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 AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"

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katha

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BeitragThema: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Sa Feb 09 2013, 21:29

das Eingangsposting lautete :


(Da muss ich doch gleich mal die neuen Icons probieren. )

So, jetzt ernsthaft.

Viele von euch wissen schon, was hier jetzt passiert, da ich diese Story bereits im AudL-Forum gepostet habe (bzw. noch fertig stellen werde), aber für alle anderen sei es kurz erläutert.

AnTom II Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück? ist eine weitere Fan-Fiction von mir, die sich von der Telenovela "Anna und die Liebe" ableitet. Und wäre das nicht schon Vorgabe genug, ist sie noch ein zweiter Teil, der unmittelbar an meine erste FF AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn" anschließt, so dass es förderlich ist, diese gelesen zu haben.

Wenn ihre diese begünstigende Bedingungen erfüllt habt, gibt es eigentlich nichts mehr zu sagen, außer vielleicht ..., dass ich hoffe, auch bei dieser zweiten FF, euren Zuspruch zu finden.

Liebe Grüße von mir, und ganz viel Spaß!

Katha

Ach so, da fällt mir noch was ein.
Es sei noch gesagt, dass ich die Teile, die ich hier poste zuvor nochmal überarbeite, so dass sich leichte sprachliche Veränderungen ergeben können, oder auch mal ein Satz hinzugefügt oder weggelassen wird. Die Handlung bleibt aber die gleiche. Wink

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Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...


Zuletzt von katha am Sa Feb 09 2013, 22:44 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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AutorNachricht
schreiber_fan

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Do Feb 27 2014, 19:27

Also der Frage würde ich mich gerne anschließen Very Happy
Ich gönne dir ja wirklich jede Pause das musst du mir glauben,
aber noch besser fände ich es wenn du weiter schreiben würdest Very Happy
Die Neugier ist einfach sehr groß

Lg. schreiber_fan
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Do Feb 27 2014, 22:28

Hey Ihr,
es tut mir schrecklich leid. Eigentlich wollte ich euch heute noch den nächsten Teil einstellen, aber ich habs nicht geschafft und jetzt fall gleich ins Bett. Aber das Schlimme daran ist, dass ich euch noch länger vertrösten muss, da ich morgen für ein paar Tage wegfahre.  Embarassed

Aber mein Lappi kommt mit und so hoffe ich, dass ich zwischendurch mal Zeit haben werde, um die nächsten Teile soweit vorzubereiten, dass ich sie anschließend wieder zügiger einstellen kann. Also, macht euch eine schöne Zeit.

Ich komme wieder - keine Frage!  Cool 

Bis dahin ganz liebe Grüße
Katha

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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Fr Feb 28 2014, 19:10

Hey!

Wow, toller Teil Smile endlich Carla freie Zone, zumindest hoffe ich das
Jedenfalls freu ich mich schon tierisch auf die Fortsetzung
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schreiber_fan

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Fr Feb 28 2014, 20:46

Hey Very Happy
na dann bin ich ja erleichtert wenn es weiter geht Wink
Mach dir schöne Tage und erhol dich
aber nicht vergessen weiter zu schreiben
freu mich dann schon

Lg. schreiber_fan
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katha

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BeitragThema: "90"   Do März 06 2014, 21:02

Ein paar Tage Urlaub und Abstand. Das ist doch was Wunderbares.  Smile 
Ich hoffe, es geht euch allen  gut! Und damit es euch noch ein bisschen besser geht, habe ich doch auch gleich noch etwas zu lesen für euch.
Liebe Grüße!
***************************


Langsam tauchte Anna aus ihrem tiefen Schlaf auf. Sie realisierte, dass es hinter ihren Augenlidern bereits hell war, so dass sie nur langsam die Augen öffnete und müde in das helle Licht blinzelte. Sie hatte wirklich tief und fest geschlafen und nun brauchte sie einen Moment, um wieder in der Realität anzukommen. Sie schloss die Augen noch einmal und seufzte wohlig auf, aber sofort schlichen sich die Geschehnisse des letzten Tages  in ihre Gedanken und sie meinte plötzlich Carlas Hände an ihrem Hals zu spüren. Panik ergriff sie und ihr Herzschlag beschleunigte sich ungefragt, aber bevor sie sich in ihren unguten Gefühlen verlor, griff sie sich versichernd, dass es nur Gedanken waren, an ihren Hals und verscheuchte diese Erinnerungen mit aller Macht. Schnell öffnete sie die Augen. Als diese sich endlich an die Helligkeit gewöhnt hatte, erblickte sie zuerst eine weiße Zimmerdecke über sich, die ihr nicht im Geringsten erzählen konnte, wo sie sich eigentlich befand. Sie ließ ihre Augen durch den Raum wandern und spürte, wie sich nach und nach ein wohliges Gefühl in ihrem Bauchraum einfand. Sie war in Toms Wohnung, in Toms Bett.
Sie drehte ihren Kopf zur Seite und da lag er auch, wie erwartet und verdrängte sogleich alle schlechten Gefühle. Er lag auf der Seite, zu ihr gewandt, und weilte noch im Land der Träume, so dass sie ihn in aller Ruhe betrachten konnte. Anna drehte sich zu ihm und lächelte verliebt. Er war wirklich alles, was sie wollte. Oh Gott, ich liebe ihn so sehr, ging es ihr durch den Kopf und das Wohlgefühl in ihrer Magengegend machte einem Kribbeln Platz, das sich aus ihrer Mitte bis in den letzten Winkel ihres Körpers zog. Sie genoss dieses aufgeregte und doch sogleich unglaublich gute Gefühl. Es ist, als hätte ich mich gestern erst in ihn verliebt, dachte sie während sie seine Gesichtszüge in allen Einzelheiten in sich aufnahm, und jetzt sind wir bald eine kleine Familie. Vergessen war alles erlebte – zumindest für den Moment. Sie konnte ihren Drang, ihn zu berühren, nicht länger zurückhalten. Langsam und zärtlich strich ihm eine wirre Haarsträhne aus dem Gesicht. Da zuckte er plötzlich zusammen und sie verharrte in der Bewegung. „Nein, lasst mich … Ich will das nicht mehr!“ Obwohl er schlief waren diese abwehrenden Worte klar und deutlich zu verstehen und Anna erschrak. Was will er nicht mehr? Was träumt er denn da?  „Alle Menschen, die ich liebe, verlassen mich ...“ Dieses mal war es eher ein verzweifeltes, schwer verständliches Murmeln, aber Anna konnte sich trotzdem zurechtreimen, was er da von sich gab. Seine alten Ängste, offenbar geschürt von den aktuellen Erlebnissen. Entschlossen diesem offensichtlich nicht allzu erfreulichen Traum ein Ende zu bereiten, strich sie Tom über die Wange. „Hey Tom“, sprach sie ihn leise an, aber erst als sie ihn energischer ansprach, riss er plötzlich die Augen auf und sog heftig die Luft in seine Lungen. Er warf ihr einen verwirrten Blick zu, ehe er sich auf den Rücken rollte und nach einem Moment, in dem er ganz offensichtlich nach Klarheit in seinen Gedanken suchte, sein Gesicht mit seinen Händen bedeckte. Er rieb darüber und stöhnte leise auf. Dann holte er tief Luft und stieß sie wieder aus, atmete noch ein paar Mal, bis sich sein Brustkorb nicht mehr ganz so anstrengte, seinen Körper mit Sauerstoff zu versorgen, ehe er sich wieder auf die Seite rollte und sich damit wohl zur Begegnung mit Anna bereit erklärte. Diese hatte ihn voller Mitgefühl beobachtet, denn sie konnte sich vage vorstellen, was der gestrige Tag, der für sie selbst ja wohl auch noch nicht wirklich verarbeitet war, in ihm ausgelöst hatte. Sie schenkte ihm ein Lächeln voller Mitgefühl und griff nach seiner Hand. „Das war wohl keine erholsame Nacht?“, fragte Anna leise und Tom schüttelte sogleich den Kopf. „Nein, das kann man nicht sagen …“ Er brach ab und schenkte ihr nach einigen Sekunden in ihre Augen ein liebevolles Lächeln. „Umso schöner ist es aber, jetzt mit dir hier zu liegen.“  „Magst du mir erzählen, was du geträumt hast?“ fragte Anna vorsichtig und Tom schloss spontan die Augen um sich nicht völlig durchschaubar zu machen. Zu selten hatte er bislang über seine Ängste geredet. Und auch, wenn Anna sie bereits kannte, waren sie in seinem Traum wieder so greifbar gewesen, dass sie ihm gerade ziemlich zu schaffen machten.  Er hörte in sich hinein. Will ich das?, fragte er sich und antwortete sich auch sogleich, obwohl er nicht ganz sicher war, da die Versuchung das Ganze einfach zu verdrängen doch sehr verlockend war. Aber andererseits - Die Zeiten der Verdrängung gehörten der Vergangenheit an. Sie soll es wissen. Sie darf es wissen und ich will mich auch gar nicht mehr verschließen. Es wird mir gut tun. Er löste sich von Anna,setzte sich auf und lehnte sich mit einem Seufzer an das Rückenteil seines Bettes. Nach den richtigen Worten suchend, zog er seine Beine an und legte seine Arme darauf ab, ehe er zögerlich zu sprechen begann. „Ich glaube, der gestrige Tag hat einfach viel aufgewühlt.“ Er beobachtete seine Finger, die er ineinander verhakt hatte und drängte energisch die Bilder zurück, die sich ihm aufzwingen wollten. „Als ich hörte, was Carla dir angetan hat und ich dann auch noch zusehen musste, wie sie sich auf dich stürzt, da sind bei mir alle Sicherungen durchgeknallt. Wenn ich nicht so viel Angst um dich gehabt hätte, hätte ich sie wahrscheinlich eigenhändig erschlagen. Aber die Sorge um dich, als du in meinen Armen fast zusammengebrochen bist, hat mich erfolgreich davon abgehalten“, erzählte er mit wummerndem Herzschlag, wie es ihm ergangen war und fügte sarkastisch hinzu. „Gott sei Dank, sie hätte es nun wirklich nicht verdient, dass ich wegen ihr im Knast lande.“ Dann redete er ernsthaft weiter. „Und trotzdem ist mir erst gestern Abend, nachdem du eingeschlafen warst,  so richtig bewusst geworden, was da fast passiert war. Dass du fast gestorben wärst. Dass ich fast das zweite Mal in meinem Leben die Frau verloren hätte, mit der ich mein Leben verbringen will …“ Er schüttelte immer noch voller Unglauben den Kopf und man konnte ihm seine innere Unruhe ansehen, die sich auch gleich auf Anna übertrug. „Ich habe mich lange hin und hergewälzt, ehe ich dann wohl doch noch eingeschlafen bin. Und offensichtlich hat dann mein Unterbewusstsein weiter gearbeitet. … Ich habe von meiner Mutter geträumt …“ Er stockte, es war verdammt lange her, dass er von ihr gesprochen hatte. Eigentlich war sie ein Tabuthema seines Lebens.
Anna richtete sich auf und setzte sich im Schneidersitz neben Tom und beobachtete ihn mit mulmigem Gefühl. Sie war froh, dass er sich ihr öffnete, schließlich wusste sie, wie schwer es ihm fiel mit seinen Gefühlen umzugehen. Lange genug hatte sie ihn in erlebt, als er sein Leben mit seiner Verdrängungstaktik versuchte, im Griff zu behalten. „Was war eigentlich mit deiner Mutter? Ich weiß zwar, dass sie euch früh verlassen hat, aber …“ Diese Frage hatte sich ihr spontan aufgedrängt, da sie eigentlich noch nie darüber gesprochen hatten. Aber nun verstummt sie plötzlich. Stand es ihr zu, diese Frage zu stellen?
Tom zuckte auch sogleich ein wenig zusammen. Aber nachdem er noch einmal Luft holte, sprach er weiter. „Ja, sie hat uns verlassen und danach haben wir sie nie wiedergesehen ... und mittlerweile ist sie gestorben.“ Bilder blitzten in seinem Kopf auf. Bilder, die er lange nicht an sicher heran gelassen hatte, und ihn jetzt, zwar nicht ganz unvorbereitet, aber doch heftig überfielen. Die glücklichen Bilder schmerzten am meisten. Er hatte sie als eine schöne Frau in Erinnerung, mit einem tollen herzlichen Lachen, das er mit schönen gemeinsamen Stunden verband. Sie war eine sehr liebevolle Mutter gewesen ... Mit seinem Vater allerdings hatte er sie selten gesehen und dann … „Ich war neun, als sie plötzlich verschwand. Ich kam aus der Schule und wunderte mich, dass sie nicht wie sonst Zuhause war und dann fiel mir plötzlich auf, dass ihre Sachen fehlten und verstand gar nichts mehr … Lange habe ich gedacht, sie wäre wegen mir gegangen, da wir uns an dem Morgen an dem sie gegangen war gestritten hatten, so wie häufig, wenn ich lieber Zuhause bleiben wollte … Ich fühlte mich unendlich schuldig. Erst nach Jahren wurde ich endlich zornig auf sie, und noch viel später schaffte ich es, wenigstens halbwegs zu akzeptieren, dass sie wohl total unglücklich war und es bei uns einfach nicht mehr ausgehalten hat." Er schluckte, offenbar war da ein dicker Klos in seinem Hals gelandet und Anna konnte nur allzu gut nachempfinden, dass ihr Handeln für ihn und Paule nicht nachvollziehbar war. Sie selbst hatte auch ewig gebraucht, um ihrem Vater zu verzeihen, dass er einfach gegangen war. Und auch jetzt konnte sie es nicht wirklich verstehen, dass man sein eigenes Kind einfach hinter sich ließ. Gute Gründe hin oder her.
"Ich denke, dass sie sich von Bruno einfach nicht mehr gesehen fühlte", fuhr Tom traurig fort. "Er war immer schon egozentrisch und war ständig in der Modewelt unterwegs, während sie sich mit uns beschäftigte. Ich glaube, er hatte auch Affären, aber ich weiß es nicht genau. Wir haben nie darüber gesprochen.“ Tom sah nun mit verdächtig glitzernden Augen zu Anna hinüber, die nach seiner Hand griff und ihn voller Mitgefühl anschaute. „Ich habe lange nicht an sie gedacht, aber vermutlich ist sie heute aufgetaucht, weil sie die erste war, die mich plötzlich verlassen hat …“  Er wirkte sehr nachdenklich und in sich gekehrt und auch Anna war zurück in die Vergangenheit geworfen, zurück zu ihrem eigenen Verlust.  „Und dann war da Fanni“, wurde sie aus ihrer eigenen Geschichte gerissen und sie konzentrierte sich wieder auf Tom. Schließlich ging es gerade um ihn. „Die Unfallbilder von damals sind wieder aufgetaucht – Wie sie im Sturm nach mir ruft, wie ich, nachdem ich Paule zum Strand gebracht habe, zurück schwimme, um ihr zu helfen und sie einfach nicht mehr zu sehen ist. Ich tauchte immer wieder unter, kann sie einfach nicht finden, und als ich sie endlich unter Wasser entdecke, kann ich nur noch zusehen, wie sie in die Tiefe gezogen wird und dabei hilfesuchend die Hand nach mir ausstreckt …“ Seine Stimme erstarb. Er knete mit geschlossenen Augen seine Stirn und rieb sich dann über die feuchten Augen, als er sie wieder öffnete. Er hatte noch nie über diesen Traum gesprochen, der ihn jahrelang ständig begleitet hatte und er war nicht sicher, was er fühlen sollte. Hilfesuchend sah er Anna an, die seine Hand ganz fest hielt und näher an ihn ran gerückt war.  Er atmete erneut heftig ein und aus, denn die Panik dieser Situation ließ ihn bis heute nicht kalt, wenn er damit konfrontiert wurde. Aber diese Mal war es anders. Dieses Mal hatte er die Bilder in seinem Kopf selbst heraufbeschworen … und dieses Mal, schaffte er es mit einiger Mühe, sie auch wieder zu vertreiben. „Du hast sie also wirklich …“ Anna schaffte es nicht es konkret zu benennen. „gesehen?“, fragte sie voller Mitgefühl und auch ihr standen Tränen in den Augen. „Oh, Gott." flüsterte sie leise. "Das glaube ich, dass dich das verfolgt.“ Sie kam noch ein Stück näher und küsste ihn sanft, ehe sie ihn fest in den Arm nahm. Wie schrecklich konnte die Welt nur sein? Tom ließ sich an ihre Schulter sinken und jetzt wusste er endlich was er fühlte. Es war Erleichterung, als ob eine schwere Last von ihm genommen worden war. Er konnte mit Anna einfach alles teilen, denn sie verstand ihn wie niemand anderes. Und genau deshalb wollte er ihr auch ihre ursprüngliche Frage beantworten. Es ging um seinen Traum. „Und dann habe ich von dir geträumt“, flüsterte er an ihrer Schulter. „Bilder, wie du in meinem Büro Champagner trinkst und dann zusammenbrichst, wie Carla dich würgt …“ Er schluckte, löste sich von ihr und schüttelte sich kurz. Offensichtlich waren die Bilder in seinem Kopf immer noch sehr konkret und hatten ihm damit einen kalten Schauer über den Rücken getrieben, und auch Anna ließen seine Worte nicht kalt. Aber noch mehr beschäftigten sie diese unglaublich traurigen Augen, in die sie blickte und deren Ausdruck sie zutiefst traf. „Und was meintest du damit, dass man dich in Ruhe lassen soll und du das alles nicht mehr willst?“ Annas Herzschlag erhöhte sich. Sie hatte eine Vermutung was es bedeutete, aber sie wollte es von ihm hören. Tom sah erneut zu ihr und schüttelte abwehrend den Kopf. Nein, die Antwort auf diese Frage wollte er ihr eigentlich nicht zumuten. Stattdessen lehnte er seinen Kopf an die Wand und schaute sie einen Moment mit ernstem Gesicht an. „Und du wolltest dich wirklich für mich opfern …“ Es war eine Feststellung, keine Frage, und jetzt war es an Anna zusammen zu zucken. Sie konnte die mitschwingende Bedeutung dieser Bemerkung nicht wirklich heraushören, aber was sollte sie auch sagen. Sie betrachtete einen Augenblick ihre Hände, die erneut Toms gefunden hatten. „Ich konnte doch nicht zulassen, dass dir was passiert“, sagte sie leise und hob dann ihren Blick zaghaft in die Höhe. „Wie hätte ich damit leben sollen …“ Tom schenkte ihr ein kurzes liebevolles Lächeln, ehe er wieder ernst wurde. Er spürte, wie auch schon am Tage zuvor, den Ausdruck ihrer Liebe in ihren Worten und das erfüllte ihn auch gewissermaßen mit Glück, aber er wusste auch, dass er ihre Entscheidung nicht hätte ertragen können … und da das hier irgendwie ein Moment der Wahrheit für ihn war, wollte er diese auch nicht verschweigen. „Du hast eben gefragt, was ich geträumt habe, was ich nicht mehr will?“ Er sah ihr einen Moment tief in die Augen und schwieg. „Wenn ich dich gestern wirklich verloren hätte ... „ Er zögerte erneut, überlegte noch einmal kurz, ob er es wirklich aussprechen sollte, aber nun war es eh zu spät. „Ich glaube, ich wäre aufs Dach gestiegen - auf unser Dach. Und dieses Mal hätte mich wohl nichts und niemand aufhalten können. Ich hätte es nicht noch einmal ertragen können, den einen Menschen zu verlieren, der mir mehr bedeutet als alles andere auf der Welt.“ Anna spürte einen riesigen Klos in ihrem Hals und konnte nicht verhindern, dass die Tränen unaufhaltsam in ihre Augen stiegen, denn sie spürte, dass es ihm ernst war mit seiner Aussage. Todernst, im wahrsten Sinne des Wortes, und sie wusste, dass Carla sie vor einen aussichtslose Situation gestellt hatte, in der sie, egal wie sie sich entschieden hätte, immer das Falsche getan hätte.

