SCHREIBERTREFF
Noch kein Mitglied?
Dann werde doch eines - ganz bequem, einfach und kostenlos registrieren

SCHREIBERTREFF

GRÜSS EUCH , 'Liebe Tastentalente und Buchstabeninhalierer!!! Wir freuen uns,dass du unseren SCHREIBERTREFF besuchst. Viel Spaß und Herzliche Grüße - Das Administratorenteam!
 
StartseitePortalFAQAnmeldenLogin

Teilen | 
 

 AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3 ... 9, 10, 11, 12, 13  Weiter
AutorNachricht
katha

avatar

Anzahl der Beiträge : 921
Anmeldedatum : 05.07.12

BeitragThema: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Sa Feb 09 2013, 21:29

das Eingangsposting lautete :


(Da muss ich doch gleich mal die neuen Icons probieren. )

So, jetzt ernsthaft.

Viele von euch wissen schon, was hier jetzt passiert, da ich diese Story bereits im AudL-Forum gepostet habe (bzw. noch fertig stellen werde), aber für alle anderen sei es kurz erläutert.

AnTom II Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück? ist eine weitere Fan-Fiction von mir, die sich von der Telenovela "Anna und die Liebe" ableitet. Und wäre das nicht schon Vorgabe genug, ist sie noch ein zweiter Teil, der unmittelbar an meine erste FF AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn" anschließt, so dass es förderlich ist, diese gelesen zu haben.

Wenn ihre diese begünstigende Bedingungen erfüllt habt, gibt es eigentlich nichts mehr zu sagen, außer vielleicht ..., dass ich hoffe, auch bei dieser zweiten FF, euren Zuspruch zu finden.

Liebe Grüße von mir, und ganz viel Spaß!

Katha

Ach so, da fällt mir noch was ein.
Es sei noch gesagt, dass ich die Teile, die ich hier poste zuvor nochmal überarbeite, so dass sich leichte sprachliche Veränderungen ergeben können, oder auch mal ein Satz hinzugefügt oder weggelassen wird. Die Handlung bleibt aber die gleiche. Wink

_________________
Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...


Zuletzt von katha am Sa Feb 09 2013, 22:44 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
Nach oben Nach unten

AutorNachricht
Carla3939

avatar

Anzahl der Beiträge : 217
Anmeldedatum : 09.05.13

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Do Jan 30 2014, 19:29

Ach und von mir natürlich auch schreib bitte ganz schnell weiter  ichdrehgleichdurch

_________________
"Jemand der einem nicht nur das Leben rettet sondern auch die liebe." -Anna, über Tom
Nach oben Nach unten
Silentvoice

avatar

Anzahl der Beiträge : 40
Anmeldedatum : 28.09.13

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Do Jan 30 2014, 23:03

*demherzinfarktnahe* katha wie kannst du nur oh mei . . . hättest uns doch ne vorwarnung geben können hab richtige aussetzer in atmung und herzschlag bekommen was ein glück hab ich das heut nacht auf arbeit gelesen und der defi stand direkt neben mir für den notfall vielleicht sollte ich mir für zuhause auch ein notfallkit zusammenstellen lach ich hoffe du lässt uns jetzt nicht tagelang zappeln

_________________
Keiner ist so verrückt, das er nicht einen verrückteren findet der Ihn versteht!Very Happy 
Nach oben Nach unten
katha

avatar

Anzahl der Beiträge : 921
Anmeldedatum : 05.07.12

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Fr Jan 31 2014, 12:24

Hallo ihr Lieben,

ja, das war wohl nicht die witzigste Fortsetzung, die ich euch da kredenzt habe.  crying Aber ... es kann halt nicht immer alles gut werden.  Sad 
Wir werden sehen, wie es weitergeht.

Ach und Silentvoice,
jetzt fühl ich mich ein bisschen ertappt  Embarassed  Da ist doch tatsächlich jemand mit Fachwissen unter uns? Hörte sich jetzt zumindest so an ...
Ich hatte ja schon überlegt, ob ich unter den letzten Teil drunter schreibe, dass man die Story doch bitte nicht aus Augen eines Arztes und/oder Psychologen betrachten sollte. Ich bin da nämlich kein wirklicher Profi und vermutlich könnte man bei den ein oder anderen Beschreibungen und Schlußfolgerungen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.  Embarassed 

Liebe Grüße
Katha

_________________
Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...
Nach oben Nach unten
Silentvoice

avatar

Anzahl der Beiträge : 40
Anmeldedatum : 28.09.13

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Fr Jan 31 2014, 13:18

lach katha keine sorge bisher alles noch realistisch in deiner story was das medizinische angeht bin auch keine ärztin bin krankenschwester ;-) kannst aber gerne fragen wenn du dir mal unsicher bist ;-)
Aber wie gesagt keine Grund zur sorge bisher da waren schon storys bei wo ich wirklich den kopf schütteln musste aber die waren nicht von dir ;-)

_________________
Keiner ist so verrückt, das er nicht einen verrückteren findet der Ihn versteht!Very Happy 
Nach oben Nach unten
katha

avatar

Anzahl der Beiträge : 921
Anmeldedatum : 05.07.12

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Fr Jan 31 2014, 13:46

Na, da bin ich aber beruhigt. Ich bemühe mich auch ansich nicht ganz unrealistisch zu sein oder mich halt schlau zu machen.

Ich dank dir auf jeden Fall für deine Antwort.

Liebe Grüße

_________________
Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...
Nach oben Nach unten
katha

avatar

Anzahl der Beiträge : 921
Anmeldedatum : 05.07.12

BeitragThema: "83"   Sa Feb 01 2014, 09:58

Hallo ihr lieben Leser.
Ich will ja nicht so sein und euch an so einer Stelle ewig auf den nächsten Teil warten lassen. Und da ich das Wochenende noch unterwegs bin, schon heute Morgen der nächste Teil ...
Ein schönes Wochenende!
***************************
 

Carla wischte das Telefon, das sie in der Hand hielt, sorgfältig ab, legte es in ein Taschentuch und beendete dann in aller Ruhe das Programm ihres Tablets, mit dem sie die Videoübertragung empfangen hatte. „Wunderbare Technik“, murmelte sie zufrieden vor sich hin, als sie alles in ihrer Handtasche verstaute. Sie trat hinaus auf die Terrasse und sog genussvoll die frische Luft des nahenden Herbstes in sich auf. Das Leben ist doch wunderbar, ging es ihr durch den Kopf, aber dann besann sie sich schnell darauf, dass sie noch nicht alles erledigt hatte. Sie ging ein paar Schritte und bog um die Ecke des Gebäudes. „Wie geht es ihm?“, fragte sie harsch. Sie bedachte den reglos auf dem Stuhl hängenden Tom mit einem fast sorgenvollen Blick, bevor sie die beiden Männer ansah, die sich links und rechts neben dem Lanford-Junior postiert hatte. „Alles klar, er ist noch im Land der Träume“, sagte der eine hämisch und stieß Tom mit dem Ellbogen an, so dass der wie eine leblose Puppe zur Seite kippte. „Hey, pass doch auf“, beschwerte sich der andere Mann, der Tom gerade noch auffangen konnte. „Hört auf mit dem Quatsch", fuhr Carla die beiden an und gab ihnen stattdessen ihren Auftrag. "Bringt ihn rein und setzt ihn auf den obersten Treppenabsatz. Da kann er sich ausschlafen." Skeptisch beobachtete sie, wie ihre Helfer Tom unter den Achseln packten und ihn hochhoben. Sie öffnete ihnen die Tür und wartete bis sie Tom auf dem Boden abgesetzt und ihn wie aufgefordert an die Wand gelehnt hatten. Carla hockte sich kurz zu Tom hinab. Sie betrachtete ihn und stieß einen leisen sehnsuchtsvollen Seufzer aus. Einen kleinen Moment gönnte sie sich, um in ihren Gefühlen zu baden, die in dieser intensiven Weise nur durch Tom hervorgerufen werden konnten. Bald. Schon bald bist du wieder mein. Dann nahm sie sein Telefon aus ihrer Handtasche, steckte es ihm in seine Hosentasche und strich ihm dann sanft über die Wange. „Armer Tom, wenn du aufwachst wirst du eine böse Überraschung erleben. Aber du hast es ja nicht anders gewollt ... Und es ist nur zu deinem Besten, das wirst du auch noch begreifen.“ Schnell verdrängte sie ihre Gefühle. Schwäche zu zeigen ging gar nicht. Sie stand auf und drehte sich mit nun wieder völlig hochmütiger Miene ihren Beobachtern zu. „Also wir verschwinden. Wir treffen uns in einer halben Stunde am verabredeten Ort, da bekommt ihr euer Geld.“ Die Männer nickten ihr zu und liefen die Treppe hinunter, um den dritten Mann, der unten Wache stand, einzusammeln und schnell das Weite zu suchen, während sie selbst, nach einem letzten sehnsüchtigen Blick auf Tom, hinunter in die Tiefgarage stolzierte. Sie hatte keine Eile, denn sie war beseelt von eine unumstößlichen Ruhe.
---------------

