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 AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"

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katha

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BeitragThema: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Sa Feb 09 2013, 21:29

das Eingangsposting lautete :


(Da muss ich doch gleich mal die neuen Icons probieren. )

So, jetzt ernsthaft.

Viele von euch wissen schon, was hier jetzt passiert, da ich diese Story bereits im AudL-Forum gepostet habe (bzw. noch fertig stellen werde), aber für alle anderen sei es kurz erläutert.

AnTom II Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück? ist eine weitere Fan-Fiction von mir, die sich von der Telenovela "Anna und die Liebe" ableitet. Und wäre das nicht schon Vorgabe genug, ist sie noch ein zweiter Teil, der unmittelbar an meine erste FF AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn" anschließt, so dass es förderlich ist, diese gelesen zu haben.

Wenn ihre diese begünstigende Bedingungen erfüllt habt, gibt es eigentlich nichts mehr zu sagen, außer vielleicht ..., dass ich hoffe, auch bei dieser zweiten FF, euren Zuspruch zu finden.

Liebe Grüße von mir, und ganz viel Spaß!

Katha

Ach so, da fällt mir noch was ein.
Es sei noch gesagt, dass ich die Teile, die ich hier poste zuvor nochmal überarbeite, so dass sich leichte sprachliche Veränderungen ergeben können, oder auch mal ein Satz hinzugefügt oder weggelassen wird. Die Handlung bleibt aber die gleiche. Wink

_________________
Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...


Zuletzt von katha am Sa Feb 09 2013, 22:44 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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AutorNachricht
katha

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BeitragThema: "9"   Do März 28 2013, 10:06

Und weiter gehts...
***************************

Tom stand immer noch in der Eingangstür der Else und schaute seiner Ex-Verlobten skeptisch hinterher. Das Restaurant war mittlerweile relativ leer und die Menschen, die noch dort saßen, sahen so gar nicht nach Carlas Kragenweite aus. Er fragte sich, warum sie hier her kam um ihre Mittagspause zu verbringen. Eigentlich hatte sie sich immer wieder über den bodenständigen Laden mokiert, der so gar nicht in ihre Designer-Welt passen wollte. Da sie sich dann aber alleine an die Theke setzte, ließ er es gut sein und setzte seinen Weg in die Firma fort. Gott sei Dank ist sie jetzt erst gekommen, dachte er noch, als er schmunzelnd an die vorangegangenen Szenen mit Annas Eltern und ihren innigen Inspirationsversuch dachte.

Nachdem sich die Tür hinter ihm geschlossen hatte, betrat der junge Mann, der kurz zuvor an Tom und Anna vorbei zu den Toiletten gegangen war, wieder den Gastraum und begrüßte Carla. Er wies ihr den Weg zu seinem Tisch. „Was ist ihnen denn passiert?“ fragte er nach der Ursache des Gipsbeines. Die Brünette winkte ab. „Das geht sie gar nichts an. … Lassen sie uns lieber zum Geschäftlichen kommen.“ Er sah sie abschätzig an. Er konnte diese Frau nicht leiden. Aber er wollte diesen Auftrag, denn mit ihr zu arbeiten, bedeutete immer gutes Einkommen. „Was kann ich für sie tun Fr. Rhonstedt? Es klang dringend und eilig, wenn ich sie richtig verstanden habe?“ Carla nickte, und als sie genau in diesem Moment Anna mit einer Tasche in der Hand die Treppe zum Restaurant herunter kommen sah, verzog sie entnervt das Gesicht. „Sehen sie diese Frau dort?“ Der Mann nickte „Anna Broda!“ Carla fuhr fort. „Genau. Diese Frau braucht dringend ein paar Erinnerungshilfen, wo sie hin gehört. Und sie werden mir dabei helfen sie ihr zu geben.“ Der Mann schaute der Blondine, die gerade aus der Tür ging, hinterher und nickte wissend. „Ich verstehe. Sie nimmt langsam ihren Platz ein. Das würde mir auch nicht gefallen.“ Bevor er fragen konnte, was die brünette Designerin denn genau von ihm wollte, giftete Carla ihn an. „Sie wird nie meinen Platz einnehmen. Dazu ist diese einfältige Person gar nicht in der Lage.“ Ihre Augen schossen wütende Blitze in seine Richtung. Ihr Tischnachbar schaute sie skeptisch an, schob seine vor ihm liegende Zeitschrift in ihre Richtung, und tippte auf einen Artikel. „Anna Broda in Stockholm. Jung-Designerin im Aufwind“ „Also beruflich scheint sie gerade recht gefragt zu sein, und privat…“. Und wieder ließ Carla ihn nicht ausreden. „Privat? Tom wird sich nie auf sie einlassen, sie ist einfach viel zu … zu…" sie suchte nach dem passenden Wort. „… gewöhnlich. Langweilig halt.“ Die letzten Worte hatte sie nur so dahin gezischt. Der skeptische Blick des Mannes intensivierte sich zunehmend. „Also wenn sie meine Meinung hören wollen, …“ „Will ich aber nicht!“ fuhr die Auftraggeberin erneut dazwischen. Was fällt dem eigentlich ein. Es geht ihn überhaupt nichts an warum er seinen Job machen soll. Er soll ihn einfach nur machen. „Ich glaube schon, dass sie das wissen wollen. Aber ich kann meine Informationen auch für mich behalten.“ blieb der Detektiv ganz gelassen. Er wusste, wie man mit Kunden umging. Die Designerin betrachtete ihn einen Augenblick herblassend und zuckte dann mit den Schultern. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass er mehr über ihren Angebeteten wissen sollte, als sie selbst, aber schaden konnte es ja auch nicht ihn erzählen zu lassen. „Na dann mal los.“ forderte sie ihn auf. „Also nach meinen Beobachtungen hat Hr. Lanford die Grenze des sich darauf Einlassens weit überschritten." Er schaute seine Tischnachbarin, deren Blick noch immer skeptisch war, mit wissendem Blick an. "Ich war eben Zeuge eines Umtrunks, bei dem er scheinbar in Fr. Brodas Familie willkommen geheißen wurde. Und der Kuss, den sich Frau Broda und Hr. Lanford gerade im Waschraum gegeben haben, sah bestimmt nicht nach einem Angestellten–Chef-Verhältnis aus. Es sei denn, das ist bei Lanford so üblich, dass man sich gegenseitig abknutscht …“ fügte er locker hinzu. Carla ließ fast den Kaffee fallen, den sie in der Hand gehalten hatte. „Was sagen sie da? Aber…?“ Ihre Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen. Ich denke Anna und Peer? Kann das wirklich sein, dass Tom und…? Carla schüttelte sich bei dem Gedanken, den sie nicht mal zu Ende denken wollte. Aber dann riss sie sich zusammen, denn sie wollte sich vor diesem kleinen Schnüffler schließlich keine Blöße geben. „Ok, dann sei es so. Das ist nur ein weiterer Grund, dass sie mir schnell Ergebnisse liefern sollten. Diese Frau muss einfach verschwinden. Sie müssen für mich zwei Dinge erledigen und ich will die Ergebnisse bis morgen Abend, haben wir uns verstanden.“

Anna saß an ihrem Schreibtisch und holte ihren Zeichenblock hervor. Tom war nirgends zu sehen, was vielleicht auch ganz gut so war. So konnte sie sich wesentlich besser konzentrieren. Sie schmunzelte, bei dem Gedanken, wie sehr sie sich zusammen reißen musste, ihn nicht ständig anzustarren. Vor allem, wenn Carla neben ihr saß und sie beobachtete wie ein Spitzel sein Spionageopfer. Aber Gott sei Dank war auch sie nicht an ihrem Arbeitsplatz. So war Anna ausnahmsweise mal verschont von den negativen Wellen, die sonst immer auf sie zu rollten. Eigentlich waren es also die perfekten Arbeitsbedingungen.
Anna schloss die Augen und hoffte auf Inspiration. Ein Brautkleid also… Aber ganz spontan hatte sie keinen Einfall. Dann musste sie also gezielt überlegen. Sie stand auf und schaute aus dem Fenster auf die Bewegungen der Stadt. Ein Hochzeitskleid. Wie könnte es aussehen? Was passt zu meiner Kollektion? Klassisch weiß, oder vielleicht doch eher ausgefallen? … Was würde ich tragen wollen, wenn ich noch mal heiraten würde. … Heiraten. Sie dachte an ihre eigene Hochzeit zurück und wurde wehmütig. Jonas und sie waren so glücklich gewesen. Sie waren davon ausgegangen, dass es eine ewig währende Ehe sein würde, die ihren grandiosen Beginn in dieser Hochzeit fände. Stattdessen war bereits das Ende der Feier in eine Katastrophe gemündet. Ihr Schwager hatte sie entführt und in einen Kühlraum gesperrt. Sie waren fast gestorben. Aber nachdem sie diese Grenzsituation überstanden hatte, fühlten sie sich enger verbunden, als je zuvor. Sie waren sicher, dass sie alles gemeinsam meistern würden, und dass ihnen die Welt offen stände. Aber ihnen war gerade mal ein Jahr des Glücks vergönnt gewesen. Es war ein aufregendes, sehr schönes Jahr, aber ihre gemeinsame Zeit hatte viel zu schnell und auf so tragische Weise geendet. Anna dachte traurig an Jonas und die Zeit nach seinem Tod. Seit dem ist so viel passiert. ... Und jetzt habe ich tatsächlich eine neue Liebe gefunden. Damals war dieser Gedanke völlig unvorstellbar … Aber ich bin wieder glücklich. … Sie lächelte selig vor sich hin. Werden Tom und ich wohl mal heiraten? Trieben ihre Gedanken weiter davon. Sie fand die Vorstellung gar nicht so abwegig. Im Gegenteil. Eigentlich war es für sie völlig klar. Komisch, wir sind erst so kurz zusammen, und ich denke ans Heiraten. Aber, es fühlt sich alles so richtig an. Sie fühlte sich das zweite Mal in ihrem Leben wirklich angekommen. Nach den letzten Monaten der Trauer, der vielen Sorgen und Irrwege war sie angekommen und Zuhause bei einem Menschen, der sie mit Liebe und Glück erfüllte. Tja Jonas, du hattest wohl doch recht mit der Wahl deines Nachfolgers.
„Hey Süße, wo bist du denn mit deinen Gedanken?“ Annas Kopf schoss zu der Stimme, die sie gerade aus ihrer tiefen Versenkung gerissen hatte. Sie hatte überhaupt nicht realisiert, dass ihre beste Freundin an sie heran getreten war. Annas Blick entspannte sich wieder und sie lächelte „Hey Palomi, … ach ich versuche Inspiration für das Brautkleid zu finden, das ich designen soll.“ Palomas Gesicht begann nekisch zu strahlen. „Und? Woran denkst du bei dem Thema? Vielleicht an dein Herzblatt?“ Anna haute Paloma locker auf den Arm. „Mann, du wieder! Meinst du nicht das wäre ein bisschen voreilig?“ Paloma zuckte mit den Schultern. „Sag du´s mir. Könntest du es dir vorstellen?“ Anna fühlte wie ihr die Farbe in den Kopf schoss und sie schaute die Spanierin verlegen an. „Ganz ehrlich? Ich kann es mir tatsächlich vorstellen.“ „Wow“ war das einzige was Paloma dazu einfiel. „Du meinst das wirklich ernst“ sagte sie fassungslos, und Anna nickte vorsichtig. „Nicht, dass ich was geplant hätte, oder planen möchte, wir haben ja alle Zeit der Welt. ..." Sie wendete ihren Blick wieder in die Ferne. "Ich kann es nicht wirklich erklären ..., aber es ist so ein Gefühl… Ich habe eine so tiefe innere Überzeugung, dass das alles richtig ist. Dass ich den Richtigen gefunden habe …" Anna sah Paloma in die Augen. „Vielleicht ist es wirklich Schicksal.“ Paloma nahm Anna spontan in die Arme und drückte sie fest. „Weißt du, dass ich Tom unendlich dankbar bin. Ich bin so froh, dich wieder so glücklich zu sehen.“ Paloma strahlte Anna noch einmal an, bevor sie sich zum Gehen wand. „Na dann mal los. Entwerfe dein Traumkleid! Obwohl, besser nicht, sonst kannst du es ja bei deiner eigenen Hochzeit nicht mehr tragen.“ Sie zwinkerte ihr zu und verschwand.
Anna sah flüchtig zu Toms Büro und erkannte Enrique und Tom hinter der Glaswand stehen. Habe ich das gerade wirklich gesagt? In diesem Moment wurde ihr bewusst, was es bedeutete den Menschen gefunden zu haben, von dem man überzeugt ist, dass er für einen bestimmt ist. Sie lächelte glücklich und gleichzeitig machte sich leise Angst in ihr breit. Denn sie hatte diesen einen Menschen schon einmal gefunden, … und wieder verloren. Tja Anna, je höher man steigt, umso tiefer kann man fallen. Aber hätte ich aufgrund dieses Risikos auf mein Glück verzichten sollen? Sie drehte sich wieder zum Fenster und schüttelte schwach den Kopf, denn sie wusste die Antwort. Für sie hätte ein Leben ohne Liebe, so wie Tom es für sich geplant hatte, keinen Wert gehabt. Sie dankte Gott, dass auch Tom mittlerweile zu dieser Einsicht gelangt war.

Damit riss sie sich endgültig aus ihren Gedanken und begab sich zurück an ihren Zeichentisch. Wenn sie das Nachdenken nicht weiterbrachte, musste sie einfach einen Stift in die Hand nehme und drauf los zeichnen. Mist. Da habe ich wohl die carlafreie Zeit verplempert. Jetzt raubt sie mir wieder jegliche positive Energie mit ihrem grimmigen Getue. Aber es half ja nichts. Irgendwie musste sie was auf´s Papier bekommen. Sie schaute noch einmal kurz auf um sich positiv zu pushen und da Tom auch prompt den Kopf hob und sie liebevoll anlächelte, griemelte auch sie in sich hinein. Sie schloss für einen kurzen Moment die Augen und begann schließlich zu zeichnen.
Am späten Nachmittag kam Paloma auf Anna zu, die die letzten Stunden verschiedene Modelle gezeichnet hatte und immer noch nicht sicher war welchen Stil ihr Brautkleid letztlich haben sollte. „Hola!“ Anna schaute auf und lächelte. Sie reckte sich, spürte sie doch so langsam das lange Sitzen und Zeichnen in den Schultern. „Darf ich mal sehen?“ fragte die Spanierin und umrundete den Tisch. „Klar“ nickte Anna und breitete die verschiedenen Entwürfe aus. Paloma betrachtete einen nach dem anderen. „Anna die sind toll. Also wenn ich mal heirate, will ich auf jeden Fall ein Kleid von dir tragen.“ Sie war wirklich begeistert. Anna schaute entrüstet auf. „Was denkst du denn? Ich wäre persönlich beleidigt, wenn ich das Kleid für dich nicht entwerfen dürfte." Aber dann besann sie sich wieder auf das eigentliche Problem. "Sag mal, was denkst du, welches passt am besten in meine Kollektion?“ Sie wartete gespannt auf die Entscheidung ihrer Freundin. Diese schaute erneut über die Kleider und überlegte. „Also, mir persönlich würde ja ein nicht ganz so klassisches Kleid gefallen. ... Und ich finde zu deiner Kollektion würde es auch gut passen. Jung, frisch, aber trotzdem edel.“ Sie deutete auf eines, das nur knielang war, aber trotzdem verträumt und romantisch daher kam. Anna war zufrieden, das war auch ihr Favorit.
„Aber eigentlich wollte ich dich hier weglotsen. Lass uns Feierabend machen und was trinken gehen“ forderte Paloma Anna auf. Diese schaute verwundert zur Uhr. War es schon so spät? Sie hatte tatsächlich völlig die Zeit vergessen. „Eine gute Idee, aber eigentlich bin ich ja schon mit…“ sie schaute zu Carla, die natürlich so tat, als ob sie die Unterhaltung der Freundinnen nicht interessierte. „… ich bin eigentlich schon verabredet.“ Paloma grinste breit. „Na und, die kannst du doch später noch treffen, wir haben doch noch früh.“ Anna schaute kurz zu Tom, der über seinen Unterlagen brütete. „Du hast recht, aber dann muss ich das kurz klären.“ Sie verabredeten sich in einer viertel Stunde. Anna zückte ihr Handy. „Ich mach Feierabend und geh mit Paloma noch was trinken. Wie lang machst du noch?“ schrieb sie Tom. Der kramte in seiner Hosentasche nach seinem Telefon. Anna konnte seine Reaktion nicht intensiv verfolgen, weil sie nicht die ganze Zeit in sein Büro schauen wollte. Aber kurze Zeit später bekam sie eine Antwort. „Ist ok, ich mach noch ein bisschen. Sehen wir uns später bei mir?“ Anna lächelte. „Klaro, muss sich doch lohnen, dass ich einen Schlüssel bekommen habe. Ach, ich habe noch deinen Autoschlüssel. Hast du nicht noch was mit mir zu bespechen?“ Anna begann ihre Skizzen einzusammeln und in eine Mappe zu verstauen. Sie sortierte ihre Stifte zurück, und packte ihre Tasche. Da hörte sie auch schon Tom, der auf sie zu kam. „Anna kann ich dich einen Moment sprechen?“ Anna schaute ihn verkniffen an, und nickte gespielt unwillig. „Aber ich wollte gerade Feierabend machen.“ Warf sie ein. Tom warf ihr einen leicht entrüsteten Blick zu. „Anna, jetzt!“ Damit zog er von dannen und Anna nahm gefrustet ihre Tasche. Im letzten Moment fiel ihr Peers Brief ins Auge. Der war ihr den ganzen Tag nicht mehr in die Finger gefallen, und somit hatte sie ihn fast vergessen. Sie steckte ihn schnell in die Tasche und machte sich mit einem knappen „Tschüß“ in Carlas Richtung, auf den Weg in Toms Büro. Als sie an die Tür klopfte, flog diese auf und sie wurde in Windeseile in den kleinen Raum gezogen. Tom nahm sie sofort in einem stürmischen Kuss gefangen. Anna vor Schreck aufgerissenen Augen, schlossen sich schnell, und sie genoss seine Nähe. Aber dann dachte sie an die Glaswand in seinem Büro und versuchte ihn von sich zu schieben. Doch Tom brummte nur widerwillig. Anna entzog sich ihm mit aller Kraft. „Tom, uns kann jeder sehen…“ flüsterte Anna leise. Völlig gegen seine Überzeugung ließ er sie los und lehnte sich gegen seinen Schreibtisch. Er atmete einmal tief durch, und lächelte sie dann entschuldigend an. „Das musste sein, darauf warte ich schon seit Stunden.“ Anna grinste verstehend. Sie kramte seinen Autoschlüssel aus ihrer Tasche, ging auf ihn zu und gab ihn Tom. Ihre Hände berührten sich und blieben in einander liegen, während sie sich tief in die Augen sahen. „Wir sehen uns später… und dann haben wir noch ganz viel Zeit, in der wir unbeobachtet sind.“ flüsterte Anna verführerisch. Damit verabschiedete sie sich und Tom sah ihr verliebt hinterher. Er atmete erneut tief durch, bevor er sich wieder an die Arbeit begab.

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katha

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BeitragThema: "10"   Sa März 30 2013, 12:41

Hey, ihr Lieben, hier noch etwas zu Lesen von mir, bevor ich mich über Ostern verabschiede. Ich wünsche euch Frohe Ostern, und übertreibts nicht mit den Ostereiern
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Anna trat aus Toms Büro und traf am Empfang auf Paloma, die bereits auf sie wartete. „Und alles geklärt?“ fragte sie leise mit einem vielsagenden Grinsen im Gesicht. „Ja, ich hab Feierabend. Dann los, wird echt Zeit, dass wir beide mal wieder quatschen.“ Anna zwinkerte Paloma gut gelaunt zu und sie verließen kichernd das Atelier. Carla saß derweil an ihrem Tisch und beobachtete den Abgang ihrer so verhassten Kollegin mit einem zynischen Grinsen. Genieß du nur deine Zeit du kleine Schnepfe, dir wird das Lachen bald wieder vergehen, das versprech ich dir. Sie packte ihre Sachen zusammen, und machte sich auf den Weg sich um ihre Zukunft zu kümmern.
In Toms Büro herrschte konzentrierte Ruhe. Er war froh, dass sich das Atelier mittlerweile geleert hatte, denn er musste noch einige Bestellungen erledigen, die er den ganzen Tag nicht fertig bekommen hatte. Entweder war jemand mit irgendeiner mehr oder weniger wichtigen Angelegenheit hereingeschneit, oder er selbst war einfach zu abgelenkt gewesen, weil er seinen Blick wieder einmal durch das Fenster zur Anna hatte schweifen lassen und sich in den leuchtesten Farben den bevorstehenden Abend ausgemalt hatte. Aber er wollte wenigstens diese Aufgaben noch erledigen ehe er sich seiner Freizeit widmen würde.
Da klopfte es schon wieder. Tom verdrehte genervt die Augen. „Ja, bitte“ rief er und sah frustriert auf. Als er Carla erblickte, die selbstbewusst in sein Büro trat, musste er sich sehr beherrschen sie nicht so gleich wieder hinaus zu werfen. Was will die denn schon wieder? dachte er, denn seine Lust sich mit seiner Ex-Verlobten zu beschäftigen ging nicht nur gegen null, sondern befand sich bereits weit darunter. „Ich muss mit dir sprechen.“ sagte sie kurz und knapp. „Was gibt´s?“ Tom wollte kein Wort mehr mit ihr wechseln als nötig, daher bot er ihr auch keinen Platz an. Carla beobachtete ihn genau, und diese unterkühlte und kurz angebundene Art ihrer großen Liebe verletzte sie wieder mal aufs Neue und ließ unmittelbar den Zorn wieder auflodern, der sich durch ihre Aktivitäten ihre Zukunft betreffend ein wenig beruhigt hatte. Sie musste an die Worte des Privatdetektivs denken. „Also nach meinen Beobachtungen hat er die Grenze des sich darauf Einlassens weit überschritten“ hatte er gesagt. War es also wirklich wahr, war er wirklich mit Anna zusammen. Sie konnte es immer noch nicht glauben, obwohl sie es sich eingestehen musste, dass viel daraufhin wies. Aber das war ein Grund mehr sich hier nicht mehr aufzureiben, sondern ihren Plan gezielter anzugehen, auch wenn es ihr sehr schwer fiel, das Feld zu räumen und die Beiden unbeobachtet zu lassen. Tom schaute sie leicht genervt an. Was stand sie denn da so bewegungslos rum. „Also?“ fragte er mürrisch nach. Carla hatte sich endgültig entschlossen. „Ich will Urlaub nehmen, ab übermorgen.“ Tom schaute sie erstaunt an, er hatte mit allem gerechnet, aber nicht damit. Das passte so gar nicht zu ihr, sich zurück zu ziehen, auch wenn sie gerade ziemlich ausgebotet war. Aber ihm sollte es recht sein. Er würde ihr sicher keine Träne nach weinen und für Anna würde es ein wenig Ruhe bedeuten. Er beugte sich ein Stück über den Tisch „Meinetwegen kannst du Urlaub nehmen. Deine Entwürfe hast du bis dahin fertig, nehm ich an?“ Carla schaute ihn spöttisch an. „Diese Wahnsinnsaufgabe werde ich gerade noch so hin bekommen.“ Tom setzte sich auf. „Na dann, zeig sie morgen Bruno, und wenn er dich entbehren kann, dann mach Urlaub. War´s das?“ Carla nickte und wollte noch eine Erklärung hinzu fügen, die ihr Anliegen untermauerte. „Weißt du, wahrscheinlich hast du recht und ich benötige einfach mal eine Auszeit um neue Inspiration zu sammeln. Ich werde…“ aber da unterbrach sie Tom harsch. „Was du in deinem Urlaub machst geht mich nichts an und ich will es auch gar nicht wissen.“ Damit kümmerte er sich wieder um seine Bestellungen, und Carla wendete sich beleidigt zur Tür. Da sei dir mal nicht so sicher schoss es ihr durch den Kopf. Nach dieser erneuten Abfuhr und ihrem neu entbrannten Zorn konnte sie sich nicht zurück halten, obwohl sie sich eigentlich ruhig verhalten wollte. Sie drehte sich noch einmal zu Tom um, der seinen Kopf bereits wieder in seine Unterlagen vergraben hatte. „Sag mal, hast du eigentlich gar keine Angst, dass sich hier demnächst ein Designer-Notstand einstellt? Tom hob den Blick mit reichlich Unverständnis im Gesicht. „Wovon redest du?“ Carla grinste süffisant „Na, wenn unsere Anna jetzt mit Peer… Meinst du nicht, sie könnte auf die Idee kommen Lanford zu verlassen, da bieten sich ihr doch sicherlich ganz neue Chancen?“ Toms Unverständnis wich einem neutralen Gesichtsausdruck und er dankte sich einmal mehr, dass er die Fähigkeit seine Gefühle zu verstecken in den letzten Jahren so ausgiebig trainiert hatte, denn er wollte ihr weder zeigen, dass ihn diese Bemerkung unglaublich ärgerte, noch würde er ihr vermitteln, dass er grinsend darüber hinweg sehen könnte, schließlich wusste er aus erster Hand, dass diese Gefahr nicht bestand. „Zerbrich dir mal nicht meinen Kopf. Anna hat einen Vertrag, den wird sie auch erfüllen. Und jetzt würde ich gerne weiter arbeiten, denn auch ich möchte irgendwann Feierabend machen.“ Carla nahm diesen Rausschmiss gelassen hin, denn sie war das Salz, das sie streuen wollte, los geworden.
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Die Ego-Bar war gut besucht und Anna und Paloma hatten sich an einen Tisch im hinteren Bereich niedergelassen, da sie sich endlich mal wieder richtig unterhalten wollten. Eigentlich hatten sie seit dem Abend, an dem Paloma mit Enrique von der Party verschwunden waren keine Zeit mehr für einander gehabt. Und was war seit dem nicht alles passiert. Sie waren jedenfalls bester Laune, schließlich hatten in der Zwischenzeit beide Frauen ihr Glück in der Liebe gefunden. Als sich die Tür öffnete und die zwei Männer, die ihnen dieses Glück ermöglichten die Bar betraten, prosteten sie sich gerade kichernd zu.