Auch Tom lief eine Träne die Wange hinunter. So saßen sie einige Sekunden völlig erstarrt voreinander und schauten sich mit unglaublicher Verzweiflung im Blick an, ehe sie sich wieder aufeinander zu bewegten und sich in die sichere Umarmung des jeweils anderen flüchteten.

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Carla3939

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Do März 06 2014, 23:42

Oh wie schön das du wieder da bist liebe Katha,ich hoffe das du dich schön entspannt hast  Razz
Und dann hast du uns auch noch so was tolles mitgebracht.Ich freue mich das Tom sich jetzt Anna anvertraut ich hätte fast mitgeheult  crying Ich freue mich ganz doll wenn du weiter schreibst.
Liebe Grüße Carla  flowers

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Fr März 07 2014, 09:58

yeah es geht weiter Very Happy
freut mich richtig :)auch ich hoffe natürlich,dass du dich richtig entspannt hast Cool 
wieder einmal ein hammer Teil,den du uns da mitgebracht hast super 
ich freu mich natürlich auch wenn du wieder weiterschreibst flowers 

lg. schreiber_fan
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Carla3939

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Fr März 07 2014, 10:45

Liebe Katha gerade erst gesehen  HappyB-Day  alles gute nachträglich zum Geburstag.
Ich wünsche dir alles Glück dieser Erde,und vor allem Gesundheit. Ich hoffe du hattest gestern einen schönen Tag.Liebe Grüße Carla  ne6joj

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So März 09 2014, 11:58

Schnief ... und Tränchen wegwisch ... Puh, da wird man wahrlich in ein Gefühlschaos gezogen. Mannomannomann, was hast tust du uns da nur an, liebe Katha. Aber am Ende ist doch alles so wie es sein soll. Ich finde es gut, dass die beiden offen über ihre Ängste sprechen. Und erst da wird einem klar, in was für eine Lage Carla die beiden da gebracht hat. Wie verblendet muss ein Mensch sein, dass er das Offensichtliche nicht sieht. Carlas Sucht nach Liebe und Anerkennung hat sie wirklich blind für die Realität gemacht. Na ja, sie wird wohl jetzt genug Zeit haben, wieder in die Realität zu finden, wenn sie im Knast in ihrer Zelle versauert.

Und wie gehts jetzt weiter? Oh-oh ich wage gar nicht zu fragen, denn irgendwie hab ich das Gefühl, dass die Geschichte bald ein Ende hat. Oder wartest du etwa noch mit einer weiteren Überraschung auf???

 flowers 

Danke für diese tolle Story ...  gib5 

LG, Mini

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um zu sich selbst zu finden.“
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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So März 09 2014, 13:06

Richtig lebensecht, Very Happy und während des Lesens öffnen sich direkt Bilder vor dem geistigen Auge, was sag ich Bilder, Anna und die Liebe findet eine Fortsetzung - ich meine als filmisches Werk Smile

Liebe Grüße
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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mi März 12 2014, 13:18

Hey ihr Lieben,

danke, danke, danke, sage ich da. Für Komplimente und gute Wünsche!

Ja, nach dieser dramatischen Wendung der Geschichte sind Anna und Tom wohl gerade ziemlich aufgewühlt. Verständlicherweise, will ich meinen.
Mal sehen, ob und wie sie die Dinge aufarbeiten, oder ob sie andere Ablenkung finden.

Ich weiß, ich bin gerade etwas langsam, aber es geht weiter, versprochen.

LG, Katha

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katha

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BeitragThema: "91"   Mi März 12 2014, 21:51

Hey ihr! Hier ein neuer Teil von mir.
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Krampfhaft hielten sich Anna und Tom aneinander fest, während sie sich hemmungslos ihren überfordernden Gefühlen hingaben und vor sich hin schluchzten. Sie gaben sich gegenseitig die Sicherheit, nach der sie schon so lange suchten und die sie nur in der Zweisamkeit fanden. Sie waren füreinander in diesem Augenblick alles. Alles, was sie brauchten, alles, was sie erhofften, alles, was sie wollten. Nur gemeinsam würde ihr Leben weitergehen, und irgendwo hinter diesen Wahrheiten war wohl auch der Glaube verborgen, dass sie gemeinsam tatsächlich ihr Glück finden würden.

