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 AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)

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AutorNachricht
katha

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BeitragThema: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Di Apr 30 2013, 20:37

das Eingangsposting lautete :

So, meine liebe Mini,

das was hier folgt ist für Dich! Mein Geschenk zu deinem Geburtstag!



(und dann natürlich für alle anderen, die mitlesen wollen )

Du weißt, ich bin etwas chaotisch beim Schreiben, und in diesem Fall, glaube ich noch mehr als sonst, deshalb habe Nachsicht mit mir.
Und leider, ist die Story auch wieder mal nicht ganz fertig, so dass ich sie dir nur portionsweise schenken kann.
Aber sehen wir´s mal positiv. Dafür hast du dann länger davon.
Zur Zufriedenheit des Schreibers, muss ich wohl nichts mehr sagen, ... wir haben uns da ja schon ausgiebig ausgetauscht.

Ich hoffe einfach mal, dass es dir gefällt.

So, und jetzt habe ich ein großes Problem. Ich habe noch keinen Namen gefunden, muss aber einen haben, damit ich dir dein erstes Päckchen liefen kann, also werde ich mich jetzt wohl spontan entscheiden müssen. Eine meiner leichtesten Übungen, vor allem weil das Ende noch nicht geschrieben ist. Hmmmm

Okay. Jetzt oder ...

"Entscheidungen" So soll es sein. (Da bleib ich ja gleich beim Thema )

Ich wünsche gute Unterhaltung!

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Manche Dinge brauchen einfach keine Worte ...
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AutorNachricht
Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Fr Jun 14 2013, 11:02

Das klingt irgendwie, als würdest du schon wieder an der nächsten Katastrophe basteln. Bitte bitte, lass die beiden mal zur Ruhe kommen und reden ... NUR reden ... Razz

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„Vor dem Schicksal zu fliehen,
ist manchmal der beste Weg,
um zu sich selbst zu finden.“
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Fr Jun 14 2013, 22:20

Hallo meine Lieben,
nur kurz zur Info.
Ich bin jetzt eine Woche in Urlaub. Cool
Das heißt nicht unbedingt, dass es nichts Neues von mir gibt, aber ich kann es euch nicht versprechen. Kommt drauf an, wie unternehmungslustig wir sind, ob das Wetter wirklich gut wird, und wie die Netzverbindungen sind. Also, seid stark. Ich komme wieder, früher oder später ... Wink
Jedenfalls wünsch ich euch erst mal eine schöne Zeit!hallo
Liebe Grüße
Katha

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ulmaja



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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   So Jun 16 2013, 11:43

Liebe Katha,

ich wünsche dir einen schönen Urlaub mit viel Sonne, guter Erholung, keinen Stress und was du dir sonst noch alles wünscht.
Klar, ist es für uns nicht schön, wo es gerade so spannend ist, aber jetzt gehst du mal vor. Darfst mal einmal nur an dich und deine Familie denken.
Wir warten auf dich und sind stark!
LG
Ulmaja
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Carla3939

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   So Jun 16 2013, 16:20

Ich wünsche dir auch einen schönen Urlaub,mit viel Ruhe,und ganz viel Spaß.banana
bis dann.Lg. Carla

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"Jemand der einem nicht nur das Leben rettet sondern auch die liebe." -Anna, über Tom
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katha

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BeitragThema: "30"   So Jun 23 2013, 22:54

Hallihallo8)
Zurück aus dem Urlaub habe ich euch doch wenigstens einen neuen Teil mitgebracht.Smile Aber ich sage euch gleich. Der nächste ist noch nicht geschrieben, also habt Geduld mit mir.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und einen guten Start in die Woche!
Liebe Grüße,
Katha
******************************************