Enrique hatte kurz nachdem Carla das Atelier verlassen hatte, an Toms Bürotür geklopft um seinen besten Freund zu überzeugen, dass auch die Männer der Schöpfung mal eine Auszeit verdient hätten. Dieser überlegte bei diesem mittlerweile verhassten Geräusch kurz, ob er das Glas, das vor ihm Stand sofort gegen die Tür schmeißen sollte, oder ob er abwartete, wer es schon wieder wagte seinen Feierabend zu gefährden. Denn mittlerweile war es nur noch eine Qual hier zu sitzen. Hatte er sich anfangs über die Ruhe gefreut, die sich langsam im Atelier einstellte, zeigte es ihm jetzt, dass es viel zu spät war noch auf der Arbeit zu sitzen. Er wurde nervös, denn er wollte endlich nach Hause, zu Anna. Die Zeiten, die er auch seine Freizeit mit Freuden auf der Arbeit verbracht hatte, waren doch Gott sei Dank vorbei.
Tom knurrte ein genervtes „Ja“ in den Raum, als die Tür sich auch schon öffnete und Enrique seinen Kopf hinein steckte. Er hatte das ihm so eigene Grinsen auf dem Gesicht, dass er immer dann aufgelegte, wenn er seinen Freund ein wenig foppen wollte und Tom verzog angestrengt das Gesicht. Enrique war leider, ähnlich wie Bruno, in der Lage ihn fast besser zu durchschauen, als er sich selbst, und das war immer wenig erbaulich. Und auch wenn es gerade kaum Geheimnisse gab, verhieß es sicherlich nichts Gutes.
„Na, schlechte Laune?“ feixte Enrique da auch schon. Mittlerweile hatte er sich ungefragt auf einem der Stühle vor Toms Schreibtisch nieder gelassen. „Ich dachte, die läge endlich hinter dir, nachdem du dein Glück gefunden hast?“ Tom ließ ein unwilliges Brummen ertönen, das Enrique aber nicht weiter störte. „Was machst du noch hier?“ fragte er stattdessen. Tom hielt die Unterlagen in die Luft, die er gerade bearbeiten wollte und fuhr Enrique ziemlich unfreundlich an. „Wonach sieht es denn aus? Ich versuche zu arbeiten.“ Enrique fand es einfach wunderbar, wie schnell man Tom auf die Palme bringen konnte, und er hatte nicht vor, es dabei zu belassen. „Weißt du was? Die Sachen dort gehen heute eh nicht mehr raus, also kannst du sie auch morgen früh erledigen. Stattdessen gehst du jetzt mit mir was trinken und erzählst mir mal, was seit unserer letzten Begegnung so passiert ist. Schließlich sind nicht nur Frauen neugierig.“ Tom dachte einen Moment über seine Worte nach, während sein Blick unruhig von Enrique, zu seiner Uhr und zu Annas Schreibtisch hin und her wanderte. Sein Bein hibbelte unaufhörlich unter dem Tisch und nachdem er zu dem Schluss gekommen war, dass er sich eh nicht mehr auf die Arbeit konzentrieren konnte, weil seine Sehnsucht nach Anna im Sekundentakt anwuchs nahm er die Mappe, die er in der Hand hatte, schmiss sie zu den anderen Unterlagen auf den Tisch und ließ sich mit einem Seufzer gegen die Rückenlehne seines Stuhles fallen. Er sah Enrique nun etwas freundlicher an, denn nach dieser Entscheidung erlangte seine Vorfreude auf den Abend wieder die Oberhand. „Weißt du was? Was die Arbeit anbelangt hast du völlig recht. … Aber was trinken gehen?“ Er schüttelte entschuldigend den Kopf. „Ich bin viel zu…“ weiter kam er nicht, denn da schnitt Enrique ihm das Wort ab. Er hatte mit einer Abfuhr gerechnet, aber das würde er nicht durchgehen lassen. Außerdem konnte Tom seine innere Unruhe vor ihm in keinster Weise verbergen. „Jetzt sag nicht du bist müde. … Wenn überhaupt, bist du was ganz anderes.“ Tom setzte sich auf und stützte seinen Kopf auf seine Hände. Er zog seine Augenbrauen in die Höhe und neigte den Kopf fragend zur Seite. „Aha, und das wäre?“ Enrique, der bislang völlig lässig in seinem Stuhl gehangen hatte, richtete sich ebenfalls auf und legte die Unterarme auf den Tisch, während sein Grinsen eine neue Intensität erlangte. „Du bist aufgeregt wie ein kleines Kind vor Weihnachten, weil du weißt dass du Anna heute noch siehst. …“ Er unterlegte seine Vermutung mit einem wissenden Blick. „Man, man, man, dass ihr immer noch denkt, dass ihr das geheim halten könnt…“ Enrique schüttelte spöttisch den Kopf. „Du weißt es doch eh, vor dir müssen wir ja auch nichts geheim halten.“ sagte Tom und hoffte Enrique damit ein wenig Wind aus den Segeln zu nehmen, aber dieser ließ sich von seinem spöttischen Tun nicht abbringen. „Das stimmt zwar, aber ich hätte es euch auch sonst angesehen.“ Tom fand diese Unterhaltung irgendwie lächerlich, aber konnte auch nicht aussteigen und Enrique einfach das Feld überlassen. „Ach ja, und warum wenn ich fragen darf?“ fragte er deshalb, langsam ein wenig verärgert. Aber Enrique hatte sehr zu seinem Verdruss sofort eine Antwort parat. „Ganz einfach. Zum einen hast du einfach viel zu gute Laune, auch wenn du die gerade jetzt ganz gut versteckst. Aber wenn man dich die letzten Jahre erlebt hat, dann kann da nur eine Frau hinter stecken. Zum anderen erwischt man dich, wann immer man in dein Büro sieht, dabei wie du Anna verzückt anschaust, auch wenn das nicht wirklich was Neues ist, und vor allem ist die Spannung zwischen euch fast greifbar. Vermutlich würdet ihr sämtliche Glühbirnen Lanfords zum Leuchten bringen, wenn man sie anzapften könnte.“ Als er seine Ausführungen beendet hatte, lehnte Enrique sich wieder entspannt zurück und erwartete, die vermutlich patzige Antwort Toms. Aber dieser rieb sich nur resigniert über das Gesicht und antwortete verlegen. „So schlimm? Ich habe es Anna gesagt, dass ich mich verraten werde…“ Er stand auf und stellte sich vor die Glaswand und betrachtete Annas Arbeitsplatz, bevor er sich zu seinem Kumpel umdrehte und ihm eingestand. „Ich fühle mich tatsächlich wie ein verliebter Teenie. … Und ich kann dir sagen, das ist ganz schön anstrengend…“ erneut schaute er einen Moment durch die Fenster und fügte mehr gedanklich, als absichtlich hinzu. „…aber auch wunderschön.“
Enrique stand auf und schlug Tom auf die Schulter. „Weißt du was, und das ist ein Grund mehr, dass wir beide jetzt mal einen Trinken gehen.“ Tom lächelte ihn verlegen an. Eigentlich war er ja froh einen Freund zu haben, der immer für ihn da war, auch wenn er ihn regelmäßig zur Weißglut brachte mit seiner Art ihm auf sarkastische Weise den Spiegel vorzuhalten. „Tom, jetzt komm schon. Anna ist eh noch mit Paloma unterwegs.“ Tom gab sich geschlagen. Er schnappte seine Jacke und folgte Enrique, der schon am Aufzug stand und wartete.
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Als sie kurze Zeit später die Ego-Bar betraten wollte Tom gleich zur Theke durchstarten, als Enrique noch auf der Treppe stehen blieb und seinen Blick durch den Raum schweifen ließ. Es war voll heute Abend. Scheinbar gab es eine Art After-Work-Party, denn die jungen Menschen amüsierten sich nicht nur wie üblich an Tischen und an der Theke, sondern tanzten auch ausgelassen zur ungewöhnlich lauten Musik. In der hintersten Ecke, erblickte Enrique die beiden Frauen, über die sie sich gerade ausgelassen hatten. „Tom? Willst du an die Theke, oder vielleicht doch …“ er nickte in die Ecke der Lounge, in der Anna und Paloma kichernd bei einander saßen. Tom folgte irritiert seinem Hinweis und versuchte durch die blitzenden Lichter und die tanzenden Menschen hindurch zu schauen. Innerhalb kürzester Zeit wurde sein fragender Blick von einem glücklichen Strahlen abgelöst. Enrique schmunzelte erneut, er freute sich seinen Freund so glücklich zu sehen. Er hatte diesen Zustand erst einmal bei ihm erlebt, obwohl er das Gefühl hatte, dass Tom heute noch verliebter war als damals. In der Studentenzeit war Tom eher der klassische Aufreißer gewesen. Hatte alles mitgenommen was ging, aber immer darauf geachtet, sich ja auf nichts Festes einzulassen, und dann war er Fanni begegnet und auch damals war er, ähnlich wie heute, sehr durch den Wind gewesen. Nachdem Fanni dann gestorben war, hatte er sich sehr verändert. Mit seiner kühlen fast abweisenden Art hatte er die Frauen zwar angezogen wie süßes Obst die Bienen, aber in den seltensten Fällen hatte er sich auf eine eingelassen. Und wenn, dann nur um seinen männlichen Trieben Entlastung zu verschaffen und sich ein wenig abzulenken. Am nächsten Morgen hatte er sich ihrer schnell wieder entledigt und es gab bestimmt einige Frauen in Berlin, die sich bis heute noch darüber ärgerten, ihm jemals begegnet zu sein. Und dann war er letztlich an Carla hängen geblieben. Nicht aus Liebe, sondern weil sie ihn auf irgend eine Art faszinierte, und er sich durch ihre lockere Bindung endlich nicht mehr mit den Fragen nach seinem Privatleben konfrontieren lassen musste, die ihn unendlich nervten. Sehr zu ihrem Verdruss hatte sie es nie geschafft seine Augen so zum Leuchten zu bringen, wie sie das jetzt taten, sobald er seine große Liebe Anna erblickte.
Tom suchte Enriques Blick und fragte verlegen. „Ist es für dich ok, wenn wir uns zu ihnen setzen?“ schließlich hatte Enrique ja eigentlich ein Gespräch unter Männern angestrebt. Enrique ließ die Frage einfach so stehen und machte sich auf den Weg. Tom folgte ihm mit klopfenden Herzen. Endlich konnte er Anna wieder nah sein, mit ihr reden, mit ihr lachen, und musste sie nicht mehr aus der Ferne betrachten.
„Dürfen wir?“ fragte Enrique die beiden jungen Damen und nahm seine Freundin, die ihn freudig anschaute sogleich in einem stürmischen Kuss gefangen. Anna rutschte ein Stück beiseite, um Tom neben sich auf die Bank zu lassen. Die Beiden beobachteten neidisch ihre Freunde, während sich ihre Hände unter dem Tisch ineinander hakten, und sie sich für einen Moment verliebt in die Augen sahen. Paloma rückte auch weiter auf die Bank und zog Enrique neben sich, um ihn liebevoll zu tadeln. „Was soll denn mein Chef von mir denken?“ sagte sie mit süffisantem Blick zu Tom, der aber nur Augen für Anna hatte und erst mit etwas Verzögerung registrierte, dass er gemeint war. „Der Chef ist im Feierabend, also mach ruhig weiter. Mich stört das nicht.“ grinste er das gegenübersitzende Pärchen an, während er von den sanften Streicheleien, die er und Anna unauffällig unter dem Tisch austauschten ganz berauscht war. „Hat der Chef also genug gearbeitet für heute, oder fehlte die inspirierende Aussicht, um noch bei Lanford zu bleiben.“ fragte Paloma stichelnd nach. Tom verdrehte die Augen. „Jetzt fang du nicht auch noch an. Ich hab mein Fett schon weg gekriegt. Dein Freund hat mir schon klar gemacht, wie wenig überzeugend ich gerade bin.“ Anna lächelte ihn entschuldigend an, ehe sie die Stirn kraus zog und mit einem Seitenblick zu Paloma fragte. „Seit wann duzt ihr euch eigentlich?“ Da mischte sich Enrique breit grinsend ein. „Seit ich mal klar gestellt habe, dass es wohl völlig albern ist, wenn sich mein bester Freund und meine Freundin siezen. Siehst du doch genauso, oder?“ Anna strahlte die Drei an und stimmte mit Überzeugung zu. „Finde ich gut, dann steht der Abendgestaltung in Zukunft ja nichts mehr im Wege.“ Die vier prosteten sich ausgelassen zu und alberten weiter herum. Als Paloma aufstand und sich zur Toilette entschuldigen wollte, rief Anna ihr hinterher, dass sie mitkommen wollte. Sie stand schnell auf um der Brünetten zu folgen und als sie sich an Toms Beinen vorbei schob, riss sie versehentlich ihre Tasche runter. „Scheiße“ entfloh es ihrem Mund, als sie sah, wie sich ihr Hab und Gut auf dem Fußboden verteilte. Genervt krabbelte sie unter den Tisch und suchte alles wieder zusammen, während sich die Männer der Schöpfung über Frauen und ihre Handtaschen belustigten. Als Anna relativ sicher war, alles gefunden zu haben, stemmte sie mit vorwurfsvollem Blick die Hände in die Hüften. „Also ein Gentleman hätte mir jetzt geholfen, anstatt dumme Sprüche zu klopfen. Tom grinste entschuldigend. „Ich dachte, der Blick in eine Damenhandtasche sei für Männer tabu, aber ich merk´s mir fürs nächste mal, versprochen.“ Anna schaute ihn belustigt an. Sie legte den Umschlag, den sie auch soeben vom Boden geangelt hatte, vor ihn. „Aber hier darfst du gerne mal eine Blick hinein werfen, ist von Peer. Wird dir bestimmt gefallen.“ Dann verzogen sich die beiden Frauen kichernd und Enrique und Tom schauten ihnen hinterher. „Ich habe bis heute nicht verstanden, warum Frauen immer zu zweit auf die Toilette gehen müssen, sagte er kopfschüttelnd und Tom gab trocken zurück, „Wahrscheinlich ist das genetisch veranlagt.“ Er zog den Inhalt des Briefes aus dem Kuvert und schaute neugierig darauf ehe sein Blick versteinerte. Enrique runzelte fragend die Stirn. Was ist da los, fragte er sich. Toms entspannten Gesichtszüge fielen binnen einiger Sekunden in sich zusammen, und als er ein zweites Stück Papier zur Hand nahm, war in seinen Augen eine ziemliche Verwirrung zu erkennen, die durch aufblitzenden Zorn durchzogen wurde. „Tom? … Was ist das?“ Dieser schaute nochmals auf die beiden Stücke, die er in der Hand hielt, bevor er sie schnell wieder in den Umschlag steckte, und einen Moment starr vor sich hinstarrte. Er konnte es einfach nicht glauben. Was soll das, ist das ein schlechter Scherz? Nach dem was gestern noch war, heute so was? Und Anna reibt es mir so unter die Nase? Sollte ich jetzt lachen? Nein meine Liebe, das kann ich nicht. Wenn das dein Humor ist, ... meiner ist es nicht… Tom versuchte einen klaren Gedanken zu fassen, versuchte gelassen zu sein, aber er konnte es nicht aufhalten, dass sich ein Samen in sein Herz setzte, der in einer rasenden Geschwindigkeit einen dornigen Strauch hervorbrachte, der ihn innerlich hundertfach verletzte. Tom registrierte aus der Ferne, dass Enrique ihn wohl angesprochen hatte. Er schaute verstört in das Gesicht seines Freundes, der ihn fragend anblickte. Enrique sagte etwas, aber Tom vernahm die Worte nicht. „Mir ist die Laune vergangen“, sagte er kühl, knallte den Brief auf den Tisch, griff sich seine Jacke und war weg. Enrique rief noch mal hinter ihm her, aber Tom ging einfach weiter.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So März 31 2013, 17:46

Hach, soviel zu lesen ... ich werde ja richtig verwöhnt. Mehr mehr mehr mehr mehr ... aber pronto ...

P.S. Ich hoffe, du hattest schöne Ostern. Für dieses Jahr sagt man ja schon, dass Ostern das bessere Weihnachten ist ... *mad* so langsam kann ich den ollen Schnee nicht mehr sehen.

LG, Mini

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BeitragThema: "11"   Mi Apr 03 2013, 11:49

Liebe Grüße!
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Enrique schaute immer noch völlig verwirrt seinem Freund hinterher, der den Eindruck machte, als sei er einem Geist begegnet. Er wurde von den Blitzen des Disco-Lichts geblendet, das über der tanzenden Menge hin und her zuckte und wendete seinen Blick wieder auf den Tisch. Was war das denn jetzt für ein Abgang?, überlegte er immer noch, was da gerade passiert war. Vor zwei Minuten war Tom doch noch so locker wie ewig nicht mehr. Enrique hatte sich in alte Zeiten zurück versetzt gefühlt. So war Tom damals gewesen, als er noch ein einfacher Student war, noch nicht der große Geschäftsführer und vor allem noch nicht so Leid geprüft, wie heute, nach den bitteren Erfahrungen, die er hatte machen müssen. Sein Blick viel auf den Umschlag. Was ist da nur drin, was seine Laune so in den Keller geschossen hat? Er schaute irritiert zu den zwei Frauen auf, die gerade zurück an den Tisch kamen. Sie alberten herum, was wohl auch dem Umstand zu verdanken war, dass sie bereits einiges getrunken hatten. Da sah Anna sich plötzlich suchend um. „Wo ist Tom?“ fragte sie Enrique, und der antwortete ihr vorsichtig. „Der ist gerade abgedampft, … meinte ihm wäre die Laune vergangen…“ Er beobachtete Anna, die aber scheinbar keinen blassen Schimmer hatte, warum er einfach gegangen war. Zumindest erstarrte ihr Grinsen und sie sah ihn fragend an. „Wie jetzt?“ Enrique zuckte nur mit den Schultern und schüttelte entschuldigend den Kopf. Anna schaute noch einen Moment verwirrt, beschloss dann aber sich den Abend nicht verderben zu lassen, obwohl in ihrem Hinterkopf die Frage des Warum nicht zu verdrängen war. „Na ja, wer versteht schon die Launen des Tom Lanford?“ sagte sie schulterzuckend. Sie nahm einen weiteren Schluck aus ihrem Sektglas und ließ sich ironisch über Carla aus, die es ja gerade so wahnsinnig schwer hatte. Enrique konnte es kaum glauben, dass es Anna so kalt ließ, dass Tom gegangen war. Er zeigte auf den Umschlag und fragte, ob er da mal rein sehen dürfe. Anna unterbrach ihre Erzählung kurz und sah ihn an. „Klar, ist nichts Verwerfliches drin“, sagte sie mit einem kleinen Schulterzucken, und schob den Umschlag zu ihrem Freund rüber. Dann wendete sie sich wieder Paloma zu erzählte weiter.
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Eiligen Schrittes war Tom aus der Bar geflüchtet. Er wollte weg, brauchte frische Luft, denn die Schmerzen in seiner Brust erschwerten ihm das Atmen. Aber nachdem er ein paar Meter weiter gelaufen war blieb er stehen und wand sich innerlich wie äußerlich. Er trat auf der Stelle, schaute in den Himmel, drehte sich zurück, nur um sich gleich wieder umzudrehen und leise vor sich hin zu fluchen. Verdammt was mach ich hier? Einfach abhauen, hatten wir das nicht hinter uns? Wir wollten uns vertrauen, … reden. Er machte zwei Schritte zurück, aber spürte den Widerstand, der ihn nicht weiter gehen lassen wollte. Ich kann das jetzt nicht. Wenn ich sie jetzt darauf anspreche, und sie was Falsches sagt, dann zerreiß ich sie in der Luft … vor allen Leuten. Und überhaupt, gibt es zu dazu überhaupt was zu sagen? Spricht das nicht alles für sich? ... Nein, ich brauche erst mal einen Moment. … Sie weiß ja wo sie mich findet.
Eigentlich hätte er zu Fuß gehen sollen, schließlich hatte er bereits was getrunken, aber was waren schon zwei Sekt. Er strebte auf sein Auto zu und setzte sich schnell hinein. Er zögerte noch kurz, aber dann drehte er entschlossen den Zündschlüssel um und fuhr wie eine gesenkte Sau nach Hause, denn seine Stimmung ließ einfach keinen anderen Fahrstil zu.
Seine Wohnung empfing ihn mit einer Leere, die ihn zusätzlich frustrierte. Er schmiss sich in seinen Sessel und prompt flogen die Bilder der gestrigen Nacht ungefragt auf ihn zu und quälten ihn zusätzlich. Es war alles so schön gewesen, nachdem dieses leidige Thema Peer abgehakt war. Und jetzt, er fühlte sich wieder mal auf den Startpunkt zurück geworfen.
Das ist es also, wovor ich all die Jahre solche Angst hatte, was ich mir aber insgeheim trotzdem gewünscht habe. Die Liebe. Ihm fiel der Begriff der Süßen Qual wieder ein, und er schüttelte unverständig den Kopf. Das alles hatte mit süß nichts, aber auch gar nichts zu tun. Er ließ die letzten Tage noch einmal Revue passieren. Es rüttelte ihn durch, wie auf einer Achterbahn. Ständig hatte er unter Adrenalin gestanden, in den Höhenflügen, die ihn ins All zu befördern schienen, und sogleich während den Abstürze, die ihn innerhalb kürzester Zeit in die Hölle versetzten. Er wurde sich bewusst, dass er der glücklichste Mensch der Welt war und zugleich der verletzlichste. Und gerade hatte leider die Schattenseite mal wieder die Oberhand.
Mann Anna, was ist das jetzt schon wieder. Bin ich so empfindlich? Reagiere ich völlig über? ... Aber es tut so weh, … und es passt doch auch gar nicht zu dir, mir so etwas so unter zu jubeln. Und überhaupt, was ist denn das mit Peer? Du hast mir gesagt, dass da nichts war und er hat sich doch für uns eingesetzt, … aber das war bevor Anna dachte, dass ich sie wieder einmal sitzen gelassen habe. Aber trotzdem, das würde er doch nicht tun und vor allem du nicht Anna... Aber was gibt es sonst für eine Erklärung?
Toms Brustkorb war wie zugeschnürt, es schmerzte einfach nur, sich schon wieder diese zweifelnden Fragen zu stellen. Er nahm die Fernbedienung und schaltete seine Anlage an, vielleicht würde ihn das ein wenig von seinen Gedanken und Gefühlen erlösen, aber sogleich drangen Worte an sein Ohr, die er überhaupt nicht hören wolle. Adele besang mit ihrer rauchigen Stimme die Niedergeschlagenheit zweier Verliebter, die sich ihrer Zweifel nicht erwehren konnten, … obwohl sie sich doch nichts sehnlicher wünschten. Tom fühlte sich wieder einmal in einem Lied völlig getroffen und sein Herz zog sich noch enger zusammen, so dass sein Atem immer schneller ging und sich Tränen in seine Augen schleichen wollten. Er schaltete schnell ein paar Lieder weiter, denn er brauchte Erleichterung seiner Not, nicht zusätzliche Verzweiflung. Da endlich ertönten Bässe, laut und eindringlich sowohl für sein Ohr, als auch für seinen Körper, der die Schwingungen dankbar aufnahm, und er spürte, wie die Trommelschläge des Schlagzeugers, der sich in seinem Tun scheinbar so richtig austobte, sein gedrungenes Herz so langsam ein wenig befreite, seinen Herzschlag, der kaum noch Platz fand, unterstützte.
Er lehnte sich zurück und schloss die Augen, ließ die lauten Klänge in sich hinein dringen, die zumindest für einen Moment alle Gedanken verdrängte. Das sein Handy klingelte, blieb dabei unbemerkt.
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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mi Apr 03 2013, 20:29

Wow, was für ein toller Teil. Ich fühle richtig mit Tom. Aber warum läufst du einfach weg? Das wolltet ihr doch nicht mehr tun. Und Anna? Klär ihn auf und erlöse ihn von seinem Leid.