 „Was ist denn eigentlich los? Wo sind Tom und Anna? Und warum bist du so nervös?“, fragte Enrique seine Freundin, die er nach Beendigung der Vorführung gerade das erste Mal wieder getroffen hatte. Er war verwundert gewesen, als Paloma viel früher als geplant, nämlich ohne die Verkündung von Toms und Annas Verlobung, die Party für eröffnet erklärt hatte. Aber wie verabredet, hatte er erst einmal seine Aufgaben erledigt. Gemeinsam mit Carsten hatte er die Helfer beim Umbau des Ateliers überwacht und die Technik wieder sicher verstaut. Und nun wollte er gerne wissen was die Planänderung hervor gerufen hatte und warum Paloma so sorgenvoll immer wieder zu Toms Büro sah. Bei einem  Blick in die Runde stellte er außerdem fest, dass auch Paule, Jasmin und Carsten einen ziemlich geknickten Eindruck machten. Peer, der gerade zu ihnen geschlendert kam, registrierte ebenfalls sehr schnell, dass in dieser Runde eine völlig andere Stimmung herrschte, als unter den restlichen Gästen. Obwohl … Bruno war auch irgendwie seltsam drauf gewesen. Aber dieser Mann war ja sowieso ein nicht zu enträtselndes Mysterium. Peer warf Enrique, der genauso irritiert schien wie er selbst, einen fragenden Blick zu, aber gleichsam konnten sie nur mit den Schultern zucken. Enrique zog die Augenbrauen zusammen und beugte sich entschlossen direkt vor Palomas Gesicht, denn er wollte endlich eine Antwort. Die Brünette schreckte zurück und schaute ihn groß an. Sie war total in Gedanken gewesen, so dass sie die Fragen ihres Freundes und die stumme Unterhaltung zwischen ihm und Peer schlichtweg nicht realisiert hatte. Sie wurde so langsam wahnsinnig, weil sie immer noch kein Signal von Anna erhalten hatte. Es konnte doch eigentlich nicht sein, dass Anna immer noch mit Tom sprach. Jetzt ist es genug, beschloss sie kurzerhand und ließ die kleine Versammlung einfach stehen, um sich endlich Gewissheit zu verschaffen. Sie klopfte kurz an Toms Bürotür und betrat energisch den Raum. Anna konnte sie doch nicht ewig im ungewissen lassen. Sehr zu seiner Überraschung lag dieser aber leer vor ihr. Sie sah sich verwundert um. Das kann doch gar nicht sein. Ich hatte das Büro doch die ganze Zeit im Auge, dachte sie ungläubig. Ihr ungutes Gefühl wuchs sekündlich und lag ihr mittlerweile schwer im Magen. Irgendwas war hier nicht in Ordnung. Ganz und gar nicht in Ordnung. Sie warf ihren Freunden, die ihr verwundert hinterher geschaut hatten, als sie wortlos abgedampft war, einen hilflosen Blick zu, ehe sie schnell nach ihrem Handy griff und Annas Nummer wählte. Carsten hatte sie genau beobachtet und folgte ihr nun, als er auf ihren ratlosen Blick traf. Gerade als er an der Tür ankam und fragen wollte, was los sei, hörten sie Annas Handy klingeln. Die Köpfe der Beiden schossen zum Schreibtisch und sie traten näher heran. Da lag das Telefon, mitten auf dem Tisch, aber von dessen Besitzerin fehlte jede Spur. Im Büro sah alles aus,wie immer, lediglich ein leeres Champagnerglas passte nicht ins Bild. „Shit,“ rief Carsten panisch aus und ließ seinen Blick weiterwandern bis er etwas entdeckte. „Da!“ Er wies auf den Boden hinter dem Schreibtisch und schob schnell die Stühle beiseite. „Nein“, hauchte Paloma entsetzt, als auch sie Annas Beine erblickte. Sie eilten zu ihr und drehten Annas Körper auf den Rücken. Paloma wurde heiß und kalt zugleich. „Was ist mit ihr?“, fragte sie entsetzt, als sie Carsten beobachtete, der Annas Atem kontrollierte. „Sie atmet“, sagte er erleichtert. Er klopfte ihr ein paar Mal auf die Wangen und sprach sie an, aber Anna rührte sich nicht. Er sprang auf und lief Richtung Tür davon, während er Paloma noch zurief, „Ich rufe den Notarzt. Ich bin gleich wieder da.“ Die Spanierin sah ihm entgeistert hinterher. Wie kann er jetzt weglaufen? Aber dann besann sie sich wieder auf ihre Freundin. Hektisch überlegte sie, was man in so einem Fall tun musste. Ihr letzter Erste-Hilfe-Kurs lag definitiv zu lange zurück. „Atmet, ist aber bewusstlos“, überlegte sie kurz und dann fiel es ihr wieder ein. „Stabile Seitenlage“, murmelte sie sich selber zu und schon schob sie den Stuhl und Toms Schreibtisch zurück und drehte Anna auf die Seite. „Anna, was machst du denn für Sachen“, sprach sie leise mit ihrer Freundin und strich ihr dabei unentwegt über den Arm. Ihr lief eine Träne über die Wange, die ihr aber erst auffiel, als sie auf ihre Hand hinuntertropfte. Immer wieder sprach sie Anna an, klopfte ihr auf die Wangen und kontrollierte ihre Atmung. Sie hatte panische Angst um ihre Freundin. Fast im Sekundentakt schaute sie auf das Handy. „Mann, jetzt kommt doch endlich ... Was ist denn nur passiert?“ Es kam ihr wirklich vor wie eine Ewigkeit, bis wenigstens Carsten endlich zurückkam. Aber dann tat er Dinge, die sie gar nicht verstand. Er nahm ein Taschentuch und steckte das Champagnerglas, das auf dem Schreibtisch stand in eine Tüte, bevor er sich suchend umschaute. „Was ist das denn?“ fragte er plötzlich. Er stand mit zusammengekniffenen Augen vor dem Regal und versuchte scheinbar zu erkennen was er da gerade erblickt hatte. Er schnappte sich einen Stuhl, schob ihn vor das Regal und holte etwas vom obersten Brett herunterholte. „Was machst du da?“, fuhr Paloma ihn an, denn es regte sie tierisch auf, dass er hier irgendwelche Aufräumaktionen startete, während Anna völlig leblos neben ihr lag.
Carsten ließ sich aber gar nicht beirren und sah sich weiter im Raum um. Er inspizierte nochmals den Tisch, trat an das Sideboard heran und ließ seinen Blick darüber streifen, ehe er den Mülleimer unter dem Tisch hervorholte und auch da einen prüfenden Blick hinein warf. „Mist! Doof ist sie ja nicht“, murmelte er, als er den Mülleimer genervt wieder beiseite kickte. Paloma holte gerade Luft, um Carsten erneut anzublaffen, als die Tür aufgerissen wurde. Die Sanitäter waren endlich da.
„Wo ist sie?“, fragten sie und Paloma stand schnell auf und machte Platz. „Hier, sie ist immer noch bewusstlos.“ Schnell war Anna auf die Liege gelegt und wurde von den Sanitätern zugedeckt, während eine Notärztin ihre Augen kontrollierte. „Reflexe sind da“, sagte sie, sehr zur Erleichterung von Carsten und Paloma. „Wissen sie was passiert ist?“, fragte sie die Beiden. Paloma schüttelte hilflos den Kopf. „Ich vermute zu viel Stress. Es ging ihr in den letzten zwei Wochen schon nicht so gut. Außerdem ist sie schwanger – ich glaube 7. Woche.“ Sie warf Carsten einen kurzen Blick zu, wusste doch bislang außer ihr keiner etwas von der Schwangerschaft. Sie hoffte, Carsten hätte es nicht mitbekommen, aber sein bestürzter Blick sprach Bände. Die Sanitäter verließen bereits das Zimmer, als Carsten noch hinter ihnen herrief. „Testen sie bitte auf Medikamente, Drogen oder ähnliches.“ Die Ärztin warf ihm einen skeptischen Blick zu. Nicht, dass sie in so einem Fall nicht sowieso eine umfangreiche Blutuntersuchung veranlassen würden, aber dass sie so darauf hingewiesen wurden … „Gibt es einen Grund, dass sie das sagen?“ Carsten nickte, und warf dieses Mal Paloma einen schnellen Blick zu, die seine Bemerkung aber nur am Rande mitbekommen hatte, da sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt war. „Ich begleite sie und erzähle ihnen was ich weiß.“ Damit verließen sie das Büro und schoben Anna durch die Menge der Menschen, die sich mittlerweile im Eingangsbereich des Ateliers versammelt hatte. „Anna!“, Susannes Stimme ließ Paloma wieder aufschrecken. Voller Verzweiflung und Mitgefühl beobachtete sie die Mutter ihrer besten Freundin, die sich verzweifelt die Hand vor den Mund geschlagen hatte, als sie Anna auf der Liege erkannt hatte. Ihr schossen die Tränen in die Augen. „Was ist mit ihr? Wo fahren sie mit ihr hin? Kann ich mitfahren?“, fragte Annas Mutter und natürlich wurde ihre Frage bejaht. Sie stand völlig neben sich. „Ich komme sofort. Ich hole nur meine Tasche!“, rief sie dem Rettungsteam noch zu, während sie schluchzend von dannen lief, nur um zwei Minuten später verzweifelt vor den Aufzugtüren auf und ab zu laufen, da diese sich scheinbar überhaupt nicht mehr öffnen wollten. Paloma stand derweil an der Tür von Toms Büro und beobachtete das Geschehen da draußen mit stoischer Ruhe. Aber diese Ruhe trog, war eher eine völlige, durch den Schock bedingte Erstarrung. Erst, als auch Susanne hinter den Silbertüren verschwunden war, umrundete sie Toms Schreibtisch, ließ sich auf den Stuhl fallen und ließ ihren Tränen der Angst und Verzweiflung freien lauf.

_________________
Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...
Nach oben Nach unten
schreiber_fan

avatar

Anzahl der Beiträge : 66
Anmeldedatum : 05.01.14

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Sa Feb 01 2014, 23:32

Katha,Katha,Katha
Du machst mich echt fertig  Evil or Very Mad 
Ist auf jedenfall wieder ein klasse Teil. super  super 

Bitte Bitte schnell weiter schreiben
Nach oben Nach unten
katha

avatar

Anzahl der Beiträge : 921
Anmeldedatum : 05.07.12

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So Feb 02 2014, 20:03

Na, den Reaktionen nach, war es ja doch nicht so wichtig, dass ich den nächsten Teil so schnell nachgelegt habe, aber gut ...

@ Schreibertreff
Warum mache ich dich fertig? Also den Teil davor fand ich persönlich dramatischer ...  Wink 

_________________
Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...
Nach oben Nach unten
schreiber_fan

avatar

Anzahl der Beiträge : 66
Anmeldedatum : 05.01.14

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So Feb 02 2014, 21:34

Ja den Teil davor fand ich auch dramatischer Very Happy
Aber das heißt nicht, dass der undramatisch ist.
Außerdem bleibt die Spannung wie es weiter geht auch bei nicht so dramatischen Teilen vorhanden.
Very Happy

Also ich fand des übrigens schon wichtig,dass du weiter geschrieben hast. Smile 
Und wie jedes mal wieder BITTE BITTE auch noch weitere Teile. brav 
Nach oben Nach unten
Carla3939

avatar

Anzahl der Beiträge : 217
Anmeldedatum : 09.05.13

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So Feb 02 2014, 21:53

Hey Katha,ich bin auch wieder da,und freue mich natürlich auch über diesen Teil  Rolling Eyes  .Ich mach mir echt Sorgen um Anna und Tom und nicht zuvergessen um das Baby,nicht das da noch was schlimmes passiert.
Bitte erlöse uns von unseren Sorgen,und schreib schnell weiter  Embarassed Lg. Carla

_________________
"Jemand der einem nicht nur das Leben rettet sondern auch die liebe." -Anna, über Tom
Nach oben Nach unten
Silentvoice

avatar

Anzahl der Beiträge : 40
Anmeldedatum : 28.09.13

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mo Feb 03 2014, 20:25

so nu da ich ich wieder nen regelmäßigen herzschlag habe da man anna gefunden hat kann ich auch posten ^^
hoffe carsten setzt die anderen fix ins bild und das sie tom schnell finden man muss die irre doch endlich aufhalten . . . katha lass uns auch wenn wir nicht immer direkt antworten nicht so lange warten bitteeeeeeeee

_________________
Keiner ist so verrückt, das er nicht einen verrückteren findet der Ihn versteht!Very Happy 
Nach oben Nach unten
katha

avatar

Anzahl der Beiträge : 921
Anmeldedatum : 05.07.12

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mo Feb 03 2014, 22:19

Hallo und lieben Dank für eure Komms. Ich grinse leise und zufrieden in mich hinein.   Embarassed 
Ach ja ... Ich hoffe, es geht allen gut, nach dieser Aufregung  Razz 
Und direkt ein dickes Sorry.
Ich hab´s grad wirklich versucht.   Aber der nächste Teil ist noch nicht so weit. Ich hoffe, morgen.  lesemist 

 Sleep Schlaft gut!