Los jetzt, sei kein Feigling, ermahnte sich Tom und folgte Anna schließlich zögerlich. Kurze Zeit später fand er sich im Fahrgastbereich der Fähre wieder. Wenigstens hatte Anna Abstand davon genommen auf das Außendeck zu gehen … Obwohl ein wenig frische Luft auch was gehabt hätte, stand er doch kurz vor der Atemnot. Sie standen direkt an den Fensterscheiben, am Bug des Schiffes und schauten hinaus auf die beeindruckenden Docks, auch wenn sie wohl beide gerade kein Auge dafür hatten. Sie waren alleine, da sich die wenigen anderen Fahrgäste alle nach draußen verirrt hatten und die Stille, die lediglich durch den leisen Motor der Fähre unterbrochen wurde, die gerade ablegte, lag beklemmend zwischen ihnen. Anna hatte Tom bislang kaum angesehen. Sie war beschäftigt voran gegangen, hatte die Tickets gekauft und ihren Standort ausgesucht und aufgesucht, während Tom ihr einfach nur wortlos gefolgt war. Immer wieder mal war ihr Blick für einen kurzen Moment zu ihm gehuscht, aber nur um ihn schnell wieder abzuwenden. Wäre Tom nicht selbst so unsicher gewesen, hätte er ihr Verhalten sicherlich zum Piepen gefunden. Aber ihm ging es ja nicht viel besser.
Und nun standen sie hier bei einander und waren beide sprachlos. Anna fühlte sich zurückversetzt in lang vergangene Zeiten, in denen sie kein Wort heraus bekommen hatte, sobald sie von einer gewissen Aufregung erfasst worden war. Sie rang um Worte, sah verstohlen zu Tom auf, nur um erschrocken in seinen Augen hängen zu bleiben, die sie flackernd vor Unsicherheit beobachteten. Und dann plapperte sie letztlich doch völlig unüberlegt drauf los. Hauptsache diese peinliche Stille beenden. „Ich bin ja überrascht, dass Frau Kleinwächter dich schon wieder aus ihren Fängen entlassen hat.“ begann sie das Gespräch auf wenig taktvolle Weise, aber Toms gerade noch zurückhaltende Mimik fiel in sich zusammen und er lachte leise, was Anna total verunsicherte. „Warum lachst du denn jetzt?“ fragte sie unwirsch nach, nicht ganz sicher ob er sie an- oder auslachte, vor allem weil sie eher mit einer pikierten Reaktion gerechnet hatte. Tom schüttelte belustigt den Kopf und sah wieder hinaus. In der Ferne kam ein riesiges Containerschiff auf sie zu, neben dem die kleine Fähre wirkte, wie eine Nussschale. In lockerem Ton antwortete er ihr, „Zum einen hatte ich beim Abendessen ganz ähnliche Assoziationen, als mir die gute Frau plötzlich immer näher kam, was mich übrigens nur darin bestärkt hat ganz schnell das Weite zu suchen, und zum anderen hörst du dich an, als wärst du meine eifersüchtige Freundin.“ Oh Shit, was tu ich denn da? schallte er sich gleich selbst. Diesen Gedanken hätte er vermutlich besser nicht aussprechen sollen, da war er ziemlich sicher. Zögerlich drehte er seinen Kopf zur Seite und schaute fast ängstlich zu Anna, deren ganze Körperhaltung wie erwartet auf Abwehr ausgerichtet war. Sie stand mit vor der Brust verschränkten Armen da und funkelte ihn wütend an, ehe ihr Blick nach draußen wanderte. Ihre Gedanken  überschlugen sich völlig entrüstet. So ein Quatsch, ich und eifersüchtig … Das hätte er wohl gerne, da kann er lange drauf warten. Und dann noch auf so eine. Pfff, ging es ihr durch den Kopf. „Mit Eifersucht hat das gar nichts zu tun, warum auch ...“, antwortete sie kühl, und schaute ihn erneut wütend an. „Ich kann es nur überhaupt nicht leiden, wenn ich nicht ernst genommen werde. Das könntest du auch mittlerweile wissen.“ Anna konzentrierte sich wieder auf die Kräne der Werft, an denen sie gerade vorbei fuhren. Tom hingegen lenkte seinen Blick nicht ab. Im Gegenteil, er hatte sich in der Zwischenzeit auf die Bank fallen lassen, die vor der Fensterscheibe stand, so dass er schräg vor ihr saß und sie bestens beobachten konnte. Seine Nervosität hatte sich mit seinem belustigten Ausbruch fast aufgelöst, und da er gedanklich und gefühlsmäßig mit Anna beschäftigt war, war auch das vergangenheitsbedingte Grummeln wegen der Schifffahrt nicht mehr relevant. Er beobachtete Anna nachdenklich, und seine Menschenkenntnis sagte ihm ziemlich eindeutig, dass er mit seiner Einschätzung recht hatte, auch wenn ihr Argument auch nicht ganz von der Hand zu weisen war. „Du meinst also ich nehme dich nicht ernst?“ fragte er bedächtig nach. Anna nickte überzeugt. „Du fragst mich, ob ich dich begleiten kann, und dann behandelst du mich wie eine Praktikantin, die dir die Koffer hinterhertragen soll. Bin ich dafür Chefdesignerin geworden? Soll ich deine Entscheidungen einfach nur abnicken? Dafür bin ich die Falsche, das sag ich dir sofort.“ Sie sendete einige zornige Blitze in seine Richtung. „Warum hast du mich überhaupt mit hergenommen, wenn dich meine Meinung sowieso nicht interessiert?“ Tom sah sie erschrocken an, denn auch wenn er sich mittags undiplomatisch verhalten hatte, musste sie doch grundsätzlich wissen, dass er sie und ihre Arbeit respektierte, nein nicht nur das, sondern wirklich schätzte … Aber gleichzeitig wusste er auch, dass er tatsächlich Berufliches mit Privatem vermischt hatte. Der wahre Grund warum er sie mitgenommen hatte war tatsächlich, dass er sie gerne in seiner Nähe haben wollte und dass es ihn drängte eine Gelegenheit zu finden um sich ihr endlich zu offenbaren.