Irgendwann, nachdem die Schluchzer leiser geworden waren, löste sich Anna vorsichtig von Tom und schaute ihn verweint an. „Wir sind ganz schön bescheuert, weißt du das“, kommentierte sie die Situation mit einem unsicheren Lächeln. „Anstatt in die Welt hinaus zu schreien, wie glücklich wir sind, dass uns nichts passiert ist, dass wir zusammen sind, sitzen wir hier und weinen um die Wette“, kiekste sie zwischen Lachen und Weinen und auch auf Toms Gesicht legte sich jetzt ein belustigtes Lächeln, was nicht recht zu seinem sonstigen, etwas ramponierten Erscheinungsbild passen wollte. Sie hatte ja so recht, diese Situation war tatsächlich ein wenig irre. Anna suchte sich ein Taschentuch auf dem Nachttisch und putzte sich erst einmal die Nase, während auch Tom die Rückstände seines emotionalen Ausbruchs von seinen Wangen wischte. Dann saßen sie wieder voreinander, lächelten einander vorsichtig an und erstaunlicherweise war es Tom, der die folgenden Worte aussprach. Aber sie kamen tatsächlich aus seinem tiefsten Inneren. „Aber, besser wir reden und weinen miteinander, als wieder zu schweigen.“ „Stimmt, damit haben wir uns das Leben in der Vergangenheit schließlich oft genug schwer gemacht“, bestätigte Anna und legte dann ihre Stirn gegen Toms. Sie schaute ihm in die Augen und ließ ihre Hand sanft über seine Wange gleiten. „Ich liebe dich.“ Irgendwie ungläubig schüttelte sie ihren Kopf an seiner Stirn und wiederholte mit zittriger Stimme und erneut glitzernden Augen, „Ich liebe dich so sehr …“ Toms Augen erstrahlten bei ihren Worten und er wurde ebenso überrollt von seinen Emotionen, wie Anna. Er wischte zärtlich die Träne Weg, die ihr über die Wange glitt, legte seine Hände an ihren Hals und schloss die Augen, während er sanft seine Lippen auf ihre legte. Er nahm ihren weichen, warmen Mund ein, bevor er langsam seine Zunge zwischen ihre Lippen schob und die ihre suchte. Sie küssten sich und in diesem Kuss lag all die Zärtlichkeit, die ihre gegenseitige Liebe in ihnen heraufbeschwor. Ihre Körper erbebten bei ihren Berührungen und gleichsam spürten sie die Hitze durch ihre Adern schießen, die ihre Körper komplett einnahm. „Ich liebe dich auch“, antwortete Tom, als sie sich nach einer gefühlten Ewigkeit voneinander lösten und sich mit heftigem Herzklopfen erneut tief in die Augen schauten. Das ist der perfekte Moment, schoss es da plötzlich durch Annas Kopf …
Na ja, sie hatte das ja alles ganz anders geplant. Aber dieser Plan war ja nun nicht aufgegangen und wer konnte schon sagen, wann sich die nächste so perfekte Gelegenheit bot. Schnell sprang sie auf, sehr zur Verwunderung Toms. „Ich bin sofort wieder da!“, rief sie ihm noch über die Schulter zu und ließ einen völlig verwirrten Mann hinter sich zurück. Er war gerade so geflutet von diesem Gefühl der Einheit mit Anna, dass er sich sofort völlig alleingelassen fühlte. Wie kann sie aus diesem Moment so entfliehen, fragte er sich entsetzt, und was hat sie vor? Ungeduldig und mit einem missmutigen Gefühl im Bauch lehnte er sich wieder an die Wand und wartete rastlos auf sie, als plötzlich sein Handy klingelte. „Och neee, wer ist das denn jetzt?“ brummte er widerwillig, griff aber trotzdem nach seinem Telefon, das auf seinem Nachttisch lag, und wenn es nur war, um die Zeit zu überbrücken, bis Anna wieder da war. „Enrique“, murmelte er wenig begeistert. Er wollte keinen sehen, keinen hören, die Welt einfach draußen lassen. Anna und er. Sie beide in ihrer eigenen kleinen Welt. Das war es was er sich wünschte. Zweisamkeit, die sich in Einheit finden sollte. Er sehnte sich so danach. … Es war Samstag und alle wussten was tags zuvor geschehen war. Was wollte Enrique also? Aber dann erinnerte er sich daran, wie sehr ihre Freunde für ihn und Anna dagewesen waren, wie sehr sie sich für sie eingesetzt und sich gesorgt hatten, daher kam er sich auch schofelig vor, das Handy einfach weiter klingeln zu lassen. Vermutlich wollte sich Enrique nur erkundigen, ob es ihnen gut ging. Muffelig ging er ran. „Hey Enrique“, meldete er sich mit etwas müder Stimme und saß nur zwei Sekunden später mit gerunzelter Stirn kerzengerade im Bett. Was ist den nun los?

In diesem Moment kam Anna voller Elan wieder um die Ecke marschiert. Sie hielt das kleine Geschenk hinter ihrem Rücken, was sie gerade aus ihrer Tasche gekramt hatte. Darin ein Paar winziger Babyschuhe. Sie hatte sie schon vor einiger Zeit gekauft, mit dem genauen Plan im Kopf, dass diese ihre Botschaft symbolisieren sollten. Sie selbst hatte völlig gerührt in diesem Babyladen gestanden und über die kleinen Kleidungsstücke gestrichen, die in einigen Monaten auch ihrem Kind passen würden. Einerseits ein Wunder, dass dieser kleine Punkt, den sie bei ihrer ersten Ultraschallbetrachtung gesehen hatte, bis dahin riesig geworden, aber dennoch ein noch so kleiner und zu behütender kleiner Mensch sein würde. Endlich wollte sie ihre frohe Botschaft überbringen, sie teilen, sich mit Tom zusammen darauf freuen und nie war sie sicherer gewesen als jetzt, dass Tom es genauso sehen würde. Ihr gemeinsames Kind, entstanden, in der ersten Nacht, in der sie sich gegenseitig Einblicke hinter ihre jeweiligen Fassaden gewährt hatten und glücklich gewesen waren. Glücklich mit dem einen Menschen, den sie liebten. Dieses Kind war nur ein weiteres Symbol und ein Geschenk ihrer Liebe, und wann hätte es besser gepasst, Tom davon zu erzählen, als jetzt. Schließlich war es irgendwie wie ein zweiter, ein neuer Start für ihre und Toms Beziehung und ihre gemeinsame Zukunft. Nun, wo endlich auch das letzte böse Übel, was ihrem Glück noch im Weg stand, vertrieben war. Anna strahlte. Die Nervosität, die sie die ganze Zeit verspürt hatte, wenn sie an diesen Moment gedacht hatte, überlegt hatte, wie Tom reagieren würde, war wie weggeblasen. Da war nur noch ihre Freude darüber, ihr Glück endlich mit Tom teilen zu können.

