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 Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"

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Mini_2010

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BeitragThema: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Jan 07 2013, 12:20

das Eingangsposting lautete :

Liebe LeserInnen und AudL-Fans,

die nachfolgende Story habe ich vor ein paar Monaten begonnen zu schreiben. Sie ist noch nicht fertig - worum ich mich aber redlich bemühen werde
- aber ich möchte sie euch nun doch nicht mehr länger vorenthalten. Die Idee kam mir, nachdem ich eine von Staffis One-Shots gelesen hatte ...

Ein paar kleinere Anmerkungen vorab:

Anna und Tom waren nie verheiratet gewesen und haben auch ihre Partner nicht verloren. Tom ist erst vor Kurzem aus Amerika zurückgekommen, während Anna mit Jonas zusammen eine Werbeagentur führt. Alles andere, lest selbst ...

Viele Spaß!


Liebe Grüße,
Mini

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„Vor dem Schicksal zu fliehen,
ist manchmal der beste Weg,
um zu sich selbst zu finden.“
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Carla3939

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So Feb 09 2014, 22:25

Ohhhh was für ein toller Teil,danke liebe Mini.Ich kann Tom ja verstehen aber bitte ein Kuss wir wollen den doch auch so gerne  Smile und Anna will es auch.Bitte Bitte mach ganz schnell weiter.Lg.Carla  Embarassed

_________________
"Jemand der einem nicht nur das Leben rettet sondern auch die liebe." -Anna, über Tom
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katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Feb 10 2014, 19:18

Hallo Süße,
wie schön. Ein neuer Teil von Dir  Very Happy 
Was soll ich sagen. Es war mal wieder ein Gedicht deine Worte zu lesen. Witzige Kopfdiskussionen, und eine enthemmte Anna.
Mann, Mann, Mann, Tom tut mir richtig leid. Da versucht der ehemals so überzeugte Macho, bei Anna nun wirklich das Richtige zu tun und sie macht es ihm so schwer. Lockt ihn, provoziert ihn, so dass ich ja sogar verstehen könnte, wenn er doch nicht cool bleiben kann.
Ich bin sehr gespannt, was passiert, wenn er sie ins Bett bringt. Ob das ein wirklich guter Plan ist?!
Aber für Anna kann er es ja sowieso nicht recht machen. Bleibt er, wird sie ihn später vermutlich als Macho abstempeln, der ja nur das eine wollte. Geht er, denkt sie, dass sie ihm nicht genügt ...  Rolling Eyes 

Drück Dich Süße,  gib5 
und glaube mir, hin und wieder braucht man auch mal eine Auszeit. Also, ja kein schlechtes Gewissen, du bist soooo fleißig.  super

_________________
Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So März 09 2014, 19:30

Oh je, ist wirklich schon wieder ein Monat vergangen, seit ich den letzten Teil gepostet hatte.  Surprised  Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich finde es manchmal recht erschreckend, wie schnell die Zeit rennt.

Mhmm ..., mir ist zu Ohren - oder soll ich besser sagen "zu Augen" - gekommen, dass es hier in den letzten Tagen einige Geburtstagskinder gegeben hat. Es gab eine Zeit, da hab ich Kurzgeschichten zu Geburtstagen verschenkt. Leider reicht meine Zeit dafür nicht mehr. Aber ich dachte mit, vielleicht tut es auch ein neuer Teil. Also, an alle Geburtstagskinder  

HappyB-Day .

Ich hoffe, euch gefällt der neue Teil. Und den anderen natürlich auch ... Viel Spaß beim Lesen ... LG, Mini