Jetzt war er es, der ihrem Blick nicht standhielt, denn wenn er ehrlich zu ihr sein wollte, und nichts anderes hatte er vor, war der alles entscheidende Moment wohl gekommen. Er stand auf und blickte mit rasendem Herzen wortlos ins Wasser, das in hohen Wellen an den Bug des Schiffes schlug. Wie soll ich nur anfangen? fragte er sich nervös, während sein Mund austrocknete und es in seinem Kopf wild ratterte. „Ich versteh dich einfach nicht. Heute Morgen hast du mich im Arm gehalten, warst der Gentlemen in Person, hast mich über die beruflichen Belange der Reise  informiert, na ja nicht ganz, Carlas Absprachen hast du wohl vergessen. Und plötzlich, bei diesem Geschäftstermin, lässt du mich neben dir stehen, als ob ich mit meiner Meinung völlig uninteressant wäre.“ Tom hörte Annas Worte, die in ihrer Heftigkeit wohl ihrem aufgestauten Frust entsprangen, nur noch am Rande, so dass er sogar überhörte, dass Anna ihr morgendliches gemeinsames Aufwachen als positiven Tatbestand erwähnt hatte. Diese Worte hätten ihn im Normalfall sicherlich erfreut und ein wenig beruhigt, aber er war schon in anderen Sphären angelangt. Er schaute immer noch ins Wasser, das sie in der aufkommenden Dämmerung dunkel umschloss. Er dachte an den Segelunfall zurück, und war kaum noch überrascht, dass er trotz dieser Situation, die ihm noch bis vor kurzem eine Panikattacke vom Feinsten beschert hätte, nicht davon überrollt wurde. Diese wohltuende Erkenntnis löste das letzte Grummeln seines Magens auf und schickte ein Hochgefühl der Erleichterung durch seinen Körper. Sie gab ihm die letzte Überzeugung, dass sein Vorhaben genau richtig war. Die Vergangenheit war endlich Vergangenheit und seine Zukunft begann genau jetzt.
„Weißt du eigentlich, dass ich das Wasser immer geliebt habe? … Früher, meine ich“, sagte er gedankenverloren. Anna, die ungeduldig auf eine Reaktion gewartet hatte, sah ihn skeptisch an, denn seine Erwiderung passte ja nun so gar nicht zu ihrer Frage und ihren Ausführungen, aber als sie seinem Blick ins Wasser folgte, riss sie erschrocken die Augen auf und schlug sich beschämt die Hand vor den Mund. Vergessen war die Wut, „Oh Gott, entschuldige. Daran habe ich gar nicht gedacht. … Ist es schlimm, dass wir hier auf dem Schiff sind?“ Tom schaute sie einen Augenblick an und schüttelte dann lächelnd den Kopf, ehe er sich wieder dem Wasser zuwendete. „Fanni und ich haben das Wasser beide geliebt. Es war unsere gemeinsame Leidenschaft. Wir haben jeden Urlaub am Meer verbracht. Wir waren schwimmen, surfen, tauchen, segeln…“ Er legte eine kleine Pause ein, und lächelte einen Moment versonnen, als er an die schönen Zeiten zurückdachte. Nachdenklich fügte er dann hinzu, „Es ist schon eine Ironie des Schicksals, dass ich sie ausgerechnet in den Tiefen des Meeres verloren habe.“ Tom schwieg einen Moment. „Aber ich glaube es wird Zeit, dass ich mich meinen Leidenschaften wieder zuwende. Jahrelang habe ich mich fern von Wasser gehalten, fern von allem, was mich früher glücklich gemacht hat. Ich habe nur noch für das gelebt was sein musste, und was mich innerlich nicht wirklich berührte.“ Anna hielt ihren Blick fest auf ihn gerichtet. Sie war fasziniert von seinen Worten. Er sprach über Fanni, über sich, über die Vergangenheit und es schien, als sei er wirklich bereit seinen Frieden damit zu machen. Er hörte sich so ganz anders an, als noch in Mailand. Sie wusste, dass ihr Gespräch eine völlig andere Ebene erreicht hatte, auf der ihre ursprüngliche Frage keine Relevanz mehr hatte, oder vielleicht gerade? Aber ihr Herz klopfte gerade leise an und sagte ihr sehr deutlich, dass dort der Mann stand, den sie liebte. Genau diesen Tom, der sich ihr anvertraute, der ganz bei sich war, und dadurch drängte sich ihr eine ganz andere Frage auf. Jetzt oder nie, nun frag schon, forderte sie ihre innere Stimme auf. „Darf ich dich was fragen?“ fragte sie leise, fast schüchtern. Tom warf ihr einen erwartungsvollen Blick zu. Eine stumme Aufforderung. „Aus welchem Grund hast du Carlas Antrag abgelehnt? Ihr ward doch jahrelang ein Paar …“ Tom schlug die Augen nieder und dachte einen Moment nach. Eigentlich musste er weiter ausholen um diese Frage zu beantworten, und damit würden auch so einige andere Dinge auf den Tisch kommen ... oder aber er stellte nur die Tatsachen klar. Er sah sie einen Augenblick prüfend an, versuchte abzuchecken was Anna erwartete, aber da er seine Gedanken endlich jemanden anvertrauen konnte, und das Reden irgendwie etwas überraschend befreiendes hatte, begann er bedächtig zu erzählen. „Nach dem Unfall und den anschließenden Streitigkeiten, mit denen ich Paule letztlich vertrieben habe, hatte ich mein Leben dramatisch geändert. Wie ich gerade schon gesagt habe; ich habe alles aus meinem Leben ausgeschlossen, was mich an glückliche Zeiten hätte erinnern können, was mich innerlich berührt hätte. Ich habe funktioniert, tagein tagaus, und ich habe mich so mit Arbeit eingedeckt, dass ich eigentlich nur noch zum Schlafen nach Hause gegangen bin. Nur keine Zeit zum Nachdenken oder zum Fühlen, das war wohl unbewusst mein Ziel, aber irgendwann wäre ich fast zusammen gebrochen ... Und in dieser Zeit begegnete ich Carla, die offensichtliches Interesse an mir zeigte ... Ich fand sie irgendwie anziehend, und der Gedanke mich auch mal mit anderen Dingen abzulenken war reizvoll. Also ließ ich mich auf sie ein. Wir sind ausgegangen und hatten Spaß zusammen, soweit ich bereit war Spaß zuzulassen. Anfangs hat Carla wohl auch noch versucht mich wirklich zu erreichen, aber da ich mich gefühlsmäßig nie so richtig auf sie eingelassen habe, drehten sich unsere Gemeinsamkeiten immer mehr um alltägliches. Vor allem um die Arbeit. Wir waren ein wirklich gutes Team, und ich war einfach froh jemand an meiner Seite zu haben, mit dem ich mich ablenken konnte, wenn mich die Vergangenheit zu überrennen drohte. Nicht ganz fair, wie ich jetzt weiß, denn Carla