Aber prompt brach die Glückswelle, auf der sie gerade zu surfen schien, über ihr zusammen, denn Tom wartete nicht wie erwartet auf sie, sondern telefonierte. Und dazu noch in sehr ungewohnter, aufmerksamer Haltung, als ginge es um irgendetwas Ernstes. Anna konnte nicht anders, als enttäuscht aufzuseufzen. Auch dieser Moment war dahin. Ob sie es wohl noch schaffen würde, Tom zu erzählen, dass sie schwanger war, bevor ihm auffiel, dass sie immer dicker würde? Sie legte das Geschenk unauffällig unter ihr Kopfkissen und setzte sich unruhig abwartend neben Tom aufs Bett. Lange telefoniert er ja in der Regel nicht, wenn es nicht gerade geschäftlich war. Und das fiel heute ja gewiss aus, schließlich war Samstag. Aber schnell wurde sie eines besseren belehrt und zog ebenfalls die Stirn kraus, als sie Toms Worte vernahm. Vergessen war ihre Enttäuschung. Was war hier los? „Bruno, sag mal geht´s noch. Du weißt was gestern passiert ist, und da fällt dir nichts Besseres ein, als heute ein Shooting veranstalten zu wollen?“ Tom war völlig erzürnt, das hörte Anna sofort, und sie sah es auch an seiner angespannten Haltung, aber was sie noch mehr irritierte war, dass er offensichtlich mit Bruno telefonierte. Und das war für sie eine echte Premiere. Sie hatte Bruno noch nie mit einem Telefon in der Hand gesehen oder ihn durch eines gehört. Außerdem fragte sie sich, wovon er da redete. Ein Shooting, für welche Kampagne denn? Die Kampagnen für Zauberhaft und Luxury laufen doch bereits an, fragte sie sich, aber die Antwort bekam sie prompt geliefert. „Eine spontane Eingebung, aha. … Ne, nur weil du eine komplette Kampagne über den Haufen werfen willst, was uns übrigens ein Schweinegeld kosten wird, müssen wir doch jetzt nicht springen. Und vor allem, es ist Annas Kollektion, darf sie da vielleicht auch noch ein Wörtchen mitreden … Du willst sie mit uns ergänzen? Wir sollen die Gesichter der Kampagne werden?“ Bislang hatte Tom stur geradeaus geschaut und versucht seine Wut im Griff zu behalten, denn er fand es völlig unmöglich, dass Bruno ihn und Anna am heutigen Tag mit Arbeit behelligte, aber nun sah er Anna an und schüttelte völlig entgeistert den Kopf. Anna und er sollten ihre Gesichter in die Kamera halten und das an diesem Tag, er fand es einfach unglaublich, aber Anna hatte ihrerseits begonnen über das Gehörte nachzudenken. Tom und sie als Hauptgesichter der Kampagne? Das Paar, das heiratet, als Fortführung ihrer unabhängigen Frauen, die ihren Weg gehen. Das gefiel ihr, und die Vorarbeit dafür hatten sie ja bereits auf der Bühne der Fashion Days geleistet, auch wenn das nicht geplant gewesen war … Und außerdem ließ es sie spontan an die Kollektion denken, die es neu zu erstellen galt. Sie hatte da ja schon so eine Idee gehabt ... Plötzlich voller Begeisterung, nahm sie Tom einfach das Telefon aus der Hand und meldete sich. Nachdem sie ihrem Chef versichert hatte, dass es ihr gut ging, hörte sie sich Brunos Vorschlag an und besprach noch einiges mit ihm. Fünf Minuten später zwickte sie Tom, der sich beleidigt unter seine Decke verkrochen hatte, in die Seite und forderte ihn auf aufzustehen und unter der Dusche zu verschwinden. Tom verstand nun gar nichts mehr. Sie waren doch auf einen Tag in Zweisamkeit eingestellt, und nun sollten sie sich irgendwo hinstellen und in die Kamera lächeln, das konnte doch alles nur ein Witz sein. Das einzig Positive, das er der Wendung der Situation abringen konnte, war die Tatsache, dass Anna scheinbar Feuer und Flamme war. Ihre Augen leuchteten wieder, und sie in einem solchen Zustand positiver Energie zu erleben, flutete ihn mit Freude. Schließlich hatte sie gerade soviel Schreckliches erleben müssen. Das war dann auch der Grund warum er seine eigene Unlust beiseite schob und sich letztlich breitschlagen ließ. Eine Dusche, ein gutes Frühstück und einen starken Kaffee später, machte er sich mit Anna auf den Weg. Sie sollten zum See kommen, wo sie abgeholt würden um zu Brunos Atelierhaus gebracht zu werden, wo das Shooting stattfinden sollte.
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„Hey, ist alles in Ordnung?“, frage Anna und drückte Toms Hand, die in ihrerlag. Sie beobachtete ihn beunruhigt. Er war so in sich gekehrt, verhielt sich schon seit dem sie aufgestanden waren irgendwie seltsam. Außerdem war er total wortkarg. Tom wendete sich ihr zu und schaute ihr einen Moment ernst in die Augen. Er stand irgendwie immer noch völlig neben sich und es gab da einen, nein, wenn er ehrlich war, zwei Dinge, die seine Gedanken und Gefühle bestimmten und ihn nicht mehr loslassen wollten. Aber hier im Taxi wollte er darüber nicht sprechen, also schenkte er ihr schließlich ein kleines Lächeln und drückte beruhigend ihre Hand. „Ja, alles in Ordnung.“ Er beugte sich zu ihr und fügte leise hinzu, „Solange du bei mir bist …“ Er küsste sie sanft, setzte sich dann aber wieder auf und stieß, den Blick wieder nach draußen gewand, vorsichtig die Luft aus. Offenbar hoffte er, dass Anna es nicht bemerkte. Aber diese beobachtete ihn immer noch mit Argusaugen, denn auch wenn er sagte, dass alles in Ordnung sei, sein Verhalten war seltsam und hielt das ungute Gefühl in ihr wach.
Gott sei Dank hatten sie ihr Ziel ein paar Minuten später erreicht und konnten der Stille des Autos entkommen, denn diese wurde für beide immer unerträglicher. Tom zahlte schnell und nahm Anna sogleich an die Hand, um mit ihr zum Steg hinunter zu gehen, wo sie bereits erwartet wurden. Er konnte ja sowieso nichts an der Situation ändern, also fügte er sich, in der Hoffnung, dass ihm die Ablenkung gut tun würde. Aber da hatte er die Rechnung ohne Anna gemacht. Die dachte nämlich gar nicht daran sein seltsames Verhalten einfach zu ignorieren. Sie hielt ihn zurück, musterte ihn beunruhigt und sah ihm dann tief in die Augen. „Tom, was ist los? Willst du nicht, dass wir dieses Shooting machen? Sollen wir das Ganze abblasen?“ Mist, dachte Tom frustriert, wie sollte er sich ihr denn nur erklären? Tom schüttelte leicht den Kopf. Er fühlte sich total unwohl und langsam kroch ihm die Hitze ins Gesicht. Er haderte einen Moment mit sich, aber dann zog er seine Verlobte zu sich und legte seine Stirn an ihre. „Das ist es nicht“, sagte er leise. Ihm waren seine seltsamen Gefühlsanwandlungen total peinlich und er wusste auch nicht, ob er sie wirklich Preis geben wollte, aber Anna würde nicht locker lassen, das wusste er. „Ich weiß auch nicht …“ Anna strich ihm sanft über die Wange. „Was weißt du nicht?“ Toms Körper erbebte bei dieser Berührung und ihr Duft, der ihm sofort in die Nase stieg, machte es auch nicht leichter. Er schloss einen Moment die Augen und holte tief Luft, um die Gefühle zurückzudrängen, die ihn sofort wieder überrollten. So ging das jetzt schon seit Stunden. Genauer gesagt, seit ihrer gemeinsamen Liebesbekundung. Jeder tiefe Blick, jede Berührung, jeder Kuss ließ sofort ein heftiges Kribbeln in ihm aufwallen und wenn er nicht aufpasste regte sich auch sogleich was in seiner Hose. Unglaublich. Es war als wäre er ein Teenie, der seine ersten hormonellen Anwandlungen noch nicht unter Kontrolle hatte Er sehnte sich nach Anna. Nach ihrem Duft, ihrer samtenen Haut, ihren weichen warmen Lippen. Er wollte sie fühlen, schmecken, spüren. Ja, er wollte … Oh Gott, ich muss damit aufhören, ermahnte er sich selbst heftig. Er öffnete die Augen und räusperte sich leise. Um sich von seinen verquirlten Gefühlen abzulenken, richtete er seine Aufmerksamkeit auf den zweiten Gedanken, der ihn nicht mehr losließ. „Anna, ich …“ er stockte während er nach den richtigen Worten suchte, schaute Anna dann aber tief in die Augen. „Ich werde langsam total wahnsinnig. Ich habe das Gefühl nicht komplett zu sein. Ich will, dass wir zusammengehören, will mit dir zusammen sein. Ich weiß, es ist total bescheuert, denn wir sind hier, zusammen, aber …“ Anna lächelte erleichtert, sie hatte wirklich kurz gedacht, er hätte ihr was Schlimmes zu sagen, aber von diesem Gestottere, deren Sinn sie trotzdem sogleich verstand, war sie total gerührt. Sie legte ihre Finger auf seinen Mund und ergriff ihrereseits das Wort. „Was hältst du davon? Wir gehen Montagmorgen als erstes zum Standesamt und dann nehmen wir den nächstmöglichen Termin und heiraten. Egal ob mit oder ohne Gäste, hauptsache wir tun´s.“ Toms Mimik, die bisher ziemlich gequält gewesen war, erstrahlte. Seine Augen leuchteten und seine Lippen verzogen sich zu einem breiten Lächeln. „Das hört sich wunderbar an.“ Er zog Anna zu sich, drückte sie an sich und küsste sie stürmisch, was seine Gefühle sogleich wieder völlig durcheinanderwirbelte und ihn wieder zurück zu seinem ersten Problem brachte. Am liebsten hätte er Anna gepackt und wäre sofort wieder mit ihr nach Hause gefahren. Aber da löste sich Anna auch schon wieder von ihm. Vermutlich war das auch besser so. Ein kleines Schmunzeln erschien um ihre Lippen. „Weißt du was?“ Tom stieß die Luft aus, er fühlte sich schon etwas besser. Aber was hatte dieses Schmunzeln zu bedeuten? Er legte seinen Kopf schief und schaute sie auffordernd an. „Wenn alles so gelaufen wäre, wie ich es geplant hatte, dann wäre ich jetzt schon deine Frau.“ Anna musste es ihm endlich erzählen, auch wenn es die Situation vermutlich nicht erleichtern würde. Aber sie selbst hatte doch denselben überwältigenden Wunsch seine Frau zu sein und sie hatte sich das Ganze so schön vorgestellt. „Waaass?“ Tom riss die Augen auf. „Wie jetzt?“ Anna grinste verschwörerisch und zuckte kurz mit dem Kopf. „Eigentlich sollte das gestern unser Hochzeitstag werden. Ich wollte dich gestern heiraten.“ Anna wollte Tom damit eigentlich nur sagen, dass sie es ebenfalls kaum erwarten konnte, seine Frau zu werden, allerdings war ihre Nachricht eher ein weiterer Schlag in Toms Magengegend, denn wieder kam sein schlechtes Gewissen durch. Na ja, einerseits -, andererseits fand er ihre Idee einfach wunderbar und so verdrängte er seine doofen Gefühle. „Oh Mann, was für eine tolle Idee. Das hätte ich gerne erlebt. Können wir die Zeit nicht einfach zurückdrehen …“ Wehmut machte sich in ihm breit. Aber es ließ sich ja nicht mehr ändern. Er zog Anna erneut an sich und genoss einen Moment einfach ihre Nähe, ehe er aufseufzte. „Na gut, lassen wir das ganze hinter uns und schauen in die Zukunft. Alles andere bringt wohl nichts.“ Sie schenkten sich noch ein liebevolles Lächeln, ehe Anna Tom hinter sich herzog. „Genau, und deshalb zeigen wir der Welt jetzt, dass wir zusammen gehören … Und so bald es geht, werden wir heiraten, ok?“ Tom nickte zustimmend und fühlte sich, trotz der ihm bevorstehenden Aufgabe, fast beschwingt.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Do März 13 2014, 10:18

GutenMorgen  liebe Katha, ich finde es ja total schön das Tom und Anna das Gesicht der Kampagne werden.Aber ein wenig traurig bin ich doch ich habe mich schon so gefreut das Anna Tom jetzt endlich sagt das sie ein Baby bekommen, und dann wieder nicht das ist doch echt zum  Evil or Very Mad.
Das soll aber nicht heißen das ich diesen Teil nicht schön fand.Du schreibst immer toll  Wink ,ich freue mich wenn du weiter schreibst.Liebe Grüße Carla

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Do März 13 2014, 16:09

ich schließe mich Carla einfach mal in allem an Very Happy
auch ich finde es bisl traurig, dass Anna das mit dem Baby immer noch nicht gesagt hat hoffe aber es kommt bald
Natürlich war dein Teil trotzdem wie immer hammer  super 
Schnell weiterschreiben bitte  Wink 

lg. schreiber_fan
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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Fr März 14 2014, 12:15

Hallo ihr Lieben,

ja, so sieht es aus. Und wieder rinnt Anna der perfekte Moment durch die Finger. Aber ich bin sicher, irgendwas lässt sie sich einfallen, oder irgendwann wird er kommen ...  Smile Cool 
Es gibt leider nur ein kleines Problem. Ich dachte eben, ich versuche mal, euch nicht so lange auf das nächste Kapitel warten zu lassen, und was soll ich sagen ...
AAAAHAHHHHHHHRRRRR, ich scheine das nächste Kapitel beim letzten Schreiben irgendwie gelöscht zu haben.  Evil or Very Mad 
Sehr doof, sehr doof. Für mich, weil ich es neu schreiben muss und für euch, weil ihr länger warten müsst. Sorry.
Da ich das WE außerdem bei und mit meiner Familie verbringen werde, Geburtstag nachfeiern und so, werde ich vermutlich auch nicht ganz so schnell liefern können. Es tut mir leid.
I do my very best.  Embarassed 

LG und ein wunderschönes Wochenende! Schade, dass das Wetter wieder schlechter werden soll. Aber man kann wohl nicht alles haben ...
Katha

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BeitragThema: "92"   Mi März 19 2014, 21:31

Heyho, da bin ich mal wieder - und auch das nächste Kapitel  Wink 
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„Hallo, da seid ihr ja endlich!“ begrüßte Paloma Anna und Tom überschwänglich, als diese Hand in Hand zum Steg kamen. Sie war wirklich erleichtert, was dem gut gelaunten Paar auch nicht entging. „Was ist los? Glaubst du Bruno macht dich einen Kopf kürzer, wenn du uns nicht herbeischleppst?“, fragte Tom belustigt. Er kannte seinen Vater ja gut genug, wenn der sich mal was in den Kopf gesetzt hatte und nicht alles nach seiner Nase ging, oh oh … Paloma schnaubte gar nicht so belustigt auf. Sie war ganz gegen ihre Natur überhaupt nicht gelassen und fand die Ruhe und gute Laune ihrer Freunde gerade eher anstrengend, auch wenn sie sich eigentlich darüber freute. „Ihr kennt doch Bruno“, sagte sie mit pikiertem Blick. Doch dann besann sie sich erst einmal auf ihre Freundin. Sie trat auf Anna zu und zog sie in ihre Arme. „Hey,“ sagte sie, während sie Anna fest an sich drückte. Sie war ja so froh, dass es Anna gut ging. Mein Gott hatte sie sich tags zuvor Sorgen um sie gemacht. „Geht es dir und deinem Untermieter gut?“ fragte sie leise nach, während sie Anna von oben bis unten musterte. „Du siehst auf jeden Fall gut aus“, fügte sie beruhigt hinzu und sah sie dann erwartungsvoll an. Anna lächelte auch sogleich, „Ja, alles ist gut.“ Sie löste ihre Hände aus Palomas und drehte sich mit verliebtem Blick zu Tom um und hielt ihm die Hand hin. „Kommt, lasst uns loslegen. Was genau passiert denn jetzt?“ Sie war wirklich neugierig. Paloma sah das junge Paar, was jetzt Arm in Arm vor ihr stand gerührt an und holte tief Luft, als müsse sie sich noch einmal auf ihre Aufgabe besinnen.
„Ok, dann starten wir.“ Sie zeigte auf eine Yacht, die am Anleger vertäut war. „Wir fahren jetzt mit der Yacht rüber. Währenddessen werdet ihr noch ein wenig gestylt und dann kann es schon losgehen. Bis dahin müsste auf der Insel alles vorbereitet sein.“ Sie schritt voran und Anna musterte ihre Freundin verwundert. Paloma wirkte immer noch total angespannt und sie verstand überhaupt nicht warum. Aber gut, vermutlich war es einfach nur der Druck unter dem sie stand. Bruno hatte schließlich genaue Vorstellungen, was er von seinem Team erwartete.