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Teil 43

Schneller als Anna reagieren konnte, hatte Tom sie auf seine Arme gehoben, woraufhin sie ein überraschtes Quieken ausstieß, das gleich darauf in ein überaus mädchenhaftes Kichern überging. Mit einer Leichtigkeit als wöge sie nichts, trug er sie quer durch den Raum. Behutsam legte er sie auf dem Bett ab und richtete sich wieder auf. Mit fragendem Blick sah sie zu ihm auf, und ein wohliges Gefühl flammte in seiner Brust auf. Dem verführerischen Blick ausweichend, den sie ihm zuwarf und der unerbittlich an seiner Contenance rüttelte, richtete er seine Aufmerksamkeit auf ihre Schuhe, die er ihr mit wenigen Handgriffen von den Füßen streifte. Als er schließlich nach der Decke greifen wollte, um sie ihr überzulegen, schüttelte sie energisch den Kopf. „Ich kann doch nicht in diesen Klamotten schlafen.“, beharrte sie, schwang in einer eleganten Bewegung, die er ihr in diesem Zustand gar nicht zugetraut hatte, die Beine über die Bettkante und erhob sich. Verwirrt trat Tom einen Schritt zurück und beobachtete voller Argwohn, wie Anna sich mit einer fließenden Bewegung den Pullover über den Kopf streifte. Für einen Sekundenbruchteil war da der irrige Gedanke, sich diskret umzuwenden, doch schlussendlich siegte die rohe männliche Neugier. Gucken ist ja schließlich kein Verbrechen …, rechtfertigte er seine Entscheidung. „Und du bist dir sicher, dass du einen armen Taxifahrer bemühen willst, dich um diese Zeit bei diesem kalten Wetter durch halb Berlin zu fahren.“, fragte sie und schlüpfte aus dem Unterhemd. Tom zwang sich, nicht zu intensiv auf ihren BH zu blicken – und sich vorzustellen, was sich darin befand. Aber er hatte bereits lange genug darauf gestarrt, um ganz sicher sagen zu können, welche Farbe er hatte. Dunkelblau, beinahe schwarz, wie man bei dem diffusen Licht hätte annehmen können. Und im Dekolleté zierte ihn zarte Spitze. … Hübsch ..., dachte er, ehe er es verhindern konnte und schluckte schwer, während er wie gebannt ihre Bewegungen verfolgte. Als sie plötzlich innehielt und ihn mit erwartungsvollem Blick ansah, schafften ihre Worte es auf unerklärliche Weise, die Barriere aus wirren Gedanken und Bildern, die ihr Anblick in ihm heraufbeschworen hatte, zu durchdringen. Ein knappes Lächeln zuckte um seine Mundwinkel, während sie ihn mit einem verführerischen Augenaufschlag bedachte, der ihn erneut aus dem Konzept brachte. Argwöhnisch zog er die Brauen zusammen. Wer zum Teufel bist du, und was hast du mit Anna gemacht …, ging es Tom durch den Kopf. Oh, es war nicht so, dass er diese Anna nicht lieber mochte, als ihre sarkastische und dickköpfige Doppelgängerin. Allerdings wusste er, dass hier vordergründig der Alkohol aus ihr sprach. Und so sehr er diesem stillen Drängen in sich nachgeben wollte, welches sie mit ihrem arglosen Striptease gehörig anfeuerte, er wollte sich nicht vorstellen, wie sie morgen reagieren würde, wenn sie ihn neben sich in ihrem Bett vorfand. Nein, dann doch lieber den höflichen Rückzug starten und eine günstigere Gelegenheit abpassen. Wenn sie wieder nüchtern ist. Genau, schließlich bist du noch lange nicht dort, wo du hinwillst …, dachte Tom bei sich. Zugegeben, er hatte zweifelsohne einen Teilsieg errungen. Aber er war nicht wirklich der Typ, der mit Teilerfolgen prahlte. Du … und nicht prahlen? …, schnaubte sein männliches Ego, die Stimme voll triefender Ironie und hieb mit der Faust frustriert in die Sofakissen. Das wäre ja wirklich mal was Neues … Räuspernd wandte Tom den Kopf, als Anna nun noch ihre Hose auszog. Mit angestrengtem Interesse lenkte er seinen Blick durch das Zimmer, welches aus einem Sammelsurium von Möbeln bestand, die nicht so wirklich zusammenpassten. Doch genau das war es, was diesem Raum Leben einhauchte und selbigem eine ganz persönliche Note verlieh. Annas Note. Sein Augenmerk richtete sich auf den kleinen Erker, vor dem sich ein kleines Podest erhob, auf dem willkürlich Kissen drapiert waren. Er stellte sich vor, wie Anna in den Kissen saß und gedankenverloren aus dem Fenster schaute. Ein Lächeln umspielte seine Lippen, während sein Blick zu einem Schreibtisch wanderte, auf dem ein heilloses Durcheinander aus Stiften, Notizblöcken, Skizzen und – er blinzelte überrascht – einer Familienpackung Gummibärchen herrschte. Kopfschüttelnd trat er näher und betrachtete die Zeichnungen. Offenbar gehörten sie zum aktuellen Werbekonzept. Und sie sahen toll aus, wie er neidvoll anerkennen musste. Neugierig geworden, griff er nach den Blättern, als sich eines von ihnen löste und langsam zu Boden segelte. Sofort bückte er sich und hob es auf, betrachtete es näher und erkannte die Skizze eines Kleidungsstückes. Eine lange Jacke oder eine Art Mantel, wie er vermutete. Dann fiel es ihm wieder ein. Richtig, sie kreiert ihre Kleidung ja selbst …, ging es ihm durch den Kopf, als er sich an eines ihrer Chatgespräche erinnerte. „Das sieht toll aus.“, murmelte er vor sich hin, ohne den Blick von dem Blatt Papier zu lösen.

Anna, der nicht entgangen war, dass Tom sich von ihr abgewandt hatte, nachdem sie einen waghalsigen Versuch gestartet hatte, ihn zum Bleiben zu bewegen, starrte irritiert auf seinen Rücken, den er ihr zugewandt hatte. Liegt es an mir? …, durchfuhr es sie. Unweigerlich glitt ihr Blick an ihrem Körper herab. Sie hatte nie ein Problem mit ihrer Figur gehabt, hatte nie zu den Frauen gehört, die permanent unzufrieden damit waren und daran herumnörgelten, wie der liebe Gott sie geschaffen hatte. Aber in diesem Moment spürte sie das seltsam befremdliche Gefühl von Unzulänglichkeit. Augenscheinlich sah sie sich selbst wohl in einem völlig anderen Licht, wenn nicht mal ein Mann wie Tom Lanford sie attraktiv fand. Merkst du eigentlich, wie schwachsinnig sich das anhört? …, protestierte die kleine Stimme in ihr. Schwachsinnig? …, meldete sich ihr Unterbewusstsein lautstark zu Wort. Der Mann ist dafür bekannt, jedem Rock hinterherzuhecheln. Und hier ist noch nicht mal mehr ein Rock im Spiel. Anna stieß einen tiefen Seufzer aus, während sie sich zu fragen begann, ob ihre Brüste vielleicht zu klein waren oder ihr Hintern zu fett. So ein Quatsch … vermutlich will er einfach nur diskret sein …, wandte die kleine Stimme ein. Diskret? Das ist Tom Lanford! Der weiß nicht mal, wie man diskret buchstabiert …, kreischte ihr Unterbewusstsein und stampfte wütend mit dem Fuß auf den Boden. Entschieden das aufflammende Chaos in sich zurückdrängend schloss Anna die Augen und ballte die Hände zu Fäusten, als eine leise Stimme sie innehalten ließ. Ihr Blick wanderte zu Tom, der gedankenversunken auf ein Blatt Papier schaute. Anna trat näher, neugierig, was seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. Sie schielte an seinem Arm vorbei, als ihr Blick auf eine Zeichnung fiel, die sie in einem Anflug aufgeflammter Spontanität dahingegekritzelt hatte. Oh nein …, schoss es ihr durch den Kopf und ein Gefühl von Scham durchflutete sie, ehe sie ohne nachzudenken nach dem Blatt griff, es ihm mit einem Ruck aus der Hand riss und eilig unter ein paar andere auf ihrem Schreibtisch schob. Das war privat und ging ihn nun wirklich nichts an. Privat? …, bemerkte ihr Unterbewusstsein gedehnt. Aha, … und dass du halbnackt vor ihm stehst … das ist dann nicht privat … Anna ignorierte diesen Seitenhieb, der einzig dazu diente, sie zu provozieren und richtete mit einem aufgesetzten Lächeln ihren Blick auf Tom, der sie ob ihrer heftigen Reaktion verwirrt anschaute. „Nur eine Fingerübung.“, meinte sie mit einer wegwerfenden Handbewegung und spürte, wie ihr Gesicht zu glühen begann. Sie hatte keine Ahnung, warum sie sich plötzlich für ihr kleines Hobby schämte. Wahrscheinlich, weil er tagtäglich Professionelleres zu sehen bekommt und sich im Geheimen eher über deine Hobbyzeichnungen amüsieren würde …, stichelte ihr Unterbewusstsein mit triefender Ironie in der Stimme und sprach damit das aus, was Anna entschieden verdrängte.  

