum Knurren brachte. Die Tür fiel hinter ihr ins Schloss und für einen kurzen Moment lang blieb sie stehen und blickte sich im Restaurant um. Die Stühle waren bereits hochgestellt und der Fußboden frisch gewischt. Aus der Küche hörte sie das Klappern einiger Teller was daraus schließen ließ, dass noch irgendjemand am Abwaschen war. Auf Zehenspitzen tapste sie großen Schrittes Richtung Küche und stellte ihre beiden Reisetaschen, sowie ihr Handgepäck neben den Tresen. Dann lugte sie neugierig um die Ecke in die Küche aus der leise Musik aus dem Radio erklang. Ein Lächeln machte sich auf ihrem Gesicht breit als sie Susanne und Ingo gutgelaunt beim Abwaschen erblickte. Ingo trocknete gerade den letzten Teller ab und stellte ihn beiseite während Susanne die Spüle reinigte. Dann legten sie ihre Schürzen ab, stellten das Radio ab und küssten sich sanft. Die junge Frau durchfuhr ein warmes Gefühl, welches kurz danach umschlug in Sehnsucht und Schmerz. Sie schüttelte sich einmal kräftig und zwang sich erneut zu lächeln während sie leise an den Türrahmen klopfte.

Susanne und Ingo fuhren erschrocken zusammen und drehten sich ruckartig um. Beiden blieb der Mund offen stehen und sie brauchten ein paar Sekunden um zu realisieren wer dort in der Tür stand. Dann schlug Susanne die Hände vor den Mund, stieß einen Freudenschrei aus und rannte mit offenen Armen auf die blonde Frau zu. Ingo strahlte übers ganze Gesicht und traute seinen Augen kaum. Die zwei Frauen fielen sich glücklich in die Arme und drückten sich herzlich. „Mia, was machst Du denn hier? Warum hast Du denn nicht vorher angerufen, dass Ihr uns besuchen kommt?“ Als sich die beiden wieder voneinander gelöst hatten kam auch Ingo auf sie zu und drückte sie ganz fest an sich. „Mensch, Mia, wie lange ist das jetzt her? Es ist schön, Dich mal wieder zu sehen.“ Mia lächelte die beiden an, aber ihr Blick wirkte irgendwie traurig. „Hallo Tante Susi, hallo Ingo. Es ist schön mal wieder hier zu sein.“ Ingo legte einen Arm um sie. „Hast Du Hunger? Ich kann Dir noch schnell was kochen.“ Mia schüttelte verneinend mit dem Kopf. „Nein, danke, ich habe keinen Hunger.“ Susanne schaute sich suchend um und warf einen Blick in den Gastraum wo ihr Mias Gepäck ins Auge fiel. „Wo ist denn Alexander? Bleibst Du länger in Berlin?“ Susannes Gesichtsausdruck wurde ernst. Nun erblickte auch Ingo die Koffer und er hatte ein seltsames Gefühl. Er legte Mia einen Arm um die Schulter als er ihren aufgewühlten Blick bemerkte. Mia schaute ihn dankbar von der Seite an. „Darf ich über Nacht hier bei Euch bleiben?“ Susanne und Ingo warfen sich einen beunruhigenden Blick zu und nickten mit dem Kopf. „Natürlich kannst Du hier bleiben. Solange Du willst.“ Als Susanne noch etwas hinzufügen wollte, hielt sie Ingo sanft zurück. Mia wirkte müde und angespannt. „Danke, das ist lieb von Euch. Seid mir bitte nicht böse, aber ich würde jetzt gerne ein Bad nehmen und dann ins Bett gehen. Ich bin total müde.“ „Natürlich, kein Problem. Du kannst es Dir in Deinem alten Zimmer gemütlich machen. Und wenn Du uns brauchst, weißt Du ja wo Du uns findest.“ Mia lächelte dankbar und Ingo half ihr dabei das Gepäck nach oben zu tragen.


Zuletzt von Flyingrose am Fr Sep 28 2012, 00:31 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Flyingrose

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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:04

Teil 2

Als Mia am nächsten Morgen die Küche betrat stieg ihr der Duft von frisch gebrühtem Kaffee und ofenfrischen Brötchen in die Nase. Der Frühstückstisch war reichlich gedeckt mit allem was das Herz begehrte. Susanne und Ingo waren bereits am Frühstücken. Mia trat langsam näher und begrüßte die beiden freundlich. „Guten Morgen. Das sieht ja richtig toll aus.“ Ingo und Susanne lächelten ihr aufmunternd zu. „Guten Morgen, Mia. Setz Dich doch zu uns. Magst Du Kaffee?“ Mia nahm Platz nickte zustimmend. „Ja, danke, gerne sogar.“ Ingo reichte ihr den Brötchenkorb rüber und Mia nahm sich aus Höflichkeit einen Croissant obwohl sie eigentlich gar keinen Appetit hatte. Eine Weile saßen die drei schweigend da bis Susanne schließlich aussprach was ihr schon seit gestern Abend auf dem Herzen lag. „Mia, ist alles in Ordnung zwischen dir und Alexander? Ich meine, hattet Ihr Streit oder so?“ Ingo warf seiner Frau einen ermahnenden Blick zu während Mia die zwei traurig anblickte. „Susanne.“ „Was denn?“ „Nun lass‘ sie doch erst mal zur Ruhe kommen.“ „Es interessiert mich eben wie es Mia geht.“ „Streitet Euch bitte nicht wegen mir. Ist schon in Ordnung. Ich habe mich von Alex getrennt und werde jetzt vorläufig in Berlin bleiben.“ Susanne starrte sie mit großen Augen an während Ingo den letzten Bissen Brötchen herunter schluckte.

„Das tut uns wirklich leid. Aber wieso denn? Ihr wart doch so glücklich.“ Mias Gesichtsausdruck verfinsterte sich und nahm eine ausdruckslose Form an. „Ja, das waren wir die erste Zeit nach der Hochzeit auch. Das dachte ich zumindest. Aber mir ist ziemlich schnell klar geworden, dass ich das nicht bin.“ Susanne legte tröstend eine Hand auf Mias Arm. „Aber ich dachte immer, Du und Alexander wärt füreinander bestimmt und er wäre der Mann den Du von Anfang an wolltest.“ Mia wandte ihren Blick nach unten und spielte nervös mit ihren Fingern an der Serviette. „Dessen war ich mir auch immer so sicher. Doch ich habe gemerkt, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Alex war immer der Mann den ich wollte, aber dieses Glück hielt nicht lange. Ich habe immerzu versucht dagegen anzukämpfen und mir eingeredet, ich wäre glücklich mit Alex. Monatelang habe ich immer wieder versucht meine Gedanken zu verdrängen, aber es ging einfach nicht.“ Ingo trat hinter sie und legte seine Hände tröstend auf ihre Schultern. „Deine Gedanken waren bei jemand anderen, stimmt’s?“ Mias Augen füllten sich mit Tränen und sie nickte zustimmend. „In meinen Gedanken tauchte immer wieder der Mann auf, den ich zutiefst verletzt und gedemütigt habe. Der Mann, der alles für mich getan hätte und mich über alles geliebt hat. Und ich habe ihm das Herz gebrochen.“ Susanne musste schlucken und drückte Mias Hand ganz fest während Ingo beruhigend auf sie einsprach. „Mia, manchmal erkennen wir nicht sofort was richtig oder falsch ist und wem wirklich unser Herz gehört. Es war völlig richtig was Du getan hast.“ „Ja, mach‘ Dir keine Sorgen. Du hast alles richtig gemacht. Du weißt, wir sind jederzeit für Dich da wenn Du jemanden zum Reden brauchst.“ Susanne und Ingo tauschten einen besorgniserregenden Blick aus und sie wussten sofort welche Person Mia nicht vergessen konnte. Dann stand Mia auf und drückte die beiden dankbar an sich. „Danke, Ihr seid einfach die Besten.“
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:04

Teil 3

Eine halbe Stunde später machte Mia einen ausgedehnten Spaziergang und besuchte ein paar Plätze die sie sehr vermisst hatte. Und schließlich führte sie ihr Weg zum Coffee-Shop der ihrer Freundin Paloma gehörte. Ein paar Meter vor ihrem Ziel blieb sie plötzlich stehen und blickte sich irritiert um. Hatte Paloma etwas renoviert? Alles sah so fremd und anders aus. Dann fiel ihr Blick auf das Schild welches über der Eingangstür hing. „Ego-Bar“ stand darauf. Mia schüttelte verwundert den Kopf. Hatte sie sich etwa völlig in Gedanken in der Straße geirrt? Nein, das war unmöglich. Sie hatte doch nicht vergessen wo sich ihr Lieblingstreffpunkt befand. Sie beschloss der Sache auf den Grund zu gehen, ging zur Tür, öffnete sie und trat ein. Sie starrte mit großen Augen auf den großzügigen Raum, drehte dann ihren Kopf und blickte sich erstaunt um. Alles wirkte so fremd, so ungemütlich. Kein Vergleich zum Coffee-Shop indem sie sich immer sehr wohl fühlte und eine Menge Zeit verbracht hatte zusammen mit ihren Freunden. Plötzlich sah sie an einem Tisch mit im Raum eine junge Frau mit dunklen langen Haaren sitzen und ein Lächeln machte sich auf ihrem Gesicht breit. Sie ging auf die Person zu und tippte ihr auf die Schulter.

Erschrocken drehte sich die Frau um und blickte geradewegs in Mias Augen. Sie juchzte vor Freude laut, sprang auf und fiel Mia fröhlich um den Hals. „Mia!? Was machst Du denn hier?“ Mia umarmte sie und drückte sie ganz fest an sich. „Paloma, schön Dich zu sehen.“ Nachdem sie sich wieder voneinander gelöst hatten, betrachtete Paloma ihre Freundin von oben bis unten. „Hey, wie geht’s Dir? Mensch, ist das lange her.“ Die beiden Frauen setzten sich an den Tisch um ihr Gespräch weiter zu führen. „Es geht schon. Aber jetzt erzähl‘ mal, was ist denn hier passiert?“ Paloma spürte sofort, dass etwas nicht stimmte, aber offenbar war Mia noch nicht bereit darüber zu sprechen. „Hier hat sich einiges verändert. Ich habe den Coffee-Shop verkauft und nun gehört der Laden hier den Lanfords.“ „Oh, ich dachte immer, der Laden wäre Dein ein und alles. Hattest Du Probleme?“ Paloma nickte. „So mehr oder weniger. Aber das ist eine lange Geschichte. Die kann ich Dir bei Gelegenheit mal erzählen.“ Mia wurde bewusst, dass sie hier einiges verpasst hatte und hatte ein ziemlich schlechtes Gewissen, das sie sich die ganzen Monate über nicht gemeldet hatte. „Du, Paloma, es tut mir leid, dass ich mich nicht bei Dir gemeldet habe. Ich wollte, aber ich konnte nicht.“ Paloma musterte ihre Freundin aufmerksam. Das war absolut nicht Mias Art und sie hatte sich oft Gedanken gemacht wie es ihr und Alex wohl gehen würde. „Mia, ich weiß, Du hattest dafür sicherlich Deine Gründe. Und ich habe das Gefühl, dass es Dir sehr schwer fällt darüber zu sprechen.“
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:04

Teil 4

Paloma erkannte Mia kaum wieder. Sie hatte abgenommen, war blass im Gesicht, hatte dunkle Augenränder und wirkte nicht glücklich. Mia musste schlucken und sie blickte Paloma traurig an. „Es ist alles nicht so einfach momentan. Ich habe vieles falsch gemacht und die Menschen mit meinem Verhalten verletzt die mir wichtig waren und sind.“ Paloma legte eine Hand auf Mias Arm um ihr das Gefühl zu geben nicht alleine zu sein. „Hat Deine Traurigkeit etwas mit Alex zu tun?“ Mia senkte ihren Blick und Tränen bildeten sich in ihren Augen während sie stumm nickte. „Was ist denn passiert? Ihr wart doch so glücklich als ihr endlich zueinander gefunden hattet.“ Mia kramte ein Taschentuch aus der Packung die auf dem Tisch lag und putzte sich die Nase. Dann blickte sie wieder auf zu Paloma. „Bereits nach kurzer Zeit als wir in Rostock waren habe ich gemerkt, dass unsere Hochzeit viel zu übereilt war. Ich war mit meinen Gedanken immer wieder woanders und habe gespürt, dass es ein Fehler war.“ Paloma hörte ihrer Freundin aufmerksam zu. „Das bedeutet, Du und Alex, Ihr habt Euch getrennt?“ Mia schüttelte den Kopf. „Nein, ich habe mich nach ein paar Monaten von Alex getrennt, als ich merkte, dass ich die Gedanken nicht aus meinem Kopf bekommen hatte. Sie wurden immer mehr und intensiver anstatt weniger. Ich hatte es lange versucht, aber ich wollte es nicht wahrhaben.“

Paloma streichelte ihr tröstend über den Arm. Es war ein kleiner Schock für sie, dass die Ehe zwischen Mia und Alex in die Brüche gegangen war. Mia wirkte so glücklich als sie sich schließlich für ihn entschieden hatte. „Du hast also gemerkt, dass Du Alex doch nicht liebst?“ „Ja, ich weiß nicht was mich damals so zu ihm hingezogen hat. Aber mein Herz war nicht glücklich mit dieser Entscheidung.“ Mia lief eine Träne übers Gesicht. „Und wie hat Alex reagiert?“ „Ich konnte es eine Zeit lang vor ihm verbergen, aber irgendwann ging es nicht mehr. Er war traurig und enttäuscht und auch wütend. Doch schließlich hat er mich gehen lassen.“ Paloma schluckte den dicken Kloß in ihrem Hals herunter bevor sie sich wieder an Mia wendete. „Mia, dann war es die richtige Entscheidung die Du getroffen hast. Du hast Dir nichts vorzuwerfen.“ Mia schniefte und blickte Paloma mit tränenerfüllten Augen verzweifelt an. „Doch, das habe ich. Ich habe damals die falsche Entscheidung getroffen. Und diesen Fehler werde ich nie wieder gut machen können.“ Paloma nahm sie tröstend in die Arme und streichelte ihr über den Rücken. „Wie meinst Du das, Du hast die falsche Entscheidung getroffen?“ Mia legte ihren Kopf auf Palomas Schulter und schluchzte bitterlich. „Ich habe mich für den falschen Mann entschieden. Ich habe zu spät gemerkt, dass es nicht Alex war, den ich über alles liebe und begehre. Und damit habe ich einer anderen Person unendlich wehgetan und ihm das Herz gebrochen.“ Paloma wurde schlagartig bewusst an wen Mia immerzu denken musste. Und sie wusste von ihm, dass er den Glauben an die Liebe verloren hatte nach all‘ den Enttäuschungen und Rückschlägen. „Ist schon gut, Mia. Beruhige Dich erst mal wieder. Es wird schon alles wieder gut werden.“ Sie versuchte ihrer Freundin Trost zu spenden auch wenn sie ahnte, dass diese Situation ziemlich aussichtslos erschien.
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:05