In der Kabine der Yacht angelangt, wurde Tom sofort in ein weißes Hemd und einen blauen Anzug gesteckt und noch ein wenig abgetupft und frisiert. Anna saß derweil bei der Visagistin und bekam ihr Make up aufgelegt und gleichzeitig ihre Haare zu einer romantischen Sommerfrisur gesteckt. Als Tom fertig war, wollte er sich zu Anna setzen, aber Paloma griff ihn am Arm und führte ihn zur Tür. „Du musst leider draußen warten“, sagte sie mit fester Stimme, gegen die es wohl kein Ankommen gab. Irritiert sah Tom zu ihr und wollte sogleich seinen Unmut kund tun, immerhin hatte er sich vorgenommen Anna am besten nie wieder von der Seite zu weichen, vor allem nicht am heutigen Tag, aber Paloma kam ihm zuvor. Sie strich ihm kurz über den Arm und fragte, „na, bist du bereit?“ Sie ließ ihren Blick prüfend über ihn streifen und stellte fast bewundernd fest. „Du siehst auf jeden Fall ganz schön chic aus.“ Tom lies unlustig einen Mundwinkel in die Höhe zucken. „Einen schönen Mann kann halt nichts entstellen“, sagte er ironisch. Paloma grinste und antwortete. „Stimmt, aber ein wenig mehr Begeisterung solltest du gleich schon zeigen.“ Sie schenkte ihm einen verständnisvollen Blick. „Wärst wohl lieber Zuhause geblieben …“ Durchschaut, dachte Tom, aber das war wohl auch nicht wirklich schwer, gestand er sich ein. „Für Anna tu ich doch alles“, sagte er ergeben und auf Palomas Gesicht erschien ein kleines Lächeln. „Warte mal ab, wird schon werden“, sagte sie mit einem Augenzwinkern, und mit diesen Worten schob sie ihn auch schon hinaus. „Anna kommt gleich und bis dahin passe ich gut auf sie auf, versprochen.“

Und schon fand sich Tom vor der Tür wieder und fühlte sich schon wieder wie entzweit. Das alles hier, ging im definitiv gegen den Strich. Er schaute kurz auf das Grundstück seines Vaters, was gerade in seinem Blickfeld erschien und auf dem es aussah wie auf einem Ameisenhaufen. Überall Menschen, die herum wuselten. Das ist doch alles Mist, überlegte er missmutig. Ich will keine Leute, keine Kameras, keinen anstrengenden Bruno oder völlig überdrehten Virgin ... Ich will mit Anna alleine sein.
Gott, er fühlte sich wie damals als er als Teenie mit seinem Vater, dem großen Mode-Genie Bruno Lanford, auf irgendwelche Events gehen musste. Voller Stolz wurde er präsentiert, obwohl Bruno eigentlich kein Wort und keinen Blick für ihn übrig hatte, es sei denn die Kameras waren auf ihn gerichtet. Das Einzige was ihn damals davon abgehalten hatte, den Journalisten vor die Füße zu kotzen, war, dass er an der Seite seiner kleinen Schwester bleiben wollte, die ebenfalls und mit genauso wenig Interesse wie er, mitgeschleppt wurde und sich nach Sicherheit suchend an ihn klammerte. Für sie hatte er mitgespielt. Und nun musste er wieder einmal gute Miene zum bösen Spiel machen, dieses mal für Anna. Seine Anna, die sehr zu seinem Missfallen immer noch nicht seine Anna war, zumindest noch nicht so richtig. Da wollte sie mich gestern heiraten, erinnerte er sich an ihre Worte von vor einer halben Stunde und erneut war da diese unglaubliche Wehmut in ihm. Der Tag hätte so schön werden können, wenn nicht dieses Miststück dazwischen gekommen wäre … Wut stieg in ihm auf und er schluckte schwer an den dem Klos, der sich ungefragt in seine Kehle schlich. Wenn er nur daran dachte, was diese Person, die zu allem Überdruss noch seine Exfreundin war, Anna angetan hatte. Verdammt, ich hätte Carla vorher schon erschlagen oder sie einfach nie in mein Leben lassen sollen  schimpfte er mit sich, aber ehe er sich in diesen diesen Wuttiraden verlieren konnte, rief er sich schnell wieder zurück in das hier und jetzt. Es hatte einfach keinen Sinn sich weiter mit dem wäre, wenn und aber aufzuhalten. Was passiert war, war passiert. Er konnte es nicht mehr rückgängig machen und nur noch versuchen das Positive daraus zu ziehen und zu hoffen, dass Carla für ihre Machenschaften zur Rechenschaft gezogen wurde und hoffentlich nie wieder in ihrem Leben auftauchen würde. Toms Gedanken wanderten weiter und er erinnerte sich an den Moment am Morgen, als er mit Anna um die Wette geheult hatte und ein kleines Schmunzeln schlich sich bei dieser Erinnerung auf seine Lippen. Ein seltsamer Moment, ging es ihm durch den Kopf, eigentlich peinlich ... aber irgendwie auch unglaublich schön. Auch das war etwas Positives, auch wenn es vielleicht etwas albern war, aber er hatte tatsächlich das Gefühl, dass Anna und er nach diesen ganzen Erlebnissen untrennbar geworden waren, und nun würden sie es der ganzen Welt zeigen indem sie sich freiwillig der Öffentlichkeit präsentieren würde. Komische Sache. Er wand sich ab von der Szenerie auf der Insel, die er in seinen Gedanken versunken nur am Rande beobachtet hatte. Er war am heutigen Tag nicht der Herr Geschäftsführer. Es interessierte ihn schlichtweg nicht was dort passierte, was es kostete, was geplant war. Man würde ihm schon sagen, was er zu tun hätte und solange Anna bei ihm wäre, würde er auch brav mitspielen. Ihr zuliebe. Er stellte sich an die gegenüberliegende Reling, über die er auf den weiten See hinaus blicken konnte und genoss diesen viel schöneren Anblick. Die pure Natur eines schönen Spätsommertages. Die Sonne wurde vom gekräuselten Wasser zurückgeworfen und blendete ihn, so dass er die Augen schloss und sofort erschien Annas Lächeln vor seinem inneren Auge, während er die warme Sonne und den Fahrtwind genoss. Die unguten Gefühle verflüchtigten sich endgültig. Hauptsache wir sind zusammen, kam es ihm in den Sinn und das Wissen, dass Anna in wenigen Minuten wieder bei ihm sein würde und sie gemeinsam vor die Kamera treten würden, ließ sein Herz erstaunlicherweise sogar einige Takte schneller schlagen. Erstaunt stellte er fest, dass es ihn nicht wirklich störte, dass er dieses mal die Öffentlichkeit, die er eigentlich immer versucht hatte, aus seinem Leben rauszuhalten, quasi einlud, dabei zu sein. Sie könnnen es ruhig alle wissen. Nein, sie sollen es alle wissen. Anna und Tom. Tom und Anna. In Gedanken malte er grinsend ein kleines Herzchen mit ihren Initialen darin in die Luft. Schon bald wird sie meine Frau sein. Einen kurzen Moment genoss er diese kitschigen Gedanken, ehe er von sich selbst peinlich berührt, die Augen öffnete und den Kopf schüttelte und sich wieder auf das hier und jetzt besann.


„So, fertig“, sagte die Visagistin und hielt Anna einen Spiegel hin, damit sie sich auch von hinten betrachten konnte. Annas Augen leuchteten begeistert auf. Sie gefiel sich gut, mit dem dezenten Make up und der verspielten Frisur.
„Danke“, verabschiedete sich Paloma von der jungen Angestellten, die schnell ihre Sachen zusammengepackt hatte und nun die Kabine verließ. Dann zog sie Anna aus dem bequemen Sessel, auf dem sie gesessen hatte und sah sie geheimnisvoll an. „So, und nun dein Kleid.“ Ihre Augenbrauen zuckten vielsagend nach oben, als sie einen Kleidersack zur Hand nahm und ihn öffnete. Sie holte ein Kleid heraus und hielt es Anna vor die Nase, die verwirrt die Stirn kraus zog. „Das ist aber kein Kleid aus meiner Kollektion“, sagte sie und schaute irritiert in Palomas Richtung. Aber Paloma lächelte nur verschwörerisch, während sie es an den Schrank hängte, damit Anna es genauer in Augenschein nehmen konnte. „Neeeiiinn, ist es nicht“, gab sie lang gezogen zu, „aber, es ist eine Art Zugabe dazu.“ Anna schüttelte ablehnend den Kopf, trat allerdings doch näher, um das weiße Sommerkleid genauer anzusehen. Es war toll. Das Oberteil wurde im Rücken durch Bänder an die Figur der Trägerin angepasst und nur von zwei dünnen durchscheinenden Stoffbahnen, die um den Nacken gebunden wurden, gehalten, so dass die Schultern und der obere Rückenbereich freilagen. Ab der Hüfte fiel ein Rock in eben denselben, fast durchscheinenden Stoffbahnen, die raffiniert übereinander genäht waren, glockenförmig hinab. Der Rock wurde nach unten hin immer durchsichtiger und wirkte damit luftig und leicht. Fast ehrfurchtsvoll strich Anna über den edlen Stoff und sah Paloma schließlich fragend an. „Was heißt das, eine Zugabe?“ Paloma trat zu Anna und legte den Arm um sie, während sie ebenfalls das Kleid noch einmal betrachtete. „Das Kleid hat Bruno gestern noch für dich entworfen und es heute Morgen in aller Frühe von Jasmin für dich nähen lassen“ erklärte sie und als ihr Blick erneut auf Annas unverständige Mimik traf, fügte sie noch hinzu. „Ich glaube, er wollte dir einfach was Gutes tun, und außerdem brauchte er wohl auch ein Ventil, um seine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Er war gestern auch ganz schön durch den Wind.“ Sie drückte Anna kurz an sich. „Also ich würde dieses Geschenk annehmen, ich finde das Kleid nämlich unglaublich schön.“ Anna nickte langsam, während ihre Augen erneut über das Kleid glitten. „Das ist es“, stellte sie gerührt fest und spürte, wie ihr Tränen in die Augen stiegen. „Ein Kleid von Bruno Lanford, extra für mich, für meine Kollektion ... Das gleicht ja schon einem Ritterschlag. Da kann ich wohl kaum nein sagen, oder?“ Sie lächelte ihre Freundin an, die zustimmend nickte. „Na ja, du hast es eben verdient, obwohl … einen Ritterschlag brauchst du wohl gar nicht, schließlich wirst du bald die zweite Principessa im Hause Lanford sein.“ Anna lachte auf. „Oh Gott, den Titel darf Paule gerne für sich behalten. Da kann ich gut drauf verzichten.“ „Weil Paule ihn ja auch unbedingt behalten möchte“, kicherte Paloma jetzt gemeinsam mit Anna und es tat ihnen beiden unglaublich gut einfach ein wenig albern zu sein. Da griff Anna nach Palomas Händen und wirkte plötzlich total aufgeregt. „Ich habe Tom übrigens eben erzählt, dass ich ihn gestern heiraten wollte. Ich musste einfach …“ platzte es aus ihr heraus und Paloma sah sie erwartungsvoll an. „Und, was hat er gesagt? So wie ihr eben gegrinst habt, hat er sich wohl gefreut, oder?“ Anna grinste jetzt ebenfalls. „Na ja, er fand es schon schade, dass es nicht passiert ist, aber wir haben beschlossen, so schnell wie möglich zu heiraten. Ich glaube, wir können es beide kaum noch erwarten.“ Paloma nickte lächelnd, ehe sie ihre Freundin ernst ansah und den Blick senkte. Anna spürte plötzlich einen kleinen Knoten im Magen. „Paloma, was ist los?“, fragte sie unsicher. Paloma traute sich kaum sie anzusehen. „Anna, Tom ist wirklich toll und ich freu mich so, dass du so glücklich bist“, sagte sie und Anna war trotz dieser schönen Worte völlig beunruhigt, da das folgende aber kaum zu überhören war. „Aber?“, fragte sie daher auch sofort nach und beobachtete Paloma genau, die sie nun etwas verlegen ansah. „Ich schäme mich so“, sagte sie leise. „Ich war gestern so unfair und gemein zu Tom. Ich habe ihn total zur Sau gemacht, obwohl es ihm doch selbst so dreckig ging. Ich war so wütend auf ihn, dass ich das total ignoriert habe … Aber ich hatte doch so eine Angst um dich“, fügte sie entschuldigend hinzu. Anna stieß erleichtert die Luft aus und schon wieder war sie gerührt. Sie ergriff die Hände ihrer Freundin und drückte sie sacht. „Paloma, gestern war für uns alle ein schwerer Tag und Tom wird es dir mit Sicherheit nicht übel nehmen. Und ich sowieso nicht, schließlich war ich es, die davon überzeugt war, dass er mich sitzen gelassen hat.“ Sie verzog gequält das Gesicht. „Glaub mir, das ist mir auch ganz schön unangenehm. Aber was dich angeht, ich weiß doch, dass du mich immer mit Zähnen und Klauen verteidigen würdest. Du bist halt meine beste Freundin und ich bin sehr froh, dass ich dich habe.“ Sie zog die Spanierin an sich und griemelte wissend vor sich hin, da ihr gerade so einige Situationen einfielen, in denen das Temperament ihrer Freundin mit ihr durchgegangen war, weil sie Anna bedroht gesehen hatte. „Eine bessere könnte ich mir nicht vorstellen“, unterstrich sie ihre Aussage nochmal. „So, und jetzt hilf mir mal dieses Kleid anzuziehen. Mal sehen, ob es an mir auch so toll aussieht.“  


Paloma warf Anna einen kurzen dankbaren Blick zu, ehe sie das gute Stück vom Haken nahm und es Anna vorsichtig über den Kopf zog. Dann schnürte sie die Bänder, um das Oberteil an Annas Kurven anzupassen, und kontrollierte den Fall des Rockes, bevor sie die Schranktür öffnete und Anna vor den darin befindlichen Spiegel schob. Sie selbst schaute Anna über die Schulter und nickte bewundernd. „Du siehst toll aus.“ Anna schaute prüfend in den Spiegel und an sich herab ob das Kleid richtig saß, ehe sie, gelockt von Palomas Worten einfach ihr Gesamtbild betrachtete und ein wenig erschauerte. Sie gefiel sich, wirkte sommerlich, romantisch, fast wie … Ehe sie ihren Gedanken zu Ende gedacht hatte, wurde sie plötzlich von Paloma zur Tür gezogen. „Nun los. Der Prinz wartet auf seine Principessa, und Bruno reißt mir doch noch den Kopf ab, wenn ihr nicht bald auftaucht.“ Anna sah sie verwirrt, von diesem hektischen Aktionismus, an und musterte sie einen Moment. „War das deine Idee?“, fragte sie Paloma ganz direkt und das plötzlich ertappte Erschrecken, was für einen winzigen Augenblick in den Augen ihrer Freundin zu sehen war, reichte ihr aus. Es war wohl tatsächlich das, was sie vermutete. Ein heftiges Kribbeln nahm sie in Besitz und sie atmete tief durch, ehe sie mit einem leisen „Danke“ die Tür öffnete und hinaustrat.

