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 AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"

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katha

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BeitragThema: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mi Dez 26 2012, 20:16

das Eingangsposting lautete :

Hallo ihr Lieben,
ich wollte euch ja eigentlich die Vorweihnachtszeit mit einer kleinen Geschichte versüßen. Aber das hat leider mal überhaupt nicht funktioniert. crying
Und mein Plan, die Story zu beenden, bevor ich beginne sie zu posten, funktioniert leider auch nicht, denn dann kommt die Weihnachtsgeschichte zu Karneval. Evil or Very Mad
Also fange ich jetzt einfach mal an, und hoffe, dass ich die letzten Teile schnell geschrieben bekomme. Wink

Wie der Titel schon sagt, geht es um Anna und Tom und eine turbulente Zeit. Aber lest einfach selbst...

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Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...


Zuletzt von katha am Mi März 20 2013, 15:07 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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~Nicky-Anna..B~

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mi Jan 23 2013, 01:55

klasse geschichte katha Smile
ich freue mich wies weiter geht... habe mich extra angemeldet um dir hier zu schreiben wie schön deine geschichte doch ist Smile
du kennst mich aus dem audl forum Wink und weißt sicher wer ich bin Very Happy ein hinweis is ja in meinem nickname Very Happy
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mi Jan 23 2013, 15:29

Herzlich Willkommen im Schreibertreff!!!! Very Happy

Ja, meine liebe Nicky,
ich habe da so eine Ahnung Wink Smile
Und du wirst es nicht glauben, ich habe gestern noch an dich gedacht, als ich mal kurz im Audl-Forum war, und mich mein schlechtes Gewissen ereilt hat, dass ich die (wenn auch wenigen) Leser meiner "Neue-Wege-...FF" ja ziemlich im Stich lasse. Embarassed

Umso mehr freut es mich, dass du jetzt hier bist und mir schreibst, dass es dir gefällt. Very Happy Da weiß ich doch, dass ich dich zumindest nicht ganz im Regen stehen lasse. Wink

LG, Katha

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~Nicky-Anna..B~

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mi Jan 23 2013, 17:44

ooooh wie toll du hattest an mich gedacht was für eine ehre super :****
das war auch einer der gründe warum ich mich hier angemeldet habe, weil ich dein geschreibe dermassen vermisse Wink
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Anna97

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mi Jan 23 2013, 18:01

Hey,
Ich hab mir gedacht jetzt muss ich mich auch mal hier anmelden
Um dir zu sagen wie genial ich deine ff finde Wink
Ich lese ja im AudL Forum schon eine Zeit lang deine ffs und die finde ich auch genial

So das musste jetzt einfach mal gesagt werden Smile
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mi Jan 23 2013, 18:57

Hey ihr zwei lieben Anna Fans,
ist ja nicht zu übersehen Wink
Ich freue mich wirklich total, dass ihr den Weg hergefunden habt. Smile
Ich habe schons so oft gedacht, dass es da doch noch mehr Leser geben muss. (Anhand der Klicks, die werde ja angezeigt.)

Bei dir Anna97 weiß ich zwar noch nicht, wer sich dahinter versteckt, aber ist ja eigentlich auch egal. Auf jedenfall auch dir ein herzliches Willkommen!!! Very Happy

Es ist auf jedenfall ein tolles Gefühl, wenn man andere mit seinem Geschreibsel erreicht. Cool

Lieben Dank dafür.

LG, Katha

Ach ja, einen kurzen Teil wird es wohl später noch geben.
Hab aber eine kranke Maus (bitte nicht wörtlich nehmen) hier liegen, die jetzt erstmal meine Zuwendung braucht. Embarassed

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Anna97

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mi Jan 23 2013, 20:06

Im AudL Forum heiße ich Jeany97 hab mich dort aber auch lange nicht gemeldet wegen Schulstress und teilweise gesundheitsstress und so

Aber jetzt geht es mir wieder besser und ich habe me für dieses Jahr felsenfest vorgenommen im AudL Forum wieder öfter zu kommentieren
ich hab zwar nicht kommentiert aber ich hab es mir trotzdem nicht nehmen passen wenigstens zu lesen Smile
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katha

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BeitragThema: "23"   Mi Jan 23 2013, 21:22

Wie versprochen, noch ein kurzer Teil zur Überbrückung...

************************************
Anna hatte, nach ihrem peinlichen Abgang, noch eine letzten sehnsüchtigen Blick auf Toms Rücken geworfen, als sie die Treppe hoch gegangen war, und sich für einen kurzen Moment an seinen muskulösen Körper erinnert, der unter diesem Anzug versteckt war. Sie zwang sich, nicht einfach stehen zu bleiben und in diesem Anblick zu versinken, und als sie die Wohnungstür öffnete, hörte sie gerade noch einen reichlich verwaschenen Ausruf Enriques. Mein Gott, der sollte auch mal langsam nach Hause gehen. So viel wie der getrunken hat, geht es dem morgen bestimmt richtig beschissen, grinste sie in sich hinein. Aber das war ja Gott sei Dank nicht ihr Problem. Sie selbst hatte sich aus Angst, irgendwas Doofes anzustellen, oder einfach zu viel zu reden, extra zurück gehalten. Schließlich wollte sie sich nicht gleich am ersten Abend im neuen Kollegenkreis blamieren.
In ihrem Zimmer angekommen, zog Anna schnell die Schuhe von ihren mittlerweile ordentlich schmerzenden Füßen und ließ sich auf ihr Bett fallen. Was ein Abend, dachte sie erfüllt von den vielen Eindrücken. Sie ließ die letzten Stunden Revue passieren, und fasste zusammen, dass es alles in allem recht gut gelaufen war. Bruno hatte sie begeistert begrüßt, und schien sich wirklich darauf zu freuen, dass sie bei Lanford anfing, Isabella hatte sie super unterstützt, und war ihr bestimmt auch in Zukunft eine gute Hilfe, und die ersten netten Kollegenkontakte hatte sie bereits geknüpft. Das waren doch gute Voraussetzungen für ihren Einstieg in die Firma.
Einzig der Herr Geschäftsführer bereitete ihr Kopfzerbrechen. Sie war immer noch völlig bestürzt darüber, dass Tom Tom Lanford war, und es drängte sie danach endlich mit Paloma darüber zu reden. Ihre Gedanken bewegten sich nämlich ständig im Kreis, und sie hatte keine Idee, wie sie damit umgehen sollte. Sie wollte diesen Mann wiedersehen, ... aber doch nicht als ihren Chef. Sie wollte mit ihm reden, mit ihm lachen, mit ihm viele andere, durchaus unanständige Dinge tun, aber … , da schob sich die deprimierende Realität wieder in den Vordergrund. Er hatte sich die letzten Tage nicht gemeldet, von daher stand sie mit ihren Wünschen wohl eh alleine da. Bestimmt hat er sich deshalb von mir fern gehalten. Er hat vermutlich Angst, dass ich irgendwas von ihm erwarte, was er gar nicht erfüllen will. Für ihn ist unsere Begegnung bestimmt längst unter "ein bisschen Spaß" abgelegt, während es sich in meinem Universum scheinbar nur noch um ihn dreht. Sie setzte sich auf, und warf ihrem Spiegelbild, das ihr lästigerweise direkt ins Gesicht schaute, einen wütenden Blick zu. Warum fällt es mir denn so schwer, ihn aus meinem Kopf zu vertreiben, dachte sie deprimiert. Aber ..., drängte sich da schon wieder ein lästiger Gedanke auf, warum war er bei unserem heutigen Zusammenstoß genauso erschrocken wie ich? Das habe ich doch gemerkt. Anna schüttelte den Kopf. Weil er keinen Bock auf dich hat, deshalb ist er dir doch auch die ganze Zeit aus dem Weg gegangen, zertrampelte sie entschlossen die aufkeimende Hoffnung.
Mann Anna, jetzt schieß dir den Kerl einfach aus dem Kopf. Ihr habt euch einen einzigen Abend gesehen. Vielleicht ist er ja in Wirklichkeit so ein Idiot, wie du ursprünglich mal gedacht hast. Dann hast du doch gar nichts verloren. Sie ging seufzend ins Bad um sich von ihrer Bemalung zu befreien, und zog sich bequeme Klamotten über. Der Abend war rum, es machte keinen Sinn, noch länger darüber nachzudenken. Entschlossen legte sie sich unter ihre Bettdecke um den Tag zu beenden.