Teil 5

Nach ein paar Minuten fiel Palomas Blick auf die Uhr und sie erschrak. Sie hatte völlig die Zeit vergessen und hätte längst wieder bei Lanford sein müssen. „Mia, bitte entschuldige, aber ich muss jetzt los. Ich bin spät dran.“ Mia wischte sich die letzten Tränen aus dem Gesicht und stand ebenfalls auf. „Oh, schon okay. Musst Du zur Arbeit?“ Paloma nickte. „Ja, es gibt nachher noch eine wichtige Besprechung in der Firma bei der alle Mitarbeiter anwesend sein sollen. Und vorher hat Tom noch etwas mit Anna und mir zu besprechen.“ Mia horchte auf als sie Annas Namen hörte während Paloma sich schon ihre Sachen schnappte und bereit zum Gehen war. „Ich begleite Dich noch ein Stück. Du arbeitest jetzt auch mit Anna zusammen bei Broda&Broda?“ Paloma bezahlte noch kurz und schon traten die zwei in die warme Frühlingsluft hinaus und setzten ihren Weg fort. „Nein, „Broda&Broda“ gibt es nicht mehr. Natascha musste die Agentur verkaufen. Wir arbeiten nun bei Lanford, einem großen Modeimperium.“ Mia war sehr erstaunt. „Das wusste ich nicht. Tut mir leid. Hat Lanford noch mehrere Mitarbeiter übernommen?“ „Ja, Natascha arbeitet jetzt auch dort, Steffi, Maik, Anna und ich.“ „Das freut mich für Euch. Schön, dass Anna und Jonas noch in Berlin geblieben sind.“ Als Paloma gerade etwas erwidern wollte, erreichten sie auch schon ihren Arbeitsplatz. „Ähm, ich muss jetzt wirklich los. Magst Du kurz mit rein kommen? Anna würde sich bestimmt über Deinen Besuch freuen.“ Mia lächelte kurz. „Ja, sehr gerne sogar.“ Paloma hielt ihr die Tür auf und kurz darauf drückte sie auch schon den Knopf um den Aufzug zu rufen. „Schön, dann komm‘ mal mit.“

Als sie oben ankamen sprach Natascha gerade ein paar Termine mit Steffi ab. Mia kam lächelnd auf sie zu. „Natascha, Steffi, schön Euch zu sehen.“ Die zwei Frauen waren sichtlich überrascht und drückten Mia herzlich an sich. „Mia, was machst Du denn hier? Lass‘ Dich mal drücken.“ „Schön, dass Du mal wieder vorbei schaust, Mia. Wie geht’s Dir denn?“ In diesem Moment kam auch Maik auf die Damen zu und staunte nicht schlecht als er Mia erblickte. „Hey Mia, auch wieder im Lande?“ Er knuffte ihr sanft in den Arm zur Begrüßung. „Hey Maik. Es freut mich Euch alle wieder zu sehen.“ Weiter kam sie gar nicht, weil ihr Blick auf Anna fiel die sich in einem der Büros, bei dem die Tür offen stand, angeregt mit einem jungen, gutaussehenden Mann unterhielt. Dann traute Mia ihren Augen kaum. Anna und dieser Mann schienen sehr vertraut miteinander zu sein. Anna blickte ihn verliebt an und dann küssten sie sich zärtlich. Dann drehten sich die beiden um und Anna starrte mit großen Augen in Mias Richtung. Mia war immer noch ganz verwirrt während Anna vergnügt quietschte, auf ihre Freundin zulief und sie in ihre Arme schloss. „Mia, ist das schön, dass Du wieder hier bist.“ Mia drückte Anna ganz fest an sich und freute sich riesig sie wieder zu sehen. „Ich freue mich auch Dich mal wieder zu sehen, Anna.“ Die anderen gingen wieder an ihre Arbeit als Tom auf sie zukam. Er legte einen Arm um Anna und beäugte Mia eindringlich. „Tom, darf ich vorstellen. Das ist meine Cousine Mia. Mia, das ist Tom Lanford.“ Die beiden reichten sich die Hände und begrüßten einander freundlich. „Hallo Tom.“ „Hallo Mia, freut mich Dich kennenzulernen. Ich habe schon viel von Dir gehört.“ Anna war Tom einen Blick zu den er sofort verstand. „Ihr könnt in mein Büro gehen und Euch ungestört unterhalten.“ Er zwinkerte Anna noch einmal zu und verschwand dann um noch etwas zu erledigen. Mia blickte ihm immer noch etwas verwirrt nach.
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:05

Teil 6

Die zwei Frauen machten es sich in Toms Büro auf der Couch gemütlich und Mia ergriff das Wort. „Du und dieser Tom… Seid Ihr jetzt zusammen?“ Anna bemerkte Mias verwirrten Blick und musste kurz schmunzeln. „Ja, Tom und ich sind jetzt ein Paar.“ Mia nickte irritiert. „Ach so, verstehe. Also habt Jonas und Du Euch getrennt?“ Annas Blick wurde ernst und sie ließ ihn in die Ferne schweifen. Sie musste für einen Moment lang wieder an Jonas denken. Er war ihre große Liebe und in manchen Momenten holte sie die schmerzliche Erinnerung an ihn wieder ein. „Jonas ist nicht mehr hier. Er ist gestorben.“ Mias Augen weiteten sich und sie blickte erschrocken zu Anna rüber. Für einige Sekunden war sie unfähig etwas zu sagen. Diese Nachricht traf sie wie ein Schlag ins Gesicht. „Anna, ich… es tut mir leid. Das wusste ich nicht. Mein aufrichtiges Beileid.“ Sie umfasste Annas Hand mit ihrer und drückte sie leicht. „Danke. Schon okay. Du konntest es ja nicht wissen.“ „Wie ist denn das passiert?“ Anna blickte ihre Freundin traurig an bevor sie weiter sprach. „Es passierte in Euren Flitterwochen bei den Fashion Days. Wir hatten uns gestritten. Dann wurde unsere Kollektion gestohlen und Jonas wollte sie suchen. Im Hafen wurde er dann von einem Lieferwagen überfahren.“ Anna liefen ein paar Tränen übers Gesicht. „Was für ein schrecklicher Unfall.“ Anna schüttelte vehement den Kopf. „Nein, es war kein Unfall. Jonas wurde ermordet von einem seiner besten Freunde.“ Mia konnte es kaum fassen. Das war ja ungeheuerlich. Als wäre es nicht schon schlimm genug wenn einem das Liebste im Leben genommen wird. Nein, diese Person wurde auch noch ermordet. Wie schaffte es Anna nur, mit so einem Verlust klar zu kommen?

„Es tut mir leid, Anna. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll. Wie schaffst Du es mit dem Verlust klar zu kommen?“ Anna räusperte sich bevor sie weiter sprach. „Es war nicht einfach für mich den Tod zu verarbeiten. Anfangs wollte ich es nicht wahr haben. Ich hatte Jonas am Grab versprochen weiter zu machen. Und das habe ich auch. Aber zwischendurch gab es eine Phase wo ich nicht mehr weiter wusste und alles keinen Sinn mehr machte.“ Mia musste schlucken. „Du meinst, Du wolltest… ?“ Anna nickte. „Ja, ich war so verzweifelt und fühlte mich wahnsinnig einsam. Jonas Tod hatte eine unglaublich große Lücke in meinem Leben hinterlassen. Ich stand bereits auf dem Dach, doch dann kam ein Engel in Gestalt eines Mannes und hat mich vor dem Springen bewahrt.“ Anna trocknete ihre Tränen und lächelte Mia an. „Und dieser Mann war Tom?“ „Ja, Tom hatte etwas Ähnliches erlebt und wusste wie es tief in meinem Inneren aussah. Er hat mich zurück ins Leben geholt und mir gezeigt den Kampf wieder aufzunehmen und weiter zu machen.“ Mia nahm ihre Freundin tröstend in den Arm. „Es freut mich, dass Du wieder glücklich bist, Anna.“ Dann schaute Anna sie besorgt an. „Aber wie geht es Dir denn eigentlich? Du siehst ziemlich traurig und mitgenommen aus.“ Mia nickte nachdenklich. Dann klopfte es an der Tür und die beiden Frauen drehten ihre Köpfe in die Richtung. Tom steckte seinen Kopf zur Tür rein und erinnerte Anna an den Termin. „Sorry, ich wollte nicht stören.“ Er blickte auf seine Uhr. „Aber der Termin ist gleich. Und wie Du weißt, wartet Bruno nicht gerne.“ Anna zwinkerte ihm verschmitzt zu. „Alles klar, ich bin sofort da.“ Anna schaute Mia entschuldigend an. „Tut mir leid, aber ich muss da jetzt leider dran teilnehmen. Bruno versteht da keinen Spaß wenn jemand unpünktlich ist.“ Mia lächelte ihr zu und stand dann auf um sich zu verabschieden. „Schon okay. Wir sehen uns bestimmt später noch. Ciao.“ „Okay, bis später, Mia. Tschüss.“
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:05

Teil 7

Als Mia wieder hinaus in die Sonne trat, atmete sie einmal tief durch und ließ das eben Geschehene auf sich wirken. Ihre Gedanken schlugen sich regelrecht zu überschlagen. Den Coffee-Shop gab es nicht mehr, stattdessen befand sich dort nun die Ego-Bar der anscheinend zum neuen Treffpunkt ihrer Freunde geworden war. Broda&Broda gab es ebenfalls nicht mehr. Sie verband sehr viel mit der Agentur und viele Erinnerungen hingen daran. Dort hatte sie lange Zeit mit Alexander zusammen gearbeitet. Und dort arbeitete für einige Zeit auch der Mann den sie so sehr vermisste. Mia seufzte und ihr Herz wurde ganz schwermütig wie schon so häufig in den letzten Monaten. Sie ging ein paar Schritte und setzte sich auf eine Bank um ihre Gedanken zu sortieren. Nun arbeiteten viele ihrer Freunde bei Lanford. Ein großes Modeimperium, das sich bereits weltweit einen Namen gemacht hatte. Paloma, Anna, Maik, Natascha, Steffi… Allen schien die Arbeit dort Freude zu bereiten. Mia freute sich für sie, dass sie diese Chance erhalten hatten. Wieder dachte sie an die Gespräche zurück und an die schlechten Nachrichten die sie eben erhalten hatte. Am meisten schockte sie die Tatsache, dass Jonas gestorben war. Die Nachricht von seinem Tod hatte sie tief getroffen. Niemand hatte sie oder Alexander darüber informiert. Das stimmte sie traurig. Sie verstand, dass Anna sie offenbar nur schützen und ihnen die Flitterwochen nicht verderben wollte. Ihr tat es unendlich leid, dass Anna ihre große Liebe verloren hatte und sie konnte sich nur ungefähr vorstellen, wie außerordentlich schwer und hart es für sie gewesen sein musste. Und da kam ihr Tom Lanford wieder in den Sinn. Er war der Engel vom Dach, der Anna davor bewahrt hat, in den Tod zu springen. Und dann musste sie unwillkürlich wieder an IHN denken. Ein drückender, stechender Schmerz durchfuhr ihren Körper und eine Träne bahnte sich den Weg über ihr Gesicht. Sie fragte sich immer wieder, wie sie ihm das nur antun konnte. Aber sie konnte es sich ja selbst nicht einmal richtig erklären.

Etwas später ging dann auch die Besprechung bei Lanford zu Ende. Anna und Paloma blieben noch am Konferenztisch sitzen während die anderen Mitarbeiter wieder ihrer Arbeit nachgingen. Bruno hatte schließlich klare Arbeitsanweisungen erteilt und er erwartete, dass diese auch präzise und unverzüglich ausgeführt werden würden. Anna blickte sich kurz nach allen Seiten um, ob sie auch wirklich ungestört waren und kam dann mit ihrem Kopf ganz nahe zu Paloma während sie leise sprach. „Was sagst Du denn zu Mias Rückkehr? Sie sieht ziemlich mitgenommen und fertig aus, findest Du nicht auch?“ Paloma versuchte ebenfalls möglichst leise zu sprechen und die Fragen ihrer Freundin zu beantworten. „Ich war genauso überrascht wie Du als ich sie vorhin zufällig in der Ego-Bar traf. Ihr scheint es momentan gar nicht gut zu gehen. Sie nimmt das alles ziemlich mit.“ Anna wurde hellhörig. Paloma schien schon mehr zu wissen als sie. „Was meinst Du? Es ist wegen Alexander, oder?“ Paloma nickte und rückte ganz nahe zu Anna. „Ja, auch. Mia hat sich von ihm getrennt. Ihr ist klar geworden, dass sie einen Fehler gemacht hat und sich für den falschen Mann entschieden hat.“ Anna machte große Augen und war sehr erstaunt über die Trennung. Sie war immer der Meinung gewesen, dass die zwei füreinander bestimmt waren. „Oha, das ist hart für beide Seiten. Und was hat sie nun vor?“ „Erst mal möchte sie in Berlin bleiben. Sie macht sich große Vorwürfe, dass sie sich so hat beirren lassen und dadurch ihrer großen Liebe das Herz gebrochen hat.“ Anna wurde nachdenklich und ihr tat Mia irgendwie leid. „Weiß sie überhaupt, dass er auch hier arbeitet?“ Paloma verneinte kopfschüttelnd. „Nein, ich habe seinen Namen bisher mit voller Absicht nicht erwähnt. Ich möchte nicht noch mehr Wunden aufreißen als dies ohnehin schon der Fall ist. Und ich habe auch keine Ahnung wie er auf sie reagieren würde wenn sie ihm plötzlich wieder gegenüber stehen würde.“ Anna nickte zustimmend. „Ist vielleicht erst mal besser so. Aber lange werden wir die beiden wohl nicht voreinander verstecken können.“ Paloma wirkte etwas beunruhigt und blickte Anna besorgt an. „Versuchen wir unser bestes um für die beiden da zu sein.“
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:05

Teil 8

In dem Moment hörten die zwei ein Geräusch. Es klang so, als wäre jemand gegen einen Stuhl gelaufen. Erschrocken drehten sie sich um und schauten in die Richtung aus der das besagte Geräusch kam. Als sie erkannten wer dort stand, stockte ihnen für einen Moment lang förmlich der Atem. Am Tresen stand ein junger Mann mit dunkelblondem, perfekt gestyltem Haar und starrte die beiden mit weit aufgerissenen Augen an. Sein Gesicht war kreidebleich und er stand einen Moment lang wie angewurzelt da. Anna und Paloma tauschten besorgte Blicke aus. Die zwei waren sich sicher, dass er ihr Gespräch mit angehört hatte und deswegen so geschockt war. Nun war dieser Fall den sie vorläufig noch vermeiden wollten schneller eingetroffen als ihnen lieb war. Und sie wussten gerade nicht wie sie reagieren sollten. Nach einer halben Minute, die ihnen wie eine Ewigkeit vorkam, räusperte sich der junge Mann und vergrub seine Hände in den Taschen seiner Jeans. Paloma fand als erste ihre Sprache wieder. „Enrique, es tut mir leid. Ich wünschte, Du hättest es auf eine andere Art und Weise erfahren.“ Enrique blickte kurz zu Paloma und dann zu Anna bevor er zum Gehen ansetzte. „Sorry, ich muss los. Ich habe noch etwas Dringendes zu erledigen.“ Sein Blick strahlte so viel Leere und Traurigkeit aus. Mit gesenktem Kopf ging er langsamen Schrittes zum Fahrstuhl. Paloma stand auf und ging ihm hinterher. Sie wollte ihn jetzt nicht in diesem Zustand alleine lassen. „Enrique, warte, bitte.“ Anna sah ihnen noch einen Moment lang hinterher und strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Enrique ging schnurstracks weiter und stieg in den Fahrstuhl. Paloma konnte ihn gerade noch so erreichen bevor sich die Türen schlossen.