liebt mich wohl wirklich und hätte sich unsere Beziehung ganz anders gewünscht. Und vielleicht wäre sie heute nicht so von Ehrgeiz zerfressen, wenn ich sie tatsächlich in mein Leben gelassen hätte, wie sie es bei ihrem Antrag gesagt hat. Aber ich habe sie nie wirklich an mich herangelassen und mich auch nie wirklich für sie und ihre innigsten Wünsche interessiert. Ich habe sie einfach nicht geliebt, und genau so wollte ich es haben. Nur nicht zu viel Nähe. Nur nicht noch einmal in eine Situation geraten, wie ich sie mit Fanni erlebt hatte. Und am Freitag dann ..." Tom hielt inne und schaute kurz zu Anna, die ihm interessiert zuzuhören schien. Aber schnell wendete er den Blick wieder ab, denn irgendwie schämte er sich ein wenig für sein Verhalten, mit dem er doch einige Menschen tief verletzt hatte. Leise sagte er, "Fast hätte ich tatsächlich „Ja“ gesagt, um mein weiteres Leben genau so weiter zu leben.“ Er schwieg und ehe er weiter sprechen konnte, wurden sie von einem Trupp neuer Fahrgäste unterbrochen, denn die Fähre hatte ihr nächstes Ziel erreicht. Laute Stimmen und albernes Gelächter von fünf bis sechs Halbstarken drang zu ihnen herüber und lenkte sie ab. Anna schenkte ihnen einen Moment ihre Aufmerksamkeit, bis einer der Jugendlichen endlich den Vorschlag machte, doch lieber raus zu gehen. Gott sei Dank, ging es Tom und Anna gleichsam durch den Kopf, und Anna
beobachtete skeptisch, wie  einer nach dem anderen den Raum verließ, um auch sicher zu sein, dass sie keinen zurück ließen. Sie wendete sich wieder Tom zu, der in der Zwischenzeit auf der Bank vor dem Fenster Platz genommen hatte. Gerade rieb er sich über sein Gesicht, ehe er Anna erneut einen musternden Blick zuwarf. Ist sie bereit für die ganze Wahrheit? … Und kann ich wirklich damit leben und dazu stehen, wenn ich mich erst einmal offenbart habe? fragte er sich gerade. Langsam aber sicher kam Tom nämlich zum eigentlichen Punkt seiner inneren Reise, und war er zwischenzeitlich auch ganz ruhig geworden, spürte er, wie sich sachte wieder die Zeichen der Anspannung einstellten. Er schloss einen Moment die Augen und versuchte sich nicht beirren zu lassen.
„Aber vor einiger Zeit kamst du in mein Leben geplatzt. Von Anfang an habe ich gemerkt, dass du mit deinem ähnlichen Schicksal und deiner Art damit umzugehen Fragen in mir aufwirfst, … weswegen ich auch immer versucht habe dir aus dem Weg zu gehen und dich auf Abstand zu halten. Du warst eine Bedrohung für mein geregeltes Lebens, … und trotzdem drängte es mich zu dir.“ Er schaute ihr einen Moment in ihre großen grünen Augen, die unablässig auf ihn gerichtet waren. Er zuckte ratlos mit den Schultern „Vielleicht war es Zeit, dass ich mich endlich diesen Fragen stellte, mich endlich fragte, ob mein Leben wirklich so leer bleiben soll, keine Ahnung.“ Tom schüttelte mit einem gequälten Lächeln den Kopf.
"Und dann waren wir in Mailand und haben wirklich geredet. Du hast mich wahnsinnig beeindruckt mit deinen Worten, aber sie haben mir auch wahnsinnige Angst gemacht, da sie plötzlich alles in Frage stellten. Ich bin nach Berlin zurück geflüchtet und habe versucht sie zu vergessen und wieder mein altes Leben aufzunehmen, und nachdem ich mich mit ausreichend Arbeit eingedeckt hatte, schien es einen kurzen Moment gelungen zu sein. Deine quälenden Worte waren endlich verstummt." Tom lächelte Anna entschuldigend zu und war verunsichert, da er keinerlei Reaktion in ihrem Blick erkennen konnte. Er stand wieder auf und suchte sich ein Ziel in der Ferne, an dem er sich fest halten konnte, denn sein Herz klopfte unablässig gegen seine Rippen. "Aber dann hat mir Carla diesen Antrag gemacht, von Liebe gesprochen, von Vertrauen ... Worte, die ich in den letzten Jahren einfach so hingenommen habe ohne sie wirklich mit meinen Gefühlen zu verknüpfen, und wahrscheinlich hätte ich sie selbst in diesem Moment einfach so stehen lassen, wenn ich nicht dich genau zu diesem Zeitpunkt entdeckt hätte.“ Er drehte sich Anna zu, die sich in der Zwischenzeit auf die Bank gesetzt hatte. Sie hörte ihm völlig gebannt zu und versank jetzt sogleich in seinen Augen. Diese schienen auch ihr bis in die Seele zu blicken, so intensiv schaute Tom sie an, und sogleich spürte sie wie sich ihr Puls erhöhte und ihre Atmung flach wurde. Tom ließ sich neben ihr nieder. „Als ich dir in die Augen gesehen habe, wusste ich, dass es nie wieder so werden würde, wie vor unseren  Gesprächen, wie vor Mailand ... Du hast mir die Augen geöffnet, dass ich leben darf, dass ich glücklich sein darf, lieben darf, und das alles ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Und damit war mir schlagartig klar, dass ein Leben an Carlas Seite ein einziger Betrug wäre. Betrug an ihr, da ich ihre Wünsche niemals würde erfüllen können und Betrug an mir, da ich meine wahren Gefühle verdrängen würde. Und letztlich ein Betrug an dir, dem einzigen Menschen, der es seit Fannis Tod geschafft hat, wirklich zu mir durchzudringen.“ Toms Stimme war bei seinem letzten Satz plötzlich ganz leise und sanft geworden und sein Blick wurde immer unsicherer, was aber lediglich der Situation geschuldet war, nicht seiner Entscheidung. Derer war er sich völlig sicher. Sein Herz hatte in der Zwischenzeit seine maximale Geschwindigkeit erreicht und er spürte, wie ihn ein Hitzestrom durchfuhr. Er versuchte in Annas Augen eine Reaktion zu finden, die ihm sagte, dass sie seine Begründung verstand, dass sie ihn verstand und vor allem dass sie verstand wie wichtig sie ihm war, aber Annas Mimik verharrte in völliger Regungslosigkeit..