Tom stand derweil im Mantel an der Theke, und wartete. Trotz seines schon ziemlich angeheiterten Zustandes, hatte er sich, ganz im Sinne der Geschäftsführung, doch nach den Kosten für den Abend erkundigt, … und da kam Armin auch schon freudestrahlend auf ihn zugestürmt und präsentierte stolz die Rechnung, die für ihn scheinbar einen kleinen Lottogewinn bedeutete. Tom fand ihn einfach nur abstoßend. Er hatte nichts dagegen, viel Geld zu zahlen, wenn dafür alles zu seiner Zufriedenheit gelaufen war, und da konnte er sich wirklich nicht beschweren. Das Essen war reichlich und vor allem gut, die Getränke waren ausreichend und in richtig temperiertem Zustand serviert worden, und der Service war ausgezeichnet gewesen. Seine Kollegen und Kolleginnen und nicht zuletzt sein Vater hatten sich sehr wohl gefühlt, was schon was heißen sollte. Bruno drehte nämlich gerne mal ab, wenn ihm die Deko nicht gefiel, das Wasser zu hart, oder der Tee zu heiß war. Aber er war geradezu entzückt gewesen, und hatte seiner Tochter zu ihrer Neuentdeckung der Goldelse gratuliert.
Aber dieses abartige Grinsen, was dieser Chef des Ladens an den Tag legte, vermittelte ihm, trotz des Wissens das alles seine Richtigkeit hatte, das Gefühl über den Tisch gezogen zu werden. "Wir zahlen dann nach Weihnachten per Überweisung wie abgemacht." sagte er knapp und steckte die Rechnung in die Innentasche seines Mantels. Armin nickte ihm beschwichtigend zu. "Keine Eile, wir wissen ja, dass das Geld kommt, und sonst ziehe ich es einfach Anna von ihren Gehaltszahlungen ab." Er lachte auf, als hätte er eine wirklich guten Witz gemacht, und Tom sah ihn nur mit einem abschätzigem Blick an. Was ein Wiederling, ging es ihm durch den Kopf.Er erinnerte sich an Annas Worte über ihren Stiefvater und dachte, jetzt weiß ich auch was Anna gemeint hat, als sie sagte, er wäre etwas eigen. Sehr diplomatisch ausgedrückt, für mein Empfinden.
Als Art Wiedergutmachung der Hohen Zeche, lud Armin seinen Gast auf ein letztes Glas Wein ein, was dieser aber dankend ablehnte. Er hatte weißgott keine Lust, länger als nötig mit diesem Typen zu reden. Armin interessiere das aber gar nicht. Er beauftragte Paloma damit, Herrn Lanford ein Glas des besten Weines zu geben, und verabschiedete sich dann, um mit seiner Frau, die Tom irgendwie entschuldigend zulächelte, über die Treppe zu verschwinden. Unsympathischer Typ, ging es Tom durch den Kopf, ehe er sich wieder Paloma zuwandte, die fragend die Flasche in die Höhe hielt. Offenbar hatte sie seine Ablehnung sehr wohl wahrgenommen, im Gegensatz zu Armin, und war nun nicht ganz sicher, ober er den Wein noch trinken wollte. Er nickte ihr lächelnd zu. "Ok, ein Glas als Absacker", sagte er höflich. Dann kam sie ein Stück näher und fragte vorsichtig, "Macht es ihnen was aus, wenn ich schonmal zum Aufräumen in die Küche gehe? Da gibt es nämlich noch jede Menge zu tun." Tom schüttelte den Kopf, "Machen sie ruhig, ein wenig Ruhe zum Abschluss des Abends tut mir ganz gut." Tom war gar nicht unglücklich darüber allein gelassen zu werden. Er setzte sich mit seinem Glas Wein an einen kleinen Tisch unterhalb der Treppe, und fragte sich, warum er nicht einfach nach Hause ging. Aber irgendwie fühlte es sich richtig an dort zu sitzen.
Paloma hatte das Licht gedämmt, und das Weihnachtsgedudel endlich ausgestellt und nun drang leise Pop-Musik aus der Küche zu ihm heraus, während ansonsten nur noch das Klappern von Tellern und ähnlichen Dingen zu hören waren, das ihm ein Gefühl von Geborgenheit vermittelte. Tom legte den Kopf gegen die Holztäfelung, vor der er saß, und genoss die Ruhe, während er sich Annas Anblick des heutigen Abends nochmal vor Augen rief. Sie hatte wirklich toll ausgesehen. Also doch eine Frau für Cocktail-Kleid und High-Heels, griente er in sich hinein, und schmunzelte über Annas verlegenes Gestammel, das sie scheinbar immer wieder heimsuchte. Dabei hatte er sie doch auch schon ganz anders erlebt. Schlagfertig, frech, und überhaupt nicht schüchtern. Was mache ich denn hier schon wieder? stöhnte er innerlich auf. Sie ist süß, ja, ohne Frage, aber sonst? In eineinhalb Wochen ist sie meine Angestellte. Eine von vielen, und dann ist der Reiz des Neuen und Unbekannten doch eh dahin. Also was soll diese ganze Überlegung, ob und wie ich mit ihr umgehen soll. Das erübrigt sich doch geradezu, versuchte er sich endlich von ihr, bzw. den Gedanken an sie zu lösen. Mit wenig Erfolg wie er merkte, denn trotzdem dachte er noch eine Weile über die junge Frau nach, die es geschafft hatte sein Seelenleid des letzten Jahres zu vertreiben, nur um ihm dafür neue Qualen aufzuerlegen. Und dann durchschoss ihn plötzlich die Erkenntnis, warum er noch dort saß. Es war die räumlich Nähe zu Anna, die ihn bislang davon abgehalten hatte, einfach nach Hause zu gehen. Und außerdem die Angst davor wieder keinen Schlaf zu finden, weil alle Abwehr nichts nutzte, um die Bilder und Gefühle, die mit Anna verknüpft waren, aus seinem Körper zu vertreiben. Schließlich schüttelte er deprimiert den Kopf, da er sich gedanklich sowieso die ganze Zeit im Kreis drehte, so dass ihm nur schwindelig werden konnte. Er trank den letzten Schluck Wein und stellte sein Glas beiseite, um doch endlich den Heimweg anzutreten, als er plötzlich ein Geräusch über sich hörte. Verwundert schaute er nach oben, und konnte im dämmrigen Licht den Umriss eines Kopfes erkennen, der sich vorsichtig über die Brüstung schob und den Raum abscannte.

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Do Jan 24 2013, 02:12

Himmel, Arsch und Zwirn ... ich verfluche den Tag an dem dieser beschissene Cliffhanger erfunden wurde! Evil or Very Mad Maaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaannnnnnn ... da kommen wir der Sache immer näher und du hörst wie immer an einer "unglaublich perfekten" Stelle auf ... Mad Evil or Very Mad

Hase bei aller Beherrschung die ich grad versuche aufzubringen ... aber wenn morgen ... äh ... heute kein weiterer Teil kommt ... dann ... daann ... ich weiß noch nicht was dann kommt ... aber die Leute in meinem Umfeld werden es nicht leicht haben! Mad Smile

Einfach wunderbare Teile meine Liebe, mach bitte GAAANZ schnell weiter, ja!? Rolling Eyes

Knutsch

(BTW: Musste grad bei den letzten beiden Sätzen an die Situation/Szene denken bei der eine Person über einer anderen steht und bewusst oder unbewusst (wie auch immer) aufn Kopf rotzt! ... Bäääääähhh Smile )
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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Do Jan 24 2013, 08:10

Oh meine liebe Katha,

das versüßt mir doch glatt den Einstieg in diesen Tag. Danke dafür. Und ich muss unserem kleinen Schmetterling beipflichten ...

Diese beschissenen Cliffhanger ...

Menno, ... mach bitte ganz schnell weiter, ja ... *ganzliebmitdenAugenklimper*

LG, Mini

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„Vor dem Schicksal zu fliehen,
ist manchmal der beste Weg,
um zu sich selbst zu finden.“
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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Do Jan 24 2013, 16:18

Na, na, na, wer wird denn da so fluchen? Smile
Und sich ständig den Kopf einrammen macht auf dauer bestimmt Kopfschmerzen butterfly, also lass das doch lieber. Und ach, lass doch dein Umfeld leben, davon gehts doch auch nicht schneller. Cool

Ich danke euch für eure überaus amüsanten Kommis! Wink

Ich hoffe, dass ich es heute hinbekomme, kann aber nichts versprechen.
Katha hat immernoch Krankenschwester-Dienst crying

LG, Katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Do Jan 24 2013, 18:06

wird mal zeit das dein krankes mäuschen wieder gesund wird
und du mehr zeit für uns suchtis hast gell Smile

ich bin ganz geduldig bounce bounce bounce
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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Do Jan 24 2013, 22:09

Ja, ja, die Zeit, das ist so ein Thema ...

Ich gebe alles

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BeitragThema: "24"   Do Jan 24 2013, 22:11

So meine Lieben, ihr macht mich echt fertig, aber ihr werdet schon sehen was ihr davon habt. Jetzt habe ich den nächsten Teil überarbeitet, und werde mich jetzt ganz schnell ins Bett verziehen. Ergo, ich habe schon wieder nichts Neues geschrieben, und wir kommen dem Punkt, an dem ich keine prompte Fortsetzung mehr liefern kann immer näher. Na ja, irgendwann werdet ihr dann wohl einfach Geduld haben müssen.
Aber erst mal viel Spaß!
********************************

Anna war natürlich, entgegen ihres Plans zu schlafen, doch nicht zur Ruhe gekommen, und hatte sich noch eine ganze Weile ihrer konfusen Hirngespinste hingegeben, bevor sie entschlossen aufstand. Sie brauchte dringend eine andere Meinung, die ihr bei der Entwirrung ihrer gedanklichen Knoten half. Ihre Eltern waren eben ins Bett gegangen, das hatte sie gehört, also wäre Paloma, wenn sie denn noch da war, vermutlich allein im Restaurant.
Sie zog sich schnell was Warmes an die Füße, ging in die Küche und öffnete die Wohnungstür. Sicherheitshalber schaute sie erst einmal vorsichtig über die Treppenbrüstung ob die Gäste auch wirklich weg waren. „Paloma“ rief sie vorsichtig hinab, aber da sie außer leiser Musik und vereinzelten Geräuschen aus der Küche, die auf Aufräumarbeiten hindeuteten, nichts hörte, ging sie schnell die Treppe runter. Ich helfe ihr noch ein bisschen beim Aufräumen, schließlich hat sie mir heute Abend den Rücken frei gehalten. ... Und außerdem quatscht es sich dabei am besten.