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Mi März 19 2014, 22:22

Sie heiraten ,sie heiraten ich freu mich  banana  banana  Bitte Bitte liebe Katha mach ganz schnell weiter.
Und kriegen wir eine Hochzeitsnacht Biiiiittttteee.Lg. Carla  flowers

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Do März 20 2014, 19:21

Es geht weiter ent cool Very Happy
Hochzeit klingt echt hammer Wink
ganz ganz schnell weiter bitte

lg. schreiber_fan
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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Fr März 21 2014, 20:04

Uii es geht weiter Very Happy
Tolle Idee hatten se da, Anna und Tom einfach zu überrumpeln Smile 
Jetzt lass uns aber nicht mehr so lange zappeln, ich will wissen wie es weiter geht  readcoffee 
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Sa März 22 2014, 20:31

Haaaalllooooo!
So, so, ihr glaubt also es gibte eine Hochzeit?  Rolling Eyes 
Na dann müssen wir mal sehen, was da so passiert, oder?
Ich setz mich auf jeden Fall ran ...  Wink 

LG
Katha

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katha

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BeitragThema: "93"   Sa März 22 2014, 22:53

Na dann bin ich ja mal gespannt, was ihr sagt ...
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Tom stand mit geschlossenen Augen an der Reling und Anna nahm sich einen Moment Zeit ihn zu betrachten, was das Kribbeln in ihr nur verstärkte. Er sah wirklich zum Anbeißen aus in seinem Anzug und ein gewisser Stolz zog sich durch ihr Herz, dass sie ihn wirklich für sich gewonnen hatte. Es hatte sich gelohnt um ihn zu kämpfen, auch wenn sie viele Rückschläge und Enttäuschungen hatte einstecken müssen. Mein Prinz, dachte sie liebevoll lächelnd, als sie an die Albernheiten dachte, die sie gerade mit Paloma ausgetaucht hatte. In diesem Moment löste dieser sich mit einem kleinen Kopfschütteln aus seiner Erstarrung und drehte sich zu ihr um. Ob er ihren Blick gespürt hatte? Einen Augenblick sahen sie sich einfach nur an und in Annas Bauch gesellte sich noch ein sehnsüchtiges Ziehen zu dem bereits vorhandenen Kribbeln, als sie seinen musternden Blick auf sich spürte.

Tom hatte sich nach seinem kurzen Ausflug in die tiefen seiner Gedanken irgendwie verloren gefühlt und sich daher ungeduldig umgeschaut, weil er endlich wieder in der Nähe seiner Anna sein wollte und da stand sie tatsächlich, wie er freudig feststellte. Er ließ seinen Blick über sie gleiten und erneut startete ein kleiner Wirbelsturm in seiner Magengegend. Sie sah einfach wunderbar aus, wie sie da stand. Die Haare waren an den Seiten nach oben gesteckt und die paar einzelnen Locken, die ihr schönes Gesicht einrahmten, wurden vom Wind ein wenig zerzaust, genauso wie der Rock ihres wunderschönen Kleides sie luftig umwehte. Sie sieht aus, wie ein Engel; mein Engel, dachte Tom. Ein liebevolles Lächeln schlich sich auf seine Lippen und auch in seinen Augen war ein stolzer Schimmer zu erkennen. Offensichtlich ging es ihm ähnlich wie ihr. Er hielt ihr auffordernd die Hand hin und zog sie zu sich, als Anna an ihn herantrat. „Du siehst so schön aus“, sagte er leise und sie küssten sich zärtlich und am liebsten wären sie an Ort und Stelle stehen geblieben und hätten gemeinsam die Romantik des Augenblicks genossen.
Aber schnell wurden sie durch das leise Klicken eines Kamerauslösers zurück in die Realität geholt. Verwundert sahen sie sich um und erkannten an der gegenüberliegenden Reling Rainer, einen der Fotografen, der regelmäßig für Lanford arbeitete. Er machte noch ein Foto und nahm dann die Kamera runter um ihnen ein schiefes Lächeln zuzusenden. Er wusste schon, dass er störte, das sah man ihm an, aber er hatte ja einen Auftrag, den er erfüllen sollte. Ein kleines Knurren verließ Toms Kehle. „Da war ja was …“, sagte er unwillig und Anna gluckste ein wenig. „Lass es uns hinter uns bringen, umso schneller sind wir wieder alleine.." In Gedanken fügte sie hinzu und verheiratet, zumindest hoffte sie, dass sie die richtigen Schlüsse gezogen hatte. Sie drückte ihrem Liebsten noch einen kurzen Kuss auf die Lippen und zog ihn dann voller Ungeduld mit sich.

 „Was ist denn hier los? Die wollen jetzt aber nicht, dass wir hier eine Hochzeit nachstellen, oder?“ Toms Stimme klang völlig entsetzt, als er Anna mit einem ungläubigen Kopfschütteln ansah. Er war gerade mit Anna über den Steg Richtung Haus gegangen, als sie erblickten, was auf der großen Holzterrasse am See aufgebaut war. Die Terrasse war bestuhlt und am anderen Ende war eine mit weißem Stoff und Wiesenblumen dekorierte kleine Laube aufgestellt. Daneben stand ein ihm unbekannter Mann mit einer Dokumententasche in der Hand und wartete offenbar auf seinen Einsatz. Die klassische Szenerie einer Hochzeit, zugegebener Maßen in dieser schönen Umgebung wirklich gelungen, aber für Tom war dieser Anblick ein schmerzhafter Stich, der ihn zusammenzucken ließ. Der Stich eines Messers, das sich in der klaffenden Wunde seines unerfüllten Wunschs drehte. „Wusste Bruno von deinem gestrigen Plan, ist er deshalb auf diese idiotische Idee gekommen? Boah, ich glaube echt, sein Taktgefühl ist ihm mittlerweile gänzlich abhanden gekommen“, wütete er vor sich hin, während Anna lediglich in sich hinein schmunzelte. Sie sah ihre Vermutung mittlerweile mehr als bestätigt, vor allem weil sie den Mann kannte, der da abwartend auf der Terrasse stand. Schließlich hatte sie ihn beauftragt, wenn auch für den vorherigen Tag. Sie blieb stehen und strich Tom, der sie mit wütend blitzenden Augen ansah, beruhigend über den Arm. „Tom“, aber Tom regte sich immer noch auf. „Tom“, sprach sie ihn energischer an und legte ihre Hand an seine Wange. Aber es half alles nichts, bis sie auch noch die zweite dazu nahm und Tom quasi dazu zwang ihr zuzuhören. „Erde an Tom, komm mal wieder zu mir runter“, forderte sie ihn auf und wartete, bis er sie verwirrt anschaute. „Tom, ich glaube da wird gar nichts nachgestellt. Ich glaube viel mehr, dass wir beide, du und ich, dort jetzt …“ In diesem Moment kam plötzlich eine ganze Schar Menschen den Weg vom Haus herunter und ließen sie erstaunt aufsehen. Es waren ihre engsten Freunde, sowie ihre Familien, die einfach schweigend an ihnen vorbeigingen und sich auf die bereitgestellten Stühle setzten. Tom stand immer noch die völlige Verwirrung ins Gesicht geschrieben. Er ließ seinen Blick immer wieder zwischen der Terrasse und Anna hin und her wandern, während sein Puls einige Takt zulegte. Offenbar zählte er gerade eins und eins zusammen. „Du meinst, wir heiraten? Jetzt?“, fragte er Anna schließlich ungläubig. Anna lächelte ihn vorsichtig an und nickte. „Ich glaube, jetzt wird es ernst.“ Auch ihr Herzschlag trommelte heftig gegen ihre Brust.

„Hallo, Hallo,“ wurden sie da auch schon von Bruno aus ihren Überlegungen gerissen. „Liebe Anna, lieber Tom, liebe Verwandten und Freunde, schön, dass ihr hier seid. Wir alle wissen, dass der gestrige Tag für uns alle, aber besonders für Anna und Tom eine große Katastrophe war. Dabei fing alles so schön an. Annas Idee, unseren Mitarbeitern ihre eigene Arbeit durch die Vorführung der Modeschauen nahe zu bringen, war toll und doch sollte sie im Enddefekt vor allem die Bühne bieten vor der Anna und Tom ihre Verlobung bekannt geben wollten. So dachte ich zumindest, bis …“ er ließ seinen Blick suchend über die Anwesenden gleiten, bis er Paloma am Ende der Terrasse stehen sah und ihr ein dankbares Lächeln schenkte. „Ja, bis uns Paloma gestern Abend eines Besseren belehrte“, führte er fort. "Nicht die Verkündung der Verlobung sollte es werden, sondern Annas und Toms Hochzeit, was aber außer Anna kaum jemand wusste. Sie wollte Tom überraschen und ihn dort in unserem Beisein heiraten. Das Wissen darum macht die Tragödie des gestrigen Tages eigentlich noch viel schlimmer.“ Er legte eine kurze Pause ein, denn er und vermutlich auch alle anderen Gäste waren immer noch betroffen von dem was passiert war. „Paloma haben wir es ebenfalls zu verdanken, dass wir jetzt alle hier beisammen sind. Dieses Mal Gott sei Dank nicht aus Sorge, sondern weil wir gemeinsam Feiern wollen …“ Ein breites Grinsen legte sich auf sein Gesicht, als er nun seinen Sohn und seine künftige Schwiegertochter ins Visier nahm. „Anna, Tom, ich bin sehr froh, dass ihr euch auf meine, wie ich finde selbst für mich ziemlich gewagte Idee eingelassen hab und hergekommen seid, sonst wäre das alles hier umsonst gewesen.“ Er schritt durch die Stühle hindurch zu dem jungen Paar, das immer noch ein wenig perplex und abwartend im Hintergrund stand. Er nahm sie nacheinander in den Arm und musterte Anna und Tom dann einen Moment. „Du siehst toll aus“, sagte er zu Anna und zwinkerte ihr verschwörerisch zu, ehe er beide anlächelte. „Ihr seid wirklich ein wunderschönes Paar.“ „Anna, Tom, wenn ihr möchtet, steht alles bereit, damit ihr euch hier und jetzt das Ja-Wort geben könnt.“
Anna und Tom fehlten immer noch die Worte aber lange Überlegen mussten sie bei diesem Angebot nicht, schließlich hatten sie gerade erst festgestellt, dass es ihnen eigentlich nicht schnell genug gehen konnte, endlich auch offiziell vereint zu sein. Sie warfen sich einen kurzen Blick zu, in dem sich ihr glückliches Einverständnis spiegelte und nickten dann synchron. Ihr Wunsch wurde tatsächlich Wirklichkeit.
In diesem Moment kam Paloma auf sie zu und drückte Anna einen Blumenstrauß aus bunten Wiesenblumen in die Hand, den diese erstaunt betrachtete, ehe sie ihre Freundin dankbar anlächelte. Anna steckte ihr Nase in die Blumen und sog ihren Duft ein, der sie sogleich an den Strauß erinnerte, den Tom und sie bei ihrem letzten Aufenthalt hier gepflückt hatten und als Tom den Arm um sie legte und sie zärtlich an sich drückte, wusste sie, dass es ihm genauso erging. Paloma hatte tatsächlich den perfekten Ort zum Heiraten gefunden, denn hier waren sie so glücklich gewesen, wie sonst nirgends in den letzten Wochen. Paloma drückte Anna noch einmal schnell an sich, drückte Tom die Hand und setzte sich dann zu Enrique. Bruno, der wartend daneben gestanden hatte, führte das Brautpaar nun nach vorne zur Laube, wo er sie an den Mann übergab, der sich ihnen als Herr Wolf, Standesbeamter der Stadt Berlin vorstellte. Anna und Tom sahen sich immer wieder an und offensichtlich wussten sie beide nicht so Recht mit der Situation umzugehen. Es war so unrealistisch, was ihnen da gerade passierte …

Aber der seltsame Film, in dem sie selbst die Hauptrollen zu spielen schienen, lief schon weiter, denn gerade schenkte der Standesbeamte ihnen einen prüfenden Blick und sah noch einmal in die Gesichter der Gäste. Tom und Anna nutzten die Gelegenheit und schauten ebenfalls hinter sich um ihre Augen über die dort sitzenden Menschen gleiten zulassen. „Sie sind alle da“, flüsterte Anna glücklich, dann tauschte sie noch einen liebevollen Blick mit Tom, aus dem neben ihrem Glücksgefühl auch ihre Nervosität sprach, und dann ging es auch schon los.

