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 AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"

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katha

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BeitragThema: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mi Dez 26 2012, 20:16

das Eingangsposting lautete :

Hallo ihr Lieben,
ich wollte euch ja eigentlich die Vorweihnachtszeit mit einer kleinen Geschichte versüßen. Aber das hat leider mal überhaupt nicht funktioniert. crying
Und mein Plan, die Story zu beenden, bevor ich beginne sie zu posten, funktioniert leider auch nicht, denn dann kommt die Weihnachtsgeschichte zu Karneval. Evil or Very Mad
Also fange ich jetzt einfach mal an, und hoffe, dass ich die letzten Teile schnell geschrieben bekomme. Wink

Wie der Titel schon sagt, geht es um Anna und Tom und eine turbulente Zeit. Aber lest einfach selbst...

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Zuletzt von katha am Mi März 20 2013, 15:07 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Do Jan 31 2013, 14:44

@ Butterfly
Du nun wieder. Na deine Gedanken und Fantasien sind ja mal wieder mehr als offensichtlich. Embarassed Smile Wir werden sehen, ob du damit recht behältst ...
Aber lieben dank für deine lieben Worte.

@ Mini
Na ja, ich konnte die beiden doch Weihnachten nicht alleine verbringen lassen. Das wäre doch wirklich zu traurig gewesen. Also werden wir einfach mal schauen, was ihnen so zur Abendgestaltung noch einfällt.


Danke euch beiden. Ich grinse hier ein bisschen vor mich hin, und schaue mal ob ich das mit dem nächsten Teil hinbekomme...

LG,
Katha

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katha

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BeitragThema: "28"   Do Jan 31 2013, 14:59

So, noch schnell einen neuen Teil für euch. Ein bisschen was für die Gemütlichkeit, bei diesem seltsamen Herbst, oder Aprilwetter.
**********************************

Was tu ich eigentlich hier? fragte sich Tom, als er alleine an der Theke der Goldelse saß und darauf wartete, dass Anna sich wieder zu ihm gesellte, und was für eine Idee hat sie? Ich wollte mich doch fern von ihr halten, und nun sitze ich hier, es ist Weihnachten, wir sind alleine … Ich sollte gehen, ganz schnell, das geht doch niemals gut, ging es ihm weiter durch den Kopf. Er hatte doch jetzt schon in mehreren Momenten gespürt, dass er seine Gefühle nicht wirklich im Griff hatte. Gefühle ließen sich eben nicht einfach von Sehnsucht auf Freundschaft umswitchen. Ob es ihr genauso geht? Er trank einen Schluck, und grinste mit dem Stolz eines Mannes in seine Tasse hinein, als er an ihren Blick dachte, der wenige Minuten zuvor, auf ihm gelegen hatte, wie ihre Hände, als sie … . Ja, ihr geht es genauso, sonst wäre sie nicht so konfus, … und würde mich nicht so ansehen, … oder ist das reines Wunschdenken? Wenn er ehrlich war, war er genauso konfus, und hatte sie sich mit Absicht hinter die sichere Barriere der Theke verzogen, war er gleichsam froh gewesen ihr nicht zu nah zu sein. Ich sollte gehen, ich sollte mich schnellstens verabschieden, startete er einen neuen Versuch sich zum Aufstehen zu bewegen, aber er war wie gelähmt, er wollte nicht gehen. … aber dann sitze ich alleine Zuhause, mit der Gewissheit, dass ich hier mit ihr zusammen sein könnte. Das wird mich umbringen. … Ach verdammt! Ist das alles eine Scheiße. Warum will sie auch Designerin werden. Sie ist doch gut so wie sie ist. Nicht nur gut. Sie ist … wunderbar. Er wusste, dass er ihr mit diesem Gedanken unrecht tat, also nicht damit, dass er sie wunderbar fand, sondern den anderen. Schließlich hatte sie ihm erzählt, dass es in ihrem Leben bisher nicht so richtig viel Positives zu berichten gab, und sie sich endlich auf die eigenen Füße stellen wollte, aber wäre sie nicht ausgerechnet diejenige, die in Zukunft die Lanford-Designer-Riege bereichern würde, wäre halt alles anders.
Zu spät, das hast du jetzt von deinen eigenen irren Gedanken! richtete er sich selbst, als er hörte wie Anna die Treppe wieder herunter gesprungen kam. Er drehte sich um und fragte neugierig. „Und, was für eine Idee war das jetzt? Anna hatte einen Korb in der Hand und ging mit einem vielsagenden Blick an ihm vorbei. „Komm mit, los.“ Tom stand zögernd auf, wo will sie mit mir hin?, fragte er sich skeptisch, aber er folgte ihr.
Anna ging durch den Bereich, in dem sich die Garderobe befand hindurch und hielt ihm die Schwingtür zur Küche auf, während sie gleichzeitig das Licht anmachte. „Tadaa, willkommen in der Polaukschen Küche. Tom sah sie verwundert an. „Und was machen wir hier?“ Anna stellte den Korb auf die Anrichte und begann einige Lebensmittel auszuräumen, während sie ihm mit einem kurzen Seitenblick bedachte. „Was man in einer Küche halt so macht. Kochen natürlich …“ Sie grinste keck, hielt dann aber plötzlich in der Bewegung inne. „Oder hast du noch was vor?“ Tom schüttelte spontan den Kopf. „Nein“ antwortete er wahrheitsgemäß, ehe er sich überlegt hatte, was das bedeutete, denn das hieß wohl, dass er auch die nächsten mindestens zwei Stunden noch in ihrer Nähe bleiben würde. Vielleicht war es auch besser, sich diese Tatsache gar nicht so genau vor Augen zu führen, denn ansonsten würde er nur wieder heiße Diskussionen seiner anstrengenden Gedanken aushalten müssen.
Anna hatte seine Verneinung zufrieden registriert, und packte den Rest, der im Korb befindlichen Sachen ebenfalls aus, bevor sie einen Zettel zückte und auseinanderfaltete. „Na dann lass uns loslegen.“ Tom trat argwöhnisch an den Küchenblock heran und nahm ihr den Zettel aus der Hand. „Lachs mit Kräuter-Nuss-Kruste an Feldsalat“, las er skeptisch, und hob mit zweifelnder Mimik den Kopf. „Das hört sich gut an, aber ... kannst du kochen?“ fragte er vorsichtig nach, „meine Kochkünste sind nämlich eher bescheiden,“ fügte er verlegen hinzu. Aber Anna nahm den Zettel wieder an sich und hielt ihn in die Höhe. „Hier steht alles drauf, was wir wissen müssen. Wird schon gehen. Keine Sorge, ich sag dir was du zu tun hast.“ Sie grinste ihn mit schräg gelegtem Kopf an, „Also als erstes heißt es mal Hände waschen Hilfskoch Lanford.“ Tom tat, wie ihm geheißen, und trat an die Spüle. Er musste selber grinsen, über die Situation, in die er da hinein geraten war, und die ihm erstaunlicherweise gefiel. Er hatte wirklich wenig Ahnung vom Kochen, aber er konnte sich gerade nichts Schöneres vorstellen, als mit Anna zusammen die Küche der Goldelse zu verwüsten, und er war sich sicher, dass das passieren würde.