Bitte schnell weiter, meine Liebe, sonst leide ich am Ende noch genauso wie Tom.

LG, Mini

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BeitragThema: "12"   Mi Apr 03 2013, 20:52

Und da doch gleich noch der nächste Teil Smile
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Enrique hatte den Umschlag von Anna entgegen genommen, und zog den Inhalt heraus, während er am Rande mitbekam, wie Anna Paloma von ihrer letzten Begegnung mit Carla berichtete. „Soll die blöde Kuh doch denken, das ich was mit ihm habe…“ hörte er Annas Stimme als sein Blick auf das Bild fiel, das er den gestrigen Tag in aller Hände gesehen hatte. Er runzelte die Stirn, als er las was darauf in dicken Buchstaben prangte.
"Bist du sicher, dass du nicht mehr davon willst…?"
stand da geschrieben. Er nahm die Karte, die auch noch beilag zur Hand und las auch diese.
"Liebste Anna,
ich danke dir für unsere gute „Zusammenarbeit“ und freue mich auf die Fortsetzung in baldiger Zukunft.
Liebe Grüße Peer"


Enrique schaute Anna völlig irritiert an. Er konnte völlig verstehen, dass Tom nach dem Anblick dieses „Dankesschreibens“ die Flucht ergriffen hatte. Hatte sie etwa doch was mit diesem Typen? Diese Art und Weise des Dankes und die Bemerkung auf dem Knutsch-Bild ließ eigentlich nur den einen Schluss zu, aber hatte ihm Tom nicht eben noch erzählt, dass dieser Kuss, nach Annas Aussage überhaupt nichts war. Das passte doch überhaupt nicht zusammen. Er kannte sie als grundehrlichen Menschen und es war seiner Meinung nach unwahrscheinlich, dass sie Tom belog, und vor allem wäre sie doch nicht so doof, ihm diesen Gruß auch noch freiwillig auszuhändigen. Anna war mittlerweile aufgefallen, dass Enrique sie nachdenklich musterte. „Was? Ist doch ein schönes Bild, oder? Ich dachte eigentlich Tom würde sich freuen.“ Enrique zog skeptisch die Augenbrauen in die Höhe und schob ihr das Foto und die Karte zu. „Also ich an seiner Stelle hätte mich auch nicht gefreut, … und ehrlich gesagt, kann ich gut verstehen, dass er gegangen ist.“ Anna fühlte sich plötzlich unwohl in ihrer Haut, bei dieser ernsten Bemerkung Enriques, obwohl sie sich eigentlich keiner Schuld bewusst war. Sie nahm das Foto zur Hand und erstarrte. Was ist denn das? schoss es ihr durch den Kopf. „Das ist nicht das Foto….“ Erschrocken realisierte sie den Text auf dem Bild und nahm die Karte um sich auch diese näher zu betrachten. Ihr wich alle Farbe aus dem Gesicht. „Verflucht!“ Sie schloss die Augen und schüttelte ungläubig den Kopf. Als sie eine Hand auf ihrem Arm spürte, sah sie auf und schaute in die verwirrten Augen ihrer Freundin. „Was ist denn? Anna, du zitterst ja.“ Anna bemerkte erst jetzt, wie ihre Hände, die immer noch die schlechte Botschaft festhielten, flatterten. „Paloma, das war heute Morgen nicht im Umschlag. Ich weiß nicht wie das da rein gekommen ist.“ sagte sie verzweifelt. „Peer hat mir ein Foto geschickt, ... von mir auf der Modenschau, wie ich mein Kleid präsentiere, und er hat sich bei mir bedankt, … aber ohne diese Anzüglichkeiten.“ Sie sprang auf. „Entschuldigt, ich muss das klären, sofort.“ Und schon hatte auch sie ihre Jacke und Tasche gepackt und war los marschiert. Paloma und Enrique schauten sich verwundert an und zuckten hilflos mit den Schultern. Anna rannte los, zu Tom war es nicht all zu weit, aber zwanzig Minuten würde sie doch brauchen. Sie versuchte ihn anzurufen, war sie jetzt doch völlig panisch. Sie hoffte zwar, dass er ihr vertraute, aber sie wusste, dass es ihm nach diesen falschen ‘Offenbarungen’ vermutlich sehr schwer fallen musste. Und er war ja auch nicht ohne Grund einfach gegangen. Sie hörte das Tuten im Telefon, aber er ging einfach nicht dran, letztlich sprang die Mailbox an. „Tom, bist du da? Bitte, ich muss dich sprechen. Ich kann es dir erklären, … ne, eigentlich kann ich das nicht, aber …“ da hörte sie erneut das tut, tut, tut des Handys. Die Aufnahmezeit war abgelaufen. Sie fluchte laut vor sich hin und lief so schnell wie ihre High Heels es zuließen weiter.
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Die Musik in Toms Wohnung wechselte, und als erneut ein Liebesgesäusel erklang, schaltete er die Anlage genervt wieder aus. Da brummte sein Handy in die neu erlangte Stille der Wohnung und Tom nahm es zögernd zur Hand. Anna Broda stand dort als Absender des entgangenen Anrufs und er wurde auf eine Mailbox-Nachricht hingewiesen. Will ich wissen, was du mir zu sagen hast? fragte er sich, aber er konnte doch nicht widerstehen und rief seine Mailbox ab. Er hörte ihr Gestammel mit gemischten Gefühlen. Sie will also mit mir sprechen? Hörte sich aber nicht so an, als ob sie wüsste, was sie mir zu sagen hat. Er überlegte, ob er sie zurück rufen sollte, entschied sich aber dagegen. Ein wenig Abstand täte ihm sicherlich ganz gut, und morgen könnten sie immer noch reden. Er schrieb ihr eine kurze SMS. "Geh jetzt ins Bett. Sehen und morgen. Tom" Mehr auf sie zuzugehen war er gerade nicht in der Lage. Er stand auf und machte sich auf den Weg ins Bad. Eine heiße Dusche würde er sich noch gönnen, und dann würde er ins Bett gehen und vermutlich den Rest der Nacht über Anna und die Liebe sinnieren.
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Anna war fast an Toms Wohnung angelangt, als sie die SMS erhielt. Sie blieb wie angewurzelt stehen, als das Handy, das sie immer noch in der Hand hielt, brummte. Sie schaute darauf und hätte heulen können. "Nein Tom. Nicht schon wieder. Ich kann nicht bis morgen warten. Ich liebe dich doch! …, und wer auch immer uns schon wieder so übel mitspielt. Ich werde es nicht zulassen, dass wir erneut zu Zweifeln beginnen." Anna lief entschlossen weiter. Ihre Beine wollten sie zwar eigentlich nicht mehr tragen, denn zu den unpassenden Schuhen, peinigte sie auch ein wenig der Alkohol, der immer deutlicher spürbar war, aber sie wusste ja nun zumindest, dass er Zuhause war, so dass sie ihn bestimmt auch antreffen würde, wenn sie drei Minuten später ankam. Wenig später schlich sie müde die Treppe hinauf zu seiner Wohnung. Sie fühlte sich ausgelaugt, und zugleich verspürte sie zunehmende Angst in sich aufkommen. Hoffentlich würde er sich besänftigen lassen, aber sie würde nicht gehen, bevor er ihr glaubte. Ein wenig Vertrauen sollte er doch mittlerweile in sie haben. Entschlossen steckte sie den Wohnungsschlüssel ins Schloss und öffnete die Tür. Sie horchte. Es war alles still. War er etwa schon im Bett? Aber dafür brannten zu viele Lichter. Sie legte wieder einmal, wie schon tags zuvor, ihre Sachen ab, und begab sich in den hinteren Teil der Wohnung. Da, ein leises Rauschen war zu vernehmen. Tom stand also unter der Dusche. Anna atmete erleichtert auf und lächelte dankbar.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mi Apr 03 2013, 20:56

Tja meine liebe Mini,
da war dann schon die geforderte Fortsetzung.
Und nun ... Rolling Eyes
(Ich vermute, du weißt es schon) Wink

Bis dahin, meine Süße

Katha

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BeitragThema: "13"   So Apr 07 2013, 22:59

Hey meine Lieben,
da habe ich doch auch noch eine Fortsetzung für euch ...
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Tom lehnte seine Stirn gegen die kühlen Fliesen und ließ das Wasser heiß über sich laufen. Kann ich die Zeit bitte ein paar Stunden zurück drehen!, waberte sein innigster Wunsch durch den Dunst des kleinen Raumes. Er erinnerte sich an den kurzen Moment des Abschieds bei Lanford. Er spürte Annas Lippen auf den seinen und sofort regte sich in ihm die Sehnsucht nach ihr, nach ihrer Nähe, ihren Berührungen. Er schüttelte hilflos den Kopf, fühlte er sich seinen Gefühlen doch so schrecklich ausgeliefert. Er drehte das Wasser noch ein bisschen heißer, und konzentrierte sich auf den leisen Schmerz, den die auftreffenden Tropfen auf seinem Körper auslösten, als er plötzlich mit großer Verwirrung realisierte, dass sich die Duschtür öffnete. Er schoss herum und starrte sie durch den aus der Duschkabine flüchtenden Dunst an. Da stand sie, seine Anna, die er so gerne in seine Arme nehmen würde, von der er aber gerade so schrecklich enttäuscht war. „Was willst du denn hier?“ fragte er in härterem Ton als beabsichtigt. „Mit dir duschen.“ antwortete Anna lächelnd, und begann sich auszuziehen. Tom sah mit aufgerissen Augen zu, wie sie sich ihrer Hose entledigte und ihr Shirt über den Kopf zog. Ihr Anblick raubte ihm den Atem und ließ sein Herz schneller schlagen. Ein sehnliches Kribbeln zog sich durch seinen Körper und ließ ihn hart schlucken, denn zugleich stieg Panik in ihm auf. „Kannst du mich bitte alleine lassen“, schoss es aus ihm heraus. Er wollte jetzt nicht schwach werden, nicht seiner Sinne beraubt werden, … obwohl, eigentlich wollte er nichts lieber. Aber in seiner Verfassung, die von Wut, Schmerz und Hilflosigkeit geprägt war, war das wirklich keine gute Idee. Anna schüttelte mit einem verführerischen Lächeln im Gesicht den Kopf. „Nein, das werde ich nicht tun.“ sagte sie leise, aber sehr bestimmt. Tom konnte es nicht glauben, dass sie seine Bitte einfach ignorierte, und sein labiles Ego, das sich seit Stunden nicht zwischen Liebe, Enttäuschung, Sehnsucht oder Zorn entscheiden konnte, stellte jetzt eine ganz klare Prioritätenliste auf. Zorn war es, der sich in gefährlichem Maße in ihm sammelte und sich still und heimlich mit seiner Gier mischte, sie fühlen zu wollen. „Anna, ich möchte jetzt alleine duschen, und dann komm ich raus, und wir können reden. Aber bitte lass mich jetzt allein“, presste er betont ruhig zwischen seinen Zähnen hervor, und Anna zuckte kurz zusammen. Denn dass es hinter dieser Beherrschung brodelte, war ihr nicht verborgen geblieben. Sie überlegte einen Moment, entschloss sich aber, ihren Plan trotzdem durchzuführen. Ich werde ihn schon besänftigen, dachte sie mit einem frivolen inneren Grinsen. Vermutlich war es nicht nur ihrer Sturheit, sondern auch dem Alkohol zuzuschreiben, dass sie das Risiko, das sie durchaus wahrgenommen hatte, ignorieren ließ. Schließlich stieg sie zu Tom in die Dusche.
Als sie die ersten Wasserstrahlen trafen, schrie sie auf und zuckte zurück. Tom, der sie zuvor mit zornesfunkelnden Augen beobachtet hatte, drehte schnell das Wasser ein wenig kälter. Leichte Besorgnis durchzog seine Augen, zumindest für einen kurzen Moment, bevor er sich zurück besann, dass sie eigentlich hätte gehen sollen. Er schloss entnervt die Augen. „Anna was soll das hier?“ fragte er sie energisch und drehte sich ein Stück von ihr weg. Sie sollte nicht sehen, dass ihn ihre Nähe bereits jetzt völlig einnahm. Anna schmunzelte, hatte sie seine Erregung doch bereits erkannt. Sie ignorierte seinen Einwand erneut und trat an ihn heran, um langsam ihre Hände über seinen Körper gleiten zu lassen. Sie wusste, dass er sie nicht mehr abweisen würde, wenn sie ihn erst einmal berührte, und sie selbst genoss es seine warme Haut zu fühlen. „Anna!“ schoss es heftig aus Toms Mund. Er fühlte, wie er die Beherrschung über seinen Körper endgültig verlor und das ließ seinen Zorn zu einem Maximum ansteigen. Er wollte das nicht; Nein, er würde sich ihr nicht hingeben, sie sollte verschwinden … aber die Nähe ihres Körpers, der sich von hinten an ihn schmiegte, ihre Hände, die langsam über seine Brust strichen nur um anschließend seinen Rücken zu erkunden und jetzt, … Er riss die Augen auf, als ihre Hände sich in seinem Hintern vergruben und langsam über seine Hüften zu seiner Vorderseite wanderten. Seinen Körper durchflutete eine heiße Woge und jeder Millimeter seiner Haut schrie nach Zuwendung, und als sie seine Erregung, die schon lange ein Eigenleben entwickelt hatte, erreichte, und begann sie sanft zu massieren konnte er nicht mehr an sich halten. Er stöhnte laut auf und dann verlor er den letzten Funken Beherrschung, den er bislang noch krampfhaft festzuhalten versucht hatte. Er drehte sich zu ihr, krallte seine Hände in ihre Haare und zog sie bestimmend an sich. Er küsste sie, innig, leidenschaftlich, mit einer Glut in seinen Augen, die Anna für einen Moment erschreckt aufblicken ließ. Es dauerte nicht lange, bevor er sie hochhob und sich mit ihr umdrehte, damit er sie gegen die Wand der Dusche drücken konnte. Es rumpelte laut, als er in seinem Schwung sämtliche Tuben und Flaschen, die auf einem kleinen gemauerten Vorsprung standen hinunterriss, und nach einem kurzen Moment des irritierten Innehaltens, nutzte er den freigeräumten Platz. Er setzte sie darauf und drängte seine Lenden voller Begierde zwischen ihre Beine, während seine Hände ihren Körper erkundeten. Anna war völlig überrumpelt, bei dieser Wendung der Geschehnisse und betrachtete ihn einen Moment angsterfüllt. Er sah aus wie ein wildes Tier, das seinen animalischen Instinkten folgte, und ihr wurde schnell bewusst, dass sie nicht berücksichtigt hatte, in welcher Gemütsverfassung sich Tom befand. Sie überlegte, ob sie das Ganze hier ganz schnell unterbrechen sollte, aber als sie Toms ungezügeltes Verlangen ins seinen Augen erkannte, und er auch noch begann stürmisch ihre Brüste zu massieren, hatte er sie überzeugt es zuzulassen. Die Situation war zwar ganz anders, als die bisherigen intimen Momente mit Tom, aber es war gleichsam erregend, sehr sogar. Also ließ sie ihren Blick in seine Augen eintauchen, und ließ sich von dem Strudel der ihn erfasst hatte mitreißen.
Tom befand sich in einem völligen Ausnahmezustand. Die aufgestauten Gefühle des Tages suchten verzweifelt ein Ventil, und sahen ihre Chance in genau diesem Treiben hier. Sein Körper verlangte nach Erfüllung seiner Begierde, und er würde sie sich nehmen. Schließlich hatte sie ihn ja herausgefordert. Er drückte seine Lippen auf ihren Mund und ließ fordernd seine Zunge zwischen ihre Lippen gleiten. Ein fast nicht auszuhaltendes Ziehen durchzog seinen Leib und sammelte sich in seiner Körpermitte, er musste sich von dieser Spannung erlösen, die ihn zu zerreißen drohte. Schnell drängte er Annas Beine weiter auseinander um sich nur kurze Zeit später in sie gleiten zu lassen. Er stöhnte einen Moment auf, als er endlich spürte, wie ihre warme Enge ihn in Empfang nahm, und unmittelbar drängte er sich ihr wild entgegen um das Eigenleben seiner Lenden verfolgen zu können. Energisch forderte er in rhythmischen Bewegungen die Massage ein, die seine Begierde umfasste, wie eine nachsichtslose Hand, die nur das eine wollte. Ihm zu gefallen. Er wurde immer fordernder, hielt ihre Hüften fest umfangen, und war nicht mehr in der Lage auch nur irgendwas anderes zu registrieren oder zu tun, als sich selbst zu spüren. Anna war hilflos in seinem Handeln gefangen, aber sollte es sie eigentlich erschrecken, tat es genau das Gegenteil. Sie fühlte sich ihm ausgeliefert und es erregte sie in einem Höchstmaß, so dass sie die Fliesenkante, die in ihren Hintern schnitt überhaupt nicht wahrnahm, und statt dessen nur noch ihre Körper spürte, die nicht enger und heftiger hätten miteinander verbunden sein können. Sie krallte sich an seinen Oberkörper und legte mit geschlossenen Augen ihren Kopf auf seine Schulter, während Tom seine Stirn angestrengt gegen die Fliesen drückte. Es war ein kurzes Intermezzo bis Tom seinen Kopf schließlich in den Nacken schmiss, und sich ein tiefes Grollen aus seiner Kehle befreite. Anna spürte wie er sich heiß in ihr ergoss, und seine unkontrollierten Zuckungen, denen Tom mit einigen letzten Stößen zusätzliche Intensität verlieh, ließ auch sie ihren Höhepunkt erreichen. Ihr entwich ein kurzes Quieken und sie genoss, dass ihr Körper ihren Geist für diesen Moment besiegt hatte. Es war das pure Gefühl, unabhängig von Gedanken, Sorgen oder anderen kopfgesteuerten Wahrnehmungen.

Nur langsam fanden die Beiden in die Realität zurück, und als Anna immer noch schwer atmend die Augen öffnete, löste sie erschrocken ihre Hände aus Toms Schulterblättern, wo sie tiefe Spuren hinterlassen hatten. Ihr Blick fiel für einen Moment in Toms unergründliche Augen, die dieser aber schnell beschämt abwendete. Nach dem Keuchen und Stöhnen der letzten Minuten, herrschte eine seltsame Stille, die sie nicht zu füllen wussten. Vorsichtig löste Tom sich von ihr, und setzte sie sanft auf den Boden. Er war erschrocken über das was er gerade getan hatte. Vorsichtig schaute er zu Anna, die mit geschlossenen Augen neben ihm stand, und das Wasser über ihren Körper fließen ließ. Dann streichelte sie ihm kurz über seinen Arm, und trat aus der Dusche. Tom sah ihr hinterher und sagte leise, „Ich komme auch gleich.“ Aber erst als Anna den Raum verlassen hatte, entspannte er sich ein wenig. Erschöpft lehnte sich Tom gegen die Wand, und holte tief Luft. Mit der Auflösung seiner Spannung war nicht nur seine sexuelle Begierde erloschen, auch seine Wut und sein Schmerz waren wie weg gewischt, und nur die Scham über seine verlorene Beherrschung nahm ihn in Besitz. Was war das denn? Was habe ich da gerade getan? fragte er sich verzweifelt. Das war ja fast eine … Vergewaltigung. … Oh Mann, wie konnte ich nur… Hoffentlich ist sie nicht gleich weggerannt. Er hätte es ihr nicht einmal verübeln können. Einen kurzen Moment ließ er noch das heiße Wasser über sich hinweg laufen, ehe er es abstellte und unruhig die Dusche verließ.