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Carla3939

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   So Jun 23 2013, 23:35

:DJaaaaaaaaaa , Katha ist wieder da,ich freu mich so. Liebe Katha ich hoffe du hattest einen schönen Urlaub mit ganz viel Sonne,und Spaß.Dieser teil war richtig toll ,endlich sagt Tom was mit ihm los ist. Also Anna jetzt zeige bitte mal wie Verständnisvoll du sein kannst.Freue mich wenn es weiter geht,und ich freue mich so doll das du wieder da bist.hallobanana
Lg. Carla

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Mo Jun 24 2013, 20:16

Oh Mann, nun sag es doch endlich ... Das ist ja kaum noch auszuhalten diese Spannung. Aber zum Glück redet Tom endlich. Und ich hoffe, dass es bis zum Ende kommt, bevor wieder etwas dazwischen kommt. Mann, Mann, Mann, du verstehst es wirklich, die Sache spannend zu machen. Ich freu mich auf mehr ...

LG, Mini

P.S. Ach ja, schön, dass du wieder da bist ... Very Happy

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Mi Jun 26 2013, 23:47

hallochen katha,

jaaa ich bin auch noch daaa Wink

puuuh, jetze habe ich alle teile durch gelesen und das war nicht gerade wenig Smile
weiß nicht was ich jetze dazu sagen soll idontknow
das ist einfach große klasse geschrieben Very Happy
bin geapnnt wann anna den mal was dazusagt Smile bitte lass anna einfach nur aufspringen in toms arme und sie küsst ihn als antwort darauf Very Happy:D:D:D:D:D:D

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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Do Jun 27 2013, 23:58

@ Carla, Mini, Nicky

Danke für eure lieben Kommis, ihr Drei.
Endlich konnte Tom mal was loswerden :)Wir werden sehen, wie es weiter geht ... Razz
Ich weiß, ihr wartet auf Nachschub, aber ständig sind die Abende weg, ohne dass ich was geschrieben habe. schmoll Sorry.
Ich denke die nächsten Tage wirds ...

Liebe Grüße,
Katha

Drück euch!
Katha

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Zuletzt von katha am Sa Jun 29 2013, 00:13 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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katha

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BeitragThema: "31"   Sa Jun 29 2013, 00:10