Eine knappe Stunde später schaute Anna Tom zufrieden an. „Das kann sich doch sehen lassen, oder?“ fragte sie lächelnd, und Tom nickte ihr anerkennend zu. Die Zeit war vergangen wie im Flug. Sie hatten flapsig und albern die Anweisungen des Rezeptes verfolgt und waren sich dabei weder zu nah, noch in die Quere gekommen. Ganz im Gegenteil, hatten sie eine prima Teamarbeit hingelegt, und es genossen in so unkomplizierter Weise beisammen zu sein. Anna schob die beiden Teller, auf denen der zum Anbeißen aussehende Lachs drapiert war, zum Warmhalten in den Ofen und stellte die Schüssel mit dem Salat und den Brotkorb bereit. „Deckst du schon mal den Tisch? Ich bin gleich wieder da.“ fragte sie in Toms Richtung, der mit seinem Glas in der Hand an der Durchreiche lehnte. Kochwein, versteht sich. „Du findest alles was du brauchst hinter der Theke.“ fügte sie schnell hinzu, und war auch schon verschwunden. Und wieder einmal schaute Tom ratlos hinter ihr her. Und da lässt sie mich schon wieder hier stehen, ging es Tom amüsiert durch den Kopf. Er war restlos entflammt für diese Frau, die ihn mit ihrer offenherzigen und spontanen Art einfach mitriss, und ihn eine Lebendigkeit spüren ließ, die er seit einer Ewigkeit nicht erlebt hatte.
Anständig wie er war, tat er was ihm aufgetragen wurde. Er nahm die beiden Weingläser in die Hand und trat in den Gastraum der Goldelse. Nachdem er sich kurz umgeschaut hatte, entschied er sich für einen kleinen Tisch unweit des erleuchteten Weihnachtsbaumes und stellte die Gläser ab. Dann ging er hinter die Theke und suchte zusammen, was er sonst so brauchte. Er kam sich irgendwie seltsam vor, bewegte er sich doch in einem Bereich, in dem er eigentlich nichts zu suchen hatte, kramte in Schränken und Regalen, die im Normalfall nicht für ihn gedacht waren, aber Anna vertraute ihm scheinbar, und das freute ihn. Einige Minuten später stand er etwas unschlüssig neben dem Tisch und überlegte, ob er an alles gedacht hatte. Er hatte Servierten, Besteck, Gläser für Wein und Wasser mit den dazugehörigen Getränken, Eine Kerze, die er im Regal stehen gesehen hatte, und schließlich Salat und Brot auf den Tisch gestellt. Der Tisch war also fertig, aber irgendwie fehlte noch was, was ihm aber gerade nicht einfallen wollte.
Jetzt, wo er so alleine hier herum stand, und darauf wartete, dass Anna wieder zurück kam, und er wusste ja nicht einmal was sie tat, oder wie lange es dauerte, kam die Nervosität so langsam wieder zurück, die in der letzten Stunde wie weg gefegt gewesen war. Mit pochendem Herzen lehnte er sich an die Theke, und da fiel es ihm plötzlich auf. Es war einfach zu ruhig. Suchend richtete er seine Aufmerksamkeit hinter die Theke und fand schnell was er brauchte. Er ging um den Tresen herum und stellte die Anlage an. Leise ertönte Weihnachtsmusik, und er lächelte bei dem Gedanken, dass er nun doch tatsächlich Weihnachten feierte, wer hätte das gedacht.
Da hörte er, dass die Wohnungstür über ihm auf und wieder zu ging, und er erinnerte sich nochmal an sein hehres Vorhaben einen schönen Abend unter Freunden zu verbringen, nicht mehr und nicht weniger. Er wollte diesen Abend nicht kaputt machen, dafür genoss er ihn viel zu sehr.
Anna kam dieses Mal in normalem Tempo, eher zögerlich die Treppe herunter, und als sie unten war, blieb sie stehen und schaute sich suchend um. Sie lächelte Tom etwas verlegen zu, als sie ihn hinter der Theke erblickte.
Sie war nach oben gegangen um sich umzuziehen, da sie das Gefühl gehabt hatte, in ihrer zerrissenen Jeans und dem labberigen Pulli dem Anlass nicht gerecht zu werden, aber diese Entscheidung hatte ihrer Verfassung nicht wirklich gut getan. Denn, während sie sich in ihre knallenge Jeans gezwängt und ein schwarzes Longshirt übergezogen hatte, war ihr plötzlich die Situation klar geworden, auf die sie sich gerade noch gefreut hatte. Sie würde gleich mit Tom an einem Tisch sitzen, in romantischer Umgebung etwas essen, sie würden sich anschauen, hoffentlich miteinander reden, denn sie war sich gerade gar nicht sicher, ob sie ein Wort heraus bekommen würde, … und sie waren ganz allein. HIIIILLLLFFFEE! Schrie es in ihr, denn es war, als ginge sie zu einem Date. Nicht weiter schlimm, wenn man den Mann mochte mit dem man sich traf, und sie mochte ihn, das war unbestritten. Aber doch schlimm, sogar verdammt schlimm, wenn man diesen Mann doch eigentlich von der Liste der potentiellen Freundeskandidaten gestrichen hatte, und dass während er sich mit riesigem Vorsprung in Spitzenposition gebracht hatte, oder, wenn man ganz ehrlich war, den einzigen Platz besetzte, der zur Verfügung stand.
Sie hatte sich noch dezent die Augen geschminkt und sich dann zweifelnd im Spiegel angeschaut. Sie war nicht aufgebrezelt, und warf auch nicht gerade mit Reizen um sich, auch wenn sie mit dem feinen Wasserfallausschnitt, der ein bisschen Dekolteé zeigte, ein wenig Platz für die Fantasie ließ, schließlich war sie ja auch keine Klosterschülerin. Aber trotzdem war sie plötzlich völlig verunsichert. Ich hätte einfach unten bleiben sollen, schimpfte sie mit sich, eben war doch alles so unkompliziert, es hat so einen Spaß gemacht… und jetzt würde ich mich am liebsten hier einschließen. Hoffentlich wird das jetzt nicht total verkrampft. Sie zwang sich letztlich den Weg in den Gastraum anzutreten, schließlich konnte sie Tom nicht ewig dort warten lassen, und das Essen würde auch nicht gerade besser, wenn es noch länger im Ofen weilte. Und jetzt stand sie am Fuße der Treppe, und starrte ihn mit einem flauen Gefühl im Magen an, anstatt sich locker und flockig, wie sie es eben noch war, zu ihm zu begeben, und ihn mit einem witzigen Spruch ans Essen heran zu führen.
Und Tom starrte zurück, zumindest für einen kurzen Moment, ehe er sich wieder zusammenriss. Er hatte seine Augen über ihre hübsche Gestalt gleiten lassen und ein heimliches Wow, sie sieht bezaubernd aus, war die Konsequenz daraus gewesen. Sie war natürlich, aber nicht langweilig, schick, aber nicht overdressed, einfach genau richtig, aber als das leise Aufmerken in seiner Brust, das ihn bereits die letzten Minuten begleitet hatte, seine Intensität verstärkte, wendete er sich schnell ab und ging in die Küche. Er griff sich zwei Kochlappen und holte die Teller aus dem Ofen, dann ging er in den Gastraum zurück und stellte sie auf den Tisch. Er legte die Kochlappen beiseite und ging zu Anna, die abwartend neben einem der Stühle stand und den schön gedeckten Tisch bewunderte. Sie erinnerte sich daran, dass er sie schon in seiner Wohnung damit überrascht hatte, als er ihr das Essen so stilvoll präsentiert hatte. „Darf ich bitten die Dame?“ Er zog den Stuhl zurück, damit sie sich setzen konnte, und sagte noch leise von hinten. „Du siehst toll aus.“ Anna schloss für einen Moment die Augen. Tom schaffte es, dass sie sich wie was Besonderes fühlte, aber sie wusste, dass sie sich nicht in diesem Gefühl verlieren durfte. Also riss sie sich zusammen und bedankte sich lächelnd, mit einem kurzen Blick nach oben, bevor sie sich dem Tisch zuwendete. Und dann saßen sie sich mit erhobenen Gläsern gegenüber. „Auf ein leckeres Essen aus eigener Küche!“ sagte Anna schnell, bevor wieder so eine verlegene Stimmung entstehen konnte. Sie ließen einen schönen Ton erklingen, als sie anstießen, und tranken einen Schluck. „Guten Appetit!“