_________________
Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...
Nach oben Nach unten
katha

avatar

Anzahl der Beiträge : 921
Anmeldedatum : 05.07.12

BeitragThema: "84"   Di Feb 04 2014, 21:55

So, da ist er also, der nächste Teil. Und ich sage es dieses Mal gleich. Ich bin die nächsten Tage wenig Zuhause. Ich kann also nichts versprechen ...  idontknow
*************************************

Paloma wusste nicht, wie lang sie da so gesessen hatte, bis Enrique in Toms Büro kam und sie in seine Arme zog. Langsam beruhigte sie sich, obwohl sie immer noch total durcheinander war und nicht wusste was sie denken sollte. Sie schniefte ein letztes Mal auf und sah Enrique erwartungsvoll an, als hoffe sie, dass er ihr Neuigkeiten bringen würde. „Wir haben die Party beendet. Die Kollegen gehen gerade nach Hause“, sagte Enrique leise, der zwar immer noch keine wirkliche Vorstellung davon hatte, was passiert war, aber in Rücksprache mit Bruno sofort reagiert hatte, als die Sanitäter ins Atelier gestürmt waren. Er strich Paloma noch ein paar Mal beruhigend über den Rücken. „Sollen wir ins Krankenhaus fahren und du erzählst mir unterwegs was passiert ist?“ Paloma warf ihm einen dankbaren Blick zu, „Ja bitte“ Das war in dem Moment das einzige was sie raus bekam. Enrique hielt ihr die Hand hin um ihr auf zu helfen und legte dann gleich beschützend den Arm um sie. Gemeinsam gingen zum Aufzug, der auch sofort seine Türen öffnete. Paloma ließ sich gegen die Wand des Fahrstuhls fallen und rieb sich erschöpft über ihr Gesicht, als sie merkten, dass der Fahrstuhl nach oben fuhr. „Oh Mann, auch das noch. Da war ja mal wieder ein Scherzkeks unterwegs“, meckerte sie, denn es war sehr unwahrscheinlich, dass dort oben jemand den Aufzug gerufen hatte. Die Büroräume auf der 4. Etage standen leer und ansonsten konnte man dort nur noch auf die Dachterrasse gehen, wo sich aber jetzt, nachdem Lanford ihre Räume leer gefegt hatte, wohl keiner mehr rumtreiben dürfte. Als sich die Türen öffneten, drückte Paloma, ohne auch nur einen Blick hinaus zu werfen, genervt den Knopf, um die Türen wieder zu schließen, als sie plötzlich Enriques Stimme hörte und aufschreckte. Er hatte im Gegensatz zu ihr nämlich raus geschaut, und war im letzten Moment bevor die Türen sich geschlossen hatten, dazwischen getreten. „Oh Enrique, hier ist doch sowieso keiner“, nörgelte Paloma da auch schon. Aber er winkte ab und trat hinaus, während er seine Hand in der Tür ließ, damit sie sich nicht schließen konnte. Er war sich nicht sicher, aber da im Dunkeln hockte doch jemand ... Und dieser Jemand sah irgendwie nach seinem besten Freund aus, der ja gerade von allen vermisst wurde. „Tom?“, hörte Paloma ihren Freund da fragen. Ihr Kopf schoss herum und sie starrte ungläubig hinaus.  Enrique hatte den Aufzug in der Zwischenzeit hinter sich gelassen und war mit einem ziemlich unguten Gefühl im Magen an Tom herangetreten, der ihn mit halboffenen Augen versuchte zu fixieren. Mühsam arbeitete er sich an der Wand empor, bis er im halbwegs aufrechten Stand angekommen war. „Enrique?“ flüsterte er tonlos und holte tief Luft, als hätten ihn jegliche Kräfte verlassen. Dieser stütze ihn sofort, „Was ist mit dir?“ Er half Tom, der sich dankbar auf ihm abstützte, zum Aufzug, aber ehe sie ihn erreicht hatten, stürzte sich Paloma wie eine Furie auf den Junior-Chef und trommelte auf seine Brust ein. “Du Feigling, wo warst du? Wegen dir ist Anna zusammengebrochen. Verpiss dich doch einfach.“ Sie ließ von ihm ab und wollte Enrique hinter sich her ziehen, aber Enrique wehrte sich energisch und blieb einfach stehen. „Paloma, jetzt komm mal runter. Schau ihn dir mal an“ herrschte er sie an. „Will ich aber nicht. Ich weiß doch, was ich da sehe. Einen Typen, der meine beste Freundin zerstört, weil er ein Arsch ist und sie immer wieder vor den Kopf stößt.“ Enrique setzte schon zu einer lautstarken Verteidigung an, als sie von den leisen, mühsam hervorgestoßenen Worten Toms unterbrochen wurden. „Anna. … Was ist …“ Mehr bekam er nicht heraus. Er hatte Palomas Angriff nichts entgegensetzen können und war einige Schritte zurück getorkelt, bis er von der Wand aufgehalten wurde. Dort hing er jetzt wie ein Schluck Wasser in der Kurve und versuchte krampfhaft stehen zu bleiben, während zusätzlich Palomas zornige Worte wild durch seinen Kopf schwirrten. Ihm sackten die Beine weg und er rutschte wieder an der Wand hinunter. Sofort war Enrique bei ihm. „Tom, mein Gott, was ist denn los?“ Endlich warf auch Paloma nochmal einen Blick ins Treppenhaus, obwohl sie eigentlich gehofft hatte, dass sich die Aufzugtüren schnell wieder schließen würden - und am besten, bevor Tom den Eingang in den Aufzug gefunden hatte. Aber jetzt erschrak auch sie ein wenig. Er sah wirklich alles andere als gut aus ... Und trotzdem konnte sie ihre Wut nicht ganz zurückdrängen. Das einzige Zugeständnis was sie bereit war zu machen, war, dass sie den Aufzug aufhielt, während sie die beiden Männer beobachtete, bis Enrique seinen Freund schlussendlich doch bis in den Fahrstuhl transportiert hatte. „Wahrscheinlich hat er sich ein paar Korn reingehauen, nachdem er Anna abserviert hat“, zischte Paloma, immer noch ungehalten. Enrique warf ihr einen wütenden Blick zu, denn er machte sich wirklich Sorgen, und obwohl Paloma es nicht zulassen wollte, schlich sich auch bei ihr ein unangenehmes Gefühl ein. Tom hob mit Mühe den Kopf und sah Paloma an. Er brachte ein minimales Kopfschütteln zustande. „Ich … was ist … mit Anna“, sagte er stockend und mit einigen Pausen, in denen er scheinbar immer wieder Kraft sammeln musste. „Pfff“, antwortete Paloma abwiegelnd. „Als ob dich das wirklich interessieren würde …“ Sie wendete sich von ihm ab und wartete ungeduldig, dass sich die Aufzugtüren öffneten, durch die sie auch sogleich hinausschritt. „Paloma, nun hilf mir endlich mal!“, pfiff Enrique sie an. Er erkannte sie gar nicht wieder, war sie doch sonst immer völlig hilfsbereit und für all ihre Freunde da. Es war doch offensichtlich, dass es Tom verdammt beschissen ging und er hatte wirklich alle Mühe ihn alleine aufrecht zu halten. Widerwillig kam sie zurück , und half, ohne den Junior-Chef auch nur eines Blickes zu würdigen, selbigen auf den Beifahrersitz von Enriques Autos zu hieven.. Tom stöhnte, als er auf dem Sitz in sich zusammensackte und schloss auch sogleich wieder die Augen. Paloma schüttelte missbilligend den Kopf. „Idiot, der weiß doch selbst nicht was er will. Erst serviert er sie ab und dann lässt er sich wie ein Teenie vollaufen.“ Sie ignorierte weiterhin energisch, dass sich da ein anderer Gedanke aufdrängen wollte. Nämlich der, das da irgendwas anderes vorgefallen sein musste, aber Enrique hielt es bei allem Verständnis für die Sorgen seiner Freundin nicht mehr aus. „Boh Paloma, ich weiß ja, dass du Angst um Anna hast … Dass habe ich übrigens auch, schließlich ist sie auch meine Freundin. Aber du veranstaltest hier gerade eine Hexenjagd. Hast du gerade im Aufzug Alkohol gerochen? Ich nicht … Und was viel wichtiger ist. Ich kann auch einfach nicht glauben, dass Tom Anna abserviert hat. Du hast die beiden doch erlebt. Du selbst warst völlig beeindruckt, wie sehr sich Tom für Anna eingesetzt hat. Und jetzt soll er kalte Füße bekommen haben? Das glaubst du doch wohl selbst nicht.“ Er schenkte ihr durch den Rückspiegel einen vor Wut funkelnden Blick zu und machte damit eindeutig klar, dass er kein weiteres schlechtes Wort mehr über seinen Freund hören wollte. Er kannte Tom gut und wenn er eines wusste, war es, dass Tom seine große Liebe niemals im Stich lassen würde. Und er war sich sicher, dass Anna eine große Liebe für ihn, wenn nicht sogar die eine, die doch eigentlich Fanni schon gewesen sein sollte. Paloma erschrak ein wenig, als sie Enriques Wut registrierte und schüttelte sich kurz. Die nächsten Minuten schaute sie schweigend aus dem Fenster und dachte über seine Worte nach. Sie musste sich eingestehen, dass er nicht ganz unrecht hatte. Tom hatte in der letzten Zeit wirklich sehr um Anna gekämpft und sich dabei nicht selten völlig selbstlos nur um sie gekümmert. Und wenn sie den heutigen Tag überdachte ... Er hatte so glücklich ausgesehen, als er mit Anna zusammenstand und war auch völlig nervös gewesen, als er während der Präsentation neben ihr gesessen hatte. Aber wahrscheinlich war er nur so nervös, weil er nach einem Ausweg gesucht hat … und dann hat er sich verpisst, mischte sich schon wieder ihre Wut geschwängerte Stimme ein, die ihren Kopf einfach nicht verlassen wollte. Paloma stieß angespannt die Luft aus und stellte erleichtert fest, dass sie endlich da waren. Enrique hielt direkt vor der Notaufnahme und Paloma sprang sofort hinaus und war auch schon durch die Tür verschwunden, während ihr Freund wütend aber erfolglos hinter ihr her rief. Er blickte sich suchend um, und griff letztlich nach einem Rollstuhl, den er im Eingangsbereich erblickte. „Na hoffentlich gehört der keinem“, murmelte er vor sich hin, als er versuchte Tom zu wecken. Er klopfte ihm einige Male auf die Wangen und rüttelte an seiner Schulter. „Hey, aufwachen, nu mach mal mit!“, raunzte er ihn an und, aber Tom reagierte überhaupt nicht. Enrique sah sich erneut hilfesuchend um, aber hatte er erwartet, dass sofort ein helfender Sanitäter auf ihn zugerannt kam, musste er resigniert feststellen, dass diese Erwartungen wohl nur durch schmalziges Filmmaterial geschürt wurde. Unter Einsatz all seiner Kräfte, zog er Tom hoch und ließ ihn mit einer wenig galanten Drehung in den Stuhl fallen. „Wow, du solltest auch mal wieder mehr Salat essen, mein Freund“, stellte er fest, als er sich mit schmerzendem Rücken aufrichtete. Aber das spielte jetzt keine Rolle. Irgendwas stimmt nicht mit Tom, da war er sicher. Schnell schob er Tom in das Gebäude hinein und fand Gott sei Dank sogleich die Aufnahme, hinter der eine Frau stand, die ihn erwartungsvoll anschaute.