Mit hochgezogenen Brauen sah Tom Anna an. Nur eine Fingerübung? …, klangen ihre Worte in seinem Kopf nach. Nun gut, er war zwar nicht unbedingt dafür bekannt, ein Modekenner zu sein, aber selbst er konnte in dieser von ihr so herabwertend betitelten Fingerübung ein schlummerndes Talent erkennen. Etwas, was ihn unweigerlich an Giselle erinnerte und ihm einmal mehr schmerzlich vor Augen führte, was er mit seinem Verhalten angerichtet hatte. Wie auf Kommando drangen Brunos vernichtende Worte durch seinen Kopf. Worte, die ihm eine Unzulänglichkeit vor Augen führte, die er sich lange selbst nicht eingestehen hatte wollen. Seine Augen fanden Annas und versanken einen Moment lang in ihrem Blick. Doch sie hatte etwas in ihm verändert. Hatte ihn unbewusst dazu gebracht, über sich selbst nachzudenken. Er sah längst nicht mehr nur eine attraktive Frau in ihr, die allein es zu verführen galt, nur um seinem Ego eine neuerliche Bestätigung zu geben und der innerlichen Kälte, die ihn nun schon so lange im Griff hatte, ein wenig Wärme zu verleihen. Nein, bei Anna war plötzlich alles anders, und er spürte, wie das schlichte körperliche Begehren, was lange sein Inbegriff von Erfüllung gewesen war, einem anderen Wunsch wich. Dem Wunsch, ihre Zuneigung zu gewinnen, ihr Vertrauen … Ihre Liebe? Unbewusst hob er seine Hand, während sein Blick unverwandt in ihren Augen ruhte. Diese Augen …, dachte er. Sie hat so wunderschöne Augen. Wie von selbst glitten seine Finger über ihre Wange. Sie schloss die Augen und seufzte leise auf, während sie schließlich ihren Nacken fanden und sie ein Stück zu sich zogen. Für einen Moment überflutete ihn der Wunsch, sie zu küssen. Ihr das zu geben, wonach sie offensichtlich verlangte. „Was ist?“, hörte er sie leise flüstern, als sie sein Zögern bemerkte. Ein warmes Kribbeln durchflutete ihn und drohte ihn zu überwältigen. Doch er zwang sich, diesem Drängen in sich standzuhalten. Gefangen in diesem neuen Gefühl, zog er sie zu sich und schlang behutsam seine Arme um sie, tauchte sein Gesicht in ihr weiches blondes Haar und sog ihren Duft ein. „Ich muss gehen.“, sagte er leise. Er zwang sich zu einem Lächeln, als sie sich von ihm löste und ihn fragend ansah. Instinktiv versuchte er, ihre Gedanken zu erraten, in ihren Augen zu lesen. Sie wandte den Blick ab, doch er hatte die Enttäuschung bereits darin gesehen. Nicht heute Nacht, Anna …, dachte er. Ich will nicht, dass du morgen aufwachst und irgendetwas bereust. Ein Gedanke, der ihn selbst überraschte, hatte er sich doch bis zu diesem Moment nie gefragt, wie sich die Frauen fühlten, nachdem sie mit ihm zusammen gewesen waren. Nachdem er ihnen offenbart hatte, dass es kein Mehr geben würde. Vermutlich, weil er selbst nie mehr gewollt hatte. Doch mit Anna … „Es ist spät.“, fügte er leise hinzu und unterbrach seine eigenen Gedanken, bevor sie ihn zu etwas verleiten konnten, das er selbst bereuen würde. Behutsam legte er seine Hände an ihr Gesicht und sah ihr tief in die Augen. Dann neigte er den Kopf und drückte seine Lippen zärtlich auf ihre Stirn, bevor er sie wieder ansah, den Blick voller Unverständnis und noch mehr Fragen. „Ich ruf dich an.“, murmelte er und löste sich schließlich von ihr. Ohne auf eine Reaktion von ihr zu warten, wandte er sich zur Tür, öffnete sie und trat hinaus auf den Flur. Bevor er sie schloss wandte er sich noch einmal zu ihr um. Er lächelte. „Danke für den schönen Abend … Gute Nacht.“

