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 AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"

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katha

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BeitragThema: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mi Dez 26 2012, 20:16

das Eingangsposting lautete :

Hallo ihr Lieben,
ich wollte euch ja eigentlich die Vorweihnachtszeit mit einer kleinen Geschichte versüßen. Aber das hat leider mal überhaupt nicht funktioniert. crying
Und mein Plan, die Story zu beenden, bevor ich beginne sie zu posten, funktioniert leider auch nicht, denn dann kommt die Weihnachtsgeschichte zu Karneval. Evil or Very Mad
Also fange ich jetzt einfach mal an, und hoffe, dass ich die letzten Teile schnell geschrieben bekomme. Wink

Wie der Titel schon sagt, geht es um Anna und Tom und eine turbulente Zeit. Aber lest einfach selbst...

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Zuletzt von katha am Mi März 20 2013, 15:07 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Fr Feb 08 2013, 20:59

@ Nicky und Mini:

Ich freue mich sehr, dass ich euch wieder mal zum Grinsen gebracht habe. Ich will doch nicht, dass hier alle depressiv werden. Wink
Und zu Anna,
ich glaube, zurückhaltend ist Anna nur in neuen Situationen, ansonsten weiß sie schon mit Worten umzugehen Rolling Eyes

Ich denke, ich werde gleich mal den nächsten Teil raushauen und dann werden wir sehen, was ihr dazu sagt.

LG von eurer Katha

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katha

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BeitragThema: "34"   Fr Feb 08 2013, 23:02

So, ein gemütlicher Fernsehabend
********************************

Anna nahm zwei Gläser in die Hand und machte sich mit einem auffordernden Nicken in Richtung Treppe auf den Weg in die Polauksche Wohnung. Ihr Herz hüpfte lustig vor sich hin, und sie spürte die Nervosität in sich aufsteigen, als sie gefolgt von Tom hinauf ging. Wie soll ich nur schaffen, mich von ihm fern zu halten, und dann auch noch wenn sich in dem Film alles um die Liebe dreht? , ging es ihr durch den Kopf, doch ehe sie eine Antwort finden konnte, riss Tom sie zurück in die Realität. „Warum harte Schale? Bin ich so schrecklich?“ hörte, sie als sie gerade in die Küche trat. Er war irgendwie getroffen, von diesen Worten, vielleicht auch weil er sich darin ungewollt wieder erkannte. Aber er wollte nicht, dass sie ihn als hart empfand. Anna stellte die Gläser auf den Tisch und grinste in sich hinein. Ha, da habe ich wohl den weichen Kern getroffen, triumphierte sie innerlich ehe sie sich zu ihm drehte. „Also als ich die die ersten zwei Male getroffen habe, warst du schon ein ziemlicher … ," Kotzbrocken dachte sie. "Hhmmm, den Rest behalte ich mal lieber für mich. Und davon mal ganz abgesehen, eilt dir dein Ruf voraus.“ fügte sie lapidar hinzu. Tom stand da, mit der Flasche Wein in der Hand und sah sie skeptisch an. Aber Anna wollte die Ebene des Gesprächs nicht verlassen, und ernsthaft auf diese Frage eingehen. Denn der lustige Gesprächston zwischen ihnen beiden ermöglichte ihr einen viel besseren Umgang mit ihren Gefühlen, die ihr immer mehr Sorge bereiteten. „Weißt du nicht, dass dir deine Angestellten den Titel „Griesgram der Firma“ erteilt haben?“ Tom sah sie konsterniert an. Er wusste ja, dass er im letzten Jahr ziemlich mürrisch durch die Gegend gelaufen war, und es war ihm bis vor kurzem egal gewesen, wie er auf seine Umwelt gewirkt hatte, aber jetzt gerade traf ihn das doch sehr. Daher stellte er die Flasche auf den Tisch und ließ sich auf einen der Stühle fallen. „Und du siehst das genauso?“ Er war sich eigentlich sicher, dass das nicht so war. Nicht nach dem heutigen Abend, aber jetzt wollte er es doch genau wissen. Anna, die gerade eine Schüssel aus dem Schrank genommen und mit Knabbereien gefüllt hatte, trat an ihn heran und schaute einen Moment in seine graublauen Augen, die mit einem geradezu besorgtem Glitzern nach Erlösung baten. „Ne, nicht wirklich. Ich glaube tatsächlich an die These >Harte Schale, weicher Kern<, und ich bin froh, dass ich das Glück habe, auch den Kern sehen zu dürfen.“ Sie lächelte Tom beruhigend, fast liebevoll zu, und dieser stieß erleichtert die Luft aus. „Da bin ich aber froh,“ flüsterte er, in sich gekehrt, vor sich hin. Aber Anna, für die die Welt, bei ihrem intensiven Augenkontkat schon wieder arg ins Wanken geraten war, riss ihn endgültig aus seinen Gedanken. „Da lang“ sagte sie kurz und wies ihn mit einer Handbewegung ins Wohnzimmer.
Fünf Minuten später hatte Anna ihre immer noch nicht ganz trockenen Jacken, auf die Heizung verbannt, und alles was zum gemütlichen Fernsehabend brauchte, ins Wohnzimmer geräumt. Sie schmiss sich auf die Couch und startete den Film. „Also, sei tapfer,“ grinste sie ihn an.
Tom hatte sich, nachdem er sich interessiert im Wohnzimmer umgeschaut hatte, auf dem Sessel niedergelassen. Nur Abstand wahren, rief er sich wieder und wieder in Erinnerung, denn alleine die Vorstellung, mit Anna gemeinsam auf dem Sofa zu sitzen, ließ ihn unruhig werden. Also blieb er lieber ein Stück entfernt und genoss dabei den Luxus, sie unbemerkt von schräg hinten beobachten zu können. Langsam fiel seine Nervosität von ihm ab und er lehnte sich entspannt zurück. Er trank seinen Wein und genoss einfach das Beisammensein mit Anna, während sie den Film schauten, der zu seinem Schreck auch den Titel „Tatsächlich Liebe“ trug. Das hatte ihn für einen Moment in zweifacher Hinsicht beunruhigt, denn zum einen war es wohl tatsächlich eine Liebesschnulze, und zum anderen erinnerte er sich daran, dass er genau diesen Film auch Zuhause hatte. Allerdings war er ungesehen mit einigen anderen Dingen, die er mit Fanni in Verbindung brachte, in eine Kiste gewandert, die in der hintersten Ecke seiner Wohnung verbannt war.
Aber beides spielte auch keine wirklich große Rolle, denn jetzt war er hier.
Er warf immer wieder verstohlene Blicke zu Anna, die sich mittlerweile unter eine warme Decke gemümmelt hatte. Er ließ seine Augen über ihr hübsches Gesicht gleiten und dachte daran, wie es sich angefühlt hatte sie in den Armen zu halten, und jedes Mal war es wie ein kleiner Stromschlag, der ihm das Bewusstsein dafür schürte, dass er sich vielleicht noch nie so wohl in der Gesellschaft eines anderen Menschen gefühlt hatte. Sie vermittelte ihm mit ihrer offenen und ehrlichen Persönlichkeit das Gefühl sich nicht verstellen zu müssen, nichts erklären zu müssen, und gleichzeitig alles von sich Preis geben zu können. Er konnte einfach sein. Tom, nicht Tom Lanford der Geschäftsführer, nicht Tom Lanford, der Sohn des großen Mode-Genies Bruno Lanfords, nicht Tom Lanford, von dem gemäß seines Standes erwartet wurde, mit Champagner und Lachshäppchen um sich zu schmeißen. Im Gegenteil, hier in ihrer Anwesenheit schienen all diese Attribute völlig uninteressant, ja eigentlich sogar störend, denn genau diese gesellschaftlichen Zwänge waren es, die sie quälten, sobald sie aus der sicheren Sphäre der Zweisamkeit heraus traten.
Und da hatte er seine eigene Qual auch schon wieder ins Leben gerufen. Bemüht, wenigstens diese Zeit mit ihr hier, einfach nur zu genießen, wendete er sich wieder dem Film zu, aber nur, um seine Augen kurze Zeit später wieder zu Anna wandern zu lassen. Er lächelte, als er sie eingehend betrachtete. Sie lag völlig entspannt unter der Decke, und ihre ruhigen und tiefen Atemzüge zeugten davon, dass sie selig schlief. Tom erhob sich aus dem Sessel, unterbrach den Film und hockte sich neben sie. Einen Moment lagen seine Augen auf ihrem lieblichen Gesichtszügen. Dann konnte er sich nicht mehr zurück halten und ließ vorsichtig seine Finger über ihre Wange gleiten. In seinem Bauch krabbelten mehrere Geschwader Ameisen los. Er überlegte, ob er Anna einfach auf dem Sofa liegen lassen sollte, aber so ganz bequem sah das nicht aus. Also nahm er sie vorsichtig auf den Arm. Sie war so leicht und warm, und die Ameisen führten einen Square Dance auf, die seinen Körper erbeben ließ. Besorgt beobachtete er ihr Gesicht, ob sie auch nicht aufwachte, während er in den angrenzenden Flur ging. Er schaute sich suchend um, Wo ist denn wohl ihr Zimmer?, fragte er sich, aber da alle Türen gleich aussahen, blieb ihm wohl nichts anders übrig, als eine Tür nach der anderen zu probieren. Als erstes landete er im Badezimmer, dann stand er in einem nüchternen Schlafzimmer mit einem Doppelbett. Nein, das ist es wohl auch nicht, doch das dritte Zimmer empfing ihn mit einem kreativen Chaos, das ihn schmunzeln ließ. Ja, das passt zu dir, dachte er, als er sie vorsichtig auf dem Bett ablegte, das den Mittelpunkt des Raumes darstellte. Er sah sich einen Moment um. Die Einrichtung war nicht luxuriös, glänzte aber mit liebevollen Details, die mit Sicherheit ihre eigenen Geschichten erzählten, da war sich Tom sicher. Da waren einige schöne, selbst gemalte Bilder, ein hübsches, altertümlich aussehendes Schmuckkästchen, einzelne Muscheln und Steine, die vor einem Foto mit einem wunderschönen Sonnenuntergang drapiert waren, und noch ein paar mehr solcher einfachen aber neugierig machenden Elemente. Und am Fenster, stand auf einem Podest ein Sessel, der ihr wohl diente, um mit in den Himmel gelenktem Blick ihren Gedanken nachzuhängen. Diese Gemütlichkeit wurde von einigen herumliegenden Klamotten vervollständig, die das Zimmer lebendig machten, und auf dem Schreibtisch lagen einige Skizzen rum. Neugierig ging Tom hin, und setzte sich auf den Stuhl, um sich die Entwürfe anzuschauen. Wirklich gut, ging es ihm durch den Kopf, und er wusste, dass sie bestimmt die volle Unterstützung Brunos erhalten würde, um eine erfolgreiche Designerin zu werden. Als er aufstand fiel etwas von der Lehne, und als er sich bückte um das Kleidungsstück aufzuheben, hielt er plötzlich einen schwarzen BH in der Hand, der ihm spontan die Röte in den Kopf steigen ließ. Den hätte ich ihr gerne ausgezogen, dachte er sehnsüchtig und ließ seine Augen begierig über sie gleiten. Ob ich sie ausziehen sollte? In Klamotten schläft es sich ja nicht so richtig gut, überlegte er einen Augenblick, aber schnell entschied er sich dagegen. Sonst bekommt sie morgen Früh den Schreck ihres Lebens, ging es ihm lächelnd durch den Kopf, während eine zweite freche Stimme hinterherrief, du hast doch nur Angst, dass du deine Finger nicht bei dir behalten kannst. Sie hatte vermutlich nicht ganz unrecht, denn Tom, der sich mittlerweile neben Anna auf der Bettkante nieder gelassen hatte und sie liebevoll betrachtete, spürte wie sich sein Herz sehnsuchtsvoll zusammenzog. Schnell legte er die Bettdecke über sie, strich ihre eine Strähne ihres wundervoll seidig glänzenden Haares aus dem Gesicht, und gab ihr Kuss auf die Stirn. Mit einem gequälten Seufzen stand er schließlich auf, aber genau in diesem Moment drehte sich Anna auf die Seite und wisperte. „Nein, geh nicht. Bitte bleib bei mir.“ Toms Ameisen-Armee machte sich erneut auf die Reise und er setzte sich mit stockendem Atem wieder zu ihr. Aber Anna schlief. Er betrachtete sie nachdenklich. Wahrscheinlich war es ein wirklich harter Tag für sie, ging es ihm durch den Kopf. Der Streit mit ihrer Familie, und dann auch noch die Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit … . „Wahrscheinlich meinst du mich gar nicht, meine Schöne.“ murmelte er. Er erinnerte sich an die Situation auf dem Dach, und er spürte wieder dieses Glücksgefühl für die dagewesen und von ihr ins Vertrauen gezogen worden zu sein. Er strich ihr sanft über die Wange. „Ich liebe Dich“ flüsterte er mit zittriger Stimme. Er gab ihr einen sanften Kuss auf die Wange. Sein Herz quoll über vor Gefühlen und er wünschte sich so sehr, sich zu ihr zu legen, und sie einfach in den Arm zu nehmen. Aber er durfte nicht, er wollte ihr keine Probleme bereiten. Sie hatte es wahrlich schwer genug gehabt in ihrem Leben, und er würde ihrem Glück nicht im Wege stehen. „Ich kann nicht bei dir bleiben … ich halte das nicht aus.“, flüsterte er noch, bevor er schweren Herzens aufstand, und nach einem letzten traurigen Blick auf sie, das Licht löschte und die Tür hinter sich schloss.