Tom hatte Anna erst erkannt, als er ihre Stimme hörte, und bevor er sich hatte zu erkennen geben können, hatte er auch schon die tapsenden Schritte auf der Treppe gehört, die ihr Erscheinen ankündigten. Aufgeregt war er aufgesprungen und ein paar Schritte in ihre Richtung gegangen, als er, völlig gefesselt von ihr, einfach abwartend stehen blieb. Anna schaute sich im noch immer ziemlich chaotischen Gastraum um, und dachte, hui, da ist ja tatsächlich noch einiges zu tun, als sie mit Schwung um die Ecke bog,... und Rummms, gegen einen Widerstand prallte und ein Stück zurück taumelte . Hilfesuchend griff sie um sich, und krallte sich an das Erstbeste was sie in die Finger bekam. Ein deutliches Reißen von Stoff war das nächste was sie realisierte. Erschrocken schaute sie auf ihre Hand, die einen feinen Mantelstoff umschloss, den sie wohl gerade aus einer Schulternaht herausgerissen hatte. „Oh Gott, … das wollte ich nicht. Entschuldigung!“ schoss es aus ihrem Mund, als sie nach einigen Sekunden, die sie benötigte um die Situation zu begreifen, schließlich in das Gesicht ihres Gegenübers sah, das sie erstaunlicherweise anlächelte. Tom war es völlig egal, dass sein Mantel dran glauben musste. Anna war ihm wieder einmal direkt in die Arme gelaufen, und dieses Mal freute er sich über diesen Tatbestand. Anna war bei ihm, das war gerade alles was ihn interessierte. Anna hingegen war ziemlich entgeistert. „Das kann doch nicht wahr sein. Nicht schon wieder…“ grummelte sie vor sich hin, und schüttelte ungläubig den Kopf. „Hallo Anna,“ lächelte Tom ihr entgegen, als sie erschüttert einen Schritt zurücktrat. „Ich dachte, hier wäre keiner mehr … .“ stammelte sie, und folgte irritiert seinem Blick, der an ihr herab glitt, einen Moment auf ihren Füßen pausierte, und sie schließlich belustigt anfunkelte. „Hm, sieht man.“ Oh nein, wie peinlich ist das denn schon wieder… , sie trug Schlaf-Schlabberklamotten und ihre Bärchen-Haus-Socken, ein Mitbringsel ihrer Mutter aus lang vergangenen Tagen. Sie fühlte sich plötzlich ziemlich nackt, in diesen Gammelklamotten, die ja definitiv nicht für Fremdenverkehr gedacht waren. Und vor allem diese Socken... . „Äh ja, die bekommt normalerweise keiner zu Gesicht,“ sagte sie mit hochrotem Kopf. „Sind aber schön warm.“ ergänzte sie noch als Begründung. Und um vom Thema abzulenken zeigte sie nochmal auf die abgerissene Schulter. „Ich kann dir das nähen … . Sofort, wenn du willst. Das tut mir wirklich irrsinnig leid…“ Tom schüttelte, immer noch lächelnd, den Kopf. Er fand sie einfach zu putzig, und gleichzeitig so wahnsinnig anziehend … Er legte Anna, die aus Nervosität schon wieder einfach drauf los quatschen wollte, schließlich einen Finger auf den Mund und sagte leise. „Psschhh.“ Als sie verwirrt in seine Augen sah, fügte er mit einem kleinen Zwinkern hinzu. „Schon vergessen? Ich arbeite in einem Modeunternehmen, ich werde schon jemanden finden, der mir das näht.“ Annas Blick verdunkelte sich. Ja, und wenn du noch ein paar Tage wartest, dann kann ich das sogar ganz offiziell für den Herrn Geschäftsführer erledigen. Wäre doch ein passender Einstieg für die Designer-Azubine. Ernüchtert von seiner Erinnerung an ihre künftige Beziehung zu einander, beschloss Anna sich schnell von ihm zu verabschieden und endlich zu Paloma in die Küche zu gehen. Aber er legte seine Hände an ihre Hüften und fesselte sie zusätzlich mit seinen faszinierenden blauen Augen, die sie geradezu liebevoll anschauten. Sie spürte wie ihr ein wohliger Schauer über den Rücken lief, denn sie fühlte sich sogleich zuhause bei ihm. „Ich habe heute gehört das bringt Unglück,“ sagte er leise und Anna, die sich einfach nicht von seiner Berührung und seinem Anblick lösen konnte, fragte ebenfalls fast flüsternd nach. „Was bringt Unglück?“ Jetzt lächelte er auch noch sein schönstes Lächeln für sie, und Anna hatte das Gefühl, dass ihr Herz gleich aus ihrer Brust springen würde. „Wenn man sich unter dem Mistelzweig nicht küsst.“ Er ließ seine Augen nach oben wandern, und Anna folgte seinem Beispiel. Sie standen tatsächlich schon wieder direkt darunter. Das ist doch ein Zeichen, dachte sie, auch wenn sie eine andere Auslegung des Brauches kannte. „Also, wollen wir unser Glück wirklich ein zweites Mal aufs Spiel setzen?“ fragte Tom verschmitzt nach, und Anna starrte ihn verwirrt an. Hatte er nicht dahin gebrabbelt, dass er diese Weihnachtsbräuche dämlich findet? fragte sie sich für einen Moment, konnte sich dann aber seinem beständig fragenden Blick nicht entziehen. Sie schüttelte zaghaft den Kopf, obwohl sie wusste, dass sie besser gehen sollte. Und da passierte es. Tom legte seine Hände an ihr Gesicht und kam ihr langsam näher. Anna stockte der Atem vor Aufregung, sie sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an, und dann spürte sie ihn wieder, endlich. Es war wie eine Befreiung für ihre Sehnsucht, die schon seit ihrer letzten Begegnung in ihr wütete, und sie legte jede Leidenschaft, die sie in sich trug, in diesen Kuss, schließlich hatte sie keine Ahnung, ob es nicht der letzte dieser Art sein würde. Anna fühlte, wie sich gleich ein Kribbeln durch ihren Körper verbreitete, das sämtliche Gefühle ihrer ersten intimen Begegnung wachrief, und sie drängte sich dicht an ihn.
Auch Tom ergab sich seinen Gefühlen. Zumindest hier und jetzt wollte er über nichts nachdenken, keine Entscheidung für oder wider treffen, er wollte Anna einfach nur nahe sein. Schließlich hatte er sich schon den ganzen Abend wegen ihr gequält, da war das doch eine wohlverdiente Entschädigung für seine geschundene Seele.
Die Beiden lagen sich eine ganze Weile in den Armen und küssten sich. Zärtlich, fordernd, aber vor allem intensiv, während die Gefühle in ihnen tobten. Es war ein Wunder, dass sie sich schließlich doch wieder voneinander lösten, denn sie wünschten sich gleichsam, dass dieser Moment nie enden würde. Aber dann standen sie heftig atmend voreinander und sahen sich in ihre vor Erregung und Verlangen erfüllten Augen, während sie sich an den Händen hielten.
Nach einer Zeit, die sich in ihrem Empfinden in eine kleine Ewigkeit ausdehnte, fand Anna ihren Verstand und ihre Sprache als erstes wieder, und hasste sie sich auch für ihren Vorstoß, der diesen wunderbaren Moment zerstören würde, wusste sie, dass sie etwas sagen musste, damit sie ihre Ungewissheit nicht noch länger zerstören konnte. „Tom, was … , wie …“ Sie öffnete und schloss den Mund mehrfach, während sie verzweifelt versuchte die richtigen Worte zu finden. Schließlich schoss es gequält aus ihr heraus. „Du bist mein Chef. … Ich weiß nicht mal ob ich dich duzen oder siezen soll.“ Sie schaute ihm betreten in die Augen, die aber keinerlei Regung zeigten. „Und du bist meine Angestellte. … „ Er lächelte sie verstehend an, denn er konnte ihre Gedanken bestens nachempfinden, ging es ihm doch ganz ähnlich. „Aber es wäre wohl irgendwie komisch, wenn wir uns siezen würden, oder?“ Anna nickte dankbar, und dachte, na dann wäre ja immerhin das geklärt. Und was heißt das jetzt? Erneut zwang sie sich zu reden, obwohl sie am liebsten einfach davon gelaufen wäre, oder noch lieber, da weiter gemacht hätte, wo sie gerade aufgehört hatten. Sie schloss einen Moment die Augen, bevor sie sprach. „Ich freue mich total, dass ich bei euch arbeiten und lernen kann. Ich hoffe wirklich, dass mein Leben endlich in die richtige Richtung läuft,“ sagte sie schließlich, selbst nicht ganz sicher was sie mit dieser Aussage bezwecken wollte, schließlich ging es hier gerade um etwas ganz anderes. Oder vielleicht doch nicht? Wollte sie entschuldigen, dass sie für diese Chance auch bereit war Dinge aufzugeben, ihn aufzugeben? Tom sah sie abwartend an, während sie für einen Moment in ihre Gedanken verstrickt war. Scheinbar war ihm auch nicht klar, was sie ihm sagen wollte. Betreten wendete Anna den Blick ab, als sie leise weitersprach. „Das heißt vermutlich , … dass wir uns besser nicht mehr begegnen sollten … . Ich meine, außerhalb der Firma?“ fragte sie schließlich so leise, dass es kaum zu verstehen war. Sie sah vorsichtig zu ihm auf und beobachtete Toms Mimik, denn insgeheim wünschte sie sich, dass er die Frage abwiegeln, und ihr sagen würde, dass das Quatsch sei. Aber den Gefallen tat er ihr leider nicht. „Da hast du wohl recht.“ bestätigte er stattdessen, und sein Blick nahm für einen kurzen Moment einen gequälten Ausdruck an, bevor sich wieder diese Gardinen der Abwehr davor zogen, die Anna schon auf der Eisbahn kennen gelernt hatte. Enttäuschung machte sich in Anna breit, und ließ ihr spontan die Tränen in die Augen schießen. Sie senkte ihren Kopf, während sie einen Schritt zurücktrat und ihre Hände aus seinen löste. Damit war es also entschieden. Sie hatte ihn ein letztes Mal geküsst, und jetzt sollte sie ihn möglichst schnell aus ihren Gedanken streichen. „Ok, ich geh dann mal.“ Sie zeigte Richtung Küche. „Ich wollte ja eigentlich zu Paloma.“ Ihre Stimme drohte zu versagen, und sie wusste, dass sie ihre Tränen nicht mehr lange zurückhalten können würde, also sah sie Tom noch ein letztes Mal an und nickte ihm zu, bevor sie an ihm vorbei ging, und ihn hinter sich ließ. Sie hörte noch ein leises „Tschüß“, bevor die Tür ins Schloss fiel. Schnell rannte sie zurück zur Tür und schaute hinter ihm her. Er drehte sich nochmal kurz um, und warf einen, wie sie fand, deprimierten Blick auf die Goldelse, bevor er die Hände tief in die Hosentaschen vergrub und mit gesenktem Kopf aus ihrem Blickfeld verschwand.

