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 Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"

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Mini_2010

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BeitragThema: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Jan 07 2013, 12:20

das Eingangsposting lautete :

Liebe LeserInnen und AudL-Fans,

die nachfolgende Story habe ich vor ein paar Monaten begonnen zu schreiben. Sie ist noch nicht fertig - worum ich mich aber redlich bemühen werde
- aber ich möchte sie euch nun doch nicht mehr länger vorenthalten. Die Idee kam mir, nachdem ich eine von Staffis One-Shots gelesen hatte ...

Ein paar kleinere Anmerkungen vorab:

Anna und Tom waren nie verheiratet gewesen und haben auch ihre Partner nicht verloren. Tom ist erst vor Kurzem aus Amerika zurückgekommen, während Anna mit Jonas zusammen eine Werbeagentur führt. Alles andere, lest selbst ...

Viele Spaß!


Liebe Grüße,
Mini

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„Vor dem Schicksal zu fliehen,
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um zu sich selbst zu finden.“
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Do Aug 22 2013, 20:12

Hi, ihr Lieben,

wollte euch nur schnell einen Gruß dalassen und euch ein schönes Wochenende wünschen. Bin mal wieder unterwegs. Der nächste Teil ist in Arbeit, weiß aber noch nicht genau, wann ich den endlich mal fertig bekomme.

Bitte habt etwas Geduld. brav 

Danke und LG,
Mini

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Fr Aug 30 2013, 21:55

Puh, das war eine schwere Geburt, aber ich habs geschafft. Very Happy Ein kurzer Teil, aber dafür ist der nächste Teil schon fast fertig. Also, bitte mit Genuss lesen und nicht gierig verschlingen, gelle ... Wink 

Viel Spaß, Mini

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Teil 35

Sanfte Finger glitten flüsterzart über seinen Rücken. Er seufzte leise als ein wohliger Schauer über seinen Körper jagte. Lippen, feucht und unendlich zart bahnten sich langsam ihren Weg über seine Schulter. Ein zufriedenes Brummen vibrierte in seiner Kehle. „Sweetheart“, murmelte er leise. Die Lippen hielten in ihrer Liebkosung inne. „So hast du mich noch nie genannt.“, raunte eine Stimme, weich und verführerisch ... und irgendwie fremd in dieser Szenerie. Aber das hier war schließlich nur ein Traum. Sein Traum. Er seufzte selig, als sich ein warmer Körper gegen seinen Rücken schmiegte. Ja, genauso mochte er es. Langsam wandte er sich um, ein Lächeln auf dem Gesicht, während seine Finger blind tasteten und auf warme weiche Haut trafen. Zärtlich glitten seine Hände über ihren Arm, streichelten über den Bogen ihrer Taille und fanden ihre Hüfte, ehe sie die Rundungen ihres Pos sanft erkundeten. War es wirklich nur ein Traum? Er fühlte sich real an, so real, dass er Annas Atem spüren konnte, der warm über seine Haut strich. Sein Puls begann zu rasen, brachte sein Blut in Wallung, was ihre sanften Berührungen erhitzt hatte. Das leise Seufzen, was seine Finger ihrem Innersten entlockten, klang wie die schönste Melodie in seinen Ohren. So oft hatte er von ihr geträumt, sich in ihrer Arme geflüchtet und sich in ihren Berührungen verloren. Und dennoch war dieser Traum anders. Er drehte sich auf den Rücken und kniff die Augen zusammen, als das Licht hinter seinen Lidern stärker wurde, ihn dazu zwingen wollte, die Augen zu öffnen, ihm diesen wunderschönen Traum zu entreißen versuchte, in dem er noch länger verweilen wollte. „Tom?“ Wieder diese Stimme, umschmeichelnd und schön ... und so anders als in jedem seiner unzähligen anderen Träume. Hände. Warme weiche Hände, die ihn behutsam streichelten, über seine Brust glitten, seinen Bauch ... Er seufzte, und wie von selbst hoben sich seine Hände, legten sich um ihr Gesicht, was so verführerisch auf ihn herablächelte. Seine Finger glitten durch Haar. Weich wie Seide - sooft hatte er es auf seiner Haut genossen - in seinen Träumen. Sie beugte sich über ihn, langsam, so als wollte sie das Knistern, was zwischen ihnen vibrierte, auskosten ... den Moment intensivieren. Ein Lächeln umspielte seinen Mund, als ihre Lippen über sein Gesicht strichen, ihr süßer Atem ihn umhüllte. „Aufwachen“, säuselte die Stimme. Nein ... noch nicht ... Missmut kräuselte seine Lippen und ein unwilliges Brummen entwich seiner Kehle. Seine Lider zuckten, drohten, den Kampf gegen das Licht zu verlieren. Blinzelnd ergab er sich schließlich. Schemen wurden sichtbar, ganz langsam. „Sweetheart.“, seufzte er erneut, leise und ehrfurchtsvoll wie eine Anbetung. „Es gefällt mir, wie du mich nennst.“ Lippen auf seinen ... ein Hauch von einem Kuss. So verführerisch. Der Schemen, der über ihm schwebte wurde deutlicher, nahm Konturen an. Dann sah er sie ... Anna. Doch dann verblasste der Schemen wieder, veränderte sich plötzlich und wurde dunkler. Er blinzelte, versuchte, das Bild festzuhalten. Vergeblich. Er schlug die Augen auf ... und sein Herz geriet aus dem Takt, als er das Lächeln sah, das über ihm schwebte. Ein Lächeln aus tiefbraunen Augen, in einem Gesicht umrahmt von dunklem Haar. Das Bild wirkte zuverlässig wie eine Eisdusche, die einen sicher aus jedem Koma holte. Schlagartig war Tom hellwach. Und während sein halbwacher Verstand sich fragte, wo Anna war, fixierten seine Augen das liebreizende Gesicht einer Frau, die definitiv nicht in seinen Traum gehörte. „Carla?“

„Wer denn sonst?“, antwortete sie mit weicher, schmeichelnder Stimme. Ruckartig fuhr er von den Kissen hoch. Seine Hände, die auf ihren Armen ruhten, schoben sie abrupt von sich. Geistesgegenwärtig griff er nach der Decke und zog sie in einer Geste ungewohnter Scham bis unter das Kinn. Ihre Augen blickten verwirrt, und ihre Lippen formten sich zu einem hinreißenden Schmollmund. Offenbar hatte sie eine andere Reaktion erwartet. Was ihm schlichtweg egal war, denn vielmehr beschäftigte ihn die drängende Frage, was sie hier machte. In seiner Wohnung. In seinem Bett. Flüchtig huschte sein Blick über sie, und erst jetzt registrierte er, dass sie bis auf einen BH und ein Höschen nichts trug. Nicht gut. Gar nicht gut. Versucht beiläufig hob er die Decke an, mit der er sich noch immer krampfhaft bedeckte und warf einen verstohlenen Blick darunter. Erleichtert stieß er die Luft aus - er hatte zumindest noch seine Hose an - ehe er seinen Blick wieder auf Carla richtete und ihn die schmerzliche Gewissheit durchfuhr, dass der Traum vorbei und er in die brutale Realität zurückgekehrt war, noch immer begleitet von der drängendsten Frage aller Fragen. „Was machst du hier?“ Die Worte kamen grober über seine Lippen als er beabsichtigt hatte. Ihr Blick, eben noch die pure Versuchung, verdunkelte sich. Die Lippen zu einer schmalen Linie zusammengepresst, wich Carla zurück und gab Tom die Gelegenheit, die Decke von sich zu ziehen und aus dem Bett zu schlüpfen, sich der Gefahrenzone zu entziehen und soviel Abstand zwischen sich und Carla zu bringen, wie der Raum zuließ. „Ich wünsche dir auch einen schönen guten Morgen.“, entfuhr es ihr schroff. Sie war sauer. Gut. Das war er auch, schließlich hatte sie ihm seinen schönen Traum zerstört. Hey, jetzt reiß dich mal zusammen. Wenn sie hier nicht eingebrochen ist, dann heißt das wohl, dass du sie freiwillig in deine Wohnung mitgenommen hast ..., blaffte sein Unterbewusstsein angesäuert. Tom schloss die Augen und stieß langsam den Atem aus, versuchte, sich zu sammeln, Ruhe zu bewahren ... und sich daran zu erinnern, was gestern vorgefallen war. Doch so sehr er sich auch bemühte, es gelang ihm nicht, in den Teil seiner Erinnerungen zu gelangen, die von nebulösem Rauch umgeben waren. Das letzte, an das er sich sicher erinnerte, war der Moment, in dem Carla und Virgin neben ihm an der Bar im Cheers aufgetaucht waren, während er sich mit Jack amüsiert hatte. Danach - nichts. Gar nichts. Bis auf dieses gleichmäßige Hämmern in seinem Kopf, das ihm die sichere Bestätigung gab, dass er sich ziemlich intensiv mit Jack beschäftigt hatte. Ja, verdammte Scheiße ... Du hast dich vollaufen lassen ..., schnauzte sein männliches Ego und schleuderte frustriert die leere Jack Daniels Flasche gegen die nächste Wand. Ein neuerliches schmerzvolles Hämmern jagte augenblicklich durch seinen Kopf. „Soll ich uns einen Kaffee machen?“, mischten sich Carlas Worte in seinen Versuch, gedanklich den vergangenen Abend zu rekonstruieren. „Nein.“, gab er ruppig zurück und bedachte Carla mit einem finsteren Blick. Die Brünette verzog mit einem genervten Seufzen das Gesicht, erhob sich mit deutlichem Widerwillen von dem Bett und begann, ihre Klamotten zusammen zu sammeln. Du könntest echt ein bisschen netter zu ihr sein ..., echauffierte sich sein Unterbewusstsein, dieser ständige Besserwisser mit seinem Gerede über gute Manieren. Eine Entschuldigung rollte ihm auf die Zunge, doch Tom presste nur die Lippen zusammen, schluckte die Worte hinunter, bevor er sie aussprechen konnte. Freilich hätte er sie nicht so schroff anfahren sollen, aber was sollte er denn tun? Sie war hier ... gegen seinen Willen. Und wo war Anna stattdessen? Die haste gestern in der Goldelse sitzen gelassen ..., trällerte sein männliches Ego mit einem zynischen Unterton. Die Ernüchterung folgte mit der Erinnerung an dieses vermaledeite Date. Wieder fiel sein Blick auf Carla, die nun auf der Bettkante hockte und sich gerade einen dieser sexy schwarzen Strümpfe über ihr rechtes Bein zog - offenbar nicht ohne Hintergedanken. Demonstrativ stieß Tom sich von der Wand ab und griff nach T-Shirt und Jacke, die auf dem Ledersessel lagen. „Ich geh joggen.“, erklärte er knapp, zog das Shirt an und wandte sich hastig um, um Carlas Anblick zu entgehen. Die Hand bereits an der Klinke ließ ihn ein vernehmliches Räuspern innehalten. Mit gerunzelter Stirn wandte er sich um und schaute in ein ernst dreinblickendes Gesicht. Den Daumen demonstrativ nach rechts gerichtet, hob Carla in ironischer Weise eine Augenbraue. „Badezimmer. Die Wohnungstür ist dort.“ Tom folgte ihrem Wink und schluckte. Scheiße ... Die Situation verwirrte ihn mehr als ihm lieb war. Ein Zustand, der ihm gar nicht behagte, genauso wenig wie das angriffslustige Blitzen in Carlas Augen. Die Furie wartete nur wenige Millimeter unter ihrer Oberfläche, soviel war klar. Sie würde ihn fressen. Er zögerte keine Sekunde, wandte sich wortlos um und durchquerte mit eiligen Schritten das angrenzende Wohnzimmer. Er musste hier raus ... weit weg von Carla und seinen wirren Gedanken. Von dieser Situation, die ihm - sonst völlig normal - jetzt wie der blanke Horror vorkam. Die Klinke der Wohnungstür in der Hand hielt er kurz inne und holte leise Luft. „Tut mir leid, Carla.“, murmelte er und flüchtete ins Treppenhaus, den stillen Wunsch im Kopf, dass sie weg war, wenn er zurückkehrte.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Sa Aug 31 2013, 16:55