Einige Minuten später stieß Enrique erleichtert die Luft aus, als sich hinter Tom und einem jungen Arzt die Türen schlossen. Er hatte beschrieben, wie sich Tom verhalten hatte, und mit Nachdruck erklärt, dass er Tom, trotz vieler gemeinsam gemachter Erfahrungen, so noch nie gesehen habe. Es war das einzig Richtige ihn her zu bringen, versuchte er sich vor sich selbst zu rechtfertigen, denn irgendwie hatte er schon ein wenig Schiss, dass Paloma mit ihren wüsten Vermutungen recht behielt und Tom sich einfach selber abgeschossen hatte. Aber wenn, dann auf jeden Fall nicht mit Alkohol, da war er sicher. Und irgendein, nicht zu verdrängendes Gefühl sagte ihm, dass da mehr vorgefallen war.

---------------

 Zeitgleich betrat Carla völlig zufrieden ihre Wohnung. Sie schmiss ihre Jacke auf die Couch, trat an die Getränkebar heran und goss sich einen Drink ein. Damit stellte sie sich ans Fenster und schaute hinaus, während sie gedankenversunken an ihrem Glas nippte. Sie ließ die letzten Stunden noch einmal Revue passieren und nickte selbstgefällig. Sie hatte tatsächlich an alles gedacht und sie war sich sicher, dass ihr keiner etwas nachweisen können würde.

Sie war, nachdem ihre Handlanger Tom vor dem Aufzug abgelegt hatten und eilig verschwunden waren, einer Königin gleich, hocherhobenen Hauptes die Etagen des Treppenhauses hinunter stolziert und dort völlig gelassen zu ihrem Auto gegangen. Weder unliebsame Begegnungen, noch die Kameras der Sicherheitsleute konnten sie beunruhigen, da sie, perfektionistisch, wie sie nun mal war, vorher mit reichlich Einsatz, dafür gesorgt hatte, dass das Treppenhaus nicht benutzt und die Aufnahmen just in dieser Zeit ausgefallen waren. Eine völlige inneren Ruhe der Zufriedenheit hatte die hysterische Euphorie, die sie nach Annas Abgang verspürt hatte, abgelöst. Sie war ganz in Ruhe zu dem abgelegenen Industriegelände gefahren, wo sie ihre Helfer ausgezahlt hatte, um das Ganze zu einem klaren Abschluss zu bringen, und nun war sie nach getaner Arbeit Zuhause. So fühlte sie sich auf jeden Fall, und daher würde sie sich auch gleich, sozusagen als Belohnung, eine heiße Badewanne einlassen und es sich gut gehen lassen. Das hatte sie nach diesem erfolgreichen Coup nun wirklich verdient.
Carla ließ ihre Gedanken in die Vergangenheit wandern. Sie hatte in ihrem Leben schon viele kleinere und größere Kriege geführt, Personen zu ihren Gunsten manipuliert, mit Intrigen Konkurrenten aus dem Weg geräumt, mit harter Arbeit Erfolge eingefahren und Anerkennung gewonnen, aber mit dieser Aktion hatte sie mit Sicherheit die Schlacht ihres Lebens gewonnen, mit der sie auch die einzigen zwei Niederlagen ihres Lebens ins Gegenteil verkehren würde. Die Niederlagen, die im Untergrund ihrer perfekten Fassade heftigst an ihrem Selbst nagten. Ausgerechnet die zwei Männer, die ihr die Welt bedeuteten waren dafür verantwortlich. Da war zum einen die fehlende Beachtung und Wertschätzung ihrer Person duch ihren Vater und zum anderen die Ablehnung Toms. Und das Gute war, dass sie nun zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen konnte, denn wenn sie erst einmal Tom zurückerobert hatte und damit auch an die Spitze Lanfords getreten war, würde sie auch ihrem Vater endlich Paroli bieten können.
Eigentlich zielte ihr gesamtes Tun schon seit ihrer Kindheit an, genau darauf ab. Ihm zu zeigen, dass sie wer war, dass sie mit ihrem Bruder mithalten konnte, dass sie nicht nur das kleine Prinzesschen war, das mit ihren Barbies spielen wollte, und nun würde sie es schaffen. Und das mit dem Mann ihrer Träume an ihrer Seite. Besser konnte es gar nicht sein. Während sie von Tom sein Vertrauen und seine Liebe wollte, und zudem natürlich auch noch von seiner Stellung profitieren würde, wollte sie ihren Vater mittlerweile nur noch demütigen, und das würde sie tun indem sie ihm zeigte, was er durch seine Missachtung verloren hatte. Eine selbstbewusste, schöne und vor allem erfolgreiche Frau. Carla lächelte selbstgefällig bei den Gedanken an ihre Zukunft, die durch den heutigen Tag eingeleitet wurde.
An Anna, daran, was sie ihr angetan hatte, daran, was sie vielen anderen Menschen angetan hatte, verschwendete Carla keine Gedanken. Sie hatte nur sich selbst und ihren anvisierten Sieg im Blick. Darauf angesprochen, hätte sie vermutlich nur die Schultern gezuckt. Im Krieg gab es nun mal Opfer, und solche wie Anna, die die Unverfrorenheit besaßen, ihr in die Quere zu kommen, hatten es auch nicht anders verdient, als aus dem Weg geschafft zu werden.


Carla trank ihr Glas aus und wollte gerade in ihr Badezimmer gehen, als es klingelte. Verwundert trat sie an ihre Tür und öffnete. Irritiert und nun vielleicht doch ein wenig verunsichert riss sie die Augen auf. „Ja bitte?“

_________________
Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...
Nach oben Nach unten
schreiber_fan

avatar

Anzahl der Beiträge : 66
Anmeldedatum : 05.01.14

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mi Feb 05 2014, 08:43

Langsam weiß ich schon gar nicht mehr was ich schreiben soll. flowers 
Ich wiederhole mich eigentlich eh jedes mal wieder.
Aber trotzdem die üblichen worte brav 
Der Teil war mal wieder richtig hammer super grandios  super 
Mir würden noch so viele schöne Worte für deine Geschichte einfallen aber dann würde ich heute nicht mehr fertig werden mit schreiben  hallo 

Auf jeden fall wieder riesen großes Kompliment  Very Happy 

Und wie immer bitte ganz ganz schnell weiter schreiben Smile
Nach oben Nach unten
Carla3939

avatar

Anzahl der Beiträge : 217
Anmeldedatum : 09.05.13

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mi Feb 05 2014, 21:43

Danke liebe Katha für diesen tollen Teil  Razz  oh mann was ist jetzt bloß mit Anna,wenn Tom erstmal wieder richtig klar ist,wird er bestimmt ausrasten.Freue mich schon wenn du wieder Zeit zum schreiben hast.Liebe Grüße Carla  Wink

_________________
"Jemand der einem nicht nur das Leben rettet sondern auch die liebe." -Anna, über Tom
Nach oben Nach unten
Jule<3

avatar

Anzahl der Beiträge : 15
Anmeldedatum : 10.09.12

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mi Feb 05 2014, 22:32

Kathaaaa  Shocked 
Was hat denn Tommi bekommen, dass er kaum bei Bewusstsein ist und wie geht es Anna? Sad 
Das kannst du doch nicht machen, wofür lässt du uns schmoren? No 
Schreib bitte schnell weiter!  Smile
Nach oben Nach unten
katha

avatar

Anzahl der Beiträge : 921
Anmeldedatum : 05.07.12

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Fr Feb 07 2014, 22:54

Hallo,
da melde ich mich dann doch mal. Ihr seid ja wirklich zu gut zu mir.

Ich werde schon ganz rot bei euren Komplimenten - ich freu mich natürlich.  Wink 


Und ja, ihr wartet auf den nächsten Teil, ist schon klar.

Aber ich muss euch noch etwas vertrösten. Ich habe diese Woche erstaunlich viele Abendbeschäftigungen und da ich tagsüber nicht schaffe was zu schreiben, müsst ihr leider auf meine freien Abende hoffen ...

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende! Ich melde mich sobald ich was für euch habe.

LG, Katha

_________________
Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...
Nach oben Nach unten
Mini_2010

avatar

Anzahl der Beiträge : 804
Anmeldedatum : 04.07.12

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So Feb 09 2014, 13:25

Meine liebe Katha,

an diesem stürmischen Sonntag habe ich es nun doch endlich geschafft, deine Story weiterzulesen. Und was soll ich sagen ...  idontknow  Ich hab keine Worte dafür. Außer vielleicht, dass ich Carla am liebsten wer weiß wo sehen würde. Die Tussi hat sie doch nicht mehr alle. Aber ich hab ja gleich gewusst, dass dieses schöne Wolkenschloss, auf das Anna und Tom so zufrieden zugeschlendert waren, direkt verpuffen würde. Hatte die Kuh in das Glas wirklich Gift reingetan? Und was hat es mit Carstens komischen Verhalten auf sich. Der weiß doch was. Hatte Carla ihn nicht beauftragt, ihr zu helfen? Hat er da was anderes reingetan, um die Sache nicht zu dem Ende kommen zu lassen, wie Carla es geplant hatte? Verdammt, irgendwie erinnert mich das gerade an so ein Märchen - Dornröschen, glaube ich. Hat da nicht auch eine Hexe das arme Mädel verfluchen wollen mit Tod und so und dann kam eine andere und hat das Ganze abgemildert.