Enrique lehnte sich mit dem Rücken gegen die Wand des Fahrstuhls und fuhr sich mit einer Hand durchs Haar. Er war völlig durcheinander. Das was er eben gehört hatte, Mias Rückkehr und ihre Gefühle für ihn, die Trennung von Alex, warfen ihn völlig aus der Bahn. Er war völlig unfähig auch nur einen klaren Gedanken fassen zu können. Seine Gefühle und Gedanken überschlugen sich regelrecht und fuhren mit ihm Achterbahn. Paloma bemerkte die Tränen die in seinen Augen aufstiegen und hielt kurzerhand den Fahrstuhl an um Enrique ein bisschen Zeit zu verschaffen um sich wieder etwas zu fangen. Er nickte ihr dankbar zu. Dann drehte er sich zur Wand und schlug einmal kräftig mit der flachen Hand dagegen. Nun lehnte er mit der Stirn gegen die Wand und stützte sich mit den Händen ab. Paloma hörte ihn leise schluchzen, trat einen Schritt auf ihn zu und legte ihm die Hand auf die Schulter. Sie spürte wie Enriques Körper vor Anspannung regelrecht bebte und schließlich wurde er von einem heftigen Weinkrampf geschüttelt der gar nicht mehr enden wollte. Paloma streichelte ihm sanft über die Arme und über den Rücken und versuchte ihn zu trösten. „Ist schon in Ordnung. Lass‘ Deinen Gefühlen freien Lauf.“ Enrique drehte sich zu ihr um. Er war Paloma unendlich dankbar, dass sie hier war und ihn nicht mit seinem Gefühlschaos alleine ließ. Mit roten, verweinten Augen und tränenüberströmten Gesicht blickte er sie an. In seinem Blick spiegelte sich die pure Verzweiflung und Traurigkeit wieder. Dann fiel er Paloma immer noch laut schluchzend in die Arme, legte seinen Kopf auf ihre Schulter und drückte sie ganz fest an sich. Paloma erwiderte seine Umarmung und streichelte ihn behutsam um ihn wieder zu beruhigen. Mit Paloma fest in seinen Armen ließ er sich auf den Boden sacken und so saßen die beiden eng aneinander gekauert da. Enriques Stimme zitterte, als er schließlich ein paar Worte über die Lippen brachte. „Danke, ich weiß nicht, was ich ohne Dich gemacht hätte.“
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:06

Teil 9

Nach einigen Minuten lösten sich die beiden wieder aus der Umarmung und standen auf. Paloma kramte aus ihrer Hosentasche eine Packung Taschentücher hervor und reichte sie Enrique. Er nahm sie dankbar entgegen, putzte sich die Nase und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Seine Augen waren gerötet und verquollen. Sein Gesicht glühte vom heftigen Weinen. Er war immer noch etwas zittrig auf den Beinen und atmete erst mal ein paar Mal tief durch bevor er Paloma anblickte. „Geht’s wieder?“ Er nickte wortlos. Paloma tupfte ihm noch die letzten Tränenrückstände vom Gesicht und streichelte ihm sanft über die Wange. „Wirklich?“ Enrique seufzte laut. „Ja, vielen Dank, dass Du einfach nur da warst.“ „Das ist doch wohl selbstverständlich. Immer wieder gerne." Paloma lächelte ihm aufmunternd zu. „Tut mir leid, dass Du mich so völlig neben der Spur erleben musstest.“ Paloma umfasste seine Hand und drückte sie sanft. „Nun hör aber auf. Es gibt nichts wofür Du Dich entschuldigen müsstest. Dafür sind Freunde doch schließlich da.“ Paloma hatte ihn noch nie so aufgelöst und emotionsgeladen erlebt. Sie spürte, dass ihn alles was mit Mia zu tun hatte immer noch wahnsinnig mitnahm und er noch längst nicht über sie hinweg war. Auch wenn er das immer behauptete. Sonst hätte ihn die Tatsache, dass sie nun wieder in Berlin war, nicht so aufgewühlt. Enrique warf ihr noch einen dankbaren Blick zu und brachte den Aufzug dann schließlich zum Weiterfahren. Als sie aus dem Gebäude traten vergewisserte sich Paloma nochmals bei Enrique, ob sie ihn auch wirklich alleine lassen konnte. „Magst Du noch ein bisschen reden?“ Enrique schüttelte verneinend den Kopf. „Nein, danke, aber ich wäre jetzt gerne ein bisschen allein. Wir sehen uns morgen in der Firma.“ Er drückte Paloma noch einmal kurz an sich und wollte dann einfach nur noch nach Hause. „Okay, bis morgen. Und pass‘ auf Dich auf.“

Mia saß währenddessen in ihrem Zimmer und ließ ihren Blick gedankenverloren aus dem Fenster schweifen. Sie war mit ihren Gedanken ganz woanders und nahm gar nicht wahr was dort draußen vor sich ging. Sie hatte vorhin ihre Sachen ausgepackt und sich vorläufig provisorisch eingerichtet und sich das Zimmer ein bisschen schön gestaltet. Sie hatte überall Kerzen und Teelichter aufgestellt und entzündet. In ihrem Kopf ließ sie noch einmal die Ereignisse des Tages Revue passieren. Sie dachte an Jonas und während sie in den Himmel blickte schickte sie ein Gebet zu ihm hoch um sich von ihm zu verabschieden und ihm den letzten Frieden zu schenken. Es stimmte sie sehr traurig, dass er auf so eine furchtbare Art und Weise aus dem Leben scheiden musste. Sie beschloss, dass sie in den nächsten Tagen sein Grab besuchen würde um ihm ein paar Blumen vorbei zu bringen. Dann drehte sie sich und als sie die vielen Kerzen sah musste sie unwillkürlich an den Mann denken den sie über alles liebte. Es erinnerte sie daran wie sie ihn einmal spät abends anrief um dann stundenlang mit ihm zu telefonieren. Sie hatten es sich beide unabhängig voneinander gemütlich gemacht und Kerzen angezündet. Mia konnte diesen Anblick nicht mehr ertragen. Sie stand kurzerhand auf, pustete alle Kerzen aus und dann überkam sie ein unsagbarer, quälender Schmerz. Sie spürte wie die Tränen in ihr hochkrochen, sich ihre Kehle zuschnürte und sie unheimlich wütend wurde. Wütend auf sich selbst. Sie hasste sich für ihr Verhalten, für das was sie Enrique angetan hatte. Sie schrie einmal auf und fegte mit der Hand sämtliche Utensilien vom Schreibtisch. Dann schmiss sie sich unter Tränen aufs Bett und vergrub ihr Gesicht in den Kissen. Sie weinte erbarmungslos bis sie schließlich in einen unruhigen Schlaf verfiel.
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:06

Teil 10

Inzwischen war eine Woche vergangen in der es sehr stressig bei Lanford zuging. Bruno hatte einen strengen Zeitplan vorausgesetzt der unter allen Umständen eingehalten werden musste. Er hatte einen großen Auftrag angeboten bekommen und nun mussten alle an einem Strang ziehen und mit ihren Gedanken voll bei der Sache sein. Für Enrique bot diese arbeitsreiche Woche eine willkommene Abwechslung. Er war von früh morgens bis in die späten Abendstunden in der Firma und konzentrierte sich voll auf seine Aufgaben. Wenn er dann wieder daheim war, war er oft so müde und geschafft, dass er nur noch duschen ging und anschließend schon im Halbschlaf ins Bett fiel. So blieb ihm wenigstens keine Zeit um über Mia nach zu denken. Und das wollte er auch gerade gar nicht. Alles war in Ordnung so wie es war. Er hatte lange gebraucht um den Verlust seiner wahren Liebe zu verarbeiten. Auch wenn er in der letzten Zeit vor ihrer Trennung innerlich gespürt hatte, dass Mias Herz nicht voll und ganz bei ihm gewesen war, hatte er ihr doch geglaubt, dass er der Mann war mit dem sie den Rest ihres Lebens verbringen wollte, dem sie das Ja-Wort geben wollte. Sie hatte ihm immer wieder versichert, dass sie ihn liebt und Alexander nur ein Freund ist der ihr sehr viel bedeutet, aber sie ihn vergessen würde wenn sie erst mal in Spanien sind. Doch dazu sollte es gar nicht erst kommen. Mia sprang einfach mit dem Fallschirm aus ihrem roten Doppeldecker ohne mit ihm darüber zu sprechen. Auch wenn er ihr verziehen und ihr viel Glück gewünscht hatte, fiel es ihm unheimlich schwer darüber hinweg zu kommen. Als er nach einer Weile zurück nach Berlin kam begegnete er Anna und war der Meinung mit ihr wäre alles anders. Doch ihr Herz war nicht frei. Es gehörte Tom. Es hatte eine Weile gedauert bis er und auch sie das begriffen und wahr haben wollten. Inzwischen verstand er sich mit beiden wieder sehr gut und war ihnen auch nicht mehr böse. Er hätte sich nur gewünscht, Anna wäre schon früher ehrlicher zu ihm und zu sich selbst gewesen.

Am Nachmittag fand ein ziemlich wichtiges Meeting statt bei dem Lanford sein Konzept für die neue Werbekampagne vorstellte. Es verlief mit großem Erfolg und Bruno spendierte als Dank eine Runde Champagner für alle und gab den Mitarbeitern für den Rest des Tages frei. Bruno, Natascha, Anna und Tom waren noch in einem der Büros und besprachen ein paar Einzelheiten. Paloma und Enrique saßen zusammen an der Theke und tranken ihren Champagner aus während sie sich über den neuen Auftrag freuten. Dann ging Paloma zum Empfang und Enrique musste noch etwas aus seinem Büro holen. Plötzlich öffneten sich die Fahrstuhltüren und Mia trat heraus. Sie lächelte Paloma an und die zwei Freundinnen umarmten sich freudig. „Hey Paloma, schön, dass ich Dich treffe. Ich war gerade in der Nähe und wollte mal kurz bei Euch vorbei schauen.“ Paloma warf einen Blick über ihre Schulter bevor sie sich wieder an Mia wandte. „Hallo Mia. Da hast Du aber Glück. Bruno hat uns heute früher nach Hause geschickt zur Feier des Tages. Lanford hat den Auftrag in der Tasche.“ Sie juchzte vergnügt und drückte Mia noch mal an sich. „Das ist ja super. Herzlichen Glückwunsch.“ Gerade in dem Moment kam Enrique wieder um die Ecke mit dem Blick auf seine Unterlagen gerichtet. Er bemerkte die beiden zuerst gar nicht. „Paloma, sorry, ich musste noch kurz zu Bruno. Von mir aus können wir dann… .“ Mitten im Satz stockte er als sein Blick auf die beiden Frauen fiel. Sofort wich das Lächeln aus seinem Gesicht und er wurde blass. Paloma drehte sich erschrocken um und bemerkte Enriques Gesichtsausdruck. Mia stand wie angewurzelt da und blickte geradewegs in Enriques Augen die mit einem Mal eine wahnsinnige Traurigkeit ausstrahlten. Ihr schossen tausend Gedanken durch den Kopf. Mit ihm hatte sie nun am Allerwenigstens gerechnet und er schien genauso überrascht zu sein. Paloma blickte von Mia zu Enrique und wieder zurück. Keiner von beiden sagte ein Wort. Sie standen einfach nur sekundenlang da und schauten sich in die Augen.
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:07

Teil 11

Paloma beobachtete ihre beiden Freunde aufmerksam und war sich nicht ganz sicher was als nächstes passieren und wie die zwei aufeinander reagieren würden. Sie wusste von Mia, dass sie es zutiefst bereute, die falsche Wahl getroffen zu haben und sie sich nichts sehnlicher wünschte als mit Enrique glücklich zu sein. Doch Mia war sich absolut sicher, dass sie nie wieder seine Nähe spüren durfte, seine zärtlichen Berührungen auf ihrer Haut, seine leidenschaftlichen Küsse. Die Sehnsucht nach ihm zerriss ihr förmlich das Herz. Und Enrique hatte Paloma vor einiger Zeit sein Herz ausgeschüttet. Nachdem er nun auch mit Anna eine Enttäuschung erlebt hatte, die zwar nicht so schlimm war wie die damals mit Mia, hatte er den Glauben an die Liebe verloren. Er ließ keine Frau mehr an sich heran, keine Gefühle mehr zu. Er hatte beschlossen, die Liebe aus seinem Herzen zu verbannen und nur noch rein freundschaftliche Gefühle zuzulassen. Die einzige Person, die er hin und wieder seine Gefühle anvertraute, war Paloma. Zwischen den beiden hatte sich eine tiefe Freundschaft entwickelt und sie hatten sich schon oft gegenseitigen Halt gegeben. Tief im inneren wusste Paloma, dass Enrique Mia nie wirklich vergessen hatte. Gerade sein Zusammenbruch im Fahrstuhl vor einer Woche hatte ihr das noch einmal deutlich klar gemacht. Es hatte ihn völlig aus der Bahn geworfen und seine Gefühle, die er tief in seinem Herzen verschlossen hatte, ziemlich durcheinander gebracht. Und nun standen sich zwei ihrer besten Freunde gegenüber und sie konnte förmlich die Spannung spüren die in der Luft lag. Nach einer Weile, die Paloma endlos vorkam, brach Mia das Schweigen. Mit leiser, zittriger Stimme ergriff sie schüchtern das Wort. „Hey Enrique.“ Mehr konnte sie nicht sagen. Enrique räusperte sich kurz bevor er etwas erwidern konnte. „Auch hey.“ Dann versagte seine Stimme wieder. Paloma musste schlucken. Sie bemerkte wie sich Tränen in Mias und auch in Enriques Augen sammelten.