So, meine Lieben,
ich habe keine Ahunung, wie oft ich jetzt schon gelesen und geändert und gelesen und geändert und gelesen und geändert habe. Aber ich werde es euch jetzt nicht länger vorenthalten. Lebt damit!Cool
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Anna wusste gerade gar nichts zu sagen. Tom saß ihr gegenüber und lächelte sie mit diesem unsicheren Blick an, den er ihr bereits in Mailand geschenkt hatte. In ihrem Kopf rasten die Gedanken wie pfeilschnelle Geschosse durcheinander, und sie versuchte die Quintessenz aus seinen Worten heraus zu lesen, während sie in seinen Augen versank. Sie verrieten ihr, dass ihr Tom wirklich vertraute, dass er auf die Zukunft hoffte, genau wie in Mailand … Und da war sie plötzlich wieder. Die Erinnerung an den Schmerz. An den bohrenden Schmerz, den sie in Mailand hatte erleiden müssen. Er öffnete sich, er vertraute ihr, aber das hatte er auch schon in Mailand getan ... Sie selbst hatte sich ihm auch anvertraut und ihre ganze Hoffnung in ihn gesetzt, … mit dem Resultat, dass sie trotzdem wieder verlassen worden war. Plötzlich schossen ihr Tränen in die Augen und sie schüttelte sachte den Kopf. „Nein, ich will das nicht noch einmal erleben,“ presste sie leise hervor. Sie stand auf und wankte, mit einer Hand nach Halt suchend, rückwärts zur Tür des Raumes. Sie schüttelte immer wieder den Kopf, während ihr die Tränen unaufhaltsam über ihre Wangen liefen. Ihre Augen, die immer noch in Toms festhingen, waren verzweifelt und traurig, und Tom, der wie gelähmt dasaß und sie beobachtete, schien es das Herz zu sprengen. Dann durchriss ein RUMS und ein anschließendes lautes Quietschen die Situation. Die Fähre wurde gleichzeitig von einem heftigen Ruck durchfahren, der Anna fast von den Füßen riss. Erschrocken hielt sie sich am Türrahmen fest, und sah sich verwirrt um. Voller Erleichterung realisierte sie, dass sie angelegt hatten. Bevor Tom auch nur reagieren konnte, hatte Anna ihm einen letzten panischen Blick zu geworfen und war verschwunden.
Kurze Zeit später ließ sie sich auf eine Bank fallen, zog ihre Beine an ihren Körper und vergrub ihren Kopf in ihren Armen. Sie war total verzweifelt und konnte keinen klaren Gedanken fassen. Nach wie vor ergossen sich bittere Tränen aus ihren Augen und hinterließen einen dunklen Fleck auf ihrem schicken Kleid, das bestimmt nicht für solche Eskapaden gedacht war. Als Anna das sah, durchschoss sie für einen Moment der Gedanke, dass Virgin sie wohl lynchen würde, wenn er wüsste, was das gute Lanford-Stöffchen alles ertragen musste. Ein bescheuerter Gedanke, der sie aber immerhin für einen kurzen Moment ablenkte und sie mit dem ironischen Lächeln, dass sich ungefragt auf ihre Lippen legte, dazu brachte, sich langsam wieder zu beruhigen. Erst danach war sie in der Lage die Situation wirklich zu analysieren.
Was tu ich denn hier? Genau das wollte ich doch. Dass mir Tom vertraut, dass ich der Grund bin, warum er sich von Carla getrennt hat, dass ich ihm genauso viel bedeute, wie er mir. Sie schüttelte verzweifelt den Kopf. Sie verstand sich gerade selber nicht. Und dass er mich so enttäuscht hat? Ist das plötzlich egal?, fragte sogleich ihre Stimme der Vernunft nach, aber wieder konnte sie nur den Kopf schütteln. Wie bescheuert war sie denn? Tagelang habe ich mir nichts mehr gewünscht, als das Tom zu mir käme um mir seine Liebe zu gestehen … Und dann versuchte er es tatsächlich und was mache ich? Das erste Mal lasse ich ihn nicht zu Wort kommen, und bei seinem zweiten Versuch renne ich einfach davon? Ich bin so doof! Sie kramte eilig in ihrer Tasche nach einem Taschentuch und putzte sich erst einmal die Nase, ehe sie sich nach Orientierung suchend umsah. „Wo bin ich denn hier eigentlich?“
Sie war wie blind davon gelaufen, den Steg hinauf, dann durch eine Menge von Werftmitarbeiter hindurch, die scheinbar gerade Schichtwechsel hatten und es sehr witzig fanden sie in ihrer aufgelösten Verfassung auch noch mit dummen Sprüchen anzumachen. Und als sie auch diese Idioten hinter sich gelassen hatte, war sie einfach gelaufen, den erstbesten Weg entlang, bis sie sich auf die erstbeste Bank hatte fallen lassen.
Vor ihr war das Wasser der Elbe zu sehen, bzw. eigentlich nur noch zu erahnen war, weil es von Minute zu Minute dunkler wurde, und zu ihrer Linken konnte sie den Anleger erkennen, an der die Fähre angelegt hatte. … Die Fähre, sie ist noch da! dachte sie überrascht. Ich kann Tom doch nicht einfach wegfahren lassen. Sie sprang auf und rannte ein zweites Mal los. Aber nach ein paar Schritten folgte sogleich die Ernüchterung. Oh, nein!, schrie es in ihr. Sie legen ab! „Nein! Warten! … Bitte!“ rief sie so laut sie konnte und winkte gleichzeitig hektisch mit den Armen, aber da sie gerade unter einer Reihe Bäumen entlang lief, wo nur ein paar wenige Laternen die Dunkelheit durchbrachen wurde sie nicht gesehen und als sie am Anleger ankam, war die Fähre bereits weg. „Scheiße!“ rief sie aufgebracht und trat wütend gegen das Geländer des Steges. Ein heftiger Schmerz durchzog ihren Fuß. „Au!", brüllte sie im nächsten Augenblick und hüpfte auf einem Bein herum. Auch ihre schicken Pumps waren für solche Erfahrungen wohl nicht unbedingt gedacht. Anna hörte ein leises Lachen hinter sich und schoss erschrocken herum. Vergessen war der Schmerz. Sie ging langsam ein paar Schritte rückwärts und drehte sich im Kreis, während sie verunsichert die Umgebung abscannte. Sie stand am Rande eines großen Platzes, der völlig verlassen vor ihr lag. Links und rechts hinter ihr säumten ein paar Bäume einen Fußweg, der an der Elbe entlang lief . Aber dort regte sich auch nichts. Hinter dem Platz führte auf der einen Seite eine Straße in einen kleinen Ort hinein und in der anderen Richtung erhob sich dunkel ein riesiges Bürogebäude. Die Szenerie lag völlig still und vor allem menschenverlassen vor ihr. Hier ist doch keiner, wer hat denn da gerade so gelacht? fragte sie sich beklommen. Sie sah sich noch einmal suchend um und fühlte wie die Angst in ihr hochkroch, und ihren Körper in Alarmbereitschaft versetzte. Zwischen den Häusern waren jetzt tatsächlich ein paar Menschen zu sehen, aber die waren viel zu weit weg, als dass sie diese gehört haben könnte. Menschen! dachte Anna erleichtert und wollte sich gerade auf den Weg machen, diesen beklemmenden Ort hinter sich zu lassen, als sie ein leises „Hey“ hinter sich vernahm. Erschrocken fuhr sie herum und blickte mit weit aufgerissenen Augen auf die Gestalt, die sich langsam aus dem Dunkel der Bäume löste und auf sie zukam. Es dauerte ein paar Sekunden, ehe ihre leichte Panik riesiger Freude wich. „Tom!“ rief Anna erleichtert aus und umarmte ihn spontan.