Und dann der arme Tom. Was hat sie dem nur eingeflößt? Und dann erst Paloma. Ja, gut ich kann ja verstehen, dass sie verdammt durch den Wind ist wegen Anna, so dass sich der gesunde Menschenverstand ein bisschen ausschaltet. Aber das ist schon ganz schön heftig. Aber so kennen wir ihr spanisches Blut eben.  Wink 

Und wer steht jetzt vor Carlas Tür? Ich hoffe doch die Polizei, die die Tussi direkt in Handschellen abführt, nachdem Carsten vollumfänglich ausgepackt hat. Ja, das wäre schön  Very Happy 

Bitte bitte mach, dass die endlich ihre gerechte Strafe bekommt und Anna und Tom - und vor allem das Baby - wohlauf sind. Noch so einen Schock würde ich wohl nicht überleben ...  Surprised 

Vielen lieben Dank für deine wunderbare Story.

LG, Mini

_________________
„Vor dem Schicksal zu fliehen,
ist manchmal der beste Weg,
um zu sich selbst zu finden.“
Nach oben Nach unten
katha

avatar

Anzahl der Beiträge : 921
Anmeldedatum : 05.07.12

BeitragThema: "85"   So Feb 09 2014, 22:17

So, da habe ich scheinbar doch ganz gut vorgearbeitet und kann den Teil noch posten.  Wink 
Ich wünsche euch eine gute Nacht einen guten Wochenstart!
***************************************



Paloma wurde fast verrückt, weil sie das Gefühl hatte, dass sie unendliche Kilometer durch gleichbleibend nichtssagende, weiße Flure laufen musste, bis sie endlich auf der Station ankam, auf die man Anna gelegt hatte. Ungeduldig suchte sie die genannte Zimmernummer, und als sie ihrem Ziel endlich ganz nah war und gerade in das gefundene Zimmer stürmen wollte, wurde sie von einem Mann gebremst, der neben der Tür rumlungerte. „Halt! Sie können da nicht rein.“, hielt er sie energisch auf und Paloma spürte, dass sie gleich ausrasten würde. „Warum nicht? Wer sind sie überhaupt? Ich werde da jetzt rein gehen.“, erwiderte sie giftig, doch der Mann blieb mit erhobener Hand, mit der er sie aufhalten würde, falls sie auf ihn zustürmte, stehen und schüttelte entschieden den Kopf. „Erst brauche ich ihre Personalien. Vorher können sie hier nicht durch.“ Paloma schüttelte widerwillig den Kopf und vierteilte diesen Menschen bereits in Gedanken. Sie holte tief Luft um einen Schwall spanischer Flüche los zu werden, als sich die Tür hinter ihrem Zielobjekt öffnete und Palomas Tirade im Ansatz erstickte. Da hatte er wohl Glück gehabt, nicht das Opfer ihres spanischen Temperaments geworden zu sein. Susanne stand in der Tür, vermutlich hatte sie Palomas Stimme sofort erkannt. „Das ist Paloma Greco. Sie ist die beste Freundin meiner Tochter und sie war es auch, die sie gefunden hat.“ „Okay“, sagte der Mann, „aber ich brauche trotzdem ihre Personalien, können sie mir ihren Personalausweis geben?“ Paloma war in ihrer Aufregung gerade nicht in der Lage eins und eins zusammen zu zählen und so verstand sie überhaupt nichts mehr. Sie warf diesem Typen immer noch wütend blitzende Blicke zu, kramte dann aber doch in ihrer Tasche herum und zog letztlich ihren Ausweis hervor. Sie hätte ihm den Ausweis am liebsten vor die Füße geworfen, aber riss sich dann doch am Riemen. Sie hielt ihm den Ausweis hin, und ging nachdem dieser zugegriffen hatte hoch erhobenen Hauptes an ihm vorbei in das Krankenzimmer.

Es war ein Einzelzimmer und es begrüßte Paloma mit einer angenehmen Ruhe. Das Bett in dem Anna lag, stand links an der Wand und war erst einmal durch das im Raum integrierte Badezimmer verdeckt, so dass Paloma noch ein paar Schritte tun musste, ehe sie endlich von ihrer Qual der Angst befreit wurde. Endlich war sie bei Anna angekommen. Diese sah sehr zu Palomas Verwirrung ziemlich entspannt aus. Als ob sie einfach schlafen würde. Paloma sah Susanne verwundert an. Einerseits fühlte sie sich endlich erlöst, aber andererseits … „Susanne, was ist hier los? Geht es Anna gut?“ Susanne führte Paloma zu den zwei Stühlen, die neben dem Bett standen und setzte sich mit ihr hin. „Mit Anna ist alles in Ordnung. Sie hat ein Betäubungsmittel geschluckt … Aber sie wird bald aufwachen“, fügte sie beruhigend hinzu. Die Spanierin stieß die Luft aus und Erleichterung machte sich in ihr breit. Sie schaute auf Annas Gesicht und realisiert die Entspanntheit darauf, die die gerade gehörte Botschaft bestätigte. Aber?, schoss es ihr gleich wieder durch den Kopf und ihre Unruhe nahm sie sofort wieder in Beschlag. „Aber wieso hatte sie ein Betäubungsmittel? Sie konnte doch nicht wissen, dass so was passiert … Und außerdem, was soll das da draußen?“ Susanne lächelte verstehend, konnte sie sich doch gut vorstellen, wie verwirrend das alles war, schüttelte dann aber ahnungslos den Kopf. „Ich weiß auch nicht, aber die Polizei war sofort zur Stelle, als wir hier ankamen. Sie vermuten scheinbar, dass Anna irgendwie gezwungen wurde das Glas mit dem Mittel zu trinken. Ich versteh es auch nicht, aber ich hoffe, dass wir bald mehr erfahren.“ Susanne sah auch unglaublich verwirrt und besorgt aus und ihr standen die Tränen in den Augen. Paloma ergriff ihre Hand und drückte sie tröstend. Sie beobachtete die scheinbar selig schlafende Anna, während sie die Situation im Atelier überdachte. Sie verstand überhaupt nicht, wie die Polizei auf diese Annahme kam und wer sie überhaupt eingeschaltet hatte … Ob Carsten etwas damit zu tun hat? Warum hat er Annas Glas eingesteckt? Sie schüttelte den Kopf. Das ergibt doch alles keinen Sinn. Anna war doch die ganze Zeit alleine? Sie selbst hatte Toms Büro doch die ganze Zeit im Auge gehabt. Dann fiel ihr was anderes ein und ehe sie darüber nachgedacht hatte, fragte sie leise, „Was ist mit ihrem Kind?“ Während sie die Frage aussprach, zuckte sie ein wenig zusammen. Bisher war sie ja die einzige gewesen, die von Annas Schwangerschaft wusste - aber unter diesen Bedingungen … Susanne schniefte und nahm sich ergriffen ein Taschentuch aus einer Box, die auf dem nahe stehenden Tisch bereitgestellt war. „Es ist alles in Ordnung“, sagte sie und putzte sich verlegen die Nase. Paloma versuchte einzuschätzen ob es Freude oder Sorge war, die Susanne so aufgelöst wirken lies. „Du wusstest davon?“, fragte sie Paloma schließlich. Ihr Tonfall ließ einen leise Anklage durchschimmern, und Paloma nickte dementsprechend verlegen. „Ja, aber sie wollte, dass sich erst alles beruhigt und sich der Stress gelegt hat, bevor sie es bekannt macht. Selbst Tom weiß noch nichts.“ Susanne nickte verstehend, obwohl es wohl schon ein ordentliches Stück Enttäuschung war, die aus ihrem Blick sprach.

---------------

Vor Carlas Tür standen zwei junge Streifenpolizisten. Sie musterten sie einen Moment und räusperten sich dann verlegen. Offensichtlich waren sie von der sehr aparten Erscheinung ihres Gegenübers ein wenig eingeschüchtert. „Sind sie Frau Carla Lindenberg?“, fragte der eine schließlich mit bemüht fester Stimme und Carla stockte. Warum wurde sie mit ihrem eigentlichen Namen angesprochen? Sie verzog irritiert das Gesicht, „Warum wollen sie das wissen?“ Der eine der Beiden zeigte auf das Klingelschild. „Wir haben ihre Adressdaten bekommen, aber hier steht Rhonstedt“, erklärte er sich, aber da winkte Carla schon ab. „Was wollen sie von mir?“ Ihre Stimme war energisch und ihre kühle Aura versteckte perfekt ihre Unsicherheit. „Wir haben den Auftrag bekommen, zu schauen ob wir sie hier finden und sie ins Krankenhaus zu bringen. Wollen sie also mitkommen?“, sagte der andere, der offensichtlich bemüht war selbstsicher aufzutreten. „Ins Krankenhaus? Warum? Was ist denn passiert?“, fragte Carla ungeduldig nach, denn sie konnte sich keinen Reim auf die ganze Geschichte machen. Aber da schüttelten die Männer einvernehmlich die Köpfe. „Darüber was geschehen ist haben wir keine Informationen erhalten, wir sind wie gesagt lediglich gebeten worden, sie zu informieren, dass sie dort erwartet werden und sie, wenn sie es möchten, dorthin zu bringen.“ Carla schüttelte ärgerlich den Kopf. Was für Idioten sind das denn?, fragte sie sich beunruhigt. Sie überlegte einen Moment die Tür einfach zuzuknallen und ihren eigentlichen Plan wieder aufzunehmen, aber sie spürte, dass sie sowieso nicht zur Ruhe kommen würde. Schon jetzt jagten ihre Gedanken wirr durch ihren Kopf. An erster Stelle war natürlich ihre Sorge aufgetaucht, dass man sie doch mit Annas Ableben in Verbindung bringen konnte, aber da es in diesem Fall ja sehr unwahrscheinlich wäre, dass man sie ins Krankenhaus beten würde, verwarf sie diesen Gedanken auch wieder. Welche Möglichkeiten gab es also noch? Viele waren es nicht, die ihr einfielen, aber jede einzelne davon verunsicherte sie in zunehmendem Maße, also zog sie sich letztlich doch ihre Jacke an, griff sich ihre Tasche und folgte den Beiden.