Das Klacken der Tür riss Anna aus ihrer Starre. Erst jetzt registrierte sie, dass er gegangen war. Einfach so. Warum? … Wieder und wieder gellte dieses eine Wort durch ihren Kopf, als sich ihre Beine wie von selbst in Richtung Tür bewegten. Ihre Hand griff nach der Klinke und riss das schwere Holz auf. Wie ferngesteuert schoss sie zur Wohnungstür und stürmte in das Treppenhaus. „Tom“, rief sie leise, aber laut genug, dass ihre Stimme durch die Düsternis hallte. Doch die Dunkelheit gab keine Antwort, außer dem dumpfen Schlag der Haustür, die ins Schloss fiel. Warum? Anna schluckte schwer. Ihr Hals fühlte sich plötzlich trocken an, und sie spürte, wie Tränen in ihr aufzusteigen begannen. Hör auf zu heulen …, knurrte ihr Unterbewusstsein. Der Kerl will dich einfach nicht … finde dich damit ab. Die Nüchternheit, in der diese Worte aus ihrem Unterbewusstsein sprachen, genügte, um Anna in die Realität zurück zu holen. Der Nebel, den der Wein in ihrem Kopf geschaffen hatte, war wie weggeblasen, und die Erinnerung kehrte augenblicklich zurück. Eine Erinnerung, die die schmerzliche Erfahrung mitbrachte, sitzengelassen worden zu sein. Der Gedanke daran ließ Zorn in ihr aufkeimen. Und dieser Zorn wandte sich in Wut. Mit einem wüsten Fluch auf den Lippen drehte Anna sich um und stapfte auf nackten Füßen zurück in die Wohnung. Es war ihr egal, dass sie halbnackt war. Und es war ihr egal, als die Tränen kamen, nachdem sie die Tür zu ihrem Zimmer geschlossen hatte. Haltlos begann sie zu schluchzen und sank an dem unnachgiebigen Holz der Tür hinab zu Boden, ergab sich der Trauer um den Verlust von etwas, was sie nie besessen hatte.

Ein Lächeln untrüglicher Zufriedenheit legte sich auf Toms Lippen, als er in die kühle Nacht hinaustrat. Tief sog er die Luft ein und richtete seinen Blick zum Himmel, genoss das Funkeln der Sterne, während sich die letzten Minuten in Annas Zimmer auf Endlosschleife durch seinen Kopf spulten. Noch immer spürte er ihren warmen weichen Körper an seinem. Noch immer erfüllte ihr Geruch seine Sinne. Es hatte sich so gut angefühlt. So gut wie nichts zuvor. Und warum bist du dann nicht geblieben? …, meldete sich eine zerknirscht klingende Stimme in ihm zu Wort. Tom ignorierte sie. Es war ihm egal, so sehr genoss er dieses Gefühl. Er wandte sich um und richtete seinen Blick zum ersten Stock des Gebäudes hinauf. Instinktiv erspürte er Annas Gegenwart, als sein Blick auf dem kleinen Erker hängenblieb, wünschte sich, sie würde ans Fenster treten und hinaussehen, nur damit er sie noch einmal sehen konnte. Oh Mann, … kannst du mal mit diesem Mist aufhören …, maulte sein männliches Ego. Das ist ja … abartig. Tom zuckte gleichgültig die Schultern und sah sich in der ruhigen Seitenstraße um, als sein Blick auf seinen Wagen fiel. Instinktiv kramte er in seiner Jackentasche nach dem Autoschlüssel, hielt jedoch sogleich inne, als er sich an Annas Worte erinnerte, die ihn daran erinnerten, genug Alkohol getrunken zu haben, um nicht mehr fahren zu können. Und sie hatte ihm ein Bett angeboten. Wieder lächelte er und schüttelte leicht den Kopf. Es hatte eine Zeit gegeben, da wäre er diesem Vorschlag ohne zu fragen nachgekommen. Doch nicht heute Nacht. Nee ... heute Nacht fährste lieber Taxi, du Blöd... Tom schüttelte entschieden den Kopf und brachte sein männliches Ego zum Verstummen. Wieder fiel sein Blick auf den Porsche, der geduldig am Straßenrand parkte. Ein Taxi brauche ich nicht ..., dachte Tom bei sich, als ihn der spontane Wunsch überkam, noch ein wenig die Nacht zu genießen, und seinen Erinnerungen an die vergangenen Stunden nachzuhängen. Und während seine Gedanken zu Anna flogen und er sich des sehnsuchtsvollen Blickes entsann, mit dem sie zu ihm aufgesehen hatte, wandte er sich um und trat zu Fuß den Heimweg an.

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schreiber_fan

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So März 09 2014, 21:15

Es geht weiter YEAH Smile 
das freut mich richtig Very Happy
Hammer Teil Mini und ich hoffe du schreibst noch weiter
 super 
lg. schreiber_fan
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Carla3939

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So März 09 2014, 21:38

Super Teil mini,ich finde es echt toll das Tom so stark geblieben ist. Wollen wir nur hoffen das Anna wieder runter kommt  Rolling Eyes . Bitte laß uns das schnell wissen,damit wir uns wieder freuen können.Liebe Grüße Carla

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katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi März 12 2014, 13:10

Hallo meine liebe Mini,

vielen, vielen Dank, du weißt doch, jede Fortsetzung, die ich von dir lesen kann, ist ein kleines Geschenk! Und so freue ich mich sehr über den neuen Teil, auch wenn meine Stimmung im Anschluss etwas zwiegespalten ist.

Ich zolle Herrn Lanford wirklich allen Respekt für seinen Anstand und finde seinen inneren Wandel wirklich spannend, aber wie ich bei meinem letzten Kommentar ja schon gesagt habe - auch wenn das lange her ist - für Anna konnte er es wohl gar nicht richtig machen.

Oh Mann, bin gespannt, wie sie damit umgehen wird, dass er gegangen ist. Vermutlich wird sie ihn bei ihrer nächsten Begegnung wieder völlig abblitzen lassen, um sich selbst und ihr kleines Herz zu schützen, das ja nicht erneut verletzt werden soll. Und da er ja ihr Angebot, mit ihr ins Bett zu verschwinden ausgeschlagen hat, kann es sich bei ihm ja nur um Desinteresse handeln ...  Evil or Very Mad 
Ein Trugschluss, wie wir wissen. Aber wir sind Anna da ja auch etwas voraus.

Na ja, wir werden sehen ...

LG, Katha

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Apr 21 2014, 01:52

Juhuu, noch jemand wach. Ich hab mich mal wieder ein bisschen in die Schreiberei geflüchtet. Und dachte, ich poste hier mal eine Fortsetzung. Um ein Haar hätte ich das heute gar nicht machen können. Denn als ich die Datei öffnete, gabs immer nur ne Fehlermeldung.  Surprised 
Himmel, ich hatte fast die Befürchtung, meine ganze Story ist futsch. Aber zum Glück konnte ich sie doch noch irgendwie retten. Also, viel Spaß beim Lesen. LG, Mini.  Very Happy 

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Teil 44

Zufrieden und vollkommen erschöpft kam Tom zwei Stunden später an seiner Wohnung an. Es hatte gut getan, durch die Nacht zu laufen. Es hatte gut getan, seinen Gedanken nachhängen zu dürfen. Doch kaum hatte er die Tür zu seiner Wohnung hinter sich geschlossen, überfiel ihn ein seltsames Gefühl der Einsamkeit. Wie von selbst umfassten seine Finger sein Handy und zogen es hervor, öffneten eine leere SMS. Er wusste nicht warum, aber er hatte das drängende Bedürfnis, Anna zu sagen, dass er gut nach Hause gekommen und er ihr dankbar war, dass sie ihn vom Fahren abgehalten hatte, als ihm plötzlich einfiel, dass er ihre Nummer gar nicht hatte. Stöhnend schlug er sich die Hand vor die Stirn. „Gott, wie blöd bist du eigentlich.“, knurrte er leise vor sich hin. In der Tat war ihm das noch nie passiert. Na gut, wenn er ehrlich war, hatte er auch noch nie nach der Telefonnummer einer Frau gefragt. Vermutlich, weil sie ihm immer bereitwillig ihre Nummern gegeben hatten, in der stillen Hoffnung, er würde sich melden. Was er in den seltensten Fällen getan hatte. Und ausgerechnet Annas Nummer hatte er nicht. Er wusste nicht, was schlimmer war – dass er seit mehr als vierundzwanzig Stunden nicht geschlafen hatte und vor Müdigkeit kaum noch die Augen aufhalten konnte, oder dass er nicht in der Lage war, Anna eine Nachricht zukommen lassen zu können. Da fiel sein Blick auf seinen Laptop, und ein kleines Lächeln schlich sich auf seine Züge. Da gab es ja immer noch Good Old Nick. Sein Blick fiel auf seine Uhr und vage Ernüchterung überfiel ihn. Es war kurz nach zwei Uhr morgens. Zeit, ein wenig zu schlafen …, dachte er bei sich und schlurfte schweren Schrittes ins Bad. Zehn Minuten später lag er im Bett und schloss mit einem seligen Lächeln die Augen. Zugegeben, dieses Gefühl, was ihn schon den ganzen Abend im Griff hielt, war mehr als befremdlich … dieses Herzklopfen und das seichte Kribbeln im Magen und dieses Gefühl, plötzlich keine Luft mehr zu bekommen. Fast schon ein wenig beängstigend. Okay, sein männliches Ego mochte ihn einen verliebten Teenager spotten, aber das war ihm seltsamerweise völlig egal. Denn dieses Gefühl, war es ihm auch noch so fremd … es gefiel ihm.

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„Anna.“ Der Klang der Stimme ihrer Mutter riss Anna aus ihrer tiefen Versunkenheit. Sie hob den Kopf und blickte geradewegs in Susannes besorgtes Gesicht. „Du isst ja gar nichts.“, stellte sie nüchtern fest, woraufhin Anna ihren Blick auf den unangetasteten Toast auf ihrem Teller richtete, der ihr in seiner nüchternen Blässe förmlich entgegen zu schreien schien „Bestreich mich mit Butter oder Marmelade. Beleg mich mit Wurst oder Käse, aber mach irgendwas mit mir, bevor ich Pelz ansetze.“ Wie in Zeitlupe tastete ihre Hand nach dem Messer, was neben dem Teller lag und ebenso geduldig darauf wartete, seiner Bestimmung nachzukommen. Kurz verharrte sie mit der Hand über dem Metall, ehe sie danach griff und sogleich wieder in das Chaos ihrer Gedanken versank. Zurück zu dem Abend, der so steif begonnen und schließlich ein unerwartetes Ende genommen hatte. Mach dir nichts vor, der Typ steht einfach nicht auf dich …, seufzte ihr Unterbewusstsein unüberhörbar genervt. … Und iss endlich deinen Toast, bevor es Beine kriegt und die Flucht ergreift …, fügte es mürrisch hinzu. „Anna!“, ertönte nun erneut Susannes Stimme, die mittlerweile einen leicht genervten Ton angenommen hatte. „Was ist los?“ Ruckartig hob Anna den Kopf und starrte ihre Mutter mit weit aufgerissenen Augen an. „Was?“, brachte sie wenig geistreich hervor und schüttelte sich kurz. Ein mürrisches Brummen war von ihrer Linken zu vernehmen. „Vermutlich fragt sie sich noch immer, warum der Kerl sie gestern hat sitzen lassen.“ Diese Worte und das darauffolgende abfällige Schnauben genügten, um Anna gänzlich aus ihrer Starre zu reißen. Ihr Blick folgte den Worten und traf auf Armins süffisantes Grinsen, was er angestrengt zu verbergen versuchte, jedoch kläglich daran scheiterte. Wie mit so manch anderen Dingen in seinem Leben …, dachte Anna ironisch, verbiss es sich jedoch, diese Worte laut auszusprechen, rollte stattdessen die Augen und stieß ein wenig damenhaftes Schnauben aus, um ihr Missfallen gegenüber ihrem Stiefvater Ausdruck zu verleihen.  