Anna ließ die Gardine sinken, die sie ein Stück zur Seite geschoben hatte, um besser sehen zu können. Die ersten Tränen hatten den Weg über ihre Wangen bereits angetreten, und traurig ließ sie sich auf die unterste Treppenstufe sinken. „Hey, was war das denn? Was ist los?“, hörte sie plötzlich Paloma, die bereits seit einiger Zeit am Vorhang gestanden, und ihre Freundin und diesen attraktiven Herrn Lanford beobachtet hatte. Anna sah erschrocken auf, und lächelte Paloma schließlich traurig zu, die Unterhaltung, die sie hatte führen wollen, hatte sich ja gerade erledigt. Sie wusste, wie sie sich zu verhalten hatte. Sie musste akzeptieren, dass er nur ihr Chef war. „Das war Tom, mein künftiger Chef.“ Sagte sie schließlich und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. Paloma schüttelte irritiert den Kopf, „Und den küsst du?“ Sie zeigte auf den Platz unter dem Mistelzweig, „so?“. Anna folgte ihrem Fingerzeig und sogleich ereilten sie die Gefühle, die sie eben noch voller Glück erfüllt hatten. „Ja“, sagte sie leise. „Anna, was ist los?“ Paloma verstand das ganze immer noch nicht. Sie hockte sich zur ihrer Freundin, die immernoch auf den Ort des Geschehens starrte. Warum war Anna so traurig? Anna hob schließlich den Kopf, und schaute ihre Freundin, die sie mit vor Mitleid überquellenden Augen ansah, betreten an. „Das war Tom.“ Palomas Augen weiteten sich noch ein Stück, und ihre Brauen zuckten überrascht nach oben. „Der Tom?“ Anna nickte, dann nahm sie ihre Freundin bei der Hand und zog sie in Richtung Küche. „Komm lass uns aufräumen. Das lenkt mich wenigstens davon ab, dass ich ihn vergessen muss.“
Gemeinsam waren sie noch eine ganze Stunde beschäftigt, bis das Restaurant wieder in üblicher Ordnung erstrahlte, und schließlich sagte Anna, „So, fertig. Den Rest mache ich morgen,“. Sie lächelte Paloma dankbar an. „Danke, dass du noch so lange geblieben bist, … und überhaupt, dass du für mich eingesprungen bist.“ Anna hatte bislang jeglichen Gesprächsversuch von Paloma abgeblockt und emsig vor sich hingearbeitet, und Paloma war sicher, dass Anna mit aller Kraft versuchte ihre Fassade aufrecht zu erhalten. Aber trotzdem wollte die Spanierin jetzt endlich wissen was los war. Sie hatte zwar verstanden, dass Tom Annas künftiger Chef war, aber wenn sie ehrlich war, verstand sie das Problem darin noch nicht so genau. Sie nahm Anna an die Hand und zog sie an die Theke. Dann stellte sie zwei Gläser mit Wein vor sich, und sah Anna entschlossen an. „So, und jetzt erzähl mal, was eigentlich los ist.“ Anna sah beiseite, und versuchte abzuwiegeln, aber Paloma ließ nicht locker. „Anna, ich bleibe hier sitzen, bis du mit mir geredet hast. Du kennst mich.“ Sie warf ihr einen strengen Blick zu und schließlich stieß Anna die Luft aus, und begann zu erzählen, was den Abend über passiert war, und was nun Stand der Dinge war.
Als sie endete, liefen ihr erneut ein paar Tränen über das Gesicht und Paloma strich ihr tröstend über den Arm. „Jetzt warte doch erst mal ab. Vielleicht entwickelt sich doch alles ganz anders.“ flüsterte sie ihrer Freundin zu und drückte Annas Arm. Aber bei diesen Worten stand Anna auf und sagte entschlossen. „Nein, ich will nicht abwarten. Ich muss das abhaken und dann wird es schon gehen. Was war denn auch. Ein gemeinsamer Abend. Nicht mehr und nicht weniger.“ Paloma sah sie zweifelnd an, aber sie ließ es dabei bewenden. Sie wusste, dass Anna letztlich alleine ihren Weg finden musste, mit der Situation umzugehen, auch wenn sie das untrügliche Gefühl, dass da mehr zwischen den Beiden war, als nur ein gemeinsamer Abend, nicht loslassen wollte.

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Fr Jan 25 2013, 10:59

Hach, wie schön und sooooo traurig. Meine Güte, warum können sie nicht einfach zu ihren Gefühlen stehen und sie ausleben. Chef und Angestellte hin oder her. Auf jeden Fall hast du mich für den nächsten Teil wahnsinnig neugierig gemacht.

Danke dir, meine Liebe

LG, Mini

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„Vor dem Schicksal zu fliehen,
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katha

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BeitragThema: "25"   Sa Jan 26 2013, 20:46

@ Mini:
Wenn das Leben so einfach wäre. Surprised Handeln ohne an die möglichen Konsequenzen zu denken, die Vergangenheit in seine Überlegungen einfließen zu lassen und sich schreckliche Szenarien auszudenken, ...
Deine Neugier soll befriedigt werden, ... vielleicht Wink
LG,
Katha
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So meine Lieben, ich hoffe, ihr habt alle ein schönes Wochenende. Wink
Hier der nächste Teil meiner Story.
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Die nächsten zwei Tage vergrub sich Anna in die Arbeit, während die sonstige Welt alle Energie darauf verwendete sich auf Weihnachten vorzubereiten. Anna hingegen unterzog die Goldelse einer Grundreinigung, erledigte die Buchhaltung bis ins letzte Detail, und ordnete sämtliche Utensilien im Büro und dem Gastraum. Sie wollte alles in einem geordneten und sauberen Zustand präsentieren und hoffentlich übergeben können, wenn nach Weihnachten die Bewerber für ihre Stelle in der Goldelse auftauchten. Schließlich lag ihr was an der Else, auch wenn sie selbst nicht mehr für sie verantwortliche sein wollte. Abends fiel sie erschöpft ins Bett, und schlief sogleich ein. Und genau das war ihr Plan. Hauptsache beschäftigt sein, und ihre Gedanken im Zaum halten. Verbittert kämpfte sie darum, den Junior-Chef Lanfords keinen Einlass mehr in ihren Kopf zu gewähren, wobei das ja schon ein Widerspruch in sich war. Schließlich ist das Denken daran, an jemanden nicht denken zu wollen ja schon völlig ausreichend, um ihn doch wieder auf den Plan zu rufen. Aber jedes Mal, wenn er sich in ihre Gedanken schlich, oder vor ihrem inneren Auge auftauchte, verdrängte sie ihn mit aller Macht, und so blieb es bei wenigen Ausflügen ins Tom-Land, und sie war verhalten optimistisch dass sie Tom nach den Weihnachtstagen, die sie außerhalb Berlins verbringen würde, endgültig als eine mehr oder weniger guter Erinnerung abhaken könnte. Das war zumindest ihr große Hoffnung.

Am Morgen des Heiligen Abends fiel die Wohnungstür der Polaukes mit einem lauten Knall ins Schloss. Anna zuckte zusammen. Sie stand im Durchgang von der Küche zum Wohnzimmer und lockerte langsam ihre geballten Fäuste. „Dann viel Spaß, und liebe Grüße an meine Schwester“ zischte sie sarkastisch hinter ihnen her, bevor sie sich auf ihren Platz am Frühstückstisch fallen ließ. Sie rieb sich die Hände über das Gesicht, bevor sie auf die noch auf dem Tisch stehenden Überreste des Weihnachtsfrühstücks starrte und die aktuellen Geschehnisse mit einem, „Dieses Jahr dann also Weihnachten ohne die Familie,“ resümierte.
Susanne hatte sich vor zwei Minuten mit Tränen in den Augen von ihr verabschiedet, und war Armin aus der Wohnung gefolgt, obwohl der eigentliche Plan vorgesehen hatte, dass sie alle gemeinsam bei ihrer Halbschwester Weihnachten feiern sollten. Anna war nicht besonders erpicht darauf gewesen irgendwo in die Pampa zu fahren, wo Katja sich vor kurzem einen kleinen Palast mit ihrem Zukünftigen gekauft hatte, na ja, sagen wir mal, der Zukünftige hatte den Palast für sie gekauft. Aber da ja schließlich Weihnachten war, was sie bisher immer im Kreise der Familie gefeiert hatte, war sie auf den Wunsch Armins eingegangen, und hatte sich für die kleine Reise vorbereitet. Sie hatte, gutherzig wie sie war, sogar überlegt, dass es doch vielleicht ein Chance war, sich ihrer Halbschwester endlich ein wenig anzunähern, war ihre Beziehung doch bislang alles andere als schwesterlich.
Dafür hatte die tolle Katja ihre Position in der Familie nämlich in der Vergangenheit viel zu oft ausgenutzt, um sich in den Vordergrund zu schieben, und dabei Anna nicht selten gegen die Wand laufen lassen.
Katja war Armins leibliche Tochter, während Anna eben nur die mit in die Ehe gebrachte Tochter Susannes war, und das hatte ihr Stiefvater sie auch immer spüren lassen. Katja, eine ziemlich Dumpfnuss, wie Anna fand, war immer sein Goldstück gewesen, hatte in seinen Augen immer alles richtig gemacht, und war die erfolgreiche und schöne Tochter, die er sich immer gewünscht hatte. Ganz im Gegensatz zu Anna, die von ihm immer nur zu hören bekommen hatte, dass sie ja nichts kann, dass sie sowieso keiner will, und gleichzeitig von ihm für sämtliche Probleme verantwortlich gemacht wurde, die in seinem oder dem Leben seiner geliebten Katja aufgetaucht waren. Schön, wenn man seinen eigenen Sündenbock immer zur Hand hatte.