Dann erwachte Enrique endlich aus seiner Starre und ging ohne ein weiteres Wort, stieg in den Fahrstuhl und die Türen schlossen sich hinter ihm. Nun gab es für seine Tränen kein Halten mehr. Selbst wenn er wollte, sie ließen sich einfach nicht mehr aufhalten. Das war ihm im Moment aber auch völlig egal. Er ließ sie einfach laufen. Als Mia eben plötzlich vor ihm stand konnte er seine Gefühle einfach nicht mehr kontrollieren. All‘ die verdrängten Emotionen kamen wieder in ihm hoch. Er sah Bilder vor sich von ihnen als glückliches Paar von denen er schon gar nicht mehr wusste, dass sie überhaupt noch in seinem Kopf existierten. Er blickte traurig an die Decke während er ganz leise schluchzte. Dann erinnerte er sich an das Bild wie Mia da stand und ihn mit ihren großen, tiefen Augen anblickte. Ihm fiel auf, dass sie ziemlich abgenommen hatte, sehr blass und traurig wirkte. Irgendwie verletzlich. Sein Herz klopfte ihm bis zum Hals. Mia schaffte es immer noch diese Gefühle in ihm hervor zu rufen von denen er glaubte, sie wären schon längst gestorben. Er hielt es einfach nicht mehr aus sie so zu sehen und er konnte ihrem Blick nicht länger standhalten. Für ihn gab es nur den Weg der Flucht. Seine Kehle fühlte sich trocken an und war wie zugeschnürt. Er hatte sich lange Zeit nichts sehnlicher gewünscht als wäre alles nur ein schrecklicher Traum gewesen aus dem er schon irgendwann wieder erwachen würde. Doch dieser unsagbare Schmerz verfolgte ihn noch lange. Irgendwann hatte er Mia einfach aus seinem Herzen verbannt. Und nun war sie wieder da und riss die ganzen Wunden wieder auf. Am liebsten hätte er sie eben einfach in seine Arme genommen und sie nie wieder losgelassen. Er fluchte einmal laute vor sich hin während er mit der Faust gegen die Wand schlug. „Verdammt, warum musste sie nur wieder in mein Leben treten?!“
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:07

Teil 12

Mia kullerten ein paar Tränen übers Gesicht als sie Enrique einfach so weggehen sah. Es tat ihr unheimlich weh ihn so traurig zu sehen. Doch sie hatte nicht das Recht ihm das zu Verübeln nach allem was passiert war. Und dann taucht sie plötzlich wieder auf und bringt alles durcheinander. Es muss für ihn ein Schock gewesen sein sie hier zu sehen. Auch sie war völlig perplex als sie ihm hier begegnete. Sie hatte ja keine Ahnung, dass auch Enrique bei Lanford arbeitete. Paloma und Anna hatten kein Wort darüber verloren. Mia hatte sich in Gedanken immer wieder zu Recht gelegt was sie Enrique sagen wollte wenn sie ihm gegenüber stehen würde. Doch sie brachte einfach nichts raus. Ihr Körper war wie gelähmt. Eine wahre Gefühlsflut überkam sie und sie konnte überhaupt keinen klaren Gedanken mehr fassen. Sie war einfach nur überwältigt von all‘ den Emotionen. Enriques eindringlicher, von Traurigkeit gezeichneter Blick, jagte einen heftigen Schmerz durch ihren ganzen Körper. Sie wusste einfach nicht wie sie damit umgehen sollte und begann aufgelöst zu weinen. Die Begegnung hatte sie nur noch mehr darin bestärkt, dass sie diesen Mann über alles in der Welt liebte und von ganzem Herzen begehrte. Sie wollte ihn, mehr als jemals zuvor. Aber seine Reaktion hatte ihr gezeigt, dass es keinen Weg mehr zurück zu ihm gab. Paloma war völlig verwirrt und blickte Enrique hinterher der völlig aufgelöst davon gelaufen war. Dann nahm sie die weinende Mia in ihre Arme und versuchte sie zu trösten. „Ist schon gut. Geh bitte und kümmere Dich um Enrique.“ Paloma blickte sie verdutzt an. „Ich kann Dich doch jetzt nicht einfach alleine lassen.“ Mia wischte sich mit dem Handrücken die Tränen aus dem Gesicht und schaute ihre Freundin eindringlich an. „Bitte Paloma. Ich komm‘ schon klar. Er braucht Dich jetzt dringender als ich.“ Paloma nickte und streichelte ihr aufmunternd über den Arm. „Bist Du Dir wirklich sicher?“ Mia nickte entschlossen und fuchtelte mit den Händen damit sie endlich ging. „Ganz sicher. Nun geh schon.“ Paloma machte auf dem Absatz kehrt und ließ sie nur ungern so zurück. Nachdem Paloma im Fahrstuhl verschwunden war sackte Mia auf den Boden, vergrub ihr Gesicht in den Händen und weinte bitterlich.

Als Paloma etwa zwanzig Minuten später bei Enrique an die Tür klopfte öffnete ihr niemand. Nach einigen Sekunden probierte sie es erneut. Ohne Erfolg. Sie klopfte ein drittes Mal, legte ihren Kopf an die Tür und lauschte, ob sie etwas hören konnte. „Enrique!? Ich bin’s, Paloma. Bist Du da?“ Keine Antwort. Dann schlurfte jemand zur Tür und sie hörte wie sich der Schlüssel umdrehte. Als sich die Tür öffnete blickte sie in Enriques verweintes Gesicht. Völlig durcheinander umarmte er Paloma und sie nahmen auf dem Bett nebeneinander Platz. Paloma legte einen Arm um ihn und umfasste mit der anderen Hand die seine. Enrique legte seinen Kopf an ihre Schulter. „Ich versteh das einfach nicht. Warum taucht sie plötzlich wieder auf und bringt mein ganzes Leben durcheinander?“ „Es war wahnsinnig schwer für Dich ihr wieder gegenüber zu stehen, hm?“ Enrique nickte stumm. „Enrique, ich weiß, das ist keine Entschuldigung, aber Mia wusste nicht, dass Du auch bei Lanford arbeitest. Ihr hat Eure Begegnung auch zugesetzt.“ Enrique blickte zu ihr auf. „Und sie ist wirklich nicht mehr mit Alexander zusammen?“ Paloma schüttelte den Kopf. „Nein, sie hat sich von ihm getrennt, schon vor einiger Zeit. Und nun hat es sie wieder nach Berlin gezogen, weil sie hier eine Familie und Freunde gefunden hatte.“ „Aber wieso hat sie sich denn nie gemeldet?“ Paloma seufzte leise. „Sie wollte, aber sie konnte einfach nicht. Sie hat ein wahnsinnig schlechtes Gewissen, weil sie die Menschen die sie liebt so sehr verletzt hat.“ Enrique blickte gedankenverloren an die Wand. „Das hätte sie sich vorher überlegen sollen. Und was will sie jetzt hier? Ich meine, glaubt sie, dass jetzt alles wieder so werden wird wie früher?“ Paloma drückte sanft seine Hand. „Nein, das glaubt sie nicht. Ich denke, sie würde Dir einfach gerne ein paar Dinge erklären und sich für ihr Verhalten entschuldigen. Sie hat damals einen großen Fehler gemacht und Dir damit das Herz gebrochen.“ Enrique spürte eine Wut in sich aufsteigen. „Ich weiß nicht, ob ich ihr noch einmal gegenüber treten kann und will.“ „Meinst Du nicht, sie hätte wenigstens die Chance auf ein klärendes Gespräch verdient?“ Enrique stand auf und schüttelte energisch den Kopf. „Nein, für mich ist Mia Geschichte und daran wird sich auch nichts mehr ändern.“ Paloma stand auf und ging zur Tür. „Aber… .“ Sie wurde barsch von Enrique unterbrochen. „Kein aber, Paloma. Ich will nicht mehr darüber sprechen. Und jetzt geh‘ bitte.“ Paloma warf ihm noch einen besorgten Blick zu bevor sie die Wohnung verließ.
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:07

Teil 13

Am nächsten Morgen betrat Enrique mit einem aufgesetzten Lächeln die Firma und begrüßte alle freundlich. „Guten Morgen zusammen.“ Bruno, Tom, Anna und Paloma saßen bereits an dem großen Tisch und diskutierten über die Umsetzung der neuen Kampagne. Als sie Enrique bemerkten schauten sie ihn kurz an und erwiderten seinen Gruß. „Guten Morgen, Enrique.“ Er nahm gegenüber von Paloma Platz und schaute in die Unterlagen die vor ihm auf dem Tisch lagen um sich einen kurzen Überblick zu verschaffen. „Was haben wir denn bisher schon?“ Tom klärte ihn kurz auf. „Also die Grundidee für die neue Werbeaktion steht. Wir haben uns überlegt, es marketingmäßig ganz groß aufzuziehen und verschiedene Medien mit einzubeziehen. In dem Bereich zählen wir auf Deine Erfahrung.“ Bruno mischte sich in das Gespräch mit ein. Er konnte es sich nicht erlauben, dass hierbei irgendetwas schief ging. „Enrique, ich möchte Sie bitten, alles weitere in die Wege zu leiten. Lassen Sie Ihre guten Kontakte spielen.“ „Natürlich, Sie können sich voll und ganz auf mich verlassen. Wir werden dem Kunden schon ein tolles Konzept unterbreiten.“ Nun brachte auch Anna sich in das Gespräch mit ein. „Und was wird meine Aufgabe sein?“ Bruno erfreute sich immer wieder an Annas Engagement und lächelte sie freundlich an. „Ich möchte Sie bitten, Ihre Erfahrungen von Broda&Broda mit einfließen zu lassen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Tom.“ Anna nickte zustimmend bevor Bruno weitersprach. „Paloma, Sie gehen bitte Enrique zur Hand und unterstützen ihn tatkräftig.“ „Klar, kein Problem, wird gemacht.“ Mit ernstem Gesichtsausdruck fügte Bruno noch etwas hinzu. „Ich muss ja nicht extra betonen, dass dieser Auftrag extrem wichtig für Lanford ist. Deshalb erwarte ich von allen absolute Loyalität, Verschwiegenheit und dass sie alle mit Feuereifer bei der Sache sind.“ Ein zustimmendes Murmeln ging durch die Runde und Enrique wollte noch etwas hinzufügen. „Sie können sich auf uns verlassen. Wir machen uns sofort an die Arbeit.“ „Gut, vielen Dank. In zwei Tagen erwarte ich erste Ergebnisse.“

Paloma folgte Enrique in sein Büro wo er sich gleich daran machte die Telefonnummern von alten Bekannten heraus zu suchen. Paloma schaute ihn fragend an. „Wie geht’s Dir heute? Konntest Du ein wenig schlafen?“ Enrique antwortete ihr kurz und knapp. „Alles okay. Wir haben viel zu tun und sollten keine Zeit verlieren.“ „Wie Du meinst. Ich dachte, dass Du vielleicht über gestern reden möchtest.“ Enrique zog genervt die Augenbrauen hoch und runzelte die Stirn. „Nein, ich möchte nicht darüber reden, weil es nichts mehr über das Thema zu sagen gibt.“ Paloma verwirrte seine gleichgültige Art. „Du weißt doch selbst, dass es so nicht stimmt.“ Nun funkelte Enrique sie wütend an. „Was weißt Du denn schon über meine Gefühle?“ Paloma stellte sich vor ihn und stemmte ihre Hände in die Hüften. „Ich weiß, dass Dir die Begegnung mit Mia den Boden unter den Füßen weggerissen hat und dass Du immer noch etwas für sie empfindest.“ Enrique schnaubte verärgert und baute sich ebenfalls vor Paloma auf. Seine Stimme wurde etwas lauter und zitterte leicht. „Was redest Du denn da für einen Blödsinn!? Absoluter Schwachsinn! Ich habe Dir gestern bereits gesagt, dass Mia für mich Geschichte ist.“ Nun wurde auch Paloma etwas lauter, weil sie Enriques Reaktion wütend machte. „Das ist kein Blödsinn! Und das weißt Du auch! Du liebst sie immer noch, aber Du kannst ihr nicht mehr vertrauen und deshalb versuchst Du sie aus Deinem Herzen zu verbannen!“ Enrique war total entrüstet über Palomas Worte und schrie sie ungehalten an. „Sag‘ mal, spinnst Du jetzt völlig? Wie kannst Du es wagen in dem Ton mit mir zu reden?“ Paloma räusperte sich und wollte diese Anschuldigung so nicht auf sich sitzen lassen. „Ich will Dir doch nur helfen, aber Du bist so verbohrt, dass Du gar nicht merkst wer Dein Freund ist.“ „Du willst mir helfen?! Dann lass‘ mich doch einfach in Ruhe und kümmere Dich um Deinen eigenen Kram.“ Paloma war entsetzt. „Ich werde Dich nicht im Stich lassen, denn Du bist mein Freund! Und ich weiß, dass Du Dir diese harte Schale nur zum Schutz angelegt hast um nicht wieder verletzt zu werden!“ Enrique schlug mit der flachen Hand auf den Tisch und war außer sich vor Wut. „Auf sogenannte Freunde die mir irgendwas einreden wollen kann ich gut und gerne verzichten!“ Paloma musste schwer schlucken. Dieser Satz von Enrique schmerzte und es trieb ihr die Tränen in die Augen. Enrique ignorierte die Tatsache und ließ nicht zu, dass er emotional wurde. „Können wir jetzt bitte endlich anfangen zu arbeiten? Bist Du dabei oder nicht?“ Paloma schluckte ihre Tränen herunter und ließ es fürs Erste gut sein. „Okay, womit soll ich anfangen?“
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:08

Teil 14

Die kommenden Tage verliefen ähnlich. Enrique ließ sich nichts anmerken. Er verstand es fabelhaft seine wahren Gefühle zu verstecken, vor anderen zu verbergen. Er erledigte seine Arbeit äußerst professionell und mit größter Genauigkeit. Für ihn zählte momentan nur der Auftrag. Alles andere strich er einfach aus seinen Gedanken und das erwartete er auch von den anderen Mitarbeitern. Ganz besonders von Paloma die als seine Assistentin tätig war. Nach dem letzten Streit hatte sie nicht wieder mit dem Thema „Mia“ angefangen. Somit schien sie wohl kapiert zu haben, dass er nicht darüber reden wollte. Vor allem, dass es gar nichts gab, worüber man reden müsste. Er wechselte mit Paloma nur noch die nötigsten Worte die alle rein geschäftlicher Natur waren. Er wollte sich auf keinerlei private Gespräche mehr einlassen um neuen Streitereien aus dem Weg zu gehen. Das ging nur ihn etwas an und niemand hatte das Recht in seinem Privatleben herum zu wühlen und alte Geschichten wieder auf zu wärmen. Den Mitarbeitern bei Lanford trat er selbstbewusst, mit einem Lächeln auf den Lippen, entgegen. Doch er konnte auch ganz anders. Wenn etwas nicht schnell genug ging oder jemand seine Anweisungen nicht zu seiner Zufriedenheit ausführte, wurde er ziemlich schnell aufbrausend und er wies denjenigen schroff und bestimmt in seine Schranken.