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katha

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BeitragThema: "29"   Fr Feb 01 2013, 21:09

Na, wollt ihr mehr? Ich hoffe doch, denn ich hab da was im Gepäck ...
Hoch die Tassen und "Frohe Weihnachten" Ja, ja ich weiß, ich bin ein bisschen spät dran, aber ich hoffe, ihr wollt es trotzdem lesen...
**********************************

Anna und Tom genossen das Essen, das ihnen tatsächlich sehr gut gelungen war, und mit dem Essen verflog auch die beklommene Stille zwischen ihnen wieder. Sie unterhielten sich über ihre bisherigen Erfahrungen in der Küche, und über ihre kulinarischen Vorlieben, und stellten fest, dass sie sich dabei gar nicht so unähnlich waren. Irgendwann legte Tom sein Besteck auf den Teller und trank einen Schluck Wein, während sein Blick gedankenverloren auf dem Weihnachtsbaum ruhte. „Jetzt feiere ich doch noch Weihnachten, dabei wollte ich das doch nie wieder tun“ sagte er in sich gekehrt. Anna beobachtete ihn, und bei seinen Worten zog sich ihr Herz zusammen. Warum will jemand denn kein Weihnachten feiern? Für sie war das kaum vorstellbar, vor allem weil sie ihn mittlerweile als durchaus sensiblen Menschen kennen gelernt hatte. „Warum magst du Weihnachten nicht?“, fragte sie vorsichtig, und holte Tom damit aus seinen Gedanken zurück. Verwirrt wendete er sich ihr zu und als sie seine betrübten Augen sah, fügte sie hinzu. „Entschuldige, ich wollte dir nicht zu Nahe treten.“ Tom lächelte sie nachgiebig an und schüttelte kurz den Kopf. „Schon gut. Es ist …“ Er stockte kurz, wollte er wirklich darüber sprechen? „Na ja, das ist eine lange Geschichte.“ Anna zuckte kurz mit den Schultern. „Ich habe Zeit.“ Tom schaute sie einen Moment ungläubig zusammen. Da war sie wieder, diese Frau, die nicht das tat, was man erwartete. Er hatte sie mit dieser Antwort doch von dem Thema ablenken wollen, aber was tat sie? Sie entschied einfach anders. Er rang noch einen Moment mit sich, während er sie beobachtete, wie sie sich eine Gabel mit Salat in den Mund schob. Warum eigentlich nicht?, dachte er sich schließlich, und überlegte wo er anfangen sollte. Er biss ein Stück des leckeren Baguettes ab, und kaute nachdenklich. Und schließlich entschied er sich für die Kurzfassung. „Eigentlich kann ich es doch ganz schnell zusammen fassen.“ Er zögerte, während seine Gedanken zurück wanderten und ihm die glücklichen Zeiten mit Fanni vor Augen führten. „Ich hatte eine Frau an meiner Seite, von der ich dachte, dass sie ihr Leben mit mir verbringen würde. … Ich dachte wirklich sie wäre meine große Liebe … .“ Anna hatte zu essen aufgehört und betrachtete ihn aufmerksam. Er sah plötzlich so traurig aus, wie er da saß und seine Augen in das Weinglas richtete, das er in der Hand hielt. Der Wein kreiste langsam darin, und schien ihn zu fesseln, aber eigentlich war er wohl eher in seinen Erinnerungen gefangen. „Was ist passiert?“ fragte Anna schließlich leise nach. Tom reagierte nicht, verharrte einfach, und Anna fragte sich schon, ob er sie überhaupt gehört hätte. Aber da hob er plötzlich den Kopf und schaute sie an, direkt in ihre Augen. „Ich wollte ihr einen Antrag machen, an Weihnachten, … aber dazu ist es nicht gekommen.“ Er senkte den Blick wieder, es schien als sei es ihm peinlich sich so verletzt zu zeigen, aber er sprach weiter. „Sie ist ein paar Tage vorher verschwunden. Mit einem guten Freund von mir. … Sie waren wohl schon länger zusammen.“ Tom schüttelte, sich selbst verachtend, den Kopf, und sagte verbittert „Und ich habe nichts gemerkt.“ Er trank einen Schluck und stellte sein Glas ab, ehe er sie wieder ansah. „Als ich Weihnachten dann alleine Zuhause saß, und mich mit Alkohol abgeschossen habe, habe ich irgendwann festgestellt, dass ich an dieses „Fest der Liebe““; er malte mit ironischer Mimik Anführungsstriche in die Luft, „nicht mehr glauben kann. Daher wollte ich niemals wieder Weihnachten feiern.“ Sein Blick wanderte zu dem Weihnachtsbaum, der in abstruser Weise seine Worte Lügen strafte.
„Ja, wenn man jemand Geliebtes verloren hat, hat Weihnachten auch immer etwas Trauriges an sich. Das kann ich gut versehen.“ Anna traf es erstaunlicher Weise gar nicht, dass Tom ihr von seiner verlorenen großen Liebe erzählte. Im Gegenteil fühlte sie sich eher mit ihm verbunden, weil sie doch auch um den Verlust eines Menschen trauerte, der sie einfach verlassen hatte. Auch wenn diese Begebenheit schon ewig zurück lag. Sie sah Tom in die Augen, als dieser, erstaunt von ihren Worten, wieder zu ihr blickte, und sie dankbar für ihre Reaktion anlächelte. Es war ihm nicht so schwer gefallen, von seiner bitteren Erfahrung zu berichten, wie er gedacht hätte, und ihre Reaktion zeigte ihm, dass es mit Recht so war, denn ihr Verständnis und ihre ehrliche Anteilnahme tat ihm unendlich gut. Er versank in ihren Augen, und spürte, dass der Schmerz bei seinen Erinnerungen, eine andere Qualität angenommen hatte, denn da war jemand, der das schwarze Loch, dass Fanni zurückgelassen hatte, füllen konnte.
Er musterte sie, während er sich fragte, wer ihm diese unglaubliche Frau geschickt hatte, und gleichsam fragte er sich, welchen Schmerz Anna mit sich ausfocht, denn auch in ihren Augen war eine tiefe Trauer hinter der Anteilnahme versteckt. Es drängte ihn aufzustehen und sie in den Arm zu nehmen. Um sich selbst trösten zu lasse, um sie zu trösten, aber er wusste, dass er das nicht durfte. Also wendete er schließlich seine Augen ab, und fragte stattdessen. „Und du? Ist es dein erstes Weihnachten ohne die Familie?“ Anna trank einen Schluck Wein, um sich von den Gedanken an ihren Vater zu lösen, ehe sie wieder aufsah und ihm antwortete. „Ja, wir haben noch jedes Jahr zusammen gefeiert, und ehrlich gesagt tut es mir für meine Mutter sehr leid. Wir sind uns sehr nah, und vermutlich kann sie dieses Weihnachten nicht so genießen, wie sie es verdient hat.“ Tom nickte ihr verstehend zu. „Und dein Stiefvater?“ Anna grinste ihn mit verbitterter Belustigung an. „Ich vermute, der verschmerzt das ganz gut. Für den bin ich eh nur die unnütze Stieftochter.“ Da sitzt also der Schmerz, dachte Tom voller Mitgefühl, und wieder musste er sich zurückhalten, nicht tröstend nach Annas Hand zu greifen. „Und du, wie gefällt dir dein erstes Weihnachten ohne sie?“ Jetzt schenkte Anna ihrem Gegenüber ein warmes Lächeln, so dass auch Toms Herz sich wieder etwas freier fühlte. „Wenn ich ehrlich bin, gefällt es mir ausgesprochen gut. ... Vor allem nachdem ich gedacht habe, ich würde den Abend alleine vor der Glotze verbringen ... Nur eins fehlt noch“ Tom legte fragend den Kopf schief, „Und das wäre?“ Die Stimmung wurde wieder lockerer, und Tom atmete erleichtert auf, und ließ sich gerne darauf ein. „Wenn ich gewusst hätte, dass du heute Abend hier bist, hätte ich noch ein Geschenk besorgt. Ich liebe es andere zu beschenken.“ Das nahm ihr Tom sofort ab, denn er konnte sich gut vorstellen, dass sie sich darin verlieren konnte, so lange über jemanden nachzudenken, bis sie das perfekte Geschenk gefunden hatte. Aber da brauchte sie bei ihm gar nicht lange suchen, denn sie hatte es, ohne es zu wissen, gefunden. „Ich brauche kein Geschenk,“ sagte er. Ein kleines Schmunzeln zuckte um seine Lippen, und seine Augen strahlten. „Du schenkst mir gerade den schönsten Abend seit langer, langer Zeit.“ Er lächelte sie liebevoll an, und Anna schoss eine Hitzewelle durch den Körper, die nicht aufzuhalten war. Diese Augen, er darf mich nicht so anschauen, schrien ihre Gedanken um Hilfe, denn am liebsten wäre sie ihm auf den Schoss gesprungen. „Und du, was würde dich freuen? Gibt es was, was ich für dich tun kann? Den Abwasch erledigen, zum Beispiel?“ fragte Tom und lehnte sich zurück. Auch er kämpfte um seine Contenance, und er hoffte, dass sein Vorstoß ein wenig der Lockerheit zurückbringen würde, denn er brauchte dringend etwas was seine aufwallenden Gefühle beruhigte. Anna lachte erleichtert auf. „Ne das erledigt die Spülmaschine, … und ansonsten hast du mir meinen größten Wunsch bereits erfüllt. Der Vertrag für euch liegt übrigens noch auf meinem Schreibtisch.“ Tom zuckte innerlich zusammen. Da war das Gleichgewicht also wieder hergestellt, und die Fronten wieder geklärt. Aber wahrscheinlich war das auch besser so. „Ich hoffe unterschrieben.“ stieß er bemüht locker hervor. „Ansonsten wird mir mein Vater nämlich leider den Kopf abreißen.“ fügte er mit einem wissenden Augenzwinkern hinzu. Anna lächelte belustigt, obwohl auch sie mit der Gewissheit haderte, die sie gerade wieder auf den Plan gerufen hatte. Tom war ihr Chef. „Natürlich, das würde ich mir doch nie verzeihen können, wenn du kopflos durch die Welt laufen müsstest.“ „Na dann bin ich ja beruhigt“ zwang sich Tom zu antworten, obwohl in seinem Kopf eine ganz andere Geschichte erzählt wurde. Kopflos bin ich, weil du unterschrieben hast, und ich dich aus meinen Gedanken vertreiben muss. Aber das ist dann wohl mein Problem ...
Anna nahm schließlich die Teller und stellte sie zusammen. „Wir haben gar keinen Nachtisch. Möchtest du vielleicht ein Eis?“ fragte sie nach. Tom klopfte sich auf seinen Bauch und lehnte dankend ab. „Einen Espresso vielleicht? Ein bisschen Unterstützung für die Verdauung könnte nicht schaden.“ Anna stand auf und trat, gefolgt von den sehnsüchtigen Blicken Toms, hinter die Theke. Tom spürte wieder einmal sein Herz durch seine Brust hüpfen, er wusste wirklich nicht, wann er sich schon mal so wohl, und so Zuhause gefühlt hatte. Er seufzte leise und entschuldigte sich kurz auf die Toilette.
Anna war derweil beschäftigt. Sie räumte den Tisch ab, und schob alles durch die Durchreiche, während sie die Espresso-Maschine heizen ließ. Und dann kümmerte sie sich um die Heißgetränke. Sie war in ihren Gedanken gefangen, die sich zwar auch um Tom drehten, sich aber vor allem mit ihren bevorstehenden persönlichen Veränderungen beschäftigten. Da drang ein Lied aus dem Radio, das sie noch gar nicht oft gehört hatte, das sie aber bereits beim ersten Mal total eingenommen hatte. ( Michael Schulte "You grow old with me" http://www.youtube.com/watch?v=HQquRKgkxUI ) Es war ein langsames, klavierbestimmter Song über die Traurigkeit, einen geliebten Mensch verloren zu haben. Der junge Sänger klagte über die verlorene Zukunft, fragte, warum er nicht einen letzten Moment bekam, um zu fragen, warum er allein gelassen wurde, und Anna traten die Tränen in die Augen, während sie gedankenverloren mitsang. Ja, auch sie hatte sich immer gewünscht, wenigstens noch einmal mit ihrem Vater reden zu können, aber jetzt war es vielleicht wirklich an der Zeit einen Abschluss zu finden.
Sie hatte nicht gemerkt, dass Tom leise hinter sie getreten war. Er hatte sie auch nicht stören wollen, hatte vielmehr völlig bewegt ihrem Gesang gelauscht und realisiert, dass das Leben eben auch anderen Menschen übel mitspielte. Als sich Anna wieder gefangen hatte, und sich umdrehte, um die Espressotassen auf die Theke zu stellen, sah sie überrascht auf, und es war ihr ein bisschen peinlich, dass er Zeuge ihres Verarbeitungsprozesses geworden war, denn Musik war neben dem Zeichnen ihre zweite Leidenschaft, die sie immer zur Hilfe nahm um mit ihren Gefühlen ins Reine zu kommen.
Tom stand genau hinter ihr und sah sie einfach nur an. Sie setzte verlegen an, sich zu erklären, aber sein Blick vermittelte ihr irgendwie, dass es nicht nötig war. Es war wie es war, und es waren keine Worte nötig, und das gab ihr ein ganz wunderbares Gefühl. Sie konnte es nicht richtig einordnen. War es Vertrauen, Anteilnahme, wortloses Verstehen? Auf jeden Fall fühlte es sich unglaublich gut an, auch schweigend beisammen sein zu können, ohne dass es beklemmend war. Sie überlegte einen Moment. Hat er mich nicht eben gefragt, ob er etwas für mich tun kann? Vielleicht schaffe ich den Weg, wenn ich Begleitung habe … Sie löffelte etwas Zucker in ihre Tasse und rührte nachdenklich um, ehe sie sich räusperte und ihn ansprach. „Ich habe da vielleicht doch eine Idee, was du für mich tun kannst.“ Sie zögerte einen Moment, und Tom wartete mit fragendem Blick. „Würdest du noch mal mit mir raus gehen, … mich begleiten?“ fragte sie unsicher. Tom zuckte mit den Schultern. „Natürlich, wenn ich dir damit einen Gefallen tun kann.“ Anna blieb stumm, und trank gedankenverloren ihren Espresso, dann schaute sie ihm in die Augen. „Dann lass uns bitte gehen, ich möchte gerne etwas erledigen, ... und ich glaube, ein bisschen Beistand von dir wird mir gut tun.“

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    So Feb 03 2013, 14:38

was für ein schöner teil und zugleich auch ein trauriger noch dazu ..
ich habe da so ne idee wo anna hin gehen will aber ich weiß nicht obs wirklich stimmt ..
kann es sein das anna zum friedhof oder der gleichen gehen will?
da sie ja tom mit nimt als ihren beistand ???

bin gespannt wies weiter geht liebe katha Smile
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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    So Feb 03 2013, 17:30

Hallo Nicky,
schön von dir zu lesen. Smile War die letzten Tage so ruhig hier.
Na ja, eigentlich machen sich Anna und Tom ja einen schönen Abend, aber sie sind halt beide ziemlich in ihrer Vergangenheit gefangen.
Wir werden sehen, ob deine Vermutung richtig ist. Cool
LG, Katha

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BeitragThema: "30"   So Feb 03 2013, 17:37

So, dann machen wir mal weiter. Anna und Tom auf Jück!
********************************