Ist das schön, dass es weiter geht Very Happy 
Tja Tom, so ist das, wenn man sich so zulaufen lässt. Da kann man schon mal böse Überraschungen erleben. Laughing 
Aber ich finde es sehr schön, wie er reagiert. Obwohl Carla diese Einschätzung wohl nciht teilen wird. Ich freu mich auf jeden Fall auf den nächsten Teil. Und am besten ist ja, dass er schon bald kommen wird. Gelle Wink 

Liebe Grüße und einen dicken Knutscha
Katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Sep 03 2013, 21:06

                 hmm ...  
 noch ein Versuch
Ich gebe auf ...  




Razz 

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Sa Sep 07 2013, 12:01

@Katha: Scherzkeks Razz 

Aber wenn du die Pompons noch ein wenig schwingst, könnte es mit einer baldigen Fortsetzung klappen ... Laughing 

LG, Mini

P.S. die Feder glüht schon ... write 

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Sa Sep 07 2013, 15:05

Hallo, meine Lieben ... Sorry, sorry, sorry ... ich hatte ja geschrieben, dass der nächste Teil schon so gut wie fertig war. Dennoch hab ich es einfach nicht geschafft, ihn einzustellen. Was ich jetzt aber nachholen möchte. Ich hoffe, ihr habt - trotz der Verspätung - dennoch Spaß mit dem neuen Teil.

LG, Mini Wink 

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Teil 36

Tom war in der Ordnung seiner Gedanken, die er sich mit seiner Flucht an die frische Luft versprochen hatte, nur mäßig erfolgreich gewesen, als er knapp zwei Stunden später durchgeschwitzt vor seiner Wohnungstür stand. Auch wenn Jeans und Lederjacke nicht unbedingt das ideale Outfit für einen ausgiebigen Lauf waren, hatte er sich förmlich die Seele aus dem Leib gerannt. Bis er in dem nahegelegenen Park angelangt und schließlich erschöpft auf eine Bank gesunken war. Aber genau das hatte er gebraucht, um zumindest einen einigermaßen klaren Kopf zu bekommen. Innerlich war da das Bedürfnis, sich bei Carla für sein Verhalten zu entschuldigen, auf der anderen Seite betete er genau in dem Moment, in dem er den Schlüssel in das Schloss steckte, dass er die Wohnung leer vorfinden würde. Er hielt den Atem an, als das Schloss klackte und die Tür aufglitt. Langsam stieß er die Luft aus und lauschte in die Stille, und kam sich vor wie ein gemeiner Dieb, der sich in eine fremde Wohnung schlich. Einfach lächerlich. Zum Glück wurden seine Gebete erhört, denn der Stille, die ihm entgegenschlug, nach zu urteilen, war Carla tatsächlich gegangen. Gut so. Er würde sich am Montag bei ihr entschuldigen. Mit einer lässigen Bewegung warf er seine Jacke aufs Sofa und streifte sich das verschwitzte T-Shirt über den Kopf. Eine Dusche war genau das, was er jetzt brauchte. Sein Blick fiel auf seinen Laptop, der unschuldig auf dem Glastisch stand, und sofort kehrten die Erinnerungen des vergangenen Abends in all ihren blumigen Facetten zurück. Bei ihr solltest du dich auch entschuldigen ..., mahnte ihn sein Unterbewusstsein. Tom schloss die Augen und seufzte gequält. Hey, Anna kann schließlich nichts dafür, dass Dr. Lover so ein verdammter Feigling ist ..., setzte sein männliches Ego noch einen drauf und grinste ihn breit an. Seit wann waren sich die beiden mal einig? Reuig wandte Tom den Kopf ab und steuerte mit dem festen Vorsatz, dieses Dilemma aus der Welt zu schaffen, das Badezimmer an.

Nach der wohltuenden Dusche, die sowohl den Schweiß als auch ein wenig die Dämonen des vergangenen Abends hatten abspülen können, schlüpfte er in eine bequeme Hose und goss sich einen Kaffee ein. Dann öffnete er seinen Laptop, mit dem festen Vorhaben, zumindest eine Erklärung für sein Fernbleiben abzugeben und wartete geduldig, dass sich das Internet öffnete. Mit einem gezielten Griff fischte er den Zettel, auf dem Enrique ihm die Zugangsdaten für Dr. Lovers Account geschrieben hatte, aus den Tiefen seiner Jackentasche. Seine Finger zitterten ein wenig, während er die Daten eintippte. Mit klopfendem Herzen wartete er, bis der Login erfolgt war ... und hob überrascht die Brauen, als er eine Nachricht von Anna alias Little Sweetheart in Dr. Lovers Account fand. Ein merkwürdiges Gefühl flammte in seiner Magengegend auf, während er sich fragte, warum sie diesen Trottel, der sie sitzengelassen hatte, noch immer anschrieb. Die Antwort folgte prompt, als er die Nachricht öffnete ... und ließ ihn für einen Moment sprachlos auf den Bildschirm blicken.

LITTLE SWEETHEART: Falls es dir entfallen sein sollte, wir waren für heute verabredet. Und während ich auf einen Mann mit einer roten Rose gewartet habe, habe ich geduldig die Wände angestarrt. Ja gut, vermutlich hattest du einen dringenden Termin oder eine spontane Grippe ... oder vielleicht doch keinen Bock. Weißt du, solche Männer wie du können mir wirklich gestohlen bleiben. Danke fürs Sitzenlassen!!! Little Sweetheart
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Wieder und wieder las Tom diese Zeilen. Und je länger er das tat, umso unwohler fühlte er sich, war er doch zweifelsfrei die Ursache für diesen verbalen emotionalen Ausbruch. Seufzend stieß er die Luft aus. Der Gedanke, sein Date einfach sitzen gelassen zu haben, bereitete ihm zunehmend Kopfschmerzen - zuzüglich zu denen, die Jack schon verursacht hatte. Nun gut, als er sich gestern auf den Weg gemacht hatte, hatte er das auch in dem vollen Bewusstsein getan, einen netten Abend mit einer netten Frau zu haben. Bis zu dem Moment, in dem er dieses Lokal betreten und sie erblickt hatte. Anna. Nie im Leben hätte er sie hinter Little Sweetheart vermutet. Was für ein Schock. Doch anstatt die Hinterbacken zusammenzukneifen und sich zu erkennen zu geben, hatte er sich feige vom Acker gemacht. Schlimmer noch, er hatte im Anschluss den Tröster spielen wollen – was zugegebenermaßen deftig in die Hose gegangen war. Stöhnend dachte er an das abrupte Ende ihres „Gesprächs“ zurück. Und irgendwie musste er das schleunigst wieder geradebiegen. Aber wie? Gib Dr. Lover den Laufpass, dieses Doppelleben ist eh scheiße ..., meldete sich sein männliches Ego, was lässig die Beine über die Sofalehne geschwungen hatte und nun kopfüber auf der Couch hängend einen skurrilen Anblick gab, zu Wort. Ein Gedanke, der gar nicht mal so abwegig war, wie Tom sich selbst eingestehen musste. Zumindest würde das einiges einfacher machen ..., dachte er und nippte an seinem Kaffee, der heute irgendwie beschissen schmeckte. Angewidert verzog er den Mund, nachdem er einen weiteren Schluck genommen hatte. Kein Wunder, du hast Salz reingekippt, du Idiot …, schalt er sich, als er den Fehler im Geschmack identifiziert hatte und wie zur Bestätigung sein Blick die Büchse mitten auf dem Tisch erfasste, auf der groß „Salz“ stand. Mit einem genervten Stöhnen erhob er sich und beförderte das widerwärtige Gesöff in den Ausguss. Gegen die Spüle gelehnt verharrte er einen Moment und starrte blicklos vor sich hin, während alle seine Gedanken darauf gerichtet waren, was er tun sollte. Was grübelst du eigentlich darüber …, mischte sich sein männliches Ego erneut ein. Ehrlich, ich versteh dich nicht ... Sonst ist es dir doch auch egal, was mit den Frauen passiert, nachdem du mit ihnen angebändelt bist. Ja, normalerweise würde er auch keinerlei Gedanken an derlei Dinge verschwenden. Aber seit er Anna kannte, war eben nichts mehr normal. Anna ... Die Bilder seines Traumes schoben sich ungefragt in seinen Kopf, und ein sehnsüchtiger Ausdruck erschien auf seinem Gesicht, ehe sein Blick wieder auf seinen Laptop fiel. Seine Miene verhärtete sich, als sich unvermittelt ein Bild von Anna und Dr. Lover, hinter dem ja eigentlich Enrique steckte, in sein Hirn schob. Ziemlich grotesk, doch es genügte, um ihn aus seiner Starre zu reißen. Kurzerhand ließ er sich wieder vor seinem Laptop nieder. Erneut überflog er die Zeilen, die sie ihm gestern Abend geschrieben hatte und schüttelte den Kopf. Jede andere Frau hätte nach diesem Dilemma jeglichen Kontakt abgebrochen. Aber nicht sie. Unweigerlich zollte er ihr Respekt, dass sie mir ihrer Meinung nicht hinter den Baum hielt. Diese Direktheit gefiel ihm, begegneten ihm in seinem Geschäft doch tagtäglich Leute, die mehr eine perfekte Fassade zur Schau trugen als ihr wahres Gesicht zu zeigen. Tja, Vertrauen gab es eben nicht an jeder Ecke zu kaufen. Umso schäbiger fühlte er sich, dass er ihres so missbraucht hatte. Ohne sein bewusstes Zutun flogen seine Finger über die Tastatur und formulierten eine Antwort ...