Tom hatte Annas Flucht ungläubig und mit dem Gefühl tiefer Enttäuschung verfolgt. Er hatte so darauf gehofft, dass sie ihm ein positives Signal senden würde ... Nicht, dass er erwartet hätte, dass sie ihm direkt um den Hals fallen würde, aber ein kleines Zeichen, das ihm sein eigenes Gefühl und die Worte bestätigte, die er gestohlenermaßen gelesen hatte. Das war es was er sich erwünscht hatte, um den alles entscheidenden Schritt zu gehen und ihr zu sagen, dass er sie liebte. Aber stattdessen hatte sie die entgegengesetzte Richtung eingeschlagen. Völlig erschüttert war er an Ort und Stelle sitzen geblieben und hatte, ohne die Bilder, die ihm seine Augen schickten wirklich zu realisieren, den Tross an Arbeitern beobachtet, die lautstark die Fähre betreten hatten. Binnen kürzester Zeit hatten diese die komplette Fähre vereinnahmt und Tom hatte plötzlich gespürt was es hieß einsam zu sein. Er saß inmitten dieser Menschenmenge, deren Gespräche lediglich als ein lautes Dröhnen zu ihm durchdrangen, und fühlte sich völlig alleine. Wieder einmal fehlte der eine Mensch, in dessen Nähe er sein wollte und er fühlte sich schmerzlich an seinen einstigen Verlust erinnert. Aber nicht nur das. Tom wusste jäh, wie schrecklich sein Verhalten in Mailand für Anna gewesen sein musste. Er erfuhr es gerade am eigenen Leib. ... Wie es war, nach der Tragödie des Verlustes und dem fehlenden Glauben an eine neue Liebe, endlich wieder voller Hoffnung zu sein, nur um von jetzt auf gleich von dem Gefühl überrollt zu werden, wieder alles verloren zu haben. Nur langsam konnte er sich aus seiner eigenen Erstarrung heraus kämpfen, aber dann murmelte er zerknirscht, „Kein Wunder, dass Anna Angst hat.“ Von dieser Erkenntnis erfüllt, sprang Tom auf und drängte sich durch die vielen Leute zum Ausgang der Fähre. Er musste Anna suchen, durfte sich nicht wieder von ihr entfernen, sie nicht noch einmal im Stich lassen. Wie sollte sie nach seinem Fehler in Mailand Vertrauen zu ihm fassen, wenn er sich ebenfalls sofort wieder verunsichern ließ. Er wusste was er fühlte und was er sich wünschte, und es wurde Zeit endlich dafür zu kämpfen.
Tom hatte die Fähre also verlasen, aber dann wusste er nicht weiter. Er hatte sich ratlos auf einer der Banklehnen unweit des Anlegestegs gesetzt, um sich einen Überblick zu verschaffen und einen Plan zu fassen. Er war unsicher ob er Anna suchen gehen oder doch besser auf sie warten sollte, denn er hatte Angst sie doch noch zu verpassen. Und da sie sicherlich irgendwann den Rückweg ins Hotel in Angriff nehmen würde, wäre es wohl am sichersten dort am Anleger auf sie zu warten. Aber er war nicht sicher, wie lange er es aushalten würde einfach untätig herum zu sitzen, drängte ihn seine innere Unruhe doch irgendetwas zu tun. Aber dann hatte Anna ihm diese Entscheidung abgenommen und er wurde schneller erlöst, als er es sich hatte erträumen können. Annas Stimme riss ihn aus seinen Überlegungen und sein erster frustrierter Gedanke war, dass er jetzt völlig irre würde, da er schon ihre Stimme hörte. Aber dann hatte er sich sicherheitshalber umgeschaut und sie tatsächlich in der Ferne erkannt. Unendliche Erleichterung hatte ihn ergriffen. Wie erstarrt, aber mit rasendem Herzen hatte er sie beobachtet, bis sie nur noch wenige Meter von ihm entfernt war. Und nun stand er hier und schaute ungläubig auf die herbeigesehnte Blondine herab, die sich an ihn klammerte, als wäre er ihr rettender Anker.
Zögerlich legte Tom die Arme um Annas Hüften. Er traute sich kaum sie zu berühren, war sie doch gerade noch vor ihm weggelaufen, aber dann zog er sie sanft an sich und vergrub mit geschlossenen Augen seine Nase in ihr langes weiches Haar. Er sog ihren Duft in sich auf und fühlte sich plötzlich erlöst von aller Spannung, die sich über den Tag in ihm aufgestaut hatte.