---------------

Währenddessen klopfte es an der Tür von Annas Krankenzimmer und der Polizist, der die Tür bewacht hatte, stand in der Tür. Zurückhaltend räusperte er sich. „Frau Greco, können wir sie einen Moment sprechen?“ Paloma sah von Anna zu Susanne und stand schließlich auf. Sie wollte Anna jetzt nicht alleine lassen, aber andererseits konnte hier jetzt gerade sowieso nichts tun und Annas Mutter war ja bei ihr. Außerdem wollte sie endlich erfahren, was hier eigentlich los war. Also verließ sie mit einem letzten Blick auf ihre Freundin das Zimmer. Vor der Tür warteten Carsten und ein weiterer Mann auf sie. Erstaunt schaute sie Carsten an und sofort fiel ihr sein seltsames Verhalten wieder ein, als Anna bewusstlos im Büro gelegen hatte und dass er die Notärztin gebeten hatte, Anna auf eine Vergiftung hin zu untersuchen. Was hat er damit zu tun?, fragte sie sich und warf ihm einen skeptischen Blick zu. Aber da wurde sie schon von dem anderen Mann, der gerade auf sie zutrat von ihren Gedanken abgelenkt. Es stellte sich als Stefan Schneider von der Kripo Berlin vor. Paloma wusste immer weniger, was sie von dem Ganzen halten sollte. Sie folgte diesem Mann in einen kleinen Besucherraum, der schräg gegenüber Annas Zimmer lag und in dem sie in Ruhe sprechen konnten. Carsten war ihnen gefolgt, hielt sich aber im Hintergrund. „Warum sind sie hier?“, fragte Paloma sofort, nachdem sie sich an einen kleinen Tisch gesetzt hatten. Sie wollte endlich Antworten, auch wenn sie Angst davor hatte, wie ihr heftig klopfendes Herz eindrucksvoll belegte. „Wir wollen herausfinden, was heute bei Lanford passiert ist und wir hoffen, dass sie uns irgendwie weiterhelfen können.“ In Paloma wollte erneut die Wut auf Tom hervorbrechen, aber sie schluckte sie hinunter. „Das wüsste ich allerdings auch gerne“, rutschte es ihr stattdessen heraus. „Ich befürchte allerdings, dass ich da nicht sehr hilfreich bin. Ich kann ihnen nicht viel sagen.“ Sie schüttelte ratlos den Kopf und rekapitulierte die Situation im Atelier nochmal. Dann sprach sie weiter. „Tom saß während der Präsentation neben mir, bis er plötzlich sein Handy in der Hand hatte und nach einem Blick darauf weg ging. Er meinte, er wäre in fünf Minuten wieder da.“ Sie lachte höhnisch auf, „Von wegen,“ sagte sie zornig. „Anna war völlig verzweifelt, weil Tom sie auf der Bühne hat stehen lassen, obwohl sie dort eigentlich …“ Sie brach ab, ne, von der geplanten Hochzeit musste sie ja jetzt nichts erzählen. „Na ja, sie wollten ihre Verlobung bekannt geben.“ Stefan nickte wissend und wartete einen Moment, aber da Paloma nichts hinzufügte, „Und was war dann?“ Paloma versuchte immer noch irgendwas zu finden, was sie bisher übersehen hatte. Sie zuckte die Schultern, denn sie konnte einfach nicht verstehen, woraus die Annahme entstanden war, dass da jemand an Annas Zustand beteiligt sein sollte. „Anna war völlig verzweifelt und ist weinend zusammen gebrochen. Sie stand völlig neben sich. Paule, also die Schwester von Tom, hat sie dann in sein Büro gebracht. Dort habe ich die beiden gefunden, als mir eine Kollegin Annas klingelndes Handy gebracht hatte. Tom war dran.“ Ihre Stimme bekam schon wieder einen zornigen Klang. Sie konnte ihm sein Verhalten einfach nicht verzeihen. „Und dann?“, fragte der Mann ihr gegenüber erneut nach. „Sie hat uns rausgeschickt. Sie wollte alleine mit ihm sprechen … Ich habe zwanzig Minuten gewartet, aber dann habe ich es nicht mehr ausgehalten und bin einfach ins Büro gestürmt“, Sie schüttelte sich einen Moment, als sie an diesen Moment zurückdachte. „Und dann haben wir sie dort liegen sehen. Carsten war mir gefolgt.“ Sie drehte sich zu Carsten um, der zustimmend nickte. „Ich dachte, sie wäre aufgrund ihrer Verzweiflung zusammen gebrochen. Sie hatte in letzter Zeit schon ein paar Mal Schwächeanfälle, wenn es stressig war.“ Sie suchte in den Augen ihres Gegenübers nach irgendeiner Antwort, auf die Frage, die sie bereits die ganze Zeit beschäftigte. „Warum hat sie ein Betäubungsmittel im Körper?“ Stefan schüttelte mit zusammen gekniffenem Mund den Kopf. „Wir wissen es noch nicht genau, aber immerhin haben wir dank Carsten scheinbar Schlimmeres abwenden können.“ Palomas Augenbrauen zogen sich zusammen. „Was heißt das, Schlimmeres abwenden können?“ Ihre Stimme wurde panisch und sie sah hektisch zwischen Stefan und Carsten, der schräg hinter ihr saß, hin und her. Aber auch er machte nur ein verkniffenes Gesicht. „Carsten, was war da los? Hast du was damit zu tun?“ Ihre Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen, aber Carsten schüttelte mit einem wehmütigem Lächeln um die Lippen den Kopf. Er stand auf und hockte sich neben sie. „Carla“, sagte er bedrückt, aber ehe er weiterreden konnte, wurden sie von dem Klingeln eines Handys unterbrochen. Paloma suchte ihr Handy aus der Tasche und ging sofort dran. „Hallo Paule … Ja, macht euch keine Sorgen. Anna geht es soweit gut … Ja. … Tom? Ja, der ist aufgetaucht, der hat sich irgendwie total abgeschossen. Er ist auch hier im Krankenhaus. … Nein, ich glaube nicht, dass ihr euch Sorgen machen müsst … Ok, dann bis gleich.“ Sie legte auf und ehe sie sich wieder auf das Gespräch besinnen konnte, was sie gerade geführt hatte, schoss schon die aufgeregte Stimme Stefans auf sie zu. „Tom ist hier? Wo war er?“ Irritiert sah sie auf, warum war die Stimme dieses bis hierher so ruhig wirkenden Mannes plötzlich so aufgeregt. Doch ehe sie antworten konnte, wurden sie auf laute Stimmen auf dem Flur aufmerksam. „Jetzt lass mich in Ruhe. Das ist mir total egal. Ich will zu Anna!“, drang die energische Stimme Toms durch die Tür. Schnell sprang Stefan auf und riss die Tür auf. „Tom! Gott sei Dank.“ Toms Gezeter verstummte, während er irritiert auf seinen Freund starrte. Stefan war nämlich sein Freund, der vor Kurzem aus den Staaten zurückgekommen war. „Stefan? Was …“, dann fiel sein Blick auf die anderen Beiden, die im Türrahmen aufgetaucht waren. „Carsten? Paloma?“ Tom verzog völlig unwillig das Gesicht, denn er hatte keine Idee was hier los war. „Was macht ihr alle hier und was ist mit Anna verdammt?“ Seine kurze Verwirrung hatte ihn nur einen kurzen Moment von seinem eigentlichen Ziel abgelenkt. Er kämpfte sich aus dem Rollstuhl, in dem Enrique ihn bis hierher mit viel Aufwand hatte halten können. Er schwankte, blieb dann aber stehen. „Wo ist Anna? Ich will zu Anna!“ Toms Stimme war panisch aber bestimmt, und auch wenn er immer noch keine Ahnung hatte, was mit ihm selbst passiert war und er sich wunderte, was sie alle hier im Krankenhaus wollten, spielte das gerade alles keine Rolle. Er musste dieses unglaublich schlechte Gefühl los werden, dass Anna was Schlimmes passiert war, denn es zeriss ihm fast das Herz. Er brauchte einfach die Gewissheit, dass mit ihr alles in Ordnung war. Stefan merkte, dass Tom gerade sowieso nicht zu gebrauchen war, also zeigte er stumm auf die Tür gegenüber und Tom verstand. Er stürmte, so schnell wie es seine wacklige Verfassung zuließ, an seinen Freunden vorbei, die ihm nur schweigsam hinterher schauten. Als er nach eine gefühlten Ewigkeit an dem Polizisten ankam, der vor Annas Krankenzimmer stand, fiel er ihm in die Arme, so überfordert war er von der körperlichen Anstrengung. Der Polizist fing ihn völlig überrascht auf und warf Stefan einen hilflosen Blick zu, während Tom sich immer noch an ihm festhielt. Stefan nickte seinem Kollegen zu, also öffnete dieser die Tür und begleitete Tom zu Annas Bett.

_________________
Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...
Nach oben Nach unten
Carla3939

avatar

Anzahl der Beiträge : 217
Anmeldedatum : 09.05.13

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So Feb 09 2014, 22:49

Mal wieder ein super Teil liebe Katha  super oh mann endlich kann Tom zu seiner Anna. Du machst es echt spannend  Rolling Eyes  Und die sollen Carla gleich einbuchten wenn sie ins Krankenhaus kommt.Dir auch eine schöne Woche und bitte ganz schnell den nächsten Teil  write  Lg.Carla

_________________
"Jemand der einem nicht nur das Leben rettet sondern auch die liebe." -Anna, über Tom
Nach oben Nach unten
schreiber_fan

avatar

Anzahl der Beiträge : 66
Anmeldedatum : 05.01.14

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mo Feb 10 2014, 13:34

Also da ich keine ahnung habe was ich noch für Komplimente schreiben soll stimme ich Carla3939 einfach mal zu.
Wieder ein super Teil Katha  super 
Auch von mir noch eine schöne Woche an euch alle und bitte schnell weiter schreiben Wink 

lg. schreiber_fan
Nach oben Nach unten
katha

avatar

Anzahl der Beiträge : 921
Anmeldedatum : 05.07.12

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mo Feb 10 2014, 19:33

Danke Carla, Danke Schreiber_Fan,

da haben wir den ersten Tag schon fast hinter uns gebracht.
Und ihr hättet schon wieder gerne einen neuen Teil von mir  Embarassed 

Mal sehen was ich machen kann. Das es heute klappt, kann ich aber nciht versprechen.

Macht es gut ihr lieben und treuen Leserinnen! flowers Und den anonymen Lesern und Leserinnen auch mal einen lieben Gruß   huhu 

Katha

_________________
Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...
Nach oben Nach unten
Sonnenschein
Admin
avatar

Anzahl der Beiträge : 306
Anmeldedatum : 10.06.12

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mo Feb 10 2014, 20:33

Hey!

