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 Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)

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katha

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BeitragThema: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Mo März 25 2013, 17:15

So, nun werde ihr sehen, was hier passiert.

Es ist nämlich der 26.03. und heute hat Butterfly Geburtstag. Tada!!!! Very Happy
An dieser Stelle also auch nochmal HappyB-Day

Da ich vor kurzem von diesem besonderen Tag heute erfahren habe, und der Wunsch aufkam, doch eine kleine Geschichte geschenkt zu bekommen, habe ich mich also hingesetzt und etwas für dich geschrieben, meine liebe Butterfly. Wink

Dieses mal ist es tatsächlich eine Kurz-FF, das kann ich guten Gewissens behaupten, da ich sie tatsächlich schon zu Ende geschrieben habe. Rolling Eyes (auch wenn ich bestimmt noch genug daran rumschreibseln werde)

Ansonsten hoffe ich, dass ich deinen Geschmack ein wenig treffe, weil ich nicht sicher bin, ob du dir sowas vorgestellt hast. Aber, ... das Leben ist nunmal kein Wunschkonzert No , und ich habe in der Kürze der Zeit nichts anderes geschafft. Embarassed

Liebe Grüße und Viel Spaß!

Katha

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Zuletzt von katha am Di März 26 2013, 00:26 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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katha

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BeitragThema: "1"   Di März 26 2013, 00:24

So, meine Liebe, hier kommt auch sogleich der erste Teil Wink
**************************************

„So, geschafft“, murmelte Anna Broda, als sie den letzten Posten auf ihrer Liste abgehakt hatte. Sie stand im Stofflager der Firma Lanford und hatte gerade die heutige Lieferung überprüft. Zufrieden legte sie den letzten Ballen ins Regal zurück, ließ ihren Blick prüfend über die aufgefüllten Bestände gleiten, ehe sie das Licht löschte und den Raum verließ. Als sie um die Ecke ins Atelier bog, lag dieses leer und verlassen vor ihr, und ein seltsames Gefühl machte sich in ihr breit, das sie nicht so genau einordnen konnte, oder wollte. Sie war müde, und einerseits genervt, weil sie wieder einmal die Letzte war, die ihren Arbeitsplatz verlassen würde, aber andererseits liebte sie es alleine in den heiligen Hallen der Kunst zu wandeln. Häufig konnte sie genau dann ihre Kreativität am besten entfalten. Vor allem wenn diese Ruhe, durch dieses sanfte Kribbeln durchbrochen wurde, was auch jetzt schon wieder auf dem Vormarsch war. Es war wohl diese innere Spannung in ihr, die sie drängte etwas von sich Preis zu geben und ihre innere Verwirrung in geordneten Linien zum Ausdruck zu bringen. Und je nach ihrer eigenen Stimmungslage nahmen Kleidungsstücke der ein oder anderen Stilrichtung Gestalt an. Mal waren es Entwürfe voller Harmonie und Lebensfreude, mal waren es freche, unkonventionelle Stücke, die eine gewisse Zerrissenheit oder Rebellion ausstrahlten, und hin und wieder wandelten sie sich auch in eher bodenständige, klassische Schnitte, die ihrer Meinung nach etwas langweilig daherkamen, aber für eine gewisse Ehrlichkeit eintraten. Auf jeden Fall waren diese Skizzen immer verbunden mit viel Gefühl, und das sah man ihnen an. Zumindest Bruno, der Kreativchef des Hauses Lanford, sah es ihnen an. Er jubelte meist vor Begeisterung, wenn Anna mal wieder eine Spätschicht eingelegt hatte, und wenn er gewusst hätte, was Annas emotionale Ausnahmezustände auslöste, die sie so zauberhaft auf dem Papier ausdrückte, wäre er ihr wahrscheinlich sofort um den Hals gefallen.

Anna war jetzt seit einem halben Jahr bei Lanford. Und das es dazu gekommen war, hatte eine dramatische Vorgeschichte. Denn zuvor hatte sie eigentlich einen ganz anderen Lebensentwurf in ihrem Kopf gehabt. Ein glückliches Leben mit ihrem geliebten Mann Jonas sollte es werden, und die berufliche Erfüllung, mit einem kleinen, selbst gegründeten Mode-Label, aber dann war alles ganz anders gekommen.
Jonas, ihr ein und alles, mit dem sie sich gemeinsam auf der Gewinnerseite des Lebens gesehen hatte, starb plötzlich und unerwartet, und Anna versank in tiefer Trauer und Verzweiflung. Für einen kurzen Moment war sie entschlossen gewesen ihm zu folgen, das Leben, das sowieso keinen Sinn mehr zu haben schien, aufzugeben. Als sie dann aber, so wie sie es geplant hatte, das letztes Mal bei ihren Eltern saß und sich heimlich verabschieden wollte, wurde ihr klar, dass sie diesen Weg nicht gehen konnte. Vielleicht war sie zu feige, oder aber sie schaffte es nicht ihren Eltern, die sie von Herzen liebte, wissentlich den gleichen Schmerz zuzufügen, den sie selbst gerade ertragen musste. Jedenfalls revidierte sie ihren Entschluss und nahm stattdessen voller Pragmatismus und ohne jedes Gefühl ihr Leben wieder auf, das sie wochenlang völlig ignoriert hatte. Es musste ja weitergehen; irgendwie.
Das kleine Mode-Label, das Anna gerade mit ihrem Mann aufbauen wollte, hatte nach diesen Wochen ihrer Lethargie den Kampf im Haifischbecken der Modewelt verloren, eher er richtig begonnen hatte, und Anna wollte ihn auch nicht wieder aufnehmen. Es war ein Traum gewesen, ein gemeinsamer Traum mit ihrem geliebten Mann, und sie hatte einfach keine Kraft ihn alleine weiter zu verfolgen. Da noch Schulden im Raum standen, die aus der Firmengründung herrührten, entschied sie sich ihr Label und die erste, eigens von ihr entworfene Kollektion, sowie die Rechte daran, zum Kauf anzubieten. Verschiedene Modehäuser hatten Interesse bekundet, und letztlich hatte sie sich für Lanford entschieden, da sich dort eine weitere äußerst praktische Lösung für sie auftat. Denn Bruno Lanford, der Firmengründer und Kreativ-Chef des Hauses, wollte sie als Designerin in seinen Reihen sehen. Dieses Angebot musste sie einfach annehmen, schließlich würde dieser Job ihr den künftigen Lebensunterhalt einbringen, und den musste sie ja auch irgendwie aufbringen. Außerdem bot es ihr die Möglichkeit weiterhin zu designen, was sie wirklich gerne tat, und zudem tat es ihr gut eine Aufgabe zu haben, die sie von ihrer Trauer ablenkte. Also eine fast perfekte Lösung. Für alle Seiten wie es schien, denn offenbar erledigte sie ihren Job durchaus erfolgreich. Darauf deutete zumindest hin, dass sie mit Aufträgen überhäuft wurde. Und darin war auch begründet, warum sie am heutigen Abend noch im Atelier weilte, während ihre Kollegen und Kolleginnen ihren Feierabend genossen.

Anna legte die gerade abgearbeitete Liste auf ihrem Tisch ab und seufzte leise auf. Vielleicht sollte ich doch mal nach Hause gehen und mir ein bisschen Schlaf gönnen, dachte sie, während sie sich reckte und ihren schmerzenden Nacken rieb. Aber sie wusste, dass das nicht funktionieren würde. Ihre Nächte waren noch immer wenig erholsam, da sie sich immer noch schrecklich einsam in ihrem großen Bett fühlte, das doch eigentlich für Zwei gedacht war. Und so wurde sie in den Stunden, in denen sie sich eigentlich erholen und Kraft für den nächsten Tag schöpfen sollte, immer wieder von der Vergangenheit eingeholt. sie wusste, dass sie einen Weg finden musste, endlich damit abzuschließen, wenn sie irgenwann wieder mehr als bloße Pflichterfüllung erleben wollte. Aber an diesem Wendepunkt war sie wohl noch nicht angelangt.
Es mangelte also an einer lohnenswerten Alternative zur Arbeit, und außerdem spürte sie immer noch dieses Kribbeln in ihrem Körper, was sich seit sie an ihren Schreibtisch getreten war, erheblich gesteigert hatte. Sie versuchte es zurück zu drängen, überlegte kurz, ob es nicht besser wäre, das Atelier ganz schnell zu verlassen, aber es war einfach zu verführerisch zu bleiben und auf einen kleinen Moment des Abtauchens in eine andere Welt zu hoffen. Also ergriff Anna die Mappe, die sie extra mitten auf den Schreibtisch gelegt hatte, um sie ja nicht zu übersehen. Ein Konzept für ein Fotoshooting sollte erstellt werden, und Bruno selbst hatte Anna darum gebeten, nachdem sie sich der Anweisung des Junior-Chefs hatte verweigern wollen. Eigentlich verfügte Lanford nämlich über eine fähige Marketingabteilung, die für eine solche Aufgabe zuständig gewesen wäre. Aber gut, dann erstellte sie auch noch ein Foto-Shooting-Konzept.
Wenn ich nur eine Idee hätte, überlegte Anna eher oberflächlich, als sie einen Blick in die Mappe warf, denn eigentlich waren ihre Antennen eher auf ihre Umwelt gerichtet. Sie stand völlig unter Strom, da sie hoffte, dass es in nicht all zu langer Zeit zu einer dieser Begegnungen kommen würde, die ihr in den letzten Monaten die einzigen wirklichen Lichtblicke waren. Kurze Episoden, in denen sie sich fallen lassen konnte, und sich wirklich spürte. Und nach denen sie sich verzehrte, auch wenn die Umstände eher ungewöhnlich waren. Aber hätte Anna sich früher auf solche Spielchen niemals eingelassen, ließ es sie heute kalt. Nein, im Gegenteil, war es nur unter diesen Bedingungen möglich gewesen, sich überhaupt darauf einzulassen.