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Sa Feb 09 2013, 12:19

Och nöööööö ... Tom du Depp, warum hauste denn jetzt ab. Du liebst sie doch, also bleib einfach bei ihr. Oh Mann, wie wird Anna das am nächsten Morgen, wenn sie aufwacht, interpretieren. Na gut, aber so bleibt es wenigstens noch ein wenig spannend.

Ich freu mich auf mehr, meine Liebe ...

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Sa Feb 09 2013, 19:48

Hey Mini,
ja, es bleibt spannend. Tom ist vielleicht ein Depp, aber ganz schön sensibel und rücksichtsvoll, wie ich finde. Seeehhhr liebenswert ... Ob Anna das auch so sieht idontknow

Ja, auf jedenfall bleibt es spannend, da hast du recht.

Wann geht es denn bei dir weiter. Ich brauche mal wieder was zum lesen Embarassed

LG, Katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    So Feb 10 2013, 12:41

Mhmm ... hab doch am Freitag was eingestellt. Hast du wohl noch nicht gelesen

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    So Feb 10 2013, 22:10

Hey Mini,
doch Süße hatte ich gelesen, das heißt aber ja nicht, dass ich nicht nach mehr lechze Embarassed Und außerdem will doch auch Anteros endlich von Helena versorgt werden, wenn ich mich recht entsinne Wink

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BeitragThema: "35"   So Feb 10 2013, 22:29

So meine Lieben,
Zoch geschaut, jede Menge Kamelle gesammelt (mit kleinem Kind geht das wunderbar Wink ), und ein wenig geschunkelt, getanzt und gesungen. Wenn man einmal mitten unter den Jäcken ist, macht Karneval feiern ja schon Spaß Wink .
Aber jetzt zurück zu Weihnachten.
Mini meint, Tom wäre ein Depp, wollen wir mal sehen, wie Anna darüber denkt idontknow
*********************************

Anna erwachte langsam und räkelte sich wohlig. Sie hatte wunderbar geschlafen, auch wenn sie seltsame Träume gehabt hatte. Sie hatte geträumt, dass Tom an ihrem Bett gesessen und ihr seine Liebe gestanden hatte, aber das war wohl etwas abwegig, schließlich war sie alleine im Bett. Oder etwa nicht? Sie riss erschrocken die Augen auf und schaute sich um. Erleichtert stieß sie die Luft aus. Ich bin alleine, also wirklich ein Traum, dachte sie erleichtert oder vielleicht auch ein Stück weit enttäuscht, und schaute auf die Uhr. Erstaunt stellte sie fest, dass es bereits halb zehn war. So lange habe ich ja ewig nicht geschlafen, dachte sie genüsslich und sie spürte, dass sich irgendwas verändert hatte. Ihr Blick fiel auf das Bild, das neben ihrem Bett stand, und da ereilte sie die Erinnerung an den letzten Abend. Sie hatte endlich ihren Frieden mit der Vergangenheit gemacht. Sie lächelte ihrem Vater zu, der mit ihr auf dem Arm, auf dem Bild zu sehen war, und sagte, „Heute fängt meine Zukunft an, und du wirst mich sicherlich begleiten.“ Sie reckte sich ausgiebig. Ja, ich bin bereit für die Zukunft. Elanvoll schlug sie die Decke beiseite, um in den neuen Tag zu starten, als sie völlig irritiert an sich hinab sah. Warum habe ich meinen Klamotten an? Sie verharrte in der Bewegung, und ließ den gestrigen Abend Revue passieren. Tom!, … wir haben den Film geguckt … aber ich weiß gar nicht wie er zu Ende ging. Sie schüttelte verwirrte den Kopf … Dann bin ich wohl eingeschlafen. Aber wie bin ich hierher gekommen? Es gab nur eine Möglichkeit. Tom musste sie wohl hergebracht haben, bevor er gegangen war. Sie wusste nicht recht, wie sie ihre Gefühle einordnen sollte, die sich in ihr ausbreiteten. Sie war traurig, dass Tom nicht bei ihr war, hatte sie sich doch so wohl in seiner Gegenwart gefühlt ..., aber gleichzeitig wusste sie, dass es das einzig richtige war, und sie zollte ihm dankbar Respekt für sein rücksichtsvolles Handeln.
Er ist wirklich ein toller Mann. Nix da, harte Schale, ging es ihr durch den Kopf, und für einen Moment gönnte sie es sich, die schönen Erinnerungen an den letzten Abend zuzulassen. Sie dachte an die Situation auf dem Dach zurück und fühlte seine Umarmung, die ihr Sicherheit und Schutz geboten hatte, hörte seine wohlige Stimme, und spürte seinen kribbelnden, warmen Atem an ihrem Ohr, als er mit ihr gesprochen hatte. Ein angenehmer Schauer überlief sie bei diesen Gedanken. Er ist einfach perfekt, dachte sie sehnsüchtig. Er hatte ihr Herz im Sturm erobert, und sie wusste beim besten Willen nicht, wie sie es in Zukunft aushalten sollte, ihm täglich zu begegnen.
„Du bist ein wunderbarer Mensch“ hatte er ihr gesagt, und in Verbindung mit diesem intensiven Blick aus seinen herrlichen blaugrauen Augen, hatte es sie einfach umgehauen. Ob er mich auch liebt? Sie musste an den Traum denken, und ihr Herz begann zu rasen. War es vielleicht doch Realität? Habe ich es in meinem schläfrigen Zustand vielleicht als Traum interpretiert? Zumindest hat er mich ja ins Bett gebracht. … Aber was, wenn es so wäre? Das macht es doch auch nicht besser …, versuchte sie sich traurig von diesen Gedanken abzubringen.
Diese wirren und deprimierenden Gedanken beiseite schiebend, stand sie endlich auf und ging ins Bad, um sich eine ausgiebige Dusche zu gönnen. Anschließend stieg sie erfrischt und gut gelaunt in ihre Wohlfühl-Klamotten. Der schöne Abend klang in ihr nach und sie wollte sich die Laune nicht weiter mit trüben Gedanken vermiesen. Sie genoss die Leichtigkeit und beschloss erst einmal ein gemütliches Frühstück vor dem Fernseher zu sich zu nehmen, schließlich musste sie den Film ja noch zu Ende gucken. Und danach würde sie Paloma anrufen, um sie zu einem Treffen zu nötigen. Summend ging sie ins Wohnzimmer und wand sich erst mal der Musikanlage zu. Sie legte eine CD ein, und suchte nach einem bestimmten Lied. Abwartend blieb sie stehen und sang schließlich aus vollem Herzen ihre Liebeserklärung an den Mann, in den sie sich verliebt hatte, auch wenn sie diese Liebe wohl nicht leben konnte.

(Adele – Album “21” Lovesong)
Whenever I'm alone with you
You make me feel like I am home again
Whenever I'm alone with you
You make me feel like I am whole again

Whenever I'm alone with you
You make me feel like I am young again
Whenever I'm alone with you
You make me feel like I am fun again

However far away
I will always love you
However long I stay
I will always love you
Whatever words I say
I will always love you
I will always love you

Whenever I'm alone with you
You make me feel like I am free again
Whenever I'm alone with you
You make me feel like I am clean again


Tom hatte tief und fest geschlafen, bis er die sanften Gitarrenklänge vernahm, die sich in sein Unterbewusstsein schlichen. Anfangs war es ihm, als träume er, bis sich die kräftigen Stimmen von Adele und Anna hinzugesellten, und ihn irritiert die Augen öffnen ließen. Er blieb liegen, während er verwirrt die Realität zu erfassen sucht. Vor ihm schärfte sich langsam der Anblick einiger Schalen mit Knabberkram und zwei benutzter Weingläser, und als er seine Augen in Richtung der Gesangsquelle wandern ließ, wurde sein Gedanke, dass er wohl nicht in seinem Bett liege, eindrucksvoll unterstrichen. Da stand Anna, mit dem Rücken zu ihm wiegte sie sich langsam, während sie Adele bei ihren Liebesschwüren unterstützte.
Denkt sie dabei an mich? fragte er sich mit klopfendem Herzen, und gleichzeitig stellte er fest, dass sie, und natürlich auch Adele, ihm wirklich aus dem Herzen sprachen. Am liebsten wäre er aufgesprungen und hätte Anna in seine Arme gezogen, aber sie machte nicht den Eindruck, als hätte sie überhaupt realisiert, dass er da war. Als Anna die CD-Hülle, die sie immer noch in der Hand hielt, auf der Anlage ablegte, und Anstalten machte sich umzudrehen, schloss er schnell die Augen, um den Tag nicht gleich, mit einer für beide Seiten, völlig peinlichen Situation zu beginnen. Er versuchte tief und gleichmäßig zu atmen, und sich schlafend zu stellen, was bei seinem inneren Chaos, das in ihm tobte, eine echte Herausforderung war. Gebannt hörte er, wie Annas Gesang abbrach, und kurz danach auch der Gesang aus den Boxen plötzlich leiser wurde, Anna war nicht mehr zu hören, scheinbar zögerte sie an Ort und Stelle, bevor das leise Rascheln einiger vorsichtiger Schritte zu hören war. Und dann war da wieder diese unwirkliche Stille, nur seinen eigenen Atem konnte Tom vernehmen, und es macht ihn wahnsinnig. Er fühlte fast, wie sie ihn ansah, denn anders konnte er sich die Geräusche, bzw. deren Ausbleiben, nicht erklären. Sie stand vor ihm und sah ihn an, er war sich sicher … , aber dann endlich ging sie eilig in die Küche. Erleichtert stieß er die Luft aus, und entspannte sich wieder ein wenig, während er sich seinen wirren Gedanken stellte, die dringend in gerade Bahnen gelenkt werden mussten.