DR. LOVER: Hallo Little Sweetheart … tut mir leid, dass ich unser Treffen verpasst hab, hatte eine kurzfristige dringende Dienstreise, leider unaufschiebbar. Dr. L
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Einen unendlichen Moment lang schwebte Toms Zeigefinger über dem Sende-Button ... Warum eigentlich soll ich mich als Dr. Lover bei ihr entschuldigen? ..., ging es ihm urplötzlich durch den Kopf. Besser sie vergisst den Typen - und das so schnell wie möglich. Sein männliches Ego nickte voller Inbrunst, und ein triumphierendes Lächeln zuckte in seinen Mundwinkeln, als er schließlich erkannte, welch perfekten Auftakt sie ihm mit ihrer Nachricht gegeben hatte, sich diesen leidigen Zeitgenossen endlich vom Hals zu schaffen. Ohne länger darüber nachzudenken, löschte Tom die verfasste Nachricht, loggte sich in die Benutzerdaten und beendete Dr. Lovers leidige Existenz. Zugegeben, nicht unbedingt die charmanteste Einlage, wie er sich eingestehen musste. Aber nach allem was gestern bereits vorgefallen war, lediglich ein weiterer Tropfen auf den heißen Stein - von dem er inständig hoffte, er würde ihn nicht zum Bersten bringen, ehe er die Situation wieder ins Lot gebracht hatte. Geduldig wartete er auf die Bestätigung, bevor er sich in sein eigenes Profil einloggte.

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Akribisch schlang Anna sich das weiche Badetuch zu einem Turban um ihren Kopf. Die Nacht war lang und schlaflos gewesen, nachdem sie aus einem merkwürdigen Traum hochgeschreckt war. Ruhelos hatte sie sich den Rest der Nacht hin und her gewälzt, während sie die abstrusesten Gedanken ereilt hatten. Die Ringe unter ihren Augen waren demnach ein logisches Resultat, dennoch zuckte sie kurz zusammen, als sie flüchtig ihrem Spiegelbild begegnete. „Das musste ja so kommen.“, murmelte sie leise vor sich hin und stieß einen tiefen Seufzer untrüglicher Frustration aus. Sie hatte gehofft, dass die Nacht ausreichen würde, die Geschehnisse des vergangenen Abends vergessen zu machen. Doch dem war nicht so. Auch wenn sie tief in ihrem Inneren erleichtert darüber war, dass das Date nicht stattgefunden hatte, empfand sie es dennoch als eine bodenlose Frechheit, sie ohne ein Wort geschlagene zwei Stunden wie einen Volltrottel in einem Restaurants sitzen zu lassen. Ob sie sauer war? Klar, war sie das, ... aber zu dem Groll hatte sich, seit dieser Traum sie aus dem Schlaf gerissen hatte, noch etwas anderes gemischt. Unbehagen und der leise Hauch eines schlechten Gewissens. Zugegeben, sie hatte ziemlich heftig reagiert. Ein Verhalten, was normalerweise gar nicht zu ihr passte. Oh, nicht dass sie das Verhalten ihres so genannten Dates billigen würde, aber ... Ach verdammt ... Was, wenn er wirklich kurzfristig verhindert gewesen war und keine Chance mehr hatte, mir Bescheid zu sagen? ..., dachte Anna reumütig. Und was bitte sollte ihn derart verhindert haben? ..., meldete sich ihr Unterbewusstsein, was noch ziemlich zerknittert aus den Laken lugte. Sie starrte auf die Frau im Spiegel und zuckte die Schultern. Vielleicht hatte er einen Unfall. Oder seine Mutter ist plötzlich krank geworden ..., versuchte sie, den Umstand zu begründen. Vielleicht ist er auch gestorben ..., fügte ihr Unterbewusstsein sarkastisch hinzu. Oder er hatte einfach keinen Bock ... Eilig schob Anna den Gedanken beiseite. Nein, es gibt sicher eine ganz plausible Erklärung ... Was jedoch nichts an der Tatsache änderte, dass sie ihn sprichwörtlich zur Schnecke gemacht hatte. Ein temporärer Anfall von Wut, den ihr ausgeprägtes Temperament nicht hatte aufhalten können. Kopfschüttelnd wandte Anna sich von ihrem Spiegelbild ab, wickelte sich ein zweites Handtuch um den Körper und schlüpfte zurück in ihr Schlafzimmer. Einen Moment lang beäugte sie missmutig ihren Laptop, der, von der Situation völlig unbeteiligt, unschuldig auf ihrem Tisch stand. Nach einem weiteren kurzen Widerstreit ihrer Gedanken ließ sie sich schließlich auf den Stuhl vor dem Tisch sinken und öffnete den Laptop, während sie überlegte, wie sie sich für ihren emotionalen Ausraster entschuldigen sollte. Hoffentlich ist er nicht nachtragend ..., durchfuhr es sie flüchtig, und ihre Finger verharrten spontan über der Tastatur. Anna konnte solche Verhaltensweisen für den Tod nicht ausstehen, schließlich machte jeder mal einen Fehler. Die charakterliche Stärke war es, ihn zuzugeben und dazu zustehen. Und sie stand zu dem, was sie ihrem Date an den Kopf geworfen hatte. Na gut, vielleicht hätte sie sich ein wenig ... charmanter ausdrücken können. Den Gedanken im Kopf starrte sie auf den Curser, der munter in der leeren Mail blinkte, die sie geöffnet hatte, während sie nach einem geeigneten Anfang suchte.