Doch heute hatte sie zwiespältige Gefühle, die sie sich kaum traute näher zu analysieren. Mit einem kleinen Seufzer legte sie die Mappe zurück auf den Tisch und trat ans Fenster hinter ihrem Schreibtisch. Sie blickte in die Dunkelheit, bzw. auf die Lichter der Stadt, die wie kleine Sterne das Dunkel erhellen wollten, während sie versuchte, den Wandel zu deuten, den sie seit einiger Zeit realisierte. Denn irgendwie hatte sich etwas verändert, hatte sie sich verändert. Sie ertappte sich immer öfter dabei, wie sie an an den Mann dachte, der ihr diese Auszeiten vom Alltag ermöglichte. Wie sie nach ihm Ausschau hielt, sobald sie das Atelier betrat, und seinen Kontakt suchte. Und bis eben hatte sie eine seltsame Frustration gespürt, weil sie das Gefühl hatte, dass er ihr aus dem Weg ging. Ihr letztes Schäferstündchen lag jetzt bereits über zwei Wochen zurück, und sie sehnte sich danach ihn wieder zu spüren. Sie schloss die Augen und dachte mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen, an den Tag zurück, als alles begann.

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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Di März 26 2013, 05:07

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH Very Happy Very Happy Very Happy

Ich glaub es ned dz haste es echt getan ... und auch wenn ich grad nicht richtig klar nim Kopf bin da ich eben erst von der Überraschungsparty gekommen bin und wirklich versuche gut zu schreibenm bekomm ich es mit sicherheit nict wirklich hin! Embarassed Smile

Aber das du es echt schon hinbekommen hast das überrraschgt mich echt und ich kann es gar ned in Worte fassen wie froh ich bin das du diese FF geüostet hast. flowers

DANKE; DANKE; DANKE Süße und ich freu mich echt wahnsinnig auf diese FF. Und noch mehr freue iohc mich auf due Fortsetztung. Also her damit ... HER DAMIT sonst: ichdrehgleichdurch

Ganz liebe Grüße und gaaanz dicken Knutscha.
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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Di März 26 2013, 09:10

So eine Überraschung hätte ich auch gerne zu meinem Geburtstag. Aber gut, ich werde still vor mich hinleiden, weil ich nicht der Empfänger bin und beneide dich, liebste Butterfly dafür umso mehr.

Ja, wenn unsere Katha nur nicht wäre. Die Geschichte verspricht spannend und sehr unterhaltsam zu werden ...

Ich freu mich auf mehr.

LG, Mini

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BeitragThema: "2"   Di März 26 2013, 09:22

Da, geht es auch schon weiter, wenn auch in der Vergangenheit Cool .
Und, Butterfly? Wie geht es dir? Nach deiner Nachricht von heute Morgen, könnte ich mir vorstellen, dass es da leichte Unstimmigkeiten gibt. ...
***************************************

Es war kurz vor Weihnachten passiert. Anna hatte den Auftrag bekommen den Weihnachtsbaum im Atelier zu schmücken, und sie war, wie eigentlich nicht verwunderlich, nicht besonders erbaut davon gewesen. Sie hatte gerade ihren Mann verloren, und sollte sich nun mit diesen Traditionen für das „Fest der Liebe“ aufhalten. Sie empfand es geradezu als Hohn, oder eher als eine Provokation, als sie von Tom Lanford, dem Junior-Chef des Hauses, dazu abgestellt wurde. Und hätte das nicht schon ausgereicht, kam noch hinzu, dass sie eine besondere Art des Baumschmucks verwenden sollte. Als sie die Kisten öffneten konnte sie nämlich Glaskugeln ersehen, die das Markenzeichen ihres eigenen Labels beheimateten. Ja, sie hatte es kurz zuvor an Lanford verkauft, und ja, sie es freiwillig getan, da sie es selbst nicht weiter führen wollte, aber trotzdem traf es sie, das Lanford ihre neueste Errungenschaft auf solche Weise präsentieren wollte. Wäre sie ein Wasserkessel gewesen, hätte es wohl laut gepfiffen, bei der Wut, die heiß in ihr kochte und stürmisch aus ihr heraus drängte. Auf jeden Fall war sie in das Büro ihres Chefs gestürmt und hatte ihm die Hölle heiß gemacht. Lautstark und mit giftigen Blicken, die einen Elefanten hätte töten können.
Tom Lanford hatte anfangs erstaunlich ruhig reagiert, vermutlich weil er viel zu perplex war, dass ihn diese Frau so anfuhr. Bislang war sie ihm nämlich, außer mit durchaus beachtlichen Arbeitsergebnissen, nicht weiter aufgefallen. Ganz schön mutig, … aber auch ganz schön unverschämt, schließlich bin ich ihr Chef, war es ihm erst einmal durch den Kopf gegangen, und als sie gar kein Ende fand, war ihm dann doch der Kragen geplatzt. Ebenfalls ziemlich lautstark hatte er ihr klar gemacht, dass er derjenige war, der das Sagen in dieser Firma hatte. Etwas anderes wäre auch völlig gegen seine Natur gewesen. Er war nämlich definitiv nicht der Mensch, der sich von seinen Angestellten auf der Nase rumtanzen ließ. Mit einem weiteren Fluch auf den Lippen, und vermutlich noch vielen wütenden Gedanken im Kopf, hatte sich Anna dann also an die Arbeit gemacht. Was hatte sie auch für eine andere Möglichkeit.
Was sie nicht beabsichtigt hatte, und auch nicht registrierte, war, dass sie mit ihrem Auftritt die Aufmerksamkeit des Tom Lanford auf sich gezogen hatte. Er beobachtete seine junge Angestellte mit verstohlenen Blicken, als sie ihrer Aufgabe nachkam. Anfangs war Anna noch super genervt, und Tom hatte ein wenig Angst davor, dass der Baum schließlich komplett ohne Deko auskommen müsse, weil sie ein Deko-Element nach dem anderen zerdeppern würde. Aber dann wurde sie nach und nach ruhiger, genauer, und letztlich sah es aus, als platziere sie jede Kugel, jede Schleife, und jedes Glöckchen mit viel Bedacht und voller Liebe. Und das Ergebnis konnte sich wirklich sehen lassen. Anfangs beobachtete Tom sie noch mit leichter Belustigung, denn ihr Auftritt hatte ihn wirklich beeindruckt, aber nach und nach erfasste ihn ein Gedanke, der ihn irgendwie nicht mehr loslassen wollte. Bezaubernd, war das Attribut, das sich in seinem Kopf eingenistet hatte, obwohl dieses so gar nicht zu ihrem kurz zuvor hingelegten Auftritt in seinem Büro passte. Da hatte sie nämlich eher Assoziationen eines aufgeplusterten Katers hervorgerufen, der sich mit seinem lauten Fauchen zu verteidigen suchte. Aber vielleicht war es genau diese Gegensätzlichkeit, die Tom faszinierte. Auf jeden Fall ließ er Anna nicht mehr aus den Augen, bis sie nach getaner Arbeit Anstalten machte das Atelier zu verlassen. Gerade als sie ihre Tasche gepackt hatte und Richtung Aufzug strebte, verließ er sein Büro. „Frau Broda, warten sie bitte einen Augenblick.“ Anna, die froh gewesen war, dieser Hölle endlich zu entkommen, war mit genervt rollenden Augen stehen geblieben, und hatte sich, nachdem sie erst einmal tief Luft geholt hatte, mit einem aufgelegten Lächeln zu ihm umgedreht. „Ja, Herr Lanford?“, hatte sie übertrieben freundlich gefragt, und damit ein kleines Schmunzeln auf Toms Gesicht getrieben, was er aber sogleich wieder von selbigem wischte und sie ungerührt ansah. „Frau Broda, ich möchte noch etwas mit ihnen besprechen.“ Anna holte ein weiteres Mal tief Luft und zwang ein erneutes Augenrollen zurück. Sie schaute auf die Uhr. Es war bereits 18:00 Uhr, und sie war die letzte Angestellte, die noch nicht in den Feierabend gegangen war. „Können wir das nicht morgen machen. Ich wollte gerade nach Hause gehen“, fragte sie bissig. Und Tom schüttelte unnachgiebig den Kopf. „Nein, ich möchte das heute noch erledigen. Aber da es schon spät ist, schlage ich vor, wir gehen in die Ego-Bar, damit es ihnen leichter fällt, meine Gesellschaft noch länger zu ertragen.“ Sein Ton war ironisch, machte aber deutlich, dass er keine Widerrede dulden würde. Also wartete Anna bis er seine Jacke geholt hatte, und folgte ihm widerwillig.