Da geht es ja ganz schön bunt zu Very Happy aber ist ja noch mal gut ausgegangen Smile hoffentlich fängt es langsam an besser zu werden
Kompliment Katha, supertolle Teile Smile

Liebe Grüße
Nach oben Nach unten
http://schreibertreff.forumkostenlos.com
katha

avatar

Anzahl der Beiträge : 921
Anmeldedatum : 05.07.12

BeitragThema: "86"   Di Feb 11 2014, 16:45

Hallo, Hallo,
da bin ich schon wieder, und habe auch wieder einen neuen Teil im Gepäck. Tom und Anna wieder vereint. Ist jetzt alles gut?
***************************


Die kleine Versammlung auf dem Flur schaute Tom noch einen Moment hinterher und Paloma nutzte die Zeit um Carsten mit sich zurück in den Besucherraum zu ziehen. „Das Anna schwanger ist, hast du es schon jemandem gesagt?“ Sie hatte plötzlich ein schlechtes Gewissen, dass sie ihr Geheimnis ausgeplaudert hatte, auch wenn es in der gegebenen Situation wohl richtig und wichtig gewesen war, es der Notärztin zu sagen. Carsten schaute sie etwas verwundert an und schüttelte den Kopf. Er war etwas irritiert über ihre Aufregung, hatte diese Information doch gerade nur beiläufigen Charakter. „Dann behalte es bitte für dich. Anna möchte es Tom bestimmt gerne selber erzählen. Außer mir, wusste das noch keiner …“ Paloma sah ihn bittend an und er nickte verstehend. „Ja, ja, keine Sorge“, sagte er beruhigend, bevor auch schon die anderen in den Raum traten.
Enrique eilte sofort zu Paloma. „Hey, wie geht es Anna?“, fragte er besorgt, aber als er seine Freundin genauer betrachtete wusste er schon, dass es ihr nicht wirklich schlecht gehen konnte. Sie sah zwar nach wie vor verwirrt aus, aber wirkte bei weitem nicht mehr so panisch, wie im Auto. „Anna schläft. Sie war offensichtlich betäubt. Aber laut Susanne soll sie jeden Moment aufwachen.“ Sie zuckte die Schultern und sah fragend in Stefans Richtung. „Was war das jetzt für eine Geschichte mit Carla?“ Enrique folgte ihrem Blick und zog irritiert die Stirn kraus. „Carla? Was ist denn jetzt mit Carla?“ Paloma murmelte nur leise, „Wenn ich das mal wüsste“, vor sich hin und spürte, wie sich ein Knoten in ihrer Magengegend formierte, denn erst jetzt ereilte sie langsam eine Ahnung, auch wenn sie es nicht verstand, da Carla doch gar nicht bei Lanford gewesen war. Aber Stefan ging gar nicht auf ihre Frage ein. Er setzte gerade an, Enrique eine Frage zu stellen, als sie, wie auch schon zuvor, durch eine lautstarke Auseinandersetzung auf dem Flur unterbrochen wurden.
„Sollen wir nicht erst mal schauen, was mit Tom ist? Paloma hat doch gesagt, dass es Anna gut geht“ „Nein, ich will erst mal wissen, was mit Anna ist. Und ich will wissen, was da passiert ist. Wenn Tom sie wirklich abserviert hat, dann, dann … Ach, ich weiß auch nicht.“ „Sag mal geht´s noch? Ich gehe ihn jetzt suchen. Er ist schließlich nicht irgendwer, sondern mein Bruder. Und dein Sohn, wenn ich dich daran erinnern darf.“ Wieder waren die Menschen im Zimmer aufgestanden und an die Tür getreten. Sie sahen, wie Bruno im Stechschritt auf sie zugelaufen kam, während Paule, ebenfalls sehr energischen Schrittes, in entgegengesetzte Richtung den Flur entlang lief. Paloma reagierte als erstes. Sie lief ein paar Schritte in den Flur hinein und Bruno fühlte sich schon in seinem Wunsch erhört über Annas Verfassung informiert zu werden, als sie, sehr zu seiner Empörung, an ihm vorbei ging und laut „Paule!“ durch den Gang rief. Sie lief noch ein paar Schritte in ihre Richtung und empfing die junge Lanford, die mit sorgenvollem Gesicht auf sie zukam mit den Worten, „Tom geht es gut. Er ist bei Anna. Mach dir keine Sorgen.“ Paule fiel ihr erleichtert in die Arme. „Wo sind sie?“ Paloma nahm sie mit zu den anderen, die alle zusammen standen und wild durcheinander redeten.
---------------
Tom war unendlich erleichtert, als er an Annas Bett ankam. Er ließ sich mit einem tiefen Seufzer auf den Stuhl fallen und schloss die Augen. Sein Kopf dröhnte, ihm war schwindelig und sein Herz raste. Er brauchte einen Moment, um wieder zu sich zu kommen. „Tom, was ist denn jetzt auch noch mit dir?“, hörte er plötzlich, wie er angesprochen wurde. Er öffnete die Augen und sah sogleich in die besorgten Augen von Annas Mutter. Es tat gut sie zu sehen, ihre Anteilnahme und ihr Mitgefühl zu spüren, die ihn sofort erreichten und außerdem zu wissen, dass Anna nicht alleine gewesen war. Er stieß die Luft aus und sagte abwehrend „Geht schon. Alles gut …“, denn schließlich ging es hier gerade nicht um ihn. Sein Blick schweifte über das Bett bis er Annas Gesicht im Visier hatte. Sie lag da und rührte sich nicht. „Was ist mit Anna? Warum ist sie hier?“, fragte er. Seine Stimme war leise und zitterte vor Verzweiflung und Susanne war froh, dass sie ihn beruhigen konnte. Sie hockte sich zu ihm und ergriff seine Hand. Sie wartete bis er sie ansah. „Es geht ihr gut. Sie müsste jeden Moment aufwachen.“ Sie schenkte ihm ein beruhigendes Lächeln, schaffte es aber nicht die Unruhe aus seinen Augen zu vertreiben. „Aber warum ist sie überhaupt hier? Sie war doch wieder so gut drauf …“ Susanne zuckte mit den Schultern und ihr Lächeln wurde gequält. Erneut musste sie ihre eigene Sorge verdrängen und ihre Ahnungslosigkeit hinter Zuversicht verstecken, um jemand anderen zu beruhigen. „Ich weiß nicht genau was passiert ist. Sie hat ein Betäubungsmittel geschluckt, mehr kann ich dir nicht sagen … Aber auf jeden Fall ist laut der Ärzte alles gut.“ Sie drückte Toms Hand noch einmal und stand dann auf. „Ich lass euch mal alleine. Ich muss sowieso dringend bei Ingo anrufen. Der wird wahrscheinlich gerade wahnsinnig vor Sorge.“ Damit ließ sie das junge Paar alleine.
Tom ergriff Annas Hand und beobachtete sie mit liebevollem Blick, während er sich an Susannes beruhigenden Worten festhielt und gleichzeitig versuchte das alles zu verstehen. Aber dann schob er alle Gedanken beiseite, es war jetzt einfach nicht wichtig was passiert war.
„Hey, was machst du denn für Sachen?“, flüsterte er leise. Sie sieht so entspannt aus, fast wie ein Engel, ging es ihm durch den Kopf und sein Herz zog sich bei dem Gedanken ein Stück zusammen, denn gerade das machte ihm Angst. Sie sah aus, als hätte sie sich in eine bessere Welt verabschiedet. Er beugte sich vor und gab ihr einen sanften Kuss auf ihre wie leblos wirkenden Lippen. „Ich liebe Dich“, flüsterte er leise und strich ihr zärtlich über die Wange. Erschöpft legte er seinen Kopf gegen ihre Schulter und schloss die Augen. Trotz seiner Angst fühlte er, wie er langsam zur Ruhe kam. Er war bei Anna und das war es was zählte. Fix und fertig wie er war, wäre er vermutlich sofort eingeschlafen, wenn er da nicht plötzlich ihre Stimme gehört hätte. Ganz leise. „Tom? Was machst du hier?“ Tom hob den Kopf, da er nicht ganz sicher war, ob es lediglich eine Wunschfantasie war, oder ob er sie wirklich gehört hatte. Aber Anna hatte tatsächlich die Augen geöffnet, auch wenn sie sie gleich wieder zusammenkniff, da es vermutlich zu hell für sie war. „Anna!“, rief er erleichtert aus, „Gott, bin ich froh.“ Anna schüttelte kaum merklich den Kopf und schloss die Augen wieder. „Warum bist du auch hier?“ fragte sie verwundert, aber dann legte sich ein seliges Lächeln auf ihre Lippen „Aber wir sind zusammen …“ Sie öffnete ihre Augen wieder und sah ihn liebevoll an. Langsam hob sie ihre Hand und liebkoste sanft sein Gesicht. Tom war es, als würde er von ihrer Berührung erweckt. Von jetzt auf gleich durchflutete ihn eine Woge des Glücks, die seine Erschöpfung, zumindest für diesen Moment, äußerst effektiv vertrieb.„Ja Anna, wir sind zusammen und wir werden es immer bleiben. Ich verspreche es dir. Anna, lass uns heiraten, heute noch, morgen, so schnell es geht. Ich liebe Dich. Ich möchte, dass wir zusammen gehören, für immer!“ Seine Worte waren aufgeregt, fast flehend aber entgegen seiner Erwartung beantwortete Anna seinen Vorstoß mit einem irritierten Kopfschütteln. Mit verzweifelter Stimme sagte sie plötzlich, „Warum bist du hier? Ich hab doch alles getan, damit dir nichts passiert. Ich hab es doch für dich getan …“ Es war kaum noch ein Flüstern, als sie auch schon begann bitterlich zu weinen. Sie schlug die Hände vor ihr Gesicht und wiederholte ihre Worte. „Das wollte ich nicht … Ich habe es doch für dich getan.“ Anna hatte einige Zeit gebraucht um das Erlebte mit der jetzigen Situation in Verbindung zu bringen, aber jetzt brach sie innerlich zusammen. Das grelle Licht des Krankenhauszimmer, das Weiß, das sie umhüllte, sie war sicher, dass sie sich in der Zwischenwelt befand, in der sie bereits einmal gewesen war. Damals, mit Jonas. Aber damals hatte es Hoffnung gegeben. Denn es waren ihre ganz langsam schwindenden Kräfte gewesen, die ihnen einen gewissen Zeitrahmen gegeben und damit den Rückweg noch offen gehalten hatte. Aber heute … Sie hatte das Gift getrunken. Sie würde nicht wieder zurückkehren können. Dieses Mal nicht. Und deshalb durfte es auch nicht sein, dass Tom bei ihr war. Er sollte doch leben, es konnte doch nicht alles umsonst gewesen sein. Sie war völlig verzweifelt und hoffte, dass er zurück gehen würde