Als Anna und Tom aus seinem Büro traten konnten sie gerade noch das Ende eines Gesprächs zwischen Enrique und einer Auszubildenden mitbekommen. Enrique fuchtelte nervös mit den Unterlagen in seiner Hand in der Luft herum und sah wütend aus. „Was soll das hier? Wollen sie mich auf den Arm nehmen oder was? Ich hatte Ihnen doch klipp und klar gesagt, welche Seiten ich kopiert haben wollte. Was das so schwer zu verstehen?“ Das junge Mädchen wirkte sehr verunsichert und kleinlaut. „Entschuldigen Sie bitte, Herr Vegaz.“ Enrique fuhr sich genervt mit einer Hand durchs Haar und stampfte mit dem Fuß auf. „Wenn Sie zu blöd sind eine so einfache Anweisung zu befolgen, ist der Job hier vielleicht nicht der richtige für sie.“ Anna und Tom blickten sich irritiert an und eilten dem Mädchen zur Hilfe. Sie war den Tränen nahe. „Es tut mir wirklich leid. Es wird nicht wieder vorkommen.“ Enrique fuhr sie aufgebracht an. „Nein, das wird es ganz sicher nicht. Sie sind nämlich gefeuert.“ Tom traute seinen Ohren nicht. Wie konnte er es wagen, hier eigenständig irgendwelche Leute einfach so zu entlassen?! Anna legte tröstend einen Arm um das aufgelöste Mädchen und reichte ihr ein Taschentuch. Tom fuhr seinen alten Freund an. „Sag mal, was fällt Dir eigentlich ein in so einem Ton mit unseren Mitarbeiten zu sprechen!? Ich will Dich in 10 Minuten in meinem Büro sprechen.“ Dann drehte er seinen Kopf zu Anna und der jungen Dame. „Es tut mir wirklich leid. Ich möchte mich für Herrn Vegaz‘ Verhalten entschuldigen. Sie müssen sich keine Gedanken machen. Sie sind natürlich nicht gefeuert.“ Sie nickte erleichtert und ging dann wieder an die Arbeit.
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:08

Teil 15

Dann sah er Enrique mit funkelnden Augen an der völlig aufgebracht war und die Sache sofort klären wollte. „Was sollte das eben? Wie stehe ich denn jetzt da?“ „Das frage ich Dich, was Dein Verhalten gerade sollte.“ Enrique trat einen Schritt auf Tom zu und stand jetzt ungefähr einen Meter vor ihm. „Wie kannst Du es wagen, meine Entscheidungen in Frage zu stellen?“ Tom lachte kurz ironisch auf. „Deine Entscheidungen? Oh, Herr Vegaz hat jetzt Mitspracherecht in Personalangelegenheiten. Wusste ich ja noch gar nicht.“ Enrique wurde immer aufgebrachter und seine Stimme immer lauter. „Ich habe sie gefeuert, weil sie völlig unfähig war den einfachsten Auftrag korrekt auszuführen.“ „Aha, und das erteilt Dir die Befugnis darüber zu entscheiden wer gehen muss und wer bleiben kann oder wie?“ Enrique schaute seinen Freund böse an. Seine Hände waren zu Fäusten geballt und sein Gesicht nahm eine rötliche Farbe an. „Ich lasse mir doch so ein unprofessionelles Verhalten nicht gefallen. Wo sind wir denn hier?“ Tom konnte einfach nicht anders und konterte zurück. „Bei Lanford. Einem der größten Modelabels überhaupt. Und ja, so ein, mit Deinen Worten ausgedrücktes unprofessionelles Verhalten, musst Du Dir wohl gefallen lassen. Du bist hier genauso angestellt wie andere Mitarbeiter auch und Du solltest Deine Kompetenzen nicht überschätzen.“ Nun reichte es Enrique langsam von Tom hier so hingestellt zu werden als hätte er keine Ahnung von dem was er tat. Er drehte sich rasend vor Wut zur Seite und schlug mit voller Wucht auf den Schreibtisch neben dem er stand.

Anna zuckte erschrocken zusammen und versuchte die beiden Streithähne zu beruhigen. Einige Mitarbeiter schauten schon skeptisch zu ihnen rüber. „Hey, nun beruhigt Euch mal bitte wieder. Könnt Ihr das nicht in Toms Büro klären? Wir werden schon beobachtet.“ Tom blickte sich kurz zu Anna um und sah dann wieder Enrique an. „Anna hat Recht. Lass‘ uns in mein Büro gehen.“ Doch davon wollte Enrique nichts hören. „Von mir aus kann ruhig jeder hier mit anhören was ich zu sagen habe. Und ich bleibe bei meiner Meinung, dass sie hier fehl am Platz ist.“ So langsam platzte Tom der Kragen. Enrique konnte so ein verdammter Sturkopf sein. Aber dieses Mal steckte etwas völlig anderes dahinter. Und er wusste auch ganz genau was oder wer. „Enrique, krieg‘ Dich mal wieder ein und komm‘ runter von Deinem hohen Ross. Wir alle hier haben Verständnis für Deine momentane Situation. Aber Du musst auch wissen wann Schluss ist. Und dieser Punkt wurde bereits von Dir überschritten.“ Enrique lachte hämisch auf. „Was soll das denn bitteschön heißen? Was wisst Ihr denn alle schon von meinem Leben? Rein gar nichts wisst Ihr und es geht Euch verdammt nochmal auch nicht das Geringste an!“ Oh je, so aufgebracht und völlig verquer hatte Anna ihn noch nie erlebt. Tom hingegen ließ sich diesen Tonfall nicht gefallen und konterte zurück. „Enrique, es reicht jetzt! Soll ich Dir sagen was verdammt nochmal Dein Problem ist!? MIA! Sie war Deine große Liebe, Du hast sie über alles geliebt und Du liebst sie immer noch! Nur Du bist zu stolz, Dir das selbst einzugestehen und hast Angst davor Deine Gefühle zuzulassen, weil sie Dich wieder verletzen könnte!“ Enrique war nun außer sich vor Wut und schlug Tom mit der Faust mitten ins Gesicht. Er stolperte ein paar Schritte zurück, verlor das Gleichgewicht und stürzte auf den Boden. „Halt Dich verdammt nochmal aus meinem Leben raus, Tom Lanford!“ Er verließ schnellen Schrittes die Firma während Anna sich besorgt zu Tom runterbeugte und seine blutende Nase begutachtete. „Auweia, das sieht übel aus. Tut es sehr weh?“ Tom schüttelte völlig durcheinander den Kopf. „Nein, geht schon. Halb so schlimm.“ Er blickte seinem Freund nachdenklich hinterher.
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:08

Teil 16

Am Abend schlenderte Mia völlig in Gedanken durch den Stadtpark. Sie brauchte einfach mal etwas frische Luft und Ruhe um ihre durcheinander geratenen Gedanken zu sortieren. Irgendwie wollte ihr das aber beim besten Willen nicht gelingen. Wie sie es auch drehte und wendete, sie musste einfach mit Enrique sprechen. Vielleicht würde sie ihn danach ja aus ihrem Kopf bekommen. Das konnte doch nicht ewig so weiter gehen. Es war wirklich zum Verrücktwerden. Immerzu sah sie sein Gesicht vor sich, seine wunderschönen Augen und der intensive Blick mit dem er sie immer angesehen hatte, seine weichen und warmen Lippen die immer ein Lächeln für sie parat hatten. So sehr sie es auch immer wieder versuchte, sie bekam die Erinnerungen an ihn einfach nicht aus ihrem Kopf. Es erinnerte sie so viel an ihn. Und dann wurde ihr jedes Mal schmerzlich vor Augen geführt, dass sie diesen wundervollen Mann verloren hatte. Für immer. Es gab kein Zurück mehr. Aber wahrscheinlich erinnerte sie genau dieser Schmerz immer wieder daran, dass sie noch am Leben war und dass sie es verdient hatte zu leiden und sich genauso elend und miserabel zu fühlen wie Enrique damals. Manchmal war es so schlimm, dass sie es kaum noch ertragen konnte. In solchen verzweifelten Momenten wünschte sie sich, dass sie Enrique niemals begegnet wäre, dass sie sich nie in ihn verliebt hätte. Dann wäre das alles auch nie passiert. Sie hätte ihm nicht das Herz gebrochen und es wäre alles nicht so furchtbar kompliziert und schwierig. Warum musste Liebe nur so wehtun? Mia seufzte leise und beobachtete ihre Schuhe während sie weiter ging. Sie achtete gar nicht darauf wohin sie eigentlich lief und so bemerkte sie zu spät den Fahrradfahrer der sich ihr näherte. Sie nahm nur noch einen dumpfen Aufprall war und fand sich auf dem harten Boden wieder. Sie rappelte sich ein Stück auf und bemerkte eine kleine Wunde an ihrem Ellenbogen mit dem sie unsanft aufgeschlagen war. Dann schaute sie sich nach dem Radfahrer um welcher sich auch gerade, noch leicht benommen, aufsetzte und leise vor sich hin fluchte.

Er blickte an sich runter bemerkte verärgert eine Schürfwunde an seinem Knie. „Verfluchter Mist. Auch das noch. Was ist das heute nur für ein blöder Tag? Das kann doch alles nicht wahr sein. Können Sie denn nicht aufpassen? Haben Sie keine Augen im Kopf?“ Er war schon wieder völlig außer sich. Was für ein verflixter Tag. Was sollte denn noch alles passieren? Mia richtete sich entrüstet auf und klopfte sich den Staub von der Kleidung. „Sie haben mich doch angefahren. Und jetzt muss ich mich auch noch von Ihnen beleidigen lassen. Was fällt Ihnen eigentlich ein!?“ Plötzlich dämmerte es den beiden. Diese Stimme kam ihnen bekannt vor. Sie hatten sie schon hunderte von Malen gehört und würden sie unter jeder anderen sofort wieder erkennen. Aber momentmal, das konnte doch nicht sein. Gleichzeitig hoben sie den Kopf und blickten sich völlig irritiert in die Augen. „Mia?!“ „Enrique?!“ Die aufsteigende Wut von eben war bei beiden mit einem Mal verflogen. Enrique räusperte sich kurz. „Bist Du okay?“ Er blickte Mia von oben bis unten an und bemerkte die kleine Wunde. „Nichts passiert. Und wie geht’s Dir?“ Mia hatte seine Schürfwunde entdeckt und schon tat es ihr leid, dass sie so unachtsam gewesen ist. „Alles okay. Das verheilt wieder.“ Wieder trafen sich ihre Blicke und beide spürten ganz tief im inneren ihres Herzens, dass da immer noch etwas war, das sie miteinander verband. Dann wandte sich Enrique von ihr ab, befreite seine Jeans grob vom Dreck der sich beim Sturz darin gefangen hatte und hob sein Fahrrad wieder auf. Mia schaute bedrückt auf ihre Hände und beobachtete Enrique aus den Augenwinkeln aufmerksam. Er schaute sich noch einmal zu ihr um und erinnerte sich an ihre erste Begegnung in Berlin. Es war irgendwie seltsam. Auch damals schon kam es zu genau so einem kleinen Unfall zwischen den beiden. Mia schien ebenfalls daran zu denken. Nein, er hatte sich geschworen sich keine Gedanken mehr um Mia zu machen. Und dazu gehörte die Vergangenheit genauso wie die Gegenwart und die Zukunft.
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:09

Teil 17

Enrique räusperte sich kurz bevor er sich von Mia verabschiedete. „Ich muss dann mal weiter. Mach’s gut.“ Mia blickte ihn mit großen Augen an. Sie wollte nicht, dass er jetzt einfach so wieder ging. Sie wollte etwas sagen, doch sie brachte keinen Ton über die Lippen. Ihr fehlten einfach die Worte. Enrique drehte sich zu ihr um, weil er auf eine Antwort wartete, ja, sogar insgeheim darauf hoffte. Dabei blieb sein Blick für den Bruchteil einer Sekunde an ihrem hängen. Dann wandte er sich wieder seinem Rad zu und wollte gerade los als ihn eine Stimme zurück hielt. „Warte, bitte.“ Mia stand nun zwei Schritte vor ihm und legte ihre Hände auf den Lenker. Er blickte auf ihre Hände und erinnerte sich daran wie sie damit die seine umfasste. Er konnte diese gedankliche Berührung förmlich spüren und vergrub seine Hände instinktiv in den Taschen seiner Jeans. Unwillkürlich musste er daran denken wie oft sie ihn zärtlich mit ihrem Fingern berührt hatte, sie über seine nackte Haut streifen lassen hat, ihm liebevoll durchs Haar gewuschelt hat, wie sie ihm zärtlich mit den Fingern über die Lippen fuhr. Er musste schlucken und blickte zu ihr hoch. Da war er wieder. Dieser traurige, durchdringende Blick der ihm durch und durch ging und ihn immer noch zutiefst berührte. Enrique kostete es große Mühe seine Gefühle unter Kontrolle zu halten. Er verspürte den Drang einfach wieder weg zu laufen und diese Begegnung so schnell wie möglich zu vergessen. Doch seine Beine fühlten sich schwer an, sodass er unfähig war sich zu bewegen. Dann nahm er Mias Stimme wie durch einen Schleier war.

„Ist alles in Ordnung mit Dir, Enrique?“ Ihre Frage holte ihn eiskalt in die Wirklichkeit zurück. Er nickte kaum sichtbar. „Klar, alles bestens.“ Moment, hatte sie ihn wirklich gerade gefragt ob alles in Ordnung ist!? Er schüttelte energisch den Kopf. Mia holte tief Luft, doch als sie gerade anfangen wollte Enrique ihre Gefühle zu erklären, kam er ihr zuvor. „Nein, gar nichts ist in Ordnung.“ Mia schaute ihn überrascht an während Enrique ein paar Schritte hin und her lief. Eine Hand hatte er in die Hüften gestemmt. Mit der anderen fuhr er sich nervös durchs Haar. Dann blieb er einen knappen Meter vor ihr stehen und blickte sie nachdenklich an. Seine Augen strahlten einen Hauch von Verzweiflung und Unverständnis aus. „Wieso bist Du zurückgekommen und warum hast Du in der ganzen Zeit kein einziges Lebenszeichen von Dir gegeben?“ Mia atmete tief durch und schaute verlegen auf ihre Hände. „Es tut mir leid.“ Enrique blickte sie eindringlich an. „Das ist keine Antwort auf meine Frage. Warum, Mia?“ Sie blickte zu ihm auf. „Ich wollte, aber ich konnte einfach nicht. Mir ist klar geworden, was ich Dir angetan habe und wie sehr ich Dich mit meinem Verhalten verletzt haben muss.“ Enrique seufzte gekränkt. „Ich glaube nicht, dass Du auch nur den Hauch einer Ahnung davon hast, wie ich mich gefühlt habe und was Du mir angetan hast.“ Mia verspürte einen dicken Kloß im Hals. „Ich habe Dir das Herz gebrochen und Dich zutiefst enttäuscht. Und alles nur, weil ich zu spät gemerkt hatte, dass ich den größten Fehler meines Lebens begangen habe.“
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:09

Teil 18

Enriques Stimme wurde leise und fing beinahe an zu zittern während er weitersprach. „Mia, ich war mein ganzes Leben lang davon überzeugt, dass Du die Frau bist, mit der ich den Rest meines Lebens verbringen möchte, mit der ich zusammen alt werden will. Jahrelang hatte ich Dich gesucht bis ich Dich endlich wieder gefunden hatte. Für mich gab es immer nur Dich. Ich hatte bis zuletzt gehofft, dass Du es ehrlich mit mir meinst und war sogar bereit, zu akzeptieren, dass Alexander immer einen Platz in Deinem Herzen haben wird. Aber ich hätte mir nie träumen lassen, dass Du auf dem Weg zu unserer Hochzeit mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug springst.“ Seine Stimme versagte und er lachte einmal ironisch auf. Er konnte es ja selbst kaum glauben was ihm da passiert war. Wenn das alles nicht so tragisch wäre, würde er wahrscheinlich lauthals darüber lachen. Mia bekam feuchte Augen und sie hatte die größte Mühe die aufsteigenden Tränen zu unterdrücken. „Enrique, es tut mir aufrichtig leid, was ich getan habe. Bitte glaub‘ mir, wenn ich könnte würde ich mein Verhalten sofort ungeschehen machen.“ „Aber das kannst Du nicht. Du kannst die Zeit nicht zurück drehen. Und Du kannst es nicht rückgängig machen.“ Mia nickte traurig. Das war doch auch eine Tatsache die sie so fertig machte. „Ich weiß. Ich konnte Dir einfach nicht unter die Augen treten, weil ich so ein schlechtes Gewissen hatte.“ Enriques Gesicht kam Mias ganz nahe und er blickte sie verzweifelt an. „Welcher war der größte Fehler den Du je begangen hast?“ Mia konnte nun seinen Atem auf ihrem Gesicht spüren. Sie fühlte seine Nähe und Wärme. Sie umfasste ganz sanft und zitternd seine Hände.