Als sie die Egobar betraten, schlug ihnen sofort der Weihnachts-Pop entgegen, dem man in dieser Zeit wohl nirgends entgehen konnte, und Anna stöhnte auf. „Nicht schon wieder dieser Weihnachtskram“, kam es ihr leise über die Lippen und Tom musterte sie einen Moment aufmerksam. „Mögen sie auch einen Mojito?“ fragte er schließlich. Annas Blick traf auf seinen und verharrte dort einen Moment. Überrascht nickte sie ihm zu, also trat er an die Theke, bestellte die Cocktails und bat die Bedienung doch für einige Zeit die Weihnachtsmusik abzustellen. Dann ging er voran an einen kleinen Tisch im oberen Bereich der Bar, und setzte sich. Anna starrte ihm hinterher, bevor sie ihm langsam folgte. Sie sind der Chef, dachte sie bei sich, wunderte sich aber gleichzeitig über seine durchschimmernde Freundlichkeit.
„Wissen sie, ich kann sie gut verstehen. Ich mag Weihnachten auch nicht sonderlich“, sagte er, als sie sich zu ihm gesellt hatte, und Anna betrachtete ihn das erste Mal wirklich intensiv. Warum ist er plötzlich so nett? fragte sie sich, während sie nicht umhin kam, sich einzugestehen, dass er verdammt gut aussah. Vor allem, wenn seine Gesichtszüge nicht so versteinert waren, wie meistens. Holprig setzte sich ein Gespräch in Gang und Anna fühlte sich seltsamerweise schnell wohl mit diesem Mann, den sie kurz zuvor noch hätte auf den Mond schießen können. Er hatte durchblicken lassen, dass er in seinem Leben ebenfalls Erfahrungen gemacht hatte, die ihm die Freude an Weihnachten geraubt hatten, und Anna war berührt gewesen von der Traurigkeit, die sie für einen winzigen Moment spüren konnte. Aber ehe sie nachfragen konnte, was denn passiert war, hatte er schon das Thema gewechselt. Im weiteren Gespräch wurde Anna von dem trockenen Humor Toms überrascht, der ihr gut gefiel und ihm weitere Pluspunkte auf ihrer Sympathieskala sicherte. Immer wieder warf sie ihm verstohlene Blicke zu, und vom Alkohol mehr und mehr enthemmt, ertappte sie sich dabei, wie sie irgendwann auf seine großen, sehr gepflegt wirkenden Hände starrte, und sich vorzustellen begann, wie es sich wohl anfühlen würde, wenn sie ihren Körper berühren würden. Erschrocken über sich selbst, griff sie zu ihrem Cocktail - dem mittlerweile Dritten - und suchte in ihrem hochroten Kopf nach einem unverfänglichen Thema, um die gerade herrschende Stille und ihre verfänglichen Gedanken zu vertreiben. Während sie an ihrem Strohhalm zog, blickte sie über den Rand des Glases zu ihrem Tischnachbarn, und als sie bemerkte, dass er sie ebenfalls ins Visier genommen hatte, und sich ein breites Grinsen scheinbar nur mit Mühe verkneifen konnte, fühlte sie sich wie ein bei einer Missetat erwischt. Oh mein Gott, kann er etwa Gedanken lesen?, stellte sie sich eine überflüssige Frage, ehe sie sich auf den Beginn des Abends konzentrierte. Weihnachten, das war ihr Thema gewesen, und schon schoss es etwas voreilig aus ihr heraus. „Warum genau mögen sie Weihnachten nicht? Was ist passiert?“ Toms Lächeln erstarb in kürzester Zeit. Er starrte sie kurz an, und sagte dann in unterkühltem Tonfall „Ich werde jetzt mal gehen.“ Er stand auf, zahlte und beauftragte die Thekenkraft ihm ein Taxi zu bestellen. Dann kam er zurück zum Tisch, griff nach seiner Jacke und fragte, bereits fertig zum gehen. „Und sie?“ Anna war immer noch total verdattert. Sie hatten sich doch so gut verstanden, warum war er plötzlich wieder so unnahbar. „Ja, äh, … ich geh dann wohl auch“, stotterte sie verlegen. Sie sog den Rest ihres Cocktails aus dem Glas, zog sich schnell ihre Jacke über und versuchte ihm sicheren Schrittes zu folgen, was ihr gar nicht so leicht fiel da der Boden unter ihren Füßen irgendwie zu schwanken schien

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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Di März 26 2013, 11:53

Heiliger ... kann mal jemand die Welt anhalten!? Was für eine Nacht ...

Oioioioi ... booah ist mir übel.

Jajaa ... wenn der Alkohol den Kopf tot macht, dann kommt man manchmal auf ganz außergewöhnliche Gedanken! Smile Wink
Schade das Tom wieder geblockt hat aber ich bin mir ziemlich sicher das es interessant weiter geht! brav

BITTEEE beeildich mit dem nächsten Teil, ich kann es kaum noch erwarten! Smile

Knutscha
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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Di März 26 2013, 13:51

@ Mini
Hey Mini,
du hast ja keinen Geburtstag, von daher .... idontknow

Aber ich hoffe, dass du auch weiterliest, obwohl die Story Butterfly gewidmet ist. Embarassed

@ Butterfly
du hast großes Glück, dass ich den Tag Zuhause verbringe, weil ich mal wieder Krankenschwester-Dienste erfüllen muss. Ansonsten könnte ich dich heute nicht so verwöhnen.

Und was deine Nacht anbelangt. Hört sich an, als könnte man daraus auch eine Geschichte machen. Vielleicht hättest du mir noch ein paar Anregungen geben können. Wink

Aber in der Story geht es ja um Anna und Tom, also mache ich da einfach mal weiter. Schließlich hast du ja Geburtstag. Rolling Eyes

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BeitragThema: "3"   Di März 26 2013, 14:24

Und der dritte kleine Teil. Damit es nicht langweilig wird Wink
********************************************

Vor der Tür der Goldelse blieb Tom plötzlich stehen und betrachtete Anna eingehend, denn er war verwirrt von seinen Empfindungen, die völlig widersprüchlich waren. Einerseits war sein spontaner Aufbruch eine Flucht gewesen. Eine Flucht vor Annas Frage nach seiner Vergangenheit, mit der er sich nicht auseinander setzen, und von der er schon gar nicht erzählen wollte. Aber andererseits, … oder vielleicht auch gerade deshalb, konnte er einen bestimmten Gedanken nicht aus seinem Kopf verbannen. Er wollte ihr näher kommen, wenn auch nur auf eine ganz spezielle Weise, von der er sich Ablenkung, Entspannung und das Gefühl der Lebendigkeit versprach. Als Tom sich wieder aus seiner Gedankenwelt zurückholte, bemerkte er, dass Anna ihn abwartend anschaute. Er schüttelte sich kurz, „Entschuldigung, haben sie was gesagt?“ Anna verzog unverständig das Gesicht. Dieser Typ ist mal echt seltsam, … wenn er auch verdammt schnuckelig aussieht, „Dann noch einen schönen Abend“, wiederholte sie ihre Floskel, denn eigentlich wusste sie nicht, ob sie ihm nicht eher was ganz anderes wünschen sollte. Erst zwang er sie diesen blöden Baum zu schmücken, dann lockte er sie unter einem Vorwand mit in diese Bar, denn über Geschäftliches hatten sie nicht geredet. Ganz im Gegenteil war er, so fast privat, sogar sehr nett gewesen, ... nur um sie plötzlich stehen zu lassen, und jetzt … ? Wo war er jetzt mit seinen Gedanken? Wie er sie betrachtete, sie erneut von oben bis unten abscannte, ließ ihr einen erregenden Schauer über den Rücken laufen. Er setzte zu Sprechen an, zögerte dann aber doch nochmal einen Moment. Anna wartete angespannt. Was hatte er vor? „Wenn ich ehrlich bin, habe ich eine Idee, wie der Abend in der Tat noch sehr schön werden könnte“, sagte er mit einem anzüglichen Lächeln, und Anna trat völlig perplex einen Schritt zurück. Einen Moment verlor sie das Gleichgewicht, und musste sich erst mal wieder fangen. Als sie ihre Standfestigkeit schließlich zurück erlangt hatte, und sich wieder sicher fühlte, kniff sie die Augen zusammen und legte den Kopf schief. Hat er das wirklich gerade gesagt, … und meint er das, was ich denke? Sie kam ihm näher und musterte ihn von unten herauf. „Haben sie mir gerade ein unanständiges Angebot unterbreitet?“, fragte sie zweifelnd, während ihre Augenbrauen in die Höhe wanderten. Tom hob die Schultern und ließ keck eine Augenbraue in die Höhe zucken. Anna richtete sich wieder auf, und sortierte ihre wirren Gedanken. Sie fand seine Idee erstaunlicherweise sehr verführerisch. Sie hatte, seit Jonas gestorben war, keinen Mann mehr an sich heran gelassen, und sie war schließlich auch nur eine Frau. Aber wollte sie das wirklich? Mit ihrem Chef in die Kiste steigen? … Es dauerte nicht lange, bis sie zu einem Entschluss kam. Ja, wenn sie ehrlich mit sich war, hatte sie tatsächlich Lust auf ein sinnliches Erlebnis mit diesem gut gebauten Exemplar der männlichen Gattung, aber …
Tom wartete mit erwartungsvollem Blick auf ihre Entscheidung. Sie hatte ihm noch keine gescheuert, was er ihr nach ihrem nachmittäglichen Wutausbruch durchaus zugetraut hätte, und sie hatte auch nicht direkt abgelehnt, also dachte sie scheinbar tatsächlich über sein Angebot nach, was sein Herz aufgeregt schlagen ließ. Anna beugte sich erneut ein Stück vor. „Ähm, also … ich bin ja ungebunden, und es interessiert keinen was ich so treibe, aber … na ja, es geht mich ja eigentlich nichts an, … aber sind sie nicht liiert?“ fragte sie skeptisch. Toms Lippen zuckten amüsiert als er antwortete „Das lassen sie einfach meine Sorge sein.“ In diesem Moment öffnete sich die Fahrertür des Taxis, das wartend am Straßenrand stand. „Was ist jetzt, fahren sie mit?“ Tom warf ihm einen kurzen Blick zu. „Augenblick noch.“ Dann wendete er sich wieder Anna zu, „Und? Begleiten sie mich?“ Annas Blick flog zwischen Taxi und Tom hin und her, sollte sie wirklich mit ihm in dieses Taxi steigen? Es kribbelte aufregend in ihr, und sie konnte der Versuchung nicht widerstehen. „Ich hätte da aber noch eine, nee, eigentlich zwei Bedingungen“, bremste sie ihre eigene alkoholgeschwängerte Euphorie zumindest ein bisschen. Tom legte seine Hand auf ihren Rücken und schob sie mit sanftem Druck Richtung Taxi. „Darüber können wir ja im Taxi verhandeln. Wir werden uns bestimmt einig“, sagte er mit leichtem Spott in der Stimme, und schon saßen sie gemeinsam auf der Rücksitzbank des Autos. Als sich das Taxi in Bewegung gesetzt hatte, schlug ihr das Herz bis zum Hals. Sie konnte kaum glauben, was sie da tat. Verstohlen blickte sie zu ihrem Nachbarn hinüber, und stellte fest, dass er sie aus seinen faszinierenden blauen Augen anstrahlte. „Und?“ fragte er auffordernd und Anna verzog verwirrt das Gesicht. Jetzt beugte sich Tom näher zu ihr und sein Blick nahm an Intensität zu, was ihr den nächsten Schauer über den Rücken jagte. „Welche Bedingungen haben sie?“ fragte er verführerisch. Anna riss die Augen auf. Ah ja, da war ja was. „Sie zog sich, soweit es die Weiten des Autos zuließen, zurück und sagte bestimmt. „Ich werde sie nicht küssen, … also auf den Mund, meine ich.“ Tom nickte mit hochgezogenen Brauen, und antwortete mit einem lang gezogenen „Okaaayy. … Warum nicht, wenn ich fragen darf?“ Anna sah für einen kurzen Moment beiseite. Weil ich Jonas geküsst habe, ging es ihr wehmütig durch den Kopf, aber mit diesen Gedanken wollte sie sich jetzt nicht beschäftigen, schließlich ging es gerade darum, dass sie endlich mal wieder ein bisschen Spaß hatte – zu ihren Bedingungen. Dann sah sie Tom direkt in die Augen, „Weil ich ohne Gefühle nicht küssen will. Und da ich sie nicht liebe …“ Sie sah ihn herausfordernd an. Würde er das akzeptieren?
Na ja, das war zwar ungewöhnlich für Tom, aber gut, damit konnte er leben. Er schob seine Lippen vor und nickte. „Guuut! … Und zweitens?“ „Es geht nur um ein bisschen Spaß. Ich bleibe Frau Broda und sie Herr Lanford. Immerhin sind sie mein Chef.“ Tom nickte auch dazu, er wollt ja sowieso keine Beziehung mit ihr, sondern ebenso wie sie, lediglich ein bisschen Spaß. „Also sind wir uns einig, keine Küsse, sie sind und bleiben Frau Broda, und es geht nur um ein bisschen Spaß“, fasste er zusammen. In seinen Augen erschien ein Blitzen, das Annas aufgekommene Erleichterung vertrieb und ihre Aufregung stetig in die Höhe steigen ließ.