Als ob Armin auch nur annähernd was von Gefühlen verstand. Was das betraf hatte er in etwa soviel Ahnung wie ein Leberwurstbrot. Und das war im Gegensatz zu ihm wenigstens genießbar. Innerlich über ihren Vergleich grinsend, griff sie beherzt nach der Waldfruchtmarmelade und erlöste die Scheibe Toast auf ihrem Teller, die kurz davor gestanden hatte, an den Rändern Anzeichen von Austrocknung anzusetzen. Warum machte sie sich überhaupt Gedanken über einen Typen wie Tom Lanford? Ließ es zu, dass er sich in ihren Kopf schlich … wo sie ihn doch nicht mal mochte. Warum auch? Er war ein Casanova, hatte vermutlich mehr Frauen gehabt, als sie Hände von Männern in ihrem ganzen Leben geschüttelt hatte und hatte von Gefühlen wahrscheinlich auch nicht mehr Ahnung als besagtes Leberwurstbrot. Der Leberwurst, die unschuldig auf dem Wurstteller auf ihre Hinrichtung wartete, einen verstohlenen Blick zuwerfend schüttelte sie den Kopf. Na gut, vielleicht ein bisschen mehr …, räumte sie innerlich grinsend ein … Ach was, er war noch nicht mal ihr Typ, und sie sollte wirklich nicht über ihn nachdenken und darüber was er getan hatte … oder besser nicht. Schluss jetzt …, schalt sie sich und schnitt energisch den Toast in zwei Hälften, bevor sie nach einer griff und davon abbiss. Sie kaute konzentriert und lenkte ihre Aufmerksamkeit auf ihre Mutter, die ihr Augenmerk auf alles richtete, nur nicht auf Armin. Der übrigens ziemlich miesepetrig dreinschaute, wie Anna erst jetzt bemerkte, als ihr Blick kurz zwischen den beiden hin und her huschte. Ein Funken Häme glomm in ihr auf. Offenbar hatten die beiden mal wieder eine ihrer berühmten Streitereien hinter sich. Recht so …, dachte sie und schalt sich sogleich für ihre Gedanken, als ihr Blick auf ihre Mutter fiel. Erst jetzt bemerkte sie die Müdigkeit in ihren Augen, die leicht gerötet waren. Hatte sie etwas geweint? Ach Mama, warum schießt du diesen Idioten nicht endlich in den Wind? …, dachte sie bei sich, als ein leises hämisches Lachen in ihrem Inneren dröhnte. Das Talent, sich in die falschen Typen zu vergucken, liegt offenbar in der Familie … Den gemeinen Seitenhieb aus ihrem Inneren ignorierend konzentrierte sich Anna wieder aufs Essen. Aber irgendwie war ihr der Appetit gründlich vergangen. Von dem plötzlichen Bedürfnis ergriffen, dringend an die frische Luft zu müssen, erhob sie sich, setzte ein perfektes Lächeln auf und verabschiedete sich von ihren Eltern. Den verblüfften Gesichtsausdruck ihrer Mutter und das sarkastische Augenrollen von Armin im Kopf, eilte sie aus der Küche. „Denk daran, dass Katja und Sven heute Abend zu Besuch kommen.“, hörte sie ihre Mutter rufen. Genervt stöhnte Anna auf und griff nach Jacke und Tasche. Ihre ach so perfekte Schwester mit ihrem ach so perfekten Ehemann. Wie konnte sie die nur vergessen. Aus irgendeinem naiven Grund heraus hatte sie gehofft, sie nie wieder sehen zu müssen. Seufzend betrachtete sie sich im Spiegel und bedachte ihr Ebenbild schließlich mit einer ironischen Grimasse. Niedergeschlagen schüttelte sie den Kopf und zog die Tür hinter sich zu. Vielleicht sollte sie gerade heute eine Extra-Schicht einlegen, dachte sie als sie das Haus verließ und ein sonniger, wenn auch ziemlich kalter Morgen sie begrüßte. Vielleicht kann Tom Lanford dich ja auf andere Gedanken bringen …, ätzte ihr Unterbewusstsein mit triefendem Spott. Unweigerlich ballte Anna die Hände zu Fäusten. Tom Lanford, niemals. Der Typ konnte ihr nach gestern Abend wirklich gestohlen bleiben. Und während sie bereits überlegte, wie sie ihm zukünftig am besten aus dem Weg gehen konnte, trat sie den Weg zur nächsten Haltestelle an.