Herr Wolf leitete die Trauung mit einigen Sätzen ein, die darauf schließen ließen, dass er wusste, dass das Brautpaar keine leichte Zeit hinter sich hatte, aber es ging ja um die Zukunft und so kam er auch schnell zum eigentlichen Thema.

„Wollen sie, Tom Lanford, die hier anwesende …“ Tom hörte gar nicht mehr zu. Er schaute zu Anna und ließ die Worte an sich vorbeirieseln, während er tief in Annas Augen versank. Sein Herz pochte ihm bis zum Hals und seine Brust schien kurz vorm Bersten. Er war so sicher, wie er wohl noch nie bei einer Entscheidung gewesen war. Er wollte diese Frau, jetzt und für immer. „Herr Lanford?“, hörte er plötzlich seinen Namen und sah verwirrt zu dem vor ihnen stehenden Mann, der ihn auffordernd anschaute. Oh Mist, Einsatz verpasst. Er wendete sich also wieder Anna zu und betrachtete sie erneut. Sie stand vor ihm, der Wind spielte mit ihrem Haar und ihr erwartungsvoller Blick rührte ihn zutiefst. „Ja, ich will.“ Seine Stimme war leise, als würde er nur zu Anna sprechen, aber gleichzeitig war sie fest und überzeugt. Anna Gesicht erstrahlte und ein leises Lächeln umspielte seine Lippen, während seine Augen völlig ernst aber voller Liebe in ihre sahen. „Und wollen sie, Anna Broda, den hier anwesenden …“ Annas Blick löste sich aus Toms und wand sich dem Standesbeamten zu, bis seine Stimme erstarb. Tom hatte sie derweil beobachtet und musste sich zusammenreißen, um nicht schon wieder abzudriften. Aber nur bis Anna ihn mit einem glücklichen Lächeln wieder in ihren Bann zog. „Ja, ich will!“ klang es klar und entschlossen, als könne es gar keinen Zweifel geben. Toms Herz hüpfte vor Freude und am liebsten hätte er sie jetzt schon an sich gerissen und geküsst, aber da wurden sie erneut vom Standesbeamten abgelenkt. „Wenn sie jetzt die Ringe tauschen wollen.“ Seine Stimme wirkte etwas angespannt. Er fand die Abgelenktheit seines Brautpaares wohl etwas anstrengend. Anna und Tom drehten sich gemeinsam um und suchten hinter sich nach jemandem, der ihnen die Ringe anreichte. Anna erwartete eigentlich Paloma, da diese ja die Ringe vom Tag zuvor noch hatte, aber verwundert registrierte sie Carsten, der auf sie zutrat. Er stellte sich vor das Paar, die Schmuckschatulle, die er in der Hand hielt, noch verschlossen, und schaute unsicher zwischen ihnen hin und her. „Ist es für euch ok? Paloma hat mich gebeten …“. Das Brautpaar sah sich überrascht an, lächelte dann aber einvernehmlich in seine Richtung und unterbrach ihn schnell. Sie hatten ihm soviel zu verdanken. „Schön, dass du hier bei uns bist“, sagte Tom überzeugt und Anna fügte auffordernd hinzu, „dann walte mal deines Amtes.“ Carsten war erleichtert und strahlte als er die Schatulle mit den Ringen öffnete. Tom nahm den kleineren heraus und ergriff Annas rechte Hand. Als er den Ring an seinen Platz schob, sagte er leise und mit einem kleinen Glitzern im Blick „Für immer“, und genauso meinte er es auch, denn es war ungefragt aus ihm herausgeschossen. Anna und er verloren sich für einen Moment in ihren Augen, ehe Anna den zweiten Ring in die Hand nahm und ihn auf Toms Finger steckte. „Für immer.“, flüsterte nun auch sie und obwohl sie und Tom nur durch ihre Hände verbunden waren, schien es den Beiden als würden sie das gleichmäßige Schlagen ihrer beiden Herzen spüren, die ihren gemeinsamen Weg aufgenommen hatten, von jetzt an und für immer. „Hiermit erkläre ich sie Kraft meines Amtes zu Mann und Frau.“ Tom schaffte es kaum ruhig stehen zu bleiben, bis die Worte zu Ende ausgesprochen waren, und kaum wurde es still,  zog er Anna auch sogleich in seine Arme und küsste sie leidenschaftlich. In ihm tobte das Glück und es brauchte einfach ein Ventil. Er hob sie hoch und drehte sich mit ihr im Kreis. Anna quietschte und lachend kamen sie zum Stillstand, um sich erneut zu küssen. Die Gäste waren derweil auch aufgestanden und es wurde geklatscht, gelacht und auch ein wenig geweint, während sie sich neu positionieren und mit roten und weißen Rosen einen Spalier für das Brautpaar bildeten. Hand in Hand liefen Anna und Tom schließlich hindurch und blieben am anderen Ende des Steges stehen, um sogleich wieder in einem liebevollen Kuss zu versinken. Endlich gehörten sie zusammen.

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Carla3939

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So März 23 2014, 00:03

Oh wie schön  crying ich bin echt nah am Wasser gebaut.Liebe Katha ich danke danke danke dir,für diesen schönen Teil.Ich freue mich wenn es weiter geht. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Carla  Embarassed

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   So März 23 2014, 04:26

klasse klasse klasse
Wahnsinn sie heiraten wirklich und dann auch noch so schön Very Happy
Freu mich schon wenn du weiter schreibst Wink
Und natürlich noch einen schönen Sonntag

lg. schreiber_fan
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Carla3939

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BeitragThema: Re: AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"   Fr März 28 2014, 15:59

huhu      Liebe Katha ich hoffe das du mal wieder Zeit für uns hast,ich warte schon sehnsüchtig auf den nächsten Teil. Lg. Carla

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BeitragThema: "94"   Fr März 28 2014, 22:23

Und tatsächlich eine Fortsetzung ... Ich hoffe, es gefällt!
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Tom lugte Richtung Yacht und flüsterte verschwörerisch in Annas Ohr, „Sollen wir die Yacht kapern und uns verdrücken?“ Dabei ließ er seine Wange verführerisch an Annas entlang gleiten und schenkte ihr seinen besten Welpenblick, der eigentlich jedes Herz hätte erweichen lassen müssen. Aber Anna schüttelte amüsiert den Kopf, ehe sie sich zu ihm hoch reckte und ihm mit heißem Atem, der Tom einen Schauer über den Rücken jagte, ins Ohr flüsterte. „Du Kindskopf, ich verspreche dir, heute Abend gehöre ich ganz dir, aber jetzt feiern wir erst mal. Schließlich haben wir es den anderen zu verdanken, dass wir jetzt Mann und Frau sind.“ Sie hob vielsagend die Brauen und Tom ließ sich unwillig von ihrem Charme breitschlagen, hatte sie doch außerdem etwas so Verheißungsvolles gesagt, dass sie anschließend ganz ihm gehören würde ... „Na gut, du hast ja recht“, stimmte er also mehr knurrend als sprechend zu, als sie auch schon von ihren Lieben überrannt wurden, die dringend gratulieren wollten.

Es war keine große Gesellschaft, die sich auf der kleinen Insel versammelt hatte, aber alle ihnen wichtige Menschen waren anwesend und nahmen Anna und Tom herzlich in den Arm, um ihnen viel Liebe und Glück für ihre gemeinsame Zukunft zu wünschen.
„Kommt, oben am Haus gibt es einen kleinen Umtrunk“, forderte Annas Mutter ihre Kinder schließlich mit zittriger Stimme auf, nachdem diese wirklich jede einzelne anwesende Person in ihren Armen gehalten hatten. Susanne hatte sich so einige Tränen der Rührung aus den Augenwinkeln gestrichen und ihr Lächeln wirkte auch jetzt alles andere als souverän. Aber gerade das machte sie aus, wie Tom, der sich nun doch ein wenig über die große Anteilnahme und Freude der anderen freute, mal wieder feststellen musste. Das machte diese ganze Veranstaltung aus. Hier gab es nur ihre Familien, die sie liebten und ihre wahren Freunde. Er stand glücklich, aber immer noch ein wenig entrückt, unten am Wasser und betrachtete gedankenverloren die kleine Gesellschaft, die gerade den Weg zur Terrasse hinauf ging. Er warf nochmal einen kurzen Blick auf den Blumenbogen, unter dem er eben noch mit seiner Braut gestanden hatte und schüttelte dann schmunzelnd den Kopf, ehe er ebenfalls den Weg hinauf schlenderte. Die Realität schaffte es nur ganz langsam sich wieder zurück in seinen Kopf zu kämpfen. Sein innigster Wunsch war erhört worden, Anna war wirklich sein. 
Als er zu seiner Ehefrau trat, wie er Anna gedanklich immer wieder nannte, weil es sich einfach so gut anhörte, kam Paloma schon mit zwei Champagnergläsern auf sie zu, während sich auch alle anderen von den Tabletts der zwei Service-Kräfte bedienten. Tom griff dankbar nach einem der Gläser, er konnte nun wirklich einen Schluck vertragen, aber Paloma drehte sich schnell Anna zu und drückte ihr mit einem Augenzwinkern das Glas in die Hand, welches sie Tom verwehrt hatte. „Die Braut zuerst“, rettete sie die Situation schnell, denn Tom schaute sie völlig irritiert an. Doch ehe, er das Verhalten ihrer Freundin und die Blicke zwischen ihr und Anna weiter analysieren konnte, hob Bruno auch schon zu einer kleinen Rede an. Er dankte Anna von Herzen, dass sie es geschafft hatte Tom wieder ins Leben und in seine Familie zurück zu holen und machte außerdem deutlich, dass er sich keine bessere Schwiegertochter wünschen könnte. Anna war völlig gerührt und wischte sich verlegen ein paar Tränchen aus den Augen, woraufhin sie gleich von Tom an sich gezogen wurde. Er drückte ihr einen Kuss auf ihr Haar und sie warfen sich ein glückliches Lächeln zu. Bruno hatte ja so recht. Anna hatte alles wieder gut gemacht. „So meine Lieben, nun will ich euch aber nicht länger langweilen. Erheben wir die Gläser auf das wunderschöne Brautpaar. Ach, und dann setzt euch her, denn das Essen wartet schon auf uns.“ Alle erhoben die Gläser und Anna und Tom schauten glücklich von einem zum anderen, ehe sie miteinander anstießen. Sie schauten sich tief in die Augen. „Ich liebe dich“, sagte Tom, der das Gefühl hatte diesen Liebesschwur im Minutentakt von sich geben zu müssen um seinem inneren Glück irgendwie ein Ventil geben zu können. „Ich liebe dich auch“, wurde er sogleich belohnt und strahlte noch breiter. Sie küssten sich zärtlich, ehe sie einen Schluck tranken, ohne ihren Blickkontakt auch nur einen Moment zu unterbrechen. Schnell wurden sie wieder von den anderen in Beschlag genommen, aber Tom konnte seine Augen trotzdem nicht von seiner Frau lassen und beobachtete sie, wann immer es ihm möglich war. Seine Gefühle waren einfach unbeschreiblich. Er war stolz, dass sie nun zu ihm gehörte, er war glücklich, dass sie nun zu ihm gehörte, er wurde wahnsinnig vor Sehnsucht, da sie nun zu ihm gehörte und er ihre Zusammengehörigkeit am liebsten auf der Stelle auch körperlich gespürt hätte. Neben dem warmen Gefühl des Glücks, das seinen ganzen Körper eingenommen hatte, war da nämlich immer wieder dieses leise Kribbeln, wenn er seinen Blick über ihr Gesicht gleiten ließ und ihr Lächeln erblickte, ihren gut gebauten Körper betrachtete, der in diesem wunderschönen Kleid besonders gut zur Geltung kam oder den Klang ihres Lachens hörte, den er so liebte. Dieses leise Kribbeln, was ihn fast verrückt machte, da es sich am liebsten in seiner Körpermitte festgesetzt hätte und ihn eindeutig dahin drängen wollte, sämtliche Hochzeitsgäste sofort von diesem Ort zu entfernen und mit seiner Frau viele unanständige Dinge zu tun. Aber er versuchte das Kribbeln zu ignorieren, was ihm mit Hilfe seiner Gäste auch halbwegs gelang.