Schnell zog er sich eine Hose über, wischte sich kurz mit einem Handtuch über den Oberkörper und betrat dann zögernd das Schlafzimmer. Er hatte wirklich Angst, dass sie nach diesem Erlebnis einfach gegangen sein könnte. Aber nein, da saß sie auf seinem Bett. Gott sei Dank, dachte er, als er sie ängstlich betrachtete. Sie hatte sich eins seiner T-Shirts übergezogen, und lehnte relativ entspannt, aber in Gedanken versunken, an dem Kopfteil des Bettes. Erst als er mit bedröppeltem Gesicht zu ihr trat, hob sie den Blick und betrachtete ihn aufmerksam. Tom blieb einen Moment neben dem Bett stehen und starrte Anna betreten an, ehe er sich auf der Bettkante niederließ, ihr den Rücken kehrte und sein Gesicht verzweifelt in seine Hände legte. Was passiert nur mit mir? Wie soll ich ihr das nur erklären? fragte er sich verzweifelt. Er suchte nach Antworten, nach Worten, aber ehe er sich einer Lösung genähert hatte, spürte er plötzlich ihre warme Hand auf seinem Rücken. Sie lag einfach sanft auf seiner Haut, und am liebsten wäre er aufgesprungen und weggerannt. Er hatte ihre Zärtlichkeit einfach nicht verdient. Tränen der Verzweiflung wollten ihn übermannen, aber er schluckte sie herunter. Er versuchte einen Anfang zu finden, sammelte all seinen Mut zusammen, „Anna, es tut mir leid. Ich wollte das nicht… nicht so.“ Seine Stimme war leise und sein schlechtes Gewissen und seine Scham waren unverkennbar. Aber war Anna auch ein Stück weit irritiert, über das was eben geschehen war, hatte sie nicht das Gefühl, dass er sich entschuldigen müsste. Obwohl sie es beruhigend fand, dass er es offenbar so sah. Tom bedachte sie mit einem vorsichtigen Seitenblick und flüsterte kaum hörbar. „Hab ich dir… wehgetan?“ Seine Augen waren voller Sorge und Verzweiflung und Anna wusste wieder einmal, warum sie ihn so sehr liebte. Vor allem diese Momente, in denen er so verletzlich war, wo er ganz Tom war, ließen ihr Herz überquellen vor Liebe. Sie rutschte neben ihn und schaute ihm in die Augen, die er eigentlich wieder abwenden wollte. Aber ihr Blick hatte ihn gefesselt, denn er war liebevoll, nicht verletzt, nicht verachtend, nicht gekränkt, und das ließ ihn hoffen. „Nein, du hast mir nicht weh getan“, sagte sie sanft. Sie legte ihre Hand auf sein Bein und ihre Berührung ließ ihn erneut in ihre Augen blicken, „… und ich würde sagen, wir haken das Ganze als eine durchaus interessante Erfahrung ab, die man nicht unbedingt wiederholen muss, ok?“ Sie lächelte jetzt ihrerseits verlegen, als sie den perplexen Blick ihres Liebsten vernahm. „Ich kann schließlich nicht behaupten, dass es nicht … befriedigend war.“ Tom drehte sich erleichtert, aber mit immer noch schlechtem Gewissen, zu ihr und lehnte erschöpft seine Stirn an ihre Schulter, versteckte sich quasi in ihr. Er genoss einen Moment die Sicherheit, die sie ihm bot, obwohl doch eigentlich er den starken Part hätte übernehmen sollen. Zumindest dem Rollenbild nach.
Es kreisten Gedanken in seinem Kopf, die ihn seit Tagen immer wieder plagten, und er wusste selbst nicht wie ihm geschah. Sie drängten einfach hinaus. „Weißt du, dass du mich wahnsinnig machst? Mich die Liebe zu dir wahnsinnig macht … und das in jeder Hinsicht. … Ich habe das Gefühl ich werde völlig irre. Ich weiß überhaupt nicht mehr mit mir umzugehen. Mit meinen Gedanken, und vor allem mit meinen Gefühlen. Ständig steh ich unter Strom, und bin völlig überfordert von der Intensität mit denen sie mich überrennen. … Ich habe das Gefühl, ich muss neu leben lernen, neu lieben lernen.“ Seine Worte entflohen seinem tiefsten Innersten, und er schüttelte resigniert den Kopf. Anna hatte fasziniert seinen Worten gelauscht und hob nun seinen Kopf an, um ihm mit einem ernsthaften Blick, der zu glitzern begann, tief in die Augen zu sehen. Er wusste es vermutlich nicht, aber dieser Moment und diese Worte zeigte ihr mehr, als alles bisher gehörte oder gefühlte, wie sehr er sie liebte, und es erfüllte sie mit einem Glückseligkeit, die jeden Millimeter ihres Körpers erfasste. Sie küsste ihn zärtlich und mit einem leisen, sanften „Komm her“ zog sie ihn zu sich auf´s Bett. Seine Arme legten sich um sie, und Anna fühlte sich so glücklich und geborgen an seiner Brust, dass sie für den Rest ihres Lebens so hätte liegen bleiben können. Auch Tom war froh, sie in seinen Armen zu wissen, gerade weil er sich immer noch ein wenig vor sich selber fürchtete, und sie ihm unendliche Sicherheit gab.
„Es fühlt sich so unbeschreiblich gut an glücklich mit dir zu sein, … aber ich leide wie ein Hund, wenn es nicht so läuft, wie es soll.“ Zutiefst verunsichert fügte er leise hinzu „So etwas wie eben, ist mir wirklich noch nie passiert, … und wenn ich ehrlich bin, macht es mir ein bisschen Angst … Irgendwie war ich nicht mehr Herr meiner Sinne, Herr meines Körpers.“ Er schwieg verlegen, und war so froh, dass Anna es ihm nicht übel nahm. Anna strich ihm beruhigend über seine Brust und gab ihm einen kurzen Kuss auf seine noch feuchte Haut. Sie freute sich darüber, dass er sich ihr völlig öffnete, sich ihr völlig ausliefert, denn das zeugte von seinem tiefen Vertrauen in sie.
Sie dachte einen Moment über seine Worte nach und überlegte, wie es ihr selbst ging. Diese Situation in der Dusche hatte ihr gezeigt, dass Tom für sie eine absolute Ausnahmeerscheinung war. Sie vertraute ihm aus tiefstem Herzen, denn sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass es irgendeinen anderen Mann geben würde, bei dem sie ein solches ‘ausgeliefert sein’, als erregend empfinden könnte. „Na ja,“ gab Anna deshalb ebenfalls schuldbewusst zu erkennen. „Du hattest mich ja auch sehr deutlich gebeten zu gehen, … wenn ich einfach getan hätte, was du wolltest, wäre es wohl gar nicht soweit gekommen. Also sagen wir mal, ich trage auch ein wenig Schuld.“ Tom schmunzelte glücklich und drückte sie dankbar an sich. Da hatte sie wohl recht. Wenn sie ihn nicht so angestachelt hätte… .

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mo Apr 08 2013, 20:57

Einfach Zucker die beiden ... schon das Anna nach der Aktion nicht abgehauen ist und sie gleich wieder alle Missverständnisse aus dem Weg geräumt haben! Embarassed

Ich bin gespannt was nun kommt ... hab es schon wieder vergessen aber ein kleiner Gedanke kommt mir doch in den Sinn ... ich glaube aber dieser Gedanke kommt bisschen später ... naja bevor ich hier in eine Diskussion mit mir selber verfalle, warte ich lieber auf den nächsten Teil! Wink

Bitte mehr, liebe Kati! Habenwollen

LG
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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mi Apr 10 2013, 19:34

Hey mein Schmetterling,
danke für deinen Kommi. Ja, Tom und Anna wissen ja irgendwie doch langsam was sie aneinander haben, auch wenn sie es scheinbar selbst noch nicht ganz glauben können. Wink
Schön, dass du nur einen Ahnung hast was jetzt kommt, das macht das ganze doch ein bisschen spannender.
Ich komm grad nicht so richtig voran. Sitze am nächsten Teil im AudL-Forum (einen ersten neuen Teil habe ich übrigens gepostet, falls du die Story an zwei Stelle lesen willst Rolling Eyes ) und ansonsten hänge ich bei meinen Ideen so ein bischen ....

Und wann dürfen wir was Neues von dir erwarten? brav

LG, Katha

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BeitragThema: "14"   Fr Apr 12 2013, 22:25

Juchuuh, ich lebe noch. Und da es hier gerade mal wieder so verdammt ruhig ist , dachte ich, ich sollte euch dringend mal wieder was zu lesen dalassen . Ich wünsche ein schönes Wochenende!
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Nachdem dieses verwirrende Erlebnis unter der Dusche endgültig geklärt war, entspannten sich Anna und Tom ein wenig. Still lagen sie sich in den Armen und ließen nur die Finger ihrer Hände, die sich auf Toms Bauch zu einer Einheit verschlungen hatten sanfte Liebkosungen austauschen. Die Ruhe, die Tom erfasste, führte allerdings auch dazu, dass die vorangegangenen Erlebnisse des Tages wieder Eingang in sein Hirn nahmen und die gerade gefundene Harmonie direkt wieder in Frage stellte. Auch wenn er eigentlich keine Kraft mehr hatte, er musste das klären. Er setzte sich auf und sah Anna ernst an. „Anna was sollte das mit dem Brief? Was soll ich denn denken, wenn du mir so was unter die Nase reibst?“ Auch Anna hatte die Vorgeschichte des Abends total verdrängt und sah jetzt erschrocken in seine verletzten Augen. Sie sprang auf und lief in das Wohnzimmer um den Brief zu holen. „Tom, es tut mir so leid. Das was hier drin ist,“ dabei warf sie den Umschlag vor ihn auf das Bett „habe ich nachdem du aus der Bar verschwunden bist das erste Mal gesehen.“ Sie setzte sich Tom gegenüber und sah ihn aufrichtig in die Augen. „Tom ich versichere dir, mit Peer war nichts außer diesem dämlichen Kuss, von dem ich dir erzählt habe, und er hat diesen Mist hier auch nicht verzapft.“ Tom sah sie irritiert an. „Was soll das heißen, ‘Peer hat das nicht verzapft‘?“ Er spürte schon wieder die Wut in sich hoch kochen. Warum nahm sie diesen Idioten jetzt auch noch in Schutz? Es war doch wohl eine Frechheit, wie er sich bei ihr bedankt hatte. Er konnte es ja eigentlich immer noch nicht glauben, war es doch eigentlich ein Freund, und wie er bislang geglaubt hatte, ein guter. Annas Stimme war empört als sie weitersprach. „Ich habe heute Morgen diesen Umschlag geöffnet und darin war diese Karte, ... aber ohne grinsende Smilies oder Anführungszeichen. Peer hat sich einfach nur für unsere Zusammenarbeit bedankt. Und außerdem lag dem Brief ein Foto bei.“ Tom verzog säuerlich das Gesicht. „Ja das habe ich gesehen“ knurrte er. Anna zwang ihn erneut sie anzusehen. Ihre Stimme war eindringlich „Nein hast du nicht. Es war ein Foto von mir, wie ich mein Kleid auf dem Laufsteg präsentiere. Mehr nicht. … Tom ich habe wirklich keine Ahnung, wer sich an meiner Post zu schaffen gemacht hat. Aber glaubst du ehrlich ich würde dich anlügen, oder dir so was präsentieren um dich zu ärgern?“ Ihre Stimme, die zuvor energisch und voller Überzeugung war, wurde bei den letzten Worten immer leiser und sie wand enttäuscht den Blick ab. Tom riss erschrocken die Augen auf, als ihm bewusst wurde, was sie da gerade gesagt hatte, denn er zweifelte keinen Moment an dem Wahrheitsgehalt ihrer Aussage. Seine Gedanken rotierten und versuchten den Sinn des Ganzen zu erfassen. Auf jeden Fall würde es seinen, ihm so widerstrebenden Gedanken sehr entgegenkommen, wenn das stimmte. „Eigentlich konnte und wollte ich es auch nicht glauben, deshalb war ich ja so verwirrt“ antwortete er ihr zögernd. „Glaub mir, ich habe echt mit mir gerungen wie ich damit umgehen soll, … aber du hast mir den Brief so selbstverständlich in die Hand gedrückt…“ Er schaute verlegen beiseite, hatte er ihr doch wieder mal nicht das Vertrauen entgegen gebracht, das sie verdiente. „Und du willst sagen, dass dir jemand einen üblen Streich gespielt hat?“ fragte er nun ungläubig. „Wer sollte so was tun?“ Er überlegte einen Moment als sich ihre Blicke trafen. Wie aus einem Mund sprachen sie ihre Gedanken aus „Carla“. Anna beobachtete ihn aufmerksam, meinte er das wirklich ernst? In der Vergangenheit, hätte er solch eine Anschuldigung ohne Beweise sofort zurück gewiesen, aber dieses Mal sah er eher nachdenklich aus. „Was überlegst du?“ fragte sie ihn deshalb vorsichtig. Tom räusperte sich. „Ich weiß nicht, ein Beweis ist das nicht, aber Carla war heute bei mir, um Urlaub zu beantragen, und gerade als sie gehen wollte, hat sie mich noch darauf hingewiesen, dass du doch jetzt wo du mit Peer verbandelt bist, sicherlich auf die Idee kommen würdest Lanford zu verlassen." Er betrachtete sie skeptisch. "Meinst du sie wollte schon ein wenig Vorarbeit leisten?“ Anna spürte Zorn in sich aufkeimen. „Dieses hinterhältige Miststück“ schoss es aus ihrem Mund, aber dann hielt sie inne. „Aber das macht doch nur Sinn wenn sie…“ Sie schaute erschrocken zu ihm „Meinst du sie weiß von uns?“ Tom zuckte verunsichert die Schultern. „Ich weiß nicht… Vielleicht hat Enrique ja recht und es ist wirklich nicht zu übersehen?“ Anna lächelte ihn liebevoll an. „Na ja, so wie sie mich zur Zeit fixiert könnte ich mich wohl auch verraten haben.“ Aber da fiel Tom plötzlich was ein. „Sag mal, als du heute Mittag deine Tasche gepackt hast, … ach die liegt übrigens noch im Auto“ gab er kleinmütig zu, „aber ich hol sie dir gleich noch, wenn du sie brauchst. … Aber was ich eigentlich fragen wollte, bist du durchs Restaurant raus gegangen?“ Anna nickte mit gerunzelter Stirn, aber bevor sie nachfragen konnte sprach Tom schon weiter. „Hast du Carla im Restaurant gesehen?“ Verwundert schüttelte die Blonde den Kopf. „Carla war in der Goldelse?“ fragte sie verwirrt nach. „Ja, sie kam gerade als ich ging.“ Er überlegte weiter „Sie muss sich mit jemandem getroffen haben, ansonsten würde sie ihre Mittagspause doch nicht in so einem bodenständigen Lokal verbringen.“ Er hatte Anführungsstriche in die Luft gemalt um Carlas Sicht der Else zu unterstützen. Anna nickte bestätigend, „…und vielleicht war dieser Jemand bereits vorher in der Else und hat uns gesehen?“ Anna sah ihn nachdenklich an und ließ ihren Blick zum Nachttisch wandern. „Hm, zu spät“ murmelte sie nach einem Blick auf die Uhr vor sich hin, aber sah Tom dann geradewegs an. „Ich werde morgen meine Mutter fragen, die kann sich normalerweise gut an ihre Gäste erinnern.“ Tom nickte „Das ist eine gute Idee. Dann wissen wir das zumindest. Aber..., sag mal wo war der Brief den ganzen Tag, wenn du ihn heute Morgen schon bekommen hast?“ Tom war noch nicht ganz klar, wie diese Schmierereien in das Kuvert gekommen sein sollten. Anna überdachte den Tag. „Aufgemacht habe ich ihn, … kurz bevor du mich zum Meeting abgeholt hast, und dann hab ich ihn auf dem Tisch liegen lassen. Er ist mir erst heute Nachmittag wieder aufgefallen, als ich meinen Kram zusammengepackt habe. Ich kann dir nicht sagen, ob er die ganze Zeit da gelegen hat. Vielleicht war er zwischendurch auch weg. Die Möglichkeit besteht auf jeden Fall.“ Es schlich sich ein erleichtertes Lächeln auf ihr Gesicht, als sie ihn betrachtete „Auf jeden Fall bin ich froh, dass du mir glaubst und wir das geklärt haben.“ Stieß sie erleichtert hervor. Tom nahm ihre Hand, und hauchte einen sanften Kuss darauf. „Entschuldige bitte, dass ich einfach weggelaufen bin.“ Anna beobachtete ihn noch eine Weile „Weißt du was ich nicht ganz verstehe? …“ Tom zog fragend seine Augenbrauen in die Höhe und wartete etwas verunsichert. Sie sah so ernst aus, und es ging jetzt nicht mehr um Carla, da war er sicher. „Einerseits lässt du mich an deinem Seelenleben teil haben, ... erzählst mir von Gedanken, Sorgen, Gefühlen … aber so eine bescheuerte Sache hier, lässt dich an mir zweifeln. … Warum?“ Tom spürte spontan die Hitze in seinen Kopf steigen und seine schönen blaugrauen Augen verdunkelten sich vor Scham, bevor er sie niederschlug, denn sie hatte völlig recht. Er würde ihr sein Leben anvertrauen, aber gleichzeitig … . Er kannte die Antwort und er wollte keine Geheimnisse mehr für sich behalten, auch wenn es ihm schwer fiel es auszusprechen. „Anna ich dachte ich hätte die Vergangenheit hinter mir gelassen“ begann er zögernd mit leicht zittriger Stimme, „aber so ganz stimmt das nicht.“ Seine Finger zeichneten das Muster seiner Bettdecke nach, während er noch mal tief Luft holte. Sein Mund war trocken und er musste sich zwingen weiter zu sprechen. Es war kaum ein flüstern, was seinen Mund verließ „Ich habe Angst, … ich habe wahnsinnige Angst dich wieder zu verlieren … nachdem du mein Herz in Besitz genommen hast. ... Und ich habe Angst vor dem Schmerz, der mich in dem Fall vermutlich umbringen würde.“ Er war völlig verunsichert. Er wusste nicht, wann er sich einem Menschen gegenüber je so nackt gemacht hatte, alles offenbart hatte, was ihn ausmachte, aber er hoffte, er vertraute, er glaubte an sie und ihr Verständnis. Sie würde es nicht ausnutzen, nicht Anna. Er war sich sicher, bis auf den allerletzten kleinen Funken Angst, der immernoch blieb. Aber er sprach weiter, es gab kein Zurück mehr. „Und das bescheuertste an der Sache ist, … dass ich gerade deshalb immer alles falsch mache und dich bestimmt irgendwann vertreibe.“ Er war völlig niedergeschlagen, nach dem er sich, und ihr auch, diese Schwäche eingestanden hatte. Denn diese Frau, die dort vor ihm saß und ihn aus ihren wunderschönen grünen Augen anschaute hatte es verdient, dass man sie beschützte und auf Händen trug, und zwar ohne sie zwischendurch fallen zu lassen.
Anna nickte verstehend, hatte sie doch selbst lange gebraucht um ihre eigenen Ängste hinter sich zu lassen. Sie wusste genau was er meinte, verstand ihn so gut. Sie rückte an ihn heran und nahm in fest in den Arm. Tom legte dankbar seinen Kopf auf ihre Schulter und sie wiegten sich, wie man ein kleines Kind wiegt, das man nach einem Alptraum zurück in die Welt begleitete. Nach einer Weile der Stille legte Anna liebevoll ihre Hände an sein Gesicht und gab ihm einen sanften Kuss, bevor sie verschmitzt lächelnd hauchte. „Ich liebe dich aus ganzem Herzen. Und glaube mir, wer mich einmal an der Backe hat, der wird mich nicht mehr los. Du weißt doch wie stur ich bin.“

Toms Augen erstrahlten, er fühlte sich wie im 7. Himmel, als er ihren liebevollen Blick erwiederte. „Ich liebe dich auch, mehr als ich es jemals getan habe, …“ Anna erschauderte wohlig bei dieser Liebeserklärung. Er hatte ihr gerade gestanden, dass er sie mehr liebte als Fanni, von der er immer als der Liebe seines Lebens gesprochen hatte. Ihre Gedanken wurden unterbrochen „…und ich bitte dich, lauf nicht vor mir weg, wenn ich mal wieder zu doof bin die richtigen Schlüsse zu ziehen. Ich brauche scheinbar deine Hilfe um auf dem richtigen Weg zu bleiben, trotz meiner Liebe.“ Anna betrachtete ihn noch einen Moment verliebt, ehe sie die Initiative ergriff, den Seelenstrapazen ein Ende zu setzen. „Weißt du was? Ich finde wir haben für heute eindeutig genug gesprochen.“ Sie setzte sich auf seinen Schoß und ließ ihre Lippen flüchtig über seinen Mund gleiten. Tom schloss die Augen und brummte genüsslich. Er war völlig erledigt und fand die Idee seinen Kopf endlich in den Urlaub zu schicken mehr als verführerisch, obwohl er wahrscheinlich auch einfach hätte einschlafen können. Aber die Alternative sie zu spüren war eindeutig die Bessere. „Du hast völlig recht.“ Er ließ sich nach hinten fallen und zog Anna auf sich. Verführerisch küsste er sie, leckte über ihre Lippen, knabberte daran herum, bevor er sanft seine Zunge in ihren Mund schob. Anna öffnete ihre Lippen bereitwillig und kam ihm entgegen. Ihre Zungen fanden sich, neckten sich gegenseitig, zogen sich zurück nur um gleich wieder einen Vorstoß zu wagen. Anna und Tom verfielen diesem sinnlichen Spiel, das ihre Sinne auf Erregung einstellte, und so energiegeladen und gewaltig ihre abendliche Begegnung begonnen hatte, so sanft und zärtlich, aber gleichsam befriedigend, endete er.

Am nächsten Morgen wurde Anna durch das Piepen ihres Handys geweckt. Das erste, was sie spürte war der warme Körper Toms der sich an ihren Rücken schmiegte und sie in seinem Arm hielt. Sie öffnete langsam die Augen und genoss das warme Licht, das die Sonne dem Raum bescherte, während sie sich wohlig an ihn kuschelte. Was war das gestern wieder ein bekloppter Tag dachte sie, als sie die Erinnerungen einholten. Aber es kann nur einfacher werden. Wir schaffen das, wir lieben uns, und das ist der Anfang. Anna schreckte auf ‘Liebe ist der Anfang’. Das war unser Slogan für die Pineapple-Kampagne im letzten Jahr. Jonas und meine Geschichte… Warum fallen mir genau diese Worte jetzt wieder ein? Sie drehte sich vorsichtig um und betrachtete Tom, der mit einem völlig entspannten Gesicht immer noch schlief, allerdings unwillig brummte, als sie sich seiner Umarmung entzog. Sein Anblick ließ Anna liebevoll Lächeln und sie beruhigte sich sogleich wieder. Sie liebte diesen schönen Mann. Anna, du bist bescheuert. Liebe war nicht nur für Jonas und dich der Anfang. Es ist immer der Anfang für zwei Menschen, die gemeinsam durchs Leben gehen wollen. Langsam beugte sie sich zu Tom, strich ihm zärtlich eine Strähne aus dem Gesicht und küsste ihn sanft auf die Lippen. Wie auf Kommando öffnete dieser die Augen und kniff sie schnell wieder zusammen, zu viel Licht, … aber dann nahm er sie lächelnd in den Arm. „Guten Morgen mein Schatz. Darf ich diesen Weckservice abonnieren?“ Sie küsste ihn erneut, bevor sie verschmitzt antwortete, wenn ich dafür den Einschlafservice abonnieren darf. Er hatte sie nämlich die letzte Nacht noch mit all seiner Liebe überhäuft, die er nach seinen Geständnissen zu geben hatte. Und das war eine ganze Menge.