Ihre Stimme klang leise und zerbrechlich. Sie schloss für einen kurzen Moment lang die Augen und schluckte mehrmals bevor sie ihn wieder anblickte. „Ich habe dem Mann das Herz gebrochen und den Glauben an die Liebe genommen, den ich über alles liebe und begehre, der alles für mich getan hätte.“ Mia stoppte kurz um sich eine Träne aus dem Gesicht zu wischen. Sie wollte das jetzt zu Ende bringen. Sie wollte diesem Mann endlich das sagen, was sie ihm schon so lange sagen wollte. Sie wollte jetzt nicht weinen. Nicht jetzt. Enrique schluckte und Tränen bildeten sich in seinen Augen. Er spürte Mias Hände auf seinen und es fühlte sich verdammt gut an. „Dieser Mann wollte mit mir in ein neues Abenteuer starten. Er hätte mir die Sterne vom Himmel geholt, für mich gegen einäugige Monster und Außerirdische gekämpft, mich vor allen Gefahren beschützt und wäre mir nicht mehr von der Seite gewichen. Leider ist mir erst zu spät bewusst geworden, dass es genau das ist, was ich schon immer tief in meinem Herzen wollte.“ Enrique war zutiefst gerührt von ihren einfühlsamen Worten. „Mia, ich hätte all‘ das für Dich getan und noch viel mehr. Aber Du hattest Dich für Alexander entschieden.“ Mia lachte spöttisch. „Ich dumme Kuh habe mich damals für den falschen Mann entschieden und ihn viel zu überstürzt geheiratet. Und dieser Fehler war der größte den ich je begangen habe.“ Mia schniefte und nun liefen ihr doch ein paar vereinzelte Tränen über die Wangen. Enrique war froh über dieses offene und ehrliche Gespräch mit Mia. Und dann wurde ihm wieder bewusst, dass er nicht einfach so tun konnte als wäre nichts geschehen. Er hatte doch beschlossen keine Gefühle mehr an sich heran zu lassen. Er drückte sanft Mias Hände und schaute ihr noch einmal tief in die Augen während sich eine Träne ihren Weg über sein Gesicht bahnte. „Mia, es tut mir leid. Aber ich kann das einfach nicht.“ Dann löste er seine Hände von ihren, drehte sich um und fuhr davon.
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:10

Teil 19

Als Enrique am Montagmorgen wieder in die Firma kam, ließ er sich seinen Gefühlszustand nicht anmerken. Er war perfekt gekleidet und gestylt. Nur sein Lächeln wirkte nicht ehrlich, irgendwie aufgesetzt. Übers Wochenende war er bis früh morgens in Bars unterwegs gewesen um seinen Kummer im Alkohol regelrecht zu ertränken. Wenn er dann wieder zu Hause war, lag er noch lange wach, wälzte sich unruhig im Bett hin und her und fand einfach keinen Schlaf. Die Gedanken an die Begegnung mit Mia ließen ihn nicht mehr zur Ruhe kommen. Er versuchte sie verzweifelt beiseite zu schieben, sie zu verdrängen, was ihm aber nicht gelingen wollte. Wenn er seine Augen schloss, sah er Mia vor sich. Er hatte Albträume aus denen er schweißgebadet erwachte. Er hatte keinen Appetit und musste sich zwingen ein paar Happen herunter zu würgen. Diese Frau hatte sein geordnetes Leben völlig aus der Bahn geworfen. Er spürte ein Kribbeln im ganzen Körper und sein Herz klopfte wie verrückt als sie so nah vor ihm stand, ihm in die Augen blickte und seine Hände sanft drückte. Aber er versuchte diese Gefühle mit aller Macht zu verdrängen. Er wollte sich einfach nicht damit auseinander setzen. Das Kapitel seines Lebens war abgeschlossen. Als er sein Büro betrat, wartete Paloma bereits auf ihn mit ein paar Unterlagen in den Händen. Er begrüßte sie freundlich lächelnd. „Guten Morgen, Paloma.“ Sie warf ihm einen kurzen, leicht genervten Blick zu. „Morgen. Na, wieder beruhigt?“ In ihrem Tonfall schwang eine Spur Sarkasmus mit welchen Enrique auch zu bemerken schien. Er grinste ironisch. „Was sind wir wieder witzig heute Morgen.“ Palomas Gesichtsausdruck zeigte keinerlei Regung. „Okay, sieht nicht danach aus. War ja nur ‚ne Frage.“ Enrique schüttelte kaum merkbar den Kopf und reagierte nicht auf Palomas Sticheleien. „Gut, hier sind die gewünschten Unterlagen. Sie sind vorhin per Fax gekommen.“ Sie reichte ihm die Blätter rüber und musterte ihn aufmerksam. Enrique nahm sie entgegen und betrachte den Inhalt genauestens. „Danke.“

Paloma bemerkte, dass er ziemlich mitgenommen aussah. Er war blass und hatte dunkle Augenränder. Seine Augen strahlten eine unendliche Traurigkeit aus. Für Paloma war es fast unerträglich ihre Freunde so unglücklich zu sehen. Sie fühlte sich absolut hilflos. Mia hatte sich am Wochenende schon so abweisend verhalten und wollte lieber allein sein. Und Enrique verschloss sich völlig und verdrängte jegliche Emotionen. Nicht mal mehr sie ließ er an sich ran. Seine Freunde maulte er an und ließ sich einfach nicht helfen. Aber so konnte das einfach nicht mehr weiter gehen. Irgendwie musste sie wieder einen Zugang zu Enrique finden. „Enrique?“ Er brummelte etwas vor sich hin ohne von den Unterlagen aufzusehen. „Hm, was denn?“ „Wie lange soll das denn noch so weiter gehen?“ „Ich weiß nicht was Du meinst.“ Paloma setzte sich auf die Schreibtischkante und beobachtete ihn. „Doch, das weißt Du. Wie lange willst Du Dich noch verstecken und alles in Dich hinein fressen? Wieso redest Du nicht einfach mit mir oder mit Tom?“ Er versuchte möglichst gelassen zu wirken und schaute immer noch nicht hoch. „Weil es nichts zu reden gibt. Mir geht’s gut.“ Sie spürte einfach, dass es ihm schlecht ging und sie wollte dieses Mal nicht so schnell locker lassen. „Enrique, meinst Du, wir merken nicht, dass Dich die Sache mit Mia ziemlich mitnimmt?“ Enriques Stimme wurde etwas lauter. Er wollte nicht darüber sprechen. Aber das schien hier niemand zu respektieren. „Das ist doch Quatsch. Und jetzt will ich nicht weiter darüber sprechen. Wir haben genug zu tun.“ Paloma legte einen Finger unter sein Kinn und hob es sachte an damit er sie anschauen musste. „Guck‘ mich mal bitte an.“ Widerwillig folgte er ihrer Anweisung und blickte ihr in die Augen. „Und jetzt sag‘ mir noch einmal, dass es Dir gut geht, alles in Ordnung ist und Dir Mia völlig egal ist.“ Er schaute sie irritiert an und verstand nicht so richtig was Paloma damit bezwecken sollte.
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:10

Teil 20

„Was soll das, Paloma?“ Er wandte seinen Blick hastig wieder von ihr ab und schob ihre Hand beiseite. „Ich habe nie behauptet, dass Mia mir egal ist. Für mich ist die Sache erledigt und fertig.“ Enrique ließ sich auf den Stuhl fallen, klappte seinen Laptop auf und versuchte sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Paloma merkte, dass er ihren Fragen auswich und alles verdrängte. Er hatte sich sehr verändert seitdem Mia wieder in Berlin war. Paloma wollte ihn einfach nicht mit seinen Gefühlen alleine lassen. „Enrique, bitte. Ich möchte Dir doch nur helfen.“ Inzwischen war er ziemlich genervt von ihrer aufdringlichen Art und Weise. Er erhob seine Stimme, stand auf, stützte sich mit den Händen auf der Ecke des Schreibtisches ab und funkelte sie zornig an. „Sag‘ mal, was hast Du an meinem Satz eben nicht verstanden?“ Paloma zuckte erschrocken zusammen. „Ich sagte doch ausdrücklich, dass Du mich mit Mia in Ruhe lassen sollst!“ Nun wurde auch Paloma langsam ungehalten, stellte sich auf die andere Seite des Schreibtisches ihm gegenüber und stemmte provokativ die Hände in die Hüften. „Nein, das werde ich nicht tun! Und ich kann Dir auch sagen, warum.“ „Ach ja, und warum?“ Sie suchte seinen Blick und die beiden schienen mit ihren Augen einen regelrechten Kampf auszufechten bei dem keiner von beiden bereit war aufzugeben. „Weil ich merke, dass es Dir schlecht geht! Auch wenn Du krampfhaft versuchst Deine Gefühle vor mir zu verstecken.“ Enrique lachte sarkastisch auf und war empört von ihrer direkten Art. „Bist Du Hellseherin oder was? Was bildest Du Dir überhaupt ein so mit mir zu reden?“ Palomas Stimme wurde immer lauter. „Verdammt, Du bist mein Freund und ich kann es nicht mit ansehen wie Du leidest!“ Enrique schnaufte wütend und trat auf sie zu. „Dann solltest Du Dir schleunigst einen neuen Freund suchen. Und jetzt verschwinde aus meinem Büro.“ Paloma verschlug es regelrecht die Sprache. Der letzte Satz hatte ihr mächtig zugesetzt.

Enttäuscht machte sie auf dem Absatz kehrt und stapfte wutentbrannt zur Tür. Dann drehte sie sich noch einmal zu ihm um und blickte in sein verzweifeltes Gesicht. „Du bist so ein Idiot, Enrique Vegaz!“ Beim Rausgehen schlug sie die Tür mit voller Wucht zu und man hörte einen lauten Knall als sie ins Schloss fiel. Enrique zuckte regelrecht zusammen. Dann atmete er tief ein und aus und fuhr sich mit den Händen durchs Haar während er laut fluchte. „Verdammter Mist!“ Paloma lehnte sich einen Moment lang von außen mit dem Rücken an die Tür und versuchte sich wieder zu beruhigen. „So ein verdammter Sturkopf.“ Dann legte sie entschlossen den Kopf in den Nacken, atmete tief durch und klopfte an die Tür. „Jetzt nicht. Später.“ Vorsichtig öffnete Paloma die Tür einen Spalt und trat dann ein. Die Tür fiel hinter ihr zu und sie trat selbstbewusst auf Enrique zu. „Nein, ich werde nicht gehen! Du wirst mich nicht los.“ Enrique blickte sie erstaunt und überrascht an. Niemals hätte er damit gerechnet, dass Paloma nach seiner Anfuhr wieder zurückkommen würde. Trotzdem zeigte er sich nicht sonderlich versöhnlich. „Du hast vielleicht Nerven. Du gibst wohl nie auf, was?“ Paloma grinste ihn aufmunternd an. „Niemals. Und Nerven brauche ich anscheinend bei Deinem Dickkopf auch.“ Enrique konnte sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen. „Du scheinst echt nicht locker zu lassen.“ Paloma schüttelte den Kopf. „Nö.“ Enrique seufzte und trat auf Paloma zu. „Weißt Du eigentlich, dass Du völlig verrückt bist?“ Paloma musste lachen. „Nun werden Sie mal nicht komisch, Herr Vegaz.“ Enrique knuffte ihr sanft in den Arm. „Okay, reden wir später in Ruhe über alles. Einverstanden?“ Sie grinste ihn zufrieden an. „Abgemacht.“ Gespielt ernst wandte sich Enrique nun wieder den Unterlagen zu. „Können wir uns dann jetzt bitte endlich an die Arbeit machen?“ Paloma nahm ebenfalls wieder Platz und konterte frech zurück. „Zu Befehl, Herr Vegaz. Ihre Assistentin meldet sich zum Dienst und ist zu allen Schandtaten bereit.“ Enrique grinste breit. „Dann pass‘ mal auf, dass ich das nicht schamlos ausnutzen werde.“ Nun lachte sie ebenfalls und spürte endlich wieder die alte Vertrautheit zwischen ihnen.
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:10

Teil 21

In der Mittagspause saßen Anna und Mia mit geschlossenen Augen nebeneinander auf einer Parkbank und genossen die wärmenden Sonnenstrahlen auf ihrer Haut. Es tat den beiden sichtlich gut einfach mal nichts zu tun und für einen Moment lang nur den Augenblick zu genießen. Sie hörten das Plätschern der im See badenden Enten und das Zwitschern der Vögel die aufgeregt in den Baumwipfeln hin und her hüpften. Anna stieß einen tiefen Seufzer aus. Sie fand es einfach herrlich hier. Diese Ruhe war ein völliger Kontrast zu dem hektischen Alltagsstress im Hause Lanford. „Mia, das war eine fabelhafte Idee von Dir sich hier zu treffen.“ Mia war endlich mal wieder entspannt und war froh, mal wieder etwas Zeit mit Anna verbringen zu können. „Ja, es ist wirklich wunderschön hier.“ Anna grinste. „Oh ja, das ist es. Ich würde am liebsten den ganzen Tag lang hier sitzen bleiben.“ „Hm, gibt’s Ärger in der Firma?“ „Ach, der übliche Stress. Genervte Mitarbeiter. Ein nervöser Chef. Ein äußerst wichtiger Auftrag. Dann noch der Streit zwischen den beiden Dickköpfen. Dagegen ist das hier Balsam für die Seele.“ Mia öffnete die Augen und blickte neugierig zu Anna rüber die sie nun durch die Sonne geblendet anblinzelte. „Es gab Streit? Wen meinst Du?“ Anna nickte. „Ja, Tom und Enrique hatten sich ordentlich gefetzt.“ Mia wurde hellhörig. „Warum das denn?“ „Enrique ist ziemlich gereizt und schlecht gelaunt momentan. Es war wohl einfach alles etwas viel in letzter Zeit.“ Mia wusste genau woher das kam. „Tut mir leid, dass ich hier alles durcheinander gebracht habe. Das ist alles meine Schuld.“ Anna versuchte sie zu beruhigen. „Mach‘ Dir nicht so viele Gedanken. Das ist für Euch beide nicht leicht. Aber deswegen drehst Du ja auch nicht gleich durch und maulst Deine Freunde an.“ „Ja, aber Enrique musste so viel durch machen. Ich kann ihn schon irgendwie verstehen.“ Anna dachte einen Moment lang an ihre kurze Beziehung mit Enrique und blickte Mia nachdenklich an. „Ja, er hatte es wirklich nicht leicht in letzter Zeit. Aber selbst mit Paloma hat er sich gestritten. Dabei hat er ihr eigentlich immer alles anvertraut.“ „Hast Du mal versucht mit ihm zu reden?“ Anna schüttelte den Kopf. „Ich bin dafür wohl nicht die richtige Person. Seit der Trennung sprechen wir eigentlich nicht mehr über unsere intimsten Gedanken.“ Mia blieb geschockt der Mund offen stehen. Was hatte Anna da gerade gesagt? Trennung?