LITTLE SWEETHEART: Hi Dr. Lover, … tut mir leid, dass ich gestern so unfreundlich war. Ich hoffe, es ist alles okay bei dir. Gibst du uns eine zweite Chance? Viele Grüße LSH
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Kurz, prägnant und ehrlich. Dennoch begann Annas Herz zu rasen, als sie auf „Senden“ drückte. Ganz langsam ließ sie die Luft entweichen, die sie die ganze Zeit angehalten hatte. Ein angenehmes Gefühl der Erleichterung durchfuhr sie, kaum dass der Versand erfolgt war, und augenblicklich fühlte sie sich wieder etwas wohler in ihrer Haut. Doch das Gefühl währte nur für einen flüchtigen Moment. Kaum fünf Sekunden später blinkte eine Mail in ihrem Postfach auf. Irritiert zog sie die Stirn kraus. Eine automatische Antwort … Verwirrt öffnete sie die Mail und las ... „Das Profil von DR. LOVER wurde gelöscht.“, lautete der Inhalt der Nachricht. Häh … warum das denn? Das kann nicht sein …, widersprach sie in Gedanken und aktivierte kurzerhand die Suchfunktion auf der Singlebörse. Entschlossen tippte sie den Nicknamen Dr. Lover in die Zeile und startete die Suche. Nichts. Sie versuchte es ein weiteres Mal. Wieder nichts. Ihre Stirn legte sich in Falten, und die flüchtige Verwirrung, die sie ereilt hatte, wich einer plötzlichen Erkenntnis. Dr. Lover hatte tatsächlich sein Profil gelöscht. Aber warum? Völlig konsterniert starrte sie auf die automatische Antwort, als unvermittelt ein Anflug von Enttäuschung sie durchfuhr. Auch wenn sie nicht wirklich der Typ für Bekanntschaften im Internet war und sie auch reichlich sauer darüber war, dass er einfach nicht zu ihrem Treffen gekommen war, mit ihm hatte sie sich immer nett unterhalten. Die plötzliche Löschung seines Accounts wirkte daher wie ein Schlag ins Gesicht. Bin ich der Grund, dass er sein Profil gelöscht hat? …, schob sich ungefragt der beklemmende Gedanke in ihr Hirn, der sogleich von einem noch beklemmenderen Gedanken begleitet wurde. Vielleicht war er ja doch da, hat mich gesehen und … ist wieder abgehauen. Ihr Magen krampfte sich schmerzhaft zusammen. Tja, das ist wohl der beste Beweis dafür, dass du doch besser die Finger von den Männern lassen solltest …, resümierte sie resigniert. Ihr Unterbewusstsein nickte mit strenger Lehrermiene und warf ihr einen Blick zu, der nur zu deutlich sagte ... „Ich hab’s dir ja gleich gesagt.“ Die Ohrfeige hätte wohl nicht wirksamer sein können. Erneut wallte Groll in ihr auf, heiß und brodelnd, verschwand jedoch sofort wieder, als eine weitere Mail in ihrem Postfach ankam. Good Old Nick. Seufzend schloss Anna die Augen und schüttelte betrübt den Kopf, als ihr wieder einfiel, dass sie ihn gestern einfach hatte „stehen“ lassen - nachdem sie ihren Frust über das vermaledeite Date an ihm abreagiert hatte. Dabei wollte er doch nur nett sein ... Reue mischte sich unter die in ihr wütende Frustration, bestärkte das Bedürfnis, sich zu erklären. Noch eine Entschuldigung? ..., bemerkte ihr Unterbewusstsein betont gelangweilt. Ich hab’s dir doch schon mal gesagt, lass die Finger von den Männern ... ihr seid einfach nicht kompatibel ..., fügte es mit einem arglosen Schulterzucken hinzu. Nicht kompatibel? Anna schluckte schwer. Es gab eine Zeit, in der ihr solche Gedanken gleichgültig gewesen wären. Aber jetzt? Wieder erfasste sie das schlechte Gewissen, ließ sie zögern. Und wenn er auch sauer auf mich ist ..., dachte sie. Ein Gedanke, der sie ins Trudeln brachte, während ihr innerer Disput weiter anschwoll und ihr am Ende völlig den Mut nahm. Die Tatsache, dass Dr. Lover sich auf eine derart brutale Weise aus der Affäre gezogen hatte, hatte eine alte Wunde aufgerissen. Eine Wunde, von der sie geglaubt hatte, sie mit genügend Schmerzmitteln betäubt zu haben. Doch der Schmerz kehrte zurück, mit einer Intensität, die sie unvermittelt aufkeuchen ließ. Blut sickerte aus der Wunde, und mit ihm kehrten die Dämonen zurück, die sie hinter dicken Panzertüren in den Tiefen ihres Bewusstseins verschlossen und mit ihrer unerschütterlicher Gleichgültigkeit für immer versiegelt zu haben geglaubt hatte. Mit dem irrigen Gefühl, etwas Wertvolles verloren zu haben, loggte sie sich aus und klappte den Laptop zu, ohne seine Nachricht gelesen zu haben. Um letztlich der Qual zu entkommen, die eine weitere Enttäuschung in ihr heraufbeschwören würde, denn zwei Niederlagen an einem Tag würde selbst sie nicht verkraften.

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Angespannt wie die Saite eines Klaviers saß Tom vor seinem Laptop und trommelte ungeduldig mit den Fingern auf die Tischplatte, während er gebannt auf eine Antwort wartete. Sein Puls schoss über die Skala, als er sah, dass Anna sich eingeloggt hatte. Seine Unruhe wuchs. Er wartete. Und wartete. Zehn Minuten vergingen, ohne dass sich etwas auf dem Bildschirm tat. Die Warterei begann, ihn wahnsinnig zu machen. Dann sprang ihr Status urplötzlich wieder auf offline um ... und Toms Herz setzte aus. Warum? ..., schoss es ihm durch den Kopf. Mit fahrigen Fingern fuhr er sich durch seine Haare. Wut und Enttäuschung erfüllten ihn mit einer Intensität, die ihn selbst schockierte. Scheiße ..., fluchte er innerlich und konnte sich nur mit Mühe davon abhalten, seine Faust auf den Glastisch zu donnern. Stattdessen schloss er die Augen, holte tief Luft und kratzte das letzte bisschen Contenance zusammen, was er aufzubringen imstande war. Mit einem mürrischen Knurren schloss er den Chat, klappte den Laptop zu und schob ihn in einer Geste untrüglicher Frustration beiseite. Reglos starrte er auf das Gerät, als sich eine Frage in seinem Kopf manifestierte. Ob sie sauer auf mich ist? Wie ein Pinball in einem Flipper schoss dieser Gedanke durch seinen Kopf und brachte selbigen erneut zum Hämmern. Klar, ist sie sauer auf dich … du hast sie sitzengelassen. Jede Frau, die noch einigermaßen alle beisammen hat, würde dieses Gebaren alles andere als charmant finden …, betonte die leise Stimme in ihm. „Ja, aber Dr. Lover war der Idiot. Nicht ich ...“, knurrte er leise vor sich hin. „Soll sie doch sauer auf ihn sein ... je mehr, desto besser ...“ Er seufzte tief und vergrub das Gesicht in seinen Händen. Solange sie nur weiter mit mir redet ...

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Carla3939

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Sa Sep 07 2013, 17:20

Ohhhhh Anna bitte schreib doch Good Old Nick zurück das ist ist ja zum crying .Liebe Mini ich freue mich über den neuen teil, und hoffe das wir ganz schnell was neues zum lesen bekommen. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende. LG. Carla hallo 

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"Jemand der einem nicht nur das Leben rettet sondern auch die liebe." -Anna, über Tom
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katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Sa Sep 07 2013, 17:27

Och Manno,
ich habe so auf diesen Teil gewartet, und jetzt ist er schon wieder vorbei. crying 
Und vor allem, wie geht es weiter ... idontknow Was hat Tom denn jetzt geschrieben und wie wird Anna reagieren?

Na ja, fangen wir mal am Anfang an. Erst mal Danke für diesen Teil. flowers 
Sehr schön, dass Tom Carla auf indirekte Weise in die Schranken gewiesen hat. Smile 
Und dass er das Profil von Dr. Lover gelöscht hat, finde ich eigentlich auch durchaus sinnig. Natürlich ist das für Anna nicht so nett. Aber besser so, als sich nach dieser Enttäuschung, die sie ihm bereitet hat wieder anzunähern, um dann erneut in dieser Zwickmühle zu stecken.Rolling Eyes 
Am besten würde er auch GON noch los und würde sich Anna mal auf natürlicher Weise nähern. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie er das irgendwann mal auflösen will, vor allem ohne dabei zu verraten, dass er schon wusste wer LSH ist.
Wir werden es sicherlich irgendwann erfahren. Embarassed 

Aber jetzt muss ich nochmal zum Anfang der Nachricht zurückkommen
Wie geht´s denn jetzt weiter ???????

Ich freu mich es zu erfahren. Cool 

LG,
Katrin

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So Sep 29 2013, 00:33

Ja liebe Mini wie gehts denn jetzt weiter Mad Surprised  Lg. Carla

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So Sep 29 2013, 17:57

hey mini,
eine wirklich schöne FF die du da begonnen hast ich bin erst vor knapp zwei wochen auf die FF im sat 1 forum gestossen und darüber hier gelandet und was soll ich sagen . . . ich bin süchtig nach euren geschichten und was noch viel schlimmer ist . . . ich kann kaum abwarten wie es weiter geht!!Smile Smile write 

An dieser Stelle wollte ich euch schreibern mal meine ganze Bewunderung zollen ihr schreibt alle so klasse das man mit lesen nicht mehr aufhören möchte!
Bitte mehr davon ;-)

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Do Okt 03 2013, 11:26

Hallo Silentvoice,

eine neue Leserin hier im Forum ... das gefällt. Herzlich Willkommen erstmal. Und es ist schön zu hören, dass die Links, die Katha, Staffi, Tastentante und ich im Sat1-Forum hinterlassen haben, um hierher zu gelangen, noch immer genutzt werden.

Danke dir für deinen Kommi. Wir freuen uns immer, wenn wir unsere Leser begeistern können. Und natürlich gehts hier auch bald weiter ... write 

Bis dann
Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Do Okt 03 2013, 11:28

Carla3939 schrieb:
Ja liebe Mini wie gehts denn jetzt weiter Mad Surprised  Lg. Carla
Geduld, liebe Carla, geht bald weiter. Bin im Moment im Urlaub im Süden, von daher schaue ich hier nur ab und an mal rein. Zum Schreiben komme ich im Augenblick eher weniger ... Smile 

Bis bald

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Do Okt 03 2013, 23:28

Mini_2010 schrieb:
Hallo Silentvoice,

eine neue Leserin hier im Forum ... das gefällt. Herzlich Willkommen erstmal. Und es ist schön zu hören, dass die Links, die Katha, Staffi, Tastentante und ich im Sat1-Forum hinterlassen haben, um hierher zu gelangen, noch immer genutzt werden.