Auch für Anna war die Situation nicht leicht zu ertragen gewesen. Sie hatte da gestanden und gedankenverloren Adele begleitet, und auch wenn das Lied in ihrer Situation nicht gerade ein Stimmungsmacher war, hatte sie sich gut damit gefühlt. Es hatte etwas vom süßen Leiden der Liebe, das einem gut tat, auch wenn es schmerzte. Mit Musik geht´s doch noch besser, war ihr gerade durch den Kopf gegangen, als sie sich schließlich mit dem Refrain auf den Lippen umgedreht hatte, um ihr Frühstück zu machen,

However far away
I will always …


Der Rest des Refrains war ihr im Halse stecken geblieben. Tom! Er ist noch da! war ihr erster überraschter Gedanke, ehe sie sich schnell wieder zurück gewand und die Anlage leiser gestellt hatte. Ihr Herz hatte seine Aktivität plötzlich von null auf hundert beschleunigt, und erst nach einem Moment, in dem sie die Augen geschlossen und tief durchgeatmet hatte, war sie vorsichtig an das Sofa herangetreten, auf dem der attraktive Mann lag, über den sie sich am heutigen Tag schon so viele Gedanken gemacht hatte. Lächelnd hatte sie ihn gemustert während ihr Herz freudig gegen ihre Rippen pochte, weil sie ihm immer noch nah sein konnte. Erleichtert hatte sie festgestellt, dass er ruhig und tief atmete. Gott sei Dank, er schläft, war es ihr durch den Kopf geschossen, schließlich hatte sie gerade zuvor eine Arie der Liebe in den Raum geschickt. Ihre Augen waren über seinen schmalen Mund, über seine gerade Nase hinauf zu seinen verstrubbelten Haaren geglitten, ehe sie über seine muskulöse Schulterpartie strichen. Er ist wirklich zum Anbeißen, war es ihr durch den Kopf gegangen, und sie hatte das Kribbeln in ihren Händen, das sie drängte ihn zu berühren nur mit Mühe beherrschen können. Letztlich hatte sie sich schnell in die Küche geflüchtet, in der sie nun heftig atmend an die Arbeitsplatte gelehnt stand, und versuchte ihre aufwallenden Gefühle in den Griff zu bekommen. Was mache ich denn jetzt?..., überlegte sie kopfschüttelnd, nur um sich einen Moment selbst zu antworten. „Frühstück, was sonst.“ Was sollte sie auch sonst machen. Sie konnte ja nicht einfach weglaufen, schließlich lag er in ihrem Wohnzimmer; und ihn wecken und rausschmeißen, war ja auch ein bisschen albern … und eigentlich wollte sie ihn doch auch gar nicht loswerden.
Also kochte sie Kaffee, deckte leise, immer bedacht darauf Tom nicht zu wecken, den Tisch, und bereitete zu guter letzt noch ein Rührei zu. Damit war das Frühstück doch perfekt.

Tom hörte indessen gebannt auf die Geräusche aus der Küche und bemühte sich noch unbewegt liegen zu bleiben.
Warum bin ich eigentlich hier?, überlegte Tom, denn dass er von Annas Liebesschwüren geweckt worden war, kam ihm irgendwie ziemlich utopisch vor, aber langsam kehrte die Erinnerung zurück. Ich war zu müde um noch nach Hause zu gehen, rechtfertigte er den Tatbestand, dass er noch da war, wo er eigentlich nicht sein sollte.
Er hatte alle Mühe, in seiner selbst verordneten Bewegungslosigkeit zu verharren, denn sein Hals brannte plötzlich vor Schmerz, und drängte ihn, sich zumindest anders zu positionieren, aber er wollte aushalten bis er in seinen versponnenen Hirnströmen halbwegs Klarheit über die Situation gefunden hatte. Eigentlich hätte er sich ja auch einfach aufsetzen können, aber er suchte nach etwas, was ihm eine Spur von Sicherheit geben konnte, ehe er sich der Situation stellen würde. Irgendwie so was wie einen Plan, was er eigentlich tun wollte. Er brauchte seine ganze Konzentration um ruhig weiter zu atmen, während er das Gefühl hatte, dass Anna sein Herz pochen hören oder zumindest sehen können müsste. Er roch mittlerweile den Kaffee, und er dachte, dass eigentlich jeder Tag so anfangen könne, also damit, dass er noch lag, während ihm ein leckeres Frühstück bereitet wurde, bevor er sich wieder dem vergangenen Abend, und der Frage, warum er hier war, zuwendete.
Denn dass die Müdigkeit nicht der eigentliche Grund war, der ihn in dieser Wohnung fest gehalten hatte, war ihm schnell klar geworden, als er an das Ende des Abends zurück dachte.
Nachdem er Anna in ihrem Zimmer zurück gelassen hatte, war er wieder ins Wohnzimmer gegangen. Eigentlich hatte er nur den Fernseher und die Lichter ausschalten, und dann nach Hause gehen wollen, aber dann hatte er sich doch noch mal auf das Sofa gesetzt um seine Gedanken zu sortieren. Er hatte die die Wärme Annas gefühlt, die immer noch in der zerknüllten Decke hing, und sie seufzend zu sich gezogen, um in dem Gefühl der Nähe zu ihr zu schwelgen. Und da er sich dabei so unglaublich wohl fühlte, und es ihn auch überhaupt nicht in seine eigenen vier Wände zog, hatte er letztlich den Film weiter laufen lassen.
Und dann war es passiert, die Botschaft des Filmes hatte ihn überrannt wie eine Flutwelle. Er hatte versucht sich daraus zu erretten, sich eingeredet, dass es bei ihm ja alles viel schwieriger war, als für die Figuren des Filmes, aber es war ihm nicht möglich gewesen, sich der eigentlich ganz einfachen Wahrheit, und der Bedeutung dessen für sein eigenes Leben, zu entziehen. Die Liebe ging ihren Weg, ließ sich nicht aufhalten oder in Ketten legen, und nahm schon gar keine Rücksicht auf gesellschaftliche Konventionen. Es machte also keinen Sinn sich dagegen zu wehren, vor allem wennn man glücklich sein wollte.
Und als er seine Auflehnung endlich aufgegeben und vor dem grundlegenden Kern der Liebe kapituliert hatte, hatte er sich einfach lang auf das Sofa gelegt, die Augen geschlossen, und war, mit dem festen Vorhaben am nächsten Morgen aktiv zu werden, eingeschlafen.

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mo Feb 11 2013, 08:53

Oh Mann, was für eine Kehrtwendung. Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil. Na gut, zumindest so lange, bis ich den nächsten Teil gelesen habe. Bei Tom weiß man ja schließlich nie. Und Anna - Mensch, ich musste so grinsen, als ich mir vorgestellt habe, wie sie im Wohnzimmer lautstark singend herumtänzelt, während sie neugierig von Tom, den sie noch gar nicht bemerkt hatte - beobachtet wird. Einfach zu komisch ...

Bitte meeeeeeehhhr ...

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mo Feb 11 2013, 09:49

Hi Katha,

so, jetzt ist mir mein schöner Text erstmal abgeschmiert. Also versuche ich noch mal alles zusammen zu kriegen.

Also: Deine FF ist wirklich sehr...ereignisreich (Ich glaube, so kreativ habe ich es vorhin ausgedrückt) Und auch wenn meine AudL-Affinität langsam aber sicher bei 0 ist, so kann ich mich doch nicht von deinen tollen Geschichten trennen. Jetzt, mit einem Jahr Abstand und dem ständigen Gucken einer anderen Serie (kurz GSR) habe ich wirklich keinen großen Bezug mehr als Schreiberling. Auch wenn ich noch meine große FF habe, die ich eigentlich um jeden Preis beenden wollte und auch noch will. Aber ich habe echt einfach den Faden verloren. Es tut mit wirklich sehr leid, dass ich mich so rar gemacht habe, aber nach der Pendler-, und Umzugszeit war bei mir echt schreibtechnisch die Luft raus.


Vielleicht melde ich mich mal mit einem Oneshot wieder. Aber ich denke nicht, dass die Abkürzung dann AnTom, sondern wahrscheinlich eher H&H oder H&M heißt. Vielleicht kann ich meine angestaubte Schreiblust bzw. das Talent zum Schreiben wieder hervorbringen. Aber ich versprech lieber nichts.

LG Staffi...und: Ich bin wieder da!
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~Nicky-Anna..B~

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mo Feb 11 2013, 23:00

man man was für ne süße situation Smile
anna merkt nicht das tom im wohnzimmer liegt singt vor sich hin und tom beobachtet sie I love you
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mo Feb 11 2013, 23:04

Hallo meine liebe Staffi,
ich freue mich sehr, dass du dich mal wieder blicken lässt. Wink Und ich freu mich natürlich auch, dass du meine FF liest. Smile

Ganz ehrlich, ich würde mich über alles freuen, was du schreibst. Auch wenn nicht AnTom drüber steht.
Ich finde ja auch Minis Fantasy-Geschichte super, und ich finde es total schade, dass sich dazu außer mir kaum jemand äußert. Das hätte sie nämlich wirklich verdient. Aber gut, die aktive Beteiligung hier im Forum ist ja leider immer noch relativ gering. Aber ich will nicht meckern, sind ja gerade ein paar aktive Leser hinzu gekommen.
Zurück zu Mini´s Story. Sie ist halt einfach mal verdammt gut geschrieben. Ich finde es interessant vom ganzen Hintergrund, unterhaltsam und total spannend. Smile
Und ich weiß, dass das bei dir auch der Fall ist, wenn du in die Tasten haust. Das hast du ja ausreichend bewiesen.

Also, wenn du Lust verspürst, wozu auch immer, schreib los, und lass mich daran teilhaben. Wink Habenwollen
Was ist GSR und wer sind H & M?
Und wenn nicht ... Dann werde ich schrecklich leiden crying Ne, Quatsch. Dann werde ich das auch überleben, versprochen.

Ich drück dich Süße!!! gib5
LG, Katha


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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mo Feb 11 2013, 23:11

Mini_2010 schrieb:
Oh Mann, was für eine Kehrtwendung. Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil. Na gut, zumindest so lange, bis ich den nächsten Teil gelesen habe. Bei Tom weiß man ja schließlich nie.
LG, Mini
Na, ist doch immer wieder schön, wenn ich euch noch überraschen kann Cool Aber gut, bei Tom weiß man ja nie ... , dann musst du wohl schauen wie es weitergeht, um Gewissheit zu erlangen Razz

@ Nicky:
Mich dürfte man auch nicht beobachten, wenn ich alleine bin und lautstark singe, während ich putze oder so. Aber Anna hat den Vorteil, dass sie´s kann Wink
Aber trotzdem eine ganz schön peinliche Situation würde ich sagen. Obwohl ... Tom war ja noch so schlaftrunken, dass er es noch gar nicht so richtig gepeilt hat.


Liebe Grüße an euch zwei!!!
danke
Katha
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katha

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BeitragThema: "36"   Di Feb 12 2013, 13:57

