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 Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"

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Mini_2010

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BeitragThema: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Jan 07 2013, 12:20

das Eingangsposting lautete :

Liebe LeserInnen und AudL-Fans,

die nachfolgende Story habe ich vor ein paar Monaten begonnen zu schreiben. Sie ist noch nicht fertig - worum ich mich aber redlich bemühen werde
- aber ich möchte sie euch nun doch nicht mehr länger vorenthalten. Die Idee kam mir, nachdem ich eine von Staffis One-Shots gelesen hatte ...

Ein paar kleinere Anmerkungen vorab:

Anna und Tom waren nie verheiratet gewesen und haben auch ihre Partner nicht verloren. Tom ist erst vor Kurzem aus Amerika zurückgekommen, während Anna mit Jonas zusammen eine Werbeagentur führt. Alles andere, lest selbst ...

Viele Spaß!


Liebe Grüße,
Mini

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Staffi_94

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Feb 12 2013, 12:19

Hi Mini,

so, nu hab ich es schon heute geschafft, deine FF zu lesen. Wie schön, dass Ferien sind und hier nichts los ist, sodass ich getrost deine Geschichte lesen konnte. Very Happy

Als erstes erstmal eine Frage: Bei welcher meiner FFs kam dir denn diese grandiose Idee? Das ist ja wirklich aller erste Sahne. Smile

Anna, die alte Kratzbürste! Mich interessiert ja dieser Daniel irgendwie brennend. Also ich kann mir schon vorstellen, was für eine Type er ist, aber den genaueren Hintergrund würde ich schon gern erfahren. Kommt zu dem noch was bzw. wird Anna irgendwann die ganze Geschichte über sich und diesen Kerl erzählen? Bin gespannt. Ansonsten ist es einfach genial gemacht, wie du diese Zwiegespräche zwischen Unterbewusstsein und Anna darstellst. Ich musste mir wirklich oftmals ein Lachen verkneifen. Das ist genau meine Art Humor, super. Diese Anna gefällt mir richtig gut, nicht dieses engelsgleiche Liebchen, das am liebsten die ganze Welt retten will und immer zur Stelle ist, wenn es um die Liebe geht. Klasse! Laughing Ilikeit

Tom, der alte Schürzenjäger. Er ist sich seines Charmes bewusst und baggert alles an, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Das war wirklich mein erster Eindruck. Also ich würde an Annas Stelle auch erstmal so auf ihn reagieren, wie sie es getan hat. Wie sie ihn auf der Verlobungsfeier überlistet hat --> muahaha Dass er jetzt mit ihr unter einem Dach arbeitet, das kann ja heiter werden. Aber erstmal wollen wir mal das Treffen abwarten. Wenn es überhaupt dazu kommt. Ich denke ja, Paloma wird Anna dahin treten müssen. Dieser kleine Sturkopf, wirklich. Aber es ist auch verständlich. So ein Chat kann wirklich viele Gefahren in sich bürgen affraid

Zu Paloma und Enrique sag ich nur, dass man bei solchen Freunden wohl keine Feinde mehr braucht. Nett, wie die beiden sich um ihre besten Freunde sorgen. Aber die Ausführung, etwas gegen den Status Quo zu tun, ist doch etwas sehr fies. Besonders Paloma haut ja ganz schön rein. Aber, es gefällt mir. Muss ja schließlich einer was machen. Ich würde an Annas Stelle aber zu Höchstform auffahren. Das wäre mir wirklich zu viel Einmischungen in meine Privatsphäre. Mad Aber zu den beiden passt es auch wieder. Razz

Tolle FF und ich bin gespannt auf die Fortsetzung. Ich glaube, die Geschichte hat Potenzial, uns Leser wieder über eine sehr lange Zeit zu beglücken. Very Happy
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Feb 12 2013, 15:01

Wow, was für ein laaaanger Kommi, meine liebe Staffi. Und dann noch so viel Lob ... Da jucken doch gleich meine Fingerchen ... Na gut, vielleicht kommt gleich noch ein Teil ...


Meine Güte, ist das lange her, als man was von dir gehört hat. Hoffe, es geht dir soweit gut. Ferien hätte ich jetzt auch gerne. Also, genieße die Zeit.

Und was Anna und Tom betrifft, ... lass dich überraschen ... auch was Annas Vergangenheit betrifft ...

LG, Mini

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Feb 12 2013, 15:10

Ist es wirklich schon so lange her, seit ich den letzten Teil gepostet habe??? Mhmm ... na gut, hier ist der nächste. Viel Spaß ...

*************************************

Teil 15


Nachdem Tom den ganzen Sonntagnachmittag um seinen Laptop herumgeschlichen war, als wäre er ein Mitbringsel des Teufels höchst persönlich und er nicht sicher, ob es zuschnappen würde, griff er sich schließlich das Ding, ließ sich auf das Bett sinken und öffnete es. Eine Weile noch rang er mit sich, bis er schließlich, begleitet von einer merkwürdigen Unruhe, den Chat der Singlebörse öffnete, in der sich Enrique am Freitag herumgetrieben hatte. Zwei Tage waren vergangen seit Tom sich von Enrique zu diesem blödsinnigen Treffen hatte überreden lassen. Und seitdem ging ihm diese Unbekannte nicht mehr aus dem Kopf. Der Umstand, dass er darüber hinaus kein Gesicht zu dieser Frau hatte, beschäftigte ihn gleichsam, wie er ihn faszinierte. Eine verteufelte Situation. Und einer von vielen Gründen, warum er um solche Plattformen für gewöhnlich einen großen Bogen machte. Aber einen angenehmen Nebeneffekt hatte diese ganze leidige Angelegenheit dann doch: Sie lenkte ihn perfekt von dieser niedlichen Blondine ab, die sich beharrlich seiner Gedanken bemächtigt hatte. Na ja, im Grunde hast du nur das eine Übel durch ein anderes ersetzt …, bemerkte sein Unterbewusstsein salopp, während Tom mit mäßiger Faszination das farbenfrohe Design der Website betrachtete, was ihm entgegenschlug und die offenbar menschenscheue Gesellschaft zu einem netten Plausch mit dem jeweils anderen Geschlecht einzuladen versuchte. Tse. Nein, das war nun wirklich nicht sein Stil. Davon mal abgesehen, hatte er diesen ganzen Anonymitätsquatsch auch beim besten Willen nicht nötig. Er war zwar hinter vorgehaltener Hand als Frauenheld verschrien, was aber nicht hieß, dass er nicht wählerisch war. Und wenn er eine Frau kennenlernen wollte, tat er dies am liebsten auf die altmodische Weise. Und darin war er gut. Ziemlich gut. Deshalb verstand er auch nicht wirklich, warum er den Zettel mit DR. LOVER’s Zugangsdaten aus seiner Hosentasche fischte und ihn auseinander knüllte. Nur Sekunden später hatte er sich eingewählt und starrte nun etwas missmutig auf den geöffneten Chat von DR. LOVER. Vor zwei Tagen noch hätte er gelacht, wenn man ihm geweissagt hätte, dass er einmal zu derartiger Kommunikation greifen würde. Lächerlich. Geradezu absurd. Tja, und nun hockte er hier inmitten seiner Kissen, den Laptop auf den Knien und starrte auf Enriques altes Profil, welches angeblich nur ein Fake war. Er hatte es vergessen zu löschen. Natürlich. Kurz überflog er die Angaben, die doch ein gewisses Maß an Wahrheit beinhalteten – zumindest soweit Tom das beurteilen konnte. Wieder fiel sein Blick auf das Megawatt-Grinsen dieses Photoshop-getunten Möchtegernschönlings und den Nicknamen, der darunter prangte. DR. LOVER, … Was für ein schwachsinniger Name …, meldete sich sein männliches Ego erneut missbilligend zu Wort. Tom pflichtete ihm mit einem müden Seufzen bei. Auf so was kann auch wirklich nur Enrique kommen …, dachte er und schüttelte resigniert den Kopf, als unvermittelt ein leises Pling ertönte.

Eine Nachricht war eingegangen. Neugierig besah Tom sich den Eintrag. LITTLE SWEETHEART. Mhmm, … die Kleine scheint ja wirklich einen Narren an dir gefressen zu haben, mein Lieber …, ging es Tom mit einem Anflug von Bewunderung durch den Kopf.

LITTLE SWEETHEART: Hey, hab gerade gesehen, dass du online bist. Wie geht’s?
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Irritiert hob Tom die Brauen, als er die Nachricht las. Hat die nichts anderes zu tun, als den ganzen Tag vor dem Computer zu sitzen und darauf zu warten, dass DR. LOVER online geht …, ging es ihm gleichsam entsetzt wie verblüfft durch den Kopf. Das sagt der Richtige. Du hockst doch selbst Tag und Nacht vor dieser Kiste …, höhnte die Stimme seines Unterbewusstseins, die ihm allmählich auf den Wecker ging. Allerdings entsprach dies voll und ganz der Wahrheit, wenn auch er es nicht tat, um sich in den Chats dieser Welt herumzutreiben. Vielmehr nutzte er einen Großteil seiner Freizeit zum Arbeiten. Ein Zustand, der für ihn so normal war, wie die Luft zum Atmen. Und wenn er mal nicht arbeitete, na ja dann … Was soll’s, man(n) sollte das Leben ja auch genießen …, rechtfertigte er seine etwas abseits gleitenden Gedanken, woraufhin ihm sein männliches Ego zustimmend auf die Schulter klopfte. Verstohlen grinste Tom in sich hinein, während er überlegte, ob er ihr antworten sollte. Ja klar … Nur was? Himmel, schließlich war er mit Enriques Profil unterwegs. Und irgendwie fühlte er sich nicht wohl dabei. Aber einfach nicht zu antworten, obwohl sie sehen konnte, dass er online war … nein, das ließ der wohlerzogene Gentleman, der irgendwo in ihm schlummerte, nicht zu …

DR. LOVER: Hey, ja geht mir gut. Und selbst?
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Mit klopfendem Herzen drückte Tom auf Senden und beobachtete gespannt den Monitor. Doch nichts tat sich. Mhmm, was war denn jetzt los? Vielleicht hat sie ja gemerkt, dass du nicht DR. LOVER bist …, tönte erneut diese lästige Stimme. Tom ignorierte sie, auch wenn er den aufkeimenden leisen Zweifel in sich, den dieser Gedanke heraufbeschworen hatte, nicht vertreiben konnte. Doch dann erklang das fast schon erlösende Pling … Gut, offenbar redet sie noch mit mir …

LITTLE SWEETHEART: Ja, alles bestens. Bist du sicher, dass bei dir alles in Ordnung ist? Du klingst irgendwie … na ja, keine Ahnung … anders … Ist es wegen Freitag? Sollen wir das Treffen verschieben?
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Mist. Tom schluckte leicht, als er die Worte las. Er hatte doch gleich gewusst, dass das keine gute Idee war. Und offenbar hatte sie etwas bemerkt. Mit einem frustrierten Schnaufen fuhr er sich durch die Haare. Leg doch einfach ein neues Profil an …, säuselte sein Unterbewusstsein in zuckersüßem Singsang. Es war offensichtlich, dass sie ihn nur foppen wollte. Aber … Warum eigentlich nicht …, dachte Tom von dieser Idee plötzlich angetan. Diese Geschichte hier ist durch seine Anonymität schon fragil genug. Dann noch mit einem fremden Profil unterwegs zu sein, käme einer Lüge gleich. Und dabei fühlte er sich nicht wirklich wohl. Er war ganz gewiss nicht der Typ Mensch, der anderen etwas vorspielte. Er zog es vor, mit offenen Karten zu spielen. Und wenn er schon jemanden auf diese Weise kennenlernen sollte, dann doch bitte als er selbst und nicht als Enrique Vegaz. Idiot, … das war ironisch gemeint …, knurrte jetzt die zuvor noch recht vorlaute Stimme in ihm und setzte eine finstere Miene auf. Du hasst Singlebörsen … und du hast sie auch nicht nötig …, beharrte sie. Tom schenkte ihr keine Beachtung, auch wenn sie durchaus Recht hatte, und Sekunden später flogen seine Finger über die Tasten …

DR. LOVER: Nein, alles okay. Und Freitag geht auch in Ordnung.
LITTLE SWEETHEART: Gut …, ich freu mich Wink
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Okaaay … Jetzt war er wohl ein bisschen zu ehrlich gewesen. Na prima, das hast du wirklich klasse hinbekommen …, maulte sein vernunftbegabtes Unterbewusstsein. Und wenn schon …, dachte Tom, als ihm unvermittelt eine Idee kam, wie er diese ganze Situation vielleicht doch noch galant lösen konnte. Mhmm …, das gefällt mir …, gab sein männliches Ego anerkennend zu verstehen und grinste von einem Ohr zum anderen, während sich sein Unterbewusstsein fluchend in eine dunkle Ecke verzog. Ohne zu Zögern verließ Tom den Chat und wechselte auf die Startseite des Forums. Sekundenlang schwebte der Mauszeiger über dem Registrieren-Button, ehe er ihn schließlich anklickte.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Feb 12 2013, 17:30

Der Macho-Mann treibt sich in der Singel-Börse rum und hat ein schlechtes Gewissen, weil es nicht sein Profil ist. Er ist ja so schrechklich ehrlich und vor allem ehrenwert, der Bagger-König.

Und jetzt erstellt er also sein eigenes Profil, und Little Sweetheart wird erstmal abserviert, die Arme.
Ich habe mich ja schon gefragt ob das Profil von Anna, sie hat ja nur Little als Name erwähnt, und Little Sweetheart das Gleiche ist. Vielleicht hat das ja Paloma angelegt, um Tom mit Enriques Hilfe zu locken?

Ich bin jetzt noch gespannter. Ganz was Neues.

Ich warte..... bounce

LG, Katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Fr Feb 15 2013, 00:37

so jetze komme ich dazu auch deinen neuen teil zu lesen Smile

leider konnte ich dienstag nicht lesen weil ich ein fotoshoting hatte und mein schatz b.day hatte und am mittwoch konnte man mich sowas von vergessen, da mir 2 weißheitszähne gezogen wurden -.- (schmerzen und blutungen habe ich immer noch Evil or Very Mad)

bin ja eigentlich einer der leserinnen die schnell dabei is wenns was neues gibs gell Cool

nicht das tom sich ein proviel mit seinen richtigen namen angelegt hat Very Happy <------ dieser smilie verwirrt mich immer voll rofl
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So Feb 17 2013, 11:14

Lange hat's gedauert ... und nun ist er da ... der neue Teil. Viel Spaß ... flower

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Teil 16



Nach einem recht entspannenden Wochenende war Anna am Montagmorgen – ausnahmsweise mal pünktlich und voller Elan – gerade in ein neues Werbekonzept für eine hiesige Friseurkette vertieft, als Jonas neben ihr auftauchte. „Anna“ Seine warme weiche Stimme riss sie aus ihrer Konzentration. Ihr Blick schnellte hoch und richtete sich auf ihren langjährigen Freund und Geschäftspartner. Augenblicklich erstrahlte ein Lächeln in ihrem Gesicht. Wie jedes Mal, wenn sie in seine verträumten Augen sah. Was das betraf, hatte Jonas etwas an sich, was selbst die dunkelsten Wolken vertreiben und die Sonne hervorbringen konnte. Ein wehmütiger Seufzer entfuhr ihr und ihre Augen trübten sich ein wenig. Wenn sie vor zwei Jahren nicht der Männerwelt den Rücken gekehrt hätte, hätte sie sich glatt in ihn verlieben können. Aber Liebe gehörte nicht mehr zu ihrem Wortschatz. Sie hatte ihr abgeschworen, seit sie vor versammelter Mannschaft derart bloßgestellt worden war, und sich selbst das Versprechen abgenommen, dass kein Mann auch nur die Gelegenheit bekommen würde, sie ein weiteres Mal derart vorzuführen. Ein gequältes Seufzen entrang sich ihr. „Was gibt’s?“, fragte sie, bemüht den seichten Schmerz in ihrem Herzen zu ignorieren, der sie immer dann durchfuhr, wenn sie an diese traurige Vergangenheit zurückdachte. Jonas ließ sich auf der Kante ihres Schreibtisches nieder, so wie er es gern tat, wenn er in ihrem Büro auftauchte, um etwas mit ihr zu besprechen, und musterte sie auf eine Weise, die der flüchtigen Betrübnis einer vage Besorgnis Platz machte. „Alles in Ordnung?“, fragte Anna vorsichtig nach. „Ja, … ja klar … alles in Ordnung.“, beeilte er sich zu sagen, nur um dann erneut diese grübelnde Miene aufzusetzen. Annas Augen verengten sich, als ein vernehmliches Räuspern, gefolgt von einem angestrengten Atemzug ertönte. „Ich hab einen Auftrag für dich.“, rückte Jonas schließlich mit der Sprache heraus. Annas Brauen hoben sich überrascht, als sie das kurze Blitzen unterdrückter Begeisterung in seinen Augen bemerkte. Was war das hier? Ein Versuch, sie zu foppen … oder sie zu überraschen? „Ein Auftrag? Für mich? Toll …“, stieß sie erfreut hervor, während ihre Augen die seinen taxierten. Was zum Teufel verschweigst du mir? …, ging es Anna argwöhnisch durch den Kopf. Klar, für ihre kleine Firma war jeder Auftrag von elementarer Bedeutung. Doch dass Jonas so ein Aufhebens darum machte, war für sie völlig neu. „Um was geht’s denn?“, wagte sie zu fragen, ohne Jonas dabei aus den Augen zu lassen. Der schluckte leicht und strich sich ein wenig angespannt durch seine wuscheligen Haare. Was zum Teufel ist los? …, schrie sie ihm in Gedanken entgegen, als seine Anspannung augenblicklich auf sie übergriff.

„Jonas. Jetzt sag endlich was, sonst denke ich noch das Schlimmste.“, bat Anna, bemüht, ihre Contenance zu bewahren, doch das leichte Zittern in ihrer Stimme verriet ihre Anspannung, die Jonas mit nur wenigen Worten und Gesten in ihr heraufbeschworen hatte. Ein resigniertes Seufzen entwich dem hochgewachsenen dunkelhaarigen Mann mit den wunderschönen grünen Augen. „Also gut …“, begann er. Wieder dieses verräterische Blitzen in den Augen, was sie immer weniger einzuordnen wusste. „Lanford hat uns den Auftrag erteilt, ein Werbekonzept für ihre neue Kollektion zu entwickeln.“, platzte es schließlich aus ihm heraus. Annas Lächeln gefror augenblicklich beim Klang dieses Namens. „Lanford?“, fragte sie ungläubig nach und bemühte sich verzweifelt, die Kontrolle über ihre Gesichtszüge zurückzuerlangen. Das Modelabel Lanford? Die Firma, die vor kurzem in dieses Gebäude eingezogen ist? Die Firma, in der … Ach du Scheiße … Tom arbeitete? Ihr Magen zog sich auf unangenehme Weise zusammen. Angespannt lächelnd streckte sie den Daumen aus und deutete mit einer Bewegung auf den Fußboden. „Die … unter … uns?“, fragte sie noch einmal nach, wohl wissend, dass sie die Antwort bereits kannte … und gleichsam fürchtete. Jonas nickte, und Anna schluckte schwer. Ihr Mund öffnete sich, … sie wollte etwas sagen. Doch ehe auch nur eine Silbe über ihre Lippen dringen konnte, hatte sie ihn wieder geschlossen. Angestrengt fuhr sie sich durch ihre langen blonden Haare, lehnte sich in ihrem Stuhl zurück und stieß gequält die Luft aus. „Lass mich raten … Tom Lanford?“, presste sie schließlich hervor, schwer darum bemüht, die Frage nicht ironisch klingen zu lassen. Was ihr kläglich misslang. Jonas runzelte die Stirn. „Klingt, als würdest du ihn kennen?“ Kennen wäre übertrieben …, dachte Anna bei sich. „Das ist gut.“, freute sich Jonas. Häh? Anna starrte ihn an, als hätte er einen Witz gerissen, dessen Pointe sie nicht verstanden hatte. Was bitte soll daran gut sein? „Wenn man den Gerüchten Glauben schenken kann, gilt Tom Lanford als harter Verhandlungspartner … hart aber fair …“, fuhr Jonas, Annas Frage offenbar ahnend, fort. Die Augenbrauen der jungen Blondine kletterten langsam ihre Stirn hinauf. Tom Lanford ein harter Verhandlungspartner? Unmöglich. Bist du sicher, dass wir von demselben Tom Lanford reden? …, ging es ihr ironisch durch den Kopf, als sie sich der beiden Momente entsann, in denen sie so etwas wie ein Gespräch geführt hatten. Dieser Casanova? Nein, das kann nicht sein … Na gut, so ganz unmöglich war das nicht. Von Paloma wusste Anna, dass Tom nicht nur Enriques bester Freund und Kollege, sondern auch Geschäftsführer des Modelabels Lanford war. Was unweigerlich die Frage aufwarf, warum Tom Lanford ausgerechnet ihre kleine Agentur für die Erstellung eines Werbekonzeptes, für das größere und namhaftere Unternehmen tausendmal besser geeignet wären, ausgewählt hatte. Er wird doch wohl nicht? Eine Welle puren Entsetzens, gefolgt von einer Woge heißer Wut durchflutete sie im nächsten Moment, als sie eine Ahnung beschlich, die ihr alles andere als gefiel. Na toll … Da steige ich seit fast zwei Wochen Treppen, nur um diesem Typen nicht zu begegnen und jetzt kommt der mit so einer Aktion um die Ecke … Will der mich provozieren? …, fluchte sie innerlich. „Alles okay, Anna?“, fragte Jonas in ihre schwelenden Groll hinein, während er sie prüfend taxierte. „Ja. Ja ..., alles klar“, beeilte sie sich zu sagen und schob den aufwallenden Ärger eilig beiseite. Jonas schien wenig überzeugt. Na gut, das war auch nicht wirklich verwunderlich. Jonas kannte sie schließlich lange und gut genug, um ein Gespür für ihre Stimmungen zu haben. Aber das Letzte was sie jetzt wollte, war, ihm einen Anlass zu geben, tiefer nachzubohren.

Sekunden des Schweigens erfüllten den Raum, während Anna unverwandt in Jonas’ Augen forschte. Sie war sich nicht sicher, was sie von der ganzen Geschichte halten sollte, als ein kleines Lächeln um Jonas’ Mundwinkel zuckte. Nur Sekundenbruchteile später begannen seine Augen zu strahlen. „Dieser Auftrag ist der absolute Wahnsinn.“, stieß er mit einem breiten Lächeln aus. „Das Budget, was dahinter steckt, können wir uns unmöglich entgehen lassen, Anna. Das ist der Volltreffer, auf den wir immer gewartet haben. Der Sechser im Lotto …“, sprudelte es ungebremst aus Annas Geschäftspartner heraus. „Wenn wir den Auftrag packen … wow …“ Sein Blick verlor sich in dem kleinen Raum. „Lanford würde sich wahnsinnig gut in unserer Referenzliste machen …“, sinnierte er und schenkte ihr erneut dieses strahlende Lächeln. Klar doch, und ich mich wohl auf Toms Eroberungsliste ..., höhnte sie und verzog angewidert das Gesicht. „Hey, jetzt freu dich doch mal …“, forderte Jonas und schickte ihr einen strengen Blick durch den Raum. „Ich freu mich doch …“, erwiderte sie lahm und zimmerte sich ein Lächeln ins Gesicht, was sie alle Kraft kostete. Unter anderen Umständen hätte sie sich gerne von seiner Begeisterung anstecken lassen, aber hier ging es nicht um irgendjemanden. Hier ging es um Tom Lanford. Und um die Tatsache, dass sie wahrlich in der Klemme steckte. Mist. Ihre kleine Agentur hatte noch lange nicht dieses sichere Standing in der Branche, wie sie es sich gerne wünschten, um diesen Auftrag abzulehnen. Und leider war genau das Annas erster Gedanke gewesen. Lehn ab! Alles, bloß das nicht. Unglücklicherweise hatte Jonas recht mit dem was er sagte. Der Lanford-Auftrag würde sie in der Tat ihrem Ziel ein ganzes Stück näher bringen. Aber zu welchem Preis? Gott, warum ausgerechnet er? Tja, da hast du’s …, spottete ihr Unterbewusstsein und reckte seine hämische Fratze. Annas Gedanken fuhren Achterbahn, überschlugen sich, während sie fieberhaft nach einem Ausweg zu suchen begann. Den es nicht gab, soviel wusste sie. Im Gegenteil, wenn sie diesen Auftrag ablehnte, würde nicht nur Jonas mit einer seiner berühmten Imagepredigten um die Ecke kommen, es würde ihrer Firma vermutlich tatsächlich einen gehörigen Schaden einbringen. Denn soviel war klar, ein Unternehmen wie Lanford würde es einen müden Fingerschnipp kosten, ein anderes Unternehmen den Bach runtergehen zu lassen, wenn sie es wollten. Und zögern würde er vermutlich auch nicht … Verfluchte Scheiße …, grollte es in Anna. Du kannst es drehen und wenden, wie du willst …, am Ende ziehst du doch den Kürzeren …, brachte ihr, manchmal schon sehr unverblümtes, Unterbewusstsein die Tatsachen auf den Punkt. Ja, aber zum Glück ist Jonas dabei. Mit ihm an meiner Seite packen wir auch diesen Auftrag …, gab sie sich siegessicher. Und was, wenn er dabei nicht mitspielt? … Anna ignorierte die lästige Stimme, die sie mehr und mehr verunsicherte. Davon mal abgesehen, hatten Jonas und sie bis dato jeden Großauftrag gemeinsam bewerkstelligt – Jonas als Mann für das Vertragliche und Anna als kreativer Kopf. Und so würde es auch dieses Mal sein … Und wenn nicht? Seien wir doch mal ehrlich … Das macht er doch nur deinetwegen …, fuhr dieser lästige Besserwisser in ihrem Kopf zynisch fort. Und wenn nicht? Was, wenn es wirklich nur um einen Auftrag geht …, mahnte sie eine andere leise Stimme. Anna war hin und hergerissen, wusste nicht mehr, was sie glauben sollte. Und das, genauso wie der Fakt, dass dieser Tom Lanford seine Mittel offenbar gekonnt einzusetzen wusste, machte sie irgendwie stinksauer.

„Was ist nun? Bist du dabei?“, riss Jonas’ Frage Anna aus ihrem inneren Disput. Ihr Blick begegnete dem seinen, forschte in diesem ebenmäßigen Gesicht, erneut auf der Suche nach einem Ausweg. Zwecklos, da kommst du nicht raus …, dachte sie resigniert. Sich der Sackgasse, in der sie zweifellos steckte, vollends bewusst, holte sie tief Luft und presste sich ein bemüht professionelles „Ja …“ heraus. Mir bleibt ja wohl kaum was anderes übrig …, fügte sie in Gedanken hinzu, griff nach dem Stift, der neben dem Zeichenblock lag, und widmete sich wieder ihrem Konzept. Jonas, dem Annas Verhalten durchaus nicht fremd war, an dieser Stelle aber mehr als merkwürdig vorkam, musterte sie mit gerunzelter Stirn. Er öffnete den Mund, um die Frage laut auszusprechen, die ihm auf der Zunge brannte, verkniff es sich jedoch in letzter Sekunde. Anna und er waren Geschäftspartner … und Freunde. Und er kannte sie gut genug, um zu wissen, dass sie nicht reden würde, wenn sie nicht wollte … und er würde sie nicht drängen … solange er das Wohl ihrer Agentur nicht gefährdet sah. „Dann kann ich Lanford also Bescheid geben, dass du den Termin morgen wahrnimmst?“, fragte er stattdessen. Die Worte, mehr Feststellung als Frage, ließen Anna überrascht von ihrem Konzept, in welches sie sich soeben zu flüchten versuchte, aufsehen. „Ich? Morgen?“, rief sie Jonas, der gerade aus ihrem Büro trat, perplex hinterher. Im Türrahmen innehaltend wandte Jonas sich um. „Natürlich du …“, erklärte er auf eine Weise, als wäre dieser Umstand so was von offensichtlich, dass allein der Gedanken an eine derartige Frage schon völlig absurd war. Dann schüttelte er leicht den Kopf und lächelte beschämt. „Entschuldige, das hatte ich dir gar nicht gesagt. Herr Lanford hat ausdrücklich um deine Unterstützung gebeten.“ Wie bitte? Annas Gesicht verlor jegliche Farbe. Also doch … Sie schnappte wie ein Karpfen auf dem Trockenen und hatte für einige unendliche Sekunden wahre Mühe, ihre Contenance zu bewahren und nicht direkt aus der Haut zu schnippen. Verdammt. Jonas schmunzelte, offenbar amüsiert über ihre Fassungslosigkeit, die er nach wie vor nicht einzuordnen wusste. „Also morgen um elf Uhr.“, lächelte er. „Ich gebe Lara Bescheid, dass sie den Termin fixen soll.“ Annas Augen wurden riesengroß, und ehe sie den Protest hervorbringen konnte, der sich gerade umständlich in ihrem Kopf bildete und den Weg zu ihrer Zunge suchte, war Jonas bereits in seinem Büro verschwunden.

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So Feb 17 2013, 11:16

~Nicky-Anna..B~ schrieb:
so jetze komme ich dazu auch deinen neuen teil zu lesen

leider konnte ich dienstag nicht lesen weil ich ein fotoshoting hatte und mein schatz b.day hatte und am mittwoch konnte man mich sowas von vergessen, da mir 2 weißheitszähne gezogen wurden -.- (schmerzen und blutungen habe ich immer noch )

bin ja eigentlich einer der leserinnen die schnell dabei is wenns was neues gibs gell

nicht das tom sich ein proviel mit seinen richtigen namen angelegt hat <------ dieser smilie verwirrt mich immer voll

Hey, meine Liebe,

ich hab dich schon vermisst. Aber gut, nach dem zu urteilen, was du da schreibst, kann ich das schon nachvollziehen. Hoffe, es geht dir bald wieder gut. So eine Weisheitszahn-OP ist schon echt übel ...

Mal schauen, was Tom da so treibt ...

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   So Feb 17 2013, 21:24

mir gehts immer noch nicht gut aber man kann es aushalten Wink
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katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Feb 18 2013, 14:39

Da ist mir dein neuer Teil doch tatsächlich durch gegangen, und dass obwohl ich so neugierig darauf gewartet habe ... Embarassed
So, so. Jonas ist begeistert, und Anna befürchtet das Schlimmste, was sich in dem ausdrücklichen Wunsch, dass sie sich um die Kampagne kümmern soll, ja scheinbar bewahrheitet. Wenn sie jetzt noch wüsste, dass es sich um Dessous handelt ... Huiuiui.
Ich bin gespannt, wie sie darauf reagiert.
Und sie läuft tatsächlich seit zwei Wochen Treppenstufen auf und ab rofl Find ich ja zum Schießen, aber soll ja bekanntlich die Gesäßmuskulatur straffen, also immer weiter so meine Süße...

Hihi, dass mit dem Lächeln, dass ich dir aufs Gesicht gezaubert habe, kann ich hier nur zurück geben. Smile

LG, Katha

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Feb 19 2013, 07:07

Danke dir für deinen lieben Kommi, meine Katha. Musste schon wieder grinsen. Ja ja, der Tom ... ... und dann Anna erst ... ... und Jonas versteht nur Bahnhof ...

Na mal schauen, wie das mit den beiden noch so weitergeht ...


@Butterfly: Hoffe, du bist auf dem Wege der Besserung.

Liebe Grüße euch beiden,
Mini

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Feb 19 2013, 07:45

Heute mal ein etwas früher Teil. Ich hoffe, er gefällt ... LG, Mini

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Teil 17



„Vielen Dank für die Information, Nadja.“, sagte Tom und beendete das Telefonat. Sichtlich entspannt lehnte er sich in seinem Bürostuhl zurück und kam aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Nadja, seine Empfangsdame, hatte ihm soeben die Nachricht übermittelt, dass Jonas Broda den Termin für morgen zugesagt hatte, … oder besser gesagt, dass Anna Polauke den Termin bestätigt hatte. Nachdem er tagelang permanent Gründe gesucht hatte, den Aufzug zu nutzen, in der Hoffnung, Anna zufällig zu begegnen, war am Rande seines Bewusstseins der unangenehme Gedanke aufgeflackert, dass sie ihm wohlmöglich aus dem Weg zu gehen versuchte. Der Grund war ihm allerdings ein Rätsel. Na gut, vielleicht hatte er eine ganz kleine Ahnung, die er aber entschieden verdrängte, weil sie seinem männlichen Ego so gar nicht gefiel. Aber sei’s drum, er wäre nicht Tom Lanford, wenn er sich von diesem Umstand allein so schnell entmutigen lassen würde. Wenn der Berg nicht zum Propheten kam, musste sich eben der Prophet auf den Weg machen. Und Enrique hatte ihm am Freitagabend bei ihrem kleinen Umtrunk in der Egobar den Anstoß zu einer wirklich genialen Idee gegeben. Dass Enrique schon seit geraumer Zeit an einem geeigneten Konzept für die Dessouskollektion arbeitete, war Tom nicht neu. Dass er allerdings auf dem besten Weg war, diese Aufgabe – und das war selbst für einen Enrique Vegaz eine Premiere – in den Sand zu setzen, hatte Tom dann doch aufmerken lassen. Zum Glück hatte er noch rechtzeitig mit dieser Tatsache herausgerückt, so dass noch genügend Raum für neue Ideen blieb. Die leider, und das musste sich Tom selbst ehrlich eingestehen, für gewöhnlich auch um ihn einen großen Bogen machten. Oh, keine Frage, er mochte Dessous wirklich sehr gern, vor allem am Körper einer schönen Frau. Und wenngleich er nicht wirklich ein Experte auf diesem Gebiet war, er war durchaus in der Lage, eine Korsage von einem Bustier zu unterscheiden. Worauf ein Mann durchaus stolz sein konnte. Wenn es jedoch darum ging, ein geeignetes Werbekonzept zu finden, um Dessous erfolgreich zu vermarkten, hatte er in etwa soviel Ahnung wie der Hahn vom Eierlegen. Folglich war catch phrase und die Tatsache, dass diese Agentur nur zwei Etagen über ihm seinen Sitz hatte, wie der berühmte Wink des Schicksals ... Wie Anna wohl in Giselles Dessous aussehen würde … Ein Gedanke, der nicht nur völlig unerwartet kam sondern Tom sogleich einen seligen Ausdruck ins Gesicht zauberte. Dann zuckte ein kleines Lächeln um seine Mundwinkel, während er sich wieder einmal fragte, warum er nicht selbst auf die Idee gekommen war, catch phrase mit dieser Aufgabe zu betrauen. Immerhin wusste er doch, dass Anna in dieser Werbeagentur arbeitete. Tja, manchmal sieht man eben den Wald vor lauter Bäumen nicht …, tat er diesen Mangel an Einfallsreichtum mit leichtem Amüsement ab. Nee, manchmal denkst du einfach mit dem falschen Körperteil, während deine Hirnzellen faul in der Sonne liegen und La Paloma pfeifen …, protestierte sein Unterbewusstsein lautstark in ihm. Tom ignorierte es, wie schon so oft in seinem Leben zuvor. Stattdessen kreisten seine Gedanken zurück zu catch phrase und Anna.

Gut, catch phrase war zwar eine kleine Agentur mit verhältnismäßig wenigen Referenzen, und damit eigentlich für ein Label wie Lanford als Geschäftspartner überhaupt nicht geeignet. Andererseits bot die Zusammenarbeit mit dieser Agentur durchaus auch Vorteile. Die Wege waren kurz, Abstimmungen konnten schnell vollzogen werden und gleichzeitig gab er einem jungen Unternehmen noch eine wahre Chance. Gott, wie selbstlos … Bruno würde sich vor Stolz geradezu überschlagen …, ätzte sein Unterbewusstsein aufs Neue. Wem willst du hier eigentlich was vormachen? Du weißt, was dein Vater von beruflichen Dingen hält, die mit Privatem vermischt werden … Eilig schubste Tom diesen Klugscheißer in die hinterste dunkle Ecke. Ihm war durchaus klar, dass sein Handeln mehrere Absichten verfolgte, wenn auch die Kollektion nach wie vor im Vordergrund stand. Und was das betraf, sagte ihm sein Gefühl, dass er damit bei Anna und catch phrase an der richtigen Adresse war. Aha …, darum hast du den Auftrag auch an Jonas Broda gegeben …, stichelte sein Unterbewusstsein, vorsichtig um die Ecke lugend weiter. Ja gut, wenn Tom den Auftrag direkt an Anna gegeben hätte, hätte sie ihm vermutlich postwendend eine Absage erteilt – auch wenn es aus wirtschaftlicher Sicht unvernünftig gewesen wäre. Aber das wäre ihr vermutlich erst im Nachgang bewusst geworden. Lächelnd schüttelte er den Kopf. Er konnte sie quasi vor sich sehen, wie sie mit in die Hüften gestemmten Händen vor ihm stand und ihn inbrünstig verfluchte. Von daher war es einfach nur ein geschickter Schachzug gewesen, die Anfrage direkt an Jonas Broda zu richten und selbige so zu formulieren, dass sogar er auf das einzig logische Ergebnis kommen musste, nämlich, dass eine Frau für die Bewerkstelligung dieses Auftrags am besten geeignet wäre. Und Jonas Broda schien – im Gegensatz zu seiner Partnerin – ein vernunftbegabter Mensch zu sein, der genau wusste, dass eine Ablehnung nicht in Frage kam, wenn er die Existenz seiner und Annas Agentur nicht gefährden wollte. Ein durchaus angenehmer Zeitgenosse …, dachte Tom, als er sich an das Gespräch mit dem Agenturbesitzer zurückerinnerte. Tom hatte nicht lange um den heißen Brei herumgeredet und die beste Mitarbeiterin der Agentur für diesen Auftrag gefordert. Und Jonas Broda hatte direkte eingewilligt. Ein Kinderspiel …, dachte Tom. Und er war sich sicher, dass Jonas Broda seine Geschäftspartnerin mühelos von diesem Auftrag würde überzeugen können. Dass er mit dieser Klappe noch eine zweite Fliege zu schlagen versuchte, musste sein Auftragnehmer ja nicht unbedingt wissen. Denn auch wenn dieser Idee der Wunsch vorausgegangen war, an Anna heranzukommen, für die Luxusdessous – Kollektion brauchten sie tatsächlich ein Werbekonzept. Ja, Anna Polauke, und ich bin überzeugt, dass du genau die richtige Frau für diesen Job bist …, ging es Tom mit einem süffisanten Lächeln durch den Kopf. Und schon morgen wäre es soweit. Ich hab dir doch gesagt, du entkommst mir nicht …, dachte er, während sein männliches Ego sich genüsslich auf der Chaiselounge ausstreckte und sich bereits in den schillerndsten Farben ausmalte, wie Anna sich, überwältigt von seinem Charme, in seine Arme warf. Schnaubend schüttelte Tom den Kopf und verscheuchte diesen, für seinen Geschmack noch viel zu verfrühten, wenngleich auch durchaus anregenden Gedanken. Obgleich die Stellschrauben bereits perfekt zu seinen Gunsten ausgerichtet waren und alles nach einem Sieg auf ganzer Linie aussah, irgendetwas sagte ihm, dass sein Vorhaben kein einfaches werden würde. Dass er bei Anna keineswegs leichtes Spiel haben würde. Aber einfach war auch langweilig und hatte er schon unzählige Male erlebt. Anna war eine Herausforderung, das spürte er. Seine Mundwinkel zuckten zu einem wohlwollenden Grinsen. Mhmm, das könnte durchaus interessant werden … Und er konnte es kaum noch erwarten … der Auftakt für eine lange und intensive Zusammenarbeit war gemacht … eine Zusammenarbeit, der er bereits mit Freude entgegensah.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Feb 19 2013, 15:41

Puhh, schon ein ganz schönes Chauvi-Geschwafel, was sich da in Toms Kopf abspielt. Auch wenn ich ihm zugestehen muss, dass er es ja geschickt angeht. Aber trotzdem, vielleicht finde ich ihn ja doch nicht ganz so sympathisch Surprised
Aber, hm .... ich finde seine Art, wenn er auf Anna trift so amüsant, Rolling Eyes also bin ich hölle gespannt, wie Anna die Gratwanderung zwischen Ablehnung und professionellem Agieren hinbekommt.
Liebes Tommilein, wähn dich mal lieber noch nicht auf der GEwinnerstraße, kann ich da nur sagen. Wink

LG, Katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mi Feb 20 2013, 07:42

Sag ich doch, aber gut ... eines muss man ihm zugestehen, ... er bleibt zumindest realistisch ... was aber nicht heißt, dass es dann weniger interessant ist ...

Bleibt abzuwarten, wie die beiden das meistern ...

Danke dir für deinen lieben Kommi

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Do Feb 21 2013, 01:52

Hey Minilein,

ich bin soo unendlich froh das du diese Geschichte angefangen hast! ... Ich habe mich so amüsiert, beim lesen der letzten drei Teile ... einfach zu köstlich. Ilikeit

Zitat :
Na toll … Da steige ich seit fast zwei Wochen Treppen, nur um diesem Typen nicht zu begegnen und jetzt kommt der mit so einer Aktion um die Ecke … Will der mich provozieren? …, fluchte sie innerlich.

Hahaha wie geil ... musste mir eben beim lesen vorstellen wie Anna zwei Wochen lang mit Mühe diese Treppen auf und ab steigt - einfach genial! muahaha

Zitat :
Oh, keine Frage, er mochte Dessous wirklich sehr gern, vor allem am Körper einer schönen Frau. Und wenngleich er nicht wirklich ein Experte auf diesem Gebiet war, er war durchaus in der Lage, eine Korsage von einem Bustier zu unterscheiden. Worauf ein Mann durchaus stolz sein konnte.

Hihihihi. Jaa die männliche Spezies kann ihren Stolz selbst bei so selbstverständlichen Dingen ganz schön hochschrauben. Da hast du den Punkt aber richtig gut getroffen Mini! Smile Cool Musste ganz schön schmunzeln beim lesen! Razz

Zitat :
Wie Anna wohl in Giselles Dessous aussehen würde …

HA ... hatte ich also doch recht mit meinem letzten Posting! Rolling Eyes

Zitat :
Andererseits bot die Zusammenarbeit mit dieser Agentur durchaus auch Vorteile. Die Wege waren kurz, Abstimmungen konnten schnell vollzogen werden und gleichzeitig gab er einem jungen Unternehmen noch eine wahre Chance. Gott, wie selbstlos … Bruno würde sich vor Stolz geradezu überschlagen …, ätzte sein Unterbewusstsein aufs Neue. Wem willst du hier eigentlich was vormachen? Du weißt, was dein Vater von beruflichen Dingen hält, die mit Privatem vermischt werden … Eilig schubste Tom diesen Klugscheißer in die hinterste dunkle Ecke.

Hahahahaha wie geil! Laughing Ich LIEBE diese Stellen, in denen du mit Humor die Situationen beschreibst ... und dann noch die ganzen Gespräche des Unterbewusstsein etc. ... einfach zum schreien! Smile Ilikeit

Zitat :
Ich hab dir doch gesagt, du entkommst mir nicht …, dachte er, während sein männliches Ego sich genüsslich auf der Chaiselounge ausstreckte und sich bereits in den schillerndsten Farben ausmalte, wie Anna sich, überwältigt von seinem Charme, in seine Arme warf.
Blöder Macho! ... Ich glaube der reist seine Schnauze ganz schön weit auf ... mal schauen wie weit er damit kommt! Suspect Twisted Evil

ICH FREUE MICH AUF MEEEEEEEEEEEHR!!! Very Happy Bitte mach ganz schnell weiter ja! brav

GlG
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Do Feb 21 2013, 07:50

Ja ja, unser Tommilein. Halb Chauvi, halb Realist ... Man mag gar nicht glauben, dass in ihm auch ein ganz normaler liebenswürdiger Kerl steckt ... Aber mal schauen, welche der beiden Seiten sich am Ende durchsetzt ...

Die Fortsetzung ist in Arbeit und kommt hoffentlich bis zum WE.

Ich danke dir für deinen lieben, und wirklich wundervollen Kommi ...

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Sa Feb 23 2013, 18:20

anna in dessous super
ich glaube wenns dann so kommen sollte werden jonas und tom das wasser im munde zusammen laufen, sabber gefahr garantiert, aber sowas von rofl
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Feb 25 2013, 08:02

Ja ja, Tom unser Chauvi ... aber vergesst nicht, dass Anna auch nicht auf den Mund gefallen ist ...

Danke für eure lieben Kommis. Fortsetzung folgt ...

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Feb 25 2013, 10:29

Ich hatte eigentlich vorgehabt, die Fortsetzung schon am Wochenende zu posten, aber dann war eben doch keine Zeit dafür. Ich hoffe, es gefällt trotzdem ... LG, Mini flower

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Teil 18


„Hi, LITTLE SWEETHEART, ich hab dein Profil gelesen, … klingt interessant. Meld dich doch mal, würde mich freuen …“, las Anna laut vor, als sie am Abend in der Intimität ihres Schlafzimmers das Forum geöffnet und ihre Nachrichten abgerufen hatte. „Mhmm … Good Old Nick … von gestern Abend.“, murmelte sie leise vor sich hin, während sie seine Worte wieder und wieder las. Hin und her gerissen, ob sie ihm antworten sollte, klickte sie sich schließlich in sein Profil. Good Old Nick … tse … was ist das überhaupt für ein Name? Mhmm, … mal schauen, wer du bist …, dachte sie und wartete, bis sich die entsprechende Seite öffnete, fast schon ein bisschen neugierig, was sie über ihn erfahren würde. Ihr Herz schlug schneller, während sie gebannt den Seitenaufbau verfolgte, der heute irgendwie langsamer als üblich vonstatten zu gehen schien. Lahme Kiste …, schimpfte sie innerlich, dann hob sie überraschte die Brauen und konnte sich nur mit Mühe ein spontanes Lachen verkneifen, als sie auf dem in Schwarzweiß gehaltenen Profilbild das breite Grinsen eines süßen kleinen Knirpses, der einen roten Plüschteufel – der einzige Farbtupfer in dem Bild – umarmt hielt, entdeckte. Vielleicht solltest du dein Profilbild mal aktualisieren …, dachte sie in einer Mischung aus Amüsement und leiser Frustration. Ihr Unterbewusstsein rollte seufzend die Augen. Na ja, wenigstens hat er ein Bild von sich eingestellt, während du ja bloß so ein dämliches Herzchen mit Flügeln in dein Profil gesetzt hast …, ermahnte es. Das war Paloma … und außerdem, woher willst du wissen, dass das Bild zu dem Typen hier gehört …, knurrte Anna innerlich. Entschieden schubste sie ihre temporäre Frustration mitsamt ihres Unterbewusstseins, was offenbar mal wieder die spöttische Facette ausgekramt hatte, in den Keller und verrammelte die Tür. Gerade wollte sie einen Blick in sein Profil wagen, als sich eine neue Nachricht ankündigte. Warum daraufhin ihr Herz abermals einen Zahn zulegte, konnte sie sich beim besten Willen nicht erklären. Einen Wimpernschlag lang hielt sie inne, dann holte sie tief Luft und öffnete die Nachricht.

GOOD OLD NICK: Hallo Little Sweetheart. Ich hab gesehen, dass du auf meinem Profil warst. Hast du meine Nachricht noch nicht gelesen oder schon gelöscht? Ich hoffe auf ersteres. Freu mich auf eine Antwort. Gruß GON
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Verblüfft hob Anna eine Augenbraue. Na wir sind aber mal ungeduldig …, dachte sie entnervt bei sich. Ein Anflug von Ärger wallte in ihr auf, vertrieb die vage aufgeflammte Aufregung und machte einer seichten Frustration Platz. Wie sie solche Leute hasste. Meine Güte, ich hab doch keine Standleitung, du … Grrr … Genervt klickte sie auf Antworten und schrieb …

LITTLE SWEETHEART: Die Ungeduld in Person … Muss man nicht eigentlich volljährig sein, um sich in einem Partnerschaftsforum anmelden zu können? Dem Profilbild nach zu urteilen, hast du dich entweder verdammt gut gehalten oder die Identität eines anderen geklaut …
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Ein hinterhältiges Grinsen huschte über Annas Gesicht, als sie auf Senden drückte und die Nachricht nach einem kurzen Blinken verschwand. Nun gut, zweifellos war das nicht die freundlichste Art, auf eine Nachricht zu reagieren, aber diesen Kommentar hatte sie sich beim besten Willen nicht verkneifen können. Ihr war schon klar, dass hinter diesem süßen kleinen Knirps auf dem Foto ein erwachsener Mann steckte, dennoch würde sie sich keinesfalls auf eine derartige Weise blöd anmachen lassen, weder im realen Leben noch im Internet. Dem ungeachtet hatte sein Kommentar durchaus ihre Neugier geweckt. Von einer schlichten Ungeduld gepackt, die die flüchtige Kommunikation heraufbeschworen hatte, klickte Anna sich in das Profil von Good Old Nick. Mal schauen, was er über sich schreibt … Gebannt überflog sie die Angaben. Mhmm … Zweiunddreißig. Aha …, wir sind also doch volljährig …, ging es ihr amüsiert durch den Kopf. Puh, … nicht dass man mich am Ende noch der Pädophilie bezichtigt. Ihr Unterbewusstsein schlug sich genervt die Hand vor die Stirn und seufzte tief … Doofe Nuss … Anna ignorierte es geflissentlich und richtete ihr Augenmerk wieder auf das Profil von Good Old Nick. Mhmm … knapp eins achtzig, sportlich, blond, blauäugig … bla bla bla … Sie verzog resigniert das Gesicht. Das trifft mindestens auf ein zehntel der Berliner Männer zu. Ha ha ha … Schnaubend klickte Anna auf die nächste Seite und begutachtete weitere Details. Ihre Augen weiteten sich verblüfft bei der Liste sportlicher Aktivitäten. Ach du lieber Gott, ich hoffe nur, du erwartest von mir nicht dasselbe …, schoss es ihr alarmiert durch den Kopf. Anna hasste Sport, … jegliche Art von Sport. Und das nicht nur, weil sie der Meinung war, dass sie ihn nicht unbedingt nötig hatte. Gut, sportlich scheint also zuzutreffen …, resümierte sie kurzerhand. Jetzt wäre ein aktuelles Foto klasse, schreiben kann man schließlich viel, stimmts? …, klang die hämische Stimme ihres Unterbewusstsein gedämpft in ihrem Kopf. Es missbilligte noch immer die Tatsache, dass sie sich zu dieser Schnapsidee, im Internet mit Männern zu chatten, hinreißen lassen hatte. Seufzend schob Anna die Spaßbremse beiseite und las weiter. Musik: Kings of Leon, Snow Patrol, Philipp Poisel … Und wer zum Geier ist Star Salzman? Ein flüchtiges Lächeln huschte über ihr Gesicht. Na ja, okay, Musikgeschmack hat er offenbar …, dachte sie erfreut, als sie die eine oder andere Parallele erkannte. Ein Punkt für dich …

„Charakter“, murmelte sie leise vor sich hin, als sie die nächste Kategorie genauer studierte. „Humorvoll, spontan und offen für alles.“ Anna runzelte die Stirn. Das ist ziemlich dehnbar …, dachte sie. … Und lässt tief blicken …, meldete sich ihr Unterbewusstsein aus dem Keller, in den sie es verbannt hatte. Unweigerlich rollte sie die Augen. „Frauenideal“, las sie leise weiter. Aha … Erstaunt hob sie die Brauen und schüttelte irritiert den Kopf, als sie erkannte, dass er diese Position nicht beantwortet hatte. „Tse … also entweder stehst du jedem Rock offen gegenüber … oder du hast ernsthaft ein Problem, die richtige Frau zu finden.“, murmelte sie spöttisch vor sich hin. Das sagt die Richtige …, lästerte ihr Unterbewusstsein, was mittlerweile mutig durch die Kellertür lugte. Lässt dich vom erst besten Typen ins Bockshorn jagen und machst daraufhin auf Auster … Anna knurrte leise, und ihr Unterbewusstsein machte sich wieder vom Acker. Und Tschüss … Frustriert schloss sie das Profil von Good Old Nick. Einen Moment lang überlegte sie, ob sie ihm noch eine echte Nachricht zukommen lassen sollte, doch dann entschied sie sich dagegen. Was hätte sie auch schreiben sollen? Nett, von dir gelesen zu haben …? Sie stieß ein abfälliges Schnauben aus, als das unverkennbare Pling eine weitere Nachricht ankündigte. Mr. Nice Guy … Du meine Güte, das geht ja zu wie im Taubenschlag …, dachte Anna spöttisch, als sie die Nachricht erblickte, die geradezu vor Charme troff. Seufzend klickte sie auf das Profil … und wäre um ein Haar rückwärts vom Stuhl gekippt. Ach du Scheiße … Mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen starrte sie auf den Bildschirm, von dem ihr ein Typ mit zwei … drei … sechs erkennbaren Zähnen entgegengrinste, der locker ihr Vater – oder besser Großvater – hätte sein können. Oh mein Gott … Sie schüttelte sich kurz, würgte den Anflug von Ekel, der soeben ihre Kehle hinauf kroch, hinunter und löschte die Nachricht, ohne die Details von Mr. Nice Guy genauer zu studieren. Es gibt Dinge, die muss man nicht unbedingt wissen …, sagte sie zu sich selbst, woraufhin ein leises Kichern durch die Kellertür drang.

Kopfschüttelnd blickte Anna auf den Posteingang. Die Nachricht von Dr. Lover, die dieser ihr gestern geschrieben hatte, fiel ihr erneut ins Auge. Ein kleines Lächeln huschte über ihr Gesicht, während ein merkwürdiges Gefühl von Vorfreude in ihr aufzuflammen begann. Gegen all ihre Vorsätze hatte sie sich mit einem Mann verabredet – den sie dazu noch nur von ein paar wunderbaren Gesprächen kannte. Doch wenn sie ehrlich war, kam ihr dieser Schritt in die Realität nicht nur zu früh vor, sie fühlte sich auch nicht wirklich wohl dabei. Aber ein Date war schließlich Bestandteil des Deals zwischen Paloma und ihr gewesen. Und dieser Dr. Lover kam ihr in der kurzen Zeit, die sie hier weilte, von all den ganzen merkwürdigen Zeitgenossen am seriösesten vor. Pass auf, dass du dich am Ende nicht doch noch verknallst …, ätzte ihr Unterbewusstsein, was erneut mutig sein Versteck verlassen hatte. Hach, das Leben war so schön, bevor du diese doofe Internetseite entdeckt hast …, fügte es zynisch hinzu, woraufhin Anna dem Störenfried in ihrem Kopf einen imaginären Tritt in den Hintern verpasste. Sie hatte keinen Bock auf derartige Sticheleien. Und wenn diese Stimme nicht bald mal verstummte, würde sie noch ausflippen. Hör nicht drauf … Hör auf dein Herz …, flüsterte eine andere Stimme in ihr, die sich in letzter Zeit immer häufiger meldete. Auf mein Herz hören? …, wiederholte Anna in Gedanken. Nein! Auf keinen Fall. Was das betraf, traute sie ihrem Herzen nicht, schließlich hatte es sie schon einmal auf eine falsche Fährte gelenkt. Und warum genau willst du dann dieses Treffen? …, fragte die leise Stimme in ihr. Eine durchaus berechtigte Frage. Wegen Paloma …, schob Anna eilig ein, wusste aber im selben Moment, dass das nicht ganz der Wahrheit entsprach. Denn wenn sie ehrlich war, wusste sie nicht genau, ob sie dieses Treffen vorgeschlagen hatte, weil sie ihn irgendwie nett fand, oder weil sie es einfach nur so schnell wie möglich hinter sich bringen wollte. Vermutlich zweiteres …, ging es ihr seufzend durch den Kopf, während sie gedankenverloren auf den Bildschirm starrte, in der Hoffnung, in den Pixeln die Antwort auf ihre Fragen zu finden. Denk nicht soviel darüber nach … Bring es einfach hinter dich … und das besser gestern als heute …, suggerierte sie sich, loggte sich aus dem Internet und klappte den Laptop zu.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Feb 25 2013, 13:05

Huhu. huhu ..ja nee, ist klar. Man ist Anna köstlich, zum Piepen. Tolle Locke (Oh Gott, was schreib ich für einen Mist. Evil or Very Mad ..ist wohl immer noch der Restalkohol. muahaha ..okay, gehört hier nicht hin)

Klasse Teil Ilikeit

Ich geh jetzt mal weiter vor mich hin glucksen...

LG Staffi
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Feb 25 2013, 13:25

Da kann ich Staffi ja nur zustimmen. Ich finde es auch sehr ulkig. Good old Nick? Hm, Synonyme in Foren sind ja schon immer irgendwie interessant. Rolling Eyes
Na da bin ich ja mal gespannt, ob die beiden sich jetzt immernoch verstehen? Smile
Und das Treffen mit Dr. Lover?
Es bleibt spannend ...

Freu mich auf die Fortsetzung!

LG, Katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Mo Feb 25 2013, 23:17

annas unterbewusstsein Laughing ich liebe es Ilikeit
immer schöön weiter ja brav
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Feb 26 2013, 08:39



für diese vielen lieben Kommis, die mich doch ziemlich zum Grinsen gebracht haben.

@Katha: Der Nickname "Good old Nick" hat eine bestimmte Bedeutung. "Old Nick" steht im Englischen (ich glaube amerik. Englisch) umgangssprachlich für "Teufel" Das nur mal so am Rande. Weiß vielleicht nicht jeder

Fortsetzung folgt, wenn ich es schaffe, heute noch.

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Feb 26 2013, 09:03

Okaaaay, danke für die Info, meine Liebe, wusste ich tatsächlich nicht.
Und eine Fortsetzung heute, banana das wäre ja tatsächlich grandios.
Dann sei mal fleißig write

LG, Katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Feb 26 2013, 12:48

Und was ist mit dir???

Biste auch fleißig???

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom-FF "Und plötzlich ist alles anders"   Di Feb 26 2013, 13:07

Ich wäre gerne, aber klappt nicht wirklich, da hat jemand Langeweile und will bespaßt werden. Surprised

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