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 Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"

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Mini_2010

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BeitragThema: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Jan 07 2013, 12:20

das Eingangsposting lautete :

Liebe LeserInnen und AudL-Fans,

die nachfolgende Story habe ich vor ein paar Monaten begonnen zu schreiben. Sie ist noch nicht fertig - worum ich mich aber redlich bemühen werde
- aber ich möchte sie euch nun doch nicht mehr länger vorenthalten. Die Idee kam mir, nachdem ich eine von Staffis One-Shots gelesen hatte ...

Ein paar kleinere Anmerkungen vorab:

Anna und Tom waren nie verheiratet gewesen und haben auch ihre Partner nicht verloren. Tom ist erst vor Kurzem aus Amerika zurückgekommen, während Anna mit Jonas zusammen eine Werbeagentur führt. Alles andere, lest selbst ...

Viele Spaß!


Liebe Grüße,
Mini

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„Vor dem Schicksal zu fliehen,
ist manchmal der beste Weg,
um zu sich selbst zu finden.“
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Silentvoice

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Fr Nov 01 2013, 17:44

oh la la ich ahne doch das drlover aka enrique den acc nicht heimlich hatte ^^ bin schon ganz gespannt wie es weiter geht

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Keiner ist so verrückt, das er nicht einen verrückteren findet der Ihn versteht!Very Happy 
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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Fr Nov 01 2013, 21:11

Ob sich Carla die Zurückweisung wohl gefallen lässt...und was Paloma wohl vor hat...ich bin jedenfalls drauf gespannt Smile

Liebe Grüße
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katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Fr Nov 01 2013, 21:30

Hey Süße,
jaaaaaahhhhhhhhhhh ... ein neuer Teil. Und auch wenn es nur so ein Zwischenteil Razz ist, weil ich natürlich noch viel lieber wissen will, wie das nächste Zusammentreffen von Anna und Tom wird, war es mal wieder sehr schön zu lesen und sehr spannend.
Tom, der vor seinem besten Freund mal wieder den stummen Fisch mimt, genauso, wie Anna bei Paloma, bei der ich das allerdings eher ungewöhnlich finde.
Auf jeden Fall scheint es ihnen Beiden noch sehr im Magen zu liegen.

Dass Tom so wenig auf Carlas Reize angesprungen ist, freut mich hingegen sehr. Und das er tatsächlich klar gestellt hat, dass es da keine Gemeinsamkeiten mehr geben wird ... Unglaublich, da hat sich der Macho und Frauenheld doch schnell von seiner Rolle getrennt.

LG, Katha

Ach, jetzt habe ich doch Enrique und Paloma total vergessen.Embarassed   Ja, ihr Lieben, da ist euer Plan wohl nicht so ganz aufgegangen. War ja auch schon vom Gedanken her eher heikel. Rolling Eyes  Ich bin ja mal gespannt, was sie sich aus ihren wenigen Informationen zusammenreimen und ob Paloma in einem weiteren Gespräch mit Anna herausfindet, dass Tom doch da war. Hoffentlich sagt sie dann nichts Falsches ... Oh, oh, oh ...

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So Nov 10 2013, 18:55

endlich habe ich deine weiteren teile gelesen Smile
mir tut anna echt leid weil tom echt feige is
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katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Fr Nov 22 2013, 23:43

Hey, meine Süße,

ich weiß ja, was bei dir los ist und dass du alle Hände voll zu tun hast. Aber ich würde soooooo gerne mal wieder was von dir lesen. Embarassed
Hier oder dort, eigentlich ganz egal. Ob von Anna und Tom oder von Helena und Anteros. Ich bin so neugierig. Rolling Eyes  Besteht da vielleicht ein wenig Hoffnung?  
Du musst doch auch mal auf andere Gedanken kommen, oder? Cool 

Ich drück Dich!
gib5 
Katha

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Nov 25 2013, 20:29

katha schrieb:
Hey, meine Süße,

ich weiß ja, was bei dir los ist und dass du alle Hände voll zu tun hast. Aber ich würde soooooo gerne mal wieder was von dir lesen. Embarassed
Hier oder dort, eigentlich ganz egal. Ob von Anna und Tom oder von Helena und Anteros. Ich bin so neugierig. Rolling Eyes  Besteht da vielleicht ein wenig Hoffnung?  
Du musst doch auch mal auf andere Gedanken kommen, oder? Cool 

Ich drück Dich!
gib5 
Katha
Ach, meine Liebe,

ja, im Moment weiß ich kaum, wo mir der Kopf steht. Und Lust hab ich schon zum Schreiben, aber ich weiß im Moment einfach nicht, woher ich die Zeit nehmen soll. Mal schauen, vielleicht schaffe ich es am Wochenende.

Bitte habt ein bisschen Geduld mit mir. Hab euch nicht vergessen, und es werden auf jeden Fall alle Storys beendet. Wink 

Ganz liebe Grüße,
Mini

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Carla3939

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Nov 26 2013, 18:24

Also ich bin sehr geduldig Wink und freue mich wenn es weiter geht.Lg.Carla

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Sa Dez 07 2013, 17:16

Juhuu ... neuer Lesestoff für alle Lesehungrigen und die, die schon seit Wochen auf Nachschub warten. Viel Spaß beim Lesen. LG, Mini hallo 

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Teil 39


„Hast du kurz Zeit?“, fragte Paloma ein wenig atemlos, als sie nach einem kurzen Klopfen in Enriques Büro platzte, woraufhin dieser erschrocken hochfuhr und seine Verlobte für einen Moment reichlich säuerlich anstarrte. „Kannst du nicht anklopfen?“, fuhr er sie unwirsch an, bereute seinen Ausbruch jedoch sogleich, als er Palomas unwilligem Blick begegnete. „Sorry, du hast mich erschreckt.“, schob er ein wenig versöhnlicher hinterher, woraufhin Palomas Blick etwas von seiner Strenge verlor. „Ich hab angeklopft.“, murrte sie und trat auf seinen Schreibtisch zu. „Außerdem hab ich dir bereits am Telefon gesagt, dass ich dringend mit dir reden muss.“ Enrique hob die Brauen. „Ja, wegen Anna …“, beeilte er sich zu sagen. Weswegen auch sonst …, fügte er in Gedanken hinzu und unterdrückte ein gequältes Stöhnen gleichsam wie ein genervtes Augenrollen. „Ich hatte nicht erwartet, dass es sooo dringend ist.“, meinte er und kaschierte den ironischen Unterton mit einem Hüsteln, bevor er vorsorglich ein aufgesetztes Lächeln hinterherschob. Das letzte, was er an diesem ohnehin schon miesen Tag noch brauchte, war, seine Verlobte gegen sich aufzubringen und deren spanisches Temperament heraufzubeschwören. Mit einem niedergeschlagenen Seufzen ließ Paloma sich auf den Stuhl vor Enriques Schreibtisch nieder und fuhr sich in einer Geste völliger Ratlosigkeit durch ihre langen dunklen Haare. Einen qualvollen Moment lang starrten sich die beiden schweigend an. „Was ist denn passiert?“, ergriff schließlich Enrique das Wort, um dem Schweigen ein Ende zu setzen. „Ehrlich gesagt, das weiß ich noch nicht so genau.“, begann Paloma und kräuselte nachdenklich die Stirn. „Hast du heute schon mit Tom gesprochen?“, fragte sie schließlich. Wie auf Kommando verfinsterte sich Enriques Miene, während er sichtlich missbilligend die Lippen verzog. „Ja, warum?“. Sie zuckte die Schultern. „Na ja, Anna ist heute ziemlich komisch drauf.“ Die Augen des Marketing-Chefs verengten sich. „Mhmm …, Tom war heute Morgen auch ziemlich mürrisch.“, sann er leise murmelnd vor sich hin, ehe sich ein Ausdruck des Begreifens in seine Miene schlich. Einen Moment lang betrachtete er Paloma aus zusammengekniffenen Augen, bevor es aus ihm herausplatzte. „Du meinst das Date am Freitag?“ Paloma erwiderte nichts, bestätigte nur mit einem steifen Nicken, dass sie dieselbe Vermutung hegte. Enriques Augen wurden groß, als er sich an Toms Worte vorhin in dessen Büro erinnerte, bevor dieser ihn aus selbigen komplimentiert hatte. „Scheiße.“, entfuhr es ihm, ehe er sich zurückhalten konnte. „Was?“, hakte Paloma nach. Ihre Augen hatten sich zu schmalen Schlitzen verengt, woraufhin Enrique trocken schluckte. „Na ja, er hat gesagt, dass er nicht hingegangen ist.“, erklärte er leise und stieß ein ernüchtertes Stöhnen aus, während er sich mit beiden Händen durch seine Haare fuhr, bis diese völlig zerzaust von seinem Kopf abstanden. „Wie bitte?“, keuchte Paloma, die Stimme voller Unglauben. „Er hat sie versetzt?“

Fassungslos starrte Paloma ihren Verlobten an. Sie hatte ja vieles erwartet, und zugegeben, vielleicht hatte sie sich auch ein wenig zu euphorisch in dieser Angelegenheit engagiert, aber das … Kopfschüttelnd und ein missbilligendes Schnauben ausstoßend, lehnte sie sich in dem Stuhl zurück und verschränkte die Arme vor der Brust. „Na das erklärt einiges.“, knurrte sie. Betretenes Schweigen erfüllte den Raum. Für ungefähr zehn Sekunden. Dann schoss die Spanierin von ihrem Stuhl hoch und stieß ein wütendes „Mierda! Este madre que te parió! …“ hervor, während sie mit steifen Schritten in Enriques Büro auf und ab zu laufen begann, begleitet von weiteren spanischen Flüchen. Ein leises Glucksen durchbrach schließlich die Tirade und ließ Paloma abrupt innehalten. Ihr Blick durchbohrte Enrique. „Was?“, herrschte sie den Marketingchef an, der sie mit einem über alle Maßen amüsierten Grinsen bedachte. Lässig die Achseln zuckend betrachtete er sie einmal von oben bis unten, ehe er erneut dieses verschmitzte Lächeln aufsetzte und zur Untermalung seines Amüsements den Kopf schief legte. „Ich liebe es, wenn du auf Spanisch fluchst. Das ist so unheimlich sexy.“ Paloma verdrehte genervt die Augen, stieß einen weiteren spanischen Fluch aus, der zweifellos Enrique galt, und schenkte dem Mann, der sich gerade angestrengt ein Grinsen verkniff, einen weiteren finsteren Blick, der diesen allerdings nur noch mehr zu amüsieren schien. „Das ist nicht komisch.“, fauchte sie. „Ich weiß“, lenkte er sofort ein, ehe Paloma über seinen Schreibtisch springen und ihm an die Gurgel gehen konnte. „Und was nun?“, fragte er und sah seine Verlobte erwartungsvoll an. Die Brünette stieß einen langen Seufzer auf und schüttelte den Kopf. „Keine Ahnung.“, flüsterte sie und blickte hilfesuchend in seine Richtung. Versöhnlich lächelnd sah er sie an. „Ich hab dir gleich gesagt, dass das keine gute Idee ist. Tom ist nicht der Typ für Liebe, Beziehungen und so einen Quatsch.“, erklärte Enrique nüchtern. „QUATSCH?“, fauchte Paloma unvermittelt auf, woraufhin Enrique unmerklich zusammenfuhr. Zugegeben, an die Geschwindigkeit, mit der sie auf hundertachtzig fuhr, musste er sich noch gewöhnen. Ihre Augen blitzten zornig. Enrique schluckte, während sich seine Nackenhaare alarmiert aufstellten und sämtliche Alarmglocken in seinem Kopf zu tröten begannen. Wenn Paloma so drauf war, gab es nur einen Ausweg – schnell in Deckung gehen „Süße, so war das nicht gemeint.“, beeilte er sich zu sagen „Ach, wie denn dann?“, echauffierte sich Paloma mit in die Hüften gestemmten Händen. Enrique sank in seinem Stuhl zusammen. Verflucht, warum nur war seine Klappe immer schneller als sein Hirn? Aber er hatte es doch gewusst. Von Anfang an. Und er hatte immer wieder auf Paloma eingeredet. Tom und eine Singlebörse. Eine völlige Schnapsidee. Das konnte ja nur nach hinten losgehen …

***************************************

Mit einem genervten Stöhnen beendete Anna das Telefonat. Gerade eben hatte der Empfang von Lanford angerufen und ihr mitgeteilt, dass Tom mit ihr heute Abend noch einmal über das Konzept zur Dessouskollektion sprechen wollte. „Na toll.“, knurrte sie mürrisch. Ich hab wirklich Besseres zu tun, als mir auch noch den Abend und vielleicht die Nacht mit Arbeit um die Ohren zu schlagen …, schoss es ihr unwillig durch den Kopf. Ach ja? Was bitte hättest du denn besseres zu tun? Zu Hause in deinem Zimmer rumhocken und die Tapete anstarren, bis sie sich freiwillig dazu entschließt, sich von der Wand zu lösen …, höhnte ihr Unterbewusstsein in überaus sarkastischem Singsang. „Ach halt doch die Klappe.“, rief sie verärgert, als ein vernehmliches Räuspern ihr unmissverständlich klar machte, dass sie nicht allein war. In Lichtgeschwindigkeit schoss ihr Blick zur Tür und traf dort auf Lara, die ein wenig unschlüssig im Rahmen verweilte. Genau in diesem Moment hätte Anna sich am liebsten selbst geohrfeigt. Dass ihr dieses ganze Theater mit Tom nicht mehr aus dem Kopf ging, war eine Sache. Dass dieses nun langsam ihre Gedanken zu beherrschen schien, eine ganz andere. Verdammt, irgendwie musste sie das wieder in den Griff bekommen. Nicht dass die anderen am Ende noch glaubten, sie würde verrückt. Vorsichtig schielte sie zu Lara, die noch immer im Türrahmen verweilte. Dem Blick nach zu urteilen, den ihr die junge Frau zuwarf, war diese die erste Kandidatin, die offenbar an ihrer geistigen Gesundheit zu zweifeln begann. Himmelhölle …, fluchte sie innerlich und erntete ein amüsiertes Kichern aus den tiefen ihres Unterbewusstseins. „En-entschulige, Lara … ich war in … Gedanken.“, stammelte sie. Laras Miene nach zu urteilen, war ihre Aussage wenig überzeugend. „Ich hab mich nur gerade darüber geärgert, dass ich heute Abend wieder so lang im Büro bin.“, sprudelte es schließlich aus ihr heraus. Sofort nahm Lara Haltung an. „Kann ich irgendwas für dich tun?“, kam die pflichtbewusste Antwort von der Tür. Anna hielt inne und sah ihre Assistentin mit großen Augen an. Sie und Tom … Nein … „Nein“, sprach sie den Gedanken im selben Moment aus, woraufhin ein neuerliches Lachen aus den Tiefen ihres Geistes erscholl. Eifersüchtig …, säuselte es ironisch. „So ein Quatsch.“ Erst auf Laras verdatterten Gesichtsausdruck hin realisierte Anna, dass sie ihre Gedanken soeben laut ausgesprochen hatte. Verflucht, sie wurde wirklich langsam irre. „Ich meine, nein … das ist nur ein Termin, den ich selbst wahrnehmen muss.“, schob sie eilig hinterher und richtete ihren Blick peinlich berührt auf ihre Unterlagen. „Soll ich dir einen Kaffee machen? Oder einen Tee?“, vernahm sie Laras Stimme. Tee? „Ja, das ist eine gute Idee.“, murmelte sie, als ihr wieder einfiel, dass Paloma vor nicht allzu langer Zeit ein ähnliches Angebot gemacht hatte. Wo bleibt sie so lange? Der Starbucks liegt nur drei Minuten um die Ecke …, dachte Anna. Holt die meinen Milchkaffee in New York? Sich selbst zur Räson zwingend, holte sie tief Luft und schenkte ihrer Assistentin ein Lächeln, was sämtliche Gesichtsmuskeln zu Höchstleistung aufforderte. „Ja, ein Tee wäre jetzt toll.“ Als Lara daraufhin ihren Beobachtungsposten im Türrahmen aufgab, stieß Anna erleichtert die Luft aus. Seufzend vergrub sie ihr Gesicht in ihren Händen und betete, dass der Tag schnell vorübergehen möge, damit sie sich irgendwo verkriechen konnte.

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Zäh wie Kaugummi zogen sich die Stunden hin. In Anbetracht der Tatsache, dass sich die Arbeit auf Toms Tisch stapelte, sollte eigentlich das Gegenteil der Fall sein. Aber vermutlich lag es daran, dass er im Zehn-Minuten-Takt auf die Uhr sah, dass die Zeit trotz des Übermaßes an Arbeit nicht schneller verging. Schlimmer noch, denn seit er wusste, dass Anna den Termin bestätigt hatte, schienen die Minuten noch langsamer dahin zu kriechen. Wieder und wieder ging ihm seine Idee, die ihm nach der Konzeptbesprechung spontan gekommen war, durch den Kopf. Was ihn von seiner eigentlichen Arbeit nur noch mehr ablenkte. Dessen ungeachtet, forderte auch allmählich die Tatsache, dass er letzte Nacht nicht geschlafen hatte, seinen Tribut. Wenn er ehrlich war, war er hundemüde. Aber um nichts in der Welt würde er sich die Möglichkeit, mit Anna einen Abend zu verbringen, durch die Lappen gehen lassen. So lange hatte er auf diesen Moment gewartet. So lange dafür gekämpft. Etwas was er noch nie getan hatte. Für gewöhnlich schaarten sich die Frauen um ihn und buhlten regelrecht um seine Gunst. Ein kleines Lächeln zuckte um seine Mundwinkel, während er sich fragte, wie es zu diesem Wandel hatte kommen können. Es war kurz nach halb sechs als es an seiner Tür klopfte. Kurz darauf schob Nadja ihren Kopf durch den Türspalt und erinnerte ihn daran, dass er um sechs einen Termin mit Anna Polauke hatte und anschließend ein Tisch für ihn in der Goldelse reserviert war. Pflichtbewusst, wie immer …, dachte Tom, als seine Empfangsdame die Tür leise schloss, nachdem sie sich in ihren Feierabend verabschiedet hatte, und lächelte zufrieden vor sich hin. An beides hätte sie ihn keineswegs erinnern müssen. Aber so war eben Nadja, die Zuverlässigkeit in Person, und genau das schätzte er so an ihr. Ein kurzer Blick auf seine Uhr sagte ihm, dass es zehn vor Sechs war. Ein seltsam befremdliches Gefühl machte sich in seinem Magen breit. Unruhe? Ungeduld? Nervosität? Er hatte keine Ahnung, aber es fühlte sich irgendwie gut an. Zehn Minuten noch …, dachte er und hätte am liebsten die Zeit vorgedreht, hätte er die Macht dazu gehabt. Wie schon gefühlte tausendmal in den letzten Wochen, rief er sich Annas Gesicht vor Augen. Ihre schönen blaugrünen Grünen Augen, in denen immer ein Hauch von Argwohn funkelte. Ihren hübschen Mund, in dessen Winkeln immer ein wenig Sarkasmus zuckte. Und musste unweigerlich lächeln. Er wusste so gut wie nichts über sie, was sie für ihn noch anziehender machte. Sie war eine Herausforderung. Eine der besonderen Art. Und Tom liebte Herausforderungen. Abermals fiel sein Blick auf die Uhr und ein gequältes Stöhnen entwich seinem Inneren. Noch neun Minuten. Der Zeiger absolvierte die Sekunden wie Stunden, fast so als hätte er Angst vor der großen Zwölf, deren Erreichen die Stunde vollenden und Tom seinem Ziel einen Schritt näher bringen würde. Da riss ihn das Klingeln seines Telefons aus seinen Gedanken und er zuckte erschrocken zusammen. Wer ist denn das noch um diese Zeit …, dachte er leicht angesäuert. Anna? …, schoss es ihm unweigerlich durch den Kopf. Sie wird doch nicht etwa in letzter Minute noch absagen? Ein beklemmendes Gefühl schob sich durch seine Magengegend, und für einen Moment erwog er den Gedanken, einfach nicht ranzugehen. Doch schließlich triumphierte der pflichtbewusste Geschäftsführer und er nahm mit einem widerwilligen Stöhnen den Hörer ab.

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Zum gefühlt hundertsten Mal richtete Anna nun schon den Stapel Papier, der bereits sorgsam aufgeschichtet zu ihrer Rechten auf ihrem Schreibtisch lag – nervös und reichlich unentschlossen in ihrem Inneren. Mann, nun mach schon, sonst kommst du noch zu spät …, ermahnte sie sich selbst, sich dessen bewusst, dass diese Hinauszögerungstaktik rein gar nichts brachte. Er wird dich schon nicht fressen. Ein leises Glucksen ertönte in ihrem Hinterkopf. Vielleicht nicht fressen, aber … „Hey, Anna. Du bist noch hier?“, mischte sich da Jonas‘ Stimme in Annas inneren Disput, kurz bevor dieser erneut zur Hochform auflaufen konnte. Gott sei dank! Sie räusperte sie und schenkte Jonas ein zittriges Lächeln. „Ja, ich hab noch einen Termin.“, erklärte sie, um einen ruhigen Ton bemüht, und warf einen übertriebenen Blick auf ihre Uhr. „Und zwar jetzt.“ Jonas Brauen hoben sich. „Einen Termin? Um diese Zeit?“ Anna zuckte die Schultern. „Ja, Tom Lanford will nochmal mit mir über das Konzept für die Dessouskollektion sprechen.“, antwortete sie versucht gelassen. Jonas zog die Stirn in Falten. „Aber ich dachte, das wäre schon alles geklärt.“ Ach Mist …, durchfuhr es Anna, als ihr plötzlich aufging, dass sie Jonas ja noch gar nicht über den neusten Stand in Kenntnis gesetzt hatte. „Ja, das kam kurzfristig. Sorry.“, beeilte sie sich zu sagen. Mit fahrigen Händen griff sie nach ihrer Jacke und der Tasche, die neben ihrem Schreibtisch stand. Jonas‘ Augen verengten sich. „Aha“ Das war alles, was er hervorzubringen in der Lage war. Ihm war nicht entgangen, wie hektisch und nervös Anna wirkte. Und er kannte die junge Blondine lange und gut genug, um zu wissen, dass mit ihr irgendwas nicht stimmte. Nahm man dann noch die Tatsache, dass auch Tom Lanford für ihn kein Unbekannter war, hinzu, erhielt Jonas schon ein recht klares Bild davon, was hier offenbar im Busch war. Und das war etwas, was ihm ganz und gar nicht gefiel. Fast schon war er im Begriff, Anna davon abzuhalten, diesem Gigolo in die Arme zu laufen, als diese auch schon an ihm vorbei zum Fahrstuhl huschte und ihm ein schnelles „Ich muss jetzt los, sonst komm ich zu spät. Wir sehen uns morgen.“, zurief. Wie erstarrt sah Jonas Anna nach. In dem Gedankenchaos, welches seinen Kopf durchflutete, versuchte er, ein paar warnende Worte zu formulieren. Doch mehr als ein „Pass auf dich auf.“, brachte er nicht zustande, ehe sich die Fahrstuhltüren schlossen. Einen unflätigen Fluch ausstoßend, wandte er sich schließlich um und stapfte in sein Büro zurück, während er zum tausendsten Mal den Tag verfluchte, an dem er sich auf Katja eingelassen hatte, weil er zu blind gewesen war, um zu erkennen, was Katja von Anna unterschied. Hätte er damals auf sein Herz gehört, würde ihn in diesem Moment nicht jenes Gefühl innerlich auffressen, was ihn immer dann überkam, wenn ein anderer Mann sich zu sehr für Anna zu interessieren schien.

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Mit rasendem Herzen stand Anna im Fahrstuhl, während wieder und wieder diese vier Worte durch ihr Hirn sausten, die Jonas ihr noch schnell nachgerufen hatte. Pass auf dich auf … Nachdenklich runzelte sie die Stirn. Klar, Jonas und sie waren Partner, was eine tiefe Freundschaft, wie sie sie hegten, keineswegs ausschloss. Aber die Art, wie er diese Worte gesagt hatte, zusammen mit dem Blick, den er ihr zugeworfen hatte, als sie ihm von dem Treffen mit Tom erzählt hatte – dass ja rein geschäftlich war – beschäftigte sie nun mehr als ihr lieb war. Tja, ist doch ganz klar, entweder er ist eifersüchtig auf Tom …, mutmaßte ihr Unterbewusstsein sachlich, woraufhin Anna leise aufkeuchte und unweigerlich die Frage in ihr aufkeimte, aus welchem Grund Jonas eifersüchtig sein sollte – und dann noch auf Tom … Tse … – … oder dein Tom ist ein so ausgebuffter Halodri, dass selbst Jonas über seine Machenschaften Bescheid weiß und sich demzufolge Sorgen macht, dass du dich in genau diesem Moment in die Klauen dieses Raubtiers begibst …, sinnierte ihr Unterbewusstsein übertrieben metaphorisch weiter. Anna runzelte die Stirn und schnaubte schließlich ironisch, als sie selbst erkannte, wie bescheuert sich das anhörte. Jonas stand doch gar nicht auf sie, sonst hätte er sich damals ja nicht auf Katja eingelassen. Und selbst wenn er es nun täte, wäre es jetzt ohnehin zu spät, da sie keinen Bock auf Männer hatte. Ach ja, und warum triffst du dich dann gleich mit Tom? …, bemerkte ihr Unterbewusstsein zynisch. Von wegen keinen Bock auf Männer … tse. Anna schluckte leicht, während ihr mit jedem Zentimeter, den sie sich der dritten Etage näherte, der Mut sank. Und wenn sie einfach nach Hause ging? Gib ihm eine Chance …, meldete sich da wieder die kleine Stimme in ihrem Hinterkopf, die heute Morgen schon dafür gesorgt hatte, dass sie überhaupt bei Lanford angerufen hatte. Was letztlich erst diesen ganzen Schlamassel ans Laufen gebracht hatte. Seufzend stieß Anna die Luft aus, als der Fahrstuhl zum Stehen kam und mit einem leisen Pling die Fahrstuhtüren öffnete. Zögerlich trat sie aus der Kabine und sah sich um. Das Atelier lag verwaist vor ihr. Allein die Tatsache, dass noch Licht brannte, ließ den Schluss zu, dass noch jemand da sein musste. Langsam, sich noch immer nicht sicher, ob dieser Termin eine wirklich gute Idee war – mal abgesehen vom Geschäftlichen – trat sie auf die graue Tür zu, hinter der sie Toms Büro wusste, als sie auch schon seine Stimme vernahm. Die Luft anhaltend lauschte sie, und schalt sich gleichzeitig für ihre Unverfrorenheit, jemanden bei einem Gespräch zu belauschen. Sich von diesem Gedanken ablenkend, hob sie die Hand und klopfte, noch ehe sie sich davor zurückhalten konnte. Einen Moment lang war es still. Unheimlich still. Dann erklang ein knappes „Herein“, woraufhin Anna langsam die Luft ausstieß und die Hand auf die Klinke legte. Nun mach schon …, ermahnte sie sich selbst und öffnete schließlich die Tür.

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Carla3939

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Sa Dez 07 2013, 19:20

GutenAbend  Liebe Mini was für ein schöner Teil,ich möchte bitte ganz ganz schnell wissen wie es weiter geht. Lg.Carla Razz 

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katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So Dez 08 2013, 21:48

Oh, oh, oh! Da gibt es ja so einige schlechte Vorzeichen. Obwohl Vorzeichen ist das falsche Wort. Also ich meine Annas abwehrende Stimme, die ja ziemlich hartnäckig ist, was ich persönlich ziemlich anstrengend finde.  Außerdem Jonas, bei dem die Alarmglocken klingeln und sich die Eifersucht regt. Dann die Singel-Börsen-Geschichte, die ja bestimmt irgendwann auffliegt, eine Carla, die vermutlich auch weiterhin eifersüchtig sein wird und noch die guten Freunde, die es zwar gut meinen, aber damit vielleicht auch ein wenig über die Stränge schlagen.
Ich bin soooooooo gespannt (die Smilies wollen gerade nicht, also heute mal ohne)

Mini, ich liebe es von dir zu lesen. Danke

Knutscha! Katha

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Dez 30 2013, 18:15

So, eben mal schnell Böller und Fondue-Zutaten kaufen gewesen. Für Silvester sind wir gerüstet, und hier kann es auch weitergehen. Sorry, dass ich euch so lange mit einer Fortsetzung habe warten lassen. Aber ich habe es zumindest geschafft, euch noch in 2013 einen neuen Teil zu präsentieren. Betrachtet ihn als nachträgliches kleines Weihnachtsgeschenk. Ich hoffe, ihr habt Spaß ... LG, Mini

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Teil 40

Als Anna den Raum betrat, sah Tom von seinem Schreibtisch auf, auf dem sich Papierkram stapelte, als versuche er, eine Festung um sich herum zu bauen, um sich dahinter zu verstecken. Ein Lächeln, in dem unübersehbar Erleichterung mitschwang, erstrahlte kurz auf seinem Gesicht, bevor es wieder einer geschäftigen Miene wich. „Einen kleinen Moment noch.“, sagte er, griff nach einem Stift und kritzelte etwas auf ein Blatt Papier. Dann erhob er sich und trat um seinen Schreibtisch herum. „Schön, dass du es einrichten konntest.“ Anna ließ ein leises Räuspern vernehmen und neigte mit einem missbilligenden Funkeln in den Augen den Kopf. Ja, und ich hoffe, es ist wichtig, immerhin opfere ich wegen dir meinen Feierabend …, dachte sie mürrisch. „Sorry für den späten Termin, aber ich werde mich revanchieren. Versprochen.“, fügte er versöhnlich hinzu. Annas Brauen zuckten nach oben. Aha, na da bin ich aber mal gespannt. Einen Moment lang musterte er sie etwas unschlüssig, so als wüsste er nicht, wie er fortfahren sollte. Er wirkte angespannt, fast ein wenig nervös. Ein Umstand, der unvermittelt ein beklemmendes Gefühl in Anna auslöste. „Hunger?“, fragte er plötzlich und riss Anna aus ihren Überlegungen. Was für eine Frage? Doch erst bei diesem simplen Wort ging ihr auf, dass sie tatsächlich den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte. Und dank Paloma, musste ich auch auf meinen Latte verzichten ... So ganz ohne Essen und Koffein grenzte es quasi an ein Wunder, dass sie noch aufrecht auf zwei Beinen stand. „Also, ich hab einen Bärenhunger.“, gab er beiläufig zu verstehen. Argwöhnisch verengten sich ihre Augen. Was hast du vor? Gerade wollte sie seine Frage verneinen, als ihr Magen ein Knurren vernehmen ließ, laut genug, dass Anna sich sicher war, dass Tom es gehört hatte. Elender Verräter. Ein wissendes Grinsen zuckte um Toms Mundwinkel, ehe er sich umwandte und nach seiner Jacke und den Schlüsseln auf seinem Tisch griff. „Na dann, lass uns gehen. Ich habe uns einen Tisch reserviert.“, erklärte er gelassen und strebte zu Tür. Vollkommen verdattert riss Anna die Augen auf. Was? Wieso? Nein! … „Und was ist mit unserem Termin?“, presste sie atemlos hervor und schalt sich dafür, dass sie es zuließ, derart von ihm überrumpelt zu werden. Sie öffnete die Mund abermals, um zu widersprechen, doch der Versuch erstarb auf ihren Lippen, als sie Toms unnachgiebigem Blick begegnete. Und während sie innerlich noch immer nach einer Möglichkeit suchte, diesem Vorhaben zu entfliehen, folgte sie seinem stummen Kopfnicken in Richtung Fahrstuhl.

Als die Fahrstuhltüren sich schlossen, entspannte Tom sich sichtlich. Zugegeben, er hatte nicht erwartet, dass Anna so wenig Gegenwehr zeigen würde. Was ihn wahrlich überraschte. Während der Fahrstuhl sich in Richtung Erdgeschoss bewegte, warf er einen verstohlenen Blick auf ihr Profil. Ihr Blick war starr auf die Fahrstuhltür gerichtet. Woran dachte sie? „Ich habe uns einen Tisch in einem hübschen kleinen Restaurant reserviert. Ich bin sicher, es wird dir gefallen.“, sagte er. Warum er das sagte, wusste er selbst nicht so genau. Vermutlich hatte ihn die Stille dazu getrieben, die bis auf das Rattern des Fahrstuhls in der Kabine herrschte. Oder es war nur ein Versuch, ein Gespräch in Gang zu setzen und auf diese Weise mehr über die hübsche Blondine zu erfahren, die ihm seit Wochen schlaflose Nächte bereitete. Denn das war es schließlich, was er sich von diesem Abend versprach. Doch als Anna ihm nur einen ausdruckslosen Blick schenkte, verstummt er wieder und überließ der Stille die Herrschaft über die Fahrstuhlkabine, bis selbige endlich in der Tiefgarage ankam. Wortlos verließen sie den Fahrstuhl. Als er ihr schließlich die Beifahrertür zu seinem Auto aufhielt, hatte sie noch immer kein Wort gesagt. Und so langsam begann dieses Schweigen ihn mürbe zu machen. War er vielleicht doch zu weit gegangen? Aber warum hatte sie dann nicht einfach abgelehnt, so wie sie es sonst auch tat? Jetzt hör auf, dir über das Wie und Warum Gedanken zu machen. Davon kriege ich Kopfschmerzen …, jammerte sein männliches Ego. Freu dich doch einfach, dass sie nicht direkt abgehauen ist und mach das Beste aus dem Abend. Kleiner Tipp am Rande: Versuchs mit Charme. Ich weiß, dass sowas auch irgendwo in dir drin versteckt ist. Tom rollte unweigerlich die Augen und verpasste seinem männlichen Ego ein übergroßes Pflaster auf den Mund, während er hoffte, dass es ihn für den Rest des Abends mit seinen großkotzigen Kommentaren verschonen würde. Manchmal konnte es echt nervtötend sein. „Kennst du die Goldelse?“, fragte er so beiläufig wie möglich, als er den Wagen aus der Tiefgarage lenkte. Eine überflüssige Frage, wie er nur zu gut wusste, aber der Schein musste schließlich gewahrt bleiben. Augenblicklich schoss Annas Kopf herum und begegnete seinem fragenden Blick. „Die Goldelse?“ Tom nickte nur, setzte den Blinker und fädelte sich in den Feierabendverkehr ein. Er hatte keine Ahnung, warum er ausgerechnet dieses Restaurant gewählt hatte. Vielleicht wegen dem gemütlichen Ambiente. Oder der Tatsache, dass sich genau dort Little Sweethearts Identität offenbart hatte und er nun hoffte, an genau diesem Ort mehr über Anna zu erfahren. Oder vielleicht auch nur wegen des ausgezeichneten Kaffees. Sein männliches Ego rollte theatralisch die Augen, verkniff sich allerdings jeglichen bissigen Kommentar. Worüber Tom in diesem Moment überaus dankbar war.

Die Goldelse …, schoss es Anna panisch durch den Kopf. Warum ausgerechnet dieses Restaurant? Was bezweckt er damit? Anna spürte, wie ihr Kopf von dem Chaos zu schmerzen begann. Warum glaubst du, dass er damit etwas ganz Bestimmtes bezweckt? …, fragte die leise Stimme der Vernunft in ihr. Ja, warum eigentlich? Vielleicht weiß er einfach nur die gute Küche zu schätzen und will dir eine Freude machen …, klang es in ihrem Kopf. Mir eine Freude machen? Warum … Seufzend stieß Anna die Luft aus, während Tom geduldig den Wagen durch die Stadt lenkte. Schweigend richtete sie ihren Blick aus dem Fenster. Tausende Lichter erhellten das Dunkel des Abends, während hunderte von Menschen durch die Geschäfte eilten, um für das nahende Weihnachtsfest gerüstet zu sein. Weihnachten …, dachte Anna bekümmert, und Bilder ihrer Kindheit schoben sich vor ihr inneres Auge. Eine Zeit, in der alles noch in Ordnung war. Das wäre eigentlich ein guter Zeitpunkt, mal etwas Nettes zu sagen …, drängte sich erneut die Vernunft in den Vordergrund. Anna schluckte leicht, während sie fieberhaft überlegte, wie sie am besten ein Gespräch mit Tom beginnen sollte. Immerhin würden sie den Abend miteinander verbringen, wenn auch rein geschäftlich. So hoffte sie. Bist du sicher …, meldete sich ihr Unterbewusstsein zu Wort und verzog das Gesicht zu einer hämischen Grimasse. Anna ignorierte es, hatte sie es doch so langsam satt, immer wieder auf diese Weise aufgezogen zu werden. Verstohlen richtete sie ihren Blick auf sein Profil. Er sah unbestreitbar gut aus. Gerade Nase, verwuschelte Haare, sinnliche Lippen und dann erst diese Augen. Vor allem, wenn er sie mit diesem durchdringenden Blick ansah. Ein leises Kribbeln zog durch ihren Magen, was sie ein überraschtes Keuchen ausstoßen ließ. Der Wagen kam vor einer Ampel zum Stehen. „Alles in Ordnung?“, fragte Tom, dem Annas Anspannung offenbar nicht entgangen war. „Ja … ja, alles okay.“, erwiderte sie eilig und ohrfeigte sich erneut für ihre atemlos klingende Stimme. Er machte sie nervös. Etwas, was sie in Gegenwart eines Mannes lange nicht verspürt hatte. Und was sie zusätzlich verunsicherte. Der Moderator im Radio faselte gerade irgendwas von Weihnachtshits, als auch schon die ersten Takte von Last Christmas ertönten. Anna schloss die Augen und stöhnte innerlich auf, während Tom die Lautstärke hochdrehte. Sie wandte den Kopf und warf ihm einen finsteren Blick zu, den er irritiert registrierte. Ganz automatisch drehte er die Musik wieder leise, während George Michael sich die Seele über seine verlorene Liebe aus dem Leib sang. „Magst du den Song nicht?“, wollte er wissen. Anna zuckte nur die Achseln. Eigentlich mochte sie den Song, doch er erinnerte sie viel zu sehr an jemanden, den sie seit langem zu vergessen versuchte. „Also, ich mag den Song. Er ist zwar traurig, aber irgendwie trägt er auch Hoffnung in sich. Dass man nicht aufgeben darf.“, meinte Tom lässig. Verblüfft weiteten sich ihre Augen, während sie ihn erneut betrachtete. Na hoppla, was sind denn das für Töne. Tom Lanford steht auf Liebesschnulzen? …, ging es ihr ironisch durch den Kopf. Aber er hat Recht …, meinte die Vernunft in ihr ganz leise. Kopfschüttelnd richtete Anna ihren Blick wieder aus dem Fenster. Weihnachten, das Fest der Liebe …, dachte sie voller Ironie. Und wie skurril erst, ausgerechnet mit Tom Lanford darüber zu reden. Nur am Rande registrierte sie, dass er den Wagen gestoppt hatte und schließlich der Motor verstummte. Ihr Herz begann zu rasen und ihre Hände wurden feucht. Verlegen rieb sie sie über den Stoff ihrer Jeans. Gott, jetzt reiß dich mal zusammen …, stöhnte ihr Unterbewusstsein und verdrehte genervt die Augen. Kühle Luft strich über ihr Gesicht, als er die Beifahrertür öffnete und holte sie in die Gegenwart zurück. Lächelnd streckte er ihr die Hand entgegen, um ihr aus dem Wagen zu helfen. Mhmm …, ganz der Gentleman. Gegen ihren Willen fühlte sie sich geschmeichelt ob dieser Geste. Bleib ruhig, verlier nicht die Nerven. Es ist bloß ein harmloses Geschäftsessen …, suggerierte sie sich, während sie mit weichen Knien aus dem Wagen stieg. Der Duft von gutem Essen, den sie seit ihrer Kindheit kannte, untermalt mit dem regen Geklapper von Geschirr und dem leises Gemurmel der anwesenden Gäste schlug Anna entgegen, als sie mit Tom im Schlepptau das Restaurant betrat. Eilig sah sie sich um. Das Restaurant war wie immer gut besucht. Und besonders jetzt zur Weihnachtszeit waren alle Tische im Lokal besetzt. Fast alle. Ihr Blick fiel auf einen kleinen Tisch in einer ruhigen Ecke, der noch leer war. Stirnrunzelnd sah sie zu Tom und öffnete den Mund zu einer spitzen Bemerkung, als sie unvermittelt die Stimme ihrer Mutter unterbrach, die gerade hinter dem Tresen hervorgelaufen kam. „Anna, mein Spatz. Da bist du ja.“, begrüßte Susanne sie enthusiastisch und drückte Anna einen Kuss auf die Wange, während ihr Blick über deren Schulter glitt ... und auf Tom fiel. „Du bist verabredet?“ Es war mehr Frage als Feststellung und reichlich überflüssig, da es ja offensichtlich war, dass er sie begleitete. Aber für ihre Mutter waren solche Moment selten - genau wie für Anna selbst. Susannes Augen begannen zu strahlen, was Anna keineswegs entging. Gott, geht’s eigentlich noch peinlicher … Wo ist das verdammte Loch im Boden, wenn man es mal braucht …, dachte sie und vermied es angestrengt, Tom in die Augen zu sehen. Was er wohl jetzt denkt?

„Es wurde ein Tisch reserviert.“, erklärte Tom höflich, dessen Blick fragend auf die Szene vor ihm gerichtet war. „Auf den Namen …“ „Lanford.“, beendete die ältere Blondine, die Anna gerade so überschwänglich begrüßt hatte, seinen Satz und streckte ihm mit einem warmen Lächeln die Hand entgegen. „Susanne Polauke. Ich bin Annas Mutter. Freut mich, Sie kennen zu lernen.“ Etwas verwirrt ergriff Tom ihre Hand und erwiderte den Gruß. „Tom Lanford.“ Für einen Sekundenbruchteil weiteten sich seine Augen voller Verblüffung als er endlich begriff. Annas Mutter? Ein paar Mal huschte sein Blick zwischen den beiden Frauen hin und her. Mhmm …, tatsächlich, die Ähnlichkeit ist durchaus vorhanden …, ging es ihm nachdenklich durch den Kopf, während Susanne Anna und ihn zu ihrem Tisch geleitete. Sein Blick taxierte den Raum und blieb an einer Treppe am anderen Ende hängen, die ihm beim letzten Mal gar nicht aufgefallen war, und die augenscheinlich in das obere Geschoss führte. Offenbar der Wohnbereich der Besitzer. „Wohnst du hier?“, platzte es aus ihm heraus, ehe er sich zurückhalten konnte. Lächelnd zog er ihr den Stuhl zurück und wartete, bis sie sich gesetzt hatte, ehe er ihr gegenüber Platz nahm. Seine Augen funkelten neugierig, während er auf eine Antwort wartete. Ihr verkniffener Blick, der ihm mittlerweile so vertraut war, wie die warme Dusche am Morgen, taxierte ihn. Er verkniff sich ein Grinsen. „Du hast einen Tisch reserviert? Ausgerechnet hier?“, bemerkte sie sichtlich zerknirscht. Toms Brauen hoben sich überrascht. „Ja. Ist das schlimm?“, fragte er schulterzuckend und sah sie mit einem unschuldigen Blick an, der jedem Dackel Konkurrenz gemacht hätte. „Hast du das alles geplant?“, zischte sie leise. Toms linke Augenbraue zuckte nach oben, ein kleines gemeines Lächeln zuckte um seine Mundwinkel, während er sich über den Tisch näher zu ihr beugte. „Beantwortest du Fragen immer mit Gegenfragen?“, erwiderte er, die seichte Herausforderung in seiner Stimme kaum verbergend.

Anna, die noch immer die Situation zu begreifen versuchte, sah ihn einen Moment lang ausdruckslos an. Räuspernd lehnte sie sich zurück und überlegte, was sie ihm antworten sollte. Sie hatte nicht wirklich Lust darauf, das eigentlich geschäftliche Treffen mit blumigen Anekdoten aus ihrem Leben zu spicken. War es das, was er bezweckte? Blödsinn! Woher zum Geier sollte er denn wissen, dass das Restaurant deinen Eltern gehört und du hier wohnst …, schalt sie die Stimme der Vernunft. Und wenn schon, schämst du dich etwa dafür? Nein, natürlich nicht. Aber ihn hier zu wissen mit dieser schreienden Frage in seinen Augen, behagte ihr nicht. Da könnte sie auch gleich das Familienalbum herausholen und ihm ihre ganze Lebensgeschichte auf dem Silbertablett präsentieren. Und wo ist dann das Problem? Offenbar mag er dich und möchte dich kennenlernen …, konterte die Stimme erneut. Das genau ist ja das Problem ... Außerdem kenne ich ihn nicht …, widersprach Anna bockig. Dann lerne ihn eben kennen ... Gib ihm eine Chance … Anna schluckte. Da waren sie wieder, die vier Worte, die sie schon heute Morgen gemahnt hatten. Seufzend stieß sie die Luft aus und ließ die Schultern sinken, ehe sie den Blick hob und direkt in Toms Augen sah, in denen noch immer die Neugier leuchtete. Also gut, warum eigentlich nicht … „Ja, die Wohnung meiner Eltern liegt über dem Restaurant. Und ich …“ „Dann gehört das Restaurant also deinen Eltern?“, mutmaßte er. Anna nickte nur, während sie sich fragte, worauf genau er hinauswollte. „Der Kaffee hier ist gut.“, meinte Tom lässig die Schultern zuckend, ohne auf Annas offensichtliche Verwirrung einzugehen. Annas Augen weiteten sich überrascht, doch dann erinnerte sie sich wieder, dass er letzten Freitag hier gesessen und einen Kaffee an der Bar getrunken hatte. Noch immer fragte sie sich, ob er sie überhaupt bemerkt hatte. Aber was den Kaffee betraff, hatte er Recht. Ein amüsiertes Glucksen glitt über ihre Lippen. „Stimmt. Keine Ahnung, wie meine Mutter das macht, aber dass der Kaffee hier gut ist, sagen viele. Manche meinen sogar, es sei der beste in ganz Berlin.“ Toms Lippen verzogen sich zu einem Lächeln. „Magst du einen Kaffee?“ Anna schüttelte den Kopf. „Ist ein bisschen spät für Kaffee.“, erwiderte sie und spürte, wie sich die Anspannung, die sie seit dem Moment, in dem sie die Lanford-Räumlichkeiten betreten hatte, fest im Griff hatte, langsam löste.

Sie spricht …, schoss es ihm ironischerweise durch den Kopf, als er registrierte, dass sie mehr als nur drei Worte am Stück gesagt hatte. Sogar zusammenhängende Sätze ... Und auch Toms Anspannung begann sich zu lösen, als er spürte, wie Anna sich zu entspannen begann. Endlich. „Dann vielleicht einen Wein?“ Mit hoffnungsvollem Blick sah Tom sie an. Er würde alles tun, damit dieser Abend, der recht verkrampft begonnen hatte – wenn er ehrlich war, hatte er auch nichts anderes erwartet – doch noch zu dem werden würde, den er sich erhofft hatte. Und der erste Schritt war getan, das Eis begann zu schmelzen, das spürte er. Ein überlautes Magenknurren unterbrach die zeitweilige Stille, die sich zwischen ihnen auftat. „Vielleicht solltest du etwas zu Essen zu dem Wein nehmen.“, meinte Anna und ihre Lippen zuckten in leisem Amüsement, als sich ihr Magen unvermittelt gleichsam lautstark zu Wort meldete. „Das sagt die Richtige.“, konterte Tom mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Und zwei Sekunden später prusteten sie gemeinsam los. Als schien das Susannes Stichwort gewesen zu sein, reichte sie den Beiden die Menükarten. „Darf’s schon etwas zu Trinken sein?“, fragte sie mit einem freundlichen Lächeln. Erwartungsvoll sah Tom Anna an, so als warte er darauf, dass sie die Bestellung vornahm, während er mit den Worten das Wort Wein formte. Sie nickte, und Tom richtete sein Augenmerk wieder auf Susanne. „Zwei Rotwein bitte …“ Sein Blick streifte kurz Anna, die bereits mit dem Studium der Karte begonnen hatte. „… den Besten, den Sie haben.“ Susanne nickte, während Tom ebenfalls die Karte aufschlug. „Empfehlen kann ich Ihnen den Gänsebraten nach Art des Hauses. Dazu einen Spätburgunder.“, sagte Susanne. Tom sah auf. Einen Moment dachte er über das Angebot nach, dann klappte er die Karte zu und nickte. „Hört sich gut an.“ Sein Blick fiel wieder auf Anna, die ihre Mutter mit einem Ausdruck im Gesicht ansah, den Tom nicht zu deuten wusste. Dann richtete sie ihren Blick wieder auf ihn. „Hört sich gut an.“, bestätigte sie mit einem kleinen Lächeln. „Kommt sofort.“, erwiderte Susanne und eilte zurück in die Küche. „Was ist?“, fragte Tom, als Anna ihn nur ansah. Daraufhin breitete sich ein verschmitztes Lächeln auf ihrem Gesicht aus. „Gänsebraten also?“ Tom nickte langsam. „Ich hätte dich eher für den Typ blutiges Steak gehalten.“ Ein leises Glucksen entfuhr Tom, ehe er sich entspannt zurücklehnte. „Und ich dich eher für den Typ Grüner Salat mit Hühnchenstreifen.“ Anna verdrehte unweigerlich die Augen und ein tiefes Seufzen entrang sich ihrer Kehle. „Ja, normalerweise bin ich auch der Salat-mit-Hühnchenstreifen-Typ, aber  ...“ Sie stockte und senkte den Blick. „Aber was?“, hakte Tom, nun wieder mit diesem neugierigen Funkeln im Blick, nach. Sie zuckte die Schultern. „Ich hab heute noch nichts gegessen. Und der Gänsebraten meiner Mutter ist ein echter Geheimtipp.“ Schmunzelnd schüttelte Tom den Kopf. „Na ja, normalerweise bin ich auch eher der Steak-Typ, aber …“ Er räusperte sich. „… es ist Weihnachten und Gänsebraten scheint mir angemessener.“ Sekundenlang ruhten ihre Blicke ineinander, ehe sie erneut gleichsam loslachten. Und es fühlte sich gut an, so richtig befreiend. Fast hatte er vergessen, wie sich das anfühlte. Und als sein Blick auf Annas Lächeln traf, spürte er, wie sich etwas tief in ihm löste, aufbrach und etwas in ihm veränderte. Die junge Frau, die ihm gegenübersaß, strahlte etwas aus, was ihm den Atem raubte, ihn verzauberte und ihn seit langem das sein ließ, was er sein wollte – Er selbst. Ein vernehmliches Räuspern riss ihn aus seinen Überlegungen, als sein Blick auf Annas erwartungsvolle Miene traf. „Was?“, stieß er fragend hervor. Anna zuckte die Schultern. „Na ja, du hast mich hierher … eingeladen. Dabei wolltest du etwas mit mir besprechen.“ Ach ja, richtig, da war ja noch was … Augenblicklich versteifte er sich. Ein Hauch von Nervosität überkam ihn so unvermittelt, dass er für einen Moment die Augen schloss. Angespannt rieb er sich über das Gesicht. „Es geht um das Konzept für die Dessouskollektion, soviel weiß ich schon.“, fügte Anna hinzu. „Ja, …“ Langsam stieß Tom die Luft aus. „Nun, es ist so …“ Gott, jetzt spuck‘s endlich aus, sonst krieg ich die Krise …, stöhnte sein männliches Ego. Offenbar hatte es das Sprachverbot erfolgreich überwunden. Kein Grund, nervös zu werden … Genau. Warum sollte er auch. Dafür hatte er sie schließlich hergelockt. Vorrangig. Zugegeben Annas Vermarktungsidee für die Dessouskollektion war perfekt. Aber seine kleine Adaption – dessen war er sich sicher – würde genau das nötige Maß an Individualität mitbringen, auf die sein Vater stets so großen Wert legte. Aber irgendwie war es ihm … ja was? … unangenehm, … ihr seine Gedanken zu offenbaren. Unangenehm? … das ist doch wohl ein Witz …, stieß sein männliches Ego verblüfft aus und kippte schallend laut lachend vom Sofa. Autsch ... „So schlimm?“, vernahm Tom Annas leises Flüstern durch den Nebel seiner Gedanken. Erschrocken sah er auf und direkt in ihre besorgt dreinblickenden Augen.

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katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Jan 01 2014, 15:45

Hallo, Hallo,
dieser Tom ist doch irgendwie verdammt sympathisch, oder? Ein wenig arrogant, aber noch mehr verunsichert und nervös. Und Anna löst scheinbar wirklich was in ihm aus.
Und diese Idee. So ganz klar ist mir ja nicht, was er da vorschlagen will. Ihre Idee abgewandelt, gibt der Idee das Individuelle, Tom, der Anna Dessous schenkt ... Das sind so die Dinge, die ich irgendwie noch vage in Erinnerung habe. Ich bin echt gespannt.

Mini, hatte ich schon erwähnt, dass ich es liebe von Dir zu lesen  readcoffee . Ich danke dir für jeden Teil, den du uns schenkst ...

Drück Dich ganz dolle,

Katha

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Carla3939

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Jan 01 2014, 19:54

Na endlich sieht Anna ja doch mal das tom doch ein ganz lieber ist.Das wird ja auch echt mal langsam Zeit,ich hoffe das sie nicht wieder so voreingenommen ist.Bitte erst mal richtig kennen lernen und dann eine Meihnung bilden  Rolling Eyes .Danke für diesen tollen Teil.Lg. Carla  Embarassed 

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Jan 01 2014, 21:53

Hallo Carla und Katha, euch ein gesundes neues Jahr und viel Glück und Erfolg für 2014.

Überraschung, ihr müsst dieses Mal keinen Monat auf die Fortsetzung warten. Und Katha ist ja schon neugierig auf Toms Idee. Mal schauen, was er so in seinem Kopf ausgetüftelt hat ...  Embarassed 

Viel Spaß beim Lesen ... LG, Mini

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Teil 41

Nein, nein … „Nein“, sagte Tom schnell und rang sich ein Lächeln ab. „Es ist nur so … Na ja, nach deiner Vorstellung von dem Werbekonzept ist mir eine Idee gekommen …“ Annas Augen weiteten sich. „Eine Idee? Was für eine?“ Ihre Neugier brachte ihn noch mehr aus dem Konzept. Für einen Moment schloss er die Augen, versuchte, sich zu sammeln und seinen rasenden Herzschlag zu beruhigen. Gott, warum war er nur so nervös? Lächelnd schüttelte er den Kopf und fand die Sekunden, die er brauchte, um sich wieder zu fassen, bevor er sie wieder ansah. „Ich bin nicht gerade für meine überschäumende Kreativität bekannt.“ Ein tiefes Seufzen folgte. „Ein Grund, warum mein Vater und ich uns gerne in die Haare bekommen.“ Wieder begann Schweigen sich zwischen ihnen auszubreiten. „Willst du es mir nun verraten, oder nicht?“, ließ Anna vernehmen. Ungeduld, in der noch immer leise Neugier schwang, klang in ihrer Stimme. Verschämt lächelte Tom sie an. Lieber Gott, bitte lass sie mich nicht für völlig bekloppt halten …, schoss es ihm flehend durch den Kopf, als er schließlich zu Sprechen ansetzte … Und von Susanne, die mit zwei Weingläsern vor ihrem Tisch auftauchte und sie abstellte, direkt wieder unterbrochen wurde. „Das Essen kommt gleich.“, sagte sie mit einem Lächeln in den Augen und verschwand wieder. Dankbar für diese unfreiwillige Unterbrechung, griff Tom nach dem Glas und prostete Anna zu. „Auf einen schönen Abend.“ Anna nickte. „Und auf eine gute Idee … Ich bin immer noch neugierig.“, fügte sie grinsend hinzu und trank einen Schluck von dem Wein. Tom tat es ihr gleich. Jetzt oder nie … Gerade wollte er erneut ansetzen, als Susanne mit zwei Tellern erschien. „Zweimal den Gänsebraten.“ Sie stellte die Teller ab und sah erst Anna an, dann Tom. „Lasst es euch schmecken.“, sagte sie und verschwand wieder. Tom stieß schwer den Atem aus, während er den appetitlich angerichteten Gänsebraten vor sich betrachtete. Augenblicklich lief ihm das Wasser im Mund zusammen. Und als wolle sein Magen ebenfalls seine Begeisterung für das Ende der Hungerperiode zum Ausdruck bringen, ließ er laut ein neuerliches Knurren vernehmen. Tom zuckte die Schultern und griff nach dem Besteck. Beim Essen lässt es sich ohnehin besser reden …, dachte er bei sich, warf Anna einen kurzen Blick zu, die ohne Zweifel noch immer auf seine Antwort brannte, und machte sich über das Essen her.

Warum macht er nur so ein Geheimnis darum? …, dachte Anna im Stillen, während sie etwas von dem Gänsebraten in den Mund schob. Hmm … lecker. Sie liebte die Küche ihrer Mutter seit sie denken konnte. „Versprich mir, nicht zu lachen.“, sagte Tom schließlich und riss Anna aus ihren kulinarischen Kindheitserinnerungen. Mit zusammengekniffenen Augen starrte sie auf den Mann gegenüber. Ist das wirklich Tom Lanford? Der-ich-bin-das-Selbstbewusstsein-in-Person-Tom-Lanford? Nie im Leben hätte sie es für möglich gehalten, dass genau derselbe Mann, der sie noch vor wenigen Wochen mit einer wenig geistreichen Anmache auf Palomas Verlobungsfeier angesprochen hatte, jetzt herumdruckste wie ein Viertklässler, der vor der ganzen Klasse ein Gedicht aufsagen sollte und sich dabei fast in die Hosen machte. Bei der Vorstellung musste sie sich ein Grinsen verkneifen. „Ich hab noch nichts gesagt, und du lachst schon.“, stellte er missbilligend fest. Lächelnd sah sie ihn an. „Ich lache nicht, ich frage mich nur gerade, wo der Tom Lanford geblieben ist, der mir auf Palomas Verlobungsfeier seine CD-Sammlung zeigen wollte.“ Die Ironie in ihrer Stimme ließ Toms Augen amüsiert aufblitzten, ehe sich ein gemeines Lächeln um seine Lippen kräuselte. „Wenn ich mich richtig erinnere, warst du es, die mir vorgeworfen hatte, ich würde dich abfüllen wollen, um dich nach einem belanglosen Geplänkel mit der fadenscheinigen Ausrede, dir meine Briefmarkensammlung zeigen zu wollen, in meine Wohnung zu locken.“ Er hielt inne und neigte grinsend den Kopf, während er sich einen Bissen Fleisch in den Mund schob. „Dem musste ich etwas entgegensetzen.“ Er zuckte die Schultern. „Bedauerlicherweise sammle ich keine Briefmarken …“ Er hielt inne und schenkte ihr dieses atemberaubende Lächeln, was Anna beinahe zum Schmelzen brachte. „… CD’s allerdings auch nicht.“ Anna kicherte auf und schüttelte leicht den Kopf. Ein tiefes Seufzen entrang sich seiner Kehle und er zuckte die Achseln. „Keine Ahnung, wo dieser Tom gerade ist. Vielleicht ausgewandert … oder so.“, fügte er leise, mehr zu sich selbst sagend, hinzu. Na hoppla … Wer bist du und was hast du mit Tom angestellt? … „Dann wollen wir mal hoffen, dass er nicht so schnell wiederkommt.“, entfuhr es ihr, ehe sie sich zurückhalten konnte. Als Tom sie blinzelnd ansah, senkte sie schnell den Kopf. Sie spürte, wie ihr unvermittelt die Röte ins Gesicht schoss. Scheiße. Du magst ihn …, stichelte ihr Unterbewusstsein. Nein, ja … Nein … Ach, Herrgott nochmal, wäre das denn so schlimm …, brüllte sie innerlich zurück, woraufhin ihr Unterbewusstsein sich schmollend in eine Ecke verzog. Fast schon erleichtert ließ sie die Luft entweichen, dann richtete sie ihren Blick wieder auf Tom. Ja, irgendwie mag ich ihn schon … zumindest diesen Tom. Aber da war noch immer eine Sache … „Verrätst du mir jetzt deine Idee?“

Eilig schob Tom sich einen weiteren Bissen in den Mund, griff nach seinem Glas und spülte mit einem Schluck Wein nach. Also los … „Du hattest die ganze Geschichte ins Paradies geschickt und von diesem gelangweilten Adam gesprochen, dessen Aufmerksamkeit Eva zu gewinnen versucht …“ Tom hielt inne, als er Annas überraschten Blick bemerkte. „Ach, sag bloß, dir gefällt mein Adam nicht?“, mutmaßte sie mit einem belustigten Funkeln in den Augen. Tom seufzte. „Na ja …“ Er hielt inne und presste die Lippen aufeinander, ehe er fortfuhr. „Nein, tut er nicht.“ Ein amüsiertes Schnauben ausstoßend, schüttelte sie den Kopf. „Typisch Mann.“ Tom kniff die Augen zusammen, verkniff sich jedoch den passenden Kommentar, der ihm gerade auf der Zunge brannte. „Wundert mich nicht.“, fügte sie leise murmelnd hinzu. „Na ja, wie gesagt. In deiner Version versucht Eva Adam zunächst mit dem berüchtigten Apfel zu bezirzen, was ja nicht funktioniert hat …“, sprudelte es plötzlich aus ihm heraus. Gebannte starrte Anna ihn an, und schon wieder überkam ihn dieses seltsame Gefühl von Nervosität. „Na ja, ich hab mir überlegt, um das männliche Geschlecht nicht ganz so … schlecht aussehen zu lassen …“ Ein breites Grinsen zog sich über Annas Lippen, sie sagte jedoch nichts. „Okay, in meiner Version nimmt Adam den Apfel, den Eva ihm gibt, schaut ihn einen Moment skeptisch an und legt ihn dann weg.“ Anna nickte, wartete darauf, dass er fortfuhr. „Und weiter?“ Mit einem leisen Räuspern fuhr Tom sich mit der Hand durch die Haare. „Na ja, ich hab mir gedacht, dass nach der Apfelszene Adam Eva einmal von oben bis unten betrachtet, und schließlich irritiert den Kopf schüttelt, so als wolle er sagen … Was will ich denn mit Obst, wenn doch eine so verführerische Frau vor mir steht.“ Annas Glucksen ließ ihn kurz innehalten. Mit einem kleinen Nicken, suggerierte sie ihm, weiter zu erzählen. Tom spürte, wie sein Gesicht zu Glühen begann, als er weitersprach. „Ich dachte mir, dass es doch Adam sein könnte, der schließlich Eva dieses Päckchen mit den Lanford-Dessous gibt.“ Seine Stimme war mit jedem Wort leiser geworden. Annas Brauen hoben sich, dann legte sich ihre Stirn in Falten, als dachte sie angestrengt über diese Idee nach. „Und die Schlange?“, fragte sie schließlich. „Immerhin ist sie doch das Symbol der Verführung?“ Tom zuckte die Achseln und legte mit einem tiefen Blick in ihre Augen den Kopf schief. „Sollten das nicht eigentlich die Dessous sein?“ Nachdenklich sah Anna ihn an, während sie gedankenverloren auf ihrer Unterlippe herumzukauen begann. Eine Geste, die etwas Seltsames mit ihm anstellte. Er räusperte sich erneut, griff nach seinem Wein und nahm noch einen großen Schluck, in der Hoffnung, dieses plötzlich aufkommende Kribbeln in sich zurückzudrängen. „Na ja, Eva nimmt das Geschenk, ist hellauf begeistert und zieht die Dessous auch gleich an.“, fuhr Tom fort. Die Falten auf Annas Stirn wurden tiefer, und Tom begann unruhig auf seinem Stuhl herumzurutschen. Sie findet es blöd …, ging es ihm ernüchtert durch den Kopf. Tse, war ja klar, dass das eine dämliche Idee ist … so richtig machohaft eben …, meldete sich sein männliches Ego voller Arroganz zu Wort. Tom schubste es unsanft beiseite, ehe es noch mehr Blödsinn dieser Art von sich geben konnte. Gut, mochte ja sein, dass das vielleicht ein wenig zu viel männliche Initiative war. Aber warum sollten Männer ihren Frauen keine Dessous schenken? Würdest du einer Frau denn Dessous schenken …, amüsierte sich sein männliches Ego. Tom stutzte, während sein Blick über Anna glitt. Ja, warum eigentlich nicht? …, dachte er bei sich. Und es war die Wahrheit. Eilig schüttelte er den Kopf, verscheuchte den Gedanken, der ihn erneut verwirrte und fuhr fort: „Tja, die Schlange ist natürlich nicht begeistert, dass Adam ihr da die Show stiehlt, deshalb zischt sie Adam auch wütend an. Doch der lässt sich nicht beirren, schnappt sich den Apfel, den er beiseite gelegt hat, und stopft ihn der Schlange ins Maul. Dann schnappt er sich Eva, zieht sie zu sich, küsst sie und … Ende.“, beendete er seinen Vortrag, froh darüber, dass es endlich raus war. Betreten senkte er den Blick und griff nach dem Besteck, um sich etwas von dem Essen, was mittlerweile merklich an Temperatur verloren hatte, aufzutun, und hoffte, dass diese Ablenkung ihm helfen würde, sich nicht vollends zum Trottel zu machen. Als von der anderen Seite des Tisches nach wie vor keine Reaktion kann, sah Tom schließlich auf. Erleichtert atmete er aus, als er erkannte, dass Anna noch nicht die Flucht ergriffen hatte. Allerdings ließ ihr Gesichtsausdruck – eine Mischung aus Faszination und völliger Bestürzung – ein mulmiges Gefühl in ihm aufwallen. Erst beim zweiten Blick bemerkte er, dass sie die Lippen zusammengepresst hielt und offenbar mühsam ein Lachen zu unterdrücken versuchte. Was ihr kläglich misslang. Denn nur drei Sekunden später brach sie in schallendes Gelächter aus. Im ersten Moment wallte Zorn in ihm auf. Noch nie zuvor hatte man sich derart über ihn lustig gemacht. Nicht mal Bruno mit seinen blumigen Metaphern, die er in seiner Gegenwart so gern zum Besten gab. Doch dann konnte er Anna einfach nur ansehen. Ihr Lachen war schön und so echt, und ihm ging auf, dass er sie in seiner Gegenwart noch nie so ehrlich hatte lachen sehen. Wieder schoss diese Wärme durch seinen Körper und berührte jenen Teil in ihm, der so lange verborgen war. Er wusste das Gefühl nicht in Worte zu fassen, es war einfach nur … unbeschreiblich.

Es dauerte einen Moment, bis Anna sich soweit beruhigt hatte, dass sie Tom wieder in die Augen sehen konnte, ohne unweigerlich einen Adam vor sich zu sehen, der mit verbissenem Blick einer großen missmutig gestimmten Schlange einen Apfel ins Maul stopfte. Sie räusperte sich und atmete ein paar Mal tief durch. „Du bist wirklich komisch.“ Tom hob die Brauen, offenbar nicht sicher, wie er diese Aussage verstehen sollte. „Komisch im Sinne von witzig oder von merkwürdig?“, fragte er. Lächelnd neigte sie den Kopf. „Ganz viel von dem einen und ein bisschen von dem anderen.“, antwortete sie, griff nach dem Weinglas und trank einen Schluck. „Und was hältst du davon?“, fragte er vorsichtig. „Ich meine, von der Idee.“, fügte er leise hinzu. Offenbar war ihm ihre Antwort wirklich wichtig. Mehr und mehr begann sie sich zu fragen, was mit Tom passiert war. So kannte sie ihn nicht, und irgendwie verwirrte sie das. Wenn auch auf eine angenehme Weise. Lächelnd dachte sie über seinen Vorschlag nach und neigte anerkennend den Kopf. „Gefällt mir gut.“, gab sie ehrlich zu. Noch besser als meine Idee …, fügte sie gedanklich hinzu. Jetzt war es Tom, der sie neugierig und mit einem leisen verschmitzten Lächeln ansah. „Gut im Sinne von ganz okay oder von … „Es hat das gewisse Etwas, würde Bruno Lanford wohl sagen.“, unterbrach ihn Anna. „Mein Vater? Nie im Leben würde er das tun, zumindest nicht mir gegenüber.“, wehrte Tom mit einem ironischen Schnauben ab. „Trotzdem sollten wir es ihm vorschlagen.“, meinte Anna. Toms Blick versteinerte. „Du meinst …“ „Ja, das ist wirklich gut. Es hat Witz …“ Ihre Augen blickten in seine „… und Charme, ist modern und …“ „Okay, ich rede mit ihm.“, unterbrach Tom ihren aufkommenden Enthusiasmus und wandte den Blick ab. Tom Lanford verlegen? Eine weitere Seite, die sie an ihm noch nicht kannte, die sie nie an ihm vermutet hätte, und die sie wirklich überraschte. Wo ist nur dieser arrogante Macho geblieben? ..., dachte sie erneut, und fragte sich instinktiv, welche Facetten sich noch in ihm verbargen. „Noch einen Wein?“, fragte er und wandte sogleich den Blick ab, um nach einem Kellner zu winken. Aha, Themenwechsel …, dachte sie amüsiert und nickte. „Gern.“ Du solltest nicht soviel trinken, Anna … du weißt, dass du so wenig verträgst …, vernahm sie unvermittelt die mahnende Stimme ihrer Mutter im Hinterkopf, und sofort flammte die Erinnerung an die Silence-Party vor ihrem inneren Auge auf, auf der sie vor ein paar Jahren völlig die Contenance verloren und – angefüllt mit diesem hochprozentigen Mut – , Jonas ihre Liebe gestanden hatte. Damals war ihr das alles unendlich peinlich gewesen. Aber die Zeiten hatten sich geändert. Jonas hatte nur Augen für Katja gehabt und sie selbst sich in Daniel verliebt. Bis sie eines Tages aus diesem rosaroten Traum aufgewacht war und vom bitteren Geschmack der Realität gekostet hatte. Hör auf, das ist Vergangenheit. Und es wird Zeit, dass du dieses leidige Kapitel endlich abschließt …, mahnte sie die Vernunft. Gedankenverloren richtete sich Annas Blick in Toms Augen. Sieh ihn dir an. Ihr mögt einen miesen Start gehabt haben, aber du kannst doch sehen, dass sich mehr hinter dem verbirgt, was er zu sein scheint … Anna nickte unmerklich. Ja, sie konnte es sehen, doch der kleine Zweifel, der sich so hartnäckig in ihr festgebissen hatte, wollte sich nicht so einfach vertreiben lassen. Und was ist, wenn sich hinter dem Prinzen doch ein Frosch verbirgt …, dachte sie bei sich, griff nach dem Glas und trank es aus. Küss ihn und guck, ob er ein Frosch wird …, gab ihr Unterbewusstsein, das der ganzen Szenerie mit Missbilligung beigewohnt hatte, ironisch zu verstehen … Ein Kuss …, dachte Anna und schloss seufzend die Augen …

… „Was willst du, Tom? Ich meine, du lädst mich zum Essen ein, präsentierst mir eine wirklich gute Idee …“, fragte Anna und verschränkte bockig die Arme vor der Brust. „Wie wär’s mit einem Kuss.“, antwortete Tom mit einem Lächeln, in dem pure Verheißung lag. Anna kräuselte die Lippen und verzog unwillig den Mund. „Nein.“, wehrte sie entschieden ab. Was denkt sich der Typ eigentlich? Ein bisschen Charme sprühen lassen und schon lasse ich mich breitschlagen? Vergiss es … Tom lachte leise, lehnte sich ein Stück zu ihr über den Tisch und deutete wortlos auf seine Wange. „Nur ein harmloser kleiner Kuss.“, säuselte er und sah sie mit einem unschuldigen Blick aus seinen blaugrauen Augen an. Anna seufzte tief. „Na schön … aber nur auf die Wange.“, gab sie schließlich nach. Ganz langsam, fast schon zögerlich beugte sie sich ihm entgegen. Tom drehte den Kopf und präsentierte ihr seine rechte Wange. Anna räusperte sich leise, sah sich verstohlen um, doch glücklicherweise war jeder der Gäste im Restaurant mit seinem Essen, Getränk oder Begleiter beschäftigt. Augen zu und durch …, dachte sie, beugte sich weiter vor und berührte mit ihren Lippen sanft seine Wange. Tom, der nur darauf gewartet zu haben schien, wandte blitzschnell den Kopf und verschloss mit seinen Lippen die ihren. Anna keuchte erschrocken auf, doch ehe sie zurückweichen konnte, hatte er seine Hand in ihren Nacken geschoben und hielt ihren Kopf fest. Ganz langsam bewegten sich seine Lippen auf ihren. Weich und sanft schmiegten sie sich gegen ihre. Sie stieß einen leisen Seufzer aus, ehe Tom den Kuss löste und ihr tief in die Augen sah, die ihn voller Verblüffung anblickten. Seine Lippen zuckten belustigt, während seine Fingerspitzen über ihre gerötete Wange glitten. „Was war das?“, hauchte sie. Das Lächeln, das er ihr schenkte, war entwaffnend, und Anna spürte, wie das Kribbeln in ihrem Magen wieder zunahm. „Nur ein harmloser kleiner Kuss.“, flüsterte er. „Und du bist kein Frosch geworden …“, murmelte sie leise … „Ein Frosch?“, ertönte seine Stimme. Der verführerische Klang war Verwirrung gewichen. „Anna? … Anna? … Alles okay?“ In diesem Moment verwischte das Bild und Anna riss überrascht die Augen auf. Vor ihr saß Tom, ein Glas Wein in der Hand und unübersehbare Besorgnis im Blick. Dann zuckte ein amüsiertes Lächeln um seine Mundwinkel. „Wo warst du denn jetzt gerade? Und was hatte es mit dem Frosch auf sich? Eine Abwandlung der Schlange?“ Schlange? Häh? … Es dauerte einen Moment, bis Anna begriff, dass sie augenscheinlich vor sich hingeträumt hatte. Ach du liebe Güte. „Nein … Nichts, alles okay.“, wiegelte sie eilig ab und schalt sich ein blödes Schaf, weil sie mit offenen Augen geträumt und dabei offenbar noch ihre Gedanken laut ausgesprochen hatte. „Ich war nur … in Gedanken.“, fügte sie eilig hinzu, griff nach dem Glas Wein, was Tom geordert hatte, und genehmigte sich einen großen Schluck. Noch immer lag dieses spitzbübische Grinsen auf seinem Gesicht. „Ich wüsste zu gern, woran du gerade gedacht hast.“, sagte er und wieder blitzte dieses neugierige Funkeln in seinen Augen auf. „A-ach nichts … nichts Wichtiges.“ Oh Gott, oh Gott, oh Gott … Sie nahm noch einen großen Schluck Wein, und allmählich beruhigte sie sich. „Du solltest langsamer trinken.“, mahnte er besorgt. Mit einer lässigen Handbewegung winkte Anna ab und trank einen weiteren Schluck. „Glaub mir, ich weiß, wieviel ich vertrage.“, erklärte sie und lächelte breit. Na klar, weißt du das. Und dass du die ganze Zeit so dümmlich vor dich hingrinst, liegt mit Sicherheit daran, dass du von seinem Charme restlos verzaubert bist …, ätzte ihr Unterbewusstsein. Offenbar war es immer noch beleidigt, dass sie es wegen Tom so angefahren hatte. „Kann ich noch einen haben?“, fragte sie Tom, dessen Miene leise Skepsis zeigte. Er räusperte sich und sah sich verstohlen im Restaurant um. „Anna, wir sind fast die letzten Gäste. Und es ist schon spät.“, gab er ihr zu verstehen. Aha … Erst jetzt, nachdem Anna sich umgesehen hatte, wurde ihr bewusst, dass Tom Recht hatte. Susanne stand hinter der Theke und polierte eifrig Gläser. Ein sicheres Zeichen dafür, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis das Restaurant schloss, wie Anna nur zu gut wusste. „Mhmm … okay, ich denke, du hast Recht.“, murmelte sie, schwer bemüht, die Worte deutlich auszusprechen. „Ich bring dich noch zur Tür.“, ließ sie verlauten und erhob sich. Was keine gute Idee war. Denn augenblicklich geriet sie ins Schwanken und sank übergangslos auf ihren Stuhl zurück. Puh … mir ist ganz komisch …, schlich es durch ihren Kopf. Könnte daran liegen, dass du vier Gläser Wein getrunken hast … Zum Glück hat Tom dich davon abgehalten, ein fünftes zu trinken … Tse, von wegen, du weißt wieviel du verträgst …, höhnte diese nervtötend besserwisserische Stimme in ihr. Zum Glück half ihr der dunstige Nebel des Alkohols dabei, den Kotzbrocken zu vertreiben mitsamt seiner klugscheißerischen Kommentare.

„Alles in Ordnung, Anna?“, fragte Tom, der sich erhoben hatte und neben sie getreten war, bereit, sie aufzufangen, sollte sie in den nächsten Sekunden vom Stuhl kippen. Warum nur hatte sie auch soviel getrunken? Zugegeben, er hatte ihre ausgelassene Stimmung, die wohl letztlich auch dem Alkohol zuzuschreiben war, genossen. Trotzdem war ihm nun nicht wohl bei dem Gedanken, Anna allein zu lassen. In diesem Zustand konnte ihr alles Mögliche passieren. Zum Beispiel könnte sie die Treppe herunter fallen oder über eine Schwelle stolpern. Oder sich im Klo ersäufen, weil sie das Gleichgewicht beim K … Tom stieß einen leisen Fluch aus, der innerlich laut genug war, dass sein männliches Ego sofort verstummte und unter seinem wütenden Blick zu einem wimmernden Häufchen Elend zusammenschrumpfte. Dann neigte er den Kopf und musterte die hübsche Blondine, die ihn mit erwartungsvollem Blick ansah. Wie gern wüsste ich, was gerade in deinem Kopf vorgeht …, wünschte er sich zum wiederholten Male. Sein Blick taxierte erneut den Raum und blieb abermals an der Treppe hängen. „Soll ich dich noch nach oben bringen?“, bot er fürsorglich an und streckte ihr die Hand entgegen. Einen Moment lang wirkte sie unschlüssig, so als müsste sie erst darüber nachdenken. Er konnte den stummen Kampf, den sie innerlich ausführte, in ihren Augen sehen. „Ja“, flüsterte sie schließlich leise und schenkte ihm ein trunkenes Lächeln. Etwas wackelig erhob sie sich, nahm den Arm, den er ihr anbot und hakte sich mit einem mädchenhaften Kichern unter. Ein Klang der seinen Herzschlag kurz aus dem Takt brachte. Langsam und stets darauf bedacht, dass sie nicht stolperte, geleitete Tom sie zur Treppe. Dort angekommen, löste Anna sich von ihm und erklomm die erste Stufe. Sie hatte Mühe, einen sicheren Stand zu finden. Als sie bei der dritten schließlich ins Wanken geriet, umfasste Tom instinktiv ihre Taille und verhinderte, dass sie rückwärts die drei Stufen wieder runtersegelte, die sie bereits erklommen hatten. „Ich schaff das schon.“, erklärte sie energisch, woraufhin Tom sie zaghaft losließ. „Bist du sicher?“ „Ja, du brauchst mich nicht festhalten.“ Toms rechte Augenbraue zuckte nach oben und ein schiefes Lächeln schlich sich auf seine Züge, ehe er sie mit einem lässigen Schulterzucken erneut umfasste. „Ich denke, ich tu’s trotzdem. Ich würde es mir nie verzeihen, wenn du dir das Genick brichst, nur weil ich auf dich gehört habe.“ Anna blinzelte ob dieser unverblümten Aussage. Sie öffnete den Mund, um etwas zu erwidern, ließ es jedoch mit einem resignierten Schulterzucken bleiben. „Und wo jetzt lang?“, fragte er galant, als sie in der oberen Etage angekommen waren. Anna deutete mit einem Kopfnicken auf die einzige Tür und grinste schief. Klar, wohin hätten sie auch sonst gehen sollen ...

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Do Jan 02 2014, 01:17

OHHHH Mini,das ist so ein schöner teil  Very Happy  du machst mich gerade echt glücklich und ich sitze so hier  Smile  oh mann bekommen wir als nächstes eine tolle Nacht? allso ich hätte nichts dagegen  idontknow 
Bitte den nächsten Teil auch wieder so schnell  Habenwollen  Lg.Carla

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Do Jan 02 2014, 06:52

Hey Mini,
ich kann Carla nur zustimmen. Das war ein wirklich schöner Teil. Endlich lässt Anna mal locker und schaut sich diesen Kerl, der zudem noch so unglaublich sympathisch ist, wenn er mal nicht den arroganten und machohaften Typ raushängen lässt, mal richtig an. Schön, dass ihr gefällt was sie sieht  Smile  Seine Nervosität, ihre Träumerei, ihre gemeinsame Lockerheit - einfach scheeeen.  Wink 

Aber die Vermutung, wie es weitergeht teile ich nicht ganz. Na ja, ich befürchte fast, dass sie tatsächlich die Nacht zusammen verbringen, oder zumindest die nächsten paar Stunden und dann wird irgendwas furchtbares passieren. Ich bin fast sicher  Sad Vermutlich wird sich Tom als GON verraten und dabei die Kenntnis von Sweetheart erwähnen, was irgendwie auch klar macht, dass er der Dr. Love war ...   Surprised 
Keine Ahnung, aber irgendeinen Bockmist wird er vermutlich bauen, so dass das sanfte Band des Vertrauens zwischen ihnen gleich wieder zerreissen wird. (Hm, ich sehe da so leichte Ähnlichkeiten zwischen dieser und der Anteros/Helena-Geschichte. - Ob Männer vielleicht doch alles Deppen sind?)
Ok, ok, ich sollte mich mal zurückhalten. Noch ist ja gar nichts passiert und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt  Razz

Ich werde geduldig warten, bis ich mehr weiß (- und dann vielleicht weiter wettern  Cool )

LG, Katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Do Jan 02 2014, 18:51

zwei ganz tolle teile mini war schon so gespannt drauf wie es weitergeht würd mich ja freuen wenn sie erstmal ein paar teile lang glücklich wären bevor was schlimmes passiert . . . sozusagen bissel positive energie im neuen jahr bevor wieder der alltag zuschlägt ^^

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Sa Jan 04 2014, 16:39

Ja katha hat recht sie werden sich bestimmt noch nicht so nah kommen.Das ist meine romantische
Ader bei mir würden die Storys nur aus ganz viel Liebe bestehen  Rolling Eyes dann doch sehr langweilig.Ich bin echt gespannt wie es weiter geht.Lg.Carla

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Jan 28 2014, 15:37

Hallo Mini Very Happy
Ich habe mir heute deine ganze Geschichte durchgelesen und muss wirklich sagen sie ist Klasse.
Du hast immer dieses etwas beim schreiben, dass die Geschichten so glaubhaft macht.
Würde gerne mehr davon lesen Smile

Also bitte ganz ganz schnell weiter schreiben

Lg. schreiber_fan
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Carla3939

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Jan 29 2014, 00:09

Bitte Bitte schreib doch weiter  crying wir warten doch alle.Lg.Carla  Embarassed

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Sa Feb 08 2014, 13:24

@schreiber_fan, silentvoice, Katha, Carla und all die anderen anyonymen Leser

Ich danke euch für eurer vieles Feedback. Ich muss zu meiner Schande zugeben, dass ich heute das erste Mal nach zwei Wochen wieder reinschaue. Leider ist mein Berufsleben momentan sehr hektisch und zeitlich anspruchsvoll. Dazu kommt, dass ich noch ein Studium mache, was wiederum einen Teil meiner Zeit abknapst. Das soll jetzt nicht heißen ... Schönen Tag noch und lebt wohl ... um Gottes Willen. Das Schreiben ist für mich ein willkommener Ausgleich zu all dem "Stress" (Ich sag das Wort nicht sehr gern, weil man sich Stress eigentlich meistens selbst macht), aber im Augenblick fehlt mir der entscheidende Faktor "Zeit", um hier aktiver zu Werke zu schreiten. Nichts desto trotz werde ich dran bleiben. Es dauert dann nur eben etwas länger.

Ich hoffe, ihr haltet mit trotzdem die Treue und ich kann euch bald wieder mal mit dem einen oder anderen neuen Teil beglücken. Bis dahin, lasst es euch gutgehen.

LG, eure Mini  Wink

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So Feb 09 2014, 13:26

Hey Mini!

Tolle Teile, flowers langsam wird es ja mal spannend mit den Beiden, okay eigentlich ist es immer spannend Very Happy

Hoffentlich gibt's bald mehr davon!

Liebe Grüße
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So Feb 09 2014, 18:24

Oh Mann, ich fasse es nicht. Ich habs tatsächlich geschafft, einen neuen Teil fertigzustellen. Schuld waren Butterfly und Katha, die mir mit ihren neuen Teilen einen tollen Motivationsschub verpasst haben.  Smile  Allerdings hab ich dafür heute mein Studium vernachlässigt. Mhmmm ... was solls ... Ich hoffe, der neue Teil gefällt euch ... ich persönlich bin nicht so ganz zufrieden. Aber lest selbst ... LG, Mini

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Teil 42

Tom hielt Anna fest umschlungen, während sie eine gemütliche Küche betraten, hinter der sich ein geräumiges Wohnzimmer auftat, und ihren Weg schließlich auf einen ausgedehnten Flur lenkte. Die Wohnung war hübsch, vollgestopft mit Leben, was von kitschigem Nippes bis zu kunstvollen Gegenständen changierte. Zugegeben, nicht unbedingt sein Stil. Du hast doch gar keinen Stil … oder willst du das Sammelsurium aus puristischen Artefakten, was deine Wohnung ziert, etwa Stil nennen? Geschmack, okay … aber Stil … tse … Tom schüttelte den Kopf und stieß einen genervten Seufzer aus, woraufhin sich sein männliches Ego wieder in seine Schmollecke trollte. Es war nicht wichtig, wie eine Wohnung aussah, wenn er sich darin nur wohlfühlte. Und das tat er – sehr zu seiner eigenen Überraschung. Schwer bemüht, die junge Blondine, die ziemlich wackelig an seinem Arm hing, heil und unversehrt in ihr Zimmer zu begleiten, bugsierte Tom die kichernde Anna durch den Flur, bis diese abrupt innehielt. Geistesgegenwärtig ließ Tom Anna los. Sie hatte ein wenig Mühe, selbständig zu stehen, aber irgendwie schaffte sie es, nicht der Länge nach umzukippen. „So, hier wohne ich …“, erklärte sie mit einer schwungvollen Bewegung, die sie für einen kurzen Moment ins Wanken brachte, in Richtung einer Zimmertür zu ihrer Linken. Wild mit den Armen fuchtelnd suchte sie nach Halt, während Tom kurzerhand seinen Arm um ihre zierliche Taille schlang und damit verhinderte, dass sie zu Boden gehen konnte.