Nur kurze Zeit später wanderten Anna und Tom, dieses Mal zusammen, wieder durch das ungewohnt stille Berlin. Es schneite noch immer vereinzelte Flocken, und die Straßen und Gehwege waren schneebedeckt. Aber Anna, die sich bei ihrem nachmittäglichen Spaziergang noch so über die Schönheit des Weihnachtstages gefreut hatte, war viel zu sehr in ihren Gedanken gefangen, als ihre Umgebung wirklich wahrnehmen zu können. Sie sendete immer wieder kurze nervöse Seitenblicke zu Tom, der diese auch sofort mit einem aufmunternden Lächeln beantwortete. Er wusste nicht wo die Reise hinging, aber er spürte die Unsicherheit, die Anna umhüllte, und am liebsten hätte er sie an die Hand genommen, um ihr ein Stück Sicherheit zu geben. „Wo wollen wir eigentlich hin?“ fragte er, nachdem sie bereits zehn Minuten schweigsam durch die Straßen gelaufen waren. Aber Anna schüttelte nur abwehrend den Kopf. Ihre Augen waren starr geradeaus gerichtet, und plötzlich wurden ihre Schritte langsamer, und sie signalisierte mit einem energischen Handzeichen, dass Tom stehen bleiben sollte. Vorsichtig schaute sie durch eine Glasfront in eine große Empfangshalle eines Hochhauses, und Tom runzelte verwirrt die Stirn. Er sah sich verwundert um. Es war eins der höchsten Häuser, die es in der Gegend gab. Die Namen, die an der Glasfront angebracht waren, kündeten von Praxen, Agenturen, Kanzleien und erst ganz weit oben schien es auch vereinzelte Wohnungen zu geben. Vermutlich Nobelwohnungen, die selbst für einen Tom Lanford kaum erschwinglich wären. „Was hast du vor?“ fragte er leise, aber Anna schwieg, während sie den Pförtner beobachtete, der gerade aufstand und seinen Platz verließ. Sie drehte sich kurz um, nahm Tom am Ärmel und zog ihn mit sich. „Schnell, komm!“ Damit stieß sie ein Stück weiter die Glastür auf und rannte quer durch die Halle in einen der Fahrstühle, die mit geöffneten Türen auf ihre Fahrgäste warteten. Tom folgte ihr mit ungutem Gefühl. Eilig drückte sie den Knopf in das oberste Stockwerk und seufzte erleichtert auf, als sich die Fahrstuhltür schloss. „Geschafft,“ sagte sie erleichtert, und realisierte, dass Tom sie ansah, als halte er sie für völlig bescheuert. Was hat sie nur vor? Scheinbar will sie niemanden besuchen, sonst hätte sie sich ja angemeldet. Verbotene Dinge zu tun, war nun gar nicht sein Ding, und dass sie hier in diesem Gebäude nichts zu suchen hatten, war offensichtlich.„Verrätst du mir jetzt wo du hinwillst?“, fragte er ein wenig angefressen. Dass sie nicht wenigstens mit ihm sprach, machte ihn nämlich so langsam wütend. Aber da kam der Aufzug schon zum Stillstand und öffnete die Türen. „Du wirst es gleich sehen.“ antwortete Anna in sich gekehrt. Sie betrat, den mit Notlichtern schwach erhellten Flur der Etage, und sah sich suchend um, nur um einen kurzen Moment später mit einem „Ah da!“ auf eine Tür zuzusteuern. Tom fühlte sich total unwohl, und als er registrierte, dass Anna auf keine der Wohnungstüren zuging, sondern die Feuerschutztür zum Dach im Visier hatte, fragte er argwöhnisch. „Du willst doch nicht dort hoch?“ Anna ignorierte ihn aber völlig, denn sie wurde bereits von ihren Erinnerungen in ihren Bann gezogen.
Ihr Herz klopfte als sie daran dachte, wie ihr Vater sie damals auf den Arm genommen hatte, und sie ermahnend angeschaut hatte. „Wenn wir jetzt da hoch gehen, dann musst du bei mir bleiben, versprichst du das?“ Sie hatte aufgeregt genickt und als er sie wieder abgesetzt hatte, hatte sie seine Hand genommen und zu ihm herauf gestrahlt. „Ich bleibe hier an deiner Hand, versprochen. Sie hatte sich so sicher bei ihm gefühlt. Sie schüttelte sich kurz, um sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, und dann hob sie ihre zittrige Hand und betete, dass die Tür nicht verschlossen war. Aber das durfte sie eigentlich gar nicht, schließlich war es ja ein Notausgang, aber vielleicht ging ein Alarm los? Die Tür ließ sich tatsächlich öffnen, und nachdem Anna einen Moment gebannt gelauscht hatte, ob sie irgendein akustisches Signal hören konnte, stieß sie erleichtert die Luft aus. Es schien alles ruhig zu bleiben. Sie ging hinaus und hielt Tom die Tür auf, damit er ihr folgte. Als sie die Tür wieder ins Schloss fallen lassen wollte, sprang Tom noch einmal zurück und hielt sie fest. Gott sei Dank, ansonsten hätten sie sich ausgesperrt. Tom schob also seinen Fuß in die Tür und sah sich suchend um. Direkt am Ausgang konnte man unter dem Schnee erkennen, dass das Dach mit Kieselsteinen bedeckt war, ansonsten gab es nichts außer weißem Schnee zu sehen, also sagte er zu Anna. „Gib mir bitte mal einen großen Kieselstein. Sie sah ihn verwirrt an, aber als er auf den Türknauf deutete, und sie mit angespanntem Gesicht fragte, ob sie sich aussperren wolle, verstand sie worum es ging. Einen Moment später betrat sie zögerlich das Dach.

Die Schneeflocken die immer noch vom Himmel herab kamen, wurden hin und her geweht, und ein eisiger Wind pfiff über das Dach, der Anna und Tom sofort erfasste. Aber das interessierte Anna nicht. Sie ging einige Schritte durch den tiefen Schnee, der sich hier oben völlig ungestört hatte aufhäufen können, und blieb ein paar Meter vor der Dachkante unvermittelt stehen. Sie schaute einfach geradeaus, über die Stadt hinweg, wie es schien. „Ja, die Welt ist weit,“ murmelte sie, ohne Tom zu beachten, der ein Stück hinter ihr stehen geblieben war und sie nervös beobachtete. Er folgte ihrem Blick. Eigentlich war es ein atemberaubender Anblick, der sich ihm bot. Die Häuser der Stadt lagen unter einer weißen Decke gehüllt, und nur die erleuchteten Fenster gaben einen Eindruck davon, dass es dort viele, viele Menschen gab, die wohl großenteils gerade ihren Weihnachtsabend genossen, aber Tom konnte den Augenblick nicht genießen, zu sehr rührte die Unruhe in ihm. Tom richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf die kleine Frau, die, wie sie da stand inmitten der Winterlandschaft, einen schrecklich verlorenen Eindruck auf ihn machte. Er wartete nervös auf irgendeine Regung oder ein Signal, eine Erklärung, irgendetwas, was ihm das Verständnis gab, was sie hier taten, denn der erste Gedanke, der in ihm aufgetaucht war, gefiel ihm gar nicht. Will sie sich was antun?, hatte er sich gefragt, sich aber gleich in Erinnerung gerufen, dass es wohl ziemlich unwahrscheinlich war, dass sie sich einen Begleiter suchte, der ihr dabei zusah wie sie sich vom Dach stürzte, und außerdem wirkte sie auch gar nicht, als wäre sie suizidgefährdet. Oder hat sie vielleicht früher mal mit dem Gedanken gespielt? Er war jedenfalls auf der Hut, während er voller Ungeduld auf ein Zeichen wartete. Aber Anna stand einfach nur da, ganz ruhig wie es schien. Das einzige was Tom erkennen konnte, war ein Zittern, das sie durchlief, bevor sie die Arme schützend vor der Brust verschränkte. Scheinbar fröstelte es sie, und das war auch nicht weiter verwunderlich, denn hier oben war es wirklich kalt. Auch er selbst spürte wie die Kälte unnachsichtig nach ihm griff. Seine Jacke war noch nicht ganz trocken gewesen, als er sie sich wieder angezogen hatte, und auch seine Schuhe waren nicht wirklich für solche Schneeexpeditionen gedacht, so dass auch sein Körper signalisierte, dass es definitiv zu kalt war. Vorsichtig trat Tom an sie heran und blieb direkt hinter ihr stehen. „Darf ich?“ fragte er leise, während er sie gegen seine Brust zog und sie wärmend in den Arm nahm. Anna schaute kurz zu ihm auf und lächelte. „Danke“ hauchte sie ihm entgegen, und genoss die Nähe seines Körpers, die zumindest den Wind ein wenig von ihr abhielt. Sie schaute weiterhin gedankenverloren über die Stadt, bis sie von Tom wieder zurück in die Welt geholt wurde. Er fühlte sich schon ein bisschen besser, jetzt wo er sie in seinen Armen hielt, aber immernoch nagte die Ungewissheit an ihm. Er hatte das Gefühl sie beschützen zu müssen, aber er wusste nicht wovor, was ihn völlig verrückt machte, und daher nahm er irgendwann seinen Mut zusammen und fragte sanft, „Magst du mir erzählen, warum wir hier sind?“ Er wartete gebannt auf eine Reaktion, die auch nicht lange auf sich warten ließ.

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katha

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BeitragThema: "31"   So Feb 03 2013, 23:05

So, da der vorangegangene Teil doch recht kurz war, und ich mich so darüber gefreut habe, was Neues von zwei Mitschreibern lesen zu können , und außerdem Mini morgen wieder kommt, die uns dann hoffentlich auch mit was Schönem erfreut, will ich heut mal ganz nett sein, und noch einen weiteren Teil posten. Gut, so kommen wir auch schneller zum Ende, aber noch ist es ja nicht soweit.
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„Es ist Zeit sich mit der Vergangenheit auszusöhnen“, sagte Anna leise und starrte weiter ins Nirgendwo. Sich mit der Vergangenheit aussöhnen … . nahm Tom ihren Gedanken auf. Ja, irgendwann muss man wohl tatsächlich akzeptieren, was hinter einem liegt, damit man wieder frei ist für die Zukunft. ... Komisch eigentlich. Wie oft haben Isabella, Enrique oder Papa solche Worte zu mir gesagt? "Hake es endlich ab". "Vergiss sie doch endlich". "Das Leben geht weiter". Lauter solche Sätze, die eine Wahrheit in sich tragen, die ich nie verstehen wollte, ich nie annehmen wollte … . Und jetzt? Er schaute hinab zu der kleinen Person, die schweigend vor ihm stand, und drückte sie einen kleinen Augenblick dankbar an sich. Anna hat erreicht, was all die anderen nicht geschafft haben. Sie hat die Dämonen der Vergangenheit vertrieben, einfach so. Einfach weil sie aufgetaucht ist, weil sie da ist. ...
Er spürte, wie sie sich anspannte, als würde sie mit viel Energie ihren Mut bündeln. Und dann begann sie zu erzählen, erst zögerlich, doch dann mit immer sicherer Stimme, als wäre es eine Wohltat, es endlich heraus zu lassen.
„Weiß du, als ich das letzte Mal hier stand, hat mein Vater neben mir gehockt. Also mein richtiger Vater. Er hat mir von der riesigen Welt erzählt. Dass es dort hinten,“ sie nickte voraus über die Dächer Berlins hinweg, „immer weiter und weiter gehen würde, und dass, egal wo er sich auf dieser großen Welt befinden würde, er immer an mich denken und mich lieben würde.“ Annas Stimme erstarb, und Tom spürte, dass sie sich zusammenreißen musste, um nicht zu weinen. Sie schluckte spürbar die Tränen herunter und versuchte regelmäßig weiter zu atmen, was ihr aber offenbar schwer viel. Tom schmerzte das Herz, bei ihrer Trauer, die sie zu übermannen suchte, und das einzige was er für sie tun konnte, war bei ihr zu sein. Er verstärkte den Druck seiner Umarmung ein wenig, in der Hoffnung ihr damit zumindest einen kleinen Halt bieten zu können.
„Ich habe es damals nicht kapiert." fuhr sie schließlich mit brüchiger Stimme fort. "Ich war viel zu klein um mir vorstellen zu können, dass es noch mehr gab, als die kleine, und für mich doch schon so unglaublich große Welt, hier in Berlin, und dass er, mein Papa, mal woanders sein könnte, als bei mir zu sein, war ebenfalls unvorstellbar. Also habe ich einfach artig genickt, und so getan, als sei ich schon ganz groß und würde alles verstehen.“ Sie lächelte über die Kleinkindergedanken, die sie erstaunlicherweise all die Jahre in sich getragen hatte. „Aber dann war er plötzlich weg, von einen Tag auf den anderen, … und ich war überzeugt davon, dass ich Schuld daran war, dass ich irgendetwas falsch gemacht hatte.“ Sie schwieg wieder einen Augenblick und sammelte weitere Gedanken, während auch Tom daran dachte, wie es ihm ergangen war, als seine Mutter die Familie verlassen hatte. Auch er hatte es nie ganz begriffen, obwohl er schon viel älter war, und auch als Fanni verschwand, hatte er es kaum verschmerzen können. Wie musste es dann für ein kleines Mädchen gewesen sein, das seinen Vater ganz offensichtlich über alles geliebt hatte?
„Erst viel später habe ich verstanden, dass er sich hier an diesem Ort von mir verabschiedet hatte, … aber da war ich schon viel zu wütend auf ihn, als dass ich hätte verstehen können, dass er es für uns getan hat. Für meine Mutter und für mich. Er hat wohl gedacht, dass er es uns leichter macht, uns damit die Chance gibt, ein glückliches Leben zu führen“ Wieder dachte sie einen Moment nach, bevor sie höhnisch vorfuhr. „Er konnte ja nicht wissen, dass Armin den Platz an Mamas Seite einnehmen würde. … Armin hat mich nie als seine Tochter akzeptiert, und sein Glück war erst vollkommen, als seine eigene Tochter geboren wurde. Mich hat er immer spüren lassen, dass ich nichts wert bin, dass ich ihm nicht genügen kann, und er hat gekonnt den Glauben in mir verstärkt, dass ich meinen Vater vertrieben habe.“ Die Verbitterung, die aus ihren Worten trieften, machten Tom sehr deutlich, wie schwierig ihr Leben gewesen sein musste, und wie weh es wohl getan hatte, als sie endlich verstanden hatte, was da in ihrer Familie ablief. „Warum hat dein Vater denn gedacht, dass er euch im Wege steht?“ fragte Tom leise, nicht ganz sicher, ob er das Recht hatte, eine solche Frage zu stellen. Anna verzog schmerzlich das Gesicht, als sie ihre Gedanken wieder auf ihren Vater lenkte. „Er dachte wohl, alles sei besser für uns, als mit dem Makel leben zu müssen, dass er ins Gefängnis musste, denn das wäre passiert, wenn er nicht geflohen wäre. Ihm wurde vorgeworfen im großen Stil Drogen geschmuggelt zu haben, und obwohl er immer seine Unschuld beteuert hat, sprachen alle Beweise gegen ihn, und die Festnahme war nur eine Frage der Zeit.“ Tom zog verwundert die Augenbrauen in die Höhe. Er wusste nicht recht, was er davon halten sollte. …“So hat es mir zumindest viel, viel später meine Mutter erzählt.“ fuhr Anna fort. "Sie glaubt bis heute, dass er unschuldig war. … Ich glaube, auch sie hat es nie verkraftet, dass er gegangen ist. … Und dass sie dann mit Armin zusammen gekommen ist … . Er war für sie da und hat ihr Halt gegeben, nachdem sie plötzlich mit mir alleine dastand, und schließlich waren sie ein Paar und sie wurde schwanger. Und so waren wir eine Familie, und ich hatte einen neuen Vater.“ Anna dachte einen Moment voller Liebe an ihre Mutter, die mit Sicherheit immer nur das Beste für sie gewollt hatte, aber wahrscheinlich auch selbst so verunsichert war, dass sie nach dem ersten Strohhalm gegriffen hatte, mit dem sie sich selbst und ihre kleine Tochter retten konnte.
„Ich habe lange Jahre um Armins Anerkennung gekämpft, ... bis ich irgendwann gemerkt habe, dass es sinnlos ist. Aber da lag mein Selbstbewusstsein schon so am Boden, dass ich meine Träume, die immer in mir waren, verdrängt hatte, und mich nur noch irgendwie angepasst habe. Hin und wieder habe ich vereinzelte Versuche gestartet aufzubegehren und auszubrechen, aber sie sind immer daran gescheitert, dass mich im entscheidenden Moment der Mut wieder verlassen hat.“
Anna redete, als drängte es sie, endlich auszusprechen, was sich all die Jahre in ihr angesammelt hatte. Die Trauer um den Verlust ihres Vaters, die Verbitterung über ihr Leben, die Wut auf Armin und sich selbst, und Tom stand einfach da, hielt sie im Arm und hörte ihr aufmerksam zu.
Anna schaute kurz zu ihm auf, und ihr trauriger Blick ließ sein Herz noch ein wenig mehr zusammenkrampfen. „Vielleicht hast du dich gewundert, warum mein Lebenslauf bislang so wenig vorzuweisen hat.“ Tom kniff die Lippen zusammen und neigte entschuldigend den Kopf, aber sie hatte recht mit ihrer Vermutung, er hätte ihre Bewerbung vermutlich ausgemustert, wenn Bruno sie nicht unbedingt hätte haben wollen. Anna nickte nun ebenfalls wissend, und drehte sich wieder um. „Ich hatte ein paar Bewerbungsgespräche nach meiner Schulzeit. Meine Zeugnisse waren gut, aber jedes Mal wenn es darauf ankam mich zu präsentieren, habe ich die Leute stumm wie ein Fisch mit großen Augen angestarrt, und habe damit dafür gesorgt, dass ich gleich wieder ausgemustert wurde.“ Ihre Stimme klang verbittert, deprimiert über ihre eigene Unzulänglichkeit. „Also bin ich geblieben wo ich war, bei meinen Eltern in der Goldelse, meinem schrecklichen Zuhause, was aber zugleich auch immer mein sicherer Hafen war. Es hat sehr lange gedauert bis ich kapiert habe, dass nur ich an meiner Situation was ändern kann, dass es ausschließlich um mich geht, und dass Armin mit seinen Vorwürfen, seinen Ansprüchen an mich, und seinen mich mies machenden Worten völlig egal ist. Und es hat nochmal lange gedauert, bis ich wirklich den Mut aufgebracht habe, um für meinen Traum zu kämpfen. … Und jetzt ist es endlich soweit.“ Sie drehte sich zu Tom, und schaute ihn so dankbar aus ihren großen Augen an, dass ihm sofort das Herz aufging. „Du weißt gar nicht, wie glücklich ich bin, dass ich bei euch die Chance bekomme, endlich das zu tun, was ich mir seit Jahren erträume. Ich hoffe sehr, dass ich dem allem gewachsen bin.“ Schwermütig fügte sie hinzu, „Es war für mich ein wirklich langer Weg bis hierher.“ Und deshalb kann ich diese Chance auch nicht aufs Spiel setzen, auch wenn ich dich jetzt am liebsten küssen würde, fügte sie in Gedanken hinzu, denn sie fühlte sich, trotz dieses, für sie unglaublich anstrengenden Moments, wirklich wohl in seinen Armen und hätte dem sehnsüchtigen Ziehen, das Besitz von ihr ergriffen hatte, gerne nachgegeben.
Tom lächelte ihr verstehend zu. Er ließ seine Hände, die auf ihren Schultern gelegen hatten, an ihren Armen hinab gleiten, griff nach ihren kalten Händen und drückte sie sanft. Er schluckte mit Mühe seinen Wunsch hinunter sie einfach an sich zu ziehen und nie wieder los zu lassen, denn er hatte ihre Botschaft verstanden.
Stattdessen sagte er mit sanfter Stimme, „Anna, dass du diese Chance, wie du es nennst, bekommst, hast du alleine deinem Talent zuzuschreiben. Mein Vater ist begeistert von deinen Entwürfen. Er war es vom ersten Augenblick an. Bruno ist davon überzeugt, dass in dir ein großes Potential schlummert, und er wird es hervor holen, glaube mir.“ Anna lächelte ihm immer noch zu, und Tom hatte das Gefühl in ihren Augen zu versinken, so dass er sich bemühen musste ruhig weiter zu atmen. „Danke, dass du das sagst,“ sagte Anna leise. Sie drehte sich wieder um und schmiegte sich erneut an Toms warmen Körper. „Du hast gefragt, warum wir hier sind,“ sagte sie zögernd, scheinbar versuchte sie die Quintessenz der Geschichte gedanklich zusammen zu fassen. „Ich habe einfach das Gefühl, dass ich an einem Wendepunkt stehe, und dass ich mit der Vergangenheit abschließen muss. Ich bin immer noch traurig, dass mein Vater nicht bei mir ist, und ich wüsste immer noch gerne, ob er irgendwo da draußen ist, … aber ich bin nicht mehr wütend auf ihn, und das ist ein gutes Gefühl. … Ich habe endlich verstanden, dass mich Papa mit seinem Weggang beschützen wollte, dass er sich gewünscht hat, dass ich glücklich werde, … und ich werde ihm beweisen, dass ich es kann.“

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mo Feb 04 2013, 15:31

*Schnief* schnell die Tränchen weggewischt und einmal tief durchgeatmet. Puh ... das ist irgendwie rührend, wunderschön und traurig zugleich. Erst das romantische Weihnachtsessen mit dem gemeinsamen Kochen und nun die schwierige Aufgabe, einen neuen Anfang zu nehmen. Schön, wie Tom an ihrer Seite bleibt, und vielleicht gelingt es ihm ja, auch endlich mit seinen eigenen Dämonen abzuschließen. Wunderbar geschrieben meine Süße, und nach diesem langen Wochenende eine wahre Wohltat, schließlich durfte ich gleich vier neue Teile lesen ... Wahnsinn ...

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mo Feb 04 2013, 22:04

da habe ich mich ja echt mal vertan Embarassed
aber man kann es ja so sehen als sei es für anna ein friedhof, da sie dort das letzte mal mit ihrem vater zusammen wir und seid her nicht mehr bei ihr ist..

ich stimme da minis beitag zu Wink
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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mo Feb 04 2013, 22:29


Lieben Dank für eure Worte. Immer schön zu hören, dass die Idee, die man selbst im Kopf hat irgendwie ankommt. Smile

@Nicky
Ja, da hast du wohl recht. Für Anna ist es wohl ein Ort, an dem sie sich ihrem Vater noch sehr verbunden fühlt.

Und weil es mir gerade so Spaß macht, versuche ich euch auch den nächsten Teil noch zu posten. Ich schätze, dass ich morgen eher nicht dazu komme. Muss Geburtstag feiern Wink Nicht meinen, nicht, dass es zu Mißverständnissen kommt. Der hat noch nen Monat Zeit.

LG, Katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mo Feb 04 2013, 23:17

Hmmm, ich schon wieder.
Sorry Mädels, das wird nichts mehr. Dachte, der Teil wäre soweit fertig. Aber der Feinschliff fehlt noch, und dazu bin ich jetzt echt zu müde. Sleep
Gute Nacht!
Und ich beeile mich. Versprochen!

LG, Katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Di Feb 05 2013, 09:26

Uääääääääh ... kein neuer Teil ... *schnief*

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mi Feb 06 2013, 03:06

Hey Kati,

was für wunder-, wunderschöne Teile du uns mal wieder gezaubert hast ... haaaaaach ... Wellness für meine Nerven! *-* Und dazu nur AnTom Teile ... ich glaube ich bin im Himmel! Rolling Eyes

Zitat :
„Natürlich, das würde ich mir doch nie verzeihen können, wenn du kopflos durch die Welt laufen müsstest.“ „Na dann bin ich ja beruhigt“ zwang sich Tom zu antworten, obwohl in seinem Kopf eine ganz andere Geschichte erzählt wurde. Kopflos bin ich, weil du unterschrieben hast, und ich dich aus meinen Gedanken vertreiben muss. Aber das ist dann wohl mein Problem ...

Lool wie süß! Smile Er müsste aber auch nicht Kopflos herum wandern, wenn er dieses Chef-Angestellten Zeugs hinter sich lassen würde und zu seinen Gefühlen stehen würde! No

Die Dachszene war unglaublich schön Kati! Embarassed Ich musste mir dennoch ein Schmunzeln verkneifen, als ich Toms Gedanken gelesen habe ... von wegen "Sie will sich doch nicht etwa was antuen." "Sie sieht gar nicht suizidgefährdet aus." am besten noch als er dachte dass es wohl ziemlich unwahrscheinlich war, dass sie sich einen Begleiter suchte, der ihr dabei zusah wie sie sich vom Dach stürzte. Einfach ZU geil! Laughing

Man, man, man ich glaube die beiden brauchen mal einen deftigen Tritt in den Hintern ... da haben sie sich nun endlich mit der Vergangenheit ausgesöhnt und trotzdem kommen die nicht in die Puschen! Beruf hin oder her also langsam werd ich sauer! Mad Twisted Evil

Biiiitteeee mach schnell weiter Süße! Warte schon sehnsüchtig auf weitere Teile! Wink

Knuutschiii
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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mi Feb 06 2013, 14:46

@ Butterfly
Ja, ja Vergangenheitsbewältigung ist halt nicht so einfach. Aber sie sind ja scheinbar auf einem guten Weg. Aber was das für ihre Zukunft bedeutet? Rolling Eyes

Lieben Dank für deinen Kommi!

Ich hoffe, dass ich es heute Abend schaffe mit dem neuen Teil, aber ist grad alles nicht so einfach. Komme überhaupt nicht richtig zum Schreiben. Evil or Very Mad

LG, Katha

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BeitragThema: "32"   Mi Feb 06 2013, 21:19

So, was lange währt, wird endlich gut. Smile Das bezieht sich auf das Schreiben und Posten. Der nächste Teil idontknow
******************************

Anna sendete einen letzten Blick und einen letzten Gruß in die Ferne, bevor sie sich aus ihrer sicheren und wärmenden Umarmung löste, und sich umdrehte. Sofort hatte der eisige Wind sie wieder fest im Griff und ließ sie erschrocken die Luft einsaugen. Sie schaute in Toms Augen, die sie mit einer unglaublichen Intensität betrachteten. Sie konnte darin Mitgefühl und ein an sie gerichteten Optimismus erkennen, der ihr unbeschreiblich gut taten, und wenn es nicht so kalt gewesen wäre, hätte sie sich vermutlich nicht so schnell aus seinem Blick lösen können. „Komm, lass uns gehen. Ich bin ein einziger Eisklotz," presste sie durch ihre vor Kälte zitternden Zähne hervor, und Tom nickte zustimmend. Er fühlte eine Verbundenheit zu Anna, die ihm eine Woge des Wohlgefühls durch die Adern jagte, aber gleichzeitig fühlte er sich plötzlich schrecklich einsam, nachdem sie sich aus seiner Umarmung gelöst hatte, und kalt war auch ihm. Also verließen sie das Dach und stiegen in den Aufzug. Anna war froh wieder im schützenden Gebäude zu sein, aber sofort kamen ihr die Gedanken um ihren unerlaubten Aufenthalt dort in den Sinn. „Hoffentlich macht der Pförtner keinen Stress.“ sagte Anna mit bangem Blick, während sie sich wärmend über ihre Arme rieb. Sie fühlte ihre Hände und Füßte kaum noch, was ihr aber erst jetzt, nachdem sie ihren Seelenstriptease beendet hatte, wirklich bewusst wurde. Immer noch bibbernd, schaute sie, wie die Anzeige weiter runter zählte, und schließlich bei E zum Stehen kam. Aber Tom, der sie besorgt betrachtet hatte, und sie am liebsten sofort wieder in seine Arme genommen und sie gewärmt hätte, sagte entspannt, „Das lass mal meine Sorge sein.“
Als sich die Tür öffnete, legte er wie selbstverständlich den Arm um Annas Schulter, und trat mit ihr gemeinsam aus dem Aufzug. In einer anderen Situation wäre Anna von seinem forschen Vorgehen sicherlich irritiert gewesen, aber da sie ihren Blick schon auf den Pförtner gerichtet hatte, der sie bereits zu erwarten schien, ließ sie sich gerne in die Sicherheit von Toms Arm fallen. Der nicht allzu große Mann, der Anna irgendwie an eine vor Wut bebende Comicfigur erinnerte, schaute sie vorwurfsvoll an während er wartete, dass sie näher kamen und offensichtlich nur den richtigen Moment abpassen wollte, seine vorbereitete Salve an Beschimpfungen los zu werden, aber Tom ließ ihn gar nicht dazu kommen. „Wo waren sie denn eben? Sie sollten wirklich besser aufpassen, wer hier so reinspaziert. Ich sollte meinen Freund von ihrer Nachlässigkeit in Kenntnis setzen," blaffte er bereits von weitem. Die aufgebrachte Mimik des Mannes viel erschrocken in sich zusammen und eine sanfte Röte zog sich plötzlich über sein Gesicht, als er Toms kühlem Blick verlegen auswich. „Also wenn ich hier meine Wohnung hätte, würde ich mich beschweren.“ setzte Tom, der gerade wohl die Geschäftsführer-Maske aufgesetzt hatte, noch nach, und der Mann zuckte bevor er ein wenig in sich zusammen schrumpfte. Er nickte verlegen, „Sie habe ja recht, aber ich musste doch mal so dringend wohin. ... " Er sah vorsichtig auf, und Anna erschrak als sie die leise Panik in seinen Augen erkannte, er hatte Angst. "Bitte behalten sie´s für sich. Ich brauche den Job.“ stammelte er fast jämmerlich, und Anna sah betreten zu Tom auf, der aber schon ein gnädiges Lächeln aufgesetzt hatte. „Na ja, ist ja Weihnachten. Da will man ja anderen Menschen keine Probleme bereiten. Also nichts für ungut." Er wandte sich mit Anna im Arm ab, und rief dem Kerl, der sich erleichtert auf seinen Stuhl hatte fallen lassen, noch ein "Frohe Weihnachten“ zu, ehe sie völlig ungeniert hinaus und an der Glasfront vorbei gingen. Als sie außer Sichtweite waren, blieb Anna stehen und starrte Tom groß an. „Was war das denn Herr Lanford. Sowas hätte ich ihnen ja mal gar nicht zugetraut. War das jetzt der Geschäftsführer des Hauses?“ Tom grinste schelmisch. „Stille Wasser sind halt tief. Das muss ich dir doch nicht erzählen, oder?“ Er zwinkerte ihr schmunzelnd zu, und Anna sagte mit einem ebenfalls schmunzelndem Kopfschütteln, "Danke".
Schweigend legten sie den Weg zur Goldelse zurück. Jeder für sich waren sie in ihren Gedanken gefangen, die sich um Vergangenheit, Abschied und Neuanfang drehten. Anna, spürte plötzlich wie erschöpft sie war, denn für sie war es tatsächlich ein Kraftakt gewesen, sich ihrer Vergangenheit so direkt zu stellen, aber gleichzeitig spürte sie wieder dieses kribbelnde Gefühl des Aufbruchs, was sie auch froh stimmte.
Als sie der Goldelse immer näher kamen, wurden ihre Schritte langsamer, als spürten sie gleichsam einen Widerstand, gegen den sie angehen mussten, aber letztlich waren sie doch am Zielort angekommen, und blieben vor der Tür stehen. Sie sahen sich wortlos an, und die Stille, die sie auf dem Rückweg wohlig eingehüllt hatte, wurde plötzlich unangenehm und begann in ihren Ohren zu dröhnen. Und nun? Was mache ich denn jetzt? Anna hielt ihre innere Zwiespältigkeit nicht lange aus, und so drängte es sie, etwas zu sagen um diese unangenehme Situation zu beenden. „Und jetzt?“ fragte sie vorsichtig, da sie selbst nicht in der Lage war sich zu einer Entscheidung durchzuringen. Sie wusste, dass sie ihn wegschicken sollte, brachte es aber nicht fertig, also überließ sie ihm die Entscheidung. Sie wusste es, wenn sie in Toms Augen sah. Er fühlte sich genauso zu ihr hingezogen, wie sie sich zu ihm. Trotzdem verzog sich Toms Gesicht zu einem wissenden, vielleicht auch leicht gequälten Lächeln. „...sollte ich wohl mal den Heimweg antreten.“, sagte er, wenn auch nicht unbedingt überzeugend. Anna konnte es in seiner Stimme hören und in seinen Augen erkennen, dass es ihm schwer gefallen war diese Worte zu sagen, aber sie war ihm dankbar, dass er es getan hatte, obwohl es sie fast zerriss. Aber es war besser so.
Sie hatte einen dicken Kloß im Hals, und war nicht in der Lage etwas zu erwidern, schaute ihn einfach nur aus ihren großen Augen an, bis sie verwundert auf ihre Hände sah, die Tom in die seinen genommen hatte. „Danke“, sagte er. Eine einfache Berührung, ein einfaches Wort, und ein wahrhaftiger, offener Blick, und Anna spürte wie die Wärme durch ihren Körper floss, wie ein warmer Tee, der ihr wohlig die Kehle herunter rann. Es fühlte sich so gut an, und sie genoss diesen Moment einige Sekunden, bevor sie sich verwirrt fragte, Wofür bedankt er sich eigentlich? Deshalb durchbrach sie schließlich die Stille. „Danke, wofür?“ Toms Lächeln wurde noch wärmer. „Für dieses wunderbare Weihnachten, … und für dein Vertrauen.“ Anna schaute für einen Moment verlegen zu Boden, ehe sie ihn ein wenig beschämt von unten herauf ansah. „Ich muss mich bedanken. Danke, dass du mich begleitet hast. ... Ich glaube, ich bin jetzt wirklich bereit für die Zukunft.“ Sie entzog sich erneut seinem Blick und fuhr leise fort. „Ich weiß nicht, ob ich alleine den Mut gefunden hätte, mich meiner Vergangenheit zu stellen.“ Sie hing einen Moment in ihren Gedanken fest. Sie war ihm tatsächlich unendlich dankbar für seine Begleitung. Er hatte ihr die Sicherheit gegeben, dass er sie halten würde, falls sie zusammen bräche, und dass sie trotz des endgültigen Verlustes ihres geliebten Vaters nicht alleine auf dieser Erde wandelte. Da spürte sie wie Tom sanft ihre Hände drückte, und schaute wieder auf, in dieses Gesicht, das sie in so kurzer Zeit so lieb gewonnen hatte. Seine Mimik, seine Augen, strahlten etwas aus, was sie sogleich zutiefst berührte, und seine folgenden Worte taten es ebenfalls. „Doch das hättest du, da bin ich ganz sicher. Anna, du bist viel mutiger, als du denkst.“ Er zögerte einen Moment, bevor er leise weitersprach, als traue er sich kaum diese Worte zu sagen. „Ich finde, du bist ein ganz wunderbarer Mensch und du hast es verdient glücklich zu sein.“ Anna sah ihn immer noch einfach nur an, unfähig etwas zu erwidern, während sich Tränen der Rührung und Dankbarkeit in ihre Augen schlichen. Sie hatte noch nie erlebt, dass jemand so von ihr gesprochen hatte, außer ihrer Freundin und ihrer Mutter, aber die zählten in diesem Falle nicht. Diese Worte waren ernst gemeint, kamen aus der Tiefe von Toms Herzen, und das spürte sowohl Anna als auch er selbst, denn eine Gewissheit hatte ihn erfasst. Er liebte diese kleine beeindruckende Frau, und er würde nichts tun, was ihr Glück gefährden würde, und offensichtlich standen für sie gerade ganz andere Themen im Vordergrund, als die, einer Liebe zu einem Mann, der dazu noch ihr neuer Chef war.
Er beugte sich zu ihr und gab ihr ein Küsschen links und rechts auf die Wange. Er hielt dabei etwas länger inne, als es üblich war, genoss die Berührung ihrer sanften Haut und sog ein letztes Mal ihren süßen Duft ein. „Ich wünsche dir noch einen schönen Abend. … Wir sehen uns ja dann im nächsten Jahr.“ Er sah ein letztes Mal in ihre Augen, die ihn bereits seit ihrer ersten Begegnung so faszinierten, und schenkte ihr ein letztes Lächeln, bevor er davon ging.
Es kostete ihn unglaubliche Überwindung, sich von Anna zu trennen. Aber es musste sein. Für sie. Und obwohl ihn jeder Schritt, der ihn von ihr wegführte viel Kraft kostete, wusste er, dass es richtig war.