Eine Stunde später, waren beide frisch geduscht, durch ein reichliches Frühstück gestärkt und gut gelaunt auf dem Weg zu seinem Auto. Da blieb Tom plötzlich stehen und sah Anna fragend an. „Sag mal, wie geht es denn jetzt weiter?“ Er hatte nämlich überhaupt keine Lust mehr, sich in irgendeiner Weise zu verstellen. Anna lächelte und gab ihm einen Kuss auf die Nasenspitze. „Du meinst, nachdem man dir sowieso an der Nasenspitze ansieht, was los ist, können wir unser Versteckspiel auch bleiben lassen?“ Sie überlegte einen Moment. „Weißt du was, eigentlich hast du recht. Wenn Carla es vermutlich sowieso weiß… . Einen anderen Grund, als sie mir vom Hals zu halten hatte das Ganze ja eh nicht. Und um das raus zu bekommen könntest du mich eben in der Else vorbei bringen, dann rede ich gleich mal mit meiner Mutter.“ Tom strahlte von einem Ohr zum anderen, bei der Aussicht sie ab sofort ohne wenn und aber lieben zu dürfen. „Kein Problem Frau Broda, Taxiunternehmen Lanford ist bereit. Einmal zur Goldelse.“ Er öffnete Anna galant die Beifahrertür seines Autos und ließ sie einsteigen.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Fr Apr 12 2013, 23:33

Ach meine Süße, das liest sich wie immer wundervoll, genau das richtige für den Einstieg ins Wochenende. Und wie ich feststellen musste, hab ich wohl einige Teile verpasst. Na ja, ich hoffe, du siehst es mir nach, war eine turbulente Woche. Aber jetzt ist ja erstmal alles soweit gut. Werde jetzt wieder mehr Zeit dafür haben.

Ich knutsch dich.

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Sa Apr 13 2013, 09:28

Hallo Minilein,
ein Kommi von dir zu so später Stunde ist tatsächlich eine Überraschung. Smile Aber umso mehr freut es mich, dass ich dir ein bisschen was Gutes tun konnte. Ich habe heute Morgen dann auch im Audl-Forum nachgelegt. Wink
Ich wünsch dir einen schönen Tag, auch wenn es bestimmt anstrengend wird. hallo

LG, Katha

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BeitragThema: "15"   Sa Apr 20 2013, 21:29


Hey, ihr lieben Leser da draußen. Gibt es euch noch? Hier ist es so verdammt still in den letzten Tagen und Wochen.
Na ja, vielleicht tummelt sich trotzdem der ein oder andere, der Lust hat weiter zu lesen. Seid lieb gegrüßt, und habt morgen einen schönen Sonntag!
Und an die Schreiberlinge unter euch. Ich würde soooo gerne mal wieder was lesen
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Im Atelier herrschte an diesem schönen Morgen bereits reges Treiben. So langsam wurde deutlich, dass sich die Fashion Days näherten. Eine gute Woche war es noch bis dahin, und es gab noch viel zu tun. Steffi stand wie immer als Fels in der Brandung am Empfang und dirigierte das Chaos, so gut es aus ihrer Position heraus möglich war. Als sie gerade die Post sortierte, einem Paketboten ein Lieferung quittierte, und dabei am Telefon noch einen neugierigen Journalisten auf freundliche aber bestimmte Art auf die offiziellen Pressetermine hinwies, öffnete sich der Aufzug und ein gut gelaunter Juniorchef betrat das Atelier. Er betrachtete einen Moment fasziniert das bunte Leben in seiner Firma, bevor er an den Empfang trat. Steffi lächelte ihm herzlich zu und nickte zur Begrüßung, ehe sie sich von dem Journalisten verabschiedete und ihre Aufmerksamkeit nun ganz dem jungen Lanford zuteil werden ließ. „Guten Morgen Herr Lanford. Ich bringe ihnen ihre Post sofort. Ich bin gleich fertig." Tom strahlte sie zufrieden an. „Lassen sie sich ruhig Zeit, ich sehe ja was hier los ist." Er beugte sich ein wenig zu ihr. "Habe ich ihnen schon mal gesagt, wie froh ich bin, dass sie hier am Empfang stehen?“ Steffi schaute verlegen hinab auf die Post, die sich noch immer vor ihr stapelte. „Danke!“ kam es leise aus ihrem Mund. Tom wendete sich mit einem kleinen Klopfer auf die Theke ab, um sich auf den Weg in sein Büro zu begeben. Er hätte ein lustiges Lied trällern können, so beschwingt ging er gerade durch die Welt. Aber nur, bis sein Blick auf seine Ex-Verlobte fiel, die ihn, an ihrem Schreibtisch sitzend, süffisant angrinste. Warum grinst die denn schon wieder so, so …selbstgefällig, ging es ihm durch den Kopf und sein Liedchen wäre ihm wohl im Halse stecken geblieben, hätte er es nicht sowieso nur gedanklich gepfiffen. Bin ich froh wenn diese Frau heute Nachmittag hier verschwunden ist. Hoffentlich hat Bruno nichts gegen ihren Urlaub einzuwenden. Gerade wollte er seine Bürotür hinter sich schließen, als jemand dagegen drückte. „Hey, Guten Morgen, war das gerade ein Versuch eine Angestellte, und dazu noch ihre Ex-Verlobte mit einem einzigen Blick zu töten Herr Lanford?“ Tom drehte sich gut gelaunt zu seinem besten Freund, und musterte ihn gespielt überlegend. „Na ja, wenn man dabei straffrei bleibt… oder meinst du, man könnte mir was nachweisen?“ Er grinste breit als er sich in den Stuhl hinter seinen Schreibtisch fallen ließ. Enrique blieb an der Tür stehen und beobachtete Tom belustigt. „Ich bin beruhigt dich so zu sehen. Eigentlich wollte ich nur kurz fragen ob ihr euch gestern noch ausgesprochen habt, aber ich glaube, dass kann ich mir schenken.“ Er war erleichtert, wollte er seine beiden Freunde doch nicht schon wieder in Trauer erleben. Tom dachte kurz an den letzten Tag mit seinen unglaublichen Höhen und Tiefen zurück. Er schüttelte immer noch ein wenig fassungslos den Kopf und lächelte ihm dann dankbar zu. „Jap haben wir. … Sagen wir mal, es war noch ein sehr ereignisreicher Abend.“ Enriques Blick verriet seine nicht ganz jugendfreien Assoziationen, die ihm zu dieser Bemerkung einfielen, aber das war Tom egal, und er hatte ja auch in keinster Weise unrecht. „Aber sag mal, habt ihr denn überlegt, wie es zu diesem … Missverständnis kommen konnte?“ Er setzte sich jetzt doch vorToms Schreibtisch, vor allem weil sich dessen Gesicht gleich von einem strahlenden Mondgesicht zu einer verzerrten Fratze verzog. „Carla“ zischte er nur ein einziges Wort hervor. Enrique zog die Brauen zusammen. „Carla, seid ihr sicher? Warum sollte sie sich so ein Müll einfallen lassen?“ Toms eigentlich so gute Laune bekam einige dicke Risse, als er versuchte das Thema noch einmal objektiv zu betrachten. „Wir vermuten, dass sie mitbekommen hat, dass wir zusammen sind, … und außerdem, hast du vergessen, was sie gemacht hat, um Anna aus dem Weg zu räumen? Sie hat sich selbst einen Gips verpassen lassen, … ach ja, und was du noch nicht weißt. Sie hat versucht Peer zu erpressen. Er sollte Anna verführen, … also ein Bildchen auszutauschen ist da ein wirkliches Kinderspiel.“ Enriques Augenbrauen waren immer weiter nach oben gewandert. Diese Geschichte mit dem vorgetäuschten Unfall hatte er schon fast wieder vergessen, der Gips machte den Anblick dieser Frau ja schließlich nur ansehnlicher. Wenigstens etwas Natürliches, bei so viel Falschheit. Und was hatte Tom gerade gesagt? Erpressung? Enrique wunderte sich über gar nichts mehr. „Diese Frau ist wirklich die Pest. Aber doofer weise ist sie pfiffig genug, sich nicht erwischen zu lassen, oder zumindest keine Beweise zu hinterlassen. Wenn ich da an die Haokan-Geschichte denke, ich bin immernoch davon überzeugt, dass sie da auch ihre Finger im Spiel hatte.“ Als Tom den Satz hörte, verzog er peinlich berührt das Gesicht. Auch wenn er bis heute nicht wusste wie Carla es wohl angestellt hatte, war er mittlerweile von Annas Unschuld mehr als überzeugt. Und auch ihm fiel keine andere Person ein, die irgendeinen Vorteil aus diesen Geschehnissen hätte ziehen können. Außer eben Carla.
Er hatte es damals zwar selbst nicht glauben wollen, da seine Gefühle ihm immer wieder gesagt hatten, dass es einfach nicht sein könne, dass Anna die Firma und vor allen ihn so hintergehen würde, hatte sich aber von den scheinbaren Beweisen überzeugen lassen. Er wusste, dass auch das noch ein zweifelhaftes Thema zwischen ihm und Anna war, welches es irgendwann zu klären galt. Ich sollte mal ein paar Nachforschungen anstellen lassen. Da muss es doch Hinweise geben, die ihre Unschuld beweisen, beschloss er, aber das war gerade nicht das eigentliche Thema. "Wir haben uns auf jedenfall fest vorgenommen uns nicht mehr von ihr manipulieren zu lassen. Und, wenn alles gut geht, sind wir sie die nächsten Wochen erst mal los. Sie hat nämlich Urlaub beantragt. Und glaub mir, ich werde sie nicht vermissen.“

Als wenn er damit Bruno auf den Plan gerufen hätte, öffnete sich ungefragt die Tür und Bruno stand plötzlich im Büro. „Kannst du mir sagen, wo Anna ist?“ Tom schmunzelte über den Auftritt seines Vaters. Es war doch immer das Gleiche. Reinkommen ohne anzuklopfen und hinausposaunen was ihm auf der Seele lag, ohne erst einmal zu schauen wen oder was er antraf. Brunos Geduld glich der eines Zweijährigen, war sozusagen gar nicht vorhanden, und so fuhr er nach dem Ausbleiben einer unverzüglichen Antwort gleich fort. „Ja was? Weißt du nun wo Anna ist, oder nicht? Und Sie?“ blökte er nun Enrique an, dessen Anwesenheit er in der Zwischenzeit auch registriert hatte. „Wie sieht es mit dem Marketing aus? Sind wir für nächste Woche gut vorbereitet?“ Enrique stand auf, um dem gefährlichen Stier zu entgehen, der sich hier offensichtlich für seinen Kampf postierte. Tom schmunzelte immer noch, sein Vater war wirklich ein außergewöhnliches Individuum. Aber was machte ihn am frühen Morgen schon so unausstehlich? Vielleicht hatte er einfach schlecht geschlafen, soll ja auch bei Genies schon mal vorkommen. „Guten Morgen Bruno“, setzte Tom zu einer Antwort an, und das amüsierte Lächeln auf seinem Gesicht, brachte Bruno zurück in die Stierkampfarena. „Was bringt dich denn so früh am Morgen schon so auf die Palme?“, fragte Tom mit einem skeptischen Blick. Bruno schnaufte auf, hatte sein missratener Sohn denn gar keine Ahnung was hier los war? „Darf ich dich daran erinnern, dass wir nächste Woche zwei Kollektionen auf die Bühne schicken… .“ Tom verdrehte genervt die Augen und schüttelte den Kopf. „Daran brauchst du mich nicht erinnern. Das weiß ich, aber es läuft doch…, wo ist das Problem?“ Enrique, der immer noch keinen Fluchtweg gefunden hatte, nickte zustimmend und antwortete vorsichtig. "Die Bühnenshow wird gerade organisiert, und das Casting der Models ist Montag, so dass dann noch zwei Tage für die letzten Änderungen bleiben. Die Räume, die wir während der Fashion-Days nutzen können, bekommen wir Dienstag, und der Transport der Kollektionen ist soweit vorbereitet.“ Bruno nickte mit einer leicht entspannten Miene und machte seinem Marketingchef endlich den Weg frei, den dieser auch gleich nutzte. Aber da fiel ihm noch was ein. „Ach Tom, gleich kommt ein Praktikant, der uns die nächsten 3 Wochen unterstützen will. Willst du mit ihm reden? Ich denke, wir können ihn während der Show gut gebrauchen, wenn er einen akzeptablen Eindruck macht.“ Tom überlegte kurz ob er Zeit hätte, aber als sein Blick auf die Bestellungen fiel, die er immer noch nicht erledigt hatte, entschied er sich diese Verantwortung abzugeben. „Mach du das. Wenn ihr euch einig werdet, informiere die Personalabteilung, die kümmern sich dann um den Vertrag.“ Er verabschiedete Enrique noch mit einem kleinen Wink, ehe er sich seinem Vater zuwendete, der immer noch in seinem Büro verweilte. Dieser hatte sich mittlerweile sogar vor Toms Schreibtisch niedergelassen, was darauf schließen ließ, dass ihm noch immer was auf dem Herzen lag. Tom blickte auf seinen vollen Schreibtisch. Wenn ich die Bestellungen nicht bald erledige, könnte es doch noch knapp werden…, dachte er genervt. „Bruno, was ist los?“ fragte er nochmal direkt, um endlich zum Punkt zu kommen. „Carla, … sie will Urlaub nehmen…“ Daher weht der Wind dachte Tom und hoffte, dass Bruno sie gehen ließ. „Und, siehst du darin ein Problem?“ Bruno rieb sich über das Gesicht und wägte scheinbar gedanklich ab. „Ich weiß nicht. Sie bringt zwar gerade nichts Sinnvolles aufs Papier, aber sie kennt sich aus. Was ist, wenn nächste Woche was schief läuft? Sollten wir sie nicht in der Hinterhand haben? Wir haben viele Termine…“ Tom sah seinen Erzeuger erschrocken an und widersprach ihm heftig. „Bruno, du hast die Zauberhaft-Kollektion für die Bühne auserkoren, und du weißt, dass Anna und Carla nicht wirklich zusammen arbeiten können. Sie würden sich die Augen auskratzen. … Anna schafft das auch ohne Carla.“ Carla würde Anna eher Schaden, als dass sie irgendeinen positiven Beitrag leisten würde. Das werde ich nicht zulassen, fügte Tom gedanklich hinzu. „Und ich bin ja auch noch da.“ schob Tom in energischem Tonfall hinterher. Die entschlossene Stimme seines Sohnes rief Brunos Aufmerksamkeit auf den Plan, und letztlich beobachtete er Tom lächelnd, hatte der ihm doch gerade mal wieder offenbart, wie der Stand der Dinge lag. „Na gut, wenn du denkst, dass wir alles im Griff haben. Dann schick sie in Urlaub. Aber jetzt sag mir endlich wo Anna ist. Wenn das einer weiß, dann du, oder sehe ich das falsch? ... Ich will ihre Entwürfe sehen.“ Er grinste Tom breit an und dieser strahlte zurück. „Anna müsste jeden Moment kommen, sie hatte noch was mit ihrer Mutter zu klären.“ Verlegen schaute er auf seinen Tisch und wollte, um vom Thema abzulenken mit seiner Arbeit beginnen, aber Bruno war noch nicht fertig. „Tom? Sag, wie fühlt es sich an? Geht es dir gut?“ Tom schaute auf, und dachte einen Moment an die Achterbahn der Gefühle, die er die letzten Tage und Wochen durchlebte, aber da die Höhenflüge definitiv alles wett machten, was an Abstürzen oder Irritationen vorgekommen war, sah er in die Augen seines Vaters und antwortete voller Überzeugung. „Ja Papa, ich bin endlich wieder glücklich.“ Bruno strahlte ihn an und begab sich zur Tür. „Sag Anna bitte, dass ich um 15:00 Uhr ihre Auswahl für das Brautkleid sehen will. Ich werde dann mit ihr entscheiden, welches wir umsetzten. Die Näherei braucht dringend den Entwurf, sonst wird das nichts mehr.“ Tom sah ihm, mit seinen Gedanken immer noch bei Anna, hinterher ehe er sich endlich daran machte seine Arbeit zu erledigen.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So Apr 21 2013, 13:50

Hach, wie ist das Leben schön. Es ist Sonntag und ich bekomme was Tolles zu lesen. Und endlich mal wieder etwas Harmonisches, auch wenn der kleine Teufel im Hinterkopf immer wieder sagt, dass diese Harmonie trügt. Aber gut, ich bade mich trotzdem darin.

Wie immer wunderbar geschrieben, meine Süße ... motiviert glatt, auch mal wieder was zum Besten zu geben.

Dir einen schönen Sonntag.

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mi Apr 24 2013, 20:50

Ja, ja, das Leben kann so schön seine. *seufz*
Wenn es doch nur immer so wäre ...
Ich danke dir für deine lieben Worte, und ich glaube, ich lege hier mal was nach Wink

LG, Katha

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BeitragThema: "16"   Mi Apr 24 2013, 21:46

In der Goldelse waren Ingo und Susanne gerade dabei das Restaurant auf den Mittagstisch vorzubereiten, als Anna den Raum betrat. Ihre Mutter stand hinter der Theke und strahlte ihre Tochter an. „Guten Morgen. Das ist ja schön, dass du vorbei schaust. Hast du Zeit für einen Kaffee?“ begrüßte sie Anna mit einem liebevollen Blick. Susanne vermisste ihre Tochter jetzt schon, obwohl diese gerade mal ein paar Nächte nicht in ihrem Zimmer übernachtet hatte, aber sie freute sich, sie endlich wieder glücklich zu sehen. Sie machte zwei Kaffee fertig und setzte sich zu Anna an die Theke. Neugierig fragte sie sogleich nach „Nun erzähl mal. Seit wann bist du mit Tom zusammen? Und wie kam es dazu?“ Anna lächelte geheimnisvoll und erzählte die Kurzversion der verwirrenden Geschichten, die Tom und sie letztlich zusammengeführt hatten. „Mama, ich bin so glücklich!“ endete sie voller Aufregung. Auch bei ihr hatte der letzte Abend mit all seinen Offenbarungen und Liebesschwüren bleibenden Eindruck hinterlassen. Einen Moment war sie in ihren Erinnerungen versunken, ehe sie sich an ihre eigentlich Mission erinnerte. Sie wendete sich wieder ihrer Mutter zu und sagte mit zusammen gekniffenen Augen, „Aber sag mal, eigentlich bin ich ja aus einem ganz anderen Grund hier. War Carla Rhonstedt gestern Mittag hier? Kurz nachdem Tom und ich gegangen sind?“ Sie schaute gebannt auf Susanne, die kurz überlegte. „Ja, die war hier. … Die saß bei diesem netten jungen Mann, mit dem ich mich kurz unterhalten habe. Und sie war überheblich wie immer.“ fügte sie missbilligend hinzu. Anna legte mitfühlend ihre Hand auf Susannes Arm, sie wusste ja wie arrogant Carla sein konnte, und so einen Umgangston hatte ihre Mutter beim besten Willen nicht verdient. „Dieser Mann, war der schon da, als wir angestoßen haben?“ Susanne schaute sie irritiert an und nickte leicht beschämt. „Ja, er saß da hinten, gleich hinter eurem Tisch, und er hatte noch nicht mal was zu trinken. Ich hab mich erst einmal bei ihm entschuldigt.“ gab sie verlegen zu verstehen. „Aber er meinte, man müsse die Anlässe ja feiern, wenn sie da wären. Er war wirklich nett.“ Anna nickte, und überlegte, wieviel er wohl von den Gesprächen zwischen ihr, Tom und ihren Eltern mitbekommen hatte, als ihr auffiel, dass die Beschreibung auf die Person passte, die sie und Tom bei ihrem Inspirationsversuch im Vorraum der Toilettengestört hatte. Wenn das der Mann war, brauchte er wohl gar nichts anderes mitbekommen zu haben. Die Situation war ja eindeutig genug. Susanne sah ihre Tochter skeptisch an. „Sag mal, warum willst du das alles wissen?“ Anna riss sich aus ihren Gedanken. „Ach nur so, Mama. Ich war einfach nur neugierig. Du ich muss jetzt auch mal los. … Und Mama, wenn ich hier abends nicht auftauche, mach dir keine Sorgen, ok? Du kannst mich jederzeit anrufen.“ Susanne nahm ihre Tochter fest in den Arm. „Anna ich freu mich so für dich!“ dann löste sie sich und hielt sie an den Schultern, während sie sie besorgt betrachtete. Leise fragte sie „Und was ist mit Jonas? … Ist das ok für dich?“ Anna riss die Augen für einen Moment auf. Wie kommt sie denn jetzt auf Jonas? Jetzt spukt er mir heute schon das zweite Mal in meinem Kopf rum. Na herzlichen Dank Mama. Aber prompt erinnerte sie sich an seine Prophezeiung und lächelte beruhigend. „Ja Mama, alles ist gut.“ Sie nahm Susannes Hände in ihre und drückte sie sanft, ehe sie sich verabschiedete.

Im Atelier angekommen wurde sie sogleich in den Strudel der Show-Vorbereitungen gezogen. Paloma und Enrique nahmen sie in Beschlag und besprachen mit ihr einige Dinge, die dringend entschieden werden mussten, und dann stand auch schon die Frage nach dem Brautkleid im Raum. Anna fühlte sich im ersten Moment überfahren, von diesen vielfältigen Anforderungen, wollte sie doch eigentlich am liebsten zu Tom durchstürmen, um ihm von ihrem Gespräch zu berichten. Aber dann gab sie sich geschlagen, schließlich gab es ja tatsächlich jede Menge zu tun, und ob sie ihre Informationen eine Stunde früher oder später teilte, machte auch keinen großen Unterschied. Also gönnte sie sich nur einen kurzen verliebten Blick auf Tom, der in seine Arbeit vertieft war, bevor sie sich mit einem letzten glücklichen Gedanken an das nahende Wochenende, ihren Entwürfen widmete. Sie lächelte zufrieden vor sich hin, als sie ihren Blick auf die Brautkleider lenkte. Welches Kleid passt denn nun am besten? Und was erwartet Bruno? Sie überlegte und schaute dabei erneut in Toms Büro, was ihre Gedanken gleich wieder ablenkte. Na Hr. Lanford, wirst du mich irgendwann auch in einem Brautkleid zu sehen bekommen? setzte sich ein kecker Gedanke durch, der wenig mit ihrer konkreten Arbeit zu tun hatte, und es schien als fühlte Tom ihren Blick, oder vielleicht ihren forschen Gedanken, denn just in diesem Moment wendete er sich ihr zu und strahlte über das ganze Gesicht. Anna schmunzelte, vor allem als er sie gleich zu sich winkte. Sie nickte kaum merklich, und verließ spontan ihren Platz. Am Empfang traf sie auf Carla, die gerade von Steffi darauf hingewiesen worden war, dass Bruno ihre Arbeiten sehen wollte. Humpelnder Weise kreuzte sie also Annas Weg. „Sie können einem wirklich leid tun Carla. Bei dem Wetter mit einem Gipsbein, das ist sicherlich keine Freude.“ schlüpften, entgegen Annas Art, ihre sarkastische Gedanken aus ihrem Mund. Carla bedachte sie skeptisch. Weiß sie etwa Bescheid? fragte sie sich unmittelbar, und die Wut auf Anna, und auch auf Tom, der ihr Vertrauen erneut mißbraucht hatte, trieb ihr Blut in rasender Geschwindigkeit durch ihre Adern. Sie setzte zu einer Erwiderung an, doch ehe auch nur ein Wort ihren Mund verlassen hatte, war Anna gut gelaunt, und nur mit einem angedeuteten Klopfen in Toms Büro verschwunden. Carla schnaubte zornig auf. Sie war sich immer noch nicht sicher, ob sie das Feld wirklich räumen sollte, und somit Anna und Tom völlig aus den Augen verlieren würde. Aber sie zwang sich mit aller Kraft zur Ruhe, denn ihr Plan würde nur aufgehen, wenn sie sich zurückzog. Schließlich hatte sie ja bereits alle erhaltenen Fakten gesichtet und die ersten Maßnahmen in die Wege geleitet. Dir wird dein blödes Grinsen vergehen, das versprech ich dir. Schon ganz bald.