Reflexartig klammerte Anna sich an seinen Oberarmen fest und sah ihn für einen Sekundenbruchteil erschrocken an. „Ups.“, entfloh es ihr mit einem leisen Kichern. „Ich glaube, ich hab ein Glas zuviel getrunken.“, murmelte sie. Ein amüsiertes Lächeln zog über seine Züge, und Anna wurden die Knie erneut weich, als sein Blick sich tief in ihre Augen bohrte. Unfähig, sich von seinem intensiven Blick loszureißen, erwiderte sie ihn und ihr Herz setzte ein paar Schläge aus, ehe es mit dreifacher Geschwindigkeit weiterschlug. Oh Gott, er ist so nah …, stolperte es unvermittelt durch ihre Gedanken. Ihr Mund wurde trocken. Sie schluckte und leckte sich hektisch über die Lippen, als ein seltsam warmes Gefühl in ihrem Bauch aufflammte und sie leise aufkeuchen ließ. Mhmm, wie gut er riecht …, dachte sie und seufzte leise, während sich ihre Finger fester in den Stoff seines Jacketts gruben. Wie von selbst schlossen sich ihre Augen, und mit einem tiefen Atemzug sog sie den Duft seines Aftershaves ein, dessen berauschende Wirkung sich direkt in ihren Beinen bemerkbar machte. Für einen Augenblick war sie versucht, ihre Wange gegen seine Brust zu schmiegen, als ein leises Räuspern ihren Versuch stoppte. Ihre Lider hoben sich, sein Blick, in dem ein Hauch von Verwirrung schimmerte, traf erneut auf ihren. Was für schöne Augen er hat …, dachte sie und neigte leicht den Kopf, ohne die gerunzelte Stirn zu registrieren oder das vernehmlich ausgestoßene Räuspern. „Willst du noch mit reinkommen?“, fragte sie frei heraus und schenkte ihm ein strahlendes Lächeln. Vermutlich war es dem Alkohol zuzuschreiben, dass ihr Mund die Frage ausgesprochen hatte, noch bevor ihr Sprachzentrum dafür sorgen konnte, dass sie es nicht tat. Aber aus irgendeinem Grund war ihr das im Moment völlig egal. Worüber sie eigentlich hätte erschrocken sein müssen. Aber auch das war nicht wichtig, denn Fakt war, dass es ihr alles andere als unangenehm war, ihm so nah zu sein. Ihn bei sich zu haben und seine Arme um sich zu spüren. Den steten Schlag seines Herzens … Seine Wärme. Vorsicht! Aus dir spricht der pure Alkohol …, schrie ihr Unterbewusstsein und legte die Hände in einer Geste untrüglicher Panik alá Edvard Munchs Der Schrei ums Gesicht.

Mit geweiteten Augen starrte Tom die hübsche Blondine an, die sich haltsuchend an deinen Armen festgekrallt hatte und ihm so nah war, dass seine Gedanken sich zu einer munteren Karussellfahrt verabschiedet hatten. Ob ich noch mit reinkommen will? …, schossen ihm ihre Worte durch den Kopf. Mit reinkommen? … Ja, ja, ja …, brüllte sein männliches Ego, was in verzückter Ekstase auf und ab hüfte wie ein fünfjähriges Kind, dem man soeben unbegrenzten Zugang zum Bonbonglas gewährt hatte. Reinkommen? Er schmeckte das simple Wort auf seiner Zunge und schluckte hart, den Blick fest in ihre Augen gerichtet. Und für einen Moment kam das bunte Karussell in seinem Kopf zum Stillstand. Stille. Nur einen winzigen Augenblick lang, dann begann es erneut zu kreisen. Wilder und strahlender und bunter als zuvor wirbelte es seine Gedanken durcheinander. Er blinzelte kurz, schloss dann die Augen und schüttelte sich kurz. Und fand in dem wirbelnden Chaos einen Ort völliger Klarheit. Was wirklich erstaunlich war. Er holte leise Luft und richtete seinen Blick in ihre Augen, die ihn erwartungsvoll ansahen. Er konnte nicht leugnen, dass ihr Angebot verführerisch klang. Dennoch konnte er nicht umhin zu erkennen, dass es wohl der Wein war, der aus ihr sprach. Na und? …, warf sein männliches Ego ein. Sie ist locker und entspannt … tu uns beiden den Gefallen und sag ja …, säuselte es. NEIN! …, brüllte es irgendwo in den Tiefen seines Bewusstseins, woraufhin sein männliches Ego sich mit zusammengekniffenen Augen umsah. Du schon wieder …, brummte es und verschränkte mürrisch die Arme vor der Brust. Halt die Fresse und mach die Biege, du verwirrst ihn nur …, zischte es und funkelte den besserwisserischen Eindringling, der gerade dabei war, ihm gehörig ihn die Parade zu fahren, zornig an. Es ist nicht richtig …, säuselte die andere Stimme. Gerade wollte es zu einem Widerspruch ansetzen, als Tom die beiden Widersacher mit einem frustrierten Schnaufen zum Verstummen brachte. Sich leise räuspernd löste er seinen Blick aus Annas Augen und wich etwas zurück. Brachte Abstand zwischen ihre Gesichter, die sich gefährlich einander genähert hatten. Hektisch glitt sein Blick durch den Flur, bevor er sich wieder auf Anna richtete. Was mache ich hier? …, schoss es ihm durch den Kopf. „Was ist nun?“, vernahm er Annas Stimme, die ihn aus seinen Gedanken wieder in den Flur zurückkatapultierte. Ihm ging auf, dass sie noch immer auf eine Antwort wartete. „Bleibst du?“ Ein Anflug von Unbehagen flammte in Tom auf. Sie hat die Frage wirklich ernst gemeint …, dachte er bei sich, gleichsam fasziniert wie schockiert. Du weißt, was dann passiert ... und das wäre nicht richtig …, ertönte es in seinem Kopf. Doch, doch, doch …, protestierte sein männliches Ego vehement. Nein! „Ich sollte jetzt besser gehen.“, kam es schließlich leise über seine Lippen, griff nach ihren Händen und löste sie behutsam von seinem Jackett. Wie bitte? Gehen? …, echote sein männliches Ego, was ihn mit offenem Mund nun fassungslos anstarrte. Nein, nein, nein …, jammerte es und schlug sich stöhnend die flache Hand gegen die Stirn. Verdammt, Alter, das ist deine Chance … und du versaust sie. Tom ignorierte den Protest, während Anna ihn sichtlich überrascht ansah.

Er will gehen …, kämpfte sich diese Erkenntnis durch den alkoholgeschwängerten Nebel in Annas Kopf. „Warum?“, entfloh es ihr, ehe sie sich zurückhalten konnte. Offenbar funktionierte die Verbindung zwischen Gehirn und Mund noch immer nicht fehlerfrei. Ein Lächeln, was seine Augen nicht erreichte, zuckte um seine Mundwinkel. „Du bist ziemlich müde.“, stieß er leise hervor. Bin ich nicht ...  „Du solltest schlafen gehen.“ Nein …, schrie ein kleiner Teil, der sich so inbrünstig nach seiner Nähe sehnte, laut in ihrem Kopf. Doch, und das ist auch besser so …, brüllte ihr Unterbewusstsein zurück, stampfte wütend mit dem Fuß auf den Boden und brachte die kleine Stimme, die es gewagt hatte, zu widersprechen abrupt zum Schweigen. Die vage Verwirrung wich wachsendem Unverständnis. Geistesgegenwärtig trat Anna einen Schritt zurück und schloss für einen Moment die Augen, als das unnachgiebige Holz des Türrahmens sich in ihren Rücken schmiegte und sie einen Augenblick lang aus diesem Gefühl völliger Losgelöstheit holte. Er will gehen ... „Wie?“, hauchte Anna, unfähig, den Blick aus seinen Augen, die erneut ihre gefunden hatten, zu wenden. Er lachte leise. Es klang so wunderbar. „Ich bin mit dem Auto da, schon vergessen?“ Er will gehen ... Ihre Lippen verzogen sich zu einem traurigen Lächeln. „Ja, stimmt.“, seufzte sie und senkte den Blick auf ihre Hände, die leicht zitterten. Nun lass ihn schon gehen …, mahnte sie ihr Unterbewusstsein. Aber etwas in Anna weigerte sich, diese zweifellos vernünftige Entscheidung anzunehmen und ihn zur Tür zu begleiten. Ein kleiner Teil in ihr wollte, dass er blieb. Seufzend stieß sie die Luft aus und richtete ihren Blick wieder in seine Augen. Warum willst du nicht hierbleiben? …, ging es ihr betrübt durch den Kopf. Bin ich dir nicht gut genug? Wehmut, gepaart mit einem Anflug von Verärgerung machte sich in ihr breit, als ihr plötzlich ein Gedanke kam. „Aber du kannst nicht fahren.“, erklärte sie so ernst, wie es ihr in ihrem Zustand möglich war. Tom runzelte die Stirn und sah sie fragend an. „Na, du hast …Wein getrunken.“, erinnerte sie ihn. „Und man soll nicht … al-alhoho-isiert … fahren.“, fügte sie mühsam hinzu. Sein Lächeln kehrte zurück und wandte sich gleich darauf in ein breites Grinsen. Himmlisch. Sie schmolz förmlich dahin. Reiß dich zusammen, was ist aus deiner Aversion gegen Männer geworden?…, fauchte ihr Unterbewusstsein, verfehlte jedoch seine beabsichtigte Wirkung. Gut, offenbar wirkte Alkohol auch ausgezeichnet gegen ironische und besserwisserische Stimmen im Hinterkopf. Sollte ich mir mal merken …, dachte Anna im Stillen. „Bietest du mir gerade eine Übernachtungsmöglichkeit an?“, gab Tom belustigt zurück und holte Anna in die Gegenwart zurück. Sie legte den Kopf ein wenig schief und zuckte die Schultern. „Ich dachte nur, dass es nicht gut ist, wenn du noch fährst.“, entgegnete sie und schaffte es sogar, die Worte ohne Stolpern auszusprechen. Und außerdem … fände ich es schön, wenn du … bleiben würdest …, gestand sie sich leise ein. WIE BITTE??? …, keuchte ihr Unterbewusstsein, verdrehte die Augen und kippte mit einem lauten Knall auf den Boden, wo es bewusstlos liegen blieb. Endlich …  

Vollkommen konsterniert starrte Tom die hübsche Blondine mit dem verklärten Blick vor sich an. Hatte er da soeben richtig gehört? Sie wollte, dass er bei ihr blieb? Und wieder hoben diese beiden, mittlerweile recht lästigen Stimmen in seinem Hinterkopf an, ihn zu bekehren – jede auf seine Weise. Hin- und hergerissen zwischen dem was er tun sollte, und was besser nicht, schloss er die Augen … und schüttelte schließlich den Kopf. Mit einem Lächeln, was nicht ganz seine Augen erreichte sah er sie an. „Du hast Recht … Ich nehm mir ein Taxi.“ Taxi? …, kreischte sein männliches Ego mit schriller Stimme und stemmte entrüstet die Hände in die Hüften. Bist du bescheuert? Die Schnecke bietet dir ein Bett an und du willst Taxi fahren? Ich fasse es nicht … „Aber zuerst bringe ich dich noch ins Bett. Nicht dass du dir auf dem Weg dorthin noch den Hals brichst.“, erklärte Tom, den wütenden Protest seines männlichen Egos geflissentlich ignorierend, griff um sie herum und drückte die Türklinke.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So Feb 09 2014, 19:26

Oh mein Gott Mini  Shocked 
Das ist mal wieder ein wahnsinnig toller teil brav 
Tom bringt sie ins Zimmer was da wohl noch so passiert Embarassed 
Auf jedenfall musst du schnell weiter schreiben Very Happy
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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So Feb 09 2014, 20:19

Oh, jetzt wird es allmählich ernst, auch wenn ich das hin und her verstehen kann, schließlich wäre Anna sicherlich sauer, wenn das Tom einfach so ausnützen würde Sad ... na ja man weiß ja nicht was noch kommt - noch ist er ja nicht gegangen...auf jeden Fall wieder ein Teil der es wehrt war gelesen zu werden, Klasse Mini Very Happy
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Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"
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