Und so war es dazu gekokmmen, dass Anna und Tom kurze Zeit später gemeinsam in Toms Wohnung standen.
Tom ließ lüstern seine Blicke über die kleine Blondine streifen, und lächelte voller Vorfreude. Er war sich nämlich ziemlich sicher, dass er die nächsten Stunden genießen würde. Langsam trat er auf sie zu, und im Normalfall hätte er sie jetzt wohl erst einmal in den Arm genommen und sich über einen vorsichtigen Kuss angenähert. Aber da er das ja nicht durfte, schob er sogleich seine Hände unter ihr Shirt. Er spürte ihre weiche, warme Haut unter seinen Fingern, und es erregte ihn in solcher Weise, dass er forsch voran schritt. Er zog Anna eilig das Stück Stoff vom Leib und legte direkt seine Lippen auf ihren Hals um sie von dort über ihre Schultern gleiten zu lassen. Gleichzeitig schob er Anna entschlossen Richtung Schlafzimmer. Anna, die nach dem Treppenaufstieg zu seiner Wohnung, reichlich Probleme mit ihrer körperlichen Verfassung hatte, und gerade versucht, die drehende Welt wieder zum Stehen zu bringen, registrierte seine Vorstoß mit leichter Verzögerung, ließ sich dann aber gerne von ihm führen.
Es dauerte nicht lange, bis sie beide völlig entkleidet auf seinem Bett lagen. Tom schaffte es recht schnell Anna leise Seufzer und Stöhner zu entlocken, was das männliche Ego in ihm stolz die Brust schwellen ließ. Er genoss es diese Frau zu verwöhnen, die mit ihren sinnlichen Rundungen und ihrer weichen Haut auch geradezu dazu einlud, und zusätzlich musste er erkennen, dass auch sie erstaunlich überzeugende Argumente hatte, Gefühle in ihm herauf zu beschwören, die er seit Jahren nicht mehr empfunden hatte. Man konnte wohl sagen, dass die nächsten Stunden für beide anwesenden Personen, von schönen Empfindungen und sehr befriedigenden Momenten erfüllt waren.

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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Di März 26 2013, 16:27

Yaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaj ... und weiter geht's! Very Happy

Ein echt klasse Teil ... GROOOOßE LUST AUF MEEEEEEHHHRRR!!!! ichdrehgleichdurch

Bin soo gespannt wie es weiter geht. Bitte lass mich nicht zu lange warten! YouRock

Knutsch
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BeitragThema: "4"   Di März 26 2013, 18:06

Und hier der vierte Teil.
Weiter geht es dann aber erst später. Jetzt muss ich mich nämlich erst einmal um viele andere Dinge kümmern, Sorry.
*****************************

Danach ging das Leben weiter wie zuvor. Anna und Tom gingen sich eine Weile aus dem Weg, na ja, so gut das eben ging wenn man in der gleichen Firma arbeitete. Aber nach und nach änderte sich was. Immer öfter gerieten sie an einander. Immer öfter schallten ihre lauten Stimmen durchs Atelier oder aus Toms Büro. Und immer öfter hielten Annas Kollegen ängstlich die Luft an. Sie sprachen Anna darauf an, und mahnten sie, sich doch ein wenig zurück zu halten, da es doch immerhin der Geschäftsführer Lanfords war, dem sie ständig Widerworte gab. Aber sie zuckte nur ungerührt mit den Schultern. „Dann soll er mich doch rausschmeißen“, war stets ihre Antwort, und die anderen gewöhnten sich langsam an die seltsame Beziehung der Beiden. Denn erstaunlicherweise passierte Anna nichts, obwohl andere Mitarbeiter schon für viel weniger gekündigt worden waren. Was sie nicht wussten, war, dass diese Streitereien häufig der Auftakt dafür waren, dass sich die beiden Streithähne wiedertrafen. Nicht um zu kämpfen, sondern um sich nah zu sein. Obwohl, … vielleicht war es auch nur ein anderer Weg, um ihre Vorherrschaft zu klären.
Es gab niemals Absprachen, oder heimliche Verabredungen zwischen ihnen, aber einer von Beiden ergriff immer wieder die Initiative. Zum Beispiel bekam Anna soviel Arbeit aufgebrummt, dass sie abends, wie zufällig die Letzte war, die sich gemeinsam mit Tom im Atelier aufhielt, oder sie hatte irgendwelche Unterlagen vergessen, die sie ihm dann noch dringend nach Hause bringen musste. Und wenn sie dann mit profisioneller Distanz vor einander standen, ganz alleine wohlgemerkt, und sich tief in die Augen sahen, passierte es. Sie rissen sich die Klamotten mehr oder weniger schnell vom Leib und liebten sich – ohne sich zu küssen. Sie verwöhnten sich mal zärtlich, mal provokativ, aber immer voller Leidenschaft, und beide genossen diese ausgefüllten Stunden, die sie gemeinsam verbrachten. Und heute war wieder so ein Abend, obwohl dieses Mal keiner von Beiden ihre Zusammenkunft geplant hatte. Ganz im Gegenteil.

Tom hatte am Nachmittag die Firma verlassen, war aber später wieder gekommen, da ihn die Leere in seiner Wohnung quälte. Also war er zu einer Zeit, in der man in der Regel alleine im Atelier war, an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt, um sich mit Arbeit von seiner inneren Zerrissenheit abzulenken. Zu tun gab es für ihn immer genug. Heute überprüfte er die Quartalszahlen und stellte die Kalkulation für die nächste Werbekampagne auf, und nun saß er in seinem Büro und rieb sich müde über sein Gesicht. Er war erschöpft, was einerseits an seinen vielen Arbeitsstunden lag, aber wohl hauptsächlich darin begründet war, dass ihn die letzten Wochen emotional sehr gefordert hatten. Sein Blick glitt durch die Glaswand, die sein Büro vom Atelier trennte, zu einem unbesetztem Schreibtisch, und ein gequältes Lächeln erschien auf seinen Lippen. Er hatte Sehnsucht, verzehrte sich nach der jungen blonden Frau, die er dort während des Tages ersehen konnte. Er hatte sich seine Gefühle lange nicht eingestehen wollen, hatte sich selbst mit der Begründung, dass sie einfach gut im Bett war, abgespeißt, bis es ihm bei ihrem letzten intimen Beisammensein wie Schuppen von den Augen gefallen war. Er hatte sich tatsächlich verliebt. In Anna Broda. Er hatte bei ihrem letzten Stelldichein einen kaum aufzuhaltenden inneren Drang verspürt sie zu küssen, sie festzuhalten und nie wieder los zu lassen, dass er es einfach nicht mehr verleugnen konnte, und irgendwie auch nicht mehr wollte. Die Zeit der Spielchen, der Begegnungen, während denen sie nur ein bisschen Spaß miteinander hatten, waren für ihn vorbei. Seither fiel es ihm unendlich schwer sie täglich zu sehen, und sie gleichzeitig zu übersehen. Denn das waren die Regeln. Sie hatten nur ein bisschen Spaß, waren aber weiterhin Frau Broda und er Herr Lanford. Er versuchte jetzt seit zwei Wochen ihr aus dem Weg zu gehen, sie möglichst links liegen zu lassen. Aber das mit dem links liegen lassen war genau sein Problem. Links von ihm befand sich ihr Schreibtisch, und natürlich schaffte er es nicht, sie nicht immer wieder heimlich zu beobachten. Und jedes Mal spürte er seine Sehnsucht ein wenig mehr.
Und heute war es dann mal wieder soweit gewesen. Er hatte Frau Broda gebeten, sich etwas für eine Fotostrecke der neuen Kollektion auszudenken, und sie hatte sich schlichtweg geweigert. Ok, sie hatte nicht ganz unrecht, dass für diese Aufgabe eigentlich das Marketing zuständig war, aber sowohl er, als auch sein Vater wussten mittlerweile sehr genau, welches Juwel sie in ihr gefunden hatte. Sie war einfach gut, bestacht durch ihre erfrischende Kreativität und ihre direkte und emotionsgeladene Art, auch wenn sie selbst meinte, sie verstecke sich erfolgreich hinter dieser abgebrühten Fassade, mit der sie sich offensichtlich vor der Welt schützen wollte. Sie hatten sich angebrüllt, sich wütend angefunkelt, und am liebsten wäre Tom über seinen Schreibtisch gesprungen und hätte sie mit einem leidenschaftlichen Kuss nieder gerungen. Aber da das wohl jeglichen professionellen, wie auch privaten Abmachungen widersprochen hätte, hatte er, um sich selbst zu schützen und die Situation zu retten, letztlich klein bei gegeben. Etwas, was normalerweise nicht passierte, immerhin war er der Chef.