Tom schob seinen Stuhl zurück als Anna das Büro betrat. „Hey, da bist du ja endlich. Ich hab dich schon vermisst.“ Sogleich versank er in Annas Augen und zog sie auf seinen Schoß, als sie den Schreibtisch umrundet hatte. Anna quiekte leise und kicherte. „Hey Chef, nicht so stürmisch?“ Tom schaute sie verführerisch von unten herauf an. „Ich bin ausgehungert nach Liebe. Da muss halt alles ein wenig schneller gehen.“ Und schon hatte er seine Lippen auf die ihren gelegt und küsste sie voller Leidenschaft. Annas Herz begann zu toben, und bevor sie bei den Gefühlen, die sie spontan überfielen, die Beherrschung verlor, löste sie sich schwer atmend von ihrem Liebsten und schaute ihm tief in die Augen. „Holla, … sollten wir uns das nicht für später aufheben?“ fragte sie stockend. „Ich muss noch ein wenig arbeiten, befürchte ich.“ Tom stieß geräuschvoll die Luft aus, die er bei einem tiefen Atemzug in seine Lunge gelenkt hatte, um sich zurück in die Realität zu holen. "Na gut, wenns´s denn sein muss. Dann später." Er versuchte seine Gedanken zu sammeln, "… Äh, ja da war noch was. Du sollst Bruno um 15:00 Uhr deine Entwürfe zur Auswahl vorlegen. Kriegst du das hin?“ fragte er besorgt nach? „Bei so viel Inspirationshilfe, wie ich die gestern bekommen habe, sollte das kein Problem sein", antwortete sie belustigt. "Ich weiß, war alles für die Kunst", neckte sie noch, und gab Tom, dessen eine Augenbraue keck in die Höhe geschnellt war, einen kurzen Kuss. „Immer wieder gerne. Für unsere beste Designerin tu ich doch fast alles.“ Anna sah ihn gespielt beleidigt an. „Nur fast? Was denn nicht?“ Tom überlegte einen Moment „Singen zum Beispiel. Da wäre mir das Risiko viel zu groß, dass du schreiend wegläufst.“ Anna lachte, und erhob sich, sie musste wirklich was tun, sonst würde der Termin mit Bruno ein Reinfall. Aber ehe sie die Tür erreicht hatte, wurde sie von hinten umarmt und festgehalten. „Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich liebe?“ säuselte Tom in ihr Ohr, und ließ seine Lippen verführerisch über ihren Hals gleiten. Anna schloss die Augen und genoss seine Liebkosung. „Nein, ich glaube seit dem Wachwerden noch nicht“, seufzte sie leise. „Tom ich muss arbeiten. Sonst müssen die zukünftigen Bräute auf ihr Kleid verzichten. Das kannst du doch nicht verantworten wollen.“ Tom drehte Anna zu sich und betrachtete sie grinsend. „Ne, hast recht. Brautkleider sind schon was Wichtiges im Leben einer Frau. Da möchte ich mir nichts zu Schulden kommen lassen.“ Anna überlegte noch, ob sein schiefer Blick eine besondere Bedeutung beinhalten sollte, als er plötzlich einen Schritt zurück trat und sie nach ihrem Gespräch mit Susanne fragte. Nachdem Anna kurz berichtet hatte, waren sie sich schnell einig, dass Carla mit Sicherheit über sie Bescheid wusste, und dass sie auch bestimmt was mit dem Brief zu tun hatte.
„Na ja, ein gutes hat es ja.“ brachte Tom das Thema schließlich mit einem süffisantem Grinsen zum Ende. „Carla ist mir ab sofort völlig schnuppe, wenn es darum geht, dich in aller Öffentlichkeit zu knutschen.“ Dabei zog er sie wieder an sich und legte seine Stirn an ihre. „Zeigst du mir deine Entwürfe?“ Als Anna zustimmend nickte, öffnete Tom die Tür und zog Anna hinter sich her. An ihrem Tisch angekommen, breitete Anna die Entwürfe aus, und sie betrachteten sie eingehend.
Sie waren so vertieft, dass sie gar nicht bemerkt hatten, dass Carla gerade zurück gehumpelt kam. Erst als diese ihre Entwürfe auf den Tisch knallte und sich mit einem lauten Rumsen auf ihren Hocker fallen ließ, hob das Paar synchron ihre Köpfe und schaute irritiert zu der Brünetten, die scheinbar vor Wut qualmte, so dass eigentlich der Brandmelder hätte Alarm schlagen müssen. Anna und Tom sahen sich ungerührt an, und beachteten sie nicht weiter. „Ich habe mich mit Paloma und Enrique zum Mittagessen verabredet, kommst du mit?“ fragte Anna leise. Tom schüttelte entschuldigend den Kopf. „Ich muss echt mal meinen Schreibtisch leer machen, … und außerdem muss ich noch was klären.“ Dabei lächelte er Anna vielsagend an, und beugte sich näher zu ihr. „Wenn alles klappt, habe ich nach Feierabend eine Überraschung für dich.“ flüsterte er ihr ins Ohr, und hauchte einen kurzen Kuss auf ihre Lippen, dann richtete er sich auf und drehte sich, ganz Chef-like zu Carla um, die das Geturtel mit Abscheu beobachtet hatte. „Carla, war Bruno mit deinen Entwürfen zufrieden?“ Carla nickte mit einem falschen Lächeln auf den Lippen. „Natürlich“ antwortete sie mit sarkasmustriefendem Ton. „Na dann wünsche ich dir einen schönen Urlaub. Wir sehen uns in drei Wochen?“ schmiss Tom seine Angestellte mehr oder weniger raus. „Hoffentlich findest du Erholung und Inspiration. Du weißt ja, nach einer Kollektion ist vor einer Kollektion.“ Er bedachte sie noch mit einem spöttischen Lächeln, bevor er sich in sein Büro verzog. Carla sah ihm mit zornesrotem Gesicht hinterher, packte aber ihre Sachen zusammen, und begab sich mit einem letzten gehässigen Seitenblick zu Anna zum Aufzug.
Anna hatte diese Unterhaltung amüsiert verfolgt und setzte sich mit einem leisen Seufzer an ihren Tisch. Das Leben kann so schön sein, dachte sie, als sie ihre Entwürfe zusammenlegte um sich an den Feinschliff ihrer Zeichnungen zu machen. Plötzlich schaute sie in das Gesicht einer ihr nur all zu vertrauten Person und innerhalb einer Zehntelsekunde verflüchtigte sich sämtliche Farbe aus ihrem Gesicht. Wo kommt der denn her? schoss es durch ihren Kopf, während sie weiterhin wie hypnotisiert auf dieses liebevolle Lächeln starrte.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Do Apr 25 2013, 12:08

Nanu, wer ist denn jetzt aufgetaucht. Oh Mann, ich grüble, ich grüble, aber ich komm nicht drauf. Also, schnell weiter mit der Fortsetzung, damit das Rätsel gelöst wird. Wunderbar geschrieben, meine Liebe. Die Liebe zwischen den Beiden ist schon fast mit den Händen zu greifen.

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BeitragThema: "17"   Sa Apr 27 2013, 16:49

Danke meine liebe Mini, und schon löst sich das Rätsel, ... nur damit ein neues auftaucht.

So, dann also ein neuer Teil. Viel Spaß damit!
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Tom hatte sich soeben auf seinem Stuhl niedergelassen und wollte sich an die Arbeit begeben, aber ohne es willkürlich zu bestimmen, drehte sich kein Kopf zur Seite, um ihm einen Blick auf die äußerst aparte Erscheinung seiner Freundin zu gestatten. Trotz aller guten Vorsätze bekam er sich nicht unter Kontrolle. Es schien, als gehorchten sein Körper, seine Gedanken und seine Gefühlen einer höheren Macht. Und diese Macht war zweifelsohne die Liebe, … die Liebe zu Anna. Er lächelte verzückt während er sie beobachtete, wie sie ihren Schreibtisch ein wenig aufräumte, … aber was war jetzt los? Sie schaute völlig bestürzt auf ihren Tisch, aber er konnte aus seiner Position heraus nicht erkennen, was sie so paralysierte. Er war versucht aufzuspringen und zu ihr zu eilen, denn es machte sich ein unangenehmes Gefühl in ihm breit, aber bevor er sich entschlossen hatte seinem Instinkt zu folgen, erwachte sie aus ihrer Starre. Anna schüttelte kurz den Kopf, als ob sie sich von einem unangenehmen Gedanken befreien wollte, und schaute sich suchend um. Letztlich sah sie zu ihm, und ihr immer noch erblasstes Gesicht begann schwach zu lächeln. Auch wenn Tom erkennen konnte, dass es nicht so von Herzen kam wie sonst, war er einigermaßen beruhigt. Anna wendete sich wieder ihrer Arbeit zu, und nachdem Tom sie noch einige Zeit skeptisch beobachtet hatte, folgte er schließlich ihrem Beispiel, und konzentrierte sich endlich auf seine Bestellungen. Erst drei Stunden später wurde er wieder durch ein leises Klopfen unterbrochen. Anna steckte ihren Kopf herein. „Ich gehe jetzt in die Pause. Soll ich dir was zu essen mitbringen?“ Tom, gerade aus seiner Konzentration gerissen, sah sie einen Moment nachdenklich an. „Ne, zu Essen nicht, aber ich will was anderes, und das sofort Fr. Broda. Er stand auf und trat fordernd auf sie zu. „Einen Kuss, und zwar nicht erst nach der Pause. Bitte!“ bettelte er mit einem Dackelblick, als er sie in sein Büro zog und die Tür hinter ihr schloss. „Ich habe auch…“ er schaute schnell auf die Uhr und registrierte verwundert, wie spät es schon war, „immerhin schon drei Stunden am Stück gearbeitet. Da habe ich mir doch eine kleine Belohnung verdient.“ Anna ging auf ihn zu und nahm sein Gesicht zwischen ihre Hände. Ganz sanft legte sie ihre Lippen auf seine und genoss für einen Moment den zärtlichen Kuss und seine Nähe. „Mehr gibt es erst nach Feierabend mein Lieber.“ verabschiedete sie sich schmunzelnd und öffnete die Tür. „Ach sag mal, hast du heute, bei einem deiner seltenen Blicke aus dem Fenster, Irgendjemanden an meinem Schreibtisch gesehen?“ Tom ignorierte Annas belustigten Unterton, und sah sie stattdessen verwundert an. „Nein nicht das ich wüsste, warum?“ Anna sah nachdenklich aus, aber sie schüttelte abwehrend den Kopf, „Nur so, irgendwie hatte ich das Gefühl, dass Jemand an meiner Schublade war. Aber vielleicht war ich es auch selbst, keine Ahnung. Bis später.“ Anna schloss die Tür hinter sich und dachte, während sie zum Empfang ging, über die seltsame Begebenheit vom Morgen nach, die sie während ihrer Arbeit völlig verdrängt hatte.
Als sie morgens ihre Entwürfe zusammen geräumt hatte, war ihr Blick plötzlich auf den Bilderrahmen mit Jonas Bild gefallen. Mit seinem liebevollen Lächeln hatte er sie vom Foto angeblickt, und Anna hatte sich total erschreckt. Warum stand dieses Bild wieder auf ihrem Tisch? Sie hatte es nach ihrem Traum, der ihr den Weg in die Zukunft gewiesen hatte, von ihrem Tisch geräumt und in ihre Schublade gelegt, da sie sich auf die kommenden Zeiten konzentrieren wollte . Dort war es geblieben, und sie hatte ihm keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt, bis es heute plötzlich wieder auf ihrem Tisch gestanden hatte. Anna, die an diesem Tag schon mehrfach gedanklich in die Vergangenheit zu Jonas gewandert war, fühlte sich für einen kurzen Moment fast verfolgt von ihm. Aber dann überlegte sie, dass sich bestimmt einfach jemand einen dummen Scherz erlaubt hatte, oder es einfach ein Missverständnis war. Sie hatte sich suchend umgeschaut, aber es war keine Person zu sehen gewesen, der sie es zutrauen würde ihr so einen, mehr oder weniger witzigen Streich zu spielen. Einzig der neue Praktikant hatte hinter der Theke der Sushi-Bar gestanden und sich einen Tee bereitet. Anna verzog nach dem erneuten erfolglosen Versuch eine Erklärung zu finden das Gesicht Was soll das alles? Warum tauchen die Erinnerungen an Jonas gerade heute so massiv auf? Und warum steht sein Bild plötzlich wieder an seinem früheren Platz? fragte sie sich erneut. Aber letztlich verscheuchte sie diese Gedanken, denn wahrscheinlich war es einfach Zufall, und das Bild hatte vielleicht die Putzfrau auf den Tisch gestellt, wer wusste das schon so genau. Außerdem war ja eigentlich nichts Schlimmes passiert, schließlich dachte sie doch gerne an Jonas und ihre gemeinsame Zeit, war er doch ihre große Liebe gewesen.

Eine Stunde später kamen Anna, Enrique und Paloma gut gelaunt aus der Pause. Anna stöhnte auf. „Ich hätte wohl doch lieber den Salat essen sollen. Ich fühle mich wie schwanger, nach der Portion Hackmollys. Und ich bin auch genauso müde.“ seufzte sie. Paloma bedachte sie mit einem spöttischen Blick. „So so, wie schwanger... . Anna sollten wir vielleicht was wissen?“ Anna riss die Augen auf, und konterte. „Spinnst du, glaubst du etwa…? Ne meine Liebe, das müsste ich ja wohl wissen.“ Paloma ließ die Bemerkung einfach unkommentiert, schließlich hatte sie Anna nur ein wenig foppen wollen. Stattdessen griff sie plötzlich suchend über ihren Körper, und schaute an sich herab. „Mist, ich habe meine Tasche in der Else vergessen. Sorry, ich lauf noch mal kurz zurück. Bin gleich wieder da.“ Enrique und Anna und sahen ihr hinterher, als sich auch schon die Aufzugtüren schlossen. Sie guckten sich an und zuckten grinsend die Schultern, ehe sie sich zu ihren Arbeitsplätzen verabschiedeten. Im Atelier war es bereits ruhig geworden. Bruno hatte alle Mitarbeiter, die er entbehren konnte, mit dem Verweis auf die anstrengende nächste Woche ins Wochenende geschickt. Aber Paloma und Enrique hatten genau wie Anna noch einiges zu tun. Anna schaute sich um und genoss die Ruhe. Das kreative Chaos war zwar häufig sehr anregend. Aber wenn man mit ein paar wenigen lieben Kollegen unter sich war, herrschte eine ruhige, konzentrierte Stimmung, die ihr ein Gefühl von Zuhause gab. Sie liebte Lanford und sie liebte ihren Job hier, und nicht zuletzt liebte sie ja den Juniorchef, und das verband sie noch einmal intensiver mit der Firma.

Gerade als Anna an ihrem Tisch ankam, hörte sie auch schon, wie Bruno und sein Schatten Virgin philosophierend die Treppe herunter geschwebt kamen, und auch die Bürotür hinter ihr öffnete sich. Anna schob die Entwürfe zusammen und holte noch einmal tief Luft. Auf in den Kampf, machte sie sich Mut, und hoffte sehr, dass Bruno ihre Auswahl gefallen würde. Sie hatte leider nur vier Entwürfe zustande gebracht, obwohl er fünf gefordert hatte, aber ihr war auf die Schnelle einfach kein weiteres Kleid eingefallen, das sie überzeugt hatte. Außerdem hatte sie selbst ja bereits ein Kleid favorisiert. Jetzt musste nur der Mode-Gott noch seinen Segen geben. Obwohl Anna wusste, wie viel Bruno von ihrer Arbeit hielt, war jedes Meeting, in dem er ihre Entwürfe absegnen sollte, mit einer gewissen Aufregung verbunden. Anna hatte schließlich schon am eigenen Leibe erfahren müssen, dass Bruno einen genauso, wie er einen in den Himmel loben konnte, auch in der Luft zerriss, wenn man seinen Ansprüchen nicht genügte.
Anna drehte sich um, und schaute sogleich in die blaugrauen Augen Toms, die sie so liebte. Er war von hinten an sie heran getreten, und musste sich mit aller Kraft beherrschen, seine Finger bei sich zu behalten, schließlich ging es jetzt um die Arbeit und nicht um ihre persönlichen Gefühle. Aber für einige Sekunden schienen sie sie beide der Welt entrückt, und eine tiefe Ruhe breitete sich in Anna aus. Erst als Bruno´s tiefe Stimme sie direkt ansprach, wurde sie sich der Situation wieder gewahr. „Und Anna, was haben sie für mich?“ fragte er. Anna nahm leicht verlegen ihre Entwürfe in die Hand, um sie auf dem Konferenztisch auszubreiten. Bruno, Tom und Virgin schauten von einer Zeichnung zur nächsten und Tom, der ja bekanntermaßen Romantiker war, na ja, zumindest seit er wieder aus vollem Herzen lieben konnte, zeigte auf einen Entwurf und sagte, „Also mir persönlich, mal unabhängig von deiner Kollektion, würde ja dieses hier gefallen." Dabei warf er Anna einen vielsagenden Blick zu, und diese errötete ein wenig. "Wann hast du den Entwurf denn noch gezaubert, der war heute Morgen doch noch nicht dabei?“ Diese Worte holten sie, von ihrem kurzen Ausflug in die Phantasiewelt, zurück in die Realität. Sie schaute Tom irritiert an, und überflog dann die Entwürfe auf dem Tisch. Es waren fünf, die sie da ausgebreitet hatte. Was ist denn jetzt los. Wo kommt der fünfte Entwurf her? fragte sie sich, und als sie die Skizze ausmachte, die sie nicht bewusst dazu gelegt hatte, war sie das zweite Mal an diesem Tage wie gelähmt von dem was sie erblickte.
Sie starrte auf das Kleid, und vergaß vor Schreck zu atmen. Nach einigen Sekunden, schnappte sie gierig nach Luft. Verdammt reiß dich zusammen, ermahnte sie sich, und wiegelte ab. „Ähm, das war so eine spontane Eingebung," stotterte sie verwirrt. Was sage ich denn nur, das Kleid dürfen sie nicht auswählen! „Aber, … ich weiß nicht. Also…, ich finde… . Ne, das Kleid passt überhaupt nicht zu meiner Kollektion. ... .“ Sie wollte die Zeichnung unter die anderen schieben, aber Bruno schüttelte den Kopf. „Lass mal liegen.“ Anna schaute ängstlich zu Bruno, der immer noch in seine Betrachtung vertieft war. Sein Blick verriet ihr leider nichts, und Anna schaffte es nur mit Mühe das Zittern zu verbergen, das ihre Finger eingenomen hatte. Konzentrieren Anna. Du musst Bruno überzeugen, bleute sie sich ein, und versuchte dann möglichst selbstsicher ihren Favoriten anzupreisen.
Gebannt wartete sie auf Brunos Urteil, während ihre Gedanken immer wieder abdriften wollten.
„Ok, Anna. Dieses Kleid ist außergewöhnlich ... und passt ins Konzept. Also, los! Ab mit dem Entwurf zur Schneiderin." Er grinste sie glücklich an, "Ich bin sehr zufrieden. Die neuen Entwicklungen scheinen ihrer Inspiration gut zu tun.“ Bei diesen Worten warf er er seinem Sohn einen kurzen amüsierten Seitenblick zu, den dieser mit einem angedeuteten Augenverdrehen beantwortete. „Virgin schaute irritiert von einem zum anderen. Welche Entwicklungen meinte sein Chef? Mit beleidigtem Blick registrierte er, dass außer ihm scheinbar alle wussten, worauf Bruno anspielte, denn ein leichtes Lächeln umspielte ihre Lippen. Bruno wendete sich wieder Anna zu. „Ich wünsche ein entspanntes Wochenende! Nächste Woche wird anstrengend, also erholen sie sich gut … und lassen sie sich verwöhnen.“ Virgin wusste gar nicht mehr, was er von dieser Situation halten sollte. Mit in Falten gelegter Stirn beobachtete er voller Verwunderung, wie Tom von hinten an Anna herantrat und sie umarmte. "Ich werde mich persönlich darum kümmern, dass sie am Montag völlig ausgeruht ist. Versprochen. Ich werde ihr jeden Wunsch von den Augen ablesen." Er grinste Bruno vielsagend an, ehe er Anna einen Kuss auf die Wange drückte.
Ein lautes, aufgeregtes Quieken lenkte die Aufmerksamkeit der Drei auf Virgin, der endlich verstanden hatte, was hier vor sich ging. Sein Gesicht begann prompt zu Strahlen „Ihr Beide?“ fragte er erstaunt. Aber er benötigte keine Antwort, der verliebte Blick, den Anna und Tom sich zuwarfen, reichte völlig aus. „Und mir sagt natürlich wieder keiner was?“ echauffierte er sich, bevor er beleidigt davon stolzierte. Bruno zwinkerte den beiden jungen Menschen zu, und wendete sich ebenfalls zum Gehen. Zurück blieben Anna und Tom, die sich belustigt zugrinsten. Anna wendete sich um, und legte ihre Entwürfe zusammen. Dann stützte sie die Hände auf den Konferenztisch ab und stieß erleichtert die Luft aus. Das ist ja gerade nochmal gut gegangen, aber wie…? Was geht hier vor? Sie spürte eine sanfte Berührung auf ihrem Rücken. „Anna was ist los?“ Anna sammelte sich noch einen kurzen Moment, dann konzentrierte sie sich wieder auf Tom, der sie mit fragendem Blick anschaute.
Tom fragte sich was hier vorging. Anna war irgendwie anders, so abgelenkt. Er hatte vorhin schon gemerkt, dass Anna seltsam auf seine Aussage reagiert hatte, und es war auch völlig unüblich, dass sie einen Entwurf präsentierte, den sie dann wieder zurückziehen wollte, ... oder war sie einfach von seiner Aussage irritiert gewesen? Anna schüttelte entschuldigend den Kopf. „Alles gut, ich bin einfach froh, wenn Wochenende ist.“ Sie schaute einmal durchs Atelier, aber außer ihr und Tom war nur noch die Näherin an ihrem Platz, die auf Annas Entwurf wartete, da sie am Wochenende das Brautkleid für sie nähen sollte. Und hinten an der Treppe stand die Marketingabteilung. Paloma und Enrique wiesen wohl gerade ihren neuen Praktikanten ein. Carsten hieß er, so viel hatte sie bereits erfahren. Hm, keiner, der diesen Entwurf auf meinen Tisch gelegt haben könnte. Sie wusste einfach nicht, was sie von all dem halten sollte.
Es wurde Zeit, diesen verwirrenden Tag hinter sich zu lassen, daher wendete sie sich schöneren Dingen zu. „Sag mal, hast du nicht was von einer Überraschung erzählt?“ säuselte sie in Toms Richtung und dieser lies seinen skeptischen Gesichtsausdruck fallen, und zog sie sanft in seine Arme. „Ja hab ich. Haben wir denn Feierabend?“ raunte er verführerisch. Aber Anna verzog gequält das Gesicht und schüttelte den Kopf. „Noch nicht ganz. … Ich muss die Näherin noch anweisen. Gott sei Dank habe ich den Entwurf schon mal vorsorglich ins Reine gezeichnet. Ich habe gehofft, dass ich Bruno von diesem Kleid überzeugen kann. Ich finde es passt perfekt zu meiner Kollektion.“ Sie lächelte wissend und Tom gab ihr einen zärtlichen Kuss. „So so. Na dann ist ja gut. Wir müssen nämlich bald los. Eine halbe Stunde, bekommst du das hin?“ Sie nickte ihn freudestrahlend an. „Was haben wir denn vor?“ fragte sie neugierig, aber Tom schüttelte entschieden den Kopf und gab ihr einen Kuss. „Das wird nicht verraten. Bis gleich.“ Anna spielte die beleidigte Leberwurst und wendete sich mit vorgeschobener Unterlippe ab, aber als sie Toms Lachen hinter sich hörte, drehte sie sich noch einmal um und streckte ihm kurz die Zunge raus. "Na gut, dann bis gleich.“

Eine halbe Stunde später stand Anna in Toms Büro. „Und, bist du fertig?“ Sie war total neugierig, was Tom wohl vor hatte. Nervös schaute sie zu, wie Tom schnell ein bisschen Ordnung auf seinem Schreibtisch machte, ehe er aufstand, einen Schlüssel vom Tisch nahm und in die Hosentasche steckte und nach zwei Sporttaschen griff, die in der Ecke seines Büros standen. „Hey, … ist das nicht meine Tasche?“ Anna schaute ihren Liebsten fragend an. „Was hast du vor? Nun sag schon.“ Tom nahm sie an die Hand und zog sie zum Aufzug. „Du wirst schon sehen ...“ Als sie warten mussten, gab er ihr mit einem verschwörerischen Blick einen liebevollen Kuss. „Wonach steht dir denn der Sinn?“ Anna überlegte kurz. „Hmmm…? Ein entspanntes Wochenende zu Zweit würde mir schon gefallen. Außerdem soll ich mich ja verwöhnen lassen…“ Tom lächelte sie verliebt an. „Dein Wunsch sei mir Befehl.“ strich seine samtige Stimme über ihre Haut, und ließ sie wohlig erschauern. Verliebt sah Anna ihn mit vor Vorfreude wild klopfendem Herzen an, als er seinen Arm um sie legte, und sie in den Aufzug führte, der sich gerade geöffnet hatte.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So Apr 28 2013, 13:35

Hach, soviel Liebe liegt da in der Luft. Wenn nur die merkwürdigen Vorkommnisse nicht wären. Aber hat Anna den Typen denn nicht wiedererkannt? Der war es doch bestimmt, der mit Carla in der Else gesessen hat. Da hätte sie doch eigentlich stutzig werden müssen. Aber gut, vermutlich hat sie das in der Aufregung gar nicht richtig realisiert. Oder war das ein anderer Typ? Mhmm ...