Danke dir für deinen Kommi. Wir freuen uns immer, wenn wir unsere Leser begeistern können. Und natürlich gehts hier auch bald weiter ... write 

Bis dann
Mini
danke mini obwohl leser nicht ganz trifft ich muss gestehen ich nähere mich eher einer süchtigen ^^

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Fr Okt 04 2013, 23:45

Ohhhhhhhh hast du es gut,wünsche dir ein ganz schönen Urlaub mit viel Sonnenschein hallo .Und dann kann ich natürlich auch warten Wink Lg. Carla

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Okt 08 2013, 23:08

Hallihallo, ihr Lieben,

leider ist der Urlaub nun schon wieder vorbei. Und da das Wetter in den letzten Tagen nicht unbedingt für ausgiebiges Sonnenbaden geeignet war, hab ich einfach mal ein wenig in die Tasten gehauen und euch einen neuen Teil gezaubert. Wink  Ich hoffe, er gefällt euch ... LG, Mini

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Teil 37

Nach dem beschissenen Samstag, der mit einer Begegnung der Dritten Art begonnen hatte und der Tatsache, dass Anna es ihm offenbar schwer übel nahm, dass er sie am Freitag hatte sitzen lassen, hatte Tom alles versucht, um dieses ganze Drama vergessen zu können. Leider vergebens. Am Abend hatte er sich zunächst eine Flasche Rotwein aus seinem Vorrat geschnappt und es sich mit dem guten Tropfen, den er ursprünglich für einen besonderen Anlass aufgehoben hatte, gemütlich gemacht. Und als der delikate Tropfen verzehrt war, hatte er sich erneut mit Jack verabredet und eine rauschende Party gefeiert, die damit geendet hatte, dass er auf dem Sofa eingepennt und völlig gerädert und mit hämmerndem Schädel am Sonntag gegen Mittag aufgewacht war. Und für eine Weile hatte er in diesen schmerzhaften Nachwirkungen tatsächlich einen gewissen Frieden gefunden. Bedauerlicherweise hatte ein kurzer Blick auf seinen Laptop, der wie eine Anklageschrift auf seinen desolaten Zustand gewirkt hatte, genügt, um ihn erneut in die pikanten Abgründe dieses Wochenendes zu schicken. Hin und her gerissen zwischen der Frage, ob sie ihm nun endlich geantwortet hatte, begleitet von der Neugier, sich davon zu überzeugen und dem eigenen strengen Vorhaben, genau das nicht zu tun, hatte er sich schließlich auf den Weg in die Firma gemacht und sich dort in seinem Büro verschanzt. Eine wahre Wohltat, sich zur Abwechslung mal mit so etwas Banalem wie Zahlen und Bilanzen beschäftigen zu können, um den Kopf endlich wieder frei zu bekommen. Und da das Jahresende ohnehin kurz bevor stand, hatte die willkommene Ablenkung am Ende sogar noch einen positiven Nebeneffekt gehabt. Allerdings war er, was Anna betraf, keinen Schritt weitergekommen. Nicht zuletzt, weil er es sich vehement verboten hatte, sich in die Singlebörse zu loggen. Ein Teil von ihm, der ihm völlig fremd war, war der irrigen Annahme verfallen, sie hätte nach Dr. Lovers ungalantem multimedialem Ableben einen Rundumschlag veranlasst und ihm gleichsam einen Tritt verpasst. Und wenn schon …, bemerkte sein männliches Ego gedehnt. Vielleicht solltest du einfach mal in die Offensive gehen ..., fügte der kleine Klugscheißer ironisch hinzu. Mal so ganz ohne diesen Chatkram ... Gute Idee, sollte man meinen. Und wie soll er das anstellen, hm? ..., mischte sich sein Unterbewusstsein in Oberlehrermanier ein. Bei ihr hat er es doch eh verkackt ... Tom rieb sich angestrengt über das Gesicht und schüttelte den Kopf, in der Hoffnung, die beiden Nervensägen endlich zum Schweigen bringen zu können. Er würde Anna schon noch für sich gewinnen; er wusste zwar noch nicht wie, aber seine Ziele hatte er am Ende doch immer erreicht. Tja, die Frage ist nur, mit welchen Mitteln ..., bemerkte der Oberlehrer streng. Tom stöhnte und lenkte seine Aufmerksamkeit schließlich wieder auf den Papierkram, der vor ihm lag, als plötzliches Stimmengewirr ihn aufsehen ließ und seine ohnehin schon miese Laune den direkten Freiflug ins Bodenlose wählte. Carla ..., dachte er bei sich, als die Brünette in eben diesem Moment an der Glaswand vorbeiging - offenbar auf dem Weg zur Sushibar. Was will die denn hier? ..., durchfuhr es ihn argwöhnisch. Sein Blick fiel auf seine Uhr. Es war kurz nach neun. Überrascht hob er die Brauen. Ihm war gar nicht bewusst gewesen, dass die Nacht, die er arbeitend in seinem Büro verbracht hatte, schon wieder vorüber war. Ja, ziemlich unheimlich, wie schnell doch die Zeit vergeht, wenn man sich so erstklassig amüsiert wie du ..., ätzte sein männliches Ego, was ihm die gestrige Revolte gegen die Vorzüge des Amüsements noch immer schwer übel nahm. Egal. Insgeheim war er froh darüber, dass er die Flucht in sein geordnetes Arbeitsleben angetreten hatte, statt sich ins Partygewühl eines Sonntagabends zu stürzen, der an mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit damit geendet hätte, dass er heute Morgen neben irgendeiner Frau in seinem Bett aufgewacht wäre - schon wieder. Für gewöhnlich die Normalität, doch mittlerweile verursachte ihm dieser Gedanke spontane Übelkeit. Weichei ..., knurrte sein männliches Ego und schürzte schwer beleidigt die Lippen. Tom ignorierte den Seitenhieb und widmete sich wieder seinen Unterlagen.

***************************************

„Mistwetter“, fluchte Anna leise als sie aus der Bahn stieg und schüttelte sich. Fröstelnd stellte sie den Kragen ihres Mantels auf und zog den dicken Wollschal hoch, so dass er ihre Ohren bedeckte. Graue Wolken hingen schwer am Himmel, während die Temperaturen offenbar einen neuen Negativrekord zu erklimmen versuchten. Für Dezember zwar nicht ungewöhnlich, dennoch ein unangenehmer Nebeneffekt. Besorgt richtete sie ihren Blick in den Himmel und seufzte tief, ehe sie ihre Schritte beschleunigte. Sie war spät dran. Kein Wunder, sie hatte verschlafen. Wieder mal. Und diese Tatsache sorgte nicht unbedingt dafür, dass ihre Laune besser wurde. Anna hasste Unpünktlichkeit mindestens genauso sehr wie dieses feuchtkalte Wetter, was ihr in jede Pore kroch. Erleichtert atmete sie auf, als sie schließlich durch die Glastür des Bürogebäudes schlüpfte, in dem catch phrase seine Büros hatte. Während der Aufzug die fünfte Etage in gleichmäßigem Ruckeln erklomm, drifteten Annas Gedanken unweigerlich zurück zu diesem unsäglichen Wochenende. Und irgendwie nagte noch immer ein seltsam ungutes Gefühl in ihr. Nachdem sie Dr. Lovers Abgang verinnerlicht hatte, hatte sie den Laptop unter einem Stapel Zeichenblättern vergraben und sich tunlichst jeden Gedanken daran verboten, dass in ihrem Posteingang noch eine unbeantwortete – und ungelesene – Mail auf sie wartete. Leider hatte diese auferzwungene Meidung nicht lange angehalten. Die Stimme ihres Unterbewusstseins hatte ihr zwar gut zugesprochen, dass diese Entscheidung die einzig richtige war, aber die nagende Neugier in ihr war letztlich stärker gewesen und hatte am Ende gesiegt. Mit einem fast schon schlechten Gewissen hatte sie den Laptop wieder ausgegraben und die Mail von Good Old Nick gelesen. Auch wenn er nur gefragt hatte, ob es ihr gut ging und es ihm zudem leid täte, sollte er am Freitag etwas geschrieben haben, was sie verletzt hatte, hatte diese Nachricht auf unerklärliche Weise die trüben Wolken, die schwer auf ihrer Stimmung lasteten, ein wenig vertreiben können. Seine Worte hatten besorgt geklungen und … irgendwie aufrichtig – auch wenn das bei einem anonymen Mailverkehr wohl wenig auszusagen hatte. Dennoch war da dieses seltsame Gefühl. Etwas, was sie bei Dr. Lover nicht gespürt hatte. Zugegeben, Dr. Lover war ein freundlicher Gesprächspartner gewesen. Sie hatten sich wirklich nett unterhalten … Ja, so nett als würde man sich mit einem Fremden in der U-Bahn übers Wetter unterhalten …, flüsterte eine kleine Stimme in ihrem Hinterkopf. Anna schüttelte den Kopf, ehe sie ihn gegen die Kabinenwand sinken ließ und die Augen schloss. Good Old Nick war irgendwie anders. Sie wusste nicht in welcher Art. Vielleicht lag es an seinem Humor oder der charmanten Direktheit, mit der er sie ein ums andere Mal aus der Reserve zu locken versucht hatte. Und in diesem Moment wurde ihr bewusst, dass sie stets eine Barriere gebaut hatte, um … ja, warum eigentlich? Warum wohl? …, knurrte ihr Unterbewusstsein, dem auf diesem Gedankenkarussell langsam übel wurde. Du wolltest nur einen Deal erfüllen, erinnerst du dich? Unweigerlich verzog Anna das Gesicht, als sie sich an Palomas Vorschlag erinnerte. Klar, und daraufhin hatte sie sich den Erstbesten, den sie auf der Singlebörse in die Finger bekommen hatte, für die Erfüllung dieses Deals gekrallt. Mit dem Ergebnis, dass kein anderer in ihre Nähe gelangen konnte. Bis auf Good Old Nick. Und der hatte sich als wahrlich hartnäckig erwiesen. Vielleicht hätte ich besser ihn treffen sollen …, dachte sie bei sich, als die Erinnerungen an den vergangenen Freitag zurück kehrten. Dann wäre ich jetzt auf der sicheren Seite und müsste mich nicht mit dem Gedanken herumschlagen, wie ich Palomas Fängen entkomme, ehe sie ihre Drohung wahr macht und mich mit Tom Lanford verkuppelt. Ein fast absurder Gedanke, wie sie sich eingestehen muss. Warum gibst du ihm nicht einfach eine Chance …, drang erneut die kleine Stimme in ihr Bewusstsein. Wem? Good Old Nick oder … Oh Gott, Tom Lanford? Ein merkwürdiger Schauder rieselte bei diesem Gedanken ihr Rückrat hinab. Was hast du eigentlich gegen Tom Lanford? …, ertönte es erneut. Anna zuckte die Schultern, während sie an ihre wenigen Begegnungen dachte. Eigentlich war er ja ganz umgänglich, hatte sich sogar für sie eingesetzt, als sein Vater ihren Konzeptvorschlag in der Luft zerreißen wollte. Du magst ihn ..., stichelte ihr Unterbewusstsein mit triefendem Sarkasmus. Pling … Die Fahrstuhltüren öffneten sich mit einem kratzenden Geräusch und holten Anna in die Gegenwart zurück. Dankbar für das spontane Schweigen ihres Unterbewusstseins holte sie tief Luft und betrat die Büroräume. Ihr Blick flog ans Ende und erfasste Jonas durch die Glaswand. Er saß an seinem Schreibtisch und telefonierte. Die beiden Schreibtische in dem übersichtlichen Vorraum waren leer. Offenbar waren Paloma und Lara gleichsam spät dran. Anna straffte die Schultern und stahl sich in ihr Büro. Dort angekommen schüttelte sie den Kopf und fragte sich, warum sie sich wie ein Dieb aufführte, der nicht gesehen werden wollte. Nachdem sie sich aus ihrer dicken Jacke geschält hatte, fiel ihr Blick auf ihren Schreibtisch. Chaos … pures Chaos. Und sie erinnerte sich wieder, wie eilig sie am Freitag ihr Büro verlassen hatte, um zu einer Verabredung zu kommen, die am Ende nicht stattgefunden hatte. Ein gequälter Seufzer entrang sich ihrer Kehle, während sie die Erinnerung an das, was danach geschehen war, entschieden zurückdrängte. Ich sag’s doch immer wieder, lass die Finger von dem anderen Geschlecht …, meldete sich ihr Unterbewusstsein besserwisserisch zu Wort. Gott, wie sehr sie diese Belehrungen langsam zu hassen begann. Die Luft angestrengt ausstoßend ließ sie sich auf ihren Stuhl sinken, als ihr Blick einen Notizzettel erfasste, den offenbar ihre äußerst gewissenhafte Assistentin dorthin gelegt hatte. Kurz überflog sie die Mitteilung und stieß seinen tiefen Seufzer aus. Stimmt ja, ich sollte Tom wegen dem Konzept für die Dessouskollektion zurückrufen. Was er wohl will ..., dachte sie. Gib ihm eine Chance …, tönte es abermals in ihrem Hinterkopf. Anna schluckte, während sie zwei endlos lange Minuten wie versteinert auf ihrem Stuhl saß. Dann gab sie sich einen Ruck und griff zum Telefonhörer.