Tom schüttelte, den Blick immer noch auf den leeren Schreibtisch gerichtet, den Kopf. Wie soll das nur weitergehen mit mir? fragte er sich. Vielleicht sollte ich den nächsten Streit zum Anlass nehmen und sie wirklich rausschmeißen, überlegte er weiter. Denn er war sich ziemlich sicher, dass es ihm besser gehen würde, wenn sie erstmal aus seinem Blickfeld verschwunden wäre. Aber kann ich ihr das antun? Kann ich mir das antun? Nur, weil ich Gefühle für sie babe? Dann würde ich sie gar nicht mehr sehen, ... und fair wäre das nicht, ging es ihm durch den Kopf, aber er wusste sich einfach keinen Rat. Er wusste nur, so würde er es nicht mehr lange aushalten.
Jahrelang hatte er sich keine Gefühle gegönnt, hatte jede Empfindung unterdrückt, um sich selbst zu schützen, um ja nicht noch einmal in eine Situation zu geraten, die ihn damals, nach dem plötzlichen Verlust seiner Frau, fast zu Tode gerungen hätte. Und jetzt? Sollte er sich seinen Gefühlen stellen und um sie kämpfen, oder sie doch … . Er mochte den Gedanken gar nicht zu Ende denken. Aber da Anna nicht ein einziges Mal hatte durchblicken lassen, dass sich irgendetwas an ihrer Einstellung zu ihm geändert hatte, gab es wohl keine andere Lösung. Er musste eine klare Grenze zwischen sich und Anna ziehen, sie am besten aus seinem Leben verbannen.
Genau in diesem Moment seiner gedanklichen Auseinandersetzung fiel ihm plötzlich auf, dass der Schreibtisch zwar verwaist, aber nicht aufgeräumt war. Und bei einer genaueren Betrachtung der Szenerie, sah er, dass hinter der Ecke des Tisches ihre Tasche hervorlugte. Anna war also noch da, und sie waren ganz alleine. Sogleich fühlte er, wie sich dieses Kribbeln in seinem Körper ausbreitete, was er immer spürte, wenn er wusste, dass Anna in der Nähe war, und was ihn so langsam völlig verrückt werden ließ. Verdammt, so geht es nicht weiter, entschied er kurz entschlossen und rief seine Freundin Carla an. Sie würde ihm helfen.
Nach Beendigung des Telefonats, schmiss er, zufrieden mit sich, aber gleichzeitig völlig gefrustet von der Situation, mit einem Fluchen das Handy auf den Tisch. Gleichzeitig realisierte er aus den Augenwinkeln, dass sich vor der Glasfront etwas tat. Sein Kopf schoss erschrocken herum. Da stand sie. Anna.
Schnell stand er auf und begab sich auf die andere Seite seines Büros, wo sie ihn nicht direkt ersehen konnte, falls sie einen Blick in sein Büro werfen würde. Dann verharrte er in ihrer Betrachtung. Er wollte es einen kleinen Moment einfach genießen, sie zu sehen, und konnte er auch nur ihre Rückansicht bewundern, reichte diese aus, um ihm deutlich vor Augen zu führen, wie sehr er sich wünschte, dass alles anders wäre. Als Anna schließlich ans Fenster hinter ihrem Schreibtisch heran trat, stand er auf und atmete tief durch. Er musste es tun, um es nicht noch Schlimmer zu machen, sich nicht noch mehr Qualen aufzuerlegen.

Leise verließ er sein Büro und trat lautlos ins Atelier. In einigen Metern Entfernung zu Anna, lieb er stehen und ließ erneut seine Augen über ihre zierliche Figur gleiten, und seine Gefühle spielten alleine bei ihrem Anblick völlig verrückt. Oder war es die Position des heimlichen und unbemerkten Beobachters, die es so aufregend erscheinen ließ. Er wusste es nicht, versuchte aber dagegen anzukämpfen. Er musste damit aufhören; und sie aus seinen Gedanken und Gefühlen verbannen. Halbwegs entschlossen ging er also weiter, umrundete ihren Schreibtisch, und stellte sich genau hinter sie. Durch die spiegelnde Fensterfront sah er, dass Anna die Augen geschlossen hielt und ein leichtes Lächeln ihre Lippen umspielte. Spontan fragte er sich, ob sie vielleicht an ihn dachte, doch schnell holte ihn die die Ernüchterung ein, dass nicht er der
Mann war, der ihre Gedanken und Gefühle fesselte, sondern ihr verstorbener Ehemann. Er wusste, wie lange es dauern konnte sich aus diesen Fesseln zu lösen, sich frei zu machen für eine Zukunft, für eine neue Liebe. Er hatte es schließlich am eigenen Leibe gespürt. Er hatte jeden ausgelacht, der Sprüche wie, „Die Zeit heilt alle Wunden.“ oder „Das Leben hält estimmt auch für dich eine neue Liebe bereit.“ zitiert hatte. Und erst dann war er einer Frau begegnet, die ihn Lügen strafte. Anna, diese kleine Blondine, die dort unweit vor ihm stand, zum Greifen nah, hatte ihn erfahren lassen, dass es da doch noch Empfindungen und Gefühle in ihm gab, die er eigentlich für abgestorben gehalten hatte.
Tom trat, entgegen seines Vorhabens, einen weiteren Schritt an Anna heran. Er stand jetzt ganz dicht hinter ihr. Er spürte, wie sich die Wärme zwischen ihren Körpern staute, und sog ihren Duft ein, den er mit so vielen schönen Stunden verband. Und dann hörte er plötzlich ihre Stimme. „Guten Abend Herr Lanford“, sagte Anna, und öffnete mit kurzer Verzögerung die Augen. Sie hatte irgendwie gespürt, dass sie von ihm beobachtet worden war, und auch wenn er das Gefühl gehabt hatte, sich lautlos zu ihr gesellt zu haben, hatte sie ihn vernommen. Spätestens in dem Moment, als sie sein herbes Männerparfüm gerochen hatte, und die Wärme in ihrem Rücken deutlich geworden war, wusste sie mit Gewissheit, dass er da war. Ganz nah bei ihr. Sie sah ihn durch die Glasscheibe an, drehte sich aber nicht um. Sie stand einfach reglos da und schaute ihn an. Tom fühlte sich ertappt, aber auch völlig gefesselt von ihr. „Hallo Frau Broda“, gab er so neutral, wie es ihm in seiner Verfassung möglich war, zurück. In Anna wütete derweil ein wilder Sturm. Sie wollte, dass er sie berührte, dass er sie liebkoste, aber sie wollte sich nicht anbiedern. Die Gewissheit, dass er zu ihr gekommen war, musste erst einmal reichen, und sie hoffte sehr, dass die Geißelung des Abwartens belohnt würde.

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Zuletzt von katha am Di März 26 2013, 23:37 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Di März 26 2013, 19:21

OOOOOOOOOOOOhhhhhh ... wie toll, wie toll, WIE TOOOOOOLL!!! Very Happy Very Happy Very Happy

Das ist so schön, dass aus einer Affäre doch noch Gefühle entwickelt werden. Embarassed Ich hoffe nur nicht das wenn gleich irgendwas passieren sollte, dass Carla die Pute nicht reinplatzt und alles zerstört. aufdiemütze

Das ist soooooo schön geschrieben, die beide geben so ein schönes Pärchen ab ... wenn auch noch nicht ganz! Wink

Freue mich riesig auf die Fortsetzung! banana

Knutscha
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katha

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BeitragThema: "5"   Di März 26 2013, 22:03

Juchu Butterfly, ich hoffe, du bist noch wach, damit du auch den Rest der Story noch an deinem Geburtstag lesen kannst.
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Gebannt beobachtete Anna ihn in dem spiegelnden Glas, und war trotzdem überrascht, als sie plötzlich seine Hände auf ihrer Hüfte spürte. Sie blieben einen Moment dort liegen, ehe sie sanft ihren Rücken hinauffuhren, und Anna atmete innerlich auf.
Tom hatte sich einfach nicht zurückhalten können. Ein letztes Mal noch, ging es ihm durch den Kopf, ein letztes Mal will ich sie noch spüren. Seine Hände hatten sich einfach verselbständigt, und jetzt, wo er sie berührt hatte, gab es kein zurück mehr. Er schob ihre Haare beiseite, und strich ihr zart am Hals entlang, ehe er seine Lippen sanft in ihren Nacken legte. Er küsste sie, knabberte an ihrer weichen Haut, und ließ gleichzeitig seine Hände unter ihren Pullover gleiten. Der Kontakt mit ihrer weichen Haut, ihr Geruch, der ihm das Hirn vernebelte und das leise Seufzen, dass Anna entglitt, als seine Hände auf den glatten Stoff ihres BHs trafen, ließ ihn erschaudern, und zusätzlich spüren, dass seine Hose viel zu eng war. Anna hatte sich gegen ihn gelehnt und genoss mit geschlossenen Augen seine Liebkosungen. Endlich fühlte sie es wieder, und es fühlte sich so verdammt gut an. Die Geborgenheit und die gleichzeitige Erregung, die er bei ihr auslöste übermannten sie förmlich. Sie drehte sich zu ihm und strich sogleich mit ihren Händen über seinen Hosenbund. Sie sah Tom direkt in die Augen, als sie sich auch schon an seinem Gürtel zuschaffen machte. Sein Blick sagte mehr, als viele Worte. Er begehrte sie, war voller Leidenschaft und Verlangen, und alleine dieses Blitzen in seinen Augen ließ ihren Herzschlag kurz aussetzen, nur um anschließend in hektischen Takt voran zu schreiten. Tom zog Anna ihren Pullover aus und sog scharf die Luft ein, als sich ihre Hände unter den Stoff seiner Hose schoben. Kurz schoss ihm durch den Kopf, dass sie es noch nie so eilig gehabt hatten, und dass sie mitten im Atelier standen, welches jederzeit von anderen Personen betreten werden konnte, aber dann lösten sich seine Gedanken auch schon in Luft auf. Er gab sich der süßen Qual hin, die Anna ihm bereitete und versuchte gleichzeitig den Verschluss ihres BHs zu öffnen, was ihm unter den gegebenen Umständen reichlich schwer fiel. Als er es doch geschafft hatte, glitten seine Hände unaufhörlich über ihre warme Haut, umfassten die weichen Rundungen ihrer Brüste und rieben sich an ihren Brustwarzen, die sich ihm hart entgegen reckten und als er es kaum noch ertragen konnte, was sie ihm für Gefühle entlockte, packte er sie und hob sie hoch. Er schaute ihr nun geradewegs in die Augen, und er fühlte erneut dieses Verlangen nach mehr. Nach mehr, als ein bisschen Spaß. Er hätte sie so gerne geküsst, ihre Lippen gekostet, ihre Zunge gesucht, und ihr zärtliche Worte ins Ohr geflüstert, aber er wusste, dass er das nicht durfte. Also löste er seine Augen aus ihren und schenkte seine Aufmerksamkeit ihrem Körper. Er küsste ihren Hals und kratzte mit seinen Zähnen über die zarte Haut hinter ihren Ohren, als er sie zum Konferenztisch trug und dort absetzte. Anna hatte ihre Hände unter seinen Pulli gleiten lassen und zerrte ihn von seinem Oberkörper. Sofort streichelte sie über seine breiten Schultern, küsste seinen Hals und wendete sich schließlich seiner muskulösen Brust zu, die sie jedes Mal aufs neue faszinierte. Sie knabberten an seinen Brustwarzen, während sie seine Hose hinab schob, und als Tom Anstalten machte, ihre Hose zu öffnen, schob sie ihn entschlossen ein Stück zurück, um sich kurz hinzustellen. Sie wartete, bis sie ebenfalls die Hose in ihren Kniekehlen hängen hatte. Dann setzte sie sich wieder auf die Tischkante und zog ihn zu sich. Sie wollte ihn spüren, jetzt sofort, denn die aufgestaute Sehnsucht in ihr, forderte ihr Recht. Tom folgte ihrer Aufforderung sofort, und nur kurze Zeit später fühlte Anna schon die Erlösung. Er drang in sie ein, und Anna spürte ihn endlich wieder. Sie stöhnte laut auf, als er ihren Hintern umfasste und sich an sie drängte. Er nahm sie. Zuerst sanft und vorsichtig, doch schnell wurde er stürmischer. Ihre Hände und Lippen, die er heiß auf seinem Oberkörper fühlte, trieben ihn an, und so sorgte er dafür, dass er und auch Anna sich bereits einige Minuten später in den Sphären der völligen Schwerelosigkeit wiederfanden.