Freu mich auf eine Fortsetzung. Und ich wage es gar nicht, zu betteln, schließlich schulde ich dir ja auch noch eine Fortsetzung ... mindestens ...

LG, Mini

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BeitragThema: "18"   So Jun 09 2013, 10:13

So, da hat mich Mini doch neulich auf die Idee gebracht, dass ich auch diese Story mal weiter schreiben könnte. Das ist ja relativ schnell gemacht.

Und Ulmaja, ich glaube dieser gefühlvolle Teil ist durchaus ein kleines Geschenk an dich!!
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Anna war mittlerweile völlig hibbelig. Sie saß jetzt schon eine ganze Weile auf dem Beifahrersitz des Autos und versuchte immer wieder zu erfahren, wohin die Fahrt ging, aber Tom hatte sichtlich Spaß daran, sie hinzuhalten. Als er endlich das Auto abstellte, schaute sich Anna neugierig um. Sie standen auf einem abgeschiedenen Parkplatz, der von Büschen umsäumt war. An der einen Seite führte ein Weg hinab und Anna konnte in einiger Entfernung etwas Blaues erkennen „Wir sind an einem See, … gehen wir Baden?“ fragte sie aufgekratzt. Aber Tom ließ sich immer noch nicht erweichen, grinste nur erheitert, bei der Ungeduld seiner hübschen Begleitung. Er nahm die Taschen und kurz darauf saßen sie nicht wie erwartet am Strand, sondern in einem kleinen Ruderboot. Anna wunderte sich, dass sich Tom freiwillig aufs Wasser begab. Aber es erfüllte sie auch mit Freude und ein wenig Stolz, denn er wirkte trotz seiner traumatisirenden Erlebnisse in der Vergangenheit völlig entspannt und vermutlich lag das auch an ihrer Anwesenheit. Schweigend schloss Anna einen Moment die Augen und genoss die Wärme der Sonne, die sie auf ihrem Gesicht fühlte und die nur durch den leichten Wind etwas abgemildert wurde. Sie spürte das leise Schaukeln des Bootes und fühlte sich wie in einer anderen Welt. Als sie die Augen wieder öffnete beobachtete sie verliebt, wie Tom seine Muskeln spielen ließ und sie mit kräftigen Ruderschlägen mitten über den See ruderte. Er sah einfach toll aus. Ihre Gedanken machten sich auf eine sinnliche Reise. Bestimmt würde es ein wunderschönes Wochenende und sie errötete ein wenig bei den Bildern, die sein Anblick in ihr herauf beschwor. Auf Toms Gesicht schlich sich ein Grinsen, das wohl nur der männliche Stolz dieser besonderen Spezies hervor zu bringen vermochte, standen Annas Gedanken doch fast sichtbar in ihrem Gesicht und ihren Augen, die leises Verlangen zeigten. „Was ist denn mit dir los, wirst du schon bei meinem bloßen Anblick rot?“ feixte er. Er freute sich riesig auf das Wochenende. Einfach nur Anna und er, und das an einem wunderbaren Ort, ohne irgendwelche Störungen. Anna knurrte kurz auf und sah verlegen aufs Wasser. Da waren ihre frivolen Gedanken wohl erkannt worden. Sie näherten sich dem Ufer und Anna schaute wieder einmal fragend zu Tom. „Wo sind wir hier?“ Tom legte an einem kleinen Steg an, sprang schnell aus dem Boot und vertäute es. Dann half er seiner Liebsten aufs Land und als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte, umarmte er sie von hinten und ließ ihr Zeit sich umzusehen. Anna überblickte den verschwiegenen Ort. Es war herrlich. Völlig abgeschieden von der Welt und dem Krach der Großstadt. Sie standen auf einem Steg, auf dem sich eine gemütliche Sitzgruppe befand. Die Holzplanken führten auf ein rasenbedecktes Gelände und im Hintergrund war ein Bungalow zu erkennen, der mit seiner großen Fensterfront und der Holzterrasse davor, einladend und behaglich wirkte. Anna schaute hinauf in Toms Augen. „Es ist wunderschön hier.“ flüsterte sie fast andächtig. Tom lächelte zufrieden. „Das hier ist Brunos Inspirations- und Rückzugsort. … Und dieses Wochenende haben wir die Insel ganz für uns alleine.“ Er holte die Schlüssel aus seiner Hosentasche und klingelte stolz mit seiner eroberten Trophäe. „Komm ich zeig dir alles.“ Anna drehte sich begeistert zu ihm und gab ihm einen stürmischen Kuss. „Die Überraschung ist dir wirklich gelungen.“

Nach einer kleinen Besichtigungstour saßen Anna und Tom gemütlich auf dem Sofa am Steg und schauten schweigend und jeder in seine Gedanken vertieft auf den See hinaus. Anna lehnte gemütlich gegen Toms breite Brust und dieser hielt sie fest in seinen Armen. Sie lauschten den Geräuschen des sich langsam neigenden Tages. Die Grillen zirpten auf den Wiesen, die Vögel sangen ihre letzten Lieder und dazu wiegte sich das Schilf leise im Wind. Anna rutschte ein wenig tiefer in Toms Umarmung und rieb sich über die Arme. Jetzt, als langsam die Sonne hinter dem Wald des gegenüberliegenden Ufers versank, wurde es doch frisch. „Ist dir kalt? Sollen wir rein gehen?“ fragte Tom sofort, als er ihre Bewegungen registrierte. Aber Anna schüttelte den Kopf. „Nein, lass uns noch was bleiben. Es ist so schön hier.“ Tom schob sie trotzdem vorsichtig von sich. „Warte einen Moment, ich bin gleich wieder da,“ und schon lief er schnellen Schrittes zum Bungalow um nur einige Minuten später wieder zu kommen. Er hatte ein Tablett in der Hand, auf dem sich eine Flasche Rotwein, zwei Gläser und ein paar Leckerein befanden. Außerdem hatte er ein paar Windlichter mitgebracht, die ihnen, wenn die Dunkelheit so langsam die Oberhand gewann, ein gemütliches Licht spenden würde. Er arrangierte alles auf dem Tisch vor ihnen, goss Wein in ihre Gläser und kletterte wieder hinter Anna, um sie anschließend liebevoll in eine Decke zu hüllen. Gott sei Dank hatte er lange Arme, so dass er an alles ran kam, ohne sich viel bewegen zu müssen. Er nahm die zwei Gläser vom Tisch und sie stießen nach einem tiefen Blick in ihre Augen an. „Auf ein wunderschönes Wochenende“ sagte er leise, während er Anna mit seiner anderen Hand sanft die Haare über die Schulter zurück strich. Anna fühlte sich wie im Paradies. Sie lächelte ihn liebevoll an. „Darauf, dass es dich gibt. … Ich liebe dich!“ Sie küssten sich sanft und tranken einen Schluck. Nach einiger Zeit, die sie wieder auf den See geschaut hatten, und einfach ihre gegenseitige Nähe genossen, drehte sich Anna zu Tom um und betrachtete ihn eingehend. Er sah nachdenklich aus, fast ein wenig traurig. „Ist alles ok?“ fragte sie vorsichtig nach und Tom, der tatsächlich tief in seinen Gedanken versunken war, schaute etwas verwirrt auf seine Freundin herab. „Wie bitte?“ Anna runzelte die Stirn. „Ist alles ok?“ wiederholte sie ihre Frage und beobachtete ihn genau. Tom lächelte ein wenig verlegen und schaute dann wieder in die Ferne. „Ich musste gerade an Fanni denken. Wir waren früher oft hier.“ sagte er leise. Anna schaute erschrocken auf. „Und dann kommst du mit mir hier her?“ Tom sah ihr in die Augen und drückte sie einen Moment liebevoll „Ich habe es mir lange überlegt. Und es ist ok. Ich habe gerade an die Zeit damals gedacht, wir waren hier glücklich … . Aber weißt du, es tut nicht mehr so weh, wenn ich an sie denke. Es sind schöne Erinnerungen. … Vielleicht habe ich genau diesen Beweis gesucht.“ Anna nickte verstehend und war froh, dass er es so sehen konnte. Sie dachte an Jonas und den seltsamen Tag heute, aber Toms Stimme holte sie aus ihren Gedanken zurück. „Ich war seit damals nicht mehr hier, so wie ich auch viele andere Orte gemieden habe, an denen wir glücklich waren. Aber das hier ist der schönste Platz, den ich in Berlin kenne, und ich wollte ihn gerne mit dir teilen.“ Er drückte ihr einen Kuss auf ihr samtiges Haar. „Ich hoffe, das ist in Ordnung, wenn ich Fanni ein paar Gedanken widme?“ Anna nickte und drückte verstehend seine Hand, die sie vor ihrem Bauch umfasste. „Natürlich. … Ich habe heute auch schon einige Male an Jonas denken müssen.“ sie schwieg einen Moment bevor sie vor sich hin murmelte. „Allerdings weiß ich immer noch nicht, was das alles sollte.“ Tom konnte nur erahnen was sie gesagt hatte, und er war sich auch nicht sicher, ob es für seine Ohren bestimmt war, aber er fragte trotzdem vorsichtig nach. „Das hört sich so an, als ob es Auslöser dafür gegeben hätte.“ Anna hatte sich in der Zwischenzeit die heutigen Geschehnisse noch einmal vergegenwärtigt und jetzt überlegte sie ob sie Tom davon berichten sollte. Vorsichtig begann sie zu erzählen. „Erst einmal hat mich meine Mutter auf Jonas angesprochen und dann stand plötzlich sein Bild wieder auf meinem Schreibtisch…“ Tom verstand nicht ganz. „Wieso wieder? Das Bild von Jonas steht doch immer auf deinem Tisch?“ Er spürte wie Anna an seiner Brust den Kopf schüttelte. „Da hast du schon lange nicht mehr richtig hingeschaut. Ich habe es vor Wochen, genauer gesagt, nach meinem Traum, der mich wieder in die Zukunft blicken ließ, in die Schublade gelegt, … bis es heute wieder auf meinem Tisch stand. Ich habe keine Ahnung wie es dahin kam. Ich habe es nicht dort hingestellt.“ „Und, was denkst du?“ fragte er nach. Er spürte erneut das Kopfschütteln. „Vielleicht hat es jemand dort hingestellt, der was in meiner Schublade gesucht hat, oder die Putzfrau, oder es wollte mich jemand ärgern, … oder mich an ihn erinnern? Ich weiß es nicht, aber, ist mir eigentlich auch egal. Es hat mich einfach nur für einen Moment irritiert.“ Tom konnte das gut verstehen, und er wusste nicht, ob er ihre Vermutungen teilte. „Deshalb sahst du so verwirrt aus, ich habe mir schon Sorgen gemacht“, sprach er leise und Anna drehte sich erstaunt um. „Stehe ich etwa unter Beobachtung?“ fragte sie amüsiert. Tom drückte sie erneut an sich. „Wenn ich dich schon nicht berühren darf, muss ich doch wenigstens gucken dürfen.“ „So so, der Chef hat also zu viel Zeit.“ spöttelte sie weiter. Aber Tom ging auf ihre neckische Provokation nicht ein, da ihm gerade der zweite Moment einfiel, der ihn verwirrt hatte. „Sag mal, was war eigentlich mit dem Entwurf? Das sieht dir gar nicht ähnlich uns etwas zu präsentieren, wovon du nicht überzeugt bist?“ Anna schüttelte wieder den Kopf, aber dieses Mal fühlte es sich anders an, irgendwie zögerlicher. Und es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich erklärte. „Der Entwurf war nicht von mir“ sagte Anna leise. „Wie?“ entfuhr es Tom auf Anhieb. „… und wir hätten dieses Kleid auch nicht zeigen dürfen.“ Tom verstand jetzt gar nichts mehr und versuchte Annas Gesicht zu erkennen. „Was soll das heißen?“ Sie wand sich ein wenig in seinen Armen und er spürte, dass es ihr total unangenehm war. „Das Kleid wurde schon einmal getragen. …“ Anna löste sich von seinem Körper, umschlang ihre angezogenen Knie und dachte einen Moment an ihre Hochzeit mit Jonas zurück. Wir waren so glücklich und aufgeregt. So gespannt auf das was die Zukunft uns bringt, dachte Anna wehmütig, ehe sie durch eine Hand auf ihrer Schulter an ihre Gesellschaft erinnert wurde. Tom, mein neues Glück. Was er wohl von dem Ganzen hält?, überlegte sie verunsichert. Sie hielt ihren Blick weiterhin in die Ferne gerichtet, die so langsam durch die Dunkelheit eingenommen wurde, als sie leise weitersprach. „Tom, in diesem Brautkleid habe ich Jonas geheiratet.“ „Was?“ Er setzte sich auf und rutschte an die Sofakante, damit er in Annas Gesicht sehen konnte. „Wie kommt denn dieser Entwurf zu deinen Unterlagen?“ Tom schaute sie verwirrt an und überlegte welche Erklärung es geben könnte. Er hatte eigentlich eine ganz harmlose parat, aber er glaubte selbst nicht daran, denn dafür war Annas Reaktion zu seltsam. „Hast du den Entwurf mitgebracht? … als Inspiration oder so?“ Anna schüttelte energisch den Kopf, und bestätigte damit sogleich sein ungutes Gefühl. „Nein, das ist es ja. Ich habe nie einen Entwurf von dem Kleid besessen. Natascha hat mir damals den Kontakt zu einer Designerin vermittelt, und diese hat nach meinen Vorstellungen dieses Kleid entworfen.“ Jetzt war Tom wirklich verwirrt, „Aber wie ist der Entwurf dann auf deinen Tisch gelangt?“ Anna zuckte hilflos mit den Schultern. „Ich weiß es nicht.“ Sie lehnte sich erschöpft gegen die Rückenlehne des Sofas und schloss die Augen. Sie hatte seit nachmittags die Gedanken an dieses erneute Rätsel verdrängt, aber nun, wo all die Fragen mit denen sie sich nicht hatte beschäftigen wollen, aufgeworfen waren, verunsicherte sie das Geschehene sehr. Die Beiden saßen neben einander und folgten ihren Gedanken, bis Tom sich schließlich wieder auf Anna besann und sie zu sich zog. „Mann, das muss dich ja umgehauen haben.“ Er nahm sie liebevoll in den Arm und gab ihr einen sanften Kuss auf den Kopf. Anna ließ sich gegen seine warmen Körper sinken und genoss es, sich beschützt zu fühlen. „Das mit dem Bild konnte ich mir ja noch irgendwie erklären, aber der Entwurf? Das ist doch kein Zufall, oder?“ sprach sie ihre Gedanken aus und fuhr nach einer kurzen Pause fort. „ …Genau vor einem Jahr bin ich nach Berlin zurück gekommen. An dem Tag haben Mia und Alex geheiratet. Und dann ging es nur noch um die Fashion Days und die vielen Probleme, die auftauchten. Der Ärger mit euch wegen der Kampagne, die verschollene Kollektion, dass wir keine Modells auftreiben konnten… Ich bin damals zweimal umgekippt, und dann stand plötzlich auch noch die Vermutung im Raum, dass ich schwanger sein könnte… Und als sich endlich alle Probleme aufzulösen schienen, …“ Anna brach ab, als ihr die Bilder des toten Jonas durch den Kopf schossen, und Tom spürte, wie sich Anna verkrampfte. „Tom ich habe ein bisschen Angst vor nächster Woche. Meinst du ich schaff das?“ Sie sah ihn völlig verunsichert in die Augen und Tom durchzog ein schmerzender Stich. Zum einen weil er an einigen der Probleme, mit denen Anna vor einem Jahr zu kämpfen gehabt hatte, ja nicht ganz unbeteiligt war und zum anderen, weil Anna so verletzlich aussah. Ganz entgegen ihrer sonstigen Persönlichkeit. Er legte seine Hände an ihr Gesicht und sah ihr tief in die Augen. „Anna, du schaffst das. Du bist so stark. Und ich werde immer an deiner Seite sein." Er gab ihr einen sanften Kuss, ehe er sie streng ansah, "… und bitte versprich mir, dass du mit mir redest, wenn noch mehr seltsame Geschichten passieren.“ Er nahm sie in die Arme und hielt sie ganz fest. Anna schmiegte sich an ihn. „Ich bin so froh, dass du bei mir bist.“ Sie löste sich um ihm in die Augen sehen zu können. Ich liebe dich Tom Lanford, dachte sie, denn sie spürte erleichtert wie seine Nähe und sein Verständnis ihre unangenehmen Gedanken vertrieben. „Es wird schon alles gut gehen, wenn du auf mich aufpasst.“ Sie lächelte Tom dankbar an und beschloss die Geschehnisse einfach auf sich beruhen zu lassen. Sie versank in seinem Anblick, hob bedächtig ihren Kopf und ihre Gesichter näherten sich ganz langsam an. Annas Herz begann zu rasen und ihr Körper kribbelte verlangend. Oh Gott, ich sterbe, das ist ja immer noch wie beim ersten Mal dachte sie, ehe sie in dem Kuss gefangen genommen wurde, der eine unbeschreibliche Nacht ankündigte. Anna und Tom spürten das Verlangen nach noch viel mehr Nähe in sich aufkommen, und als sie sich nach einer gefühlten Ewigkeit von einander lösten sagte Tom mit verheißungsvoller Stimme, „sollen wir langsam rein gehen, ich kann uns den Kamin anmachen.“ Anna lächelte zustimmend „Das ist eine sehr gute Idee, schließlich soll ich mich ja verwöhnen lassen.“
Die nächsten zwei Tage, verdrängten sie jegliche Probleme und genossen ihre Zweisamkeit. Sie erkundeten Hand in Hand die kleine Insel, lagen aneinandergekuschelt auf der Wiese, ließen sich die Sonne auf den Pelz brennen und verwöhnten sich nach allen Regeln der Kunst. Es schien, als besäße die Insel eine Immunität gegen die Welt mit all ihren Ungereimtheiten und Verwirrungen, als wären alle Probleme auf dem See zurück geblieben.
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Die unbeschwerte und romantische Stimmung des Wochenendes hatte Anna ihr Selbstvertrauen und ihre Energie wieder gegeben, und so war sie voller Tatendrang als sie und Tom Montagmorgen Hand in Hand das Atelier betraten. Sie verabschiedete sich mit einem zärtlichen Kuss von ihrem Liebsten und begab sich sofort zu Enrique, der das Casting für die Models organisiert hatte. Sie klopfte kurz und betrat das Büro, in dem Paloma und Enrique auseinanderstoben. Scheinbar hatte sie gestört. „Na, na, na, und das am frühen Morgen? Hattet ihr ein schönes Wochenende?“ Anna blickte ihre Freunde belustigt an, und diese warfen sich einen kurzen Blick zu, der alles sagte. Die Beiden schienen eine ähnlich zufriedenstellende Zeit verbracht zu haben, wie Tom und sie. „Ok, lassen wir das. Ich will auch gar keine Details wissen.“ sie grinste albern. Paloma hatte sich in der Zwischenzeit wieder gefangen, und war bei Anna angekommen um sie zur Begrüßung zu umarmen. „Und selbst? Habe ich die richtigen Sachen eingepackt? Tom hat mir nicht verraten, wofür ich packen soll.“ Anna sah sie erstaunt an, Paloma hat meinen Kram gepackt? Macht also gemeinsame Sache mit Tom, gut zu wissen. „Ja, war alles gut. Ich hätte wohl nicht so viel gebraucht. Wenn man so ein Wochenende zu Zweit verbringt …“ Sie sah ihre Freundin vielsagend an und diese nahm sie erneut kurz in den Arm und flüsterte ihr ins Ohr. „Schön, dass du auch ein schönes Wochenende hattest.“ Anna ließ es dabei bewenden. „Wie sieht es mit dem Casting aus? Ist alles vorbereitet?“ Sie schaute fragend zu Enrique, der sich ein wenig unbehaglich auf seinem Stuhl wand.