Mia war so perplex, dass sie beim Antworten einige Buchstaben regelrecht verschluckte. „Was denn für eine Trennung? Wie meinst Du das?“ Anna bemerkte ihren schockierten Blick und hätte sich ohrfeigen können für ihr Plappermaul. „Oh, sorry, ich hätte wohl besser meinen Mund halten sollen.“ Aus Mias Gesicht verschwand urplötzlich sämtliche Farbe. „Du meinst, Du und Enrique… Ich meine, Ihr hattet was miteinander?“ Anna schluckte. Diese Tatsache schien ihre Freundin ziemlich aufzuwühlen. „Ein paar Wochen nachdem Jonas gestorben war sind wir uns auf einem Maskenball begegnet. Dort hatten wir uns kennengelernt. Dann tauchte er bei Lanford auf und wir arbeiteten eng zusammen. Naja, irgendwann sind wir uns dann halt näher gekommen und waren für kurze Zeit zusammen. Aber wir haben beide gemerkt, dass es nicht passte und haben uns wieder getrennt.“ Mia musste schlucken. Toll, ihre Freundin war mit ihrem Ex-Freund zusammen. Komisches Gefühl. Und aus irgendeinem Grund war Mia nicht ganz wohl bei dem Gedanken daran. „Aha, und dann bist Du mit Tom zusammen gekommen?“ Anna lenkte ein. „Ich weiß, wie das für Dich jetzt aussehen muss. Aber es war nicht genauso wie mit Euch beiden. Du warst seine große Liebe. Uns beiden verband nie so eine tiefe Vertrautheit miteinander wie Euch.“ Mia war enttäuscht und wütend. „Aber ihm wurde wieder das Herz gebrochen, weil seine Angebetete sich für einen anderen Mann entschieden hatte.“ Anna versuchte sie wieder zu beruhigen. „Mia, bitte beruhige Dich wieder. Wir hatten beide gemerkt, dass wir uns nicht aufrichtig lieben und uns dann getrennt. Das war der richtige Schritt, auch wenn es die erste Zeit schmerzhaft war. Inzwischen können wir wieder freundschaftlich miteinander umgehen. Aber ich bin halt nicht seine beste Freundin, der er alles anvertraut. Und das ist auch völlig in Ordnung.“ Mia wurde immer deutlicher bewusst, wie viel ihr doch hier entgangen war. Nie im Leben hätte sie damit gerechnet, dass Anna und Enrique mal ein Paar waren. „Naja, gut. Ich muss dann auch mal wieder los. War nett mit Dir zu plaudern. Wir sehen uns.“ Dann stand sie auf und ließ die verwirrte Anna einfach sitzen. „Mia, bleib‘ doch noch.“ Sie lief ihr hinterher. „Nun warte doch mal.“ Als Mia sich zu ihr umdrehte standen ihr die Tränen in den Augen. „Tut mir leid, aber ich brauche jetzt erst mal etwas Zeit für mich. Es ist alles etwas viel momentan.“ Anna tat es weh ihre Freundin so zu sehen. „Entschuldige bitte, ich wollte Dir nicht wehtun.“ Dann ging Mia ohne ein weiteres Wort mit gesenktem Kopf davon.
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:11

Teil 22

Am Abend klingelte es auf einmal bei Paloma an der Wohnungstür. Sie hatte sich gerade umgezogen und eilte nun hastig aus dem Bad. Als sie die Tür öffnete, stand Enrique vor ihr mit einem Strauß bunter Frühlingsblumen in der Hand. Er lächelte sie entschuldigend an. „Hey, darf ich reinkommen?“ Paloma grinste verschmitzt zurück. „Hey, schön Dich zu sehen. Klar, komm‘ rein.“ Sie räumte schnell noch ein paar Klamotten von der Couch und bat ihm einen Platz an. „Setz‘ Dich doch. Magst Du etwas trinken?“ Enrique hielt sie sanft am Arm zurück als sie schon wieder in die Küche wollte. „Paloma, warte mal. Ich muss mich bei Dir entschuldigen.“ Sie drehte sich zu ihm um. Er überreichte ihr die Blumen und schaute sie mit seinem Dackelblick an, sodass sie ihm einfach nicht mehr böse sein konnte. „Mein Verhalten in der letzten Zeit tut mir leid. Ich habe den Menschen, die mir nur helfen wollten, gewaltig vor den Kopf gestoßen. Ganz besonders Dir gegenüber habe ich mich sehr unfair verhalten. Kannst Du mir noch mal verzeihen?“ Paloma nahm die wunderschönen Blumen gerührt entgegen und schenkte Enrique ein aufrichtiges Lächeln. „Danke. Das ist lieb von Dir. Und mach‘ Dir keinen Kopf. Da gibt es nichts zu verzeihen. Auch der Zusammenhalt in schlechten Zeiten ist für eine Freundschaft selbstverständlich.“ Er grinste erleichtert zurück. „Du bist schon echt einmalig. Weißt Du das eigentlich?“ „Na, das will ich doch ganz schwer hoffen.“ Sie mussten beiden lachen. Dann trat Enrique ganz nah vor Paloma und schaute ihr tief in die Augen. „Danke, dass Du immer für mich da bist, an mich glaubst, mich immer wieder aufbaust wenn es mir mies geht und mein Gejammer so geduldig erträgst.“ „Immer wieder gerne, Enrique. Meine Tür steht Dir jederzeit offen.“ Dann bildete sich ein breites Grinsen auf ihrem Gesicht und sie puffte ihn neckisch gegen den Arm. „Willst Du da jetzt noch länger rum stehen oder nimmst Du Deine beste Freundin nun endlich mal in den Arm?“ Enrique war kurze Zeit überrascht und lachte dann auf. Er breitete seine Arme aus und blickte sie strahlend an. „Na komm‘ schon her zu mir und lass‘ Dich ganz fest drücken.“ Das ließ sich Paloma natürlich nicht zweimal sagen, umarmte ihn freudestrahlend und drückte ihn ganz fest an sich. „Du hast mir gefehlt.“ Enrique drückte ihr einen sanften Kuss auf die Wange und verstand sofort wie Palomas Worte gemeint waren. „Du mir auch.“

Anschließend holte Paloma eine Flasche Rotwein und zwei Gläser aus der Küche und stellte sie auf den Wohnzimmertisch. Enrique öffnete galant die Flasche und füllte die Gläser. Dann nahmen sie nebeneinander auf der Couch Platz und Enrique reichte ihr ein Glas. „Auf die beste und verständnisvollste Freundin die man sich nur wünschen kann.“ Sie prosteten sich zu. „Und auf Dich und unsere Freundschaft.“ Sie lächelten beide während sie einen Schluck tranken. Dann wurde Enrique ernst. „Du hattest Recht mit dem was Du neulich zu mir gesagt hast.“ Paloma stellte ihr Glas auf den Tisch und betrachtete ihn aufmerksam. „Dir hat Mias plötzlich Auftauchen mächtig zugesetzt, hm?“ Er nickte gedankenverloren. „Sie hat mich völlig aus der Bahn geworfen und meine Gefühle durcheinander gebracht.“ Er schwieg einen Moment lang bevor er weiter sprach. „Als sie mir gegenüber stand und mich so traurig anschaute, kamen die ganzen alten Erinnerungen wieder in mir hoch.“ „Und der ganze Schmerz den Du bis zu dem Zeitpunkt erfolgreich verdrängen konntest?“ Er nickte traurig. „Ich bin ihr vor ein paar Tagen zufällig im Park begegnet. Wir waren wohl beide in Gedanken und ich habe sie mit dem Fahrrad angefahren. Genau wie damals.“ Seine Stimme stockte. Paloma blickte ihn überrascht an. Davon hatte ihr Mia gar nichts erzählt. Und nun wurde ihr auch schlagartig bewusst, warum sie sich so zurückgezogen hatte übers Wochenende. „Wir hatten ein sehr intimes Gespräch bei dem wir uns emotional wieder angenähert hatten. Und alles war plötzlich wieder da für einen kurzen Moment lang.“ Paloma umfasste seine Hand und hielt sie ganz fest. Dankbar drückte er sie. Paloma spürte das Gefühlschaos welches ihn nahezu beherrschte. „Als wir uns so nah gegenüberstanden, sie meine Hände umfasste und mir in die Augen sah, war dieses Gefühl ganz plötzlich wieder da. Es kribbelte im ganzen Körper und mein Herz klopfte wie verrückt. Ich konnte die unendliche Traurigkeit und Verzweiflung sehen die in ihrem Blick lag.“ Er musste schlucken und seufzte laut. „Ich konnte es einfach nicht länger ertragen und bin gegangen.“ Tränenflüssigkeit sammelte sich in seinen Augen während er Paloma anblickte. „Ich weiß einfach nicht was ich machen soll, Paloma. Es zerreißt mir das Herz.“ Paloma streichelte ihm sanft über die Wange und strich ihm eine Träne aus dem Gesicht. „Nimm‘ Dir die Zeit die Du brauchst und hör‘ auf Dein Herz. Es wird Dir früher oder späten den richtigen Weg zeigen. Ich kann Dir diese Entscheidung leider nicht abnehmen. Aber ich werde Dir immer als Freundin zur Seite stehen.“ Er lächelte sanft und drückte sie ganz fest an sich. „Danke für alles.“ Als sie sich wieder aus der Umarmung lösten, lächelte Paloma in an und hatte eine Idee zur Ablenkung. „Hey, was würdest Du von einer Ablenkung à la Paloma halten?“ Er blickte sie verwirrt an und zog die Augenbrauen hoch. „Ähm, woran denkst Du dabei?“ Sie lachte und betrachtete ihn von oben bis unten. „Gut, so kann ich Dich mitnehmen.“ Enrique schüttelte lachend mit dem Kopf. „Mitnehmen? Wohin? Was hast Du denn vor?“ Sie stand auf um sich kurz umzuziehen. „Wie zwei gehen jetzt aus und tanzen uns den Kummer und den Frust von der Seele.“ Noch bevor Enrique etwas entgegnen konnte, war sie auch schon im Bad verschwunden. „Moment, bin gleich soweit. Und nicht weglaufen. Dann werde ich sauer.“ Er grinste in sich hinein und trank den letzten Schluck Rotwein aus. „Bei Dir ist jegliche Widerrede sowieso zwecklos.“
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:11

Teil 23

Eine halbe Stunde später fanden sich die beiden auf einer Beachparty wieder. Auf einem abgesperrten Gelände wurde Sand aufgeschüttet, ein paar große exotische Pflanzkübel aufgestellt, Sonnenschirme, Theken wo es Cocktails gab und überall wurden kleine Stehtische aufgestellt. Als die zwei eintrudelten, war die Party schon gut besucht. Live-Musik klang aus den Boxen, angeregte Unterhaltungen und Gelächter schallte ihnen von allen Seiten entgegen, die Stimmung war sehr ausgelassen und das Wetter war perfekt. Die zwei schauten sich erst mal ein wenig um und bestellten sich dann etwas zu Trinken. An einem der Tische stehend beobachteten sie das ganze Geschehen um sich herum und mussten über einige der tanzenden Gäste schmunzeln. Dann stupste ihn Paloma von der Seite an. Er lächelte sie gut gelaunt an. „Schön, dass Du wieder lachen kannst. So gefällst Du mir viel besser.“ „Und das ist alles nur Dein Verdienst.“ Dann zeigte Paloma mit dem Finger auf einen Typen in knallbunten Bermuda-Shorts, viel zu großen, knallroten Turnschuhen, einem enganliegenden quietsche pinken T-Shirt und einem schwarzen Zylinder auf dem Kopf. Sie quietschte vergnügt auf. „Auweia, schau‘ Dir den mal an. Na, wenn der die Aufmerksamkeit nicht auf sich zieht, dann weiß ich auch nicht.“ Sie lachte vergnügt. Auch Enrique musste grinsen als er den besagten Typen erblickte. „Ich weiß gar nicht was Du hast. Sieht zwar etwas ungewöhnlich aus, aber dennoch sehr cool.“ Paloma verschluckte sich beinahe an ihrem Cocktail und prustete lauthals los. „Das ist nicht Dein Ernst. Es gibt schon krasse Leute.“ Enrique prostete ihr lachend zu. „Mut hat er auf jeden Fall. Zugegeben, sein Tanzstil ist sehr… sagen wir mal, gewöhnungsbedürftig. Aber den Mädels scheint’s zu gefallen. Verstehe einer die Frauen.“ Paloma kniff ihm in den Arm. „Mal nicht frech werden hier. Sonst gibt es gleich noch eine Bestrafung à la Paloma.“ Er versuchte sie ernst anzuschauen, doch das Grinsen und die Ironie in seiner Stimme konnte er sich kaum verkneifen. „Oh, nun ist aber Vorsicht geboten. Obwohl, eine Bestrafung kann auch etwas Aufregendes an sich haben.“ Sie blickte ihn provozierend von der Seite an. „Das wünsche Dir mal lieber nicht.“ Enrique reichte ihr die Hand, verbeugte sich kurz und forderte sie zum Tanz auf. „Darf ich Sie um diesen Tanz bitten, Madame? Bevor das hier noch ausartet.“ Sie grinste ihn verschmitzt an und reichte ihm die Hand. „Und das wollen wir ja nicht. Lass‘ uns tanzen.“ Und schon tanzten sie barfuß im weichen Sand.