So, meine Lieben. Hier eine kleine Fortsetzung. Mal sehen was passiert ...
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Oh Gott,was tu ich denn jetzt? ging es Tom, der immer noch auf dem Sofa lag, durch den Kopf, und eine Nervosität, die er noch selten in solch einer Ausgeprägtheit erlebt hatte, ergriff seinen Körper. Dieser agierte, als müsse er sich auf die Flucht begeben. Das Herz raste, seine Atmung wurde flach und das Adrenalin schickte ihm eine Hitzewelle nach der anderen durch den Körper. Vorsichtig öffnete Tom die Augen, in diesem Zustand würde er es sowieso nicht mehr aushalten, still liegen zu bleiben und irgendwann musste er sich ja sowieso mal regen. Er stützte sich langsam auf, und da schoss der Schmerz gleich wieder durch seinen Nacken. „Au!“ rief er aus, während er sich die Hand in den Nacken legte, und versuchte den Kopf zu bewegen. Offensichtlich war das Sofa nicht so bequem, wie es ihm abends vorgekommen war. Ein Gutes hatte der Schmerz allerdings. Er lenkte Tom von seinen überfordernden Gefühlen ab.
„Hey, Guten Morgen!“ klang es da aus der Küche, und da Tom den Kopf nicht einfach drehen konnte, wendete er umständlich den ganzen Körper Richtung Esstisch und lächelte gequält. „Guten Morgen!“ grummelte er vor sich hin. Anna saß am Tisch und hielt eine Tasse Kaffee in der Hand, und Tom fragte sich, wie lange sie ihn wohl schon im Visier hatte, was ihm sein rasendes Herz wieder in Erinnerung rief. Anna hob die Tasse in die Höhe. „Auch einen?“ Tom starrte sie eine ganze Weile unbewegt an, denn da waren sie wieder präsent, seine Fluchtreflexe, denen er sich mit aller Macht entgegenstellen musste, um nicht einfach aufzuspringen und wegzulaufen. „Also?“ fragte Anna mit geneigtem Kopf. „Kaffee, Herr Lanford?“ Er nickte schließlich, wenn auch nicht sehr überzeugend. „Vielleicht auch Frühstück? Es wäre fertig.“ Anna zeigte präsentierend auf den Tisch. Tom nickte abermals. Er erhob sich und bewegte sich, mit der Hand immer noch seinen steifen Nacken stützend, auf den Tisch zu. Er setzte sich ihr gegenüber und suchte nach den ganz einfachen Worten, die man morgens üblicherweise so benutzte. „Hast du gut geschlafen?“, oder, „Oh super, Frühstück!“ oder ähnliches, hätte wohl gepasst, aber nichts davon kam ihm in den Sinn. Stattdessen griff er wortlos nach der Kaffeetasse, die Anna ihm in der Zwischenzeit hingestellt hatte, und diese Bewegung rief sogleich ein erneutes schmerzverzerrtes Gesicht hervor. „War wohl nicht so erholsam auf dem Sofa?“ fragte Anna, die so langsam ein wenig verunsichert war, obwohl es sie irgendwie auch amüsierte wie Tom daher kam. Ein Morgenmuffel also, ging es ihr durch den Kopf, als Tom immer noch schweigsam den Versuch startete den Kopf zu schütteln, was aber keine gute Idee war. „Entschuldige, mein Nacken. ... Ich habe wohl schief gelegen.“ sagte er endlich, und Anna war froh, dass Tom seine Sprache nicht komplett verloren hatte. Und schon sprang sie auf und verließ den Raum, was Tom völlig irritierte. Warum läuft sie denn jetzt schon wieder weg? durchschoss es ihn panisch, aber da kam sie auch schon zurück. Sie hatte ein Kissen in der Hand, das sie mit sicheren Griffen in der Mikrowelle platzierte. Als Tom sie gerade völlig perplex anschaute, und zur Frage ansetzte, was sie da tat, prustete sie laut los. Verschlafen mit Druckstellen im Gesicht und völlig verwuschelten Haaren, einem schief geneigtem Kopf und einem riesigen Fragezeichen im Gesicht, sah er wirklich zum Piepen aus. „Kirschkernkissen, zum Wärmen.“ Sagte sie, als er sie völlig zerknirscht anschaute. Aber das half ihm scheinbar immer noch nicht weiter. Erst als sie das Kissen aus dem Gerät nahm und damit auf ihn zukam, verstand er was sie damit wollte. Anna trat hinter ihn und legte das Kissen auf seine Schulter, während sie mit der anderen Hand sanft über seinen Nacken strich und fragte, „Wo tut es denn weh?“ Sie begann den Nacken zu massieren und Tom lief sofort ein Schauer über den Rücken. „Das tut gut“ seufzte er auf, und wünschte sich, dass es nie aufhören, sie ihre Hände nie wieder von ihm nehmen würde. Und auch Anna genoss es Tom endlich berühren zu können. Seine Haut war weich und warm, und sie sog heimlich seinen Duft ein, der noch einen schwachen Touch seines Parfüms trug. Toms Adrenalin, oder vielleicht auch einfach das Testosteron, sendete eine neue Hitzewallung durch seinen Körper, und er wusste dass er handeln musste, bevor er Dinge tun würde, für die er sich später schämen, oder schlimmer noch hassen würde, weil sie unter Umständen jede Chance zerstören würde, das hier zum richtigen Ausgang zu führen. Wann, wenn nicht jetzt? Ging es ihm durch den Kopf. Er griff unter Schmerzen nach Annas Hand. „Stop Anna, nicht … .“ Dann zog er sie um sich rum und dirigierte sie auf den nächsten Stuhl. Er sah ihr tief in die Augen, während sein Mund in Windeseile austrocknete, und sein Kopf plötzlich wie leergefegt war. Was wollte er noch gleich? Er schüttelte sich, versuchte wieder zu klaren Gedanken zu finden, Mann, jetzt reiß dich zusammen. Du hast schon zig Pressekonferenzen und Ansprachen überstanden, dann wirst du das hier doch auch noch schaffen. Sein Herz klopfte so laut, dass es seine Gedanken, die versuchten die Worte zu einem sinnvollen Satz aneinander zu reihen, scheinbar übertönte. Sein sonst so analytisch denkendes Hirn, wollte einfach nicht funktionieren.
Anna schaute ihn irritiert an, und er war sich sicher, dass er auch Angst hinter ihrer Verwirrung aufblitzen sehen konnte, und er suchte weiter verzweifelt nach einem Anfang. Er setzte zu sprechen an, klappte den Mund aber unverrichteter Dinge wieder zu, und Anna saß ihm wie ein Kaninchen gegenüber, das der sie bedrohenden Schlange starr ins Gesicht schaute. Eben noch, hatte sie es so genossen ihn berühren zu können, hatte sie sich so gefreut, ihn auch an diesem Morgen noch bei sich zu haben. Und jetzt? „Anna, ich muss mit dir reden. Das geht so nicht weiter,“ sagte Tom endlich. Anna war es, als drangen die Worte aus weiter Ferne zu ihr, was vermutlich daran lag, dass es in ihrem Kopf rauschte, als stände sie inmitten der stürmischen See. Am liebsten hätte sie sich die Finger in die Ohren gesteckt und ein monotones „Bum, Bum, Bum, Bum…“ vor sich hin gesungen, um die Worte abzuwehren, die mit Sicherheit aus seinem Mund kommen würden. Worte, die sie bestimmt nicht hören wollte, weil sie ihre innersten Wünsche zerstören würden, die diese wunderbaren Stunden, die sie mit ihm verlebte hatte, zunichte machen, und ihr die Zukunft unendlich schwer machen würden. Aber während sie gebannt auf seinen Mund starrte und darauf wartete, dass er sie auf ihre berufliche Beziehung, und die Unmöglichkeit einer Aufrechterhaltung einer solchen Nähe zueinander hinwies, hörte sie plötzlich völlig klar ein Geräusch, was so gar nicht zur Situation passte und sie aufschrecken ließ. Ihr Blick huschte zur Wohnungstür, und ihre Angst vor Toms Worten fiel in sich zusammen wie ein Kartenhaus. „Scheiße“ entfloh es ihren Lippen, und sie hatte plötzlich ganz andere Dinge im Kopf. Sie lenkte ihren Blick zurück zu Tom, der gerade nach einer kurzen Pause erneut zu sprechen beginnen wollte, sie aber jetzt mit hochgezogenen Augenbrauen musterte. „Es tut mir leid, aber du musst ganz schnell gehen.“ Sie sprang auf und lief ins Wohnzimmer, riss unter den völlig perplexen Blicken Toms seine Jacke von der Heizung und griff sich seine Schuhe, die vor dem Sofa standen. Dann griff sie nach ihm, und zog ihn eilig hinter sich her. Tom wusste gar nicht wie ihm geschah. Gerade wollte er sich erklären, hatte er sich endlich gezwungen zu reden, und nun wurde er in den Flur gezogen, und vor die Tür gesetzt.
Anna drückte ihm gerade noch seine Klamotten in den Arm, bevor sie auch schon die Tür wieder schließen wollte. Einen kurzen Sekundenbruchteil hielt sie inne, schaute ihm mit leichter Panik in die Augen und sagte schnell. „Ich melde mich später bei dir.“ Die Tür fiel ins Schloss und Tom stand da und starrte auf das Holz vor sich, was auch das Brett vor seinem Kopf hätte sein können. Er war nämlich völlig ahnungslos was passiert war. „Anna, was … „ hatte er noch angesetzt zu fragen, aber sie hatte ihm keine Chance eingeräumt Klarheit über die Situation zu erlangen.

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Zuletzt von katha am So März 10 2013, 22:23 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Di Feb 12 2013, 14:47

Auweia, da sind wohl Armin und Susanne wieder in den heimischen Gefilden angekommen. Na wie genial ist das denn. Da waren die beiden gerade soweit und dann muss diese Störfaktor auftauchen. Na hoffentlichv ersteht Tom das jetzt nicht falsch. Wäre zumindest nicht wirklich angenehm.

Bin gespannt auf die Fortsetzung.

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Di Feb 12 2013, 17:32

Ja, irgendwie eine üble Geschichte, da will er mit ihr Reden und plötzlich steht er ohne Erklärung, und ohne Schuhe vor der Tür.
Aufklärung kommt, ... früher oder später

LG, Katha

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BeitragThema: "37"   Do Feb 14 2013, 10:38

Juchuu, meine Lieben,
ich denke, dieser Teil wird euch gefallen . Viel Spaß dabei!
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Tom schüttelte den Kopf, Was ist denn jetzt los? Warum schmeißt sie mich raus? Nur weil ich mit ihr reden wollte? Er war völlig ratlos, aber als er an sich herab sah, seine Jacke und seine Schuhe noch immer im Arm, spürte er auch Wut in sich aufsteigen. Das hatte er nun wirklich noch nicht erlebt, und wohl auch nicht verdient; rausgeschmissen zu werden und in Socken vor verschlossener Tür zu stehen. Er fühlte sich völlig lächerlich gemacht. Ich wollte doch nur … , versuchte er erneut, die Situation zumindest vor sich selbst zu klären, aber da hörte er plötzlich Geräusche und Stimmen aus der Polaukschen Wohnung, die ihm zumindest eine Ahnung davon verliehen, was Anna so hatte aufschrecken lassen. Es rummste laut, und dann hörte er aus der Ferne eine wütende Männerstimme. Er reimte sich zusammen, was da undeutlich aus der Wohnung drang. „Ach, schau mal an. Dein Töchterchen ... tatsächlich aufgestanden. Wahrscheinlich ... Schönheitsschlaf unterbrochen. Und du dachtest, sie vergeht hier vor Einsamkeit. ... Wir machen uns auf, ... beschissenes Wetter, und sie ... . ... , ich danke dir für das schöne Weihnachten ....“ „Frohe Weihnachten!“, hörte er Anna da sagen, offensichtlich ein Versuch der Besänftigung oder zumindest einer Unterbrechung, aber schon ging es weiter. Wüste Beschimpfungen, deren Intention auch ohne Kenntnis des genauen Wortlautes ganz klar erkennbar waren, wurden durch die Wohnung geschickt. Anna wurde gerade richtig zusammen gestaucht. „Mist, und alles nur wegen mir … ," brabbelte Tom vor sich hin. Er überlegte hektisch was er tun sollte. Konnte er sie wirklich alleine lassen? Aber wahrscheinlich würde er es nur noch schlimmer machen, wenn er sich einmischen würde, sonst hätte Anna ihn ja nicht vor die Tür gesetzt. Tom ließ seine Schuhe auf die Fußmatte fallen, und zog sich erst einmal fertig an. Nach nochmaligem Zögern, zwang er sich schließlich mit schlechtem Gewissen das Haus zu verlassen.
Aber auf der Straße angekommen, blieb er erneut stehen. Er fühlte sich total schlecht damit, Anna so zurück zu lassen, und er ärgerte sich auch über diese Unterbrechung, wo er sich doch endlich dazu durchgerungen hatte, mit ihr zu reden. Hätten sie nicht ne halbe Stunde später kommen können, fragte er sich gefrustet, dann wüsste ich jetzt wenigsten wo ich dran bin. Und seine freche Stimme, die sich ja in letzter Zeit öfter mal einmischte, fügte hinzu, und sie hätten euch unter Umständen in flagranti erwischt, was die Situation für Anna bestimmt völlig entspannt hätte. Sein Gesicht verzog sich ironisch, als er dann doch losging, um sich zu seiner eigenen Wohnung zu begeben. Aber sogleich stockte er wieder. Wie will sie sich eigentlich bei mir melden? tauchte schon wieder ein ihn ärgernder Gedanke auf, denn sie hatte seine Telefonnummer gar nicht. Na ja, das war wohl das kleinste Problem. Er würde ihr einfach irgendwann einen SMS schreiben, und fragen ob alles in Ordnung ist. Zumindest zufrieden mit diesem Vorhaben, wollte er erneut seinen Weg aufnehmen, als er gerade ein ziemliches Donnern aus der Goldelse hörte. Er stand nämlich genau davor. Es hörte sich an, als ob jemand die Treppe herunterpolterte, und schon waren auch hier die Stimmen nicht zu überhören, die er eben im Haus gehört hatte. „… und dann verwüstest du auch noch die Goldelse, und hast es nicht mal nötig aufzuräumen.“ hörte er die männliche Stimme, die ganz offensichtlich Annas Stiefvater gehörte. „Jetzt krieg dich mal wieder ein. Ich mach das sofort, oder hast du Angst, dass ich das nicht hinbekomme? Ich glaube, ich habe hier lang genug deine Putzfrau gespielt um zu wissen wie´s geht.“ hörte er Anna. Na, sie kann ja ganz schön krabitzig werden, ging es Tom schmunzelnd durch den Kopf. Jetzt polterte eine zweite Person die Treppe herab. „Mein liebes Fräulein, jetzt sei mal nicht so frech…“ „Armin,“ mischte sich eine dritte Stimme ein, die dann wohl nur noch Annas Mutter gehören konnte. „Jetzt lass sie doch in Ruhe. Ist doch gut, wenn sie sich einen schönen Abend gemacht hat.“ Armin schien kurz vor einem Ausraster zu stehen, denn seine Stimme überschlug sich fast, als er nach einem kurzen Moment seine Frau anschrie. „Du halt dich daraus. Sich einen schönen Abend gemacht? Auf unsere Kosten sage ich da nur. Unseren besten Wein hat sie getrunken. Mit wem eigentlich? Bestimmt wollte dein einsames Töchterchen einen Typen beeindrucken, mit dem sie sich dann durch ihr Bett gewälzt hat. Anna hat mit Sicherheit keinen Gedanken an dich verschwendet." Er zeigte auf sie, "Der ist es doch total egal, was mit uns ist. Hauptsache, sie hat ihren Spaß! Genau, wie sie uns hier einfach im Stich lässt, um ihren Traum zu verfolgen. Naiv ist sie ist; naiv und völlig egoistisch.“ Tom stand immer noch neben dem Fenster der Else, und mittlerweile ballte er vor Wut sein Hände zusammen, so dass die Knöchel weiß hervortraten. Wie kommt dieser Mensch dazu so von Anna zu sprechen, sie ist doch nicht seine Leibeigene, schoss es ihm durch den Kopf.
„Ja, ich habe deinen besten Wein getrunken, und ich bin sicher, dass du es verschmerzen kannst, schließlich hast du ja jahrelang auf meine Kosten gespart. Du glaubst doch nicht, dass irgend jemand anderes meinen Job für so einen Hungerlohn gemacht hätte. Und was deinen Wein anbelangt, ... da hast du doch eh deine besonderen Quellen, so dass es dich nicht umbringen wird. “ Tom schmunzelte erneut, Anna wusste sich zu wehren, das gefiel ihm, aber trotzdem wollte er sich das nicht länger mit anhören, er musste einfach irgend etwas tun.
Entschlossen trat er an die Tür der Goldelse und drückte die Klinke herab. Natürlich war abgeschlossen, aber Susanne, die immer noch auf der Treppe weilte, und ängstlich den kurz vor der Eskalation stehenden Streit zwischen Anna und Armin verfolgte, registrierte diese Bewegung sofort und erkannte ihn durch das Sichtfenster der Tür. Schnell überdachte sie die Situation, und kam zu dem Schluss, dass den beiden Streithähnen eine Unterbrechung nur gut tun konnte, also schritt sie die Treppe herunter und öffnete die Tür. Tom trat herein und schaute sich erstaunt um, und gerade wollte er etwas sagen, als sich schon Armin vor ihm aufbaute, so dass er ihn abwartend anschaute. Der hatte mit wutverzerrtem Gesicht vor Anna gestanden, als er am Rande mit bekam, dass jemand den Raum betreten hatte. Mit Mühe hatte er sich zurückgehalten Anna, die seiner Meinung nach, passende Antwort zu geben, und war sofort herangeeilt um den Eindringling schnell wieder los zu werden. Aber dann erkannte er wer da stand, und riss sich zusammen. „Herr Lanford, was kann ich für sie tun? Wir haben eigentlich geschlossen.“, sprach er ihn an. Es war kaum zu überhören, dass er alle Energie aufbringen musste, um seine Stimme halbwegs freundlich klingen zu lassen. Tom ließ sich aber nichts anmerken. Er warf ein freundliches "Guten Morgen," in den Raum, und schaute sich kurz um, sah von Fr. Polauke zu ihrer Tochter, die ihn mit aufgerissenen Augen beobachtete, und wendete sich dann wieder dem Chef des Hauses zu. „Oh äh, das tut mir leid. Ich habe gerade einen kleinen Spaziergang gemacht, und als ich hier vorbeikam, dachte ich, ich könnte vielleicht einen Kaffee trinken und mich nochmal bei ihnen bedanken. Die Weihnachtsfeier bei ihnen war wirklich ein voller Erfolg. Meine Angestellten, und vor allem mein Vater waren sehr angetan von dem Abend.“ Er lächelte Armin förmlich zu, und dieser trat betreten auf der Stelle. Auch wenn er sich gerade viel lieber sein Töchterchen zur Brust genommen hätte, hatte er genug Geschäftssinn, um sich freundlich zu zeigen. Schließlich wären Folgeaufträge ja durchaus lohnenswert. „Das freut mich außerordentlich Herr Lanford, dann hoffe ich, dass wir sie bald wieder bei uns begrüßen dürfen.“ Er ging einen Schritt auf Tom zu, wollte ihn damit offensichtlich auf halbwegs höfliche Weise zur Tür hinaus komplementieren, aber Tom ignorierte seinen Vorstoß einfach und blieb stehen. Er nickte ihm zu. „Ich kann mir vorstellen, dass das so sein wird.“ Dann wand er sich, über die Schulter Armins hinweg, Anna zu, die sich immer noch nicht vom Fleck gerührt hatte. Sie starrte ihn immer noch an, und betete, dass er ja nicht durchblicken ließ, dass sie den Abend zusammen verbracht hatten. „Anna, wo ich dich gerade sehe. Wir haben am Freitag ganz vergessen über den Vertrag zu sprechen. Wenn du nichts dagegen hast, könnten wir das vielleicht gleich machen?“ Anna schlug sich die Hand vor den Mund, während sie ihm innerlich für seinen Auftritt dankte. „Ja, du hast recht. Der liegt oben in meinem Zimmer. Ich hole ihn gleich runter.“ Tom grinste in sich hinein, er wusste wo der Vertrag lag, er hatte ihn abends zuvor auf ihrem Nachttisch liegen sehen, aber das war ihm eigentlich auch total egal. Anna ging gerade an ihm und Armin vorbei zur Treppe, als er sie am Arm antippte, und kurz wartete bis sie sich umdrehte. „Und wenn du Lust und Zeit hast, könnte ich dir auch die Räumlichkeiten zeigen, in denen du demnächst arbeiten wirst." Er lächelte sie an, und Anna war völlig verzückt. Er machte das großartig. „Ja natürlich. Sehr gerne.“, sagte sie begeistert, und während Susanne interessiert die Schwingungen zwischen den beiden jungen Menschen registrierte, platzte Armin, der völlig unberücksichtigt dabei stand, die Hutschnur. „Herr Lanford, dass alles fällt ihnen am ersten Weihnachtstag ein? Und warum duzen sie meine Tochter eigentlich? Ist das bei ihnen in der Firma so üblich?“ Tom wendete sich mit skeptischem Blick dem Mann zu, der ihn da ziemlich unverschämt von der Seite anmachte, während er ein gefährlich dahin gezischtes „Ich bin nicht deine Tochter“ aus Annas Richtung hörte. Halt die Klappe, dachte er nur, und warf ihr einen kurzen Seitenblick zu, der ihr klar machen sollte, dass er sich schon darum kümmern würde. „Wir sind ein Familienunternehmen, und es lässt sich doch viel besser arbeiten, wenn eine vertrauensvolles Verhältnis zwischen den Kollegen und Kolleginnen besteht. Daher duzen wir uns," rechtfertigte er sich, dann zog er pikiert eine Augenbraue in die Höhe und fügte hinzu. "Und außerdem denke ich auch, dass Anna alleine entscheiden kann, ob ihr das recht ist.“ Tom blieb bei seiner ruhigen und höflichen Art mit Armin zu reden, auch wenn sein Ton mittlerweile etwas abgekühlt war. Und es war ihm eine Genugtuung zu spüren, dass dieser Idiot kurz vor der Explosion stand. Sollte er doch. Er würde Anna mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln schützen.
Armin hatte die Hände zu Fäuste geballt, am liebsten hätte er diesem Schnösel eine reingehauen, aber er konnte sich gerade noch so beherrschen. Selbstgefälliges Arschloch, wütetete er innerlich, als er barsch auf Toms Ansage reagierte. „Anna hat leider gar keine Zeit. Sie hat hier noch zu tun. Und dann müssen wir ja auch noch einiges regeln, da sie uns ja demnächst nicht mehr als Arbeitskraft zur Verfügung steht.“ Armins Stimme wurde zunehmend sarkastisch, was klar machte, das letzteres wohl eine klare Anklage an Lanford war, die es wagten ihm seine billigste Arbeitskraft abspenstig zu machen. Aber da schritt Susanne ein, die langsam eine Ahnung hatte, was da gerade ablief. Sie hielt abwartend die Hand auf. „Herr Lanford, geben sie mir doch ihre Jacke. Ich schlage vor, ich mache ihnen jetzt einen Kaffee. In der Zwischenzeit kann Anna hier noch aufräumen, und wenn sie dann Lust hat und sie begleiten möchte, können wir uns um die anderen Dinge bestimmt auch später noch kümmern, oder Armin? Das bekommen wir doch hin.“ Sie warf ihrem Mann einen drohenden Blick zu, der sie konsterniert anstarrte. Wie kam seine Frau dazu, ihm so in den Rücken zu fallen. Er war so überrascht, dass er tatsächlich für einen Moment seine Sprache verlor. Anna hingegen, warf ihrer Mutter einen fragenden Blick zu, und vernahm ein leichtes aufforderndes Lächeln auf ihrem Gesicht. Sie setzte also ein entschuldigendes Lächeln auf, und sagte zu Tom gewand. „Ich habe leider nach meinem gestrigen Weihnachtsessen noch nicht aufgeräumt ..., wenn du so lange noch Zeit hast … ?“ Armin sah mit offenem Mund von Susanne zu Anna, und drehte sich schließlich mit einem wütend dahin gezischten, „Natürlich, wie die Frauen Polauke wollen.“ um, und polterte die Treppe hoch. Tom und Anna lächelten sich zufrieden an, und für einen Moment blitzte ein Strahlen in ihren Augen auf, das Susanne wissend von einem zum anderen sehen ließ. Sie nahm die Jacke und hängte sie an der Garderobe auf, bevor sie hinter die Theke ging und die Kaffeemaschine anmachte. Dann sah sie Anna mit einem verschwörerischen Lächeln an, „Anna dann mach schnell den Laden fertig und lass Herrn Lanford nicht so lange warten. Du machst ihm den Kaffee, wenn die Maschine heiß ist? Ich gehe schon mal hoch.“ Ihre Mutter hatte die Situation schon wieder durchschaut, da war sich Anna sicher, als sie ihr einen dankbaren Blick zuwarf. Sie antwortete schnell, „Sicher Mama, mache ich,“ und damit ließen die beiden Frauen Tom stehen, und eilten in unterschiedliche Richtungen davon.
Tom setzte sich mit einem mehr als befriedigenden Gefühl an die Theke und beobachtete Anna durch die Durchreiche, wie sie mit sicheren Handgriffen das Ergebnis ihrer gemeinsamen Kochaktion beseitigte. Als die Wohnungstür oben ins Schloss gefallen war, beugte er sich vor und fragte leise. „Kann ich dir helfen?“, aber Anna schüttelte lächelnd den Kopf. „Danke, geht am schnellsten, wenn ich es alleine mache, und außerdem macht dich Armin einen Kopf kürzer, wenn er dich in unserer Küche sieht.“ Tom grinste wissend, „Na dann habe ich ja nochmal Glück gehabt, dass er heute erst wieder gekommen ist.“ Anna nickte. Sie trat hinter die Theke und stellte Tom den zweiten Kaffee an diesem Tag vor die Nase. „So, zweiter Versuch. Ich hoffe, diesen kannst du austrinken,“ sagte sie mit hochrotem Kopf, und wand sich schnell wieder um. „Ich bin gleich fertig.“

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Do Feb 14 2013, 12:08

Puuuuuuh, ... jetzt hab ich aber gefühlte fünf Minuten die Luft angehalten. Armin ist ja mal wirklich das A-loch in Persona. Und Tom? Ich könnte mich bekringeln, mit welcher Gelassenheit er ihm den Wind aus den Segeln nimmt. Leider kann Armin ja mit ihm nicht genauso umspringen wie mit Anna. Wäre schließlich schade um das schöne viele Geld, was Lanford ihm einbringen würde. Konnte mir richtig vorstellen, wie er mit seiner Beherrschung kämpft. Und dann Susanne, die alles wieder graderückt. In diesem Part hat sie mir wirklich sehr gut gefallen. Eine starke Frau, die weiß, was sich gehört ...

Klasse geschrieben, meine Süße ... und ich freu mich natürlich wie immer auf mehr ...

LG, Mini
P.S. Ich grinse immer noch ...

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Do Feb 14 2013, 14:16

Danke meine liebe Mini,
dachte ich mir doch, dass dieser Teil ankommt.
Über Armin müssen wir ja wohl nicht mehr reden, oder? Und Susanne, ja scheint so, als habe auch sie so langsam die Faxen dicke, und kümmert sich mal um ihr Töchterchen.
Aber Tom hat das schon gut hinbekommen. Ist halt ganz schön cool der Typ, ... zumindest manchmal.

Ja, ja, mal sehen, was die beiden noch so mit dem Tag anfangen.

LG, Katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Fr Feb 15 2013, 01:34

super teile, bei dem vorletzten teil musste ich schon ein wenig lachen (was auch schmerzhaft ist, da am mittwoch meine weißheitszähne gezogen wurden -.-)
beide sehnen sich, berühren zu können, dann haben se die möglichkeit und dann stopt tom alles... dann wollte er mit ihr reden aber anna musste ihn kurzerhand raus schmeißen da ihre eltern wieder kamen.
ich hatte echt angst um anna so wie armin mit ihr umgegangen is Surprised
gott sei dank hatte tom alles mit bekommen und ist nicht gleich nachhause sondern is noch mal rein .... armin könnte ich echt zum mond scheißen Evil or Very Mad
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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Fr Feb 15 2013, 06:38

Guten Morgen Nicky,
ohh, Weisheitszähne raus. Na hoffentlich geht es dir bald besser. Embarassed Aber was weg ist, kann dann auch nicht mehr weh tun. Ich habe auch keine mehr, und ich muss sagen, ich vermisse nichts. Wink

Und ich bin krank, müsste noch gar nicht aufstehen, und bin aus dem Bett gefallen. So´n Mist, aber irgendwie kann ich nicht mehr schlafen. Mad Aber egal, dann lege ich meinen Dröhnkopft halt in zwei Stunden wieder hin ... Rolling Eyes

Das mit dem Rausschmiss war schon ganz schön gemein, oder? Aber da Armin ja eh kurz vorm Explodieren stand, war das wohl tatsächlich eine notwendige Maßnahme zum Eigenschutz. brav

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Fr Feb 15 2013, 16:08

hey katha,

bin auch echt froh das sie raus sind, aber die schmerzen sind echt scheiße -.-
ich hatte auch wieder keine gute nacht hinter mir

dann mal gute besserung für dich das du bald wieder gesund wirst Wink
da sind wir so gesehen beide krank Embarassed

ja das war schon gemein von anna aber vestänlich hätte ich auch so gemacht..
aber jetzeist ja für nen moment alles im grünen bereich ..
freue mich auf neuen lesestoff
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BeitragThema: "38"   Fr Feb 15 2013, 22:41

So, da habe ich mal wieder ein kleines Schmankerl für euch.
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Eine halbe Stunde später verließen Anna und Tom die Goldelse. Anna grinste Tom befreit an. Eine dreiviertel Stunde zuvor hätte sie niemals geglaubt, dass sie das Haus nochmal an einem Stück verlassen würde, und vor allem nicht so schnell. Aber sein Auftritt war einfach grandios gewesen, und nachdem sich auch Susanne noch geschickt auf ihre Seite geschlagen hatte, war sie befreit von ihrem Tyrann. Zumindest für den Augenblick, aber so langsam wurde ihr bewusst, dass sie sich in Zukunft lange nicht mehr soviel gefallen lassen musste, wie bisher, auch wenn das wohl heftige Kämpfe bedeuten würde. Aber schlussendlich, was hatte sie zu verlieren? Wenn es ganz schlimm kam, würde sie halt ausziehen, was mit dem Gehalt, das in ihrem Vertrag festgeschrieben stand, den sie eben noch eilig in die Tasche gesteckt hatte, durchaus funktionieren sollte. Vielleicht sollte ich die Lanfords für den Friedensnobelpreis vorschlagen. Zumindest meine Lebenssituation scheinen sie gerade extrem zu verbessern, ging es ihr amüsiert durch den Kopf, als sie Tom einen Moment intensiv musterte.
„Lass uns schnell hier verschwinden, bevor Armin mich doch noch zurückpfeift.“ sagte Anna, und so liefen die beiden jungen Menschen ein ganzes Stück in eiligen Schritten die Straße entlang, bis Tom stehen blieb und Anna zurück hielt. Leicht außer Atem kam sie zu Stehen und schaute ihn mit einem strahlenden Lächeln in die Augen. Für einen kleinen Moment schien die Welt stehen zu bleiben, und beide spürten wie sie von einer kaum zu bremsenden Aufregung erfasst wurden. „Danke, Herr Lanford.“ sagte Anna schließlich, und fügte in Gedanken hinzu. Es gibt ihn also doch, den Prinzen in der schimmernden Rüstung, der mich errettet. Tom grinste, und Anna konnte ihm ansehen, dass es ihm Spaß gemacht hatte, ihr zur Hilfe zu eilen. „Gern geschehen.“ Anna schüttelte, wie bereits am Abend zuvor, ungläubig den Kopf. „So langsam bekomme ich eine Ahnung, warum du als eiskalter Geschäftsmann beschrieben wirst.“ Tom´s Kopf zuckte mit hochgezogenen Brauen ein Stück zurück. „Wer beschreibt mich so?“ Anna verzog spöttisch den Mund, „Als ob du das nicht wüsstest. Die Presse halt.“ Tom nickte belustig. „Und, glaubst immer was in der Presse steht?“ Anna legte den Kopf schief und schaute ebenfalls amüsiert. „Ne, eigentlich nicht, aber zum einen liegt meist doch ein Funken Wahrheit in dem was sie schreiben, zum anderen scheint dir der Erfolg recht zu geben, denn soweit ich weiß, steht Lanford recht gut da. Und außerdem machst du das wirklich gut. Cool, gelassen, ohne eine Regung zu zeigen, erzählst du den Leuten, was dich deinem Ziel näher bringt, und manipulierst sie dabei, ohne dass sie es merken. Ganz schön gerissen.“ Toms Mimik wurde irgendwie unbestimmt. "Aha, so siehst du mich also," sagte er nüchtern. Der Ton Annas ließ zwar vermuten, dass sie ihre Worte eher anerkennend meinte, aber war das wirklich ein Kompliment? Ja, im Geschäftlichen war er schon durchaus effektiv mit seiner Art und Weise des Vorgehens, und das ohne dass er lange über sein Handeln nachdenken musste. Er war einfach so, … aber im Privaten. Er wollte nicht, dass Anna glaubte, dass er ihr was vormachte, … obwohl, … genau das hatte er bei den letzten Begegnungen getan. Ihr was vorgemacht, auch wenn ihm das weit schwerer gefallen war und vermutlich auch viel weniger überzeugend gewesen war, als im Berufsleben. Aber irgendwie schämte er sich jetzt dafür, und hatte somit noch einen Grund mehr, endlich mit der Wahrheit rauszurücken, was ihn sogleich wieder zu seinem morgendlichen Plan und vor allem zu seiner nervenzerreißenden Aufregung zurück brachte. Anna bestätigte Toms Annahme mit einem wissenden Grinsen, und betrachtete einige Zeit sein nachdenkliches Gesicht, ehe sie entschied, dass sie lange genug darum gestanden hatten. „Und wo geht es lang?“ Tom sah sie irritiert an, er musste erst mal wieder aus seinen Gedanken auftauchen. Er hatte keine Ahnung wo Anna hinwollte. Da grinste sie spitzbübisch. „Du wolltest mir das Atelier zeigen?“ Toms erwartungsvoller Blick fiel in sich zusammen. „Jetzt sofort?“ fragte er, und konnte dabei nicht vermeiden, dass seine Unlust offensichtlich wurde. „Hast du mich nicht deshalb mitgenommen? ... Und weil du den Vertrag noch mit mir durchgehen wolltest?“ fragte Anna völlig ernst zurück, und konnte sich kaum noch halten. Auch sie hatte gerade gar keine Lust sich mit irgendeinem Vertrag rumzuschlagen, davon mal abgesehen, dass ihr schon ganz schwummerig war vor hunger, aber sie konnte die Gelegenheit Tom ein wenig zu ärgern, doch nicht einfach vorbei ziehen lassen, dafür war sie in viel zu alberner Stimmung. Sie fand es nämlich ganz wunderbar, was da eben passiert war. Tom trat auf der Stelle und wiegte einen Moment seinen Kopf hin und her. Na ja, sie hat ja recht. Das habe ich gesagt, aber doch nur um sie aus der Goldelse weglotsen zu können. Ich hätte ja schlecht sagen können, dass ich sie mitnehmen will um … . Er schmunzelte bei dem Gedanken, der ihn da ereilte und pfiff sich schnell zurück. „Na gut, den Vertrag gucken wir uns bei einem leckeren Frühstück," er schaute kurz auf seine Uhr, "na ja, sagen wir Brunch an, zu dem ich dich jetzt einlade, und danach gehen wir zu Lanford,“ sagte Tom entschlossen, und zog sie mit sich. Er zeigte in die nächste Querstraße, „Da hinten ist ein gemütliches, kleines Café. Hoffentlich haben sie auf.“ Anna folgte ihm hektisch, denn er legte einen ziemlich entschlossenen und flotten Gang vor, und sie betete, dass sie gleich endlich zu ihrem wohlverdienten Milchkaffee mit dazugehörigem Rührei-Brötchen käme, auf das sie sich doch schon Zuhause gefreut hatte.

Gott sei Dank hatte das Café geöffnet und es war auch noch reichlich Platz. Offensichtlich absolvierten die anderen Berliner alle ihre familiären Stipvisiten, die Weihnachten so üblich waren. Lachend hatten Anna und Tom den Raum betreten, und einen Tisch in Nähe des Fensters ergattert. Anna zog ihre Jacke aus und ließ sich auf ein einladendes Sofa plumpsen, während sie sich umsah. Das Café war klein, hatte nur wenige Tische zu bieten, die stilmäßig nicht wirklich zueinander passten, aber gerade das und die bunt zusammengemixte Deko machten es wohl aus, das es irgendwie hip aber gleichzeitig total gemütlich war. Wieder mal war Anna von Tom überrascht. Dass er sie hier her gebracht hatte gefiel hier. Gut, das Café lag gerade auf dem Weg, aber offensichtlich kannte er es, obwohl es sicherlich kein Etablissement für die Reichen und Schönen der Stadt war, und außerdem hätte er auch genausogut ein Taxi herbeizitieren, und mit ihr sonst wohin fahren können.
„Gefällt mir,“ sagte Anna lächelnd. „Essen ist wirklich eine ganz hervorragende Idee." Ihre Augen blitzten vergnügt, und verhakten sich einen Moment in Toms, was sogleich einen kleinen Schwarm Schmetterlinge in ihrem Bauch zum Start verhalf. Sie riss los von diesen warmherzigen Augen, unter denen sie sich so schrecklich ertappt fühlte, und fügte voller Überzeugung hinzu, "Vom vorbereiteten Frühstückstisch verscheucht zu werden, war auch gar nicht nett.“ Tom zog bei dieser Bemerkung skeptisch die Brauen in die Höhe und schüttelte sanft den Kopf. „In Socken plötzlich vor der Wohnungstür zu stehen auch nicht.“ Anna grinste entschuldigend. „Sorry, aber ich glaube, wenn dich Armin mit mir am Frühstückstisch entdeckt hätte, dann hätte er dich vor die Tür gesetzt, und das wäre mit Sicherheit unangenehmer geworden. Und ich hätte wahrscheinlich auch gleich meine Koffer packen können.“ Tom hielt seine Augen unentwegt auf die Blondine gerichtet, und spürte wieder dieses Gefühl. Dieses Gefühl hier richtig zu sein, nie wieder jemand anderes an seiner Seite haben zu wollen, während ihn ein Gedanken durchschoss, der ihn selbst ein wenig erschreckte, und sein Herz mal wieder zum Rasen brachte. Ich hätte da auch schon eine Lösung, wo du einziehen könntest, dachte er nämlich bei ihrem Kommentar, und was es so erschreckend machte, war die Tatsache, dass er es ernst meinte.
Er musterte sie weiterhin eingehend, wie sie aufmerksam die Karte nach dem passenden Frühstück durchforstete, aber als die Bedienung kam, nahm er ihr die Bestellung einfach ab, da er keine Zeit mehr verlieren wollte. „Wir hätten gerne das große Frühstück für Zwei,“ orderte er, und sah Anna fragend an. „Und zwei Kaffee?“ Anna sah ihn überrascht an und legte die Karte beiseite. „Na dann.“ Dann wendete sie sich der jungen Bedienung zu, die ihr aber keinerlei Aufmerksamkeit schenkte. Sie war nämlich damit beschäftigt Tom verstohlen von oben bis unten zu mustern, und ihm anschließend ein strahlendes Lächeln zu schenken, das mehr als offensichtlich einen einladenden Charakter in sich trug. Sofort spürte Anna, wie ein ärgerliches Grummeln in ihrem Bauch heranwuchs, was auch ihr Gesicht erreichte, das plötzlich einen ziemlich missmutigen Ausdruck annahm. Sie räusperte sich deutlich und dachte gleichzeitig, Und du machst dich ganz schnell wieder vom Acker. „Für mich bitte einen Milchkaffee,“ sagte sie in unterkühltem Ton, und hoffte, dass die hübsche Brünette die mitschwingende Aufforderung, ihren lasziven Blick von Tom zu nehmen, und sich schnell um die Bestellung zu kümmern, verstand.

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    So Feb 17 2013, 21:25

da scheint wohl jemand ganz schön eifersüchtig zu sein, und toms gedanke anna bei sich einziehen zu lassen is klasse rofl
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katha

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BeitragThema: "39"   So Feb 17 2013, 21:52

So zum Abschluss des Wochenendes, und trotz der wenigen Besucher in den letzten Tagen, will ich euch den nächsten Teil nicht länger vorenthalten. Vielleicht kann er ja den ein oder anderen Leser erfreuen.
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Tom griente heimlich in sich hinein, denn er fand im Gegensatz zu Anna großen Gefallen an der Situation. Er hatte die Blicke der beiden Frauen nämlich nicht nur registriert, sondern auch zu deuten gewusst, und Annas Reaktionen enthielten eindeutig Anzeichen von Eifersucht, was ihm zeigte, dass er Anna auch nicht so ganz egal war. Ich muss es ihr sagen. Jetzt. Sonst werde ich wahnsinnig, dachte er voller Unruhe. Und da war sie wieder, die Nervosität mit all ihren Facetten. Herzrasen, Rauschen im Kopf, trockener Mund, Hitzewellen, und klamme Finger, die einfach keine Ruhe finden wollten. Er drehte sich zu der Bedienung, die ihn mit ihren Augen geradezu auszog, und ihn nun mit erröteten Wangen anstarrte, und bestätigte ihre Wahl. „Also einen Kaffee und einen Milchkaffee dazu.“ Er schaute der hübschen jungen Frau, die sich eilig davon machte, noch einen kurzen Moment hinterher, und nutzte die Zeit um sich ein letztes Mal Mut zuzusprechen, ehe er sich Anna zuwendete und ohne noch länger darüber nachzudenken loslegte.
Annas Grummeln war mittlerweile zu einem ziemlichen Donner angeschwollen, und sie versuchte gerade mit aller Energie ihre Gefühle zurück zu drängen, als sie gleichzeitig von der Frage eingenommen wurde, wie es jetzt wohl weiterging. Immerhin hatte sie Tom morgens dabei unterbrochen, wie er ihr was sagen wollte. Und sie war eigentlich überzeugt gewesen, dass er ihr klar machen wollte, dass sie sich voneinander fern halten sollten. Wird er es mir jetzt sagen? Sie schüttelte innerlich den Kopf. Aber hätte er sich dann so für mich eingesetzt? Und säßen wir dann hier beisammen? Ihr Herz begann wild zu klopfen, als sie sich plötzlich fragte, wie sie damit umgehen sollte, falls alles ganz anders war. Sie streifte ihn verstohlen mit einem kurzen Seitenblick, als er sich mit einer seltsam bestimmten Miene zu ihr umdrehte, und sie spontan fragte, „Vertraust du mir?“ Anna war völlig überrollt. Sie sah einen Moment tief in seine Augen, die trotz seine äußeren Entschlossenheit irgendwie unsicher und verletzbar wirkten. „Ja, ich vertraue dir,“ antwortete sie voller Überzeugung, wenn sie sich auch gleichzeitig nervös fragte, warum er das wissen wollte. Tom lächelte verlegen, da war die Entschlossenheit zumindest äußerlich schon verpufft. Oh Gott, wie soll ich es ihr nur sagen?, fragte er sich erneut. Er holte Luft, hielt sie kurz an, und dann sprudelte es aus ihm heraus. „Anna, ich kann das so nicht mehr. Ich muss das jetzt tun.“ Er zögerte einen Moment und Anna sah ihn verunsichert an. Ihre Hände hatten sich den Zuckerspender heran gezogen, den sie unbewusst von er einen in die andere Hand schob, während sie ihn anstarrte. Sie fühlte sich, als säße sie vor Gericht und wartete auf das gefällte Urteil. „Anna, ich weiß, ich bin bald dein Chef, und ich weiß auch, dass man sich von seinen Angestellten fern halten sollte …,“ er senkte seinen Blick auf seine Hände, und schnappte nochmal nach Luft, während in Anna alle Alarmglocken schrillten. „Aber, ich kann das nicht mehr.“ Tom schloss kurz die Augen und schüttelte entschieden den Kopf. „Ich habe wirklich versucht mir einzureden, dass das alles nichts zu bedeuten hat, ... meine Verwirrung, meine Gefühle, meine heimlichen Wünsche, aber …“ er schüttelte erneut den Kopf und sah sie dann mit einem völlig ehrlichen und offenen Blick an, der Anna das Gefühl vermittelte, dass sie ihm bis in sein Herz sehen konnte. „Ich habe mich in dich verliebt, und ich möchte nichts mehr, als mit dir zusammen zu sein.“ Bei diesem letzten Satz zitterte seine Stimme ein wenig, aber trotzdem hatte er ihn mit Übzeugung gesprochen. Und jetzt war es raus. Tom hielt gebannt seine Augen auf sie gerichtet, und hielt die Luft an, während sein Herz laut und deutlich vor sich hin klopfte, aber Anna saß zu seinem Erschrecken einfach nur da. Innerlich sah es allerdings ganz anders aus. Da war alles in Bewegung, es rotierte in ihrem Kopf wie auf einem Kettenkarussell. Hat er das wirklich gerade gesagt? Er hat sich in mich verliebt?… Ich liebe dich auch, antwortete sie ihm in Gedanken, war aber nicht in der Lage die Worte auszusprechen. Sie öffnete den Mund, versuchte etwas zu sagen, aber sie war viel zu erschlagen. Eine Glückswelle überrollte sie, und gleichzeitig war da die Angst in ihrem Hinterkopf, die alles was da gerade passierte aufhalten wollte. Und ehe sie sich zu Worten durchringen konnte, redete Tom, der die Ungewissheit kaum aushalten konnte, nervös weiter, während Anna ihn immernoch reglos ansah. „Ich weiß, dass du Angst hast, und ich will vor allem, dass du glücklich bist." Er stockte, fühlte sich gehezt und gequält zugleich, weil es ihn drängte sich zu erklären, und sie zu überzeugen. "Ich weiß, man kann sowas eigentlich nicht versprechen, kann nicht vorhersagen was passiert, ... aber ich sage es dir trotzdem. Ich werde nichts tun, was dir schadet." Er sah ihr erneut tief in die Augen, und Anna konnte erkennen, wie ernst es ihm war. "Wenn dir das Risiko zu groß ist, dann werde ich das akzeptieren, aber ich kann es einfach nicht länger für mich behalten, ich musste es dir sagen.“ Stille schwang zwischen ihnen, und Tom fuhr sich nervös durch die Haare, als genau jetzt, im unpassensten Moment, die Bedienung an den Tisch kam, um die Getränke abzustellen. Höflich wie Tom war, riss er sich zusammen und hob für einen kurzen Augenblick den Kopf und bedankte sich, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder auf Anna lenkte, die immer noch keinen Muckser von sich gegeben hatte. Sie betrachtete mit für ihn nicht zu lesender Mimik ihre Hände, die mittlerweile von dem Zuckerstreuer abgelassen und sich ineinander verknotet hatten. Sag doch was, bitte!, flehte er innerlich, ehe er endlich erlöst wurde. Anna sah auf, schaute ihm mit sorgenvollem Blick an. „Es wird Gerede geben, und was ist, wenn es nicht klappt mit uns ?… ,“ Tom sammelte allen Mut und griff nach ihren Händen. Sie hat einfach nur Angst, ob das heißt, dass sie mich auch liebt? folgerte er verhalten optimistisch aus ihrer Reaktion. Er strich sanft mit seinen Daumen über ihre Handrücken während er sie verliebt anschaute. Bitte lass es so sein, dachte er aufgeregt. „Dann sollen sie doch reden. Und wenn es dich beruhigt. Die kreativen Entscheidungen trifft Bruno, da habe ich gar nichts mit zu tun. Wenn er deine Arbeit mag, dann mag er sie, egal was ich sage.“ Seine Augen leuchteten vor Liebe, vor Aufregung, vor Hoffnung, und er drückte ihre Hände sanft, als könne er ihr damit den Mut geben, sich von ihren Ängsten loszusagen. Anna zögerte immer noch, obwohl ihr Herz lange entschieden hatte. Sie versank in Toms Blick, und da stiegen ihr plötzlich Tränen in die Augen, die Tom bestürzt inne halten ließen. „Es gibt ihn also tatsächlich“, sagte Anna vorsichtig lächelnd. Eine Träne lief ihr über das Gesicht, und während Tom seine Angst wieder von sich schob, wurde aus dem Lächeln ein glückliches Strahlen. Anna wischte sich schnell die Träne aus dem Gesicht und sagte leise. „Mein Retter in der schimmernden Rüstung.“ Tom fühlte sich, als hätte er gerade den Hauptgewinn gezogen. Er wusste, dass er sie gewonnen hatte. Alle Anspannung fiel von ihm ab, und es war ihm als könne er endlich wieder atmen. Sein Lippen verzogen sich zu einem breiten Lächeln, wie es Anna an ihm noch nie gesehen hatte. „Aha, und du meinst du wärst das Aschenbrödel?“ Anna grinste zurück und nickte. „Du weißt ja gar nicht wie oft ich mir als Kind gewünscht habe, dass es eines Tages so sein wird. Dass ich irgendwann aus meinem trostlosen Leben gerissen werde. Und jetzt? Der neue Job. Du … .“ Plötzlich waren sämtliche Sorgen dahin. Sie war so glücklich, und spontan starteten die Schmetterlinge in ihrem Bauch zum schönsten Tanz der Leichtigkeit. Tom hielt es nicht mehr auf seinem Platz, er war viel zu weit weg von ihr. Also stand er auf und setzte sich zu Anna auf das Sofa. Er schaute ihr verliebt in die Augen, war völlig überwältigt von seiner Aufgeregtheit und seiner Freude. Er durfte hier bei ihr bei ihr sein, neben ihr sitzen, er musste nicht mehr gegen sich ankämpfen und sich zurückhalten. Er wusste noch gar nicht, wie er damit umgehen sollte. Aber eins wusste er. Er konnte Annas Worte nicht so stehen lassen. „Glaub mir, es gibt wohl keinen Mann auf der Welt, der nicht als Erretter einer schönen Frau dastehen möchte, aber … Ich habe es dir gestern schon gesagt, und ich wiederhole es gerne nochmal. Du brauchst nicht gerettet zu werden, du machst das völlig alleine. Und wenn ich das so sagen darf, ... ich finde dich dabei ziemlich beeindruckend.“ Anna war glückselig, Tom verstand es einfach, ihr mit wenigen Worten und Gesten zu zeigen, dass sie etwas Besonderes war. Trotzdem schaute sie einen Moment verlegen auf ihre Hände, die sich erneut gefunden und ineinander verschränkt hatten, ehe sie schwach lächelnd zu ihm aufsah. „Na ja, das ist schön zu hören, ... aber gegen ein bisschen Unterstützung habe ich gar nichts einzuwenden. Eben in der Else warst du wirklich sehr überzeugend und seeer hilfreich. Ich hätte dich knutschen können …“ sagte sie voller Überzeugung, und dann wurde ihr bewusst was sie da gerade gesagt hatte. Anna sah fast erschrocken in seine liebevoll blitzenden Augen und spürte wie ihr die Röte ins Gesicht stieg. Und ehe sie sich sagen konnte, dass sie sich doch für diesen Gedanken gar nicht mehr schämen musste, hörte sie seine geflüsterten Worte. „Na dann tu das doch endlich.“ Sie ließ ihren Blick zu seinem Mund gleiten, der sie auf so umwerfende Art anlächelte, und langsam, ganz langsam näherte sie sich Toms Gesicht, welches ihr entgegen kam. Annas Herz setzte für einen Moment aus, und ihr Körper wurde von einer heißen Woge durchflutet, als sich ihre Lippen schließlich fanden und sich sanft liebkosten. Es war ein zärtlicher, fast zurückhaltender Kuss, der Anna und Tom in diesem Moment aber die Welt bedeutete. Sie lösten sich und schauten sich dann tief in die Augen. „Und nun?“ fragte Tom vorsichtig, und Anna strahlte in seine leuchtenden Augen und sagte frech. „Frühstücken. Ich habe einen Mordshunger.“