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BeitragThema: "19"   Di Jun 25 2013, 22:03

Auch von mir eine kleine Fortsetzung in meiner, dem ein oder anderen bereits bekannten Story. Ich muss gestehen, mir tut es gut, dass ich sie hier noch einmal poste, schließlich steht auch da das Ende noch nicht fest, und will irgendwann geschrieben werden Smile. Ich bleibe optimistisch, dass ich auch das schaffen werde ... früher oder später.
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„Sag mir sofort was los ist.“ forderte Anna mit gereiztem Unterton, als der Marketingchef sich nicht sofort äußerte, sondern scheinbar auf der Suche nach den richtigen Worten den Faden verloren hatte. Enriques Körpersprache sagte allerdings alles. Er druckste rum und begann letztlich vorsichtig „Da gibt es ein Problem...“ „Das habe ich mir fast gedacht, so wie du hier rumstotterst. Und welches?“ Anna wusste selbst nicht, warum sie gleich so ungehalten war, schließlich kam es immer wieder vor, dass Schwierigkeiten auftauchten, … aber dann mussten diese halt gelöst werden. Sie sah Enrique fordernd in die Augen und dieser hielt ihrem, wie er fand unangemessenem Blick stand. Enrique war sehr verwundert und auch ein wenig verärgert über ihren Ton. So kannte er Anna gar nicht. Eigentlich war die Zusammenarbeit mit ihr immer sehr harmonisch und effektiv, auch dann wenn es stressig wurde. „Wir haben keine Models“, platzte es schließlich aus Paloma heraus, die sich das stumme Duell ihrer beiden liebsten Kollegen nicht länger anschauen wollte. Annas Kopf flog zu ihrer Freundin. Ihr Gesichtsausdruck war für einen kurzen Augenblick von einer völligen Ungläubigkeit bestimmt. Aber dann besann sich Anna eines Besseren und versuchte sich rein auf das Geschäftliche zu konzentrieren. „Und warum nicht? Ihr hattet doch Models gebucht?“ Enrique war mittlerweile aufgestanden und um seinen Schreibtisch herum gekommen. Er lehnte sich an eben diesen und beobachtete Anna, die hektisch zwischen ihm und Paloma hin und her schaute. Sie wirkt wie ein Springteufel, der nur darauf wartet befreit zu werden ging es ihm durch den Kopf, aber er konnte schließlich auch nichts für die aufgetauchten Schwierigkeiten. „Die Models waren auf einer Veranstaltung und liegen scheinbar alle mit einer Lebensmittelvergiftung im Krankenhaus.“ Anna riss die Augen auf. „Oh Gott, die Armen“ sagte sie, sichtlich berührt von dieser Information und wirkte für einen kurzen Augenblick wie die Anna, die man eigentlich kannte. „Dann müssen wir eben neue finden.“ verfiel sie sofort wieder in die kühle Problemanalyse. Enrique ging zum Drucker und nahm einen kleinen Stapel Blätter heraus. „Ich habe gerade eine Liste mit Model-Agenturen ausgedruckt. Die ersten haben wir schon abtelefoniert.“ Er zog entschuldigend die Augenbrauen nach oben und schüttelte den Kopf. Anna sah auf die Liste in seiner Hand und einen kurzen Moment schoss ihr die Szene aus dem vergangenen Jahr durch den Kopf, wie sie gemeinsam mit Jonas und Steve stundenlang versucht hatten Models zu finden, nur um letztlich vor der Tatsache kapitulieren zu müssen, dass die ganze Stadt kein einziges Model für sie bereit hielt. Sie schüttelte mit einem deutlichen Stöhner ungläubig ihre blonde Mähne. Das kann doch nicht wahr sein. Nicht schon wieder … Unkontrollierte Wut stieg in ihr auf, als sich die aktuelle Situation mit ihren Erfahrungen des letzten Jahres verknüpfte. Da soll Tom sich drum kümmern. Damals hat er dafür gesorgt, dass wir keine Models bekommen, dann soll er sich dieses Jahr darum kümmern, dass wir welche haben.
Sie riss Enrique die Zettel aus der Hand und mit einem Blick, der selbst ein gefährliches Raubtier in die Schranken gewiesen hätte, fragte sie ihren Freund und Kollegen „Sind die Agenturen, mit denen wir normalerweise zusammen arbeiten markiert? Und auch die, mit denen ihr schon gesprochen habt?“ Enrique versuchte schlau aus ihrem Verhalten zu werden, was ihm aber nicht wirklich gelang. Er nickte ergeben und sah ihr völlig verwirrt hinter her, als sie aus der Tür stürmte. „Was war das denn?“ fragte er seine Freundin irritiert, die ihn besorgt anschaute. „Ich werde gleich mal mit ihr zu reden.“ antwortete sie beschwichtigend, denn sie hatte eine leise Ahnung, warum Anna so ungewöhnlich aufbrausend reagierte.

Anna raste die Treppe herunter und schoss ohne ein Klopfen in Toms Büro. Der erschreckte sich total, als die Tür aufgerissen wurde und sie plötzlich so aufgebracht vor ihm stand. Er warf Bruno, der ihm gegenüber saß einen fragenden Blick zu. Aber dieser zuckte nur mit den Schultern. „Was ist los?“ fragte er, fand er ihren Auftritt doch mehr als unangebracht und passte er auch so gar nicht in die Lebenswelt, die sie bis zur Ankunft im Atelier geteilt hatten. „Was los ist, willst du wissen?“ Anna war für einen Moment aus dem Konzept gerissen, als sie bemerkte, dass sie nicht nur Tom sondern auch dem Senior-Chef gegenüber stand. Ihr Blick schweifte wirr von einem zum anderen, aber das hinderte sie nicht daran gleich weiter zu poltern. „Wir haben keine Models, das ist los. Und da du dich ja so wunderbar mit den Model-Agenturen verstehst, ich erinnere da nur mal kurz an letztes Jahr, wirst du dich darum kümmern, dass wir welche bekommen.“ Damit schmiss sie ihm die Liste vor die Nase und verließ ohne ein weiteres Wort sein Büro. Tom schaute völlig perplex hinter ihr her. Wie spricht die denn mit mir? Geht’s noch? Ich bin hier Geschäftsführer und nicht der persönliche Lakai von Fr. Broda schoss es ihm durch den Kopf. Er liebte diese Frau ja wirklich und er liebte auch ihr Temperament, aber was zu viel war, war zu viel. Er beobachtete sie wie sie erhobenen Hauptes an der Glaswand vorbei ging und ihm noch einen wütenden Blick zuwarf. Zu seinem aufkommenden Zorn gesellte sich noch ein schmerzender Stich in seiner Brust, war er sich doch keiner Schuld bewusst. „ Huihui, na das nenn ich mal Temperament“ sagte Bruno anerkennend. Tom sah ihn wütend an und zischte zwischen zusammen gepressten Zähnen. „Ja, sie macht dir fast Konkurrenz.“ Er musste sich schwer beherrschen seinen gerade aufgekommenen Frust nicht sogleich an seinem Vater wieder auszulassen.  Bruno betrachtete ihn fragend. „Und was ist da los zwischen euch?“ Tom zuckte erbost die Schultern. „Bis wir heute Morgen hier ankamen war alles wunderbar. Keine Ahnung ... die Hormone?“ Bruno schüttelte verwundert den Kopf. „Was meinte sie denn damit, dass wir keine Models haben, das Casting sollte gleich stattfinden.“ Jetz verzog sich auch sein Gesicht bedenklich, begann er sich doch auch langsam Sorgen zu machen. Schließlich hatten sie für die Vorbereitung der Fashion Days einen engen Zeitplan. „Das haben wir gleich“ antwortete Tom und nahm immer noch aufgebracht über Annas Auftritt sein Telefon zur Hand.

Paloma hatte Annas Ausraster aus der Ferne mitbekommen, als sie gerade die Treppe herunterkam. Sie hatte mit ihrer lautstarken Ansage nämlich das ganze Atelier unterhalten, und während die Mitarbeiter auch sofort die Köpfe zusammensteckten und wild zu tuscheln begannen, folgte Paloma ihrer Freundin auf die Toilette, wo diese scheinbar nach Abkühlung suchte. Als sie den Raum betrat stand Anna vor dem Spiegel und schaute wütend in ihr Spiegelbild. Sie erkannte Paloma durch den Spiegel und drehte sich zu ihr. Die Brünette betrachtete sie einen Moment, bevor sie mit hochgezogen Augenbrauen verständnislos den Kopf schüttelte . „Hey Süße, was ist denn los? Warum machst du Tom so zur Schnecke?“ Sie trat an Anna heran, die sich ihr aber sofort entzog und sich wieder dem Spiegel zuwendete. „Er ist doch Schuld an dem ganzen Schlamassel“, antwortete sie, immer noch auf 180. Paloma packte Anna an den Schultern und drehte sie zu sich. „Daran, dass die Models im Krankenhaus liegen?“ Sie schaute Anna skeptisch an. Das war ja jetzt wohl nicht ihr ernst. Anna ging zum Waschbecken und ließ sich kaltes Wasse über ihre Hände laufen. In ihrem Kopf herrschte ein einziges Wirrwarr und langsam, ganz langsam drangen Palomas Worte zu ihr durch. Dafür, dass die Models erkrankt sind, kann Tom wohl wirklich nichts, musste sie sich schlussendlich eingestehen.  „Das war ein bisschen drüber, oder?“ fragte sie etwas verlegen, nachdem sie langsam wieder zur Besinnung kam. Paloma schaute immer noch ziemlich unverständig. „Geht es um letztes Jahr, oder warum bist du so ausgerastet?“ Anna trocknete sich die Hände ab, schloss für einen Moment die Augen und rieb sich über das Gesicht. Dann drehte sie sich zu Paloma und schaute ihr verzweifelt in die Augen. „Damals war es genauso Paloma ... Ich dachte, ich hätte das hinter mir gelassen, aber es holt mich alles wieder ein.“ Ihre Stimme war ganz leise geworden und Paloma sah sich in ihrer Vermutung bestätigt. Sie nahm Anna wortlos in den Arm und strich ihr beruhigend über den Rücken. „Aber nur, weil die Models krank sind?“ fragte sie Anna zweifelnd. So ganz konnte sie Annas Reaktion immer noch nicht nachvollziehen, denn solche Dinge passierten nunmal. Anna löste sich von ihr, lehnte sich erschöpft gegen den Waschtisch und erzählte von ihren Erlebnissen am Ende der letzten Woche. Paloma stand völlig fassungslos vor ihr, als sie endete. „Das ist ja krass. Woher soll denn dieser Entwurf kommen?“, fragte sie und überlegte sogleich. „Also wenn Carla nicht im Urlaub wäre, würde ich ja auf sie wetten, aber die ist ja nicht da.“ Anna nickte zustimmend. „Genau das waren auch meine Gedanken, aber als sie gegangen ist, war der Entwurf noch nicht da und danach hat sie auch keiner mehr gesehen. Außer dir, Enrique und eurem Praktikanten war keiner mehr im Atelier. … Ich hatte eigentlich beschlossen das Ganze auf sich beruhen zu lassen, aber jetzt das mit den Models ... Das ist doch alles kein Zufall, oder meinst du ich spinne?“ Anna schaute Paloma verzagt an und diese schüttelte verständnisvoll den Kopf. Sie wusste nicht wirklich was sie davon halten sollte, aber sie wusste dass sich Annas Wutausbruch gegen den Falschen gerichtet hatte, schließlich hatte Tom bestimmt kein Interesse daran, ihre Präsentation zu torpedieren. „Anna, ich versteh dich ja, aber … Tom?“ Anna verschränkte beleidigt die Arme vor der Brust. „Er hat schließlich letztes Jahr dafür gesorgt, dass wir keine Models hatten, das kann er jetzt wieder gut machen.“ sagte sie voller Überzeugung. Paloma legte ihre Hand auf Annas Arme und schaute sie intensiv an. „Anna, du sagst es, das war letztes Jahr. Wir haben aber heute und sind hier bei Lanford, und ihr liebt euch, oder etwa nicht?“ Annas sture Haltung bekam einige Risse bei diesen Worten. „Hast du ihm von Freitag erzählt?“ Anna sah ihre Freundin nun sehr verunsichert an und nickte. „Ja und? Wie hat er reagiert?“ fragte Paloma weiter. Anna blieb einen Moment still, aber ihrem Gesicht war zu entnehmen, wie sehr es in ihrem Kopf ratterte, und dann sah sie Paloma vorsichtig in die Augen. Das schlechte Gewissen stand ihr plötzlich auf der Stirn geschrieben. „Er war … toll. Einfühlsam, verständnisvoll, er hat mich sofort in den Arm genommen und mir die Sicherheit gegeben, die ich brauchte. Und er hat mir versprochen immer an meiner Seite zu bleiben bis die Fashion Days um sind.“ Ihr traten Tränen in die Augen, als ihr bewusst wurde, wen sie gerade so angefahren und damit wahrscheinlich sehr verletzt hatte. „Oh Paloma, ich muss zu ihm. Ich muss mich entschuldigen. Du hast völlig recht.“ Sie nahm Paloma, die einen sehr zufriedenen Eindruck machte kurz in den Arm „Danke. Du warst mal wieder meine Rettung“ sagte sie leise, ehe sie den Raum verließ um zu Tom zu eilen.

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BeitragThema: "20"   Do Jul 04 2013, 23:07

Auch hier ein bisschen was zu lesen. Obwohl ich gar nicht sicher bin, ob es für diese Story überhaupt Leser gibt. idontknow
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Toms Blick lag auf seinen Unterlagen, die darauf warteten von ihm bearbeitet zu werden, aber er war völlig in seine Gedanken versunken. Er wusste, nach einem Telefonat mit Enrique, um die Probleme mit den Models und er konnte sich auch vage vorstellen warum Anna so aus der Haut gefahren war, aber ihre Ansage und ihre Wut, die sie gegen ihn gerichtet hatte, schmerzten immernoch heftig . Er hatte ihr doch gesagt, dass er für sie da sein wollte, ihr beistehen wollte, wenn es zu weiteren Schwierigkeiten kommen sollte. Seine anfangs erwachter Zorn war mittlerweile einer tiefen Enttäuschung gewichen.
Irritiert hob er den Kopf, als es an der Tür klopfte. „Herein“ ließ er neutral verlauten, schließlich musste die Arbeit ja weiter gehen. Anna schob sich durch die Tür und fragte leise „Darf ich?“. Tom starrte sie einen Moment an und nickte dann. „Gut, dass du kommst, setz dich bitte“ begrüßte er sie in kühlem Ton. Er wies auf den Stuhl vor seinem Tisch und sowohl Anna als auch Tom fühlten sich schmerzhaft in die Zeit zurückversetzt, in der sie ein nicht ganz unkompliziertes Chef-Angestellten-Verhältnis inne hatten. Anna setzte sich langsam und versuchte sich die Worte zurecht zu legen, die sie zu ihrer Entschuldigung vorbringen wollte, doch ehe sie auch nur einen Anfang gefunden hatte, fragte Tom geschäftsmäßig. „Und, kannst du mir erklären was das eben sollte?“ Er konnte an ihrer Haltung zwar erkennen, dass sie sich wieder beruhigt hatte und ihr das Verhalten von vorhin scheinbar leid tat, aber er schaffte es einfach nicht, die Enttäuschung einfach hinunter zu schlucken. Er schaute Anna abwartend an, und als diese immer noch keine Worte fand, fuhr er sachlich fort. „Ich habe mit Enrique gesprochen, ich weiß was los ist. … Aber ich dachte eigentlich wir hätten die Vergangenheit endlich hinter uns gelassen.“
Anna sackte auf ihrem Stuhl zusammen. Sie registrierte die tiefe Enttäuschung, die aus seiner reservierten Art und seiner kühlen Stimme sprachen und sie fühlte sie unendlich schlecht damit. Sie hielt ihren Blick beschämt gesenkt und flüsterte ein leises „Es tut mir leid“.
Bevor sie es wagte den Kopf zu heben, um in seinen Augen nach einem Zeichen von Verzeihung zu suchen, spürte sie, wie sich plötzlich ihr Blickfeld verengte, ihr Brustkorb sich zusammenzog und sich in ihrem Kopf ein tosender Sturm entwickelte. Sie krampfte ihre Hände zusammen und versuchte ihre Sinne zusammen zuhalten. Gott sei Dank sitze ich schon, schoss es ihr durch den Kopf, während sie mit geschlossenen Augen heftig ein- und ausatmetet. Sie wartete darauf, dass der Moment der Schwäche vorüberzog, aber so schnell ging es nicht, und sie hatte große Mühe die Kontrolle zu behalten.
Tom sah auf das Häufchen Elend, das da auf dem Stuhl vor ihm saß. Es schien, als wäre durch die Explosion vorhin jegliche Energie aus Annas Körper gewichen. Ein völlig ungewohnter Anblick, den er kaum ertrug. Er konnte, und vor allem wollte, sie und sich selbst nicht länger quälen, also stand er auf, umrundete den Schreibtisch und hockte sich vor sie. Anna schaute erschrocken auf, als sie plötzlich seine Hände auf ihren spürte und sofort umklammerte sie sie, als wäre es der letzte Rettungsanker, der ihr Abtauchen verhindern konnte. Tom registrierte erst jetzt wie blass sie war und wie sich ihr Brustkorb hektisch hob und senkte. Es ging ihr offensichtlich sehr schlecht. „Anna, was ist denn los?“ fragte er sie besorgt. Sie sah ihm gequält in die Augen und sog verzweifelt Luft in ihre Lungen. „Es geht schon wieder.“ wisperte sie mit zittriger Stimme, aber Tom ließ es nicht dabei bewenden. „Du legst dich jetzt erst mal hier aufs Sofa, und ich bring dir ein Glas Wasser.“ Anna versuchte seine Aufforderung abzulehnen, hob abwehrend die Hände, aber Tom ließ sich nicht beirren. „Keine Widerrede." Er zog sie hoch und stützte sie, da ihre Beine sie nicht tragen wollten. Dann legte er sie sanft auf das Sofa und schob ein Kissen unter ihre Beine. „Ich bin sofort wieder bei dir.“ Er eilte an sein Sideboard und holte das versprochene Wasser. Seine Hände zitterten vor Sorge um sie und er machte sich die größten Vorwürfe, dass er sich, anstatt die Zeichen der Verzweiflung, die sie gesendet hatte, richtig zu deuten, wieder mal hinter seinem Stolz versteckt hatte. Nachdem Anna sich mit seiner Hilfe aufgesetzt und einen Schluck getrunken hatte, legte sie sich mit einem leisen Stöhnen wieder zurück. Langsam beruhigte sich ihr Puls und ihre Atmung und das Rauschen in ihrem Kopf ließ nach, lediglich ein paar blendende Schatten hatte sie noch vor Augen, die ihren Blick auf Tom trübten. Der saß mit sorgenvollem Blick an ihrer Seite und strich ihr liebevoll eine Strähne aus dem Gesicht. Er hielt ihre Hand ganz fest umschlossen. „Du machst ja Sachen.“ sagte er leise, und Anna lächelte ihn zur Antwort kläglich an. „Anna, wir bekommen das hin. Ich werde mich sofort um alles kümmern. Ich habe es dir versprochen … Und du bleibst hier und ruhst dich aus.“ Sie schaute ihn dankbar an und schloss erleichtert die Augen, denn auch wenn sie den Drang verspürte, selbst aktiv zu werden, merkte sie, dass sie eine kleine Auszeit brauchte.
Tom blieb an Annas Seite sitzen und betrachtete sie sorgenvoll, während ihre Atmung immer regelmäßiger wurde. Sie schläft, dachte er nach einiger Zeit erleichtert. Er drückte ihr einen sanften Kuss auf die Wange und flüsterte leise, "Erhol dich gut, mein Schatz." Dann nahm er die Liste vom Tisch, die sie ihm dort hingeknallt hatte, und verließ den Raum. Tom hatte sich nach Absprache mit Enrique bereit erklärt mit den Agenturen, mit denen Lanford häufig zusammen arbeitete, selbst zu telefonieren und die anderen, zumeist kleineren Büros sollte die Marketingabteilung übernehmen. Sie redeten sich also alle gemeinsam die Münder fusselig und kamen sich schon vor, wie in einem Call-Center, was sie alle ohne Probleme ertragen hätten, wenn ihr Versuch letztlich von Erfolg gekrönt worden wäre. Aber als sie eine Stunde später die Listen auf den Tisch warfen, und sich ihre Ergebnisse präsentierten, mussten sie ernüchtert feststellen, dass es in ganz Berlin scheinbar keine verfügbaren Models mehr gab. Tom rieb sich verzweifelt über sein Gesicht und überlegte einen Moment, aber auf anhieb hatte er keine wirklich brauchbare Idee. Er beraumte für eine halbe Stunde später ein Meeting an, bei dem sie dringend eine Lösung finden mussten. Aber vorher wollte er unbedingt nach Anna sehen.

Er begab sich gedankenverloren in sein Büro. So etwas hatte er noch nie erlebt und er dachte darüber nach, ob dieser Sachverhalt wirklich stimmen konnte, oder ob ihnen tatsächlich übel mitgespielt wurde. Erst als sein Blick auf Anna fiel, löste er sich aus seinen Gedanken und atmete erleichtert auf. Sie schaute ihn mit wachem Blick an und setzte sich ohne Probleme auf. „Gott sei Dank. Dir scheint es ja besser zu gehen.“ Er setzte sich zu ihr und musterte sie genau. Ja, die Augen strahlen wieder dachte er, froh über diese Erkenntnis, denn das war ein eindeutiges Zeichen, dass es ihr wieder gut ging. „Du hast mir einen ganz schönen Schrecken eingejagt.“ sagte er leise, während er ihre Hände in die seinen nahm. „War nur mein Kreislauf. Ist wohl gerade ein bisschen viel“, sagte sie kleinlaut. Sie sah ihm in die Augen „Tom, nochmal Entschuldigung wegen vorhin. Ich weiß auch nicht. Irgendwie sind die Pferde mit mir durch gegangen.“ Tom gab ihr einen zärtlichen Kuss und lächelte sie an. „Schon vergessen.“ Er betrachtete sie mit einem skeptischen Blick, nicht sicher ob er sie schon wieder mit einer schlechten Nachricht belasten sollte, … aber sie würde es ja sowieso erfahren. „Anna wir haben leider immer noch keine Lösung gefunden. Es gibt kein einziges verfügbares Model in Berlin." Anna schüttelte ungläubig den Kopf. "Das kann doch nicht wahr sein." Tom zuckte hilflos mit den Schultern. "Wir treffen uns gleich um zu überlegen, was wir machen können. … Aber ehrlich gesagt wäre es mir lieber, du würdest erstmal zumArzt gehen.“ Anna schüttelte energisch den Kopf. „Ich werde jetzt bestimmt nicht zum Arzt gehen. Das ist meine Kollektion um die es hier geht.“ Sie schaute völlig entschlossen in seine Augen und hielt seinem besorgten Blick, der sie in die Knie zwingen wollte, stand. Tom schüttelte letztlich resigniert den Kopf. Er wusste ja wie stur Anna war, und es war wohl vergebens sich gegen ihren Willen stellen zu wollen. Er stand auf und hielt ihr die Hand hin. „Na gut, gegen dich komme ich ja doch nicht an. Dann komm. Die anderen warten schon."

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Carla3939

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Fr Jul 05 2013, 23:53

Liebe Katha, ich lese immer alles was du schreibst Razz  aber ich wette das weißt du. Ich kenne diese Geschichte zwar schon aber lese sie doch immer wieder gern. Liebe Grüße und ich hoffe das du am Wochenende wieder Zeit für uns hast write  Bis dann Carla Razz 

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So Jul 07 2013, 13:48

Hey, meine Katha, natürlich lese ich deine Story auch noch. Im Moment komme ich nur schlecht dazu, so dass ich vorrangig deine neusten Sachen kommentiere. Aber selbstverständlich bin ich auch hier noch auf dem Laufenden und wahnsinnig gespannt darauf, wie die Story schließlich enden wird. Denn das Ende ist ja, wie du schon geschrieben hast, noch offen.

LG, Mini, die sich mal ganz feste drücken tut  gib5

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AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"
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