Es war wahrlich ein kurzes Intermezzo gewesen, dem sich Anna und Tom da voller Leidenschaft hingegeben hatten, aber offensichtlich hatte es sie beide danach gedrängt. Fast ein wenig verlegen lösten sie sich schließlich schwer atmend von einander. Sie hatten, bis auf ihre Begrüßung, kein Wort miteinander gewechselt, und auch jetzt fielen ihnen keine Worte ein, die passend gewesen wären. Also suchten jeder für sich seine Klamotten zusammen und zog sich wieder an. Erst dann wendeten sie sich wieder dem anderen zu, und standen plötzlich vor einander, wie zwei Teenager, die es das erste Mal mit einander getrieben hatten, und nicht damit umgehen konnten. Tom war völlig überfordert. Seine Gedanken rotierten in seinem Kopf wie ein Karussell, und er versuchte sich darauf zu besinnen, was er in seinem Büro beschlossen hatte. Es fiel ihm unglaublich schwer, hatte ihm die gerade erlebte Situation doch noch einmal vor Augen geführt, wie sehr er sie begehrte. Sein Verstand versuchte Anna darauf zu reduzieren, dass sie ihm in den letzten Monaten ein mehr als befriedigendes Sexualleben garantiert hatte, aber gleichzeitig wusste er, dass es mehr war. Viel mehr. Er fühlte sich bei ihr lebendig und gleichzeitig geborgen, ... und sie hatte ihn raus aus seiner eigenen Isolation geholt und ihn zurück ins Leben geführt. Trotzdem musste er diese Liaison beenden, denn er wusste, dass er sich spätestens fünf Minuten, nachdem sie gegangen war, nur noch schrecklich einsam fühlen würde – bis zu ihrem nächsten Zusammentreffen. Er würde sich wissentlich immer wieder selber quälen, wenn er es nicht schaffte diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Tom schloss einen Moment die Augen und trat sich gedanklich selbst in den Hintern. Jetzt mach schon. Beende es! schrie ihm die Stimme der Vernunft entgegen, die vermutlich, weil sie gerade für einige Zeit völlig ignoriert worden war, nach ihrer Vorherrschaft suchte. Und Tom hörte auf sie.
Er sah Anna, die ebenfalls nicht ganz glücklich aussah, in die Augen. Er griff nach ihren Händen, eine Geste, in dieser Situation nahezu grotesk war, und begann zu sprechen. „Anna, das gerade, das …“ Er stockte und dachte, war wie immer ganz wunderbar, ... genauso wie du ganz wunderbar bist, obwohl er eigentlich sagen wollte, dass es das letzte Mal gewesen war, dass sie sich zu einem bisschen Spaß getroffen hatten.
Das erste Mal hatte er ihren Namen ausgesprochen, nicht dieses förmliche und distanzierte Frau Broda benutzt, und Anna, die ihn aufmerksam beobachtete, erkannte die Qual in seinen Augen. Erschrocken realisierte sie, was hier gleich vonstatten gehen würde, und sie spürte, wie es in ihr rumorte. Nein, tu das nicht, flehte sie innerlich. Was konnte sie nur tun, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen? Sie versank in seinem verletzlichem Blick, der sie mehr berührte, als jeder sexuelle Kontakt, den er mit ihm gehabt hatte, und auch Tom verlor sich in dem Grün ihrer weit aufgerissenen Augen. Die Welt schien für einen Moment zum Stillstand gekommen zu sein. Sie waren sich nie näher gewesen, als in diesem Augenblick. Anna löste sich aus Toms Blick und tastete mit ihren Augen seine Gesichtszüge ab, bis sie schließlich an seinen sinnlichen Lippen hängen blieb. Ihr Herz klopfte bis zum Hals, und sie spürte ihren kaum aufzuhaltenden Drang diese wohlgeformten Lippen zu berühren, und ihre Wärme zu spüren. Ihre Zunge blitzte für einen kurzen Moment zwischen ihren Lippen auf und feuchtete sie an, ehe sie wieder in seine Augen sah. Sie trat einen kleinen Schritt auf ihn zu, doch bevor sie ihm noch näher kommen konnte, wurde sie von einem leisen „Pling“ aus dem vorderen Teil des Ateliers abgelenkt.
Tom hatte mit starrem Blick vor ihr gestanden, und sie beobachtet, während sein Herz die maximale Belastungsgrenze suchte. Sie will mich küssen, war es ihm durch den Kopf gegangen, und er spürte, wie ihm die Knie weich wurden. Aber dann hatte sich der verzauberte Moment auch schon in Luft aufgelöst. Er beobachtete sie immer noch, als sie an ihm vorbei sah. Schnell trat Anna einen Schritt zurück, löste ihre Hände aus den seinen und sagte mit leiser Stimme, „Wir bekommen wohl Besuch.“ Sie drehte Tom den Rücken zu und holte tief Luft. Was war das denn? Ich hätte ihn fast geküsst? schoss es ihr durch den Kopf. Sie war völlig verwirrt und gleichzeitig zutiefst enttäuscht, dass es nicht dazu gekommen war. Aber als sie die klackernden Schritte von sich nähernden Absatzschuhen vernahm, versuchte sie alle Empfindungen und verwirrenden Gedanken beiseite zu schieben. Sie wendete sich wieder Tom zu und sagte in neutralem Ton. „Dann haben wir ja alles besprochen Herr Lanford“. Einen kurzen Moment streifte sie nochmal seine blauen Augen, die immer noch auf ihre lagen, und ging dann an ihm vorbei zu ihrem Schreibtisch. Sogleich zog sich ihr Herz schmerzhaft zusammen, als sie den störenden Eindringling erkannte. Es war Carla, die gerade das Atelier betreten hatte. Das hast du wohl total vergessen. Er hat eine Freundin, du doofe Kuh. Hast du etwa gedacht, er empfindet etwas für dich? schimpfte Anna mit sich. Sie nickte Carla kurz zu, und beobachtete dann verstohlen, wie ihre Kollegin mit einem Lächeln auf den Lippen an ihr vorbei auf Tom zuging. „Hallo Tom, da bist du ja. Ich wollte dich abholen.“ Er drehte sich erst jetzt zu ihr um, und lächelte sie an. „Hallo, ich habe schon auf dich gewartet“, sagte er, wenn auch nicht ganz überzeugend. Er warf Anna, in der durch seine Worte gerade ein Schwelbrand in Gang gesetzt worden war, einen kurzen Blick zu. Dann nahm er Carla in den Arm, drückte ihr einen kurzen Kuss auf die Lippen und flüsterte ihr etwas ins Ohr, bevor sie sich mit vertrautem Einvernehmen anlächelten.

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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Di März 26 2013, 22:14

NAATÜÜÜRLICH ... so einmahlige Gelegenheit eine Kurz FF an einem Tag zu lesen, lasse ich mir doch nicht entgehen! Wink

Ahh Supi ... der nächste Teil ist auch schon da, dann kann ich mich ja schön ins Bettchen kuscheln und gemütlich lesen ... Ilikeit
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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Di März 26 2013, 22:56

Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeiiinnn ... boooaaah wie ich diese Szenen liebe in denen Carla in einem sooo passendem Moment auftaucht! Evil or Very Mad aufdiemütze

Und dann der Fastkuss ... oooohh maaaann! schmoll

Bitte mach schnell weiter, Kati. Mehr, Habenwollen
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BeitragThema: "6"   Di März 26 2013, 23:35

So, und nun das Letzte. Und tatsächlich, es ist noch Geburtstagszeit!
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Was hat er da gerade gesagt? Er hat schon auf sie gewartet? Er wusste also, dass sie kommt und schiebt noch schnell ein Nümmerchen mit mir? Spinnt er eigentlich total? Anna war tief verletzt von seinen Worten, und zugleich stinkesauer. Doch ehe sie weiter über diese verfluchte Situation nachdenken konnte, wurde ihre Aufmerksamkeit wieder auf Tom gelenkt, denn seine tiefe Stimme ließ sie sofort aufsehen. „Ich bin gleich fertig. Ich muss nur noch schnell den Laptop ausschalten und ein paar Unterlagen einstecken“, sagte er gerade und ging, ohne Anna noch eines Blickes zu würdigen, an ihr vorbei. Bevor er um die Ecke seines Büros bog, wendete er sich nochmal Carla zu und lächelte verschwörerisch. „Und dann können wir in Ruhe über das Verlobungsgeschenk sprechen.“ Anna stockte der Atem. Hatte sie das gerade richtig gehört? Hatte er von Verlobung gesprochen? Der Schwelbrand, wandelte sich, wie durch einen Luftzug animiert, zu einem lodernden Feuer und Anna sah völlig fassungslos hinter ihm her. Erst Carlas Worte, holten sie in die Realität zurück. „Und sie? Wollen sie immer noch nicht Feierabend machen? Haben sie denn niemanden, der auf sie wartet?“ Anna schaute völlig perplex in das freundlich lächelnde Gesicht ihrer Kollegin. Eine passende Antwort kam ihr gerade nicht in den Sinn, aber dafür etwas anderes.
Sie schnaubte wütend, knallte die Mappe, die sie gerade in die Hand genommen hatte, wieder auf den Tisch und ging, ohne Carla weiter zu beachten, energischen Schrittes in Richtung Toms Büro. Sie riss die Tür auf und ließ sie laut hinter sich ins Schloss fallen. Und dann stand sie vor seinem Schreibtisch und suchte bebend vor Wut nach den richtigen Worten. Tom saß hinter selbigem, und hob erstaunt den Kopf. „Frau Broda, gibt es noch was?“ fragte er mit erwartungsvoller Mimik. Anna ballte die Fäuste und holte hektisch Luft, einmal, zweimal und dann schoss es aus ihr heraus. „Sag mal hast du sie noch alle? Was denkst du dir eigentlich? Ja, wir wollten nur ein bisschen Spaß zusammen, aber das gibt dir doch nicht das Recht …“ Sie stockte, denn Tom war aufgestanden, hatte den Schreibtisch umrundet und trat auf sie zu. Verwirrt schaute sie ihn an, und als sie sein Schmunzeln registrierte, rollte die nächste Welle der Entrüstung durch ihren Körper und versuchte aus ihrem Mund hervorzubrechen. „Endlich“, sagte er höchstzufrieden, und verhinderte damit den weiteren Ausbruch Annas. Sie schüttelte sich, versuchte die Situation zu erfassen, was ihr aber nicht gelang. Und dass er mittlerweile direkt vor ihr stand, erleichterte ihren Versuch auch nicht gerade. „Was, endlich?“ fragte sie mit bitterbösem Unterton. Tom lächelte mittlerweile liebevoll zu ihr hinunter und hatte gerade die Hand gehoben um ihre Wange zu berühren. Aber von ihrem Ton aufgehalten, hielt er mitten in der Bewegung inne, und ließ sie wieder fallen. „Du hast mich endlich geduzt.“ Anna war es gar nicht aufgefallen, aber jetzt erschrak sie ein wenig vor sich selbst. Was mache ich hier eigentlich. Ich verstoße gegen meine eigenen Regeln. Ich wollte doch gar keine Beziehung und deshalb ist doch auch alles gut, so wie es ist, versuchte sie wieder klar zu kommen, fragte sich aber sofort, warum sie dann so wütend war. Sie riss sich aus ihren Gedanken, und sah zu Tom auf, der ganz nah vor ihr stand. Viel zu nah. Ihr Herz spielte schon wieder völlig verrückt, und als sich Toms Gesicht dem ihren näherte, war sie nicht in der Lage noch irgendetwas zu denken oder zu tun. Sie starrte ihn mit angehaltenem Atem einfach nur an, und dann passierte es. Sie spürte seine Lippen auf ihrem Mund. Tom schob seine Hände an ihren Hals und küsste sie ganz sanft und voller Gefühl. Anna schloss die Augen und griff suchend nach seiner Gestalt. Ihre Hände fühlten seinen Körper und glitten hinauf zu seiner Brust, wo sie liegen blieben. Anna ließ sich in diesen Kuss fallen, der innerhalb kürzester Zeit eine Gänsehaut über ihren ganzen Körper schickte, und ihr das Gefühl vermittelte zu schweben. Aber dann kam ihr plötzlich in den Sinn, dass vor der Tür Carla stand, die auf ihren Freund wartete, oder ihren Verlobten? … . Energisch schob sie ihn von sich und schaute ihn verwirrt an. Sie musste erst einmal durchatmen, bevor sie verständnislos fragte, „Was tust du da? Da draußen steht deine Freundin und wartet auf dich.“ Doch Tom, der zuerst enttäuscht auf ihre Abwehr reagiert hatte, begann liebevoll zu lächeln. Er trat wieder näher an Anna heran, aber diese wich zurück. Er verharrte einen Moment. Dann ging er ebenfalls ein Stück zurück und lehnte sich auf seine Schreibtischkante. „Anna, da draußen steht vermutlich keiner mehr.“ Er zeigte auf die Tür und forderte „Schau nach“. Anna öffnete die Tür und sah zum Empfang, wo sie Carla vermutete. Aber da war sie nicht, und als sie sich suchend umsah, erkannte sie, dass der Aufzug wieder im Erdgeschoss angekommen war. Also war Carla wohl tatsächlich gegangen. Aber warum? Anna drehte sich skeptisch um. „Was soll das alles?“ fragte sie misstrauisch. Tom zuckte gelassen die Schultern. "Nachdem ich ja offenbar doch noch nicht fertig war, ist sie wohl alleine zu ihrer Verabredung gegangen. Und ich gehe davon aus, dass ihr Verlobter auch nicht unbedingt traurig ist, dass ich nicht mitgekommen bin.“ Anna starrte ihn verwirrt an. „Ihr Verlobter? Ich dachte, … du und sie? …“, stammelte sie. Tom lächelte entschuldigend. „Carla und ich hatten vor Jahren mal kurz was miteinander, aber … " er schüttelte den Kopf. "Wir sind gut befreundet, und ich habe mir mit ihrer Hilfe die lästigen Journalisten vom Hals gehalten, die mich immer wieder auf mein Privatleben angesprochen haben. Das ist alles.“ Anna ließ sich in einen Sessel fallen, der vor seinem Schreibtisch stand und sah zu ihm auf. „Warum hast du mich in dem Glauben gelassen? Du wusstest, dass ich das denke?“ fragte sie irritiert. Tom zuckte mit den Schultern. „Ich fand es einfacher. Damit waren die Fronten geklärt. Deine Spielregeln eingehalten“, sagte er, während seine Augenbrauen in die Höhe zuckten. Anna nickte zustimmend und starrte vor sich hin. Mit diesem Argument hatte er wohl recht. Das Wissen, dass er liiert war, hatte es für sie leichter gemacht, sich auf ihn einzulassen. Aber änderte diese Neuigkeit was? Anna hob den Blick und zog zweifelnd die Augen zusammen, „Und warum sagst du es mir jetzt?“ Diese Frage wagte Anna kaum zu stellen, denn eigentlich war sie gar nicht sicher was sie hören wollte.
Tom spürte, wie sein Verstand ihn zurückpfeiffen wollte, weil er das Risiko einer drohenden Enttäuschung erkannte. Aber es gab jetzt kein zurück mehr. Er sah einen Moment beiseite und überlegte, wie er seine Gefühle am besten zum Ausdruck bringen sollte, aber da sich kein Plan finden wollte, redete er einfach drauf los. „Weil ich mich nicht mehr verstellen will. Weil ich ehrlich zu dir sein will …“ Er wendete sich wieder Anna zu, die ihn gebannt ansah, und presste mit leiser Stimme hervor. "Weil ich mich in dich verliebt habe.“ Er sah ihr fest in die Augen, während sein Herzschlag deutlich in seiner Brust pochte und es in seinem Kopf laut zu Rauschen begann. Er hoffte so sehr, dass sie auch etwas für ihn empfand, und das auch zulassen würde, aber er war sich absolut nicht sicher, und die Ungewissheit führte ihn fast in den Wahnsinn. Anna saß da und rührte sich nicht. Sie war viel zu erschlagen von seinen Worten, als sofort reagieren zu können.

Tom wartete noch einen Moment, dann hielt er es nicht mehr aus, und eigentlich sagte ihr Schweigen ja auch mehr als genug. Er stand schließlich auf und trat hinter seinen Schreibtisch. Es war wohl alles gesagt. Anna allerdings erschrak, er will doch jetzt nicht gehen, dachte sie panisch. „Tom“, sprach sie ihn schnell an, und wartete, dass er sie ansah. Sein enttäuschter Blick bescherte ihrem Herzen einen schmerzhaften Stich. Offensichtlich hatte er seine eigenen Schlüsse gezogen. „Ich weiß gar nicht was ich sagen soll“, sagte sie leise, und ein verständnisvolles, wenn auch trauriges Lächeln legte sich auf Toms Lippen. „Du musst nichts sagen. Ich wollte dir eigentlich gar nichts von meinen Gefühlen erzählen. Ich hätte es dabei belassen sollen.“ Anna fuhr zusammen. „Warum? Warum wolltest du es mir nicht sagen?“ Hatte er denn kein Vertrauen in sie? Sie war mittlerweile aufgestanden, und stand nun neben dem Schreibtisch. Gebannt wartete sie auf seine Antwort, die aber auf sich warten ließ. Tom ließ sich auf seinen Stuhl fallen, und rieb sich über sein Gesicht. „Ich weiß nur zu gut, wie schwer es ist, nach einem solchen Verlust, wie du ihn erlitten hast, wieder Vertrauen zu fassen." Er stockte einen Moment, es war völlig neu für ihn, sich so zu öffnen. Aber er war sich sicher, dass Anna ihn verstehen würde. "Ich selbst habe vier Jahre gebraucht, um wieder Gefühle zuzulassen.“ Anna sah ihn aus aufgerissenen Augen an. "Heißt das, dass du auch ...?" Tom nickte traurig. "Ja Anna, ich habe meine Frau verloren, so wie du deinen Mann, und ich habe bis vor kurzem gedacht, dass das Leben nicht mehr viel für mich bereit hält." Er sah Anna dankbar an. „Anna, erst du hast mich wieder zurück ins Leben geholt. Und dafür danke ich dir, auch wenn mein Herz erneut schmerzt. Aber ich weiß jetzt zumindest, dass ich noch lebe, … und dass ich wieder lieben kann.“ Anna stiegen Tränen in die Augen. Sie war berührt von seinen Worten, die wehmütig, dankbar und traurig zugleich klangen. „Warum hast du es mir trotzdem gesagt?“ fragte sie mit zittriger Stimme, und krallte sich an Toms Tischplatte fest. Tom presste die Lippen aufeinander. „Weil ich nach dem Moment eben, dort draußen, irgendwie gehofft habe, dass du vielleicht doch etwas für mich empfindest. Und ich glaube, ich hätte es mir nie verziehen, wenn ich es nicht wenigstens versucht hätte.“ Anna sah den Moment wieder vor sich. Er hatte recht, sie empfand etwas für ihn, aber reichte das aus? Tom war wieder aufgestanden und steckte eine Mappe in seine Tasche. Dann sah er Anna noch einmal an, und wollte um sie herum gehen. Aber Anna stellte sich ihm in den Weg und legte ihre Hand auf seine Brust, um ihn zu stoppen. „Warte ... Bitte“ stieß sie aus. Sie nahm ihm die Tasche aus der Hand und legte sie auf den Tisch, dann schob sie ihn zurück zu seinem Stuhl und lehnte sich gegen seinen Tisch. Sie musterte ihn verunsichert, ehe sie ihren Blick abwendete und stockend begann zu sprechen. „Tom, ich muss ständig an dich denken. … Sobald ich das Atelier betrete, halte ich nach dir Ausschau und möchte in deiner Nähe sein, und in den letzten zwei Wochen, in denen du dich offenbar von mir fern gehalten hast, bin ich vor Sehnsucht fast verrückt geworden. ... Und du hast recht, der Moment eben ...“ Sie warf Tom einen gequälten Blick zu. „Also wenn ich ehrlich zu mir bin, reichen die Anzeichen völlig aus, um zu dem Schluss zu kommen, dass ich etwas für dich empfinde. Aber …" sie zögerte einen Moment. "Tom, ich habe Angst. Ich bin nicht sicher, ob ich schon so weit bin …“ Sie wendete sich beschämt ab. Die Tränen, die ihr kurz zuvor aus Rührung in die Augen geschossen waren, wollten sich jetzt gar nicht mehr aufhalten lassen, nur dass sie jetzt eher ihrer Verunsicherung entsprangen. Sie rannen ihr in Strömen über das Gesicht, ehe sie sich nach einigen Schniefern erneut Tom zuwendete. „Es ist an dir zu entscheiden, ob du dich auf dieses Wagnis einlassen willst." Sie schüttelte entschuldigend den Kopf. "Ich kann dir keine Garantien geben … .“ Tom musste nicht lange überlegen. Er griff nach ihrer Hand und zog sie zu sich, so dass sie auf seinem Schoss landete. Sanft wischte er Anna ihre Tränen aus dem Gesicht und sah sie liebevoll an. „Anna, auf dieses Wagnis habe ich mich schon vor Monaten eingelassen, und ich bin wohl der Letzte, der dich nicht verstehen könnte. Setz dich nicht unter Druck, und lass es geschehen, … wenn du es denn willst.“ Anna wurde von einer neuen Welle Tränen heimgesucht. Sie ließ es zu, dass Tom sie in seine Arme zog und weinte bittere Tränen. Es schien, als sprudelte sämtliches Gefühl, das sie monatelang unterdrückt hatte, aus ihr heraus, und es fühlte sich gut an, dass sie dabei nicht alleine war. Sie vertraute Tom, fühlte sich sicher in seinen Armen und sie spürte dieses wunderbare Gefühl geliebt zu werden. Als sie sich langsam wieder beruhigt hatte, hob sie den Kopf. „Danke“ hauchte sie, und lächelte zaghaft, und Tom, der ihr tief in die Augen schaute, wusste eins mit Gewissheit. „Ich liebe dich. ... Und wenn du möchtest, werde ich immer für dich da sein.“ „Ja, das möchte ich“, sagte sie leise. Sie legte ihre Hand an seine Wange und näherte sich langsam seinen Lippen. Und was nun folgte war nicht nur ein wenig Spaß, sondern viel viel mehr…


Ende


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Zuletzt von katha am Do März 28 2013, 07:54 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Di März 26 2013, 23:49

So meine Liebe,
ich hoffe, du hattest einen schönen Tag, und ich konnte ein wenig dazu beitragen.

LG,
Katha

(die übrigens auch gerne mal wieder Lesestoff hätte. Butterfly, Mini ...! Es gibt da mindestens vier Geschichten, bei denen ich schon völlig verzweifelt auf Fortsetzung warte. Außerdem brauche ich ja dringend mal Inspiration für mein nächstes Vorhaben.)

Drück Euch

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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Mi März 27 2013, 22:35

Mal ne andere Geschichte, aber Ilikeit
perfekter Einstieg für mich nach einer so langen Pause

Liebe Grüße
Tastentante Smile
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katha

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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Do März 28 2013, 07:57

Danke, Tastentante. Wink

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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Do März 28 2013, 16:40

Hey mein liebe Katha, hallo

sooo, da hab ich endlich mal Zeit gefunden, hier vorbei zu schauen ... Suspect
Tut mir echt leid, dass du so lange auf mein Feedback warten musstest. flowers

Süße, vielen, VIELEN Dank für diese wunderschöne FF. Ich habe sie mit viel Begeisterung gelesen und mit Genuss aufgesogen. flowers

Der letzte Teil, war der schönste von allen. Ich war echt überrascht über diese Wendung, dachte ich doch echt, dass Tom mit Carla abhaut ... und dann die Info dass die nicht einmal zusammen sind ... echt klasse, die Überraschung ist dir echt gelungen! gib5 : flowers

Nochmal vielen lieben Dank für diese wunderschöne FF, ich liebe sie! Embarassed Cool

Dicken Knutscha und ganz liebe Grüße. danke Ilikeit gib5
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katha

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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Do März 28 2013, 17:25

Hallo Butterfly,
schön von dir zu hören, und noch viel schöner, dass es dir gefallen hat. danke

Als ich begonnen habe zu schreiben, dachte ich noch, dass ich das niemals schaffen werde. Aber letztlich hat die Tatsache, dass ich Montag und Dienstag nicht arbeiten gehen konnte, dazu beigetragen, dass ich wirklich pünktlich fertig geworden. Smile

Und na ja, die Geschichte an sich...
Ich habe, nachdem ich deinen Wunsch gelesen habe, überlegt, wie man das ganze in eine kurze Geschichte packen könnte, und es gleichzeitig nicht so abgedroschen wird. Na ja, kurz und gut. Ich habe sie mit viel Skepsis, ob sie wohl gefallen wird, geschrieben, und freue mich riesig, dass alles so gut gepasst hat. Very Happy

Liebe Grüße
Katha

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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   So März 31 2013, 16:48

So, nach einem anstrengenden Osterwochenende bin ich nun auch wieder mal im Lande. Und was bekommt man hier gleich für einen wunderbaren Leseschmaus geboten. Wundervoll, meine liebe Katha. Das vertreibt ja glatt die grauen Wolken und hoffentlich auch bald den nervigen Schnee.

Was für eine zauberhafte kleine Geschichte mit einem wunderbaren Ende und einer kleinen Überraschenden Zwischeneinlage mit Carla. Und wie immer freu ich mich jetzt schon auf die nächste Geschichte von dir.

btw: In 30 Tagen hab ich Geburtstag ...

LG, Mini

P.S. Ich bemühe mich um Lesestoff für dich und auch für meinen kleinen Schmetterling (habs dir ja versprochen). Und so wie es aussieht, hab ich in zwei Wochen verdammt viel Zeit dafür, wenn ich es mir in letzter Sekunde nicht doch noch anders überlege ...

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ist manchmal der beste Weg,
um zu sich selbst zu finden.“
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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   So März 31 2013, 23:09

Hallo Katha,
dass es mich noch gibt, habe ich dir ja schon geschrieben. Ich werde ganz langsam wieder anfangen und mir eine ff nach der anderen durchlesen. Zuerst sind die Kurz-ff dran.

Jetzt muss ich mich erstmal wieder an Kommis schreiben gewöhnen. Also hab noch etwas Nachsicht mit mir.

Deine Kurz-ff war einfach fantastisch und ich habe bemerkt, dass sie mir den Einstieg hier ganz leicht gemacht hat. Ich bin wieder süchtig nach deinen und den anderen ff's.

LG
Ulmaja
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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Mo Apr 01 2013, 08:10

Hallo Mini,
da warst du aber schnell wieder Zuhause. Aber da hast du wenigstens noch einen Tag um dich zu erholen.
Danke für dein Lob. Unglaublich, dass ich tatsächlich mal eine FF geschrieben habe die soooo kurz geblieben ist. Smile
Und du hast also bald Geburtstag. Uiuiui, ... wir werden sehen. Rolling Eyes
gib5 Drück dich
Katha


Hallo Ulmaja,
schön, von dir zu Lesen. Wink
Das ist doch ein schönes Lob, wenn unsere kleinen sprachlichen Ergüsse eine Sucht herauf beschwören Rolling Eyes
Dann hoffe ich, dass dich die süchtig machenden Texte nicht zu sehr quälen, sondern Freude bereiten hallo

LG, Katha


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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Sa Apr 27 2013, 20:07

was für eine schöne geschichte Ilikeit
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katha

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BeitragThema: Re: Antom "Nur ein bisschen Spaß" (Kurz-FF)   Sa Apr 27 2013, 21:53

Danke, meine liebe Nicky. Das freut mich Smile

Hihihi, Laughing ich musst gerade erst mal wieder reinlesen, weil ich auf Anhieb gar nicht mehr wusste worum es geht. Oh Gott, so weit ist es schon gekommen mit mir ... Rolling Eyes
Aber das hat einen Grund, nämlich den, dass ich vertieft bin in das Schreiben neuer Fortsetzungen.
Ich denke, das wird dich freuen. Ich habe da nämlich gerade das Gefühl, dass du ein wenig auf der Suche bist readcoffee

Also bitte noch ein wenig Geduld. Es geht weiter ... versprochen

LG, Katha

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