Auf jeden Fall war Armin schon am Frühstückstisch so voller Vorfreude auf das Wiedersehen mit Katja gewesen, dass er begonnen hatte, sich versonnen über seine Lieblingstochter auszulassen, und sie in den höchsten Tönen zu loben. "Ich freu mich ja schon so auf Katja. Ich bin total gespannt auf ihr neues Haus. Alleine drei Bäder hat es, hat sie mir erzählt." Seine Augen leuchteten vor Aufregung, und er bekam gar nicht mit, wie sich Annas Blick immer mehr verfinsterte und Susanne ihm einen besorgten Blick zuwarf. Er fuhr einfach fort. "Und dieser Christian ist mal ein richtig guter Mann. Er ist erfolgreich, hat das nötige Kleingeld, und vor allem, er liest Katja wirklich jeden Wunsch von den Augen ab." Das muss er auch, dachte Anna, die mit wenig Erfolg versucht hatte diese Anwandlung von Ehrerbietung einfach zu überhören, damit sie nicht gleich vor sich auf den Tisch kotzen musste. Sonst wäre Katja ja schließlich gar nicht mit ihm zusammen. "Und auch beruflich hat sie ja eine tolle Karriere hingelegt. Assistentin der Geschäftsleitung. An so eine Position muss man erst mal kommen." schwelgte Armin weiter in seinem Vaterstolz." Dann richtete er sich an seine andere Tochter. "Anna, an Katja solltest du dir mal ein Beispiel nehmen. Sie hat´s geschafft. Sie hat wirklich was erreicht." Anna atmete tief ein und aus, und gab sich Mühe ihren Blick auf dem Teller zu halten, um ihre Beherrschung nicht zu verlieren. Wenn er nicht langsam Ruhe gibt, dann rasste ich aus, ging es ihr durch den Kopf, aber Armin dachte gar nicht daran. Er führte seine Gedanken mit verächtlicher Stimme weiter aus. "Aber sie hat sich ja auch nicht an irgendwelche Hirngespinste geklammert, sondern dafür gearbeitet, dass sie voran kommt. Du mit deinen naiven Träumereien fällst doch sowieso wieder auf die Nase. Designerin, dass ich nicht lache. Ich wette, spätestens in einem Monat kommst du auf Knien angerutscht und bettelst mich an, wieder in der Else arbeiten zu dürfen."Das Grummeln in Annas Bauch war angeschwollen, wie ein nicht aufzuhaltender Hefeteig, schließlich war sie es, die sich seit Jahren für Armin abrackerte und die Drecksarbeit erledigen musste. Und sie bekam nicht mal einen Dank dafür, während Katja, dieses schmarotzende Parasit, das alles in den Hintern geschoben bekommen hatte, es also richtig machte? Ja, sie hatte sich den Chef der Firma geangelt, und saß jetzt als Assistentin ihres Verlobten in seinem Vorzimmer um ihm stets zu Diensten zu sein und ein wenig hübsch auszusehen.
Anna konnte sich nicht mehr zurück halten, sie war so wütend. Während Susanne Armin zuzischte, dass er jetzt aber aufhören solle, stand Anna auf, und schoss zornige Blitze in seine Richtung. "Katja hat es also richtig gemacht? Da kann ich aber nur lachen. Sie weiß ja nicht einmal wie das Wort Arbeit buchstabiert wird, und was es bedeutet, weiß sie erst recht nicht. Schließlich hat sie nie einen Finger krumm machen müssen. Dafür hast du ja gesorgt." Ihre Mutter schaute Anna mit aufgerissenen Augen an, bevor sie ängstlich zu ihrem Mann sah, der zwar nicht erschrocken, aber doch ziemlich verblüfft und mit wachsendem Zorn zu Anna aufblickte. Susanne versuchte zu Retten was zu retten war. Sie legte Anna die Hand auf den Arm, "Anna, lass es gut sein," sagte sie flehend, aber Anna war gerade völlig in ihrem Element. Sie schüttelte die Hand ihrer Mutter energisch ab. "Nein lass ich nicht. Ich bin nicht mehr das kleine doofe Töchterchen was sich hier alles gefallen lässt." fuhr Anna sie an, bevor sie sich wieder Armin zuwendete. "Ich werde bestimmt nicht mehr angerutscht kommen. Ich werde Designerin, und du kannst in Zukunft sehen, wie du ohne deine billige Putze klar kommst. Ich werde mein Leben auch ohne dich und die Goldelse leben, das verspreche ich dir."
Na ja, um es kurz zu machen. Armin konnte das natürlich nicht auf sich sitzen lassen, und nach weiteren wütenden Worten die den Besitzer wechselten, hatte er sich schlichtweg geweigert Anna mitzunehmen, während Anna betont hatte, dass sie darauf auch gar keinen Wert lege. Und so würde Familie Polauke das erste Weihnachtsfest nicht in familiärer Eintracht begehen.

Was mache ich denn jetzt? Weihnachten alleine? Das war für Anna eine sehr seltsame Vorstellung, obwohl sie merkte, dass sie irgendwie eine gewisse Aufregung ereilte. Wieder hatte sie dieses Gefühl der Aufbruchstimmung. Vielleicht würde es ja Zeit, dass sie endlich erwachsen würde, und ein wenig Abstand zu ihrer Familie fand. Vielleicht war es genau das, was sie brauchte um endlich ihren eigenen Weg zu finden. Und dann hatte sie eine Idee. Paloma, ging es ihr durch den Kopf. Sie wusste, dass ihre beste Freundin den Weihnachtsabend alleine verbringen würde, da ihre Familie weit weg in Spanien lebte, und sie zurzeit auch keinen Partner hatte. Anna fasste einen Plan, und stand entschlossen auf. Schnell räumte sie den Tisch ab, kramte ein Kochbuch hervor und erstellte eine Einkaufsliste, und zwei Stunden später stand sie zufrieden in der Küche. Sie hatte alles bekommen, und eine DVD, mit einem der typischen Weihnachtskitschfilme hatte sie auch gleich mitgebracht.
Um die Überraschung für Paloma ein bisschen größer werden zu lassen, beschloss sie mit ihrem Anruf noch zu warten, und so lümmelte sie sich mit einem heißen Kakao auf die Couch und schaute, das schon zur Weihnachtstradition gehörende „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Sie liebte diesen Film, in dem sie sich früher immer als Aschenbrödel wieder gefunden hatte. Sie hatte immer davon geträumt, dass auch sie irgendwann von einem Prinzen gefunden würde, der von ihr so beeindruckt war, dass er sie mit seiner schimmernden Rüstung aus ihrem tristen Leben reißen würde, während er ihrer Schwester vor die Füße spuckte. Na ja, Kleinmädchenträume eben. Aber sie hatte lange Jahre, in denen sie sich verkannt und ausgenutzt vorgekommen war, von diesen Träumen gezehrt, bis sie endlich an den Punkt gekommen war, dass es keinen Sinn machte auf die Errettung zu warten. Mittlerweile war sie sicher, dass sie sich nur selbst aus ihrer deprimierenden Existenz befreien konnte. Trotzdem war es schön, wie Aschenbrödel und ihr Prinz schließlich glücklich in ihre gemeinsame Zukunft ritten. Sie wischte sich eine kleine Träne der Rührung weg, und lächelte vor sich hin. Seltsam eigentlich, dass es ihr immer wieder so erging.
Das war doch mal ein guter Einstieg in ein gelungenes Weihnachten, ging es ihr durch den Kopf. Sie schaltete den Fernseher aus, nahm das Telefon zur Hand und rief Paloma an. „Hallo Anna, das ist ja eine Überraschung. Ihr seid doch bestimmt schon unterwegs zu Katja,“ wurde sie von ihrer Freundin begrüßt und Anna schmunzelte zufrieden vor sich hin. Die Überraschung würde gelingen, und sie würden sich ein wunderbares Freundinnen-Weihnachtsfest machen. „Nööö, sind wir nicht, äh, das heißt ich nicht. Ich bin hier geblieben, und weißt du was? Ich habe alles vorbereitet, damit wir zwei beide ein super Weihnachten zusammen feiern können. Was hältst du davon?“ Anna hörte gespannt ins Telefon, war sie doch überzeugt ein kleines Aufquietschen oder ähnliches zu hören, aber am anderen Ende war betretenes Schweigen, bevor Paloma leise aufseufzte. „Anna, das tut mir leid. … Ich bin schon verabredet.“ Annas Gesicht entglitt zu einem enttäuschten Schmollmund. „Oh …, ja dann,“ sagte sie ernüchtert, aber da sprang Paloma gleich wieder ein, denn sie spürte natürlich, dass Anna enttäuscht war. „Weißt du was, du kommst einfach auch her, dann sind wir halt zu dritt.“ Anna schüttelte pikiert den Kopf. „Du triffst dich mit einem Mann, vermute ich?“ fragte sie vorsichtig nach, denn sie kannte Paloma gut genug, um zu wissen, dass sie den Namen einer Freundin schon längst erwähnt hätte. „Ja,“ sagte sie kleinlaut. "Wir haben uns am Wochenende erst kennen gelernt, und … na ja, wir haben spontan überlegt den Abend gemeinsam zu verbringen. Ich dachte ja, du wärst nicht da.“ fügte sie noch entschuldigend hinzu. Anna unterbrach die Stammeleien ihrer Freundin, schließlich hatte sie ja das gute Recht sich zu verabreden. „Paloma, alles gut. Ich dachte halt du wärst auch alleine, dann hätte das ja gepasst. Aber dann mach dir einen schönen Abend. … Und treibs nicht zu wild.“ Anna hörte, wie die Spanierin erleichtert die Luft ausstieß. „Danke, ich wünsch dir auch einen schönen Abend. Vielleicht fällt dir ja noch jemand anderes ein, den du einladen kannst?“ sagte sie lapidar, ließ in ihrem Tonfall aber deutlich durchscheinen, dass sie dabei an einen ganz bestimmten Typen dachte. Aber den würde Anna mit Sicherheit nicht fragen. Im Gegenteil, sie ärgerte sich über Palomas indirekte Erinnerung an ihn, und versucht den aufgekommenen Gedanken an Tom ganz schnell wieder zu verdrängen. Allerdings mit nur mäßigem Erfolg.
Na gut, dann halt ganz alleine und mit einem guten Film, bei dem ich mich mal richtig ausheulen kann. Grund genug, gibt es ja, dachte sie frustriert, hatte doch schon das Märchen, und nun auch Paloma dafür gesorgt, dass Tom, dessen Existenz sie die letzten Tage zumindest halbwegs erfolgreich verdrängt hatte, wieder völlige Präsenz in ihrem Hirn angenommen hatte. Was er jetzt wohl tut? Und wie er Weihnachten feiert? fragte sie sich einen Moment, wiegelte das Thema aber sofort ab. Er feiert bestimmt mit Isabella und seinem Vater, wie man das halt so macht, und außerdem ist er sowieso tabu.

Ihr Blick, fiel nach draußen, und da nach ewigen Tagen des grauen Nieselregens, endlich mal wieder die Sonne schien, beschloss sie, als erstes mal einen ausgiebigen Spaziergang zu machen. Und anschließend würde sie sich jeglichen leiblichen Genüssen hingeben, bei denen man sonst vor schlechtem Gewissen verging, aber schließlich war heute Weihnachten und sie war völlig allein, da hatte sie doch das recht mal völlig unvernünftig zu sein.

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    So Jan 27 2013, 10:43

Oh je, Weihnachten ganz allein. Das ist eine traurige Vorstellung. Aber gut, dass Anna sich davon nicht entmutigen lässt. Und wer weiß, wem man so alles bei einem gemütlichen Spaziergang über den Weg läuft. Ich freu mich auf mehr von dir. Ist gerade so richtig schön spannend. Also, mach ganz schnell weiter, ja ...

LG, Mini (die schon jetzt ganz ungeduldig ist)

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    So Jan 27 2013, 22:08

"26"
So, und zum Abschluss des Wochenendes noch eine kleine Fortsetzung von mir.
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In etwa zur gleichen Zeit betrachtete auch Tom die sonnige Welt vor seinem Fenster. Sein bester Freund Enrique hatte ihm gerade eine Absage für den gemeinsam geplanten Abend erteilt, und er war echt angefressen. Was regst du dich eigentlich auf. Bis vor ein paar Tagen bist du davon ausgegangen, den Tag wie jeden anderen Tag auch zu verbringen. Mit Arbeit. Dieses ganze Weihnachtsgedöns ist dir doch sowieso zuwider, ranzte er sich selber an. Er konnte gar nicht verstehen, warum er sich plötzlich so einsam und verlassen fühlte. Er war es doch gewesen, der abgelehnt hatte, mit Bruno und Isabella in die Berge zu fahren, um Weihnachten im Kreise der Familie zu feiern. Aber vor ein paar Tagen hatte er sich doch von Enrique breitschlagen lassen den Abend mit ihm zu verbringen. Er wusste auch nicht so genau was passiert war. Plötzlich hatte ihn die Einsicht ereilt, dass er im letzten Jahr alle Menschen, die ihm am Herzen lagen, und die auch redlich um ihn bemüht waren, aus seinem Leben ausgeschlossen hatte, und er wollte endlich was daran ändern. Und nun hatte er eingekauft und sich sogar darauf gefreut einen Männerabend mit seinem Freund zu verleben. Aber was war? Er stand doch alleine da, und was am schlimmsten war, er war spürte die Eifersucht an sich nagen. Enrique hatte ihm nämlich erzählt, dass er bei Paloma eingeladen war. Nicht, dass Tom das irgendwie störte, denn auch wenn die Spanierin, die er ja freitags auch flüchtig kennen gelernt hatte, eine durchaus attraktive Frau war, interessierte sie ihn überhaupt nicht. Aber sie war Annas Freundin, und nun hatte er das Gefühl, dass sich Enrique Anna über ihre Freundin annäherte, während er selbst alles daran setzen musste, sich von ihr fern zu halten. Ich habe es wohl nicht besser verdient. Das ist bestimmt die Rache für meine unzähligen Körbe, die ich Enrique im letzten Jahr gegeben habe, grummelte er vor sich hin und versuchte damit seinen Frust auf Enrique bzw. sich selbst zu lenken, um den eigentlichen Grund seines stetig wachsenden Frustes zu verleugnen. Genervt von der Welt und vor allem sich selbst, schnappte er sich seine Jacke und flüchtete aus der Wohnung, die ihm plötzlich schrecklich leer und kalt vorkam. Aber als er vor der Tür des Hauses ankam, blieb er ratlos stehen. Und nun, wo will ich jetzt hin? Er hatte keine Ahnung was er tun sollte, also ging er einfach los. Ohne sich ernsthaft in den Straßen umzusehen lief er vor sich hin, trat einen Schritt vor den anderen, nur um sich irgendwie zu beschäftigen.

Anna hingegen genoss es, das ruhige Berlin zu durchqueren. Es war kalt geworden. Irgendwie Schneewetter, dachte sie und registrierte wie zur Bestätigung, dass sich die Sonne schon hinter den Wolken versteckte, und sich der Himmel immer schneller zuzog. Es waren nur noch vereinzelte Menschen auf den Straßen unterwegs, die mit bepackten Tüten, aus denen Geschenke lugten, scheinbar zu ihren Liebsten eilten, und sie lächelte in sich hinein. Als sie einen kleinen Park durchquerte, beobachtete sie aus etwas Abstand zwei Kinder, die ausgelassen Ball spielten, bis schließlich ihr Vater an sie herantrat. „Kinder kommt, lasst uns mal sehen, ob das Christkind schon bei uns war?“ Und ohne zu murren ließen die Kinder das Spielen bleiben und liefen aufgeregt zu ihm hin. Jedes Kind griff nach einer Hand von ihm, und gemeinsam zogen sie ihn hibbelig hinter sich her. So muss Weihnachten sein. Sie fand diesen kurzen liebevollen Akt der kleinen Familie wirklich rührend. Irgendwann werde ich auch mit meiner eigenen Familie feiern, dachte sie optimistisch, auch wenn sie leise Wehmut in sich aufsteigen fühlte, denn sie hätte alles dafür gegeben auch einmal im Leben das Kind sein zu dürfen, dass aufgeregt ihren Vater hinter sich herzog, aber der hatte sie ja verlassen, sie alleine gelassen, und so ganz hatte sie ihm das bis heute nicht verziehen. Sie blickte in die Ferne und suchte zwischen den Häuserfronten nach dem Hochhaus, mit dem sie die letzte wirkliche Erinnerung an ihn verband. Und wieder, wie schon viele, viele Male zuvor, begann der Film der lang vergangenen Zeit vor ihrem inneren Auge zu laufen. Aber wie so oft, hielt sie ihn auf, es machte sie einfach zu traurig daran zu denken. Stattdessen schloss sie die Augen und legte ihren Kopf in den Nacken. Sie breitete die Arme aus, und konzentrierte sich auf sich selbst. Es hatte begonnen dicke Flocken zu schneien, und während sie sich langsam um sich selbst drehte, spürte sie, wie sich einzelne Schneeflocken auf sie setzten. Auf ihre Stirn, ihr Kinn, ihre Hände, ihre Wangen und dann schmeckte sie plötzlich die Feuchte des Schnees auf ihren Lippen. Sie fühlte sich von allem befreit, und sie genoss den Moment, in dem es plötzlich so richtig schien, dass sie da war, alleine, genau dort an diesem Ort. Hier bin ich, und ich werde mein Leben leben, dachte sie entschlossen, denn gerade ereilte sie wieder diese kribbelnde Neugier auf ihre Zukunft.
Völlig in Gedanken trat sie schließlich den Heimweg an. Die Dämmerung griff schnell um sich, während der Schnee das Grau der Stadt in ein reinliches Weiß hüllte. Und Anna fand, dass es noch schöner wurde. Überall leuchteten liebevoll dekorierte Fenster auf. Hinter den Scheiben waren warmer Kerzenschein und schön geschmückte Weihnachtsbäume zu sehen, und die vereinzelten Paare und Familien, die ihr begegneten sahen glücklich und zufrieden aus. Ihre erneut entfachte Aufbruchstimmung fokussierte ihre Gedanken auf die Zukunft. Bald werde ich einem Beruf nachgehen, den ich mag, bestimmt einen Mann finden den ich liebe, und der mich liebt, und ein wunderbares Leben leben. Eines in dem Menschen wie Armin nur noch eine kleine Nebenrolle spielen, machte sie sich selber Mut.
Unweigerlich taucht das Gesicht von Tom vor ihr auf und sie seufzte auf. Es verfolgte sie geradezu, auch wenn sie in den letzten Tagen alles dafür getan hatte, es als unwichtig abzutun. Aber dieses glückliche Strahlen in seinen Augen, als sie ihm nach der Weihnachtsfeier in der Goldelse in die Arme gelaufen war, hatte ihr Herz so sehr berührt, dass sie es einfach nicht vergessen konnte. Sie war immer überzeugt davon gewesen, dass ihr Herz ihr irgendwann das Signal geben würde, dass sie den Einen, den Richtigen, gefunden hätte, und wenn sie ehrlich war, würde sie ihr Leben darauf verwettet, dass das genau jetzt der Fall war. Nur leider war sie nicht ehrlich zu sich, und versuchte ihre Gefühle zu vertreiben. Denn sie wusste, dass sie sich entscheiden musste. Die Befreiung aus ihrem traurigen kleinen Leben, mit der großen Hoffnung auf innere Zufriedenheit und berufliches Glück, oder diese Liebe, wie groß sie auch immer sein mochte. Gerade schien es, als sei beides nicht zu vereinen, und um dieser Tragik aus dem Weg zu gehen, versuchte sie ihre Gefühle für Tom kleinzureden. Ich werde mich bestimmt nicht dem Chef an den Hals werfen, um dann schnellsmöglich als ein schmückendes Dekostück zu enden, oder durch diese Beziehung bevorzugt zu werden, oder schlimmer noch meine Chance zu vergeigen, weil es vielleicht doch nicht so läuft, wie es sein sollte. Sie hatte sich vorgenommen keine Kompromisse mehr einzugehen, aber da ihr das Leben keine Komplettlösung anbot, musste sie sich selbst überzeugen, dass eben eins nach dem anderen passieren würde. Und zur Zeit stand ihre berufliche Zukunft, die sie aus eigener Kraft erreichen wollte, eindeutig im Vordergrund, denn sie war die Grundlage für ihre Eigenständigkeit, der sie so sehr entgegen fieberte.
Aber nun hatten sie die Gedanken an die Zukunft auch wieder nachdenklich gestimmt, denn so großartig ihre Perspektiven waren, so einen bitteren Beigeschmack hatten sie auch. Kopfschüttelnd ging Anna in die nächste Querstraße und hob den Kopf. Dort hinten stand ihr Zuhause, die Goldelse mit angrenzender Wohnung. Sie blieb stehen und betrachtete das Haus, in dem sie aufgewachsen war, und sie fragte sich wie es wohl würde, wenn sie dem Ganzen hier schlussendlich wirklich den Rücken kehren würde, denn ansich hatte sie sich vorgenommen auszuziehen, sobald sie genügend Geld verdienen würde. Eine kleine eigene Wohnung stellte sie sich vor, aber bisher hatte sie den Gedanken daran immer wieder verdrängt. Zum einen, weil diese Idee bislang völlig utopisch war, da Armin ihr niemals so viel Geld gezahlt hätte, dass sie sich das hätte leisten können, und zum anderen, weil es für sie vermutlich so was wie ein Abschluss mit ihrer Vergangenheit bedeutete, wovor sie doch immer noch zurück schreckte. Hier hatte sie gelebt seit sie geboren war, und dieser Ort war der Ort, der für sie Familie bedeutete. Nicht die Familie, die sie die letzten fast zwanzig Jahre erlebt hatte, sondern die Familie, die sie sich immer gewünscht hatte. Mama, Papa und sie. Sie hatte nie endgültig damit abgeschlossen, dass ihr Vater nicht mehr da war, und insgeheim hatte sie wohl immer gehofft, dass er eines Tages wieder in der Tür stehen würde. Sie wusste, dass diese Gedanken und Gefühle ihrer Mutter, und selbst Armin und Katja gegenüber nicht ganz fair waren, aber sie hatte sie nie abstellen können.
Anna betrachtete immer noch das Haus, und die dunklen Fenster ließen sie leise aufseufzen. Weihnachten, ohne Familie, ohne Freunde, eigentlich ganz schön traurig, durchfuhr es sie. Sie setzte sich wieder in Bewegung, es brachte ja nichts noch länger in der Kälte rum zu stehen. Den Blick weiterhin auf die Else gerichtet lief sie die leere Straße entlang. Sie spürte, wie der weiche Schnee, der die Welt mittlerweile komplett eingenommen hatte, unter ihr einsackte und hörte das Knirschen ihrer Schritte, was sie lächeln ließ. Wenigstens das Wetter ist weihnachtlich, ging es ihr durch den Kopf, als sich ein zweites Knirschen in ihre stille Welt drängte. Verwundert sah sie sich um, und sah eine Person hinter sich herlaufen. Sie erschrak, fragte sich, ob sie verfolgt würde, aber bei näherer Betrachtung schien ihr der Gedanke ziemlich abwegig. Die Person die da näher kam, machte den Eindruck, als hätte sie sie noch nicht einmal bemerkt