Anna legte den Löffel beiseite und schob ihr Dessertschälchen ein Stück zurück. Sie fühlte sich einfach nur pudelwohl. Die Sonne strahlte vom Himmel und schenkte ihnen einen wunderbaren Spätsommertag. Es war warm, der Wind wehte nur leicht vom See herauf und vereinzelte bauschige Wolken unterbrachen das Blau des Himmels. Am See konnte sie die Schilfhalme sehen, die sich träge im Wind wiegten und vor allem saß Tom neben ihr, ihr Ehemann. Die Ruhe der Szenerie wurde nur von dem munteren Gequatsche ihrer kleinen Feierrunde gestört, die aber geprägt von guter Laune und Harmonie auch keine Krach machte. Anna blickte von einem zum anderen und erfreute sich an der Anwesenheit von jedem einzelnen von ihnen. Sie spürte plötzlich unendliche Dankbarkeit, dass sie diesen Tag erleben durfte und sie wusste, dass viele der hier anwesenden Menschen einen großen Beitrag dazu geleistet hatten. Sie warf Tom, dessen Hand sie schon seit geraumer Zeit mit ihrer umfasste, einen ernsten Blick zu, küsste ihn sanft, als er seine Aufmerksamkeit auf sie lenkte und stand dann plötzlich auf. Sie nahm ihr Löffelchen, was sie kurz zuvor beiseite gelegt hatte und ließ ihr Glas erklingen, so dass nach und nach alle ihre Gespräche einstellten und sie erwartungsvoll ansahen. Anna spürte, wie ihr Herz ein wenig ins Stolpern geriet, aber dann lächelte sie in die Runde und begann ihr Herz auszuschütten.
„Ich möchte die Gelegenheit nutzen um was los zu werden.“ Sie schaute einen Moment nach unten und versuchte ihre Gedanken irgendwie zu ordnen, aber letztlich plapperte sie einfach drauf los. Es waren einfach zu viele hinausdrängende Gedanken und Gefühle in ihr, als dass sie auf die Schnelle hätte sortieren können. „Also, ich habe mir gerade angesehen, wer hier bei uns sitzt, und ich habe festgestellt, wie wichtig ihr mir alle seid, und wieviel ich euch zu verdanken habe. Und genau das möchte ich nun tun. Ich möchte Danke sagen.“ Sie sah in die Runde und erblickte Paloma. „Paloma mein erster Dank gilt dir, denn ich bin mir sehr sicher, dass wir ohne dich heute nicht hier wären und ich mich nicht Frau meines Traummanns nennen dürfte.“ Dabei lächelte sie Tom verliebt zu, der ihre Hand liebevoll drückte und ihr ebenfalls ein breites Strahlen schenkte. „Aber ich will eigentlich an einem anderen Punkt beginnen. Sie senkte ihren Blick einen Moment und dachte zurück, dachte an ihren ersten Ehemann und sendete ihm mit gemischten Gefühlen einen kurzen Gruß in den Himmel, ehe sie wieder zu reden begann. „Vor einem Jahr stand ich im wahrsten Sinne des Wortes an einem Abgrund. Ich war sicher, dass das Leben nichts Gutes mehr für mich bereithalten würde, dass ich nicht mehr leben wollte. Doch, als ich mich gerade dazu entschlossen hatte, den alles entscheidenden Schritt zu tun, um mich selbst von diesem trostlosen Dasein zu erlösen, standest du plötzlich hinter mir.“ Jetzt drückte sie Toms Hand und sah ihm ernst in die Augen. „Obwohl du mich nicht kanntest, hast du mich nicht allein gelassen und mich mit deinen Worten erreicht, so dass ich tatsächlich einsah, dass es noch einen anderen Weg geben musste.“ Sie wendete sich wieder allen zu. „Das war gestern genau vor einem Jahr, was auch der Grund war, warum ich dieses Datum eigentlich für unsere Hochzeit auserkoren hatte. Tom hat damals auf dem Dach was davon gesagt, dass es das Schicksal vielleicht so wollte, dass unsere Begegnung vielleicht so etwas wie unsere zweite Chance wäre, und kam es mir damals erst einmal ziemlich bescheuert vor, weiß ich heute, dass er Recht hatte.“ Anna pausierte einen Moment in ihrer Rede, während sich die Situation damals vor ihrem Auge abspielte. Sie hatte wirklich die Welt nicht verstanden, als sie in seinen Augen versunken war und sich fragte, wer dieser Kerl war, der solche waaghalsigen Behauptungen in die Welt setzte, die einerseits völlig bescheuert waren, aber ihr andererseits seltsamerweise auch möglich erschienen ... Sie löste sich von der Vergangenheit und suchte mit ihren Blicken ihre Eltern. Gerührt nahm sie zur Kenntnis, dass ihre Mutter schon wieder leise schluchzte. „Mama, Papa, eigentlich habe ich mich bis heute nicht wirklich bei euch entschuldigt. Es tut mir wahnsinnig leid, dass ich tatsächlich bereit war, euch so ein Leid zufügen zu wollen. Ich weiß heute, dass ich euch letztlich die gleiche Trauer aufgebürdet hätte, wie ich sie damals nicht hatte ertragen können, und das obwohl ihr die besten Eltern seid, die man sich wünschen kann.“ Annas Blick wanderte weiter, bis sie erneut Paloma im Visier hatte. „Das gleiche gilt für dich Paloma, auch du hättest das wahrlich nicht verdient gehabt. Du bist meine beste Freundin seit Kindheit an. Du bist immer für mich da, gibst mir seelischen Beistand, hilfst mir, wann immer ich dich brauche und es dir möglich ist und würdest dich jederzeit für mich die Schlacht werfen. Und dafür danke ich dir.“ Anna griff nach ihrem Wasserglas und trank erst einmal einen Schluck, ehe sie weitersprach. „Aber nicht nur Tom und mein engstes Umfeld haben mir damals geholfen, letztlich warst du es Bruno, der mir eine Aufgabe gegeben hat. Indem du mich in dein Team geholt hast, hatte ich die Chance wieder ins Leben zurück zu finden …“ Jetzt warf sie Tom einen schmunzelnden Blick zu, „Und in der Nähe von Tom zu sein, der mich damals ja am liebsten auf den Mond geschossen hätte.“ „Hey, so stimmt das ja gar nicht“, protestierte dieser sogleich, was aber von einigen Seiten mit erheitertem Lachen quittiert wurde. „Und ob, zumindest sah es für mich so aus.“, antwortete Anna mit hochgezogenen Brauen „und damit war das Leben dann auch immer noch ganz schön beschissen. Ich war nach wie vor traurig und außerdem machte mir mein Chef das Leben zur Hölle. Aber was hatte ich für eine Wahl, schließlich wollte ich ja nicht, dass meine Eltern darunter leiden mussten, dass ich mich nicht zusammenreißen konnte. Und außerdem hätte ich Lanford und damit euch alle auch nur sehr schwer wieder aufgeben können“ Nun wanderte Annas Blick wieder durch die Reihen und blieb dieses Mal an Paule hängen. „Dann tauchtest du in meinem Leben auf. Mein Gott war das ein Chaos, bis sich endlich alles geklärt hat.“ Dieses Thema wollte Anna nun nicht weiter vertiefen, da sie nicht so sicher war, wie die anderen auf die Nachricht reagieren würden, dass sie einen Geist erlebt hatten, aber Paule nickte einvernehmlich. Auf ihren Lippen lag ein breites Grinsen, das Anna daran erinnerte, dass Jonas damals schon vorher gesehen hatte, dass Tom sein Nachfolger werden würde. „Ja, so ging es munter weiter in der Achterbahn der Gefühle.“ Sie lächelte Peer an, der ebenfalls breit grinste und ihr wurde bewusst, dass sie wirklich mit fast jedem der hier anwesenden Gäste eine besondere Geschichte verband. „Ich will jetzt nicht alle Irrungen und Wirrungen aufzählen, die mir bzw. Tom und mir widerfahren sind, ehe wir uns dann endlich gefunden haben, aber auf diesem Weg und auch in den letzten Wochen, in denen uns ja auch so einiges passiert ist, habe ich viel Trost, Ablenkung und Zuspruch von meinen lieben Freunden erfahren dürfen. Sei es ein dummer Spruch von Maik, ein quietschender oder aufmüpfiger Virgin, ein aufgedrehter Enrique oder eine eher stille Jasmin. Ihr alle habt mich im letzten Jahr begleitet. Die letzten Freunde, die ich gewinnen durfte, sind Carsten und Stefan.“ Sie wendete sich den beiden jungen Männern zu, die am Kopfende saßen und so schienen, als würden sie sich nicht ganz zugehörig fühlen. „Euch kenne ich noch nicht wirklich gut, und trotzdem habe ich euch schon jede Menge zu verdanken und ich bin mir sicher, dass wir gute Freunde werden.“ Damit lächelte sie in die Runde und erhob ihr Glas. „So, genug geredet, erhebt die Gläser und feiert mit mir und meinem Mann.“ Ihr Blick huschte zu Tom, der jetzt ebenfalls aufstand. „Oh Gott, ich kann es immer noch nicht glauben“, kicherte Anna auf und alle anderen fielen in ein erheitertes Lachen ein, was die ernsten Themen, die Anna in ihrer kleinen Rede angesprochen hatte, in den Hintergrund schob. Anna war derweil von Tom in seine Arme gezogen worden. Eigentlich hatte er auch noch ein paar Worte sagen wollen, aber ihre Nähe lenkte ihn schon wieder von allem anderen ab. Tief schaute er Anna in die Augen und legte letztlich seine Stirn an die ihre. Aber auch Anna sah ihn intensiv an. „Tom, bei dir möchte ich mich ganz besonders bedanken. Wie du in den letzten Wochen für mich da warst, mich immer wieder aufgefangen hast, mir den Mut gegeben hast weiter zu machen, wenn ich eigentlich nicht weiter wollte und vor allem unsere Liebe nie aufgegeben hast …“ Ihre Stimme brach und ihre Augen wurden plötzlich geflutet. „Und nun sind wir hier …“ flüsterte sie mit zittriger Stimme. Tom nickte und bei genauerer Betrachtung konnte man auch seine Augen glitzern sehen.  „Ja, wir sind hier … und ich bin endlich angekommen.“ Anna und Tom registrierten ihre Gäste gar nicht mehr als sich ihre Lippen trafen und die Zeit zum Stillstand kam.
Einige Sekunden waren die Anwesenden von dem verzauberten Anblick der Beiden wie gefangen, ehe sie sich bedeutungsvolle Blicke zuwarfen und leise einige Absprachen trafen.

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AnTom II "Ein Neubeginn! Neue Wege - ewiges Glück?"
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