Als Anna zwanzig Minuten später die Bahn verließ, hatte sich die schlechte Stimmung nach der Nacht und der Nachricht vom hohen Besuch ihrer Schwester wieder gelegt. Denn während sie gedankenverloren die Häuser und Bäume an sich vorbei hatte ziehen lassen, war Anna die perfekte Idee gekommen, wie sie Tom Lanford zukünftig aus dem Weg gehen würde. Sie würde das Dessous-Projekt ganz einfach an Paloma abgeben und sich stattdessen mit etwas anderem beschäftigen. Jonas würde sie das schon irgendwie beibringen. Davon mal abgesehen, gab es weitaus wichtigeres zu tun, als sich mit den Eigenheiten eines cholerischen Künstlers und dessen Sohn auseinander zu setzen. Mhmm, war da nicht neulich eine Anfrage von einem Hersteller für Babywindeln ins Büro geflattert? …, erinnerte sich Anna. Mhmm …, vielleicht nicht ganz so spannend wie das Dessousprojekt, aber besser als gar nichts …, ging es ihr durch den Kopf, als sich im selben Moment das Bild eines Babys, was gerade gewickelt wurde, vor ihr inneres Auge schob. Ja, wir halten dicht in jeder Lage …, trällerte eine sarkastische Stimme, gefolgt von einem ironischen Kichern in ihrem Hinterkopf. Anna seufzte gequält auf. Na ja, vielleicht war die Windelkampagne doch nicht wirklich aussichtsreicher als das Dessousprojekt. Aber egal, sie würde das durchziehen. Und Paloma war die ideale Wahl. Zudem verstand ihre Freundin am Ende wohl mehr von Dessous als sie selbst. Dazu kam, dass ihr Verlobter Enrique bei Lanford als Marketingchef arbeitete – also war das doch die ideale Lösung. Egal wie weit du rennst, deinen Gefühlen kannst du nicht davon laufen …, meldete sich die leise Stimme in Annas Hinterkopf, während sie gerade Argument um Argument um sich scharte, um zu rechtfertigen, dass sie tatsächlich wieder einmal davon lief. So wie sie es seit dem Desaster mit Daniel leidenschaftlich gern tat, wenn das Thema Männer zu brisant wurde. Stell dich den Tatsachen … Du hast dich verliebt …, säuselte die Stimme weiter. „Ja klar, und ich bin die Queen, der Papst und der Weihnachtsmann in Personalunion …“, knurrte Anna leise vor sich hin und schüttelte frustriert den Kopf, als sie plötzlich laut und deutlich ihren Namen vernahm. Erschrocken fuhr sie zusammen und wandte sich um, als sie auch schon Paloma erkannte, die eiligen Schrittes auf sie zugelaufen kam. Überrascht hob Anna die Brauen. „Hey Anna, Mensch wo bist du denn mit deinen Gedanken? Ich schreie mir beinahe die Seele aus dem Leib und du reagierst überhaupt nicht.“ „Oh“ Eine wenig geistreiche Antwort, wie Anna wohl bewusst war. Paloma hatte die Hände auf die Knie gestemmt und rang um Atem. „Was ist denn los?“, fragte Anna vorsichtig. Die Brünette hob den Blick. Ihr Gesicht war rot angelaufen und es dauerte einen Moment, bis sie wieder bei Atem war, um zu antworten. „Ich wollte … nur wissen, wie es … gestern … gelaufen ist … Du weißt schon, … mit Tom.“, brachte Paloma japsend hervor. Von einer Sekunde zur anderen lief Anna knallrot an, als sich ein paar pikante Details in ihr Hirn schoben, bevor ihr sämtliche Farbe aus dem Gesicht wich. „Ähem ja …“, begann sie. Jetzt oder nie …, dachte Anna. „Darüber wollte ich auch noch mit dir sprechen.“, fuhr sie fort, woraufhin Paloma die Brauen hochzog und Anna erwartungsvoll ansah.

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Eilig hastete Tom durch die Tiefgarage zum Fahrstuhl und drückte auf den Knopf für die dritte Etage. Nach der kurzen Nacht war er vollkommen verschwitzt und mit hämmerndem Herzen aufgewacht. Und natürlich hatte er klassisch verschlafen. Nicht zuletzt auch, weil der Traum ihn so fest im Griff gehabt hatte und er am liebsten in ihm verweilt hätte. Anna …, seufzte er innerlich. Und fast schon hoffte er, die Blondine hinter den sich öffnenden Türen zu entdecken. Ein Stich der Enttäuschung bohrte sich in sein Herz, als er die Kabine leer vorfand. Kopfschüttelnd betrat er die Kabine und schalt sich einen kopflosen Narr. Noch nie in seinem Leben war er derart neben der Spur gewesen. Denn noch nie in seinem Leben hatte sich etwas – oder besser jemand – derart hartnäckig die erste Reihe in seinem Kopf reserviert. Es hatte eine kleine Ewigkeit gedauert, bis er begriffen hatte, dass es nur ein Traum gewesen war. Und mit der Erkenntnis war die Ernüchterung gekommen und das Wissen, dass es wohl noch ein weiter Weg bis zur Erfüllung dieses Traumes sein würde. Dennoch konnte er sich ein Lächeln nicht verkneifen, als er sich die Szene aus seinem Traum ins Gedächtnis rief. Er musste sie unbedingt wiedersehen – noch heute. Und wie willst du das anstellen? …, ließ sein männliches Ego, was, wenn auch mit verklärtem Blick, noch ziemlich mitgenommen in den Seilen hing, vernehmen. Offenbar hatte ihm dieser Traum ebenfalls einiges abverlangt. Tom zuckte die Schultern und lehnte sich gegen die Aufzugwand, während der Fahrstuhl geräuschvoll in Richtung dritte Ebene ruckelte. Vielleicht sollte ich sie zum Mittagessen einladen …, dachte er. Oder ein Meeting erfinden, damit du sie in dein Büro locken kannst …, gab sein männliches Ego mit einem Anflug von Ironie zurück. Tom seufzte und schüttelte schließlich lächelnd den Kopf. Auch wenn das Treffen gestern unter einem eher fadenscheinigen Vorwand stattgefunden hatte, so war das Ergebnis doch mehr als zufriedenstellen gewesen. Zumindest fühlte er sich im Moment als könne er die Welt mit seinen bloßen Händen aus den Angeln heben. Das leise Pling des Fahrstuhls riss ihn aus seiner Versunkenheit. Tom richtete sich auf und trat schließlich an den Tresen, hinter dem eine pflichtbewusste Nadja ihr Werk tat. Mit einem Lächeln überreichte sie ihm die Post, woraufhin Tom auf sein Büro zusteuerte. Kurz vor der Tür hielt er inne und wandte sich um. „Nadja?“ Die junge Frau hob den Kopf und sah ihn erwartungsvoll an. „Bitte vereinbaren Sie einen Termin mit Frau Polauke. Ich möchte gern die Details der Konzeptumsetzung für die Dessouskampagne besprechen.“ Nadja nickte und widmete sich dem Telefon, was soeben klingelte, während Tom sein Büro betrat und einmal tief durchatmete, bevor sich sein Augenmerk auf den Stapel Papierkram auf seinen Schreibtisch richtete. Na dann …, auf in den Kampf …