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mi Feb 06 2013, 23:45

Oh mein Gott, ICH GLAUBE ICH STEEEERBE GLEICH!!!
Also so langsam weiß ich wirklich nicht mehr, was ich schreiben soll ... das macht mich einfach nur traurig! crying
Und schon wieder gehen die beiden getrennte Wege ... na ob das je was wird!?

Hoffe der nächste Teil wird etwas fröhlicher ... langsam verfalle ich selber in Depression ... und wie du weißt ist das nicht gut für die Inspiration!

Lg
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Do Feb 07 2013, 09:05

Ach Katha, das ist im Moment - wie bereits Butterfly geschrieben hat -
so traurig. Warum gehen die beiden getrennte Wege? Warum stehen sie
nicht einfach zu dem was sie fühlen? Aber gut, wenn es so wäre, wäre die
Story wahrscheinlich auch in zwei Teilen zu Ende ...

... und das wollen wir ja auch nicht ...

Also leiden wir eben noch ein bisschen still weiter ...

Danke dir, meine Süße, für diesen wunderbaren Leseschmaus ...

LG, Mini

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„Vor dem Schicksal zu fliehen,
ist manchmal der beste Weg,
um zu sich selbst zu finden.“
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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Do Feb 07 2013, 17:46

Hey Katha,

So jetzt habe ich mich endlich mal durch die vielen versäumten Teile gekämpft.
Einfach toll, vor allem wahrscheinlich auch weil es Weihnachten ist. Ein Fest das auf so viele Arten besonders sein kann, aber eben nur einige einen glücklich machen und ich denke in diesem Fall war letzteres wahrlich zu treffend.
Was kann man sich schöneres vorstellen als das Fest der Liebe mit einem Mann zu verbringen der einen liebt und dann auch noch einen alten Rucksack in die Ecke stellen.
Wahnsinnig schöne und zu herzengehende Teile Smile

Liebe Grüße
Tastentante
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~Nicky-Anna..B~

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Do Feb 07 2013, 19:10

warum hat anna tom nicht an die hand genommen und einfch mal mit gezogen aufs zimmer?und tom hätte doch fragen können ob er noch mit rein kommen darf oder weiß was ich Evil or Very Mad
zu den beiden kann man nichts mehr sagen Rolling Eyes
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Do Feb 07 2013, 21:29

So viele Antworten, Mann o Mann, da wird es aber Zeit, dass ich mich mal wieder zu Wort melde. Und als erstes drück ich euch alle mal ganz fest. Es ist nämlich ganz wunderbar, dass ihr da seid und meine Geschichte lest. gib5

*~Butterfly~* schrieb:
Oh mein Gott, ICH GLAUBE ICH STEEEERBE GLEICH!!!
Also so langsam weiß ich wirklich nicht mehr, was ich schreiben soll ... das macht mich einfach nur traurig! crying
Und schon wieder gehen die beiden getrennte Wege ... na ob das je was wird!?
Hey Süße, nicht depressiv werden, und vor allem nicht sterben. Ojojojo, da habe ich ja was angerichtet. brav Aber Anna und Tom können halt nicht anders, was soll ich sagen... idontknow
Ach so, was die Inspiration anbelangt. Also ich kann mich gut erinnern, wie das war als Mini uns so lange mit Annas Entführung gequält hat, und ich fand es in der Zeit immer ganz wunderbar, was harmonisches zu schreiben. Wink

Mini_2010 schrieb:
Warum gehen die beiden getrennte Wege? Warum stehen sie
nicht einfach zu dem was sie fühlen? Aber gut, wenn es so wäre, wäre die
Story wahrscheinlich auch in zwei Teilen zu Ende ...
Danke dir, meine Süße, für diesen wunderbaren Leseschmaus ...
Mini, du sagst es, du sagst es. Und außerdem, wer kennt das Leben schon in einfach Wink

Tastentante schrieb:

Einfach toll, vor allem wahrscheinlich auch weil es Weihnachten ist.
Was kann man sich schöneres vorstellen als das Fest der Liebe mit einem Mann zu verbringen der einen liebt und dann auch noch einen alten Rucksack in die Ecke stellen.
Wahnsinnig schöne und zu herzengehende Teile
Lieben Dank für deine lobenden Worte Embarassed Und das es gerade Weihnachten ist ... Na ja, eigentlich sollte die Story ja auch um die Weihnachtszeit gepostet werden. Da war mir allerdings auch noch nicht klar, dass sie so lang wird. Cool

~Nicky-Anna..B~ schrieb:
warum hat anna tom nicht an die hand genommen und einfch mal mit gezogen aufs zimmer?und tom hätte doch fragen können ob er noch mit rein kommen darf oder weiß was ich
Ja, ja meine liebe Nicky hätte, wenn und aber ...
Haben sie aber nicht gemacht, da fehlt wohl noch die Erleuchtung, wie man´s anders machen könnte, denn eigentlich haben sie ja gute Gründe für ihr vorgehen ... Idea
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katha

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BeitragThema: "33"   Do Feb 07 2013, 22:02

Bei so viel Traurigkeit eurerseits, will ich euch nicht noch zusätzlich quälen. Hier der nächste Teil.
*****************************