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mo Jan 28 2013, 01:58

weihnachten ohne familie wie traurig,
aber mal erlich wer will schon mit armin die besinnlichen
tage verbringen? keiner...
ich kann mir denken wer da hinter anna her gelaufen kommt Smile bestimmt das tomylein Smile
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Anna97

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mo Jan 28 2013, 13:05

Hey ich melde mich auch mal wieder... Wink

Bitte bitte sag das diese Person die hinter Anna läuft Tom ist und Anna ihn dann zu sich einlädt dann sind sie wenigstens nicht allein... BITTE *ganzliebguck*
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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Di Jan 29 2013, 08:38

Oh Katha, das ist so traurig. Weihnachten sollte man wirklich nicht allein verbringen. Und ja, ich denke mal, dass Toms Versunkenheit ihn direkt zu Anna geführt hatte. Und ... na ja, was als nächstes passieren wird, darüber kann man im Moment wohl nur spekulieren. Möglich ist vieles und ich hoffe, nein ich bitte dich inständig darum, uns von diesen Spekulationen zu erlösen ...

Bitte ganz schnell weiter, meine Süße ... will MEHR lesen!

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Di Jan 29 2013, 20:22

Hey ihr Drei,
danke für eure Kommentare.
Ja, die arme Anna, ganz alleine an Weihnachten. crying Das kann schon mal zum Nachdenken anregen ... Selbstfindung, ist halt ein schwieriger Prozess. Embarassed
Aber, ich finde sie hält sich ganz gut. Und bestimmt macht sie sich auch noch einen schönen Abend, denn wie hast du schon gesagt Nicky, wer will schon Weihnachten mit Armin feiern. Rolling Eyes

Ich versuch euch gleich noch was einzustellen, aber ich verspreche nichts .... Cool

Jetzt muss ich nämlich nochmal in Ruhe die tollen Teile von Mini lesen, und natürlich kommentieren. Wink

Liebe Grüße
Katha

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BeitragThema: "27"   Di Jan 29 2013, 21:18