Tom war gerade in die vorliegenden Bestellungen für den kommenden Monat vertieft, als das Klopfen an seiner Tür ihn abrupt zusammenzucken ließ. „Ja.“, blaffte er mürrisch, woraufhin sich die Tür öffnete und Nadja im Rahmen erschien. Sie wirkte ein wenig angespannt, als sie eintrat. „Was gibt’s?“, wollte Tom wissen. Sie räusperte sich. „Ich habe versucht, Frau Polauke zu erreichen.“ Versucht? Toms Brauen hoben sich. Und? „Nun ja, ihre Assistentin hat mir mitgeteilt, dass Frau Polauke das Dessous-Projekt an Frau Greco abgegeben hat, da sie wegen anderer Projekte umpriorisieren müsse.“, erklärte Nadja. Umpriorisieren? Was bitte gibt es denn Wichtigeres als die Dessouskampagne … Wichtigeres als mich? Tom konnte sich in letzter Sekunde noch davon abhalten, diese Worte laut auszusprechen und kaschierte seine spontane Ungläubigkeit mit einem Räuspern. „Soll ich einen Termin mit Frau Greco vereinbaren?“, fragte Nadja pflichtbewusst. „Nein …“, kam die Antwort ein wenig zu schnell, was Tom durchaus bewusst war. Aber das war ihm gleich. „Ich werde den Termin nur mit Frau Polauke wahrnehmen.“ Zu seiner eigenen Überraschung gelang es ihm, nicht wie ein trotziges Kind zu klingen, dem man den Griff ins Bonbon-Glas verwehrt hatte. „Sie kennt das Projekt am besten.“, schob er eilig hinterher, um seinen Missmut zu verbergen, während er einen Weg durch seine rasenden Gedanken zu finden versuchte – was ihm jedoch kläglich misslang. Als Tom aufging, dass seine Empfangsdame sich noch immer nicht von der Stelle bewegt hatte, hob er den Blick und betrachtete sie fragend. „Wenn es nichts mehr gibt, würde ich gern weiterarbeiten.“, presste er versucht freundlich hervor. „Ähem ja …, also Frau Polaukes Assistentin meinte, dass es nicht absehbar sei, wann Frau Polauke dieses Projekt wieder übernehmen könne.“ Schwer darum bemüht, seine Gesichtszüge bei sich zu behalten, nickte Tom und deutete mit einer vagen Handbewegung, dass sie gehen könne. „Ich kläre die Angelegenheit selbst.“, brummte er mürrisch, während seine Gedanken um eine einzige Frage kreisten. Was war passiert, dass sie ihm plötzlich aus dem Weg zu gehen schien? Denn das war es doch, was hier Fakt war, oder? Gedanklich ließ er den vergangenen Abend Revue passieren, doch so sehr er sich auch bemühte, er konnte den Fehler einfach nicht finden. Ganz im Gegenteil, er hatte sich doch wie ein wahrer Gentleman verhalten, als er ihr Angebot – auf charmante Weise, wie er fand – abgelehnt hatte. Zugegeben es war ihm wirklich nicht leicht gefallen, aber in diesem Zustand … Nein. Vermutlich hätte das am Ende nicht nur diesen Abend zerstört, sondern auch seine ganzen Bemühungen zunichte gemacht. Aber was war dann der Grund für diesen plötzlichen Sinneswandel? Entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen, griff er nach seinem Laptop, öffnete eine E-Mail und wählte Annas Adresse aus dem Verzeichnis. Dann begann er zu schreiben … und löschte die Worte wieder. Er startete einen weiteren Versuch, bevor er auch diesen verwarf. Verdammt, wenn ich in diesem verfluchten Chat unterwegs bin, fällt es mir doch auch nicht schwer, die richtigen Worte zu finden …, fluchte Tom im Stillen. Mhmm … könnte daran liegen, weil das hier das richtige Leben ist …, mischte sich großspurig sein männliches Ego ein. Nur äußerst widerwillig gestand Tom sich ein, dass es Recht hatte, klappte frustriert den Laptop zu und vergrub das Gesicht in seinen Händen. Wie auf Endlosschleife spulte sich die Frage, was wohl passiert war durch sein Hirn. Und soviel war sicher, er würde herausfinden, was der wahre Grund für diesen plötzlich Wandel war.

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Zuletzt von Mini_2010 am Mo Apr 21 2014, 23:13 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Apr 21 2014, 22:02

Oh, oh, ich habe es doch gewusst. Anna und ihre unerklärlichen Gefühlswirrungen. In diesem Fall möchte ich sie doch gerne mal wieder schütteln. Vielleicht sollte sie sich endlich mal ihrer Freundin anvertrauen, die dann hoffentlich die richtigen Schlüsse zieht und ihr den Kopf wäscht. Ich glaube nämlich nicht, dass sie Paloma wirklich reinen Wein eingeschenkt hat.
Stattdessen wird sie vermutlich mit GON schreiben und Tom damit völlig in die Krise stürzen, weil er dann gar nicht mehr weiß was richtig ist.

Oh Mann, die Liebe kann schon ganz schön kompliziert sein.

Bin gespannt, wie sich das auflöst.
LG
Katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Apr 21 2014, 23:09

Oh Oh da bin ich ja gespannt was wohl nun passieren wird Very Happy
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Carla3939

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Apr 22 2014, 14:53

Mann Mann ich habe mir schon gedacht das Anna wieder ein Schritt zurück geht  Rolling Eyes  bin schon gespannt was Tom jetzt macht.Ich freue mich wenn es weiter geht  Embarassed  Lg. Carla

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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Fr Jun 06 2014, 23:53

Hey Mini

Die beiden sind eine richtige Endlosschleife Wink, aber eine bei der man nicht müde wird, ihr zu folgen. Kompliment Ilikeit  Die Leberwurst ist übrigens der Burner  Laughing 
Ich freu  mich auf jeden Fall riesig auf die Fortsetzung

Liebe Grüße
Tastentante:)
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Jun 10 2014, 22:26

Danke für euer Kommis. Ein wenig hab ich schon an der Fortsetzung gearbeitet. Wann es den nächsten Teil gibt, kann ich euch allerdings noch nicht sagen. Ich hoffe, ihr habt Geduld mit mir.

Ich drück euch alle. LG, Mini  gib5 

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Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"
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