. Zurück, in die Welt der Lebenden. Sie vergrub sich in sich selbst und weigerte sich, ihm ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Tom schüttelte verständnislos den Kopf. Was ist denn jetzt los? Was hat sie für mich getan? Er war völlig perplex von ihrer unerwarteten Reaktion und spürte Panik in sich aufsteigen. Sie wirkte so verzweifelt und so weit weg. Er setzte sich auf die Bettkante, so dass er sie direkt vor sich hatte und zog ihr die Hände vom Gesicht. Er beugte sich über sie. „Hey, schau mich an. Anna!“, aber Anna kniff die Augen zusammen und schüttelte den Kopf. “Nein, das darf nicht sein. Nein, nein … Bitte geh doch zurück.” Was hat sie denn nur? Wohin zurück?, fragte sich Tom erneut. „Anna!“, rief er sie erneut an. Er zog sie, trotz ihres Widerstands, zu sich und nahm sie feste in den Arm. Er küsste sie auf die Stirn, auf die Wange, auf den Mund, strich ihr übers Gesicht, bis sie ihn endlich anschaute und er das Gefühl hatte sie zu erreichen. „Was redest du da? Ich bin hier, du bist hier. Alles ist gut.“ Anna verstand die Welt nicht mehr, sie konnte ihn spüren, das war anders als damals. Es waren ganz klar Berührungen, die sie fühlte, oder träumte sie nur? Nur ganz, ganz langsam keimte die Hoffnung in ihr, dass sie doch nicht im Himmel weilte, dass Tom lebte, genau wie sie selbst und trotzdem verstand sie es nicht. „Aber das Gift … Ich habe es doch getrunken …“ Toms Herz schlug ihm bis zum Hals, er wusste gar nicht mit der Situation umzugehen, und was redete sie da von Gift? „Anna, alles ist gut, alles ist gut“, wiederholte er gebetsmühlenartig, bis er es nicht mehr aushielt. Er legte seine Hände erneut an ihr Gesicht und zog sie zu sich. Er küsste sie, sanft und zärtlich, leidenschaftlich … bis sie sich endlich fallen ließ und er das Gefühl hatte, dass sie wirklich bei ihm war. Tom löste sich von ihr und sah sie intensiv an, während er ihr Gesicht immer noch umfasst hielt. Annas Augen strahlten immer noch völligen Unglauben aus. Sie löste sie für einen Augenblick aus seinen und versuchte sich zu orientieren. Sie erkannte einzelne Konturen, die nicht in ihre Vorstellung der Situation passten. „Wo sind wir hier?“, fragte sie leise, denn sie wollte Klarheit. Sie konnte und wollte Tom nicht mehr gehen lassen. Es fühlte sich einfach zu gut an, ihn bei sich zu haben und es wurde ihr klar, dass es so sein sollte, dass sie zusammen gehörten. Nur wo waren sie? War das wirklich das Ende, oder gab es doch noch eine Chance?  Endlich schlich sich ein erleichtertes Lächeln auf Toms Gesicht. „Wir sind im Krankenhaus. Aber so wie es aussieht, geht es uns beiden mehr oder weniger gut.“ Annas Blick strich über sein Gesicht, beobachtete ungläubig seine Lippen, die Dinge aussprachen, die sie nicht verstand, ehe sie wieder in seine Augen sah. „Ich bin also nicht … tot?“ Toms eine Augenbraue zuckte verwundert in die Höhe, aber dann schmunzelte er erleichtert. Ihn überfiel eine irgendwie seltsame Albernheit. Vielleicht war es einfach die Leichtigkeit, die er plötzlich verspürte, nachdem sich der Felsblock, der ihm auf dem Herzen lag, im Nu ins Nichts aufgelöst hatte. „Ich finde, du siehst sehr lebendig aus, und … du fühlst dich auch so an, wenn ich das sagen darf.“ Anna wusste nicht, ob sie ihm glauben konnte, aber sie wollte es so sehr, dass sie ebenfalls irgendwie unkontrolliert auflachte. Sie griff seine Stimmung dankbar auf und hielt sich daran fest. „Na gut, dann will ich dir mal glauben. Außerdem muss ich mal zur Toilette. Das ist doch bestimmt ein eindeutiges Zeichen, dass ich lebe, oder was meinst du?“ Jetzt musste auch Tom lachen. Die beiden nahmen sich in den Arm und hofften jeder auf seine Weise, dass dieser Alptraum wirklich vorbei war. Doch dann verdrängten sie ihre Angst,waren plötzlich wie beschwipst. Sie lachten und lachten, bis ihnen die Tränen kamen. Anna wischte sich letztlich über ihr Gesicht und rutschte mühsam zum Bettrand. „Wenn ich jetzt nicht gehe, dann lass ich was unter mir.“ Tom machte ihr Platz und half ihr aufzustehen.
---------------
Die kleine Menschenansammlung, die sich wild durcheinander plappernd auf dem Flur zusammengefunden hatte, hatte mittlerweile wieder den Weg zurück ins Besucherzimmer gefunden. Allerdings erst, nachdem eine resolute Krankenschwester aufgetaucht war und sie mit einem missbilligenden Kopfschütteln darauf aufmerksam gemacht hatte, dass sie sich in einem Krankenhaus befanden, indem die Patienten ihre Ruhe brauchten.
Also standen und saßen sie jetzt allesamt in dem kleinen Besucher-Raum. Bruno, Paule, Paloma, Enrique, Susanne, Carsten, alle versuchten Antworten auf ihre vielen unbeantworteten Fragen zu finden und hatten das Gefühl, dass sie vor einem riesigen Rätsel standen. Lediglich Stefan wirkte ruhig und professionell, während er einige kurze Telefonate führte.
Irgendwann winkte er Carsten zu sich. Sie flüsterten leise miteinander, während sie von allen anderen gebannt beobachtet wurden, da sich jeder einzelne von ihnen fragte, was ihr Kollege mit der Polizei zu tun hatte. Vor allem Paloma hielt die Ungewissheit kaum noch aus, hatte sie doch auch die vorherige Bemerkung, dass dank Carsten schlimmeres verhindert worden war, noch im Kopf. Nur einzelne Satzfragmente drangen zu den Beobachtern durch und schürten weiter die Unsicherheit. „Die Kamera … keine Speicherung … Wo war Tom … Dann war es … Ich lehn mich weit aus dem Fenster …es gibt noch keine Beweise … vielleicht unsere einzige Chance“
Die Anwesenden warfen sich fragende Blicke zu und Bruno versuchte wenigstens zu klären, ob sein Sohn wirklich ein solcher Vollidiot war, wie er es befürchtete. „Habe ich das jetzt richtig verstanden, dass Tom Anna nicht absichtlich hat stehen lassen?“ sprach er Paloma an, die ihn aber mit einem unwilligen Knurren ignorierte, weil sie hören wollte, was die Männer dort vorne besprachen. Paule trat an ihren Vater heran, offensichtlich waren sie in der Sorge dann doch wieder vereint. „Papa, ich glaube ja. Aber wir wissen es doch auch nicht. Jetzt warte mal ab …“ 
In diesem Moment ergriff Stefan endlich das Wort. „Hört mal kurz zu. Ich brauche dringend eure Hilfe.“ Er wendete sich Enrique zu. „Enrique, was ist mit Tom? Wo habt ihr ihn gefunden und was haben die Ärzte gesagt?“ Enrique lenkte seine Aufmerksamkeit auf den Polizisten, der ihn ungeduldig betrachtete, während alle anderen an seinen Lippen hingen. Schließlich hatten sie alle Tom vermisst und sich ihre jeweils eigene Geschichte gestrickt, was er getan hatte. Aber zu diesen Fantasien passte die Frage Stefans nicht wirklich, also wollten sie jetzt doch wissen, was ihm widerfahren war. „Wir haben ihn zufällig im Treppenhaus gefunden, oben beim Zugang zum Dach. Er stand völlig neben sich und konnte sich kaum auf den Beinen halten. Wir haben ihn dann ins Auto geschleppt und mit hierher genommen. Die Ärzte in der Notaufnahme haben mir eben gesagt, dass er nach Chloroform gerochen hätte. Vermutlich hat wurde er betäubt. Genaueres konnten sie noch nicht sagen. Er sollte eigentlich da bleiben und sich noch ein bisschen erholen bis die Blutuntersuchungen vorliegen. Aber nachdem er mitbekommen hat, dass Anna hier eingeliefert wurde, hat er einen riesigen Aufstand gemacht, so dass sie ihn letztlich haben gehen lassen. Sie melden sich gleich nochmal wegen der Ergebnisse.“ Stefan schüttelte nachdenklich den Kopf. Scheinbar setzte sich für ihn auch nur langsam ein Bild zusammen, aber er hoffte, dass sie der Lösung des Rätsels und vor allem der vorherrschenden Gefahr schnell auf die Spur kommen würden. „Aber wer macht denn so was?“, fragte Bruno jetzt völlig aufgebracht in den Raum, denn endlich war seine sich anbahnende Enttäuschung gebannt. Stattdessen drängte die Empörung durch, wer seinem Sohn und seiner künftigen Schwiegertochter solch abstrusen Dinge antat. Doch er bekam keine Antwort, denn da klingelte erneut Stefans Telefon. Nachdem er darauf geschaut hatte, warf er Carsten einen bedrückten Blick zu. „Schneider“, meldete er sich und hörte kurz in den Hörer, „Ja, ich weiß, dass es eine Gefahr ist. Aber wir haben bisher nichts anderes in der Hand ... Vielleicht ist das die einzige Chance. Und je länger es dauert, bis sie sich begegnen umso unwahrscheinlicher ist es, dass es funktioniert. ... Ja, ich bin mir sicher. Bitte, vertrauen sie mir. .... Ja, Danke“ Die anderen Anwesenden beobachteten schweigsam wie er angestrengt die Luft ausstieß und registrierten mit ungutem Gefühl, dass offensichtlich auch er nicht so ganz genau wusste, was er da tat. Schnell fragten sie, ob es neue Erkenntnisse gab, aber Stefan schüttelte abwehrend den Kopf. „Ich gehe jetzt zu Anna und Tom, die werden mir sicher mehr erzählen können ... und dann werden wir sehen was gleich passiert. Tut mir den Gefallen und bleibt solange hier. Geht nicht raus und lasst die Tür geschlossen. Das ist wichtig.“ Er wirkte etwas nervös, was die anderen gar nicht verstanden und sie ebenfalls wieder verunsicherte, aber er sagte es mit so viel Nachdruck, dass sie sich wohl daran halten würden. Besänftigend fügte er hinzu , „Carsten kann euch in der Zwischenzeit erzählen, was wir vermuten.“ Er nickte ihm zu und trat im Anschluss auf den Flur hinaus.

_________________
Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...
Nach oben Nach unten
schreiber_fan

avatar

Anzahl der Beiträge : 66
Anmeldedatum : 05.01.14

BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Di Feb 11 2014, 17:21

Oh mein Gott Katha dass ist einfach der absolute Wahnsinn Very Happy
wie du schreibst ich fass es nicht es ist einfach der Hammer brav 
Danke dass es so schnell weiter ging hat mich echt gefreut Smile 
und ich bitte um wiederholungsbedarf Razz 
Ich will doch wissen was Carsten weiß write 
Nach oben Nach unten
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   

Nach oben Nach unten
 
AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 10 von 13Gehe zu Seite : Zurück  1, 2, 3 ... 9, 10, 11, 12, 13  Weiter

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
SCHREIBERTREFF :: KREATIVES SCHREIBEN :: Fanfiktion-
Gehe zu: