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 AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"

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katha

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BeitragThema: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Sa Feb 09 2013, 21:29


(Da muss ich doch gleich mal die neuen Icons probieren. )

So, jetzt ernsthaft.

Viele von euch wissen schon, was hier jetzt passiert, da ich diese Story bereits im AudL-Forum gepostet habe (bzw. noch fertig stellen werde), aber für alle anderen sei es kurz erläutert.

AnTom II Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück? ist eine weitere Fan-Fiction von mir, die sich von der Telenovela "Anna und die Liebe" ableitet. Und wäre das nicht schon Vorgabe genug, ist sie noch ein zweiter Teil, der unmittelbar an meine erste FF AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn" anschließt, so dass es förderlich ist, diese gelesen zu haben.

Wenn ihre diese begünstigende Bedingungen erfüllt habt, gibt es eigentlich nichts mehr zu sagen, außer vielleicht ..., dass ich hoffe, auch bei dieser zweiten FF, euren Zuspruch zu finden.

Liebe Grüße von mir, und ganz viel Spaß!

Katha

Ach so, da fällt mir noch was ein.
Es sei noch gesagt, dass ich die Teile, die ich hier poste zuvor nochmal überarbeite, so dass sich leichte sprachliche Veränderungen ergeben können, oder auch mal ein Satz hinzugefügt oder weggelassen wird. Die Handlung bleibt aber die gleiche. Wink

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Zuletzt von katha am Sa Feb 09 2013, 22:44 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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katha

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BeitragThema: "1"   Sa Feb 09 2013, 22:26

Und los geht´s! Very Happy
***************************

Es war bereits dunkle Nacht in Berlin, als ein junges Paar Hand in Hand das Flughafengebäude verließ. Sie waren schweigsam, sie spürten wie sich das Paradies, in dem sie sich die letzten zwei Tage befunden hatten, langsam auflöste, und sie sich gezwungenermaßen der Realität wieder annähern mussten.
Anna und Tom waren auf dem Rückweg von Sardinien, wo sie das Wochenende verbracht hatten. Nach einer, so wie es schien, ewigen Zeit, hatten sie es endlich geschafft zueinander zu finden. Dieses Mal hatten sie nicht nur einen innigen Moment mit einander geteilt, wie es in der Vergangenheit schon öfter vorgekommen war, sondern sich ihrer gegenseitigen Liebe versichert.
Sie hatten lange Gespräche geführt, in denen sich viele Irrungen und Wirrungen der vorangegangenen Wochen aufgeklärt hatten und sich ansonsten ganz ihrer gelösten und zärtlichen Stimmung hingegeben. Sie wären gerne dort geblieben um noch länger ihrer neu gefundenen Liebe zu frönen, aber in Berlin warteten Aufgaben auf sie, die leider keinen Aufschub duldeten.

„Wie machen wir denn jetzt weiter?“ fragte Anna, als sie auf dem Beifahrersitz von Toms Porsche Platz genommen hatte. Sie verließen gerade das Flughafen-Parkhaus, und Anna betrachtete den schönen Mann neben ihr von der Seite, während sie selbst überlegte was ihre eigene Vorstellung davon war. Will ich, dass gleich alle davon erfahren? fragte sie sich selbst. Carla wird mir vermutlich die Augen auskratzen und das ist für meine Arbeit wohl nicht sehr dienlich ... Toms Blick war starr geradeaus gerichtet, scheinbar war auch er in seine Gedanken vertieft. „Tom?“ fragte sie nochmal. Er schaute kurz zu ihr rüber und prompt verzog sich seine vorher unbewegte Mimik zu einem strahlenden Lächeln. Er griff nach ihrer Hand. „Ganz ehrlich? Am liebsten würde ich der ganzen Welt erzählen, wie glücklich ich bin!“ Als er vor einer roten Ampel stehen bleiben musste, beugte er sich schnell rüber und drückte Anna einen zärtlichen Kuss auf die Lippen, was seine Worte eindrucksvoll unterstrich, und Anna strahlte zurück. „Du hast recht, eigentlich müsste man so ein Glück teilen…“. „Aber? ... Du hast Bedenken ...“ hakte er nach, während er weiter fuhr. „Ich frage mich, ob es für die Arbeit nicht von Vorteil wäre, wenn wir es erst einmal für uns behalten. Bis zu den Fashion Days ist nicht mehr lang hin, und es ist noch so viel zu tun…“ Tom nickte zustimmend, wenn auch noch nicht überzeugt. „Du sprichst von Carla?“ fragte er grimmig, und Anna nickte, was Tom nicht sehen konnte weil er sich auf den Verkehr konzentrieren musste. Aber er brauchte auch keine Antwort. Der Missmut, den er gegenüber seiner Ex-Verlobten empfand, machte sich breit in ihm und ließ ihn kurz schnauben, „Wenn ich ehrlich bin, ist mir Carla echt schnuppe, du weißt ja gar nicht, was …“ Er bracht erschrocken ab, und tadelte sich selbst für seinen Ausbruch. Halt die Klappe du Idiot. Das mit dem vorgetäuschtem Unfall muss Anna echt nicht erfahren. Sie hat es sowieso schon schwer genug mit Carla. Und das Wissen um eine weitere Intrige macht es bestimmt nicht besser. Anna hielt ihre Augen unentwegt auf sein Gesicht gerichtet, aber das verriet wieder mal gar nichts. „Was weiß ich nicht?“ vernahm er das leise Grollen neben sich, offensichtlich hatte er den wunden Punkt schon getroffen, denn Anna reagiert auf alles was mit Carla zusammen hing sehr sensibel, hatte sie doch schon so einge unschöne Dinge erlebt, für die ihre Kollegin verantwortlich war. „Ach nichts, du hast schon recht. Es ist sicherlich nicht sehr förderlich für eure Zusammenarbeit." lenkte Tom schnell ein und konnte sich einen Zusatz nicht verkneifen, der natürlich durch seinen Wissensvorsprung begründet war. "Obwohl, du kannst ganz schnell weglaufen wenn was ist. Sie humpelt ja immer noch mit ihrem Gips durch die Gegend,“ kicherte er. Anna schaute ihn mit hochgezogen Augenbrauen an und fragte ungläubig, „Sind sie da mein Chef?", bevor sie ihn leise tadelte. "Das war jetzt aber nicht sehr nett. Für ihren Unfall konnte sie doch wirklich nichts.“ Sie wusste gerade nicht, ob sie mit kichern oder sich über eine so taktlose Bemerkung aufregen sollte. Aber da die läpsche Bemerkung an ihre ärgste Widersacherin gerichtet war, beließ sie es dabei und grinste verstohlen in sich hinein.
„Also, behalten wir es erst einmal für uns?“ frage Anna nach. Tom nickte und fügte, sich im voraus entschuldigend, hinzu. „Ich kann dir wohl nicht versprechen, dass ich mich nicht verrate.“ Jetzt kicherte Anna „Du meinst es könnte auffallen, dass der sonst so sauertöpfisch dreinblickende und übelgelaunte Tom Lanford plötzlich weiß wie man lächelt?“ fragte sie keck, und erntete prompt einen Klaps aufs Bein. „Hey, so schlimm bin ich gar nicht.“ Anna zog wissend die Augenbrauen hoch. „Ich kann mich an Zeiten erinnern, da warst du noch viel schlimmer. Unterschätz mal nicht deine Außenwirkung, mein Lieber.“ Tom musste erneut an einer Kreuzung halten und nutzte die Zeit des Wartens um seine Freundin eingehend zu mustern, ehe er fragte, „Aber du bist dir sicher, dass du mit diesem, wie sagtest du so schön, sauertöpfisch guckenden und übelgelaunten Menschen zusammen sein willst?“ Anna drehte sich zu ihm, und rutschte, mit einem süffisanten Grinsen auf den Lippen, ein Stück näher an ihn heran. „Ich kenne ja mittlerweile die ein oder andere Taktik, dieses Gesicht durch ein ganz anderes abzulösen.“ Sie lächelte verführerisch und ließ ihre Hand über Toms Oberschenkel streichen. „Weißt du, dass du ein kleines Luder bist?“ zischte Tom leise, bevor er sie zärtlich küsste. Ein lautes Hupen holte sie in die Welt zurück. Tom erschrak und wollte sogleich weiter fahren, aber da sprang die Ampel schon wieder auf rot. Auch Toms Gesicht errötete, aber dann wendete er sich wieder Anna zu und sagte gelassen „Na dann haben wir ja noch Zeit für einen weiteren Kuss“ Anna lachte laut auf. Sie liebte diesen gelösten Tom mit seinem trockenen Humor.

Kurze Zeit später parkte Tom vor der Goldelse und knurrte ein „Wir sind da“ vor sich hin. Anna löste den Sicherheitsgurt und lächelte ihn entschuldigend an. „Sei nicht böse, ich möchte heute Nacht einfach gerne Zuhause schlafen. Meine Eltern warten sicherlich schon auf mich, schließlich wussten sie gar nichts von der Verlängerung meines Auslandsaufenthaltes.“ Tom stieg widerwillig aus und öffnete ihr die Tür, bevor er ihren Koffer aus dem Auto nahm. Anna konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Er wirkte wie ein trotziger Junge, dem man sein Kuscheltier wegnehmen wollte. Sie nahm ihn an die Hand und zog ihn zu sich. „Hey, ist doch nur heute Nacht. Morgen früh sehen wir uns doch schon wieder.“ Sie hatte die Arme auf seine Schultern gelegt und küsste ihn sanft. Tom brummte nur, er wollte die Nacht nicht alleine verbringen, er wollte neben ihr einschlafen und neben ihr aufwachen. Er fühlte sich jetzt schon einsam, aber er wollte sie auch nicht bedrängen. Letztlich nahm er sie in den Arm und erwiderte ihren Kuss voller Leidenschaft. Zumindest einen richtigen Gute-Nacht-Kuss hatte er sich wohl verdient. Anna löste sich von ihm, bevor ihr die Sinne völlig schwanden, und sie ihren Entschluss doch noch rückgängig machen würde. „Schlaf Schön, … und träum von mir.“ flüsterte sie, während ihre Stirn an der seinen lag. Tom nickte. „Ich liebe dich“ flüsterte er ihr zu, bevor er sich von ihr los eiste und schweren Schrittes zu seiner Autotür ging.

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So Feb 10 2013, 12:50

Hach, wie ist das doch wunderbar, die beiden so gelöst und verliebt zu erleben. Man möchte ihnen wirklich von Herzen wünschen, dass das für immer so bleibt. Wenn da nur nicht der olle Drachen wäre ...

Klasse, dass du den Wünschen deiner Leser gefolgt bist und auch diese Story hier postest. Ansonsten würde echt was fehlen ...

Ganz liebe Grüße,
Mini

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katha

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BeitragThema: "2"   Mo Feb 11 2013, 23:38

Ach Mini, für manche Leser tut man doch fast alles.

Und so siehts dann aus, am nächsten Morgen
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Am nächsten Morgen lag die junge, blonde Frau tief eingekuschelt in ihrem Bett und umschlang ein Kissen, als ob es ihr Liebster wäre. Der Wecker klingelte und sie drehte sich mit einem unwilligem Brummen genervt auf den Rücken. Die Nacht war viel zu kurz gewesen, auch wenn sie tief und fest geschlafen hatte. Langsam öffnete sie die Augen und kniff sie sogleich wieder zusammen, denn die Helligkeit überfiel sie viel zu schnell. Sie realisierte, dass die Sonne bereits am Himmel stand und sie freundlich begrüßte, als ihr Handy auf sich aufmerksam machte. Einen Moment verzog sie irritiert das Gesicht, setzte sich dann plötzlich auf. Oh nein, habe ich etwa verschlafen, dachte sie voller Erschrecken und drückte schnell die Annahmetaste des Telefons. „Ja, Hallo? Anna Broda hier.“ „Guten Morgen mein Schatz, hast du gut geschlafen?“ säuselte es an ihrem Ohr und der Schreck wich einem Strahlen, das mit der Sonne um die Wette leuchtete. Sie ließ sich entspannt wieder in die Kissen zurück fallen. „Ach du bist es! Ich wünsche dir auch einen schönen guten Morgen.“ Tom saß auf seinem Sessel und endlich war er von seiner Qual erlöst. Er hatte seit er wach war im Minutentakt zur Uhr geschaut und darauf gewartet, dass es endlich halb acht wurde und seine Angebetete aufstehen musste, denn er wollte unbedingt ihre Stimme hören. Die letzte Nacht hatte er sich schlaflos von einer Seite auf die andere gedreht, weil er sie so sehr vermisst hatte. „Du hörst dich überrascht an? Mit wem hast du gerechnet? Sollte ich da was wissen?“ Er lächelte, denn er kannte die Antwort bereits. „Ach Quatsch, wer sollte mich zu so einer unchristlichen Zeit anrufen? Ich war nur noch nicht ganz wach und habe befürchtet, dass ich verschlafen hab.“ Es tat so gut seine Stimme zu hören, Anna nahm sich ein Kissen und drückte es sich in die Arme. Es war ein schwacher Trost, wollte sie doch eigentlich den gut gebauten und überaus hübschen Mann im Arm halten, den sie lediglich durchs Telefon vernehmen konnte. „Obwohl…, so ein paar kleine Geheimnisse, können einer Frau ja nie schaden“ fügte sie scherzhaft hinzu, und hätte sich sogleich dafür in den Hintern treten können, als sie hörte, wie Tom genervt den Atem ausstieß. „Meinst du nicht Geheimnisse hatten wir die letzte Zeit genug?“ hörte sie den ernüchterten Tonfall ihres Liebsten. Sie schloss die Augen und schüttelte leicht den Kopf. Anna du bist so ein Trottel, schimpfte sie mit sich. „Hey, entschuldige. Du hast ja recht.“ räumte sie ein. „Ich freu mich auf jeden Fall riesig dich zu hören.“ Tom entspannte sich wieder, er war vielleicht ein wenig übersensibel, nach den vielen Missverständnissen der letzten Zeit. Und schließlich hatte er den Anstoß für ihre Bemerkung selbst gegeben. „Du hast mir heute Nacht gefehlt…“ jammerte er, „… mein Bett ist viel zu groß für mich alleine. … Und jetzt müssen wir arbeiten, und ich habe keine Ahnung, wie ich den Tag überstehen soll ohne dich in den Arm nehmen zu dürfen.“ Anna verstand die Qual, die aus seinen Worten sprach nur zu gut, denn auch sie wollte es sich gar nicht vorstellen, wie der Tag laufen sollte. „Wir schaffen das“ machte sie ihm und gleichsam sich selbst Mut, und als Belohnung verspreche ich dir, dass ich mich den heutigen Abend und die nächste Nacht nur dir widmen werde. Ist das ein Ansporn?“ Tom saß mit geschlossenen Augen in seinem Sessel und lächelte selig, bei dem Gedanken an die gemeinsamen Stunden, die sie ihm versprach. „Hmm, das hört sich in der Tat verlockend an. Ich werde mich also zusammen reißen müssen.“ murmelte er, und hörte prompt ein Kichern aus dem Hörer. Es fühlte sich einfach wunderbar an, aber trotzdem musste er seinen Pflichten nachgehen. „Na gut, ich muss dann mal los. Es ist viel liegen geblieben in den letzten zwei Wochen. Wir sehen uns in der Firma? Bis gleich!“ „Ja, wir sehen uns gleich. Ich muss mich jetzt auch mal sputen.“ Anna schickte noch einen Kuss in den Hörer bevor sie auflegte. Sie umschloss das Handy und drückte es sich an ihre Brust, als sie mit einem, wie in Zement gegossenem Lächeln an die Decke sah. Nun startest du also in ein Neues Leben, gemeinsam mit Tom Lanford, deiner zweiten großen Liebe dachte sie beseelt, bevor sie sich aufraffte um sich den neuen Herausforderungen zu stellen.

Tom saß an seinem Schreibtisch und hatte bereits den ersten Schwung Bestellungen und Aufträge weg gearbeitet, als sein Blick wieder einmal auf dem leeren Schreibtisch Annas ruhte. Er lächelte in sich hinein, denn nach einer kurzen Rückversicherung auf seiner Uhr, wusste er, dass sie gleich erscheinen würde. Er hatte sich, nach seiner Ankunft in dem noch ruhigen Atelier, schnell in sein Büro begeben um die Ruhe vor dem Sturm zu nutzen. Es würde ein turbulenter Tag, da war er sicher, und nun wartete er voller Unruhe auf seinen Vater, um mit ihm die aktuelle Lage noch einmal abzuklären. Tom öffnete seine Bürotür und wollte zum Empfang treten, als ihm prompt Carla über den Weg lief. Er konnte sich einen kurzen genervten Blick nicht verkneifen, ehe er sie professionell freundlich begrüßte. „Guten Morgen Tom,“ strahlte sie ihn an, und er fragte sich wie sie nach allem was passiert war, so freundlich und offensichtlich hoffnungsvoll auf ihn zugehen konnte. Denn diese Freundlichkeit war mehr als nur das. Die hübsche Designerin war an ihn herangetreten. „Hattest du ein schönes Wochenende? Das Wetter war herrlich, oder? Du warst doch bestimmt ausgiebig joggen.“ Tom schaute skeptisch auf ihr liebliches Lächeln. Was will diese Schlange von mir? Sie hat es echt immer noch nicht kapiert, dachte er genervt. „Ich weiß zwar nicht, was es dich angeht, aber ich hatte tatsächlich ein sehr schönes Wochenende. Aber gibt es vielleicht was Berufliches zu besprechen, denn ansonsten würde ich gerne weiter arbeiten.“ Er sah sie auffordernd an, und sie schien unter seinem kühlen Blick ein wenig zu schrumpfen. „Ja natürlich. Kannst du mir sagen wie es jetzt mit meiner Kollektion weiter geht? Bis wann braucht Bruno meine endgültigen Entwürfe?“, fragte sie mit leicht gerötetem Kopf. Schon wieder hatte Tom sie auflaufen lassen, und ihrer Verzweiflung und Wut weitere Nahrung gegeben. Tom hatte sich mittlerweile Steffi zugewand, die am Empfang stand. „Guten Morgen Steffi, ist mein Vater schon im Haus?“ Diese deutete auf das „Bruno ist out“ –Schild und schüttelte entschuldigend den Kopf. „Gut, ich möchte ihn gerne sprechen, wenn er kommt, können sie ihm das bitte ausrichten?“ Steffi nickte, und Tom drehte sich erneut zu Carla, die immer noch auf eine Antwort wartete. „Ich vermute, dass wir gleich ein Meeting haben, bei dem Bruno alles weiter mit uns bespricht, also musst du dich noch einen Moment gedulden.“ Mit diesen Worten wollte er sich wieder in sein Büro begeben, als er seinen Namen vernahm. „Herr Lanford, wollen sie die Presse von heute gleich mitnehmen?“ Tom drehte sich um und warf einen Blick auf die Zeitschriften, die auf der Empfangstheke auslagen. Anna! durchfuhr es seinen Körper. Sie schaute ihn von fast jedem Titelblatt an. Und so sehr er sich auch über ihren Anblick freute, verzog sich sein Herz auch sogleich schmerzhaft, denn natürlich hatten es sich die Journalisten nicht nehmen lassen, sich vor allem über die ‘Beziehung’ zwischen Anna und Peer auszulassen. Und das Foto, dieses sich küssenden Paares war leider der ideale Aufhänger. „Lassen sie mir bitte einen Pressespiegel von Natascha erstellen, da lese ich dann ja alles Wichtige." Er ging schleunigst in sein Büro und ließ sich auf seinen Stuhl sinken. Auf Sardinien hatten Anna und er das Thema Peer ausgeblendet. Sie waren so glücklich gewesen, sich gefunden zu haben, dass sie wohl beide Angst hatten, dieses Glück zu trüben. Tom jetzt reiß dich zusammen. Für diese Bilder gibt es bestimmt eine ganz simple Erklärung. Anna will dich, dass hat sie dir doch deutlich genug gesagt und gezeigt… Und alles andere ist egal. Er versuchte sich zu überzeugen, indem er an die zärtlichen Stunden auf Sardinien zurückdachte. Er lächelte, Nein, das kann sie mir nicht vorgemacht haben und sie hat es gesagt, sie liebt mich.
Während Tom noch darüber nachdachte, betrat Bruno schwungvoll sein Büro. „Guten Morgen Tom, du wolltest mich sprechen?“ begrüßte ihn sein sehr enthusiastisch wirkender Vater. Auch er hatte einen Stapel Zeitschriften unter dem Arm und Tom wand sich innerlich, dass er sich wohl noch öfter mit ‘Anna und Peer’ auseinandersetzen müsste. „Guten Morgen Papa! Du bist voller Tatendrang, wie ich sehe?“ Bruno strahlte übers ganze Gesicht. „Ja, die Aussichten sind doch perfekt.“ Er ließ den Stapel Zeitschriften auf den Tisch fallen und setzte sich Tom gegenüber. „Anna hat uns jede Menge gute Publicity eingebracht und somit sind wir für die Fashion Days in aller Munde. Eine spitzen Ausgangsposition, wenn du mich fragst.“ Tom nickte, „Ja Anna hat nach Peers Aussage gute Arbeit geleistet. Und was hältst du von dem Kleid?“ Bruno schaute ihn fragend an. „Erkennst du das nach deinen langen Jahren hier, immer noch nicht? Es ist perfekt, weil es das besondere Etwas hat.“ Tom lächelte, als er an die Interpretation Peers dachte. … „es geht um die Persönlichkeitsentwicklung. Und es geht um Liebe…“ hatte er gesagt. „Tom?“ drang es an das Ohr des Juniors. Er riss sich aus seinen Gedanken und schaute verwirrt auf. „Na, zumindest scheint es dich zum Träumen anzuregen“ grinste Bruno breit. „Und sonst? Ist alles gut bei dir?“ Tom nickte lächelnd, als er Brunos Blick folgte, der sich auf das küssende Pärchen richtete. Er verstand den Wink, hatte aber keine Lust darauf einzugehen und so kehrte er zum Geschäftlichen zurück. „Wann findet das Meeting statt?“ Bruno blickte auf die Uhr und begab sich zur Tür. Schon fast draußen antwortete er immer noch breit grinsend „In einer halben Stunde. … Ich liebe es positive Nachrichten zu verbreiten“. Tom schmunzelte kopfschüttelnd, und wollte sich wieder seiner Arbeit zuwenden, aber da sah er plötzlich Anna an ihrem Schreibtisch auftauchen. Sein Herz begann laut zu pochen und ein Strahlen zog über sein Gesicht, als ob die Sonne aufgegangen wäre, als sie sogleich den Blick hob und ihm lächelnd tief in die Augen sah. Nach einem kurzen Moment, den sich Anna gegönnt hatte, schaute sie sich jedoch erschrocken um, ob sie sich nicht sogleich verraten hätte, und Tom ärgerte sich schon jetzt darüber, sich auf dieses Versteckspiel eingelassen zu haben.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Di Feb 12 2013, 08:48

Ja ja, da ist er wieder, der Alltag. Und den zu meistern ist wohl etwas anderes als gemütlich auf Sardinien irgendwelchen verliebten Träumen nachzuhängen. Die beiden tun mir jetzt schon leid. Ich bin gespannt, wie lange diese Geheimniskrämerei anhält, bevor sie beide auffliegen. Sorgen macht mir dabei allerdings nur eines. Carla!

Ich freu mich auf mehr ...

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Di Feb 12 2013, 08:51

Hi Katha,

Die Story ist wirklich sehr sehr schön geschrieben. Ich kannte sie ja bis hier hin schon, aber es ist für mich auch so ein bisschen "Wiederreinfinden", weil ich ja wirklich längere Zeit gar nichts mehr damit am Hut hatte. idontknow Ich denke, bei mir lässt sie vielleicht doch noch was machen. Und bei deinen Storys werde ich mich jetzt auch wieder als mittteilungsfreudiger und nicht mehr als stiller Leser verhalten. Ebenso bei Minis Wink

Ich freu mich auch mehr von dir! Ach ja, es war gut, dass du mir geschrieben hast. super Auch dafür einen herzlichen Dank gib5

LG Staffi
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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Di Feb 12 2013, 10:14

Danke für deine lobenden Worte Smile
Da hast du ja noch ein bisschen Zeit dich wieder einzufinden, liegt doch noch die ganze Geschichte vor uns. Im AudL-Forum bin ich jetzt bei Teil 51, und hier werden es erfahrungsgemäß noch mehr Surprised Und fertig ist die Story ja auch noch nicht. Sie liegt jetzt nur schon seit Dezember brach, weil ich hier die Kurz-FF schreibe. Wird echt Zeit, dass es da mal weiter geht. Rolling Eyes

Ich finde es übrigens gerade ganz spannend, dass sich die AnTom-Storys doch durchaus mal ein wenig von der TN lösen. So, wie du das ja auch schon ganz fantastisch umgesetzt hast. Aber Minis neue FF finde ich auch sehr amüsant, ist mal was fanz anderes.

Mir gibt es wohl immer noch Sicherheit beim Schreiben, dass da ein Hintergrund ist, der nicht mehr komplett aufgebaut werden muss. Embarassed

So, genug philosophiert. Und ich habe mich gerne gemeldet, und freue mich sehr, dich wieder zu lesen. Ilikeit

LG, Katha

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BeitragThema: "3"   Mi Feb 13 2013, 12:13

Viel Spaß!
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Die Fahrstuhltür öffnete sich und Anna trat bis an die Tür. Sie blieb noch einen Moment mit pochendem Herzen stehen. Es fühlte sich an, wie damals bei ihrem ersten Besuch bei Lanford. Jetzt arbeitete sie schon seit über einem halben Jahr hier und eigentlich war sie auch ganz Zuhause in diesen Räumen und bei diesen Menschen. Aber nach dem letzten Wochenende war alles anders. Sie hatte ein wenig Angst vor dem neuen Tag. Sie war nicht mehr bloß eine Angestellte, sie war außerdem die ‘Freundin’ des Junior-Chefs. Es war ein seltsames Gefühl, da sie noch nicht so recht wusste wie sie mit dieser veränderten Situation umgehen sollte. Anna los jetzt, es ist alles wie immer. Geh einfach arbeiten und mach deinen Job. So wie sonst auch. Wir wollen es doch eh geheim halten, also ändert sich offiziell gar nichts, versuchte sie ihre Gefühle, die sie zögern ließen, zu verdrängen. Sie holte noch einmal tief Luft bevor sie endgültig das Atelier betrat.
Es war alles wie immer. Steffi begrüßte sie mit einem herzlichen Lächeln und Paloma war die Erste die auf sie zuschoss. „Hey!“ rief sie ihrer besten Freundin zu und nahm sie stürmisch in den Arm. „Hallo Palomi, Guten Morgen!“ Anna strahlte die Brünette mit vielsagendem Blick an, konnte sie es doch kaum erwarten ihrer besten Freundin, die offensichtlich vor Neugier fast platzte, von den neuesten Begebenheiten zu berichten. Aber bevor sie auch nur eine Andeutung machen konnte gesellte sich auch Virgin zu ihnen, und flötete mit einem neckischem Augenaufschlag und einem wissen Grinsen. „Hallo Anna, da bist du ja wieder. Du sorgst ja für ganz schönen Wirbel.“ Anna schaute, völlig überfahren von diesem großen Hallo, von einem zum anderen. „Was ist denn mit euch los?“ Haben sie bereits Wind davon bekommen, dass Tom und ich… aber bevor sie den Gedanken zu Ende führen konnte, fuchtelte Virgin mit einer Zeitschrift vor ihren Augen herum. „Peer und du? Das sind ja mal Schlagzeilen ...“ Sein Lächeln nahm eine verschwörerisch Note an, und Anna nahm ihm das Pressestück schnell aus der Hand und betrachtete das Titelblatt. Sie sah geschockt auf den Aufmacher ‘Das Modegenie Peter Berg und die erfolgreiche Jung-Designerin Anna Broda geben sich die Ehre!’ Daneben war im Großformat ein Foto von ihrem Kuss abgebildet. „Das ist aber auch ein toller Mann. Kein Wunder, dass du da schwach geworden bist.“ schwärmte Virgin weiter, und fächelte sich mit verträumten Blick ein wenig Luft zu. Anna hob abwehrend die Hände. „Lasst ihr mich erst mal rein kommen?“ Sie ließ die Beiden stehen und ging auf direktem Wege zu ihrem Schreibtisch. Noch bevor sie sich setzte schaute sie in Toms Büro und war erleichtert, als er ihr ein strahlendes Lächeln schenkte. Sie sah ihm für einen Moment tief in die Augen, ehe sie sich umschaute, ob sie auch keiner beobachtet hatte. Sie setzte sich und ordnete ihren Schreibtisch, während sich die Gedanken in ihrem Kopf überschlugen. Oh nein, ich hätte das am Wochenende klar stellen sollen. Hoffentlich verkriecht sich Tom nicht gleich wieder, wenn er von allen Seiten diese Nachrichten um die Ohren bekommt, schoss es ihr durch ihre Gedanken und sie hob vorsichtig ihren Kopf um erneut in sein Büro zu blicken. Aber Tom hatte sich seiner Arbeit zugewandt und beachtete sie gar nicht. Ob ich zu ihm gehen sollte, um das klar zu stellen, bevor es erneute Missverständnisse gibt? überlegte sie, als sie die liebreizende Stimme ihrer Kollegin vernahm. „Anna, ein Guter Morgen, nicht wahr? Ich muss ihnen gratulieren. Da hatten sie in Stockholm ja scheinbar auf ganzer Linie Erfolg.“ Carlas unechtes Lächeln, was sie bestimmt auf den Lippen hatte, wurde sogar über ihre Stimme transportiert. Anna verharrte einen Moment, bevor sie der Designerin zu ihrer Linken ihre Aufmerksamkeit zuteil werden ließ. Innerlich brodelte es schon wieder. Die bloße Anwesenheit dieser Person reichte schon aus, um sie an den Rande ihrer Beherrschung zu bringen. Sie betrachtete das Bild, das sich ihr bot. Carla saß mit ihrem Gipsbein an ihrem Schreibtisch und strahlte sie an, gleichzeitig hielt sie für einen kurzen Augenblick eine Zeitschrift in die Höhe. Anna erinnerte sich an Toms Bemerkung am Vorabend, die sie für einen kurzen Moment für unangebracht empfunden hatte, und grinste innerlich. Du Hinkebein, freu dich mal nicht zu früh. Dir habe ich schon lange den Rang abgelaufen. Und das nicht nur beruflich… dachte sie hämisch, antwortete aber im liebreizendem Ton und mit einem dankbaren Augenaufschlag. „Ja Carla, ich muss mich wirklich bei ihnen bedanken. Mit ‘Peter Berg’ zu…“ sie zögerte einen Moment, „… zu arbeiten, dass war echt toll.“ Dabei würde sie es aber auch bewenden lassen. Sollte diese dämliche Kuh doch glauben, dass da was gelaufen war. Aber sogleich wurde ihre kleine innere Befriedigung, wieder durch die Sorge abgelöst, dass Tom es auch glauben könnte. Sie beschloss sofort zu ihm zu gehen, als sie Bruno auf sich zusteuern sah. „Anna, sind sie bereit?“ fragte er sie begeistert, und wies ihr den Weg zum Konferenztisch. Die junge Designerin war schon wieder völlig entgeistert. Was geht denn hier heute ab? fragte sie sich verwirrt, aber natürlich folgte sie Bruno. Auch ihre Kollegen und Kolleginnen kamen heran. Scheinbar hatte man vergessen sie darüber zu informieren, dass ein Meeting einberufen worden war. Sie blieb abwartend stehen und beobachtete Tom und auch Carla, die sich wie in alten Zeiten, beide an den Konferenztisch platzierten. Tom sah sie einen Moment mit einem kaum vernehmbaren Lächeln an, das ihr Herz vor Freude hüpfen ließ, bevor er seine Aufmerksamkeit Bruno zuwendete, der gerade in die Hände klatschte, um die Menschenmenge zum Schweigen zu bringen.

„Guten Morgen, Guten Morgen! Schön, dass ihr alle hier seid. Es gibt einige Dinge, die ich euch mitteilen möchte.“ Er legte eine bedeutungsvolle Pause ein.
„Als erstes möchte ich mich bei Anna Broda bedanken, die nach meinen Informationen in Stockholm hervorragende Arbeit geleistet hat.“ Er bedachte sie mit einem stolzen Blick als er weiter sprach. „Anna, ihr Kleid ist wirklich fantastisch. Ich kann nur sagen – Das ist Lanford, meine Liebe.“ Anna strahlte bei diesem Lob aus dem Munde ihres Lehrmeisters. „Und die Publicity, die sie uns eingebracht haben, kann Lanford gut gebrauchen.“ Annas Blick wanderte etwas unsicher über die grinsenden Personen, die vermutlich irgend welche schlüpfrigen Gedanken in ihren Hinterköpfen jonglierten, bevor sie kurz Carlas aufgesetztes Lächeln streifte um letztlich bei Tom hängen zu bleiben. Er hatte sie scheinbar beobachtet, wendete den Blick aber ab, als sie zu ihm sah. Annas Herz schmerzte, als ob es mit Nadeln traktiert würde... . Aber ehe sie sich Gedanken machen konnte, ertönte Brunos Stimme wieder.
„Damit sind wir auch gleich bei unserem zweiten Thema. In zwei Wochen finden die Fashion Days statt, das wissen sie alle. Wir sind gut aufgestellt, haben aber noch jede Menge Arbeit vor uns. Wir werden dieses Jahr natürlich ‘Lanford Luxury’ und zusätzlich," wieder eine kurze Pause, "‘Zauberhaft by Lanford’ präsentieren.“ Ein leises Gemurmel ertönte, und Carlas Kopf schoss in sekundenschnelle zu Bruno. Sie öffnete den Mund um zu protestieren, aber sein Blick, der auf ihrem Gesicht ruhte, verhieß ihr den selbigen zu halten. Carlas Blick glitt für einen Moment zu Tom, aber ihr war wohl schnell klar, dass sie von dort keine Hilfe erwarten konnte, also wand sie sich wieder Bruno zu, der sie gerade ansprach. „Carla die Life-Kollektion wird sich diese Saison auf die Ausstattung unserer Läden mit Basic-Ware konzentrieren. Und du wirst diese als Grundlage nutzen, um uns für die nächsten Saison eine einschlagenden Kollektion zu kreieren.“ Carla war jegliche Farbe aus dem Gesicht entwichen und sie schnappte wie ein Fisch der auf dem Trockenen lag nach Luft, bevor sie den Mund endgültig schloss und mit Verbitterung den Blick von ihrem Chef abwendete. Anna war ehrlich erstaunt, dass Bruno auf die Life-Linie verzichten wollte, aber nach allem was sie gehört hatte, war wohl auch keine Grundlage für eine Kollektion zu erkennen gewesen. Carla tat ihr fast ein bisschen leid, ...aber auch nur fast. Bruno vernahm zufrieden, dass Carla keinen Aufstand proben wollte, und wendete sich wieder seiner erfolgreichsten Designerin zu.
„Anna,“ er bedachte sie mit einem durchdringenden Blick. „für sie gibt es noch eine besondere Herausforderung, denn ´Zauberhaft` hat den Zuschlag für die Eröffnungsshow erhalten.“ Jetzt war es an Anna tief Luft zu holen. Sie spürte wie ihr spontan die Knie weich wurden. Bilder des vergangenen Jahres schossen auf sie zu. Damals war Zauberhaft noch ihr eigenes, selbständiges Label gewesen. Und ihr Mann Jonas und sie hatten mit dieser ersten Modenschau auf einen erfolgreichen Start in die Modewelt gehofft. Auch damals sollten sie die Eröffnungsshow stellen. ... Bis dann alles ganz anders kam. Ihre Kollektion wurde gestohlen und als Jonas die Diebe aufhalten wollte, hatten diese ihn einfach über den Haufen gefahren und liegen lassen. Sie sah plötzlich Jonas vor sich liegen. Tod. Diesen Anblick würde sie wohl nie vergessen. Anna trat einen Schritt rückwärts und griff Halt suchend nach dem Tisch, der hinter ihr stand. Sie schloss für einen Moment ihre Augen, ehe diese hilfesuchend zu Toms wanderten, in dessen Blick für einen Moment seine Sorge um sie aufblitzte. „Anna, sie werden alle Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Am besten sie setzten sich gleich hin, um sich Gedanken über das Bühnenkonzept zu machen. Es muss überzeugen,“ hörte Anna Brunos mahnende Worte, die wie durch eine dicke Schicht Watte zu ihr drangen. Anna nickte paralysiert. Sie wusste, dass hier Professionalität gefragt war, auch wenn ihre Gefühlswelt gerade Kopf stand. Bruno ließ seinen Blick über seine Mitarbeiter schweifen. "Also, sie wissen was sie zu tun haben. Die nächsten zwei Wochen stehen ganz im Zeichen der Fashion Days. Wer nicht für ‘Luxury’ arbeitet, arbeitet für ‘Zauberhaft’. Bis auf dich natürlich, Carla.“ Die Menge wollte sich murmelnd auflösen als Bruno ein lautes „Halt“ in den Raum warf und alle wie erstarrt stehen blieben und sich ihm wieder zuwendeten. Wenn der Meister rief, hat man ja bekanntlich zu gehorchen.
„Ich war noch nicht fertig. Ich habe noch eine sensationelle Ankündigung zu machen“ hörten sie seine bedeutungsschwangeren Worte. „In einigen Wochen werden wir einen besonderen Gast hier in Berlin begrüßen dürfen. Wir haben gerade die Verträge unterschrieben. Es wird eine Kooperation geben zwischen ...“ er legte wieder mal eine kurze Pause ein, um die Spannung zu erhöhen, „Lanford und Peter Berg.“ Ein raunen ging durch die kleine Menge, und Anna lehnte sich jetzt endgültig erschöpft gegen den Tisch hinter sich. Das waren zu viele Neuigkeiten auf einmal. Sie freute sich, dass sie Peer so schnell wieder sehen würde, aber da war immer noch das Problem mit Tom. Wieder wanderte ihr Blick zu ihm, der sie wieder einmal zu beobachten schien. Aber dieses Mal war es eher Achtsamkeit, die aus seinem Blick sprach. Oh Mann, was denkt er wohl von mir? Anna spürte wie ihr Kopf vor Überforderung zu pochen begann. Hoffentlich kommt Bruno endlich zum Ende. Ich brauche dringend eine Pause,... und frische Luft... Sie rieb sich über ihr Gesicht und versuchte sich zu beruhigen und ihre überfordernden Gefühle wieder auf ein normales Maß zu regulieren. Aus der Ferne drang Virgins aufgeregte Stimme an ihr Ohr. „Peer kommt her? Wie aufregend!" Er klatschte begeistert in die Hände, "Und ihr beide werdet eine gemeinsame Kollektion entwerfen?“ diese Frage war wohl an Bruno gerichtete, der aber abwehrend die Hände hob. „Nein, nein, das überlass ich der Jugend. Peer wird mit Anna zusammen arbeiten.“ Dabei warf er Anna einen vielsagenden Blick zu. Anna schaute konsterniert zurück, obwohl diese Entscheidung eigentlich nicht überraschen konnte. „Mit mir?“ stotterte Anna leise, denn sie konnte sich gerade nicht wirklich freuen, obwohl es natürlich eine riesige Chance, und vermutlich auch eine große Freude sein würde. Sie sah erneut kurz zu Tom, ehe sie den Blick senkte. Nur am Rande bekam sie mit wie sich die Versammlung nun wirklich auflöste. Paloma trat an sie heran und nahm sie am Arm. „Komm, setz dich erst mal." "Magst du einen Tee?“ fragte sie fürsorglich, als Anna auf einem Hocker an der Sushi-Bar Platz genommen hatte und Tom hinterher sah, der gerade ihr Blickfeld verließ. Sie stützte ihren Kopf in ihre Hände und schloss die Augen, in denen Tränen brannten. Paloma, stellte den Tee vor ihr ab und setzte sich zu ihr. „Hey, was ist los? Das sind doch alles phänomenale Neuigkeiten. Geht es um die Eröffnungsshow? Wirft dich das so aus der Bahn?“ Anna nickte, und schüttelte sogleich den Kopf. Als sie Palomas verwirrtes Gesicht vernahm lächelte sie gequält. „Paloma, die Eröffnungsshow … Jonas... Tom und ich … Peer … oh verdammt ...“ Erneut legte sie ihren Kopf in ihre Hände. Paloma verstand nicht wirklich worum es ging, aber sie sah, dass das hier nicht der richtige Ort war darüber zu reden, denn im Hintergrund saß Carla und beobachtete die beiden Freundinnen mit Argusaugen. Die Spanierin legte Anna voller Sorge die Hand auf den Arm, „Sollen wir mal an die frische Luft gehen?“ Anna nickte ihr dankbar zu, und gemeinsam verließen sie zügig das Atelier.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Do Feb 14 2013, 08:49

Und da fluten auch schon wieder die Geschehnisse auf alle Beteiligten ein. Wenn ich nicht schon jetzt wüsste, wohin das alles führt, würde ich vor Neugier beinahe platzen. Aber gut, es ist wie immer ein Genuss, deine Worte zu lesen und ich werde es mit Freuden weitertun.

Bitte mehr von dieser Story.

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BeitragThema: "4"   Sa Feb 16 2013, 16:50

Hier ist ja heute mal richtig tote Hose. Na ja, ich hoffe mein nächster Teil findet trotzdem seine Leser.
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Tom hatte sich nach dem Meeting direkt in sein Büro zurück gezogen. Er hatte die Verunsicherung Annas gespürt, sowohl als es um die Eröffnungsshow ging, als auch als Bruno von Peer sprach, und es hatte ihm das Herz zerrissen sie so zu sehen. Er hätte sich selbst in den Hintern treten können, dass er sich auf diesen Deal mit der Geheimhaltung ihrer Beziehung eingelassen hatte, denn er hätte sie gerne neben sich gehabt um ihr irgendwie, wenn vielleicht auch nur durch seine Nähe, einen Halt geben zu können. Eigentlich hatte er sie sogleich nach dem Meeting in sein Büro bitten wollen,, um wenigstens jetzt für sie da sein zu können und auch um dieses unsägliche Thema ‘Peter Berg’ aus der Welt zu schaffen, aber da hatte Paloma, die wohl auch bemerkt hatte, dass es Anna nicht gut ging, sie schon mit sich gezogen.
Ich hätte Anna vorwarnen sollen. Ich habe es doch geahnt, dass das mit der Eröffnungsshow für sie nicht leicht wird. Tom stand an der Glaswand und beobachtete unauffällig Anna und Paloma , die an der Theke saßen und mit einander redeten. Anna machte keinen guten Eindruck. Und diese ‘Publicity‘? Dämliche Pressefuzzies… Er wollte sich nicht ernsthaft auf seine Zweifel einlassen, die ganz leise an ihm nagten. Dafür war er viel zu erfüllt von dem Glauben an ihre Liebe und ihre gemeinsame Zukunft. Sie hat mich gebeten in der Zukunft an ihrer Seite zu bleiben…, machte er sich selber Mut. Aber er fühlte sich elend, vor allem als er sah, wie Anna mit Paloma, ohne einen Blick in sein Büro zu richten, an ihm vorbei gingen und das Atelier verließen. „Warum gibt es diese verdammten ‘besten Freundinnen’?“ fluchte er leise vor sich hin und rieb sich über die Augen. Sollte er die Beiden alleine lassen und einfach abwarten, oder sollte er ihnen folgen? Paloma weiß doch vermutlich sowieso schon von unserem Wochenende auf Sardinien. Er lief in seinem Zimmer auf und ab und überlegte. Wir haben uns versprochen mit einander zu reden…, aber warum tut sie es nicht? Er wollte nicht schon wieder in ein tiefes Loch fallen. Aus dem Höhenflug heraus, auf dem er sich bis eben befunden hatte, würde das sicherlich eine sehr schmerzhafte Erfahrung werden, und mehr als ein paar blaue Flecken bedeuten.
Er öffnete seine Bürotür, um die beiden Frauen zu suchen, und hätte mit seiner stürmischen Art fast Carla umgerannt, die sich gerade auf dem Weg zu ihm befand. „Willst du mich jetzt komplett arbeitsunfähig machen?“ fauchte sie ihn an, als sie sich haltsuchend an ihm fest krallte. „Ich will mit dir sprechen.“ Tom verdrehte genervt die Augen „Was denn noch? Bruno hat eben alles gesagt, was zu sagen war.“ Carla hörte gar nicht darauf und drängte ihn humpelnd zurück ins Büro. Sie ließ sich in den Stuhl vor seinem Schreibtisch fallen und sah ihn mit biestigem Blick an. „Was soll das Tom?“ Dieser schloss unwillig die Tür, setzte sich hinter seinen Schreibtisch und fragte resigniert, „Was soll was?“ Carla beugte sich vor. „Wofür lässt du mich büßen? Warum bist du so zu mir? Nur weil ich ein einmaliges Stell-dich-ein mit meinem Gynäkologen hatte?“ Sie funkelte Tom wütend an. „Carla, ich habe dir bereits gesagt, dass ich mit dir nicht mehr über Persönliches reden werde. Das war mein voller ernst.“ Er schaute sie entschlossen und gleichzeitig entnervt an. „Also? Gibt es was Berufliches zu besprechen?“ Er würde sich auf dieses Niveau nicht mehr herab lassen, das hatte er sich fest vorgenommen, und außerdem hatte er überhaupt keine Lust auf Carla. Anna war wichtig, und diese war immer noch verschwunden. „Als ob man bei uns Privates und Berufliches trennen könnte“ zischte Carla zwischen ihren zusammen gepressten Zähnen hervor. Sie hatte offensichtlich Schwierigkeiten sich nicht völlig gehen zu lassen. „Ihr lasst mich doch gerade auflaufen, ohne dass es einen ‘beruflichen’ Grund dazu gäbe“. Jetzt zog Tom die Augenbrauen bis an den Haaransatz hinauf. „Keine beruflichen Gründe?“ Es lag unverkennbar Spott in seiner Stimme. „Carla, du weißt, dass meine Stärken nicht im Kreativen liegen, aber dass du schon seit geraumer Zeit keinen wirklich guten Entwurf mehr aufs Papier gebracht hast, das erkenne sogar ich.“ Carla suchte nach den passenden Worten um auf diese unglaubliche Aussage zu reagieren. Tom beugte sich ihr ein Stück entgegen und sprach versöhnlich weiter „Weißt du was? Kreative Krisen habt ihr doch alle mal. Die Basics die Bruno will, laufen dir doch trotzdem aus der Hand, und bis zur nächsten Kollektion findest du bestimmt neue Inspiration.“ Carlas Gemütsverfassung glich einer Teekanne, die kurz vorm Pfeifen stand. Das konnte sie einfach nicht auf sich sitzen lassen, sie wusste doch wer die Schuld an dieser Misere trug. „Kreative Krise…, Inspiration… Das ist doch alles Quatsch. Wenn ihr mir nicht ständig dieses dämliche Blondchen vor die Nase setzen und sie in den Himmel loben würdet, dann könntet ihr auch die Qualität meiner Arbeit erkennen.“ Toms Körper spannte sich spontan an und er musterte sie eingehend, während es gehörig in ihm brodelte. Er nahm seine Hände vom Schreibtisch, damit sie nicht sehen konnte, wie er sie vor Wut zusammenballte bis seine Knöchel weiß hervorstachen. War sein Ton bislang relativ freundlich geblieben, nahm seine Stimme jetzt einen gefährlichen Unterton an. „Wenn du mit dem dämlichen Blondchen Anna meinen solltest, darf ich dich daran erinnern, dass sie deine Kollegin ist. … Und, sie ist derzeit die erfolgreichste Designerin in unserem Hause. … Und, ich werde mir keine weiteren Unverschämtheiten von dir anhören." Tom kontrollierte sich mit aller Kraft, er würde ihr die Genugtuung, vor ihr aus der Haut zu fahren, nicht zuteil werden lassen. "Wenn du es nicht schaffst deine Zunge im Zaum zu halten, werde ich etwas dagegen unternehmen, das ist Mobbing, was du da betreibst. ... Sieh zu, dass du ordentliche Arbeitsergebnisse ablieferst, dann müssen wir solche Gespräche auch nicht mehr führen.“
Carla klappte der Mund auf. Sie war immer wieder aufs Neue perplex wie sich die Dinge gedreht hatten. Sie war immer überzeugt gewesen Tom irgendwie in der Hand zu haben und ihn lenken zu können, aber zurzeit fehlten ihr tatsächlich alle Mittel. Tom ging zur Tür und öffnete sie. „Könntest du mich dann jetzt bitte allein lassen.“ Sie stand auf und fauchte nur ein leises „Das wird euch noch leid tun.“ vor sich hin, bevor sie aus seinem Raum humpelte. Tom konnte sich nicht länger zurückhalten und gab ihr noch etwas mit auf den Weg. „Du kannst doch froh sein, dass du mit deinem ‘Gips’ nicht so viel laufen musst. Das wäre bei den Fashion Days ganz schön anstrengend geworden.“ Carla blieb einen Moment wie erstarrt stehen, und Tom befürchtete schon, dass sie zurück käme um ihm die Augen aus zu kratzen, aber sie konnte sich wohl gerade noch zurückhalten. Auf jeden Fall atmete sie einige Male tief ein und aus, bevor sie ihren Weg fortsetzte. Tom strich sich über sein Kinn und blies die Luft aus, die er schon eine Weile angehalten hatte. Gar nicht nett von dir, Tom Lanford, dachte er sarkastisch, als er die Tür wieder schloss.

Anna und Paloma waren auf das Dach des Lanford-Gebäudes getreten. Anna atmete erleichtert auf und sog gierig die Luft in ihre Lungen. Langsam schlenderten sie schweigsam bis an das andere Ende der Terrasse. Paloma betrachtete ihre Freundin besorgt, die nach und nach wieder zu einer halbwegs normalen Gesichtsfarbe zurückfand. „Jetzt erzähl mal, warum bist du so durcheinander?“ fragte die Spanierin und stellte sich direkt vor sie. Anna sah immer noch traurig und verwirrt aus. Aber sie erzählte drauf los. Von Stockholm, von dem Abend mit Peer und von Sardinien. Paloma hörte aufmerksam zu und unterbrach sie nur hin und wieder um eine Rückfrage zu stellen. Nach und nach hellten sich beide Gesichter auf, und als Anna geendet hatte, und zumindest für einen Moment glücklich strahlte, zog Paloma Anna in ihre Arme. Sie grinste über über das ganze Gesicht. „Anna, ich freu mich so! Endlich hat er´s geschafft über seinen Schatten zu springen. Und wehe er meint es nicht ernst, dann bekommt er es aber mit mir zu tun.“ Sie schaute Anna mit angriffslustig funkelnden Augen an. Anna erwiderte ihren Blick dankbar aber zugleich ein wenig gequält an. „Paloma was mach ich denn jetzt? Tom denkt doch bestimmt,...“ Paloma schüttelte unverständig den Kopf. „Mein Gott erzähl es ihm halt, ist doch nichts passiert. Und wenn ich dich richtig verstanden habe, kannte er diese Bilder und Schlagzeilen doch schon. Also was hat sich verändert?“ Anna nickte nachdenklich, aber ihr Körper war von einer wirklichen Beruhigung noch weit entfernt. Ihre Gedanken eilten unentwegt hin und her und plötzlich gesellten sich auch die Sorgen um die Fashion Days wieder zu ihrem Gefühlschaos hinzu, und lösten die nächste Fahrt für das Gedankenkarussell, das in ihr kreiste. Sie sprach noch eine ganze Weile mit Paloma, und diese versuchte wirklich alles, um Anna zu beruhigen. Aber Anna war zu sehr in sich gefangen, als dass sie für Palomas Worte wirklich zugänglich gewesen wäre.

Nachdem Tom Carla mehr oder weniger abserviert, und sich sein Gemüt etwas beruhigt hatte, überfiel ihn erneut die Unruhe, wo Anna wohl steckte. Er nahm sein Handy zur Hand und versuchte sie anzurufen, aber sie ging nicht ran. Genervt warf er das Telefon auf den Schreibtisch und rannte hinaus um Steffi zu fragen, ob sie wüsste wo sich die beiden jungen Frauen aufhielten, aber auch diese Antwort war leider negativ. Er durchpflügte sein Büro noch einige Minuten, dann hielt er es nicht länger aus, er musste irgendetwas tun. Er stieg in den Fahrstuhl, während er noch überlegte, wo er sie suchen könnte. Eigentlich können sie doch nicht soweit weg sein, Anna und auch Paloma haben doch jede Menge zu tun, überlegte er und trat aus dem Gebäude. Er schaute sich am Kanal um, konnte sie jedoch nirgends entdecken. Am Geländer lehnend sah er zum Hochhaus hinauf, auf dem er Anna das erste Mal begegnet war. Er lächelte, denn mittlerweile war das Dach so etwas wie ihr gemeinsamer Ort geworden, aber das half ihm gerade auch nicht weiter, er konnte sich nicht vorstellen, dass sie dorthin gegangen waren. Da hatte er eine plötzliche Eingebung. Vielleicht waren sie auf dem Dach des Lanford-Gebäudes. Dort hatte man in der Regel seine Ruhe, und dass sie einfach mal an die frische Luft wollten, schien irgendwie sinnvoll. Ein Versuch war es wert. Also betrat er rasch den Fahrstuhl und fuhr nervös hinauf. Es kam ihm vor, als sei der Fahrstuhl so langsam wie noch nie, und als er endlich auf die große Dachterrasse trat, schaute er sich aufgeregt um. Tatsächlich dort hinten in der Ecke sah er die beiden jungen Frauen stehen. Er atmete erleichtert auf und ging auf sie zu. Anna erschrak als sie ihn erblickte, und ihr irgendwie ängstlicher Blick durchbohrte schmerzhaft sein Herz. Am liebsten wäre er sogleich davon gelaufen, weil auch ihm ganz mulmig wurde. Warum hat sie nur solche Angst? Hat sie mir doch etwas Schlimmes zu sagen? fragte er sich. Er sah Paloma bittend an, und diese verstand sofort. Sie drückte Anna nochmal kurz an sich, ehe sie sich zurück zog.
Anna hatte Tom den Rücken zu gedreht und schaute in die Tiefe. Ihr war das alles so unendlich ,und sie hatte große Angst vor seiner Reaktion. Sie kannte ihn nur als eifersüchtigen und aufbrausenden Menschen und in der Vergangenheit hatte er sie meist fertig gemacht, bevor sie etwas zu ihrer Verteidigung vorbringen konnte. Sie erschrak erneut, als sich seine Arme um sie legten und sie sanft zu sich drehten. Er sah sie zärtlich an und bei diesem Blick begannen ihre Tränen nur so zu fließen. Ich liebe dich, schoss es durch ihre Gedanken. „Anna, was ist los?“ fragte er liebevoll. „Wir haben nicht darüber gesprochen, weil ich es nicht mehr wichtig fand, aber was war das mit Peer und dir?“ Anna schaute beschämt weg und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. „Tom es war…, es war gar nichts.“ Tom sah sie irritiert an und verspürte einen leisen Groll. „Gar nichts?“ fragte er zögerlich und das Bild, das er am heutigen Tag schon so oft vorgehalten bekommen hatte, schoss ihm durch den Kopf. Anna nickte. „Und mehr magst du mir nicht dazu sagen?“ Sie holte einige Male tief Luft während er sie genau beobachtete. Will sie mich jetzt verarschen? Sein inneres Grollen wurde immer deutlicher und er schloss einen Moment die Augen, um sich diesem Gefühl nicht hinzugeben. Er wollte doch nur, dass sie mit ihm redete. „Anna, bitte sprich mit mir.“ er schaute ihr erneut tief in die Augen. Aber Anna löste sich von ihm und drehte sich weg. Sie brauchte noch einen Moment um ihre Gedanken zu sortieren, bevor sie begann. Tom wollte sie erneut zu sich drehen, aber bevor seine Hände ihren Körper berührt hatten, ließ er sie wieder fallen. Die Enttäuschung in ihm war zu übermächtig und so trat er mit gesenktem Blick den Rückzug an. Anna hingegen, nahm endlich allen Mut zusammen und begann zu sprechen „Ich war so traurig, weil du verschwunden warst nach unserer Nacht… und dann hatten wir den ganzen Tag puren Stress. Bis nach der Modenschau standen wir echt unter einer riesigen Anspannung…“ endlich hatte sie die Kraft wieder gefunden sich Tom zu stellen. Sie drehte sich um und erblickte … nichts. Er war nicht mehr da. Sie schaute sich suchend um, und am Ende der Terrasse konnte sie gerade noch beobachten, wie ihr große Liebe mit hängendem Kopf das Gebäude betrat.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So Feb 17 2013, 10:59

So, nach dem dritten Anlauf, ist mein Läppi doch willig und gestattet mir, deine Fortsetzung zu lesen ...

Ach Mensch, da schaffen sie es endlich mal, dieses Thema anzugehen, und dann versteht Tom wieder alles falsch. Und Anna? Mensch, komm endlich in die Puschen. Tom weiß doch schon über den Vorfall Bescheid, warum also nicht einfach Klartext sprechen. Sowas führt doch nur zu Missverständnissen. Mannomann ... Ich hoffe, die beiden schaffen es noch, das Thema aus der Welt zu schaffen, ist ja nun wirklich kein Beinbruch ...

Freu mich auf die Fortsetzung, meine Süße ...

Dir noch einen schönen Sonntag.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mo Feb 18 2013, 18:55

Na Gott sei dank ist dein Läppi noch gnädig mit dir gewesen. Wink
Ja, ja, und da war es doch gerade so schön, und schon ziehen wieder Gewitterwolken auf, weil sie nicht einfach mal drauf losquatschen.
Aber vielleicht hat ja auch Anna die Erkenntnis, dass sie mal in die Puschen kommen muss. Wink

Liebe Grüße meine Süße
Katha

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BeitragThema: "5"   Di Feb 19 2013, 17:16

Eine kleine Fortsetzung für euch ...
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Anna ließ sich bekümmert am Geländer hinuntergleiten bis sie auf dem Boden saß. Nein verdammt, ich blöde Kuh. Er sucht mich, kommt extra zu mir, und ich?... Bekomm den Mund nicht auf. Warum? Es war doch gar nichts mit Peer. Warum habe ich nur solche Angst? Insgeheim wusste sie, dass sie einfach wahnsinnige Sorge hatte, dass Tom das Ganze falsch verstehen könnte, und sie alles zerstören würde, was sie am Wochenende gefunden hatte. Liebe, Glück, Vertrauen, Hoffnung, … Anna, er vertraut dir, ansonsten hätte er doch schon am Samstag wissen wollen, was es mit diesen Bildern auf sich hat. Du musst vertrauen. Es ist doch ein Leichtes ihm alles zu erzählen, also los jetzt… Anna raffte sich auf. Sie musste handeln, sofort, … ansonsten wäre der Tag, und wer weiß was noch alles, gelaufen. Sie machte sich auf den Weg und betrat kurze Zeit später das Atelier. Sie wollte sogleich zu Tom ins Büro gehen, als Steffi sie aufhielt. „Anna, du kannst da jetzt nicht rein. Hr. Lanford hat gleich eine Besprechung. Und er hat ausdrücklich gesagt, dass er vorher nicht mehr gestört werden will." Unwillig blieb sie einige Meter vor seiner Bürotür stehen, obwohl sie sich nichts mehr wünschte als Steffi zu ignorieren, und zu Tom durchzustarten. Natürlich will er nicht mehr gestört werden. Wahrscheinlich zweifelt er gerade an allem, …nein nicht an allem, nur an einem, nämlich an mir…, dachte sie verzweifelt, und überlegte einen Augenblick was sie tun könnte ... Okay, dann halt anders, beschloss sie. Schnell schritt sie zu ihrem Schreibtisch. Gott sei dank war Carla nirgends zu sehen, das machte es leichter. Sie kramte ihr Handy aus ihrer Tasche und schrieb schnell eine SMS.
Entschuldige, bin völlig durch den Wind! Darf ich es dir erklären?,

Sie schickte sie ab, und sah mit laut klopfendem Herzen in Toms Büro um ihn zu beobachtete. Er saß da und hielt eine Mappe in der Hand. Aber sein Kopf war starr geradeaus gerichtet und schien sich mit anderen Dingen zu beschäftigen, als mit irgendwelchen Kalkulationen oder Verträgen. Dann schaute er irritiert auf seinen Schreibtisch. Wahrscheinlich hatte sein Handy gerade ihre Nachricht angekündigt. Er nahm es zur Hand und schaute dann zu Anna. Sein Gesichtsausdruck traf die junge Designerin bis ins Mark, denn es zeigte tiefe Enttäuschung. Jetzt lies doch endlich, dachte sie, und als ob er ihre Gedanken gehört hätte, schaute er auf das Telefon. Anna hielt gebannt die Luft an, die wenigen Sekunden, bis er wieder zu ihr schaute, kamen ihr vor wie eine Ewigkeit. Sie rutschte nervös auf ihrem Stuhl herum, als säße sie auf heißen Kohlen, aber dann wendete sich Tom ihr wieder zu, und die Enttäuschung in seinem Gesicht wich einem vorsichtigen Lächeln. Anna fiel ein ganzer Felsbrocken vom Herzen, und sie stieß erleichtert die Luft wieder aus, aber Tom schüttelte entschuldigend den Kopf und zeigte nach einem kleinen Schulterzucken auf seine Uhr. Anna nickte ihm verstehend zu. Hauptsacher, er hatte ihre Botschaft verstanden und sie würden dieses Problem, das eigentlich gar keines war, bereinigen. Ihre Blicke waren ineinander geheftet, und dieser kleine Moment gab Beiden für einen kurzen Augenblick das Gefühl der Nähe, die sie sich so sehr wünschten. Aber da wurden sie schon unterbrochen, denn Toms Bürotür öffnete sich und Bruno betrat mit einem weiteren Mann den Raum .

Anna beobachtete die Geschehnisse vor sich noch einen Moment, und raunte sich selbst ein mutmachendes „Alles wird gut“ zu, als sie einen Block zur Hand nahm. Aus den Augenwinkeln hatte sie nämlich gesehen, dass Enrique und Paloma auf sie zukamen, also hieß es, sich zu konzentrieren und sich der Arbeit zu widmen. Und da hörte sie auch schon Enriques vorsichtige Frage, "Sollen wir loslegen?“ Anna lächelte ihn an, „Ja, ich bin bereit. Setzen wir uns an den Konferenztisch?“ Die nächsten Stunden verbrachten die Drei damit sich Annas Entwürfe und ihr Konzept eingehend zu betrachten, und gemeinsam sammelten sie Ideen für die Bühnenshow. Sie waren völlig vertieft in ihre Arbeit, als Tom an den Tisch herantrat. „Und, habt ihr schon erste Ergebnisse?“ Anna zuckte zusammen als sie seine tiefe Stimme vernahm. Sie konzentrierte sich einen Moment, um ihre aufwallenden Gefühle im Griff zu behalten, bevor sie aufschaute und sogleich von den wunderschönen Augen des Mannes gefesselt wurde, der ihre Zukunft sein sollte. Einen kurzen Moment verharrten die Beiden in ihrem einvernehmlichen Blick, bis sie sich schweren Herzens auf die Situation besannen, und in die Runde schauten. Enrique, der die Lage offensichtlich nicht durchschaut hatte, offenbarte locker den Stand der Dinge. „Wir haben gute Ideen, aber das Konzept steht noch nicht. Wenn du uns den Rest des Nachmittags überlässt, können wir dir morgen früh was vorlegen.“ Tom schaute von einem zum anderen und überlegte was er tun sollte. Eigentlich hatte er gehofft, Anna unter einem Vorwand in sein Büro holen zu können. Aber die Arbeit hatte nun einmal Vorrang. „Ok, dann sehen wir uns morgen früh. Noch viel Erfolg.“ Paloma hatte Enrique unterm Tisch einen Tritt verpasst, aber der sagte nur laut „Aua“, schaute sie verwirrt an und zuckte unwissend mit den Schultern. Bis er endlich verstanden hatte, was sie ihm mitteilen wollte, war Tom dann auch schon verschwunden. Mist dachte Anna und schaute ihrem Chef einen Moment missmutig hinterher, ehe sie sich nicht mehr ganz so gut gelaunt wieder dem Bühnenkonzept widmete.

Tom überlegte frustriert, was er tun sollte. Es lag noch genügend Arbeit auf seinem Tisch, aber er wusste, dass er sich nur schwerlich konzentrieren können würde, solange Anna in seiner Nähe war, aber die Dinge zwischen ihnen nicht wieder gerade gerückt waren. Kurzerhand packte er sich einige der Mappen, die er zu bearbeiten hatte, in seine Tasche und verließ das Atelier.
Zuhause lief er wie Falschgeld durch seine Wohnung. Immer wieder stand er gedankenverloren am Fenster, nur um sich kurze Zeit später in seinen Sessel zu fletzen. Den ganzen Tag hatte er sich an seinen euphorischen Gefühlen vom Wochenende festzuhalten versucht, an dem Glück und der Liebe, die er verspürt hatte. Aber jetzt kam er nicht mehr gegen seine nagenden Zweifel an. Er hatte eigentlich keine Angst wegen der Presseberichte, aber es verunsicherte ihn zunehmend, warum Anna nicht mit ihm geredet hatte. Seine Nervosität stieg stetig an, da sie sich immer noch nicht gemeldet hatte. Er versuchte sich mit Arbeit abzulenken, aber auch das funktionierte nicht. Schlussendlich zog er sich seine Sportklamotten an. Sit ups, Liegestützen, und letztlich noch eine Einheit am Boxsack brachten doch immer noch mehr für seinen Seelenfrieden, als alles andere. Nach und nach schaltete sich sein Kopf ab, und er machte wie in Trance immer weiter, bis er vor Erschöpfung fast zusammen brach. Anschließend schleppte er sich unter die Dusche. Er hob den Kopf, und genoss die heißen Wasserstrahlen auf seinem Körper. Sie linderten ein wenig seine körperlichen Schmerzen und weckten seine Lebensgeister wieder, als er plötzlich etwas hörte.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mi Feb 20 2013, 07:39

Ja und wie gehts nun weiter. Da ist man schön im Lesefluss drinne und dann? Abbruch ... und das noch an der spannendsten Stelle. Was ist denn da nun. Also, bitte meine Liebe Katha, mach ganz schnell weiter ...

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mi Feb 20 2013, 09:42

Ja,ja,ja. Ich dachte, lieber ein kleiner Teil zum neugierig machen, als gar keiner. Smile
Die Fortsetzung gibt es wahrscheinlich heute Nachmittag. Razz
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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Do Feb 21 2013, 00:47

Oh maan ... Enrique hätte ich am liebsten eine geknallt ... dass der aber auch nix checkt! ...

Jajaa Tom und Sport ... das er damit aber auch immer übertreiben muss, wenn mal was nicht nach ihm geht ... ich meine gut ... man kann ja trainieren um sich von quälenden Gedanken zu befreien ... aber doch nicht so doll das Mann fast zusammenbricht! No

Aber ich freue mich schon auf den nächsten Teil ... vor allem da ich als Suchti schon noch einigermaßen weiß wie es weiter geht! Smile Razz

Mach bitte schnell weiter, ja!? Habenwollen

Liebe Grüßeee.
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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Do Feb 21 2013, 07:42

Wo ist denn nun die Fortsetzung ???

Ich warte ...

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Do Feb 21 2013, 14:48

Nicht, dass ihr beide irgendwie ungeduldig wärt, oder? Cool

Mini, ich dachte mir, die andere Story interessiert vielleicht noch brennender, und beide hat nicht geklappt. Vor allem, weil ich abends einfach viel zu platt war, noch was zu machen. Sleep

Aber ich versuche es jetzt, also, seid gespannt...

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BeitragThema: "6"   Do Feb 21 2013, 15:40

So, da gibt es dann auch noch den gestern versprochenen Teil. Cool
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Im Atelier nahm das Bühnenkonzept nach und nach Gestalt an. Enrique hatte den Laptop vor sich stehen und versuchte auf Anweisungen von Anna und Paloma, ihre Ideen in eine komprimierte und umsetzungsfähige Form zu bringen. Nach einer weiteren halben Stunde, grinste er seine Kolleginnen zufrieden an. „Fertig! Gute Arbeit Mädels. Wie sieht´s aus, trinken wir noch einen zusammen?“ Anna sah auf die Uhr. Verdammt schon 19:00 Uhr. Jetzt hab ich doch nicht mehr mit Tom geredet. Am besten rufe ich ihn gleich an und frage ob wir uns irgendwo treffen können. Anna sah verwirrt zu Enrique, der ihr vor dem Gesicht rum wedelte. „Uuund? Kommst du noch mit in die Ego-Bar?“ Anna schüttelte den Kopf. „Ne, sorry, ich bin echt platt. Geht ihr mal, und trinkt was für mich mit. Wir sehen uns dann morgen.“ Sie ging zu ihrem Platz, packte ihre Tasche und wollte gerade gehen, als sie im letzten Moment einen Umschlag auf ihrem Schreibtisch liegen sah, der mittags noch nicht da lag. Mit gerunzelter Stirn sah sie ihn sich genauer an. Er war schwer, und …, ihr Herz begann deutlich zu pochen, denn sie erkannte, dass es Toms Schrift war mit der „Anna Broda“ darauf geschrieben stand. Nervös nestelte sie an dem Umschlag herum und riss ihn schließlich kurzerhand auf. Sie drehte den Brief um und ein Schlüssel fiel ihr in die Hand. Sie schaute etwas verwundert, ehe ihr Blick von einem Zettel eingefangen wurde, der gerade zu Boden schwebte. Sie hob ihn auf und las.

Heute Abend in Ruhe?
Ich bin Zuhause.
Tom

P.S. Ich freu mich


Anna las den Zettel nochmal, und nochmal, und schaute zwischendurch auf die Schlüssel in ihrer Hand. Sie freute sich riesig. Das war ein klares Zeichen, das er ihr schickte. Wenn er nicht davon überzeugt wäre, dass sich alles aufklärt, hätte er mir mit Sicherheit nicht seine Schlüssel gegeben! War sie vorher schon guter Dinge gewesen, wusste sie nun mit Sicherheit, dass alles gut würde.
Schnell machte sich auf den Weg in die Goldelse um sich frisch zu machen und umzuziehen. Ihre Sorge war zwar noch nicht ganz verschwunden, aber der Glaube an ihre gemeinsame Liebe überragte alles andere. Zumindest in diesem Moment.

Als sie endlich vor Toms Wohnung stand überlegte sie ob sie klingeln sollte, aber nahm dann doch den Schlüssel und schloss mit zittrigen Fingern die Tür auf. Sie betrat die Wohnung, stellte das Essen ab, das sie wohlweislich mitgebracht hatte, und sah sich um. Außer der Wohnungseinrichtung und einem Boxsack, der mitten im Raum schwang, war sie alleine. Sie wusste nicht recht was sie tun sollte. Also rief sie erst einmal „Tom?“ und nochmal etwas lauter „Tom?“ Nachdem auch darauf keine Antwort zu vernehmen war, legte sie auch ihre Jacke und die Tasche ab, und schaute vorsichtig um die Sichtwand in den hinteren Bereich der Wohnung. Sie erblickte ein riesiges Bett, das sie sogleich in ihren Bann zog. Bilder blitzten durch ihr Gehirn und ein Kribbeln verbreitete ein sehnsüchtiges Gefühl in ihr.
Genau in diesem Moment öffnete Tom die Tür zum Schlafzimmer und blieb wie angewurzelt stehen. Anna!, dachte er erleichtert. Er hatte sich so sehr gewünscht, dass sie tatsächlich auftauchen würde, aber gleichzeitig hatte ihn die Sorge, dass sie es nicht tat, nicht wirklich los gelassen. Und jetzt war sie da, und betrachtete in sich gekehrt sein Bett. Er schmunzelte, als er ein leises Seufzen vernahm, konnte er sich ihre Gedanken doch lebhaft vorstellen.
„Jetzt wüsste ich ja gerne, was du gerade denkst,“ sagte er amüsiert, als er aus der Tür trat. Anna sah ihn erschrocken an. Sie fühlte sich, als sei sie bei einer Missetat erwischt worden. Ihr Kopf wurde innerhalb kürzester Zeit hochrot und sie suchte wieder einmal vergebens nach ihrer Sprache, um eine passende Antwort zu finden. Sein Anblick konnte der peinlichen Situation leider auch keine Abhilfe schaffen. Nachdem sie anfangs in seine belustigt glänzenden Augen geschaut hatte, wurden diese nämlich unmittelbar von der Erscheinung seines restlichen Körpers angezogen. Wow, war das einzige, was ihr, scheinbar zu einer Hormonzelle zusammengeschrumpftes, Gehirn zu denken bereit war. Er sah einfach umwerfend aus. Seine Haare hingen ihm nass und wirr ins Gesicht, auf seinem Oberkörper glitzerten noch vereinzelte Wassertropfen und um seine Hüfte hatte er lediglich ein Handtuch gebunden. Anna zwang sich, ihren Blick auf seiner Wanderung nirgends verweilen zu lassen, und ihm wieder ins Gesicht zu schauen. Aber auch dieser Anblick machte es nicht besser. Denn sein zum dahinschmelzen verschmitztes Lächeln, zeigte ihr sehr deutlich, dass sich Tom seiner Wirkung auf sie sehr wohl bewusst war. Mit voller Kraftanstrengung riss sich Anna von seinem Anblick los, und dirigierte sich zurück ins Wohnzimmer. „Zieh dir ruhig was an, ich bin im Wohnzimmer“ rief sie, und ließ sich auf das Sofa fallen. Man Anna, wie peinlich ist das denn? dachte sie, während sie sich bemühte ihren rasenden Puls in den Griff zu bekommen.
Kurze Zeit später betrat auch Tom den Wohnbereich. Seine Haare und sein Oberkörper waren nicht mehr so nass wie zuvor, aber immer noch unbekleidet. Lediglich den Lendenschurz hatte er gegen eine Hose getauscht. Anna hatte ihm einen kurzen Blick zugeworfen, ehe sich auf den den Inhalt seines Wandregals konzentrierte, dem sie gegenüber saß, nur um seiner Anziehung nicht zu erliegen bevor sie mit ihm geredet hatte. Tom kam zu ihr und stellte zwei Gläser Wein auf den kleinen Beistelltisch und sagte mit entschuldigender Stimme. „Ich hoffe du magst Rotwein trinken. Ansonsten habe ich leider nur Wasser da.“ Seine Unruhe vom frühen Abend hatte sich mit der gerade erlebten Situation in seinem Schlafzimmer völlig aufgelöst. Deutlicher hätte sie ihm nicht zeigen können, dass er ihr alles andere als egal war. Sie liebten sich, und das war alles was zählte. Er hockte sich vor sie und sah ihr in die Augen. „Weißt du auf was ich mich schon den ganzen Tag freue?“, fragte er Anna mit einem liebevollen Lächeln auf den Lippen. Anna schaut ihn völlig verwirrt an. „Tom, ich will erst … „ versuchte Anna erst das Pflichtprogramm zu erledigen, aber da wurde der Rest ihres Satzes durch seine Lippen unterbrochen, die sich auf ihren Mund legten und sie innig küssten. Anna japste nach einigen Momenten auf, und zog sich zurück. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals und ihre Gedanken waren schon fast auf dem Weg ins Nirwana. „Stopp“ Sie legte Tom entschlossen die Hand auf den Mund, als er sie erneut mundtot machen wollte. „Bist du gar nicht sauer?“ fragte sie ihn jetzt ehrlich überrascht. Tom schaute sie leicht verlegen an, denn er fand es selbst etwas seltsam, dass ihn die Geschehnisse des Tages eigentlich kaum noch interessierten. „Ganz ehrlich? Ich möchte schon wissen, was das alles zu bedeuten hat, diesesr Kuss, deine Reaktion heute, aber…“ er schüttelte mit hochgezogener Augenbraue und einem Blick, der Anna gleich wieder dahinschmelzen ließ, den Kopf. „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es so dramatisch ist. Zumindest hoffe ich das." fügte er leise hinzu. Er holte Luft und stieß sie nach einem kurzen Moment des Innehaltens wieder aus. " Anna, ich liebe dich,… und nach den letzten zwei Tagen…“ Dieses Mal war es Anna, die sein Gesicht in die Hände nahm und zu sich zog. Sie küsste ihn zärtlich, bevor sie ihm tief in die Augen sah, und an seinen Lippen flüsterte „Womit habe ich dich nur verdient?“ Tom lächelte sie liebevoll an. „Du bist du, das ist mehr als genug.“ Sie lehnte sich zurück und schloss kurz die Augen. Dann beugte sie sich erneut zu ihm und drückte ihm einen schnellen Kuss auf. „Was war das denn jetzt?“, fragte er verwirrt. Anna lächelte, „Das war ein Dankeschön.“ Tom griemelte ein leises „Bitte“ vor sich hin, und strahlte. Dann fasste sich Anna endlich ein Herz. „Und genau sowas war es auch, was auf dem blöden Bild zu sehen ist.“ Tom zog fragend die Augenbrauen in die Höhe. „Wie jetzt?" Anna lächelte ihn verlegen an. „Peer und ich waren nach dem ganzen Stress der Modenschau auf dem Hafenfest. … Und weißt du, ... seit unserer Nacht in Leipzig, ne, seit du dich am nächsten Morgen aus dem Staub gemacht hast, war ich das erste Mal wieder fröhlich und hatte einfach nur Spaß. Es fühlte sich so gut an, einfach mal alles zu vergessen.“ Ihr Gesicht bat ihn um Verzeihung „Und dann habe ich Peer einen solchen Knutscher aufgedrückt, wie dir gerade. Das war alles.“ Anna lächelte ihren Liebsten gequält an, und der war ziemlich sprachlos. „Wegen so einem… Kuss haben wir uns so einen Stress gemacht?“ fragte er ungläubig. Anna nickte. „Der Fotograf hat mit diesem Bild vermutlich den Sechser im Lotto gezogen. … Das er genau diesen Moment getroffen hat, ist mir sowieso unbegreiflich,“ sagte sie genervt. „Und als heute Morgen alle mit diesem Bild in der Hand auf mich zugestürmt kamen, war ich echt überfordert.“ Sie schaute verlegen beiseite. „Ich hatte Angst, dass du die falschen Schlüsse ziehen würdest, na ja, wie am Samstag…“ Tom rückte näher an sie heran und versuchte ihren Blick auf sich zu lenken. „Du sagst es, ... das war Samstag. Ich dachte eigentlich seit dem hätten wir vieles geklärt. Warum hast du nicht einfach mit mir gesprochen?“ Anna traute sich kaum ihr anzuschauen, sie wusste ja, dass sie dieser Situation hätte vorbeugen können. „Ich wollte es ja, aber ehe ich zu dir gehen konnte, stand ich auch schon im Meeting und alle grinsten mich so wissend an ... . Und dann noch die Geschichte mit der Eröffnungsshow, und dass Peer herkommt, um mit mir eine Kollektion zu entwerfen… Ich war einfach völlig durcheinander.“ Bedröppelt sah sie auf ihre Hände, die sich zu einem Knoten zusammen gefunden hatten. Tom musterte sie nur einen winzigen Augenblick, ehe er sie tröstend in den Arm nahm. „Ich weiß, das mit der Eröffnungs-Show ist für dich nicht leicht. ... Aber weißt du was? Ich werde immer an deiner Seite sein, und wenn es hilft, werde ich dich auch einfach in den Arm nehmen. Mir ist es ehrlich gesagt total egal, ob es Carla oder sonst irgend jemanden stört.“ Er löste sich wieder von ihr und blickte ihr ernst in die Augen. „Ich liebe dich, und nur du zählst.“ Anna kuschelte sich an ihn und atmete erleichtert aus. „Ich liebe dich, weißt du das?“ Tom nickte stolz, und drückte sie fest an sich, und so verharrten sie für eine kleine Ewigkeit. Es schien, als wollten sie sich nie wieder los lassen, nach diesem Tag, der ihnen gezeigt hatte, welch ein empfindliches Pflänzchen ihre Liebe noch immer war. Erst als ein lautes Knurren erklang löste sich Anna von Tom „War das dein Magen?...“ Sie schaute in Toms verlegenes Gesicht und strahlte plötzlich. „Na, dann war es wohl eine gute Idee von mir etwas zu Essen mitzubringen.“ Toms Gesicht leuchtete auf. „Du liest mir die Wünsche von den Augen ab, was könnte mir besseres passieren.“
Es dauerte nicht lange, bis zwei leere Teller auf dem Tisch standen und das junge Paar entspannt auf dem Sofa lag. Anna hatte ihren Kopf auf Toms Beinen abgelegt und genoss mit geschlossenen Augen seine sanften Liebkosungen. „Und was machen wir jetzt?“ fragte Tom, der sich unglaublich wohl fühlte. „Du siehst müde aus, willst du schlafen gehen? … Du bleibst doch heute hier, oder?“ Anna lächelte zu ihm hinauf und nickte. „Das habe ich dir doch heute morgen versprochen." Dann überlegte sie einen Moment, ehe sie weitersprach "Schlafen hört sich verlockend an, … aber ich glaube, noch verlockender finde ich etwas anderes.“ Sie richtete sich auf und krabbelte auf seinen Schoß. Ihre Finger glitten sanft über seine muskulösen Oberkörper und ihre Lippen liebkosten seine Schulter und zogen mit kleinen Küssen eine heiße Bahn bis zu seinem Ohr, in das sie flüsterte. „Ich möchte nach diesem doofen Tag spüren, dass ich da bin, … und du, …und wir zusammen gehören." Tom, der bereits ein tiefes Brummen von sich gegeben hatte, hob, bei diesem offensiven Vorstoß seine Liebsten, erstaunt die Augenbrauen, aber freute sich, denn ihm selbst ging es nicht anders. Also nahm er sie auf den Arm und ging mit ihr in den Schlafbereich, wo er sie neben seinem Bett vorsichtig absetzte und mit rauer Stimme flüsterte. „Ich glaube, ich habe da eine Idee, wie ich dir diesen Wunsch erfüllen kann.“ Dabei ließ er seine Hände sanft von den Schultern über ihre Brüste zu ihrer Hüfte gleiten, um ihr einen Moment später das T-Shirt über den Kopf zu ziehen. „Aha, und du denkst unsere Vorstellungen stimmen überein?“ antwortete Anna mit einem verführerischem Lächeln, und strich ihrerseits über seinen Hosenbund, bevor sie ihn schubste und er mit einem lauten „Hey“ aufs Bett fiel.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Fr Feb 22 2013, 08:00

Hihihihihi ... Hola hola hola ... und wiedermal hörst du an der spannendstens Stelle auf. Ich fand es toll, dass die beiden endlich ein paar klärende Worte gesprochen haben, bevor sich jeder noch gefrustet in sein Schneckenhaus zurückzieht. Jetzt kann es nur noch besser werden ...

Na ja, gut, wir werden sehen ... bei dir weiß man ja nie (ich vergesse jetzt einfach mal, dass ich die Geschichte schon kenne )

LG, Mini

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BeitragThema: "7"   Do Feb 28 2013, 16:28

So, da kommt doch auch von mir mal wieder was. Wie ich finde, ein sehr netter Teil.
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„Guten Morgen mein Schatz“ hörte Anna leise an ihrem Ohr, und räkelte sich zufrieden, bevor sie sich der Welt und dem Mann, der sie gerade so liebevoll weckte, zuwendete. „Guten Morgen“ ließ sie leise vernehmen und lächelte glücklich. Tom setzte sich zu ihr und nahm das Tablett vom Nachttisch, das er gerade vorbereitet hatte. „Oh, Frühstück im Bett." brummte Anna genüsslich, "da könnte ich mich dran gewöhnen.“ Sie raffte sich auf und lehnte sich gegen das Betthaupt, ehe sie ihrem Liebsten einen dankbaren Kuss gab. „Verwöhn mich nicht zu sehr, sonst wirst du mich nie wieder los.“ grinste sie ihn mit einem verschwörerischen Augenaufschlag frech an. „Wer sagt denn, dass ich das möchte?“ konterte Tom verschmitzt. Er nahm ein Croissant, das er schon in der Bäckerei geholt hatte, und hielt es ihr vor das Gesicht. Als sie gerade verzückt darauf schaute und hinein beißen wollte, steckte er es sich selbst in den Mund und versuchte kauend und lachend ihren empörten Angriff abzuwehren. Eine Weile saßen sie noch zusammen und feixten glücklich miteinander, bevor sie sich dann doch sputen mussten, um pünktlich zum angesetzten Meeting bei Lanford zu sein.

Im Fahrstuhl des Lanford-Gebäudes nahm Tom seine Liebste noch einmal in den Arm und küsste sie sehnsüchtig. „Ich hoffe der Tag geht ganz schnell vorbei, und wir können da weitermachen, wo wir gestern aufgehört haben. raunte er ihr zu. „So so, ... wer sagt denn, dass ich heute Abend Zeit für dich habe?“ fragte Anna schelmisch, zwischen ein paar kleinen Küssen, während sie gleichzeitig zur Stop-Taste des Aufzugs lugte, und versucht war darauf zu drücken, denn sie hatte gar keine Lust sich von diesem Mann zu trennen, der ihren Puls schon wieder bedenklich in die Höhe getrieben hatte. „Ich sage das, du kleines Biest. Immerhin bin ich dein Chef.“ Anna trat ein Stück zurück, schaute ihn von oben bis unten an und sagte dann in kühlem Ton. „Na dann, einen Schönen guten Morgen Herr Lanford“ Tom schaute sie bestürzt an, und ließ schnell seine Arme nach vorne schnellen um sie eiligst wieder an sich zu ziehen. „Ok, ok, erst in 20 Sekunden,“ murmelte er, und gab ihr einen weiteren leidenschaftlichen Kuss, ehe der Aufzug zum Stillstand kam. Schnell stoben sie auseinander und Anna fuhr sich noch einmal schnell durch ihr Haar. „Wir sehen uns dann gleich im Meeting!“ ließ Tom geschäfsmäßig verlauten, bevor er auf direktem Wege in seinem Büro verschwand. Anna trat zu Steffi und begrüßte sie mit strahlenden Augen. „Guten Morgen Anna, na du siehst aber heute Morgen glücklich aus,“ gab die Empfangsdame zurück, während sie die Post , die sie gerade sortierte liegen ließ. „Ja, läuft ja gerade auch alles gut! Und dann noch das schöne Wetter da draußen...“ antwortete sie überzeugt, „da kann man ja nur gut gelaunt sein. Hast du Post für mich?“ Steffi schüttelte den Kopf „Nein, für dich war heute nichts dabei, … obwohl?“ Sie schaute auf einen Brief der handschriftlich adressiert war „… der hier, der ist für dich!“ Anna nahm den Umschlag, der so gar nicht nach Geschäftspost aussah, und schaute verwundert darauf, als sie zu ihrem Schreibtisch ging. Hinter sich hörte sie die verhasste Stimme ihrer Kollegin Carla, die ebenfalls, und das auf wesentlich uncharmantere Art, nach ihrer Post verlangte. Gott sei Dank kommt sie jetzt erst. Wenn wir im gleichen Aufzug hoch gefahren wären, hätte das den schönen Morgen total zerstört, dachte Anna, während sie sich mit einem kurzen Blick in Toms Büro, der auch sogleich mit einem liebevollen Lächeln quittiert wurde, an ihren Arbeitsplatz setzte. Carla, die sich auch auf den Weg zu ihrem Tisch gemacht hatte, beobachtete Anna mit argwohn, während diese einen Briefumschlag öffnete und auf eine Foto und eine kurze Notiz schaute, die sie stolz lächeln ließ.
Da ist sie schon wieder, dieses unscheinbare Geschöpf. Ich frage mich, was sie alle an ihr finden. Blondchen mit großen Titten, und alle Männer spielen verrückt. Und dieses naive Lächeln, es ist einfach unglaublich!
Carla knallte ihre Post auf den Tisch und ließ sich umständlich auf ihrem Hocker nieder. Mit einem Gipsbein, war das wohl nicht die optimal Sitzgelegenheit. „Einen schönen Guten Morgen Carla“ begrüßte Anna sie. Sie wollte sich doch nicht nachsagen lassen, dass sie unfreundlich sei. Carla beantwortete diese herzliche Offensive mit einem verkniffenen Lächeln und kramte ihren Skizzenblock heraus, um sich an die in ihren Augen völlig unwürdige Aufgabe zu machen, die man ihr auferlegt hatte.
Einen kurzen Moment später sah Anna Tom schon aus seinem Büro kommen, und schnell suchte sie ihre Unterlagen fürs Meeting zusammen. „Und Anna, können wir?" fragte Tom sie mit seinem charmanten Lächeln, als er an ihren Schreibtisch heran trat. "Ich bin ganz gespannt, ich habe deine Entwürfe ja noch gar nicht gesehen.“ Anna lächelte ihn wissend an. „Na ja, du warst ja auch nicht da“ sagte sie, steckte das Foto noch kurz in den Umschlag und nahm ihre Unterlagen, um ihm zum Konferenztisch zu folgen. Als kurze Zeit später auch Paloma, Enrique, Bruno und Virgin am Tisch Platz genommen hatten, konnte es los gehen. Anna holte ihre Entwürfe heraus, die sie mittlerweile ins Reine gezeichnet hatte, und eröffnete nochmal die Grundidee ihrer Kollektion.
„Jeder Mensch sucht nach seinem eigenen Weg im Leben. Manche finden ihn ohne zu zögern, schnell und sicher, andere verirren sich und brauchen länger um für sich selbst zu klären, welches der richtige Weg ist." Anna schaute in die interessierten Gesichter der Zuhörenden und versank sogleich in Toms Augen als sie auf sein wissendes Lächeln stieß. Sie riss sich schnell wieder von seinem Anblick los und konzentrierte sich auf ihre Aufgabe.
"Es geht darum, man selbst zu sein. Sich wohl zu fühlen, bei den Dingen die man tut, bei den Herausforderungen, die man meistern muss. Egal ob bei ganz alltäglichen Dingen, wie dem Einkauf, der Arbeit oder dem Arzttermin, oder auch bei besonderen Anlässen. Einem wichtigen Meeting“ dabei lächelte sie in die Runde. „einem Geschäftsessen oder zu offiziellen Terminen. Die Frauen, die meine Kleidungsstücke tragen, sollen ihren eigenen Weg finden und ihn überzeugt verfolgen. Deshalb trägt der Name der Kollektion, zugleich eine Aufforderung und eine Feststellung in sich. ‘My Way’ „ Anna lächelte gespannt auf die Reaktionen in die Runde. Alle schauten zufrieden, und Toms Gesicht war für einen kurzen Moment jene Verzückung zu entnehmen, die er häufig verspürte, wenn Anna voller Begeisterung und Inbrunst über ihre kreativen Ideen sprach. „Was ist das Highlight der Show? Haben sie ein besonderes Kleid als Glanzpunkt auserkoren?“ frage Bruno schließlich. Anna überlegte kurz und stimmte dann zu, „Hmm, eigentlich haben sie recht. So etwas fehlt noch.“ Tom sah von seinem Vater zu Anna. „Wie wäre es mit dem Kleid von Stockholm? Das ist wirklich etwas Besonderes. ... also, soweit ich das beurteilen kann.“ Er blickte Anna mit einem kaum vernehmlichen Lächeln an, und sie musste spontan an die Situtation zurück denken, in dem sie Tom und Peer über das Kleid reden hörte. Aber da wiegelte Bruno schon ab. „Das stimmt, das Kleid ist wirklich toll, aber zweimal das Gleiche, das geht nicht. Ich dachte eher an ein Hochzeitskleid. Das passt doch gut zum Thema. Auch da entscheidet man sich für einen Weg.“ Anna schaute erstaunt auf, und traf auf Brunos erwartungsvolles Lächeln. Dann ließ sie den Blick über Palomas breit grinsendes Gesicht hinweg zu Tom gleiten, der sie mit einem abwartenden Gesichtsausdruck bedachte. Sie merkte, dass sie rot wurde und schaute verlegen auf ihre Entwürfe. Wie kommt Bruno denn jetzt auf Hochzeitskleid? Ist das eine Anspielung? schoss es ihr durch den Kopf, aber dann besann sie sich eines besseren, denn schließlich war es nicht unüblich eine Show mit einem Wahnsinns-Abendkleid oder eben einem Hochzeitskleid zu beenden. Also nickte sie zustimmend. „Ich lass mir was einfallen. Ich setzte mich gleich dran.“
Nachdem Enrique das Bühnenkonzept erläutert hatte, wurde das Meeting aufgelöst, und wie zufällig blieben Tom und Anna noch an der Sushibar stehen, um sich einen Kaffee zu holen. „Ein Hochzeitskleid also ...,“ sagte Tom feixend zu Anna, und diese war versucht ihn für seine freche Anmerkung in die Seite zu zwicken, konnte sich aber gerade noch zurück halten, schließlich standen sie inmitten des Ateliers. Stattdessen schaute sie ihn völlig unberührt an an, und zuckte lapidar mit den Schultern. „War nicht meine Idee. … Und für die Kunst tut man doch alles.“ Tom war in der Zwischenzeit um die Theke gegangen, und reichte ihr den Kaffee, den er gerade bereitet hatte. Er sah ihr für einen Moment lächelnd tief in die Augen. „Bitteschön Frau Broda, der erste Kaffee ist natürlich für sie. Nicht, dass die Kunst noch leidet. ... Das will ich auf keinen Fall verantworten“ Anna schmunzelte. „Wenn das so ist, würden mir noch einige andere Dinge einfallen, die meine Kunst fördern ...,“ sagte sie verschwörerisch. Tom schaute sich kurz um, und schüttelte dann bedauernd den Kopf, "Zu viele Menschen," seufzte er theatralisch auf. „Ich befürchte, weiter Wünsche werden erst nach Feierabend entgegen genommen. ... obwohl…,“ er überlegte einen Moment, und grinste dann frech, „dann bin ich für die Kunst ja gar nicht mehr zuständig. Vielleicht wünsch ich mir dann was ...“ Er blinzelte ihr verschmitzt zu, als er seine Tasse nahm und sich mit einem leisen „Bis gleich!“ verabschiedete. Anna blieb noch einen Moment an der Theke sitzen und hing ihren Gedanken nach, während sie die ersten Schlucke des leckeren Kaffees genoss. Es war gut, dass sie dem Atelier den Rücken zudrehte, denn das Grinsen, das ihr Gesicht dominierte, hätte sie wohl auch kaum unterbinden können. Aber letztlich zwang sie sich doch zurück in die Realität und machte sich wieder an die Arbeit.

Als Tom sein Büro betrat, betrachtete er ein altbekanntes Bild, und schüttelte innerlich den Kopf, denn Bruno saß mal wieder wie selbstverständlich hinter seinem Schreibtisch. „Na, du kennst den Weg in dein Büro ja doch noch?“ begrüßte der Vater seinen Sohn. Tom ließ sich entspannt in den Sessel sinken und fragte belustigt. „Warum? Hab ich meine Anwesenheitspflicht vernachlässigt?“ Er nippte entspannt an seinem Kaffee, und Bruno setzte sich auf, und musterte seinen Sprössling eingehend, bis er sich ganz sicher war. Er ist tatsächlich wieder da, der Tom von früher. Trocken, herzlich, locker. Ich könnte Anna knutschen...Ob er es zugibt? „Was gibt’s denn?“ fragte Tom nach, dem es langsam unangenehm wurde, so taxiert zu werden, und außerdem hatte er auch noch einige Arbeit zu erledigen. Bruno lehnte sich wieder zurück. „Und, was hältst du von Annas Arbeit?" fragte er, und Toms Blick flog bei der Erwähnung ihres Namens, wie ferngesteuert durch die Glaswand zu ihrem Arbeitsplatz. Das prompte Strahlen, dass sich bei ihrem Anblick auf sein Gesicht zauberte, realisierte er dabei einen Ticken zu spät, um es vor seinem Vater verbergen zu können, auch wenn er es sofort wieder aus seinem Gesicht wischte. Bruno grinste breit, während er ihn beobachtete, und als Tom dann über sein amüsiertes Gesicht stolperte, sagte Bruno voller Zufriedenheit „Habt ihr es also endlich geschafft?“ Er formulierte es als Frage, aber eigentlich war es eine Feststellung. Mist, durchschaut, dachte Tom, der sich wieder im Griff hatte und versuchte ahnungslos zu tun. „Was meinst du?“ fragte er schulternzuckend. Brunos Grinsen intensivierte sich so sehr, dass es schon fast zu einer Grimasse wurde. „Ich freu mich für euch!“ sagte er, bevor er kopfschüttelnd aufstand, und Tom im hinausgehen noch kurz auf die Schulter klopfte. Tom drehte sich um, "Ähmm, was wolltest du denn eigentlich?", aber Bruno schüttelte nur lächelnd den Kopf und machte eine abwinkende Handbewegung, er hatte offensichtlich alles erfahren, was er wollte. Tom schaute ihm schmunzelnd hinterher. Ja ja, du hast es ja schon immer gewußt alter Herr, dachte er belustigt. Er umrundete seinen Schreibtisch, nicht ohne erneut zu Anna zu schauen, die ebenso gut gelaunt wie er es war, auf ihre Skizzen schaute. Er zückte sein Handy und schrieb ihr. „Wir sind aufgeflogen. Bruno. Ist aber auch kein Wunder, wenn du die ganze Zeit grinst wie ein Honigkuchenpferd. Ich liebe Dich!“
Anna hörte ihr Handy piepsen, und kramte hektisch in ihrer Tasche danach. Als sie den Absender der eingegangenen Nachricht erkannte, hüpfte ihr Herz einen Moment in die Höhe. Verliebt lächelnd öffnete sie die Nachricht und kicherte verstohlen, bevor sie nach einem flüchtigen Blick in Toms Richtung versuchte die Contenance wieder zu gewinnen, denn sie wusste, dass Carla sie bereits den ganzen Tag skeptisch beobachtete. Sie schrieb schnell zurück. „Wie soll ich denn nicht grinsen, wenn ich so was zu lesen bekomme? Ich liebe dich auch!“ Sie wollte die SMS gerade verschicken als ihr etwa einfiel. Sie fügte hinzu. „Treffen wir uns in der Mittagspause? Um 1 in der Else?“ Kurze Zeit später kam ein kurzes „Sehr, sehr gerne! Bin da.“ zurück, und Anna grinste zufrieden, ... aber nur bis sie auf die Uhr schaute und realisierte wie schrecklich lange es noch dauerte bis sie Tom zumindest sehen und sprechen konnte. Genervt verdrehte sie die Augen, sie musste noch zwei lange Stunden darauf warten.

Indes saß Carla an ihrem Schreibtisch, und fühlte sich einfach grässlich. Es fanden Meetings, Gespräche, Präsentationen statt, und sie wurde bei all dem völlig ignoriert. Auch wenn sie gar keine Lust auf die meisten der Kollegen und Kolleginnen hatte, traf es ihr Ego zutiefst, so außen vor zu sein. Bis vor knapp zwei Wochen hatte sie geglaubt bald Frau Lanford zu sein und, sobald Brunos besten Zeiten vorbei waren, die kreative Leitung der Firma zu übernehmen. Und jetzt saß sie völlig ausgebotet an ihrem Tisch und zeichnete Entwürfe, die jede Modedesign-Studentin hätte erstellen könne. Den ganzen Tag beäugte sie schon, mit Hass im Blick, jeden von Annas Schritten. Das Meeting rund um die Zauberhaft-Kollektion war harmonisch verlaufen, was darauf hindeutete, dass Bruno sehr zufrieden war, und anschließend hatte sie auch noch mit Tom darum getuschelt. Am liebsten hätte sie ihr jeden einzelnen Stift, der auf ihrem Tisch rumlag, einzeln in den Rücken gerammt. Wie kann sie es wagen? Das ist mein Mann. Und den werde ich auch zurück bekommen. Früher oder später wird er schon noch merken, was ihm fehlt, züngelte die Eifersucht und der Zorn in ihr. Sie war immer noch überzeugt, dass nur sie Tom die Liebe geben konnte, die er brauchte. Als er die verhasste Blondine endlich allein ließ und an ihr vorbei in sein Büro ging, schaute sie ihm sehnsüchtig hinterher. Er hatte sie nur mit einem kurzen Nicken bedacht, aber das hatte ausgereicht um ihren Puls in die Höhe zu treiben.
Der kurze Glücksmoment wurde jedoch sofort vernichtet, als auch Anna an ihren Arbeitsplatz zurückkehrte. Das diese ausgerechnet direkt vor ihrer Nase saß, brachte das Fass fast zum überlaufen. Warum hat diese Sumpfkuh eigentlich so schrecklich gute Laune? fragte sie sich, und musste sich insgeheim eingestehen, dass Anna auch allen Grund dazu hatte. Es lief tatsächlich gut für sie. Ihr Stockholm-Aufenthalt, war in aller Munde, ihre Kollektion hatte Bruno sogleich in den Himmel gelobt, und jetzt konzipierte sie gerade die Eröffnungsshow für die Fashion-Days. Und privat schien sie mit dem großen Peter Berg ja auch den Vogel abgeschossen zu haben. Das war das Einzige, was zumindest etwas Gutes hatte, denn damit war ihr Wunsch doch noch erfüllt worden, den Peer ihr so vehement verweigert hatte. Jetzt war Anna hoffentlich beschäftigt und ließ Tom endlich in Ruhe, ... obwohl, wenn sie die eben beobachtete Situation zwischen Anna und Tom bedachte, hatte sie da so ihre Zweifel. Sie wirkten doch sehr vertraut, für Carlas Geschmack viel zu vertraut. Carla verzog angewidert, von ihren eigenen Gedanken, das Gesicht. Und zusätzlich juckte auch noch dieser verdammte Gips so. Sie nahm einen Bleistift zur Hand und versuchte sich damit unter dem Gips zu kratzen, aber auch das funktionierte nicht. Genervt knallte sie den Stift wieder auf den Tisch.
Anna hingegen hatte ihr Handy in der Hand und kicherte mit hochrotem Kopf vor sich hin. Carla platzte fast. Gegensätzlicher konnten die Gemütsverfassungen zweier Menschen wohl nicht sein. Sie stand auf und stapfte, so gut es ihre Gehbehinderung zuließ, zur Lanfordschen Toilette, um sich eine Auszeit von dieser Ausgeburt an Glückseligkeit zu gönnen.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Fr März 01 2013, 13:50

Tja, Carla ... so sieht es auf der anderen Seite des Lebens aus. Herrlich, wie frustriert sie ist. Schade nur, dass dieser Frust auch bald schon anfängt zu wuchern und böse Früchte zu tragen. Aber gut, bis dahin genieße ich einfach Toms und Annas Glückseeligkeit.

Bitte meeeehhhhhr davon ... Macht süchtig

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So März 03 2013, 22:47

Ja, ist das nicht schön.
Anna und Tom so herrlich verliebt, und Carla ausgebotet
Ich finde auch, so könnte es bleiben.
Aber leider, leider gibt sich Carla ja nicht so schnell geschlagen, du hast es ja schon erwähnt.
Also warten wir mal ab, was passiert...

Danke, meine liebe Mini!

Ich werde bald für Nachschub sorgen ...

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BeitragThema: "8"   So März 24 2013, 09:50

So, wenigstens ein wenig Lesestoff fürs Wochenende. Und schönen noch dazu, wie ich finde ... . Einen schönen Tag euch Allen!!!
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Carla wanderte in der Landfordschen Toilette auf und ab und versuchte ihr Gemüt zu beruhigen, um sich nicht sinnlos an wehrlosen Dingen zu vergreifen, oder die verhasste Kollegin vielleicht doch noch eigenhändig zu erwürgen. Sie kochte, und nur langsam hatte sie sich wieder so gut im Griff, dass es ihr möglich war einen klaren Gedanken zu fassen. Sie musste einfach einen Weg finden um diese unbefriedigende Situation zu verändern. Die Schuldige an der ganzen Misere war eindeutig Anna. Seit sie bei Lanford aufgetaucht war, hatte sich für Carla alles ins Negative gewendet. Also würde sie auch genau an diesem Punkt ansetzen. Sie schaute in ihre eigenen, vor Zorn funkelnden Augen und zischte „Das wirst du noch bereuen Anna Broda. Du machst mir mein Leben nicht kaputt“.
Dann zückte sie entschlossen ihr Handy. „Ja Hallo, Rhonstedt hier. Ich will sie treffen, heute noch. … 13:30 Uhr ist ok, wo treffen wir uns? ... Ja, das passt. … Ja, bis später.“ Sie schob ihr Handy zu und lächelte ihr Spiegelbild triumphierend an, bevor sie wieder an ihren Arbeitsplatz zurück humpelte. Sie hatte eine erste Idee, was sie tun könnte, und dieses Gefühl, endlich wieder aktiv zu werden, gab ihr unglaublichen Aufwind. Jetzt hieß es einen Plan zu entwickeln und bis dahin nicht weiter aufzufallen.

In der Goldelse herrschte reges Treiben. Die Mittagszeit hatte viele Menschen in das beliebte Restaurant gezogen und die Tische waren voll besetzt. Anna saß an der Theke. Sie war extra schon einige Zeit vor der mit Tom verabredeten Zeit los gegangen, zum einen, weil sie ein paar Worte mit ihrer Mutter wechseln wollte, und zum anderen, weil es zu auffällig gewesen wäre, mit Tom gemeinsam das Atelier zu verlassen. Sie blätterte in einer Mode-Zeitschrift, in der sie wieder mal über Fotos von Peter Berg und sich selbst stolperte. Sie las sich die kurzen Texte durch, die die Bilder begleiteten, und schüttelte genervt, aber zugleich auch ein Stück weit amüsiert den Kopf. Selbst ihrer Mutter hatte sie erst einmal erklären müssen, dass Pressemenschen einfach Schmierfinken mit extrem viel Fantasie sind. Susanne hatte ihr unwillig zugestimmt, denn ihre Tochter mit einem solchen ‘Star’ zu sehen, erfüllte sie mit großem Stolz.
Kurze Zeit später betrat auch Tom den Raum. Er hatte sich einfach nicht mehr auf seine Arbeit konzentrieren können, nachdem er gesehen hatte, dass Anna sich auf den Weg gemacht hatte. Er fühlte sich wie ein verliebter Teenager, nicht wie ein erfolgreicher Geschäftsmann, der mitten im Leben steht. Mann Tom, jetzt reiß dich mal zusammen. Es ist doch alles gut, dachte er kopfschüttelnd. Die Nervosität bekämpfend, ließ er seinen Blick über die vielen Menschen schweifen, bis er ihre Gestalt an der Theke entdeckte. Anna. Ein Strahlen überzog sein Gesicht, während er sich der hübschen Blondine näherte und genau hinter ihr stehen blieb, um einen kurzen Moment ihren Duft zu genießen. Er war versucht seine Arme um sie zu legen, hielt sich dann aber doch zurück und flüsterte ein leises „Hey!“ an ihr Ohr. Anna drehte sich freudig zu ihm, um ihn sogleich mit einem liebevollen Lächeln zu begrüßen. „Hey“ sagte auch sie, als er sich neben sie setzte. Sie deutete auf einen kleinen Tisch in der Ecke. „Der Tisch wird gleich frei.“, dann beugte sie sich näher, da ihre Mutter gerade wieder hinter der Theke erschienen war und den Beiden bereits interessierte Blicke zuwarf. „Erzähl mal, was hat Bruno denn gesagt? Oder hast du ihm was erzählt?" Sie beobachtete ihn neugierig. Tom schüttelte entschuldigend den Kopf. „Es tut mir leid, aber ich hab es dir ja schon mal erzählt, er durchschaut mich einfach. ... Eigentlich hat er mich nur gefragt, was ich von deiner Arbeit halte, na ja, und dann hab ich mich wohl verraten, weil ich …“ Er brach ab, denn es war ihm peinlich, zu erzählen, dass er sich wie ein liebestoller Jüngling aufführte. „… auf jeden Fall hat er gefragt, ob wir es endlich geschafft hätten. Ich hab noch versucht abzuwiegeln, aber letztlich ist er mit einem Clownsgrinsen und der Bemerkung, dass er sich für uns freut davon gegangen.“ Er schaute Anna verlegen von unten herauf an, aber diese schüttelte nur schmunzelnd den Kopf. „Das wundert mich gar nicht“ beruhigte sie ihn. „Er hat mir schon einige Male durch die Blume zu verstehen gegeben, dass ich aushalten soll, bis du es auch endlich kapiert hast.“ Sie lächelte ihn verschmitzt an. „Und weißt du, als du weg warst hat er sich wirklich Gedanken um dich gemacht. Er saß morgens früh in deinem Büro und hat sich ganz nachdenklich das Bild von dir und Fanni angeschaut, ... und mir dann eröffnet, dass er hoffen würde irgendwann seinen alten Tom wieder zu bekommen,“ sie machte eine Pause, und zog nachdenklich die Augenbrauen zusammen „und dann hat er mich gefragt, ob ich wüsste, wo du bist. ... Da hatte er wohl schon eine Ahnung, sonst hätte er sich ja sicherlich an deine Verlobte gewand, und nicht an mich.“ Tom hatte interessiert zugehört und schmunzelte. „Na dann gönnen wir ihm mal seine Freude,“ grinste er Anna an. „Er hat die letzten Jahre auch wirklich genug unter mir gelitten.“ Anna sah, dass die Gäste von dem besagten Tisch aufstanden, und klopfte ihm auf den Schenkel. „Das ist ja jetzt vorbei. …Gehst du schon mal, ich bring noch was zu trinken mit. Willst du auch ein Wasser?“ Er nickte, während sein Blick auf die Zeitschrift fiel, die Anna auf der Theke liegen gelassen hatte. Er verdrehte die Augen, als er seine Liebste, wieder einmal gefangen im Kuss mit seinem Freund Peer, erblickte. Pfff, das ‘Traumpaar’. Hoffentlich hört das bald wieder auf. Ist echt lästig. Dann machte er sich auf den Weg. Er verdrängte den Gedanken an Peer und ließ stattdessen Bruno in seinem Kopf herumgeistern und lächelte. Er liebte seinen alten Herrn wirklich und war froh, dass sich ihr Verhältnis nach dieser schweren Zeit der letzten Jahre wieder so gebessert hatte.
Als Anna sich zu ihm gesetzt und sie etwas zu essen bestellt hatten, sah Tom seine Freundin nachdenklich an. „Sag mal, wie klappt es eigentlich im Moment mit Carla?“ Anna sah ihn missmutig an. Eigentlich war Carla ein Gesprächsthema, auf das sie keinen gesteigerten Wert legte, daher wollte sie es auch sogleich wieder beenden. „Also ehrlich gesagt ist sie gerade eher handzahm… , außer dass ich das Gefühl habe, dass sie meine Wimpernschläge zählt. Irgendwie scheint sie jeden meiner Schritte zu beobachten.“ Sie verdrehte genervt die Augen. „Aber sonst … „ Sie dachte kurz über die Situation nach. „Eigentlich sehr verwunderlich nach dem, was sie gerade alles einstecken musste...“ waren es dann auch eher laute Gedanken, die sie zum Ausdruck brachte. Anna betrachtete Tom, der sie aufmerksam beobachtete, mit fragendem Blick. „Warum fragst du? War was?“ Tom wiegte den Kopf langsam hin und her und verzog sein Gesicht zu einem skeptischen Blick. „Na ja …, meine letzten Gespräche mit ihr waren, sagen wir mal, nicht sehr freundschaftlich. Und du warst immer irgendwie Thema, … obwohl sie noch nichts von uns weiß.“ Er schaute sie besorgt an, „Ich bin einfach skeptisch … . Ich trau ihr mittlerweile so einiges zu.“ Da zog Anna die Augenbrauen hoch und nickte voller Überzeugung, „Da bist du nicht der Einzige. Aber woher kommt der Sinneswandel?“ Tom überlegte kurz, ob er ihr endlich alles erzählen sollte, entschied sich aber dagegen um nicht neues Öl ins Feuer zu gießen. „Vielleicht sehe ich sie jetzt einfach objektiver …?“ antwortete er entschuldigend. Anna legte ihre Hand auf seine und beugte sich zu ihm. „Mach dir keine Sorgen. Was soll sie denn schon tun. Für mich stehen die nächsten Aufgaben fest. Und wir haben kaum Berührungspunkte.“ Ihr Wort in Gottes Ohr dachte Tom immer noch besorgt, während er ihre Berührung genoss und ihr tief in die Augen schaute. In diesem Moment war Susanne gerade, mit zwei Tellern in der Hand, auf dem Weg zu ihnen und stockte kurz. Was ist denn das? Das sieht aber nicht nach Arbeitsessen aus, dachte sie amüsiert. Wie kann ich nur heraus bekommen was da läuft? Sie stellte die Teller vor den Beiden ab und wünschte mit einem breiten Lächeln einen Guten Appetit. Als sie sich gerade abwenden wollte, hatte sie eine Idee. „Sag mal Anna, wo warst du eigentlich heute Nacht? Ich habe mir Sorgen gemacht.“ Anna schaute vorwurfsvoll zu ihrer Mutter und herrschte sie an. „Mama, das hat hier ja wohl wirklich nichts zu suchen, oder?“ Es war ihr vor Tom total peinlich, sie war schließlich kein kleines Kind mehr, aber dann spürte sie seine Hand, die ihre sanft drückte, und als sie sich ihm zuwendete, nickte er ihr auffordernd zu. Anna und ihre Mutter duellierten sich noch einen Moment mit ihren Blicken, bevor Anna langsam zu lächeln begann. Sie wusste ja, dass ihre Mutter es nur gut meinte. Jetzt schaute sie sich im Gastraum um, ob irgendwo bekannte Menschen saßen, bevor sie die Augen niederschlug. „Du musst dir keine Sorgen machen Mama, ich war in guten Händen. Und es wird wohl demnächst öfter vorkommen, dass ich nicht hier schlafe.“ Dabei schaute sie Tom verliebt in die Augen, der leicht errötete. Susanne schaute von einem zum anderen und erneut zog sich ein Strahlen über ihr Gesicht. „Du … und du,… ähhh sie?“ fragte sie nach, um ganz sicher zu sein, das sie die Situation richtig verstand. Das junge Paar nickte zustimmend, und Tom stand auf und gab ihr die Hand. „Und gerne du. Ich heiße Tom.“ Jetzt hatte Susanne einen hochroten Kopf. „Ich habe es doch gewusst!“ sagte sie überzeugt, und als sie die fragenden Gesichter der jungen Leute sah, schmunzelte sie. „Ihr hättet euch mal sehen sollen, als sie, äh du damals Anna und Paule gerettet hast. … Die Blicke zwischen euch…“ Anna verdrehte die Augen. „Mama!“ rief sie vorwurfsvoll aus und unterbrach somit Susannes Ausführungen, bevor sie noch peinlicher würden. Susanne murmelte ein „Ist ja schon gut“ vor sich hin, als sie zügig zur Küche zurück ging. Anna schaute sich erneut verunsichert im Gastraum um, registrierte aber nicht, dass es da tatsächlich einen jungen Mann gab, der die gerade erlebte Szene mit großem Interesse beobachtet hatte. Verlegen blickt sie zu Tom. „Entschuldige, so ist sie nun mal.“ Tom wirkte amüsiert und kicherte. „Ich glaube unsere Eltern sind sich ähnlicher als wir dachten.“ Es dauerte keine fünf Minuten, da kam Susanne mit einem Tablett voller Sektgläsern und Ingo im Schlepptau zurück. Sie war völlig aus dem Häuschen und schimpfte mit Ingo, der genervt die Augen verdrehte. „Jetzt stell dich nicht so an. Ein paar Minuten werden schon gehen. Die meisten Gäste haben eh schon gegessen … und solch eine Neuigkeit muss schließlich gefeiert werden. Unsere Tochter ist endlich wieder glücklich.“ Also standen die Vier beieinander und Susanne konnte sich ein begeistertes „Auf euch!“ nicht verkneifen. Anna beugte sich zu ihr und versuchte sie zu bremsen „Mama, eigentlich wollten wir das noch ein bisschen für uns behalten. … Ist auf der Arbeit gerade nicht so sinnvoll, damit raus zu platzen.“ Sie schaute ihre Mutter ermahnend an, die sich auch sogleich erschrocken die Hand vor den Mund hielt. Ingo schaute mit einem entschuldigenden Lächeln von Anna zu Tom und verzog sich schnell wieder in die Küche. Allerdings nicht ohne Susanne vorher noch auf einige wartende Gäste hinzuweisen. Susanne stellte also die Gläser auf die Theke und widmete sich wieder ihren Aufgaben.
Sie entschuldigte sich bei dem jungen Mann, der noch nichts zu trinken bestellt hatte. Aber der schüttelte abwehrend den Kopf. „Scheinbar gab es ja was zu feiern. Und man sollte die Anlässe feiern, wie sie fallen.“ Susanne schaute ihn dankend an und errötete ein wenig. „Ja, was gibt es Schöneres, als die eigenen Kinder glücklich zu sehen.“ Dann nahm sie schnell die Bestellung auf.
Anna und Tom genossen nach dieser Aufregung in Ruhe ihr Essen. „Kommst du nach Feierabend mit zu mir?“ fragte Tom, als sie im Begriff waren zu gehen. Anna sah ihn feixend an. „Weil mein Chef das sagt?“ Tom lächelte wissend, trat nahe an sie heran und flüsterte ihr ins Ohr „Vielleicht fällt mir ja doch noch ein, wie ich die Kunst fördern kann. Schließlich hast du ein Hochzeitskleid zu entwerfen.“ Anna schaute ihm tief in die Augen, und sagte dann leise aber sehr bestimmt „Mitkommen“, bevor sie Richtung Waschraum marschierte. Hinter dem Vorhang angekommen drehte sich Anna zu ihrem Liebsten, der ihr schmunzelnd gefolgt war. „Mir muss gleich schon was einfallen, … ich brauche also einen kleinen Inspirationsvorschuss.“ Damit nahm sie sein Gesicht in ihre Hände und gab ihm einen innigen Kuss, der die Beiden sogleich alles vergessen ließ.
Als ein Mann an ihnen vorbei zur Toilette ging, lösten sie sich schweren Herzens voneinander. Tom legte seine Stirn an Annas und holte mit geschlossenen Augen tief Luft. „War das inspirierend genug?“ fragte er immer noch leicht außer Atem, und Anna nickte überzeugt. „Das ist schön, nur werde ich mich jetzt vermutlich noch weniger auf die Arbeit konzentrieren können“ seufzte Tom leise. Anna lächelte ihn aufmunternd an „Du kriegst das schon hin. Ich glaub an Dich. Gibst du mir deine Autoschlüssel?“ Toms Kopf schoss in die Höhe. „Was? Du willst meine Autoschlüssel?“ Anna schmunzelte, „Keine Sorge, ich werde deinem Schätzchen schon nichts tun.“ Aber Toms Augenbrauen klebten trotzdem vor Skepsis an seinem Haaransatz. „Mann, ich will mir nur ein paar Klamotten einpacken und sie gleich in dein Auto legen, wenn ich in die Firma komme.“ Anna schaute ihn belustigt an, während Toms Gesicht sich langsam wieder entspannte. Sie wartete, bis er ihr den Schlüssel in die Hand gedrückt hatte, dann hauchte sie ihm noch eine schnellen Kuss auf die Lippen. „Bis gleich! ... Ich freu mich schon auf heute Abend.“
Tom blieb alleine zurück und stützte sich am Waschbecken ab. Mann Mann Mann, so klein und so… überzeugend. Griemelnd schüttelte er den Kopf, als er sich in dem kleinen Spiegel betrachtete. Er wusch sich die Hände und begab sich zum Ausgang, wo ihm Carla die Klinke in die Hand gab. Tom schaute sie irritiert an, aber Carla sagte nur kurz "Hallo", bevor sie unbeirrt an ihm vorbei ging und sich nach ihrer Verabredung umschaute.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mo März 25 2013, 08:51

Ja ja, Susanne wie sie leibt und lebt. Der Frau entgeht aber auch nichts. Na gut, Tom und Anna haben sich ja auch nicht wirklich viel Mühe gegeben, ihr Glück zu verbergen. Wenn da nur nicht die Olle wäre. Oh mann, ich mag gar nicht daran denken, was die nun wieder ausheckt.

Wie immer ein Genuss, deine Zeilen zu lesen. Und ich freu mich natürlich auf mehr.

LG, Mini

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AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"
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