Dieses mal sehr passend, kam die Bedienung heran, und stellt mit höflicher Freundlichkeit, die allerdings einige Grade abgekühlter wirkte, als noch zuvor, das Frühstück auf den Tisch und wünschte einen guten Appetit. Anna zog sich ihren Milchkaffee heran, und lümmelte sich gemütlich gegen die Lehne des Sofas. Sie fühlte sich wie auf Wolke sieben, auch wenn sie ziemlich befangen war. Es war eine seltsame Situation, sich plötzlich nicht mehr verstecken zu müssen, nicht mehr darauf achten zu müssen, auch ja die Fassung zu bewahren, so dass sie Tom glücklich, aber eher verstohlen beobachtete, wie er die Teller sortierte und ebenfalls erst mal einen Schluck aus seiner Tasse nahm. Dann wendete er sich ihr zu. „Ich dachte, du hast so großen Hunger?“ Anna lächelte. „Hmm, aber ich … . Das ist irgendwie gerade so komisch“, stammelte sie verlegen. Tom sah sie einen Moment musternd an. Er konnte sie sehr gut verstehen, er fühlte sich auch plötzlich total verunsichert. „Stimmt“, sagte er mit einem fast entschuldigenden Schulterzucken, ehe er sich wieder dem Leckereien auf dem Tisch zuwand, um etwas gegen ihre beiderseitige Befangenheit zu tun. „Also, was magst du essen? Brötchen, hell oder mit Körnern? Wurst, Käse, Rührei? Oder doch ein Croissant mit Marmelade?“ Anna lachte auf, und setzte sich nun ebenfalls gerade an den Tisch. „Da muss ich doch erst einmal gucken, was es alles Tolles gibt. Also eigentlich müsste ich ja Rührei essen. Das sollte es ja schließlich schon heute Morgen geben.“ Tom grinste sie wissend an. „Eine Spezialität von dir? Dann esse ich auch Rührei, und wenn ich dann, hoffentlich in naher Zukunft mit dem von dir gemachten geweckt werde, entscheide ich, welches besser ist.“ Anna kniff ihn empört in die Seite, so dass er zusammenzuckte. „Frech ist er auch noch. Wer sagt denn, dass ich dich mit gemachtem Frühstück wecke? Und vor allem, was ist das für eine Frage? Natürlich ist mein Rührei das Beste.“ Tom grinste und neigte sich zu ihr. Er gab ihr einen kurzen Kuss und sagte mit verruchter Stimme, die Anna einen sehnsüchtigen Schauer über den Rücken jagte. „Ich werde mich auch revanchieren, versprochen.“ Anna versank schon wieder in seinen Augen und ein aufregendes Kribbeln zog ihr durch den Körper. Die Vorstellung in Zukunft neben diesem Mann aufzuwachen, war noch so fremd und machte sie total nervös. „Na gut, dann hätte ich jetzt gerne ein Brötchen mit Rührei. Ich muss ja mitreden können.“ Dieses Mal gab sie Tom einen schnellen Kuss, ehe sie sich erneut ihren Milchkaffee schnappte und sich dahinter versteckte. Oh Gott, ging es ihr durch den Kopf, ich fühle mich wie vor Jahren, bei meinem ersten Date. Ist das schrecklich …und so schööön, grinste sie in sich hinein.
Eine halbe Stunde später streckten sie beide die Segel. Sie saßen immer noch mit einigem Abstand nebeneinander, waren immer noch ziemlich zurückhaltend, auch wenn sie versuchten locker miteinander umzugehen, aber so langsam gewöhnten sie sich an den Gedanken, dass nun alles anders war. Anna trank gerade den letzten Schluck ihres mittlerweile schon ziemlich kalten Kaffees und schaute Tom über die Tasse hinweg an. „Wie geht´s jetzt weiter?“ fragte sie, und Toms Brauen zogen sich fragend zusammen, während er den Kopf zur Seite neigte. „Was genau meinst du? Jetzt nach dem Frühstück, oder generell?“ Anna wiegte ihren Kopf hin und her und musterte ihn erneut. Dann schürzte sie ihre Lippen und sagte „Hm, … Ich würde sagen, erst mal jetzt.“ Tom sah sie jetzt ebenfalls prüfend an. Am liebsten hätte er sie sich über die Schulter geschmissen und wäre im Laufschritt in seine Wohnung geeilt, um sie endlich in gebührender Weise zu verwöhnen, und ihr endlich so nah sein zu können, wie er sich das schon so lange wünschte, aber er konnte es sich nicht verkneifen, sie belustigt an ihren eigenen Plan zu erinnern. Außerdem hatten sie ja jetzt, nachdem endlich geklärt war, dass sie zusammen sein wollten, alle Zeit der Welt. „Du wolltest, dass ich dir deinen künftigen Arbeitsplatz zeige,“ sagte er deshalb völlig abgeklärt, und hoffte insgeheim, dass Anna von diesem Vorhaben ablassen würde. Aber diese Entscheidung würde er ihr überlassen. Er wollte sie schließlich nicht gleich überrumpeln. Anna dachte kurz nach. Irgendwie war sie ja schon gespannt auf das Atelier, aber jetzt? „Stimmt, aber nur weil du mich unter diesem Vorwand meinem Zuhause entlockt hast.“ Tom zog die Brauen in die Höhe und nickte. „So ist das also. Na dann ziehe ich das Angebot zurück. Mein Ziel ist ja schließlich erreicht. Du musst dich nicht mehr mit deinem Stiefvater streiten, und ich habe nette Gesellschaft.“ Anna lachte befreit auf, und gab Tom einen Klaps auf den Oberschenkel. „Das stimmt wohl, aber wenn ich ehrlich bin, bin ich tatsächlich neugierig, und außerdem, wer bekommt schon eine exklusive Atelier-Führung durch den Geschäftsführer persönlich. Das kann ich doch nicht ausschlagen,“ sagte sie mit einem frechen Grinsen auf den Lippen. Sie beugte sich zu Tom, der sie nachdenklich betrachtete und seine Hände in ihren Nacken legte um sie sanft zu sich zu ziehen. Seine Augen waren tief in ihre gerichtet, und seine Lippen streiften ihre beim Sprechen, was Anna schon wieder ein wunderbares Ziehen durch den Körper schickte. „Lass mich überlegen? Ich glaube, dass ist tatsächlich eine absolute Ausnahme meine Liebe, und es ist mir eine große Ehre.“ Anna konnte Toms Lächeln in seinen Augen erkennen, bevor er diese schloss und ihre Lippen von seinen eingenommen wurden. Sanft, sehnsüchtig, vorsichtig fordernd, so wie sich Tom gerade fühlte, … . Oh Gott, abbrechen, durchfuhr es seinen Kopf, denn er spürte, dass sich die Welt und damit sein Verstand verabschieden wollte, um sich dem puren Gefühl hinzugeben. Er zwang sich, sich von Anna zu lösen, und öffnete mit einem leisen Seufzer die Augen. „Ich geh dann mal zahlen, die Bedienung scheint mit uns ja etwas überfordert zu sein." sagte er mit einem Augenzwinkern, und fügte hinzu. "Dann können wir aufbrechen.“
Anna sah ihm sehnsüchtig hinterher und ließ sich dann mit geschlossenen Augen gegen die Lehne fallen. Irgendwie war sie unzufrieden mit der Situation, denn ihr war es genauso ergangen wie Tom, und sie schimpfte mit sich, dass sie den Vorschlag der Atelierführung forciert hatte. Sie überlegte einen Moment, ob sie die weitere Planung wieder über den Haufen werfen sollte, aber dann tadelte sie sich selbst, Jetzt komm mal wieder runter. Ihr habt noch genügend Zeit, ... und außerdem geht es doch nicht nur darum, denn sie konnte ihre entfesselten Gedanken nur schwer im Griff behalten, was sie selbst irgendwie peinlich berührte. Als sie die Augen wieder öffnete kam Tom gerade wieder auf sie zu. Ihr Blick glitt begierig über seine Gestalt und landete letztlich in seinen blauen Augen, die sie voller Lebendigkeit und Liebe anstrahlten. Wie konnte ich nur jemals glauben, dass er ein missmutiger Idiot sei, durchfuhr es sie, und ein ungläubiges Schmunzeln erschien auf ihrem Gesicht, das Tom mehr als neugierig machte. Er stützte seine Hände auf dem Tisch ab und unterzog Annas Gesicht eine intensive Musterung. „Was spielt sich denn in deinem hübschen Kopf ab, dass du mich so anguckst?“ fragte er wissbegierig, aber diese schüttelte nur grinsend den Kopf. „Nichts von Belang. Lass uns gehen!“

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mo Feb 18 2013, 10:57

Danke dir, meine liebe Katha für diese wunderbaren beiden Teile. Sorry, dass ich erst heute antworte, aber aus bekannten Gründen, bin ich erst heute wirklich in Stimmung dazu gewesen. Du hast mir gerade mehr als ein Lächeln auf die Lippen gezaubert und ein wenig die grauen Wolken vertrieben.

Ist das jetzt schon das Ende? Oder kommt noch mehr? Ich hoffe es wohl doch. bounce

Liebe Grüße,
Mini

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„Vor dem Schicksal zu fliehen,
ist manchmal der beste Weg,
um zu sich selbst zu finden.“
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AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"
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