Anna hatte Toms Verabschiedung über sich ergehen lassen, hatte nicht einmal ein „Tschüß“ über die Lippen bekommen, und jetzt stand sie da. Wie angewurzelt, bewegungslos schaute sie ihm hinterher. Ihr Herz schrie so laut es konnte, „Nicht schon wieder. Lass ihn nicht gehen“, als sie das zweite Mal innerhalb weniger Tage beobachtete, wie er die Hände in die Taschen vergrub, und sich mit gesenktem Kopf langsam aber sicheren Schrittes von ihr entfernte. Mit aller Kraft drängte sie die verzweifelten Überredungsversuche ihres Herzens zurück, und drehte sich schließlich seufzend um, denn es war besser so. Aber ehe sie den Schlüssel ins Schloss gesteckt hatte, wirbelte sie wieder zurück. „Tom!“ rief sie leise, denn sie schaffte es einfach nicht ihn ziehen zu lassen. Sie wusste, dass er ihr zuliebe gegangen war, denn seine Augen und seine ganze Art hatten ihr deutlich gezeigt, dass er gerne bei ihr geblieben wäre. Und gerade diese Gewissheit, bedeutete ihr so viel, dass sie den Mut hatte ihn aufzuhalten.
Tom, der sich schon ein ganzes Stück entfernt hatte, drehte sich sogleich um. Er war sich nicht ganz sicher, ob sie wirklich seinen Namen gerufen hatte, oder ob seine Wunschfantasien mit ihm durchgingen, aber da stand sie und sah ihn an. Sein Herz klopfte ihm bis zum Hals, während er abwartend beobachtete, wie sie sich unsicher durch die Haare fuhr, und ihr Blick unentschieden hin und her schwankte. Sie schauten sich schweigend an, und als Tom gerade dachte, dass er diesen Ort endlich verlassen sollte, fasste sich Anna, in der ein wilder Kampf tobte, endlich ein Herz. Sie ging ein paar Schritte auf ihn zu und fragte, „Willst du nicht doch noch ein wenig bleiben? Ich mag jetzt nicht alleine sein.“ Sie wirkte alles andere als sicher, und Tom wusste, dass sie Angst davor hatte, etwas Falsches zu tun, aber er konnte es nicht verhindern, dass sein Herz jubelte. Er wollte ebensowenig alleine sein. Im Gegenteil. Er hatte sich gerade mit Schrecken gefragt, wie er die Kühle und Leere seiner Wohnung ertragen sollte. Also nahm er sich selbst das Versprechen ab, auf Abstand zu bleiben, während er ihre Gesellschaft genießen würde. Er lächelte sie zögerlich an, und sagte leise „Wenn du das möchtest, bleibe ich gerne noch.“ Anna erwiderte sein Lächeln einen Augenblick, ehe sie geschäftsmäßig wurde, um ihre prompt aufgekommene Nervosität zu überspielen. Sie hielt den Schlüssel in die Höhe. „Sollen wir dann vielleicht rein gehen? Sonst bin ich gleich fest gefroren.“ Sie eilte zur Tür zurück und ließ sie ein.
„Hier ist es besser.“ sagte Anna, als sie die Tür hinter ihnen abschloss. Aber diese Aussage bezog sich lediglich auf die Temperaturen. Denn wieder standen sie da, und wieder war plötzlich eine völlig erdrückende Stille da. Anna überlegte hektisch, was sie denn jetzt tun sollten, denn sie wusste, dass das bloße Beieinandersitzen und Reden eine Qual werden würde, aber während sie immer noch in den Tiefen ihres Hirns nach einer Idee suchte, wurde die Stille durch das Klingeln ihres Handys unterbrochen.
„Wer ist das denn jetzt?“ murmelte sie vor sich hin, und kramte in der Innentasche ihrer Jacke nach dem Telefon. Als sie auf dem Display den Anrufer erkannte, wendete sie sich Tom zu und grinste ihn vielsagend an. „Hallo Paloma! … Mir geht´s gut, mach dir keine Sorgen.“ Erneut schaute Anna zu Tom, der amüsiert die Augenbrauen in die Höhe gezogen hatte. „Was ich mache? Ach, ich habe lecker gegessen, und jetzt war ich gerade ein bisschen draußen. … Ist ja gut. Ich bin ja nicht geklaut worden, und es ist sowieso keiner auf den Straßen.“ erzählte Anna und zwinkerte Tom zu, der immer noch wie bestellt und nicht abgeholt am Eingang stand. Aber er dankte Paloma für ihre Sorge, denn das Telefonat hatte zumindest für diesen Moment die Spannung zwischen ihm und Anna gelöst, und dafür war er schon mal sehr dankbar. Anna ging gerade hinter die Theke und winkte Tom zu sich. Sie stellte eine Flasche Wein auf die Theke und fragte ihn ohne Worte, ob er noch wolle. Und nach einem Nicken seinerseits legte sie einen Korkenzieher daneben, den Tom auch gleich zur Hand nahm um sich nützlich zu machen. Als Anna das nächste Mal zu sprechen begann, grinste er erneut in sich hinein. „Ich werde mir jetzt ne Flasche Wein aufmachen und noch einen Film gucken, und dann ist der Abend ja eh rum.“ sagte sie nämlich gerade, und quittierte seinen amüsierten Seitenblick mit einem entschuldigenden Schulterzucken. „Aber mal was anderes, wer ist eigentlich dein geheimnisvoller Besucher? Das hast du mir heute Mittag gar nicht erzählt,“ sagte Anna gerade, und Tom fand dieses Frauengespräch, an dem er gerade teilhaben durfte, einfach zu witzig. „Ach, mein zukünftiger Kollege? Und, habt ihr Spaß? … OK, ok, ich verstehe, du kannst gerade nicht reden. Na ja, dann wünsch ich euch auf jeden Fall noch einen schönen Abend, und mach dir keinen Kopf, mir geht’s gut.“ Anna beendete das Telefonat und sah in die belustigt blitzenden Augen von Tom. „Und? Benimmt sich Enrique?“ fragte er auch sogleich und Anna zuckte unwissend die Schultern. „Keine Ahnung, Paloma konnte mir leider keine tiefergehenden Auskünfte erteilen,“ sagte die gestelzt, ehe sie in begann zu lachen. „Ich glaube, den beiden geht es gut. Auf jeden Fall klang es so.“ Tom stellte die Flasche zurück auf die Theke. „So so, und du machst dir also jetzt einen Wein auf und schaust dir einen Film an.“ Seine Augenbrauen waren ein Stück nach oben gewandert und ein belustigtes Zucken umspielte seinen Mund, als er Anna direkt in ihre schönen Augen sah. Er verspürte schon wieder dieses unglaublich gute Gefühl, was ihm die Nähe von Anna vermittelte, … zumindest wenn die Spannung zwischen ihnen sie nicht gerade aufzufressen drohte. Anna war für einen Moment wie hypnotisiert. Er fesselte sie quasi mit seinem Blick, aber entschlossen riss sie sich davon los. „Ich wollte ihr nicht gleich auf die Nase binden, dass ich auch Männerbesuch habe, sonst hätte sie mich nämlich ausgequetscht wie eine Zitrone.“, erklärte sie schnell. Und als ihr verlegener Blick auf die Weinflasche fiel, fügte sie ablenkend hinzu. „Und außerdem hab ich doch nicht gelogen. Die Flasche ist schon auf, … und wir könnten wirklich einen Film schauen. Ich habe extra für heute einen mitgebracht.“ Sie hatte diese Worte kaum ausgesprochen, als sie sich schon innerlich dafür ohrfeigte. Ich habe doch nur diesen Romantik-Kram da, ob das gut ist? fragte sie sich unweigerlich. Und auch Tom war sich nicht sicher, ob das eine gute Idee war. Er konnte sich schon vorstellen, welche Art Film Anna favorisieren würde. „Und du meinst, der ist was für mich?“ Anna wand sich ein wenig, jetzt fühlte sie sich irgendwie ertappt, aber gut, nutzte ja nichts. „Na ja, ist schon eher was fürs Herz. War ja eigentlich für eine Mädelsabend gedacht.“ Sie warf ihm einen musternden Blick zu, der sein wissendes Kopfnicken und seine belustigt funkelnden Augen natürlich sofort entzifferte, und ihren Trotz auf den Plan rief. Der soll sich mal nicht so anstellen, ging es ihr durch den Kopf. „Aber warum sollte das nichts für einen starken Mann sein,“ feixte sie deshalb auch sogleich zurück. „Du wirst schon aushalten, dass ich irgendwann die Taschentücher zücken muss. Oder hast du Angst, dass ich nicht genügend da habe, um sie mit dir zu teilen?“ Sie lächelte ihn herausfordernd an, und hatte keine Ahnung wie gut sie mit ihrer Provokation ins Schwarze getroffen hatte. Tom seufzte nämlich gerade innerlich auf und bemühte sich vergebens seine aufwallenden Gefühle zurück zu drängen. Wenn du wüsstest wie gerne dich der starke Mann dann in den Arm nehmen und trösten würde, dachte er sehnsüchtig, reagierte äußerlich aber natürlich auf ihr freches Gehabe. „Du willst mir damit also sagen, dass du nah am Wasser gebaut bist, ja?“ Anna zuckte gelassen die Schultern. „Ich bin eine Frau. Was erwartest du?“ Tom schmunzelte und schüttelte den Kopf. „Nichts anderes“ murmelte er vor sich hin, ehe er entschlossen auf die eigentliche Frage antwortete. „Na dann will ich dir mal beweisen, dass ich stark genug bin.“ Seine Augenbrauen zuckten amüsiert in die Höhe, bis er sich bei ihren leise dahin gebrummelten Worten schrecklich ertappt fühlte. „Wir werden ja sehen. Ich vermute ja eher harte Schale, weicher Kern.“

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Do Feb 07 2013, 23:48

wuuuuuhuuuuuuuu anna hat sich ein herz gefasst und hat ihm hinterher gerufen I love you
und er ist auch zurück zu ihr gekommen What a Face
ich musste beim lesen die ganze zeit über schmunzeln, erst der anruf von palomi und dann
das mit dem schnulzen film, das wird lustig rofl
ich sehe es schon kommen das tom auch heulen wird Cool
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Fr Feb 08 2013, 11:58

Oh Mann, ist das genial. Katha, ich hab gerade mal so ein fettes Grinsen im Gesicht. Anna kann aber auch ziemlich frech sein. Vor allem, wenn man bedenkt, wie verhalten sie bis vor kurzem noch war ...

„Aber warum sollte das nichts für einen starken Mann sein,“ feixte sie deshalb auch sogleich zurück. „Du wirst schon aushalten, dass ich irgendwann die Taschentücher zücken muss. Oder hast du Angst, dass ich nicht genügend da habe, um sie mit dir zu teilen?“

Einfach zu genial ... Ich stelle mir gerade vor, wie die beiden Rotz und Wasser heulen und sich um die Taschentücher kloppen ...

Bitte meeeeeeeehr davon ... Ich Suchti brauche Stooooooffffff ... *lechzsabberlechz*

Danke für diesen Leseschmaus, du Gute ...

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Fr Feb 08 2013, 12:50


Smileys Edit by River - Fehlpost

Wuuuhuuuu Kati ich wusste das du uns nicht hängen lassen würdest!
Echt klasse das Anna erkannt hat dass er nur ihr zu liebe geht und sie schlussendlich all ihren Mut gesammelt hat und ihn zurück gerufen hat.

Und dann die Idee mit der Schnulze, einfach unbezahlbar! Smile Jetzt bin ich echt gespannt, ob er das Gelabber von wegen stark durchzieht, oder ob er irgendwann selber mit den Tränen kämpfen muss! Smile

Biiittteeeeeeeeeeeee meeeeeeeeeeeeeeeeeeehhhrrr! Razz

LG, Ani

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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Fr Feb 08 2013, 20:20

Hey Ani,
danke für deine lieben Worte. Smile
Ja, hat Annileins Herz sich doch mal wieder durchgesetzt. Gott sei Dank!
Und wie der weitere Abend läuft ... idontknow
Wir werden sehen Wink

LG meine Süße, ich freu mich auf deine nächste Antwort, die hoffentlich bald folgt. Ok, wenn ich denn dann den nächsten Teil gepostet habe. Embarassed Apropro, wann gibt es denn deinen nächsten Teil. cyclops

Katha


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Zuletzt von katha am Fr Feb 08 2013, 21:06 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"
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