***************************************

Mit einem Lächeln klappte Tom den Ordner zu und legte ihn auf einen Stapel. Geschafft. Zufrieden und auch ein bisschen stolz lächelte er auf den Berg Unterlagen, die er die vergangenen Stunden konzentriert durchgearbeitet hatte. Ein ganzes Jahr in Zahlen und Daten ..., dachte er bei sich, während seine Gedanken erneut abdrifteten und unbewusst einen persönlichen Jahresabschluss kreierten. Das Ergebnis jedoch war eher ernüchternd, wie er sich selbst eingestehen musste. Erschöpft lehnte er sich in seinem Stuhl zurück und strich sich über sein müdes Gesicht. Er hatte seit über zwanzig Stunden nicht mehr geschlafen. Angestrengt die Luft ausstoßend dachte er darüber nach, sämtliche Termine zu canceln und den Rest des Tages zu Hause zu verbringen, als das Telefon zu seiner Linken läutete und ihn erschrocken zusammenzucken ließ. Knurrend starrte er auf den Störenfried und überlegte einen Moment, ob er ihn einfach ignorieren sollte. Doch schließlich siegte der professionelle Geschäftsmann in ihm und er hob ab. „Nadja. Was gibt`s?“, brummte er verdrießlich in den Hörer und bereute im selben Moment, seine Empfangsdame nicht freundlicher begrüßt zu haben. „Guten Morgen, Herr Lanford.“, erwiderte sie freundlich, woraufhin Tom die Augen verdrehte und sich einen imaginären Tritt in den Hintern verpasste. Er sollte seine Launen wirklich nicht an seinen Mitarbeitern auslassen. Gerade wollte er eine Entschuldigung für sein schroffes Verhalten aussprechen, als Nadja auch schon auf ihre professionelle Weise fortfuhr. „Frau Polauke hat soeben angerufen.“ Wie auf Kommando richtete Tom sich in seinem Stuhl kerzengerade auf, alle Sinne plötzlich hellwach. „Ja.“ Eine kurze Pause entstand. „Sie sagte, Sie hätten um einen Rückruf gebeten wegen der Dessouskollektion.“, erklärte sie. Dessouskollektion? Für einen Moment war Tom völlig irritiert. Doch dann fiel ihm wieder ein, dass er sie am Freitag versucht hatte zu erreichen, um noch einmal mit ihr über das Konzept zu sprechen. Über die Idee, die ihm gekommen war. „Ja, das ist richtig.“, antwortete er. „Soll ich einen Termin vereinbaren?“, fuhr Nadja fort. Tom überlegte einen Moment, während er gedanklich seinen Terminkalender durchging. Mittags hatte er ein Treffen mit einem neuen Kunden, um zwei einen Termin mit einem Stofflieferanten, der mit Lanford zukünftig kooperieren wollte. Und um vier war das Treffen mit Enrique, um einige Marketingfragen zu klären und dann … Ach ja, sein Vater hatte ihn auch noch sprechen wollen. Erschaudernd dachte er an ihr letztes Treffen zurück, in dem sein Vater ihn emotional auf den Zahn gefühlt hatte. Er konnte sich an fünf Fingern abzählen, welches Thema sein Vater zu besprechen hatte. Und darauf hatte er nun wirklich keine Lust. Tut mir leid, Paps … aber Anna ist im Moment wichtiger …, dachte er mit einem leichten Schulterzucken, als Nadjas Stimme seine Gedanken durchbrach. „Herr Lanford?“ Er räusperte sich und atmete einmal leise aus. „Sagen Sie meinem Vater, dass ich seinen Termin nicht wahrnehmen kann. Und vereinbaren Sie einen Termin mit Frau Polauke für achtzehn Uhr.“ Sie bestätigte den Auftrag und wollte gerade auflegen, als Tom plötzlich eine Idee kam. Ein Lächeln schob sich auf seine Lippen. „Eines noch, Nadja.“, ließ er vernehmen. Die junge Frau am anderen Ende hielt inne und wartete auf seine Anweisung. „Bitte reservieren Sie für mich einen Tisch für halb sieben in der Goldelse.“ „Für heute?“, fragte sie. Nein, für nächstes Jahr ..., knurrte er innerlich. „Natürlich für heute.“, erwiderte er, vergeblich den ironischen Unterton in seiner Stimme verbergend. Ohne die Hintergründe zu erfragen, wiederholte sie die Anweisung und legte schließlich auf. Warum nicht das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden …, dachte Tom im Stillen und hoffte inständig, dass Anna auf das Angebot eines gemeinsamen Abendessens eingehen würde, ... dass er die Chance bekommen würde, ihr ein wenig näher zu kommen, wenn auch zunächst nur auf geschäftlicher Ebene.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Okt 08 2013, 23:51

Jaaaa Mini ist wieder da Very Happy und endlich ein neuer teil und dazu noch ein schöner. Na jetzt werden sie sich doch wohl endlich näher kommen.Also los Tom sei mutig Twisted Evil und Anna mach dich mal locker banana Bin gespannt wie es weiter geht, und freue mich auf den nächsten teil. Lg. Carla

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Okt 09 2013, 07:20

Guten Morgen!
Ich hab's ja gehofft, dass ich heute mit einem neuen Teil von dir geweckt werde ...

Na toll,  alles weg. Sorry, dann später. Muss oos

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Okt 09 2013, 20:21

Hey Mini,
jetzt habe ich zumindest kurz Zeit, dir deinen verdienten Kommentar zu schreiben.

Ich habe mich heute Morgen wirklich super gefreut, wieder was von dir lesen zu können. Aber mein kurzer Versuch dir übers Handy eine Antwort zu schicken ist ziemlich in die Hose gegangen. Evil or Very Mad 

Na ja, dann jetzt.
Was soll ich sagen, dass erste was mir eingefallen ist, als ich mit dem Teil durch war, war, "Was ein Idiot."
Ich finde es ja eine gute Idee von Tom, sich Anna mal auf normalem Weg nähern zu wollen, aber unter den Bedingungen ???? Wie war das? Er ist schon 20 Stunden ohne Schlaf, will jetzt noch 8 Stunden arbeiten und sich dann mit ihr treffen ... Na, ich hoffe mal, dass er nicht vorher zusammenbricht und den Termin verpasst, oder sich in seiner geistigen Umnachtung völlig daneben benimmt. Rolling Eyes  Außerdem bestellt er einen Tisch vor ... Wenn Anna das mitbekommt, ist sie doch bestimmt schon wieder völlig bedient und denkt sich, dass er alles geplant hat um sie möglichst schnell rum zu kriegen. Also, was wird sie tun ? Vermutlich wird sie ganz schnell sämtliche Abwehrmechanismen zur Hilfe nehmen und ihn wieder mal auflaufen lassen.

Na ja, das waren so meine erste Gedanken zu diesem Teil.
Jetzt bin ich schon ein bisschen gelassener und denke, ok, wir werden ja sehen was passiert. Vielleicht ist er ja mittlerweile, nach diesem quälendem Wochenende, geläutert genug, um es richtig anzupacken und die richtigen Worte zu finden.
Ich bin auf jeden Fall hölle gespannt ...

Schön, dass du wieder da bist gib5 

Liebe Grüße
Katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Okt 09 2013, 22:34

@Carla und Katha,

danke für eure Kommis. Ja, wir werden sehen, wie es weiter geht ... besser gesagt: Ihr werdet sehen wie es weitergeht - ich weiß es ja schon ... Razz 

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Fr Okt 11 2013, 07:23

wow wieder ein schöner teil  . . . tom lanford und die singlebörse ach mensch ich hoff so das er zu annas herz durchdringt obwohl  . . . vielleicht schafft es ja auch jonas ich muss ja gestehen das ich anna und jonas einfach nur süß zusammen fand . . . aber anna und tom auch  . . herrje wenn ich mich zwischen den zwei männers entscheiden müsste wüsste ich nicht für wen ^^

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Okt 21 2013, 20:20

Also meine Liebe,

uns am 09.10., was jetzt, lass mich kurz nachschauen, genau 12 Tage her ist, zu sagen, dass du ja schon weißt wie es weiter geht und uns dann so hängen zu lassen ... Das nenn ich mal eine 1 a Folter. schmoll  Mir ist nur noch nicht ganz klar, was du aus uns heraus pressen willst ... Also ich habe noch keine Post mit irgendwelchen Forderungen bekommen. idontknow  Was könntest du wohl wollen. Geld, Gold, Juwelen? ... Hm, ich habe nichts davon, also eh total verlorene Liebesmüh Wink 

Mach bitte weiter, ich warte doch sehnsüchtig ...

Liebste Grüße vom Katha-Mausi

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Okt 21 2013, 21:12

Ach, meine liebe Katha, ja klar, weiß ich, wie es weitergeht ... die Story ist ja in meinem Kopf. Und jaaaaa ... der neue Teil ist auch fast fertig, aber ich bin eben noch nicht so ganz damit zufrieden.

Ich muss mal sehen, wann ich dafür mal ein bisschen Zeit freischaufeln kann. Im Moment könnte ich echt mehr Zeit brauchen. Hat jemand welche zu verkaufen, zu verschenken oder zu verleihen??? Wink 

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Okt 21 2013, 22:10

Da bist du bei mir auf jeden Fall an der falschen Adresse, sorry, aber das weißt du ja. Wink  Aber vielleicht sollten wir uns zusammen tun Idea - meinst du, wir bekommen Mengenrabatt?

Drück Dich! gib5

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Do Okt 31 2013, 23:13

So, da isser nun, der nächste Teil. Hat auch wirklich lange genug gedauert. Ich danke euch für eure Geduld ... LG, Mini Wink 

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Teil 38

Ein forsches Klopfen riss Tom aus seinen Gedanken. Erschrocken starrte er auf seine Tür. Bruno? Nein, der würde wie ein Orkan durch die Tür gebraust kommen … ohne zu klopfen ..., dachte er bei sich. Und noch ehe er weitere Vermutungen anstellen konnte, öffnete sich seine Tür und Enrique stecke den Kopf durch den Spalt. „Störe ich?“ Tom zog eine Braue hoch und verzog seine Mundwinkel zu einem schiefen Grinsen, woraufhin Enrique die Augen rollte und eintrat. „Unser Termin ist erst …“ Tom warf einen demonstrativen Blick auf seine Uhr. „… in sechs Sunden.“ Mit einer lässigen Handbewegung wischte Enrique Toms offensichtlichen Einwand beiseite und ließ sich ungefragt auf einen der Stühle vor dessen Schreibtisch fallen. Einen langen Moment sah sein langjähriger Freund ihm in die Augen. Ein erwartungsvolles Funkeln im Blick. Was willst du? …, knurrte Tom, der im Moment so gar keine Lust auf dämliche Spielchen alá Enrique Vegaz verspürte, innerlich. „Was gibt’s?“, fragte Tom schließlich, als die Stille unbehaglich wurde. Enrique neigte den Kopf und betrachtete ihn mit leiser Herausforderung. Toms Geduld geriet ins Wanken. Nun spuck’s schon aus … Als nichts geschah, wandte er sich wieder der Budgetplanung für das kommende Jahr zu. Doch die Konzentration hielt nicht lange vor. Der stumme, mittlerweile dümmlich dreingrinsende Zeitgenosse, der vor ihm saß, lenkte ihn gehörig ab. Mit einem frustrieren Schnaufen warf Tom den Stift beiseite und lehne sich in seinem Stuhl zurück. „Machst du eine Stippvisite oder hast du einfach nur Spaß daran, mich von der Arbeit abzuhalten?“, platzte es mürrisch aus ihm hervor. Enriques Grinsen nahm neue Dimensionen an. Dann schüttelte er den Kopf. „Eigentlich hat mich lediglich die Neugier hierher getrieben.“, gab er ungerührt zu, während er eingehend seine Fingernägel betrachtete. Tom zog argwöhnisch die Brauen zusammen, woraufhin sein bester Freund und Marketingchef einen dramatischen Seufzer ausstieß. Einen jener Art, der für gewöhnlich für jemanden reserviert war, der mehr als offensichtlich begriffsstutzig daherkam. „Ich wollte eigentlich nur wissen, wie deine Date am Freitag gelaufen war.“, brachte Enrique schließlich hervor. Tom erstarrte auf seinem Stuhl und sah seinen besten Freund mit ausdrucksloser Miene an. Musst du mich daran erinnern, du Idiot? …, grollte es in ihm. Enrique, der das grimmige Blitzen in Toms Augen entweder nicht sah oder schlichtweg ignorierte, beugte sich leicht über den Tisch und lächelte verschwörerisch. „Erzähl schon! Hast du deine Traumfrau nun gefunden?“, fragte er mit jenem verräterischen Funkeln in den Augen, wie es nur einem Kind zueigen war, das vor Neugier beinahe platzte. Oder einer Tratschtante, die auf den neuesten Klatsch aus war.

Tom, der diesen unsäglichen Abend mit aller Macht zu verdrängen versuchte und just durch diesen Versuch wieder zu jenem unheilvollen Moment, in dem sich Little Sweethearts Identität offenbart hatte - mitsamt allen unangenehmen nachfolgenden Details -, zurückkatapultiert wurde, unterdrückte mühsam ein genervtes Augenrollen, während das Bedürfnis, seinen Freund mit einem kräftigen Tritt vor seine Bürotür zu befördern, nahezu überwältigend wurde. Was zum Teufel geht dich das an …, fluchte er innerlich. Kopfschüttelnd sah er seinen Gegenüber an. Ihm war anzusehen, dass er vor Neugier beinahe verging. Aber warum? Und für einen Moment fragte sich Tom, ob er Enrique nicht einfach reinen Wein einschenken und die Tatsache ans Licht bringen sollte, dass niemand geringeres als Anna hinter Enriques netter Chatbekanntschaft steckte. Eine wahre Offenbarung, die wohl auch seinem besten Kumpel die Kinnlade nach unten fallen lassen würde. Doch während er darüber nachdachte und der Abend zum gefühlt hundertsten Mal durch seinen Kopf spulte wie ein verflucht schlechtes B-Movie, entschied er sich, dass er diesen enervierenden Zeitgenossen, der ihm da gegenüber saß, doch besser aus seinem Büro entfernte, bevor selbigen das gierige Funkeln in seinen Augen noch erblinden ließ. „Ich bin nicht hingegangen.“, antwortete er schließlich und versuchte seine Stimme dabei so ungerührt wie möglich klingen zu lassen. Gut, das war nicht ganz die Wahrheit, aber ganz gelogen war es auch nicht. Mit zusammengekniffenen Augen musterte Tom Enrique, dessen Blick irgendwo zwischen Überraschung und Entsetzen changierte, und schob ein eiliges „Tut mir leid, aber ich hab gleich einen wichtigen Termin.“ hinterher, um diesem auf höfliche Weise zu verstehen zu geben, dass er weder Bock auf derartigen Plaudereien hatte, noch darauf, an dieses … nun ja … vermaledeite Date erinnert zu werden. Enrique, der diesen Wink durchaus richtig zu interpretieren wusste, verzog mürrisch das Gesicht und erhob sich. An der Tür hielt er inne und wandte sich um. „Wenn du reden willst, ich bin da.“ Tom nickte leicht, während er angestrengt die Unterlagen studierte, die vor ihm lagen. Ohne ein weiteres Wort verließ Enrique das Büro, woraufhin Tom seufzend die Augen schloss und sich in seinem Stuhl zurücklehnte. „Was für ein Tag.“, stöhnte er und warf einen Blick auf seine Uhr. Und dabei ist es noch nicht mal Mittag. Er sehnte förmlich den Termin außer Haus herbei, nur um der quälenden Enge seines Büros, die ihn in diesem Augenblick zu ersticken drohte, zu entfliehen. Just in diesem Moment lenkte eine Bewegung jenseits der Glaswand seine Gedanken wieder in die Gegenwart. Ein neuerliches Augenrollen, begleitet von einem tiefen Seufzen. Carla … Sofort flogen seine Gedanken zu dem unangenehmen Erwachen am Samstagmorgen zurück, und instinktiv bereitete er sich auf die nächste Konfrontation vor.

Keine fünf Sekunden später klopfte es auch schon an seiner Tür. Er straffte die Schultern und ließ ein gelangweiltes „Herein“ vernehmen. Seine Augen weiteten sich, als kurz darauf Carlas Erscheinung den Raum erfüllte und Tom für einen Augenblick völlig sprachlos werden ließ … Was ist denn das für ein Aufzug … Ein Anflug von Entsetzen erfasste seine Miene, als er sie einmal von oben bis unten taxierte. Sie trug einen Rock, der so verboten kurz war, dass er bei jeder Bewegung ihre halterlosen Strümpfe zur Schau stellte und eine fast schon obszön tief ausgeschnittene Bluse, die gleichsam mehr präsentierte als verbarg. Absicht? Er hatte durchaus eine Ahnung, was dieser Aufzug zu bedeuten hatte, schließlich hatte sie sich am Freitag – soweit er sich zurückerinnern konnte – ordentlich ins Zeug gelegt, um ihn zu einem ausgiebigen Schäferstündchen zu verführen. Leider hatte Jack ihr einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht, … na ja, und die Tatsache, dass er sie am nächsten Morgen ohne Frühstück im Bett aus seiner Wohnung komplimentiert hatte, war wohl sicher auch nicht in ihrem Interesse gewesen. War das hier die Retourkutsche? Klar, Carla war durchaus eine attraktive Frau – zumindest bis er mit ihr im Bett gewesen war, danach hatte er sein Interesse an ihr ziemlich schnell verloren. Er betrachtete sie noch einmal und runzelte irritiert die Stirn. Für gewöhnlich sprang jede seiner Zellen auf derartige Reize an. Doch anders als sonst wirkte ihr Aufzug auf ihn heute eher wie ein übler Autounfall – man musste ständig hinsehen, angezogen von jener seltsamen Faszination, die zweifelsfrei vor einem zeitweiligen Schock rührte. Sich selbst zur Räson rufend, fand sein Blick nach einigen Umwegen zu ihren Augen zurück, die ihn seltsam ausdruckslos anstarrten. Ach ja, da war ja noch was …, erinnerte ihn sein müdes Hirn. Er holte leise Luft und setzte eine reuige Miene auf. „Tut mir Leid wegen Samstag. Ich war wohl nicht ganz … ich.“, erklärte er. Ihr Blick verlor etwas von seiner Härte und wurde weicher. Ihre Mundwinkel zuckten zu einem kaum wahrnehmbaren Lächeln. Oh-oh … du sendest schon wieder ungünstige Signale aus, wenn du nicht willst, dass die Mieze da in naher Zukunft erneut deine Laken wärmt …, warnte ihn sein männliches Ego. Tom räusperte sich und deutete Carla mit einer knappen Handbewegung, sich zu setzen.

Einen Moment lang sah er sie einfach nur an, während der rationale Teil seines Hirns fieberhaft nach den richtigen Worten suchte. „Danke, dass du mich Freitagabend nach Hause gebracht hast.“, begann er leise. In ihren Augen blitzte etwas auf, was er nicht zu deuten wusste. Vorfreude? Stille Erwartung? „Eher Samstagmorgen“, korrigierte sie. Auch gut ..., dachte er, und sein männliches Ego rollte die Augen, verkniff sich aber ausnahmsweise mal jeglichen dümmlichen Kommentar. „Carla, ich bin kein Mensch für Beziehungen. War ich noch nie gewesen.“, fuhr er mit ruhiger Stimme fort. Sein Unterbewusstsein rollte nun gleichsam die Augen, während es stumm mit den Lippen das Wort Lügner formte. Ja guuuut, aber sollte er wirklich jemals eine ernsthafte Beziehung mit einer Frau führen, wäre das ganz sicher nicht Carla. Soviel war klar. Genauso wie die Tatsache, dass er mit seiner Aussage in diesem Moment all ihre Hoffnungen in den dunkelsten Abgrund stürzte. Er wusste, dass es ein Fehler gewesen war, Carla in sein Bett zu holen – die Folgen hatte er bereits bei Giselle erfahren müssen. Und nun auch noch seine zweite Designerin zu verlieren, käme einer Katastrophe gleich. Oh ja, er konnte Brunos epochalen Ausraster schon förmlich vor sich sehen. Trotzdem, es würde nie mehr zwischen ihnen geben, als diese eine Nacht. Die Enttäuschung, die auf seine Worte hin in ihren Augen flammte, bestätigte was er bereits wusste. „Ich verstehe.“, murmelte sie leise, ehe sie die Schultern straffte, ihr Kinn vorreckte und schließlich ihren Stolz, der ihr für einen Sekundenbruchteil abhanden gekommen war, wiederfand. Ohne ein weiteres Wort erhob sie sich und trat zur Tür. Tom schüttelte nur den Kopf, als er ihrem Hüftschwung, der ihm wohl zweifellos sagen sollte Sieh-dir-an-was-du-verpasst, hinaus folgte. Die Tür fiel ins Schloss, und Tom atmete tief durch. Das wäre geschafft – hoffentlich …, dachte er erleichtert, während sich das Bild einer zierlichen Blondine mit verkniffenem Blick vor sein inneres Auge schob. Unweigerlich musste er lächeln, und für einen Augenblick genoss er dieses Produkt seiner Fantasie. Wünschte sich, tiefer in diese Augen sehen zu können … und die Geheimnisse, die sie verbargen zu entschlüsseln. Heute Abend …, schwor er sich und widmete sich wieder seinen Unterlagen.

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„Was ist los, Anna?“, fragte Paloma, der nicht entgangen war, dass die junge Blondine heute besonders und für sie völlig untypisch still und zurückhaltend war. Anna, die gerade mit ihren Gedanken in ganz anderen Sphären unterwegs war, sah von dem weißen Blatt, auf das sie die ganze Zeit abwesend gestarrt hatte, auf und direkt in das Gesicht ihrer besten Freundin, die in der offenen Tür gegen den Rahmen gelehnt stand. In ihrer Miene stand eine Besorgnis, die Anna kurz blinzeln ließ. Mit einem leisen Räuspern griff sie nach den Blättern auf ihrem Tisch und schob sie zusammen, als müsste sie spontan Ordnung auf ihrem unübersehbar aufgeräumten Tisch schaffen. Paloma war näher getreten und ließ sich just in diesem Moment auf die Kante ihres Schreibtischs nieder. Die Sorgenfalten auf der Stirn der Brünetten wurden tiefer. „Himmel, Süße, was ist denn passiert?“, fragte sie. Anna unterdrückte krampfhaft ein Augenrollen. Es käme wohl einer Lüge gleich, gegenüber Paloma zu behaupten, dass alles in Ordnung war. Davon mal abgesehen wäre es ohnehin sinnlos, sie in irgendeiner Weise davon überzeugen zu wollen. Was das betraf hatte Paloma so was wie einen siebten Sinn. Als hätte sie einen direkten Draht zu Annas Innenleben. Scheiße …, dachte sie und senkte den Blick, in der Hoffnung, diesen forschenden Augen, die irgendwie alles sahen – besonders das was sie nicht sehen sollten – ausweichen zu können. Sie konnte Paloma unmöglich von ihrem vermaledeiten Wochenende erzählen und diesem geplatzten Date. Dass der Typ einfach nicht aufgetaucht war, drückte ihr noch immer schwer auf den Magen. Dessen ungeachtet, war es eine Sache, wenn Paloma sie mit ihrer Aversion gegen Männer aufzog; wenn sie allerdings mit Tipps gegen Liebeskummer – oder wie immer man das in ihrem Fall auch nannte – um die Ecke kam, eine ganz andere. Vergiss den Idioten ..., brummte ihr Unterbewusstsein. Ganz genau. „Ach nichts. Nur das Übliche. Armin hatte mal wieder einen Anfall von Geltungssucht und gehörig das Scheusal raushängen lassen.“, log Anna, bevor Paloma weiterbohren konnte – was sie außerordentlich gut beherrschte – und rollte übertrieben mit den Augen, während sie innerlich betete, dass ihre beste Freundin diese Lüge für bare Münze nehmen würde. Dass Armin jetzt büßen musste, tat Anna nicht wirklich leid. Im Gegenteil, es kam ihr sogar ganz gelegen. Und Paloma wusste nur zu gut, welch ein Ekelpaket ihr Stiefvater abgeben konnte, von daher war die Lüge eigentlich eine Tatsache, und in diesem Moment die beste Ausrede der Welt, um einer von Palomas berühmten erbarmungslosen Inquisitionen zu entkommen. „Du, Palomi … sei mir nicht böse, aber …“ Sie deutete mit einem gequälten Blick auf die Unterlagen, die sich in nahezu perfekten Stapeln auf ihrem Schreibtisch türmten. „Ich hab wirklich viel tun.“

Paloma nickte nur und wandte sich zum Gehen. In der Tür blieb sie stehen und wandte sich noch einmal ihrer Freundin zu. Besorgt schaute sie auf die Blondine, die ihren Kopf sogleich in ihre Arbeit vergraben hatte. Sie sagte nichts, und das war auch nicht notwendig. Paloma kannte Anna gut genug, um zu wissen, dass dies ihre Art war, von etwas abzulenken, worüber sie nicht nachdenken wollte. Dennoch, irgendetwas sagte ihr, dass der wahre Grund für Annas Niedergeschlagenheit nicht bei ihrem Stiefvater lag, der - ohne Zweifel - wirklich ausgesprochen unausstehlich sein konnte. Nein, hier ging es um etwas ganz anderes. Etwas, was man wohl als weibliche Intuition bezeichnen würde, regte sich in ihr ... und eine vage Ahnung nahm Gestalt an. Sie würde dringend mit jemandem sprechen müssen. Ganz dringend. Noch immer im Türrahmen verweilend räusperte sie sich vernehmlich, woraufhin Anna aufsah und Paloma einen fragenden Blick zuwarf. „Ich geh kurz runter zum Starbucks. Soll ich dir was mitbringen?“, fragte sie fürsorglich. Ein kleines Lächeln erschien auf Annas Gesicht. „Ja, gern. Ein Milchkaffee wäre toll. Danke, Palomi.“, erwiderte sie. Die Brünette nickte kurz und verschwand schließlich aus Annas Büro. An ihrem Schreibtisch angekommen, schnappte sie sich Jacke und Tasche und eilte zum Fahrstuhl. Noch während sie durch die sich schließenden Türen schlüpfte, kramte sie nach ihrem Handy. Und als der Lift sich in Bewegung setzte, hatte sie schon die Nummer gewählt. Beim zweiten Klingeln wurde abgehoben. „Cariño …, es geht um Anna … ich muss ganz dringend mit dir reden.“, erklärte sie eilig, ehe Enrique auch nur ein Wort sagen konnte.

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„Vor dem Schicksal zu fliehen,
ist manchmal der beste Weg,
um zu sich selbst zu finden.“


Zuletzt von Mini_2010 am Sa Nov 02 2013, 17:54 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Carla3939

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Fr Nov 01 2013, 17:08

Ohhh wie schön ein neuer Teil,gut das Tom Carla in ihre Schranken gewiesen hat.Liebe Mini ist toll auch von dir mal wieder was zu lesen Cool warte schon sehnsüchtig auf den nächsten Teil.Lg. Carla

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"Jemand der einem nicht nur das Leben rettet sondern auch die liebe." -Anna, über Tom
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   

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Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"
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