Zur gleichen Zeit tanzten Mia und Anna ausgelassen zur Musik. Mia tat ihr Verhalten leid und sie lud Anna zu dieser Party ein als kleine Wiedergutmachung. Und diese Abwechslung kam ihr gerade sehr gelegen denn das Tanzen lenkte sie von ihrem Kummer ab und brachte sie auf andere Gedanken. Beim Tanzen vergaß Mia alles andere um sich herum und bewegte sich leidenschaftlich im Takt der Musik. Die zwei Freundinnen powerten sich völlig aus bis sie schließlich völlig außer Atem waren. „Mia, ich brauche mal ‚ne Pause. Ich spüre meine Füße kaum noch.“ Anna zog Mia mit sich und sie bestellte ihnen was zu Trinken als Erfrischung. Mia schnaufte erschöpft und nahm zwei große Schlucke. „Oh ja, das ist genau das was ich jetzt brauche.“ Anna grinste sie an. „Ich auch. So eine kleine Erfrischung tut gut.“ Sie setzten sich etwas abseits in den warmen Sand und streckten ihre Füße aus. „Man ist das lange her, dass wir zwei so ausgelassen zusammen gefeiert haben.“ Mia lachte. „Definitiv zu lange. Das sollten wir viel öfters mal machen.“ Anna schüttelte dankend ablehnend den Kopf. „Aber bitte nicht jede Woche. Meine Füße fühlen sich an wie Blei. Ich spüre jeden Zentimeter meines Körpers.“ „Ja, ja, Du wirst alt, Anna.“ Anna grinste ihre Freundin gut gelaunt an. „Ich und alt? Ich werde Dir das Gegenteil beweisen. Und zwar jetzt sofort.“ Sie stand auf und zog Mia an der Hand zu sich hoch. „Was hast Du vor?“ „Na, jetzt wird weiter getanzt oder kannst Du etwa nicht mehr?“ Als sie zwei Schritte gegangen war, überlegte sie es sich schlagartig wieder anders. „Ähm, nein, ich glaube, ich werde wirklich alt. Mit den schmerzenden Füßen gehe ich keinen Schritt mehr.“ Mia bekam sich kaum wieder ein vor Lachen. „Dann bin ich ja mal gespannt wie Du wieder nach Hause kommen willst.“ Anna lachte und blickte sie flehend an. Mia schüttelte den Kopf. „Nein, das kannst Du Dir gleich wieder aus dem Kopf schlagen. Ich trage Dich nicht nach Hause.“ Die beiden Freundinnen schauten sich an und lachten ungehalten los. Dann fiel Mias Blick auf die tanzenden Leute und mit einem Mal versteinerte sich ihr Gesichtsausdruck und es verschlug ihr regelrecht die Sprache.
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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:11

Teil 24

Anna erzählte ihr gerade irgendetwas, aber das nahm sie nur noch von ganz weit weg wahr. Sie konnte ihren Blick nicht mehr von zwei Personen abwenden die lachend und scheinbar gutgelaunt miteinander tanzten. Sie wirkten sehr vertraut, steckten immer wieder ihre Köpfe ganz eng zusammen und alberten ausgelassen miteinander herum. Mia versetzte der Anblick einen schmerzenden Stich mitten ins Herz und ein dicker Kloß steckte in ihrem Hals. Dann wurde sie plötzlich aus ihren Gedanken gerissen denn Anna stand vor ihr und fuchtelte mit den Händen vor ihrem Gesicht herum. „Erde an Mia.“ Mia zuckte erschrocken zusammen. „Hm? Was ist denn?“ „Ich hatte Dich gerade etwas gefragt. Wo bist Du denn mit Deinen Gedanken? Wir hatten doch beschlossen heute keinen Trübsal zu blasen.“ Mia starrte wieder zu den beiden Personen rüber. Anna folgte ihrem Blick und blieb für einen Moment wie angewurzelt stehen. Mia lachte sarkastisch auf. „Und wie soll das bitte funktionieren bei so einem Anblick?“ Anna wandte sich wieder an Mia. „Die beiden hatten offensichtlich die gleiche Idee wie wir zwei. Komm‘, lass uns weiter tanzen.“ Mias Gedanken überschlugen sich regelrecht und sie war unfähig auch nur einen klaren Gedanken fassen zu können. Was hatte das alles zu bedeuten? Die wirrsten Ideen geisterten in ihrem Kopf herum. Sie gingen sogar soweit, dass sie annahm, Paloma und Enrique wären jetzt ein Paar. Anna war ja bereits auch schon mit ihm zusammen gewesen. Warum also nicht auch Paloma? Sie konnte es kaum ertragen die beiden so vertraut miteinander zu sehen. Enrique schien die ganze Situation ja nichts auszumachen wenn er jetzt schon wieder so ausgelassen feiern konnte. „Warum hast Du mir nichts von den beiden erzählt?“ Mia blickte Anna enttäuscht und deprimiert an. Die wiederrum verstand überhaupt nichts mehr. „Was meinst Du?“ Mias Enttäuschung schlug in Wut um. „Na, dass sie zusammen sind. Wolltest Du mir das ersparen oder wie?“ Anna starrte sie mit großen Augen an. „Wie bitte? Wie kommst Du denn auf die Idee?“ Mia lachte ironisch und sie spürte wie die Tränen in ihr aufstiegen. „Meinst Du, ich bin blind? Willst Du mich für dumm verkaufen?“ „Mia, nein, das will ich ganz bestimmt nicht. Zwischen den beiden läuft nichts. Sie sind nur sehr gute Freunde. Nicht mehr und nicht weniger.“ „Das sieht für mich aber ganz anders aus.“

Ohne lange darüber nachzudenken setzten sich Mias Füße in Bewegung und sie ging auf die beiden zu. Anna wusste gar nicht wie ihr geschieht. Sie versuchte sie zurück zu halten und zog ihr am Ärmel. „Mia, warte. Was hast Du vor?“ Mia drehte sich abrupt um und fuhr Anna ungehalten an. „Fass‘ mich nicht an.“ Mit diesen Worten riss sie sich los und stapfte wutentbrannt weiter. Anna lief ihr hinterher und versuchte durch Handzeichen auf sich aufmerksam zu machen um Paloma und Enrique zu warnen. Doch die beiden bemerkten sie gar nicht. Anna überkam ein ganz ungutes Gefühl und sie befürchtete, dass es hier gleich zu einem kleinen Eklat kommen würde. Sie rief Mia noch etwas hinterher während sie ihr folgte, doch die reagierte überhaupt nicht und ignorierte sie einfach. Schließlich hatte sie ihr Ziel erreicht. Sie blieb kurz vor den beiden stehen, holte noch einmal tief Luft und räusperte sich laut. Anna kam hinter ihr zum Stehen und blickte Paloma und Enrique machtlos und schulterzuckend an. Die beiden schreckten hoch und als sie in Mias Gesicht blickten, welches die pure Enttäuschung und Verachtung ausstrahlte, blieb ihnen beinahe das Herz stehen. „Mia!?“ Paloma fand als erstes ihre Sprache wieder. Enriques Gedanken fuhren Achterbahn. Mia. Hier. Warum? Was mochte jetzt wohl in ihrem Kopf vor sich gehen? Ihr Gesichtsausdruck sprach Bände. Sie dachte doch nicht etwa, dass Paloma und ich etwas miteinander haben? Dann holte ihn Mias, vor Wut bebende Stimme, zurück in das Hier und Jetzt. Er bemerkte den sarkastischen, ironischen Unterton der darin mitschwang. „Hey. Ich wollte Euch nur alles Gute wünschen und viel Glück.“ Danach zog sich ihr Hals zu und sie musste heftig schlucken. Paloma und Enrique waren völlig perplex. „Süße, zwischen Enrique und mir läuft nichts.“ „Ach ja? Das glaube ich Euch auch sofort.“ Anna mischte sich in das Gespräch ein und versuchte die erregten Gemüter zu beruhigen. „Mia, Paloma hat Recht. Die beiden sind nur Freunde. Beruhige Dich bitte wieder.“ Mia blickte sie zornig an. „Gib‘ Dir keine Mühe. Ich sehe doch was hier läuft.“
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Flyingrose

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BeitragThema: Re: You and me in endless love   Fr Sep 28 2012, 00:12

Teil 25

Enrique fühlte sich unfähig irgendetwas zu sagen. Er bemerkte lediglich wie verzweifelt Mia sein musste, wenn sie ihm jetzt sogar unterstellte, er hätte etwas mit Paloma. Aber er war ihr nicht böse. Er konnte sie sogar irgendwie verstehen. Obwohl sie es eigentlich besser wissen sollte. Sein Blick haftete auf Mia und er beobachtete jede ihrer Bewegung, jede noch so kleine Regung in ihrem Gesicht. Und er kannte sie besser als sonst irgendjemand. Er wusste ganz genau was in diesem Augenblick in ihr vorging. „Mia, bitte. Glaub‘ uns doch. Warum sollten wir Dich anlügen? Du bist unsere Freundin.“ Mia schüttelte ungläubig den Kopf. Sie war nahezu verzweifelt darum bemüht, nicht in Tränen auszubrechen. „Nun tut doch nicht so. Ihr habt mir doch auch nicht gleich von Anna und Enrique erzählt.“ Enrique hielt für einen Moment lang die Luft an. Mia wusste also davon. Paloma war ebenfalls überrascht. Und Enriques Gesichtsausdruck nach zu urteilen, hatte sie das nicht von ihm. Sie warf Anna einen leicht genervten Blick zu. Sie schien diesen richtig zu deuten und zuckte entschuldigend mit den Schultern. „Mia, hätten wir Dir gleich bei Deiner Ankunft erzählen sollen, dass Anna und Enrique mal kurz zusammen waren oder was erwartest Du jetzt von uns?“ Mia wurde immer wütender und ließ das ihre Freunde auch spüren. „Ja, warum denn nicht!? Ihr beide wusstet genau was in mir vorgeht und wie ich zu Enrique stehe.“ Paloma spürte, dass es wenig Sinn machte sich in diesem Zustand mit Mia vernünftig zu unterhalten. Anna versuchte sie zu beruhigen. Die umstehenden Leute guckten sich schon nach den Streitenden um. „Mia, ich habe Dir doch erklärt wie das mit Enrique und mir war. Unsere Beziehung war nichts im Vergleich zu Eurer. Denn Euch verbindet etwas ganz Besonderes.“ Mia blickte sie sauer an. „Ja, ganz toll. Du wusstest was Enrique wegen mir durch machen musste und da tust Du ihm das Gleiche an. Du hast einen anderen geliebt und warst nicht ehrlich zu ihm.“ Bei diesem Satz blickte Enrique Mia traurig an. Sie hatte ja Recht. „Mia, wir haben das geklärt. Das hat doch hiermit gar nichts zu tun.“ Mias Stimme wurde immer lauter während sie nun Paloma und Enrique böse anfunkelte. „Ich hätte von Euch erwartet, dass Ihr ehrlich zu mir seid. Aber da habe ich mich wohl getäuscht.“ Nun konnte sie ihre Tränen nicht mehr zurück halten. Sie liefen unaufhörlich über ihre Wangen. Ihre Stimme zitterte vor Aufregung und sie sagte etwas, was ihr im nächsten Moment schon wieder leidtat. „Erst verdrehst Du mir den Kopf und lässt mich nicht mehr aus Deinem Herzen, dann steigst Du mit Anna in die Kiste und nun machst Du Paloma Avancen. Und Ihr zwei seid auch kein Stück besser. Ihr wusstet genau was Enrique und mich schon immer verbunden hat. Kaum ist die Alte weg, können wir uns den Typen ja mal unter den Nagel reißen.“ Alle drei standen mit offenem Mund da und ließen die Anfuhr wortlos über sich ergehen. Und Mia war noch nicht fertig. Unter Schluchzen und mit tieftraurigem Blick fügte sie noch etwas hinzu. „Ihr seid wirklich das Allerletzte. Wäre ich doch bloß nicht wieder hier her zurückgekommen. Ihr seid für mich gestorben.“ Sie weinte nun erbarmungslos, drehte sich um ohne den dreien auch nur noch eines Blickes zu würdigen, und ging mit gesenktem Haupt davon.

Enrique blickte ihr tieftraurig hinterher und atmete tief ein und aus. Eigentlich sollte er nach Mias Ansprache wütend, sauer oder enttäuscht sein. Aber er verspürte keinen Zorn. Er spürte nur tiefes und aufrichtiges Mitgefühl und war unendlich traurig darüber, wie sich das alles entwickelt hatte. Er hatte nie gewollt, dass es einmal soweit zwischen ihnen kommen würde. Dann raufte er sich aufgewühlt und verzweifelt die Haare und versuchte die Gedanken in seinem Kopf zu ordnen die wirr durcheinander geraten waren. Paloma und Anna schauten erst sich und dann Enrique aufgewühlt an. „Was war das denn jetzt, bitte?“ „Dreht Mia jetzt völlig durch? Hat sie den Verstand verloren?“ Enrique wusste nicht mehr was richtig oder falsch war und das war ihm im Moment auch ziemlich egal. Er flüsterte verwirrt Mias Namen. „Mia, es tut mir leid.“ Die beiden Frauen blickten ihn verständnislos an. „Enrique, Du hast keinen Grund Dich zu entschuldigen.“ Enrique überhörte diese Aussage von Anna und leichte Panik stieg in ihm auf. „Ich kann Mia jetzt in diesem Zustand nicht alleine lassen.“ Er schaute besorgt zu Paloma rüber. „Meinst Du, dass sie einen von uns jetzt sehen will?“ Er war völlig aufgebracht. „Paloma, das ist mir gerade völlig egal. Sie ist mit den Nerven völlig am Ende. Und sie braucht jetzt jemanden der sich um sie kümmert.“ Dann drehte er sich um und lief so schnell er konnte in die Richtung in der Mia verschwunden war. Anna schüttelte verständnislos mit dem Kopf. „Sie soll sich erst mal wieder beruhigen und von ihrem hohen Ross runterkommen.“ Paloma blickte sie empört an. „Enrique kennt Mia so gut wie kein anderer. Und wenn sein Herz ihm sagt, dass er sie jetzt nicht alleine lassen kann, dann wird das auch die richtige Entscheidung sein.“ „Wenn Du meinst.“ Enrique lief planlos vor dem Gelände auf und ab, ohne Erfolg. Dann blieb er einen Moment lang stehen, stützte sich mit den Händen auf seinen Knien ab und holte erst mal tief Luft. Er blickte sich nach allen Seiten suchend um und versuchte seine Gedanken zu ordnen. In der Ferne erblickte er eine Person. Ohne lange zu überlegen lief er ihr hinterher. „Mia! Bitte bleib‘ doch stehen. Bitte warte. Mia!“
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