Wie war das Mini. Klein aber Fein. Ich hoffe, dass denkt ihr auch, wenn ihr meinen nächsten Teil lest. Smile
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Anna betrachtete den Mann, sie vermutete zumindest das es einer war, einen Moment, und war beruhigt. Er hielt seinen Kopf gesenkt, so dass sein Haar völlig weiß vor Flocken war, und schritt ohne rechts oder links zu gucken, in gleichmäßigen Schritten die Straße entlang. Wahrscheinlich würde er sie überhaupt nicht registrieren, wenn sie ihn nich absichtlich auf sich aufmerksam machen würde.
Anna knirschte also beruhigt weiter durch die Straße, sie hatte es ja nicht mehr weit, aber als sie gerade vor der Goldelse auf den Bürgersteig treten wollte, verfehlte sie die Bordsteinkante, die sie im Schatten eines Autos nicht so genau hatte ersehen können. Sie stolperte, und konnte sich so gerade noch im Schnee abstützen, damit sie sich nicht der länge nach hinlegte. „Shit!“ rief sie aus, als sie sich wieder aufrappelte und sich den nassen Schnee von den Händen schüttelte. Ihre Hände waren sofort eisig. „Verdammt, ist das kalt“ entwich es ihr leise. „Ist alles in Ordnung? Kann ich helfen?“ hörte Anna da eine Stimme hinter sich. Sie stockte … , die Stimme kenne ich doch, ging es ihr durch den Kopf, und schon überlief sie ein wohliger Schauer. Völlig perplex drehte sie sich um, und sah den Schneemann an, der hinter ihr aufgetaucht war. „Was machst du denn hier?“ entfloh es ihr, anstatt auf die gehörte Frage zu antworten, und erst jetzt regte sich auch in dem Gesicht ihres Gegenüber etwas. „Anna?“ fragte Tom irritiert. „Was machst du hier?“ Er betonte die Frage, als ob es völlig verwunderlich wäre, dass er Anna hier treffen würde, und diese verzog fragend das Gesicht, schließlich stand sie vor ihrem Zuhause. „Ich will nach Hause“, sagte sie skeptisch und neigte dabei mit hochgezogenen Brauen ihren Kopf, als ob sie ein wenig an seinem Verstand zweifelte. Sie zeigte auf die Goldelse, deren Eingang vielleicht noch 10 Schritte entfernt von ihnen zu erkennen war, und Toms fragender Blick wurde jetzt völlig verwirrt. Er schaute sich nach Orientierung suchend um, und konnte die Gewissheit, dass er genau vor der Goldelse stand wahrlich nicht verleugnen. „Äh, ja. Das macht Sinn,“ sagte er verlegen. Es war ihm merklich peinlich, denn er war tatsächlich so planlos durch die Straßen gelaufen, dass er nicht wusste wo er war. Und nun fragte er sich spontan, ob das hier Zufall sei, oder sein Unterbewusstsein mal wieder die Führung übernommen hatte. „Bist du ganz alleine unterwegs?“, fragte Anna nach dem Tatbestand, der eigentlich völlig ersichtlich war, und Tom nickte. „Ja, da mein bester Freund mich kurzfristig versetzt hat, bin ich heute Abend alleine. Und da ich nicht wusste, was ich … . Ich bin halt ein bisschen rumgelaufen.“, stotterte er erstaunlich ehrlich vor sich hin, und ausnahmsweise grinste Anna mal belustigt. Sie hatte schon wieder aufgeregt flatternde Schmetterlinge im Bauch, und ihre nachdenkliche Stimmung war plötzlich wie weg geblasen. „Und du?“ fragte Tom mittlerweile mit festerer Stimme nach? Scheinbar hatte er sich wieder ein wenig gefangen. Er nickte Richtung Haus. „Auf dich wartet doch bestimmt ein leckeres Familienessen, oder?“ Anna schüttelte den Kopf. „Fehlanzeige. Bei uns gab es heute Morgen Zoff, und so sind meine Mutter und Armin ohne mich zu meiner Halbschwester gefahren. Und mein Plan B ist leider auch schief gegangen. Meine liebe Freundin Paloma hatte nämlich leider schon was anderes vor.“ Sie schaute etwas zerknirscht, als ihr wieder bewusst wurde, dass sie sich den Abend ganz anders ausgemalt hatte. „Paloma? Na, wir haben ja tolle Freunde,“ folgerte Tom, und Anna wollte gerade aufgebracht darauf hinweisen, dass ihre Freundin in der Tat toll war, schließlich hatte sie ja nichts davon gewusst, dass Anna nicht wegfahren würde, aber das amüsierte Schmunzeln Toms ließ sie zögern. „Warum grinst du so?“ fragte sie stattdessen skeptisch nach, und Toms Brauen wanderten noch erheiterter in die Höhe. „Na mein Freund Enrique, du hast ihn doch auf der Weihnachtsfeier kennen gelernt, und deine Freundin sitzen wohl gerade zusammen auf der Couch und lassen es sich gut gehen, während wir hier in der Kälte rumstehen. Hat sie dir nicht erzählt, wer ihr Gast ist?“ Anna riss erstaunt die Augen auf und ein tiefes Grummeln löste die Schmetterlinge in Annas Bauch ab. Warum hat sie mir das nicht erzählt? Weil es mein zukünftiger Kollege ist, oder weil er mit Lanford und damit mit Tom zu tun hat? Das passte ihr jetzt ja mal gar nicht, dass sie von Tom Lanford aufgeklärt wurde, was ihre beste Freundin so trieb. Aber gut, sie fand Enrique ja selber ganz nett, warum sollte Paloma sich nicht mit ihm vergnügen, und Tom konnte ja nichts dafür ... . Also rang sie sich ein schräges Lächeln ab. „Aha. Ne, das hat sie wohl vergessen.“ Sie spürte wie ihr einige nasse, kalte Tropfen, die sich aus ihren schneebedeckten Haaren gelöst hatten, in den Nacken liefen und zog bibbernd die Schultern in die Höhe. „Ich muss jetzt mal da rein. Mir ist mittlerweile schweinekalt.“ Dann musterte sie den völlig verschneiten Mann vor sich, und obwohl sie ihr Verstand davor warnte, konnte sie sich nicht zurück halten, schließlich konnte man bei diesem Wetter doch keinen vor der Tür stehen lassen. „Und du siehst auch aus, als könntest du was Warmes gebrauchen. Hast du Lust auf einen heißen Tee?“ Tom war ihrem Blick an sich herab gefolgt und war verwundert wie er aussah. Er war tatsächlich der Schneemann, den Anna kurz zuvor in ihm gesehen hatte, aber bis gerade hatte er es gar nicht gemerkt.
Ihm ging es ähnlich wie Anna. Das ist keine gute Idee, Tom, sprachen seine Gedanken zu ihm, gar keine gute Idee, betonten sie nochmal, während er, seine Alarm schlagende Stimme im Kopf ignorierend, gleichzeitig dankbar lächelte und nickte. „Sehr gerne, ich glaube ich bin ein kleines bisschen nass.“ Eigentlich ist das ein Grund nach Hause zu gehen, und sich was Trockenes anzuziehen, du Idiot, schimpfte die Stimme weiter mit ihm, aber sie konnte es nicht aufhalten, dass er Anna zur Eingangstür der Goldelse folgte, und versuchte wenigstens ein wenig von dem Schnee loszuwerden, der sich auf ihm platziert hatte. Tom war immer noch irritiert, dass er ausgerechnet in dieser Straße gelandet, und dann auch noch auf Anna getroffen war, aber wusste er, dass er sich eigentlich hätte umdrehen und ganz schnell weglaufen sollen, um ihr aus dem Weg zu gehen, freute er sich heimlich über diese Begebenheit. Er stampfte einige Male fest auf und klopfte den Schnee von seiner Jacke, während er Anna beobachtete, die mit zitternden Händen versuchte die Tür aufzuschließen. Als ihr der Schlüssel das zweite Mal aus der Hand gefallen war, griffen sie beide danach, weil Tom ihr diese Aufgabe abnehmen wollte. Sie berührten sich kurz und sahen sich, gebückt, wie sie beide waren, einen kurzen Moment in die Augen. Ihre Hände waren total kalt, und so war nur wenig Gefühl darin, aber trotzdem hatte Tom das Gefühl, dass ihre Berührung wie ein Blitz durch seinen Körper zog, und er konnte sich dem fesselnden Bann ihrer Augen nur mit aller Kraft entziehen. Tom nahm den immer noch im Schnee glänzenden Schlüssel und richtete sich auf. Dann betrachtete er sie erneut mit besorgtem Blick. „Du zitterst ja wie Espenlaub. Lass mich mal machen“ Seine Stimme hatte einen wohligen, tiefen Unterton angenommen, und Anna erbebte kurz bei diesen fürsorglichen Worten. Oh, Gott, wie willst du nur schaffen, dich von ihm fernzuhalten?, schrie es in ihr, und als sie endlich die Tür wieder hinter sich abgeschlossen hatten, entschied Anna, dass sie sich einfach hinter die Theke verziehen würde, dahin würde er ihr ja mit Sicherheit nicht folgen, und die Barriere zwischen ihnen würde wohl ausreichen, dass sie sich im Griff behielt.
Einige Minuten später saßen sie also an der Theke und hielten ihre heißen Tassen in den Händen. Anna hatte sich einen Hocker herangezogen, auf dem sie jetzt saß und sich gegen das Regal hinter sich lehnte. Sie sog genießerisch den Geruch des Tees ein, und musterte Tom über den Rand ihrer Tasse hinweg, als der sich in der trostlos beleuchteten Else umschaute. Seine nassen Haare hingen ihm in kleinen Strähnen ins Gesicht, und das einfache schwarze Shirt, brachte, eng wie es war, seinen Oberkörper erst so richtig zur Geltung.Er sieht so verdammt gut aus. Das gehört doch einfach verboten, ging es ihr durch den Kopf. Unmittelbar flammte die Erinnerung an ihr gemeinsames leidenschaftliches Erlebnis auf. Wie sich seine muskulöse Brust unter ihren Händen angefühlt hatte, und … . Auf jedenfall durchzog ein Hitzestrom Annas Körper und ließ ihr Gesicht erglühen. „Anna?“, wurde sie plötzlich aus ihrer Betrachtung gerissen, und erschreckt schaute sie in das feixende Lächeln, dass ihr entgegenstrahlte und ihr klar machte, dass das Objekt ihrer Begierde einerseits wohl was gefragt hatte, was einfach an ihr vorbei gegangen war, und andererseits durchaus mitbekommen hatte, dass sie ihn nicht nur betrachtet, sondern auch Gefallen an dem Anblick gefunden hatte. „Was? Hast du was gesagt?“ fragte sie möglichst lässig nach, damit ihre Verlegenheit nicht so deutlich wurde. „Ob du den Weihnachtsbaum anmachen kannst? … oder mir sagst, wo das geht, dann kann ich auch … .“ Anna stellte sofort ihre Tasse ab, sprang schnell von ihrem Hocker herunter und lief um die Theke herum. „Ich mach schon“, beeilte sie sich zu sagen. Sie war froh etwas tun zu können, und nicht einfach vor ihm zu sitzen, denn so langsam bekam sie wirklich Angst vor sich selbst. Wenn sie sich nicht irgendwie beschäftigte, würde sie in ihrem eigenen Sabber ausrutschen, und das wäre dann doch zu peinlich. Also überlegte sie, während sie langsam wieder hinter die Theke trat, was man tun könnte, um nicht untätig herumzusitzen. Aber da kam ihr Tom völlig unbewusst zur Hilfe. „Danke, ich finde, wenn wir schon Weihnachten haben, … und ein so schöner Baum in der Nähe ist…“ Er lächelte Anna auf eine Art und Weise an, die sie völlig verrückt machte. Mann, hatte ich nicht überlegt, dass er bestimmt ein Idiot ist. Anna, er ist bestimmt ein Idiot. Er ist ein Idiot. Er ist… In diesem Moment ertönte ein lautes Magenknurren von der anderen Seite der Theke, und da war die rettende Lösung geboren. Ohne darüber nachzudenken schoss es aus ihr heraus. „Ich hab eine Idee?“ Toms Lächeln wich einem unverständigen Blick. „Was denn?“, aber er hatte die Frage noch nicht ausgesprochen, da war Anna schon hinter der Theke hervor geschossen, an ihm vorbei gelaufen und stiefelte die Treppe hinauf. Kopfschüttelnd schaute er hinter ihr her, Sie ist definitiv immer wieder für eine Überraschung gut.

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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mi Jan 30 2013, 00:39

schneemanntom Smile

da ist er unbewusst oder doch bewusst in ihre straße gelandet Smile
und nun sind se beide in der else Smile was anna wohl für eine idee hat??

Zitat :
Wenn sie sich nicht irgendwie beschäftigte, würde sie in ihrem eigenen Sabber ausrutschen
der war echt gut, ich musste voll lachen Laughing
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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mi Jan 30 2013, 03:22

Hey meine Süße,

sooo dank meiner tollen Arbeit habe ich es mit Verzögerung endlich geschafft, die letzten drei Teile nach zu lesen. Mad

Es sind sooo tolle Teile ... vor allem der Kuss unter dem Mistelzweig ist soo schöön. Embarassed
Leider ist es umso trauriger dass beide wieder mal nicht zu ihren Gefühlen stehen und sie wieder getrennte Wege gegangen sind .......... hmhm. =(

So, so ... es ist also Heiligabend ... Anna und Tom haben sich zufällig auf der Straße getroffen ... schwubs sind sie in der Else, die heute zufälliger Weiße auch noch leer ist und.. sie mal an ... Anna hat ja auch noch Sturm frei! What a Face
(Ich sollte wirklich ... WITKLICH mal mit diesen schmutzigen Fantasien aufhören! Smile )

Ich bin mal gespannt ob das, was ich mir da beim lesen zusammen gereimt habe auch stimmt und es einen Zusammenhang zwischen Annas "Lady's Night-Proviant" und Toms knurrendem Magen gibt! Wink idontknow (Erstmal schön den Magen voll hauen ... und dann schön im Bett - najaa..wie auch immer...! Razz )
Ou, ouu, OUUU ... und dann auch noch den Weihnachtsbaum an ... also was würde da noch für eine romantische Weihnachtsstimmung fehlen!? Höchstens noch ein Gläschen Wein, oder!? Wink
Kein wunder das Anna von seinem Körper nicht wegkommt ... diese Atmosphäre lässt die Hormone verrückt spielen!!! Cool Razz

Bitte, bitte liebe Kati lass uns nicht allzu lange warten ... ich will MEEEHRRR!!! Rolling Eyes

GLG Ani
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BeitragThema: Re: AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"    Mi Jan 30 2013, 08:51

Hach, wie ist das schön. Da treffen sich die beiden im dickstens Schnee. Konnte mir Tom in seinem Schneemann-Outfit wirklich gut vorstellen *grins*
Und wie praktisch, dass da gleich die Else ist und alle ausgeflogen sind. Mhmm ..., der weitere Verlauf der Geschichte lässt nun ordentlich Raum für Spekulationen, die ich hier natürlich nicht ausbreiten werde. Ich lass mich einfach überraschen, wie es weitergeht.

Vielen lieben Dank für diesen wunderbaren Teil, meine Katha.

LG, Mini

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AnTom "Eine ereignisreiche Zeit"
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