„Bin ich froh, dass du hier bist“, wisperte Anna an seiner Brust. Sie schmiegte sich eng an ihn und die Angst, die sie kurz zuvor verspürt hatte, war wie weg geflogen. Aber nicht nur die Angst, die die Dunkelheit und die unerkannte Lache in ihr geweckt hatte, sondern auch die Angst, Tom erneut vertrieben zu haben, und was am wichtigsten war, die Angst, ihm nicht vertrauen zu können. Dieser schob sie sanft ein Stück von sich und ergriff ihre Hände. Skeptisch blickte er sie an und vergewisserte sich, „Wirklich? Eben bist du noch vor mir weggelaufen …“ Anna senkte beschämt ihren Blick. Sie fühlte sich irgendwie schäbig. Er hatte ja recht, eben war sie noch geflüchtet und nun fühlte sie sich so wohl und so beschützt bei ihm. Sie kramte mal wieder nach den richtigen Worten, die ihr in seiner Anwesenheit scheinbar immer wieder abhanden kamen. „Ja, du hast recht … Tut mir leid.“ Sie schaute kleinlaut zu ihm auf, „Ich weiß auch nicht so genau …“ Sie stotterte vor sich hin, bis Tom sie mit einem verständnisvollen Lächeln unterbrach. „Pssschhh, ist schon gut.“ Anna verstummte. Einen Moment sahen sie sich einfach nur an und dann zog Tom Anna erneut an sich und umschloss sie fest mit seinen Armen. Endlich Zuhause, ging es ihm durch den Kopf, auch wenn die Situation immer noch reichlich verworren war. Aber dieses Gefühl ließ sich nicht mehr verdrängen, und das Gefühl, dass nun endlich alles gut werden würde, auch nicht. „Ich bin auch froh, dass ich hier bin … bei dir“, wisperte Tom leise.
Sie blieben einen Moment einfach so stehen, genossen die Wärme, in die sie durch ihre Nähe eingehüllt wurden, ehe Anna langsam den Kopf hob. Seine Worte hatten ihr ein kleines Lächeln aufs Gesicht gezaubert, aber trotzdem blieb sie skeptisch. Es war irgendwie unbegreiflich was hier gerade passierte. Sollte es wirklich so sein, dass Tom es ernst meinte, dass er bei ihr sein wollte, sie wollte? Nach den Tagen der tiefen Verzweiflung schienen dieser Gedanke und diese so wohltuenden Gefühle einfach nicht realistisch. Sie bohrte ihren Blick tief in das wunderschöne Graublau seiner Augen, die völlig ruhig auf ihr Lagen. Sie suchte nach einem Anzeichen, das ihre Zweifel bestätigte, aber nach und nach musste sie sich eingestehen, dass da nichts zu sehen war außer aufrichtigen Gefühlen. Hoffnung, Liebe, leichte Verunsicherung und der Wunsch nach Erlösung, meinte sie zu erkennen und war zutiefst gerührt. Tom hatte ihrem prüfenden Blick stand gehalten. Ihm war bewusst, dass Anna Zeit brauchte und er zwang sich zur Geduld, um es nicht noch einmal zu vermasseln. Schließlich hatte er selbst hatte dafür gesorgt, dass sie ihren Mut und ihren Glauben an ihn verloren hatte.
Anna schaute Tom wie paralysiert an und langsam verabschiedete sich ihre Skepsis und auch sie wurde von der Hoffnung auf eine glückliche Zukunft geflutet. Ein heftiges Kribbeln eroberte ihre Magengegend. Sie liebte es, sich in seinen Augen zu verlieren. Sie liebte ihn. Und sie wollte nur ihn. Tom erkannte, dass sich was verändert hatte, dass Anna ihren inneren Disput, der ihm nicht verborgen geblieben war, offensichtlich geklärt hatte und der Glanz, der plötzlich ihre Augen erstrahlen ließ, ermutigte ihn, sich endlich seiner Sehnsucht hinzugeben. Ganz langsam beugte er sich zu ihr und küsste Anna sanft auf den Mund. Anna schaute ihn immer noch mit weit aufgerissenen Augen an und ließ es einfach geschehen. Toms Vorstoß war wohl so was wie eine Anfrage, ob er sich ihr nähern durfte, ob sie es auch wollte, und Anna, der bei seiner erneuten Berührung sogleich ein wohliger Schauer über den Rücken gelaufen war, schenkte ihm ein zaghaftes Lächeln, obwohl sie immer noch leicht verunsichert war. Aber Toms Gesicht direkt vor ihrem war einfach zu verführerisch. Sie ließ ihre Hand über Toms Wange gleiten, strich über seinen Hals und legte sie letztlich in seinen Nacken um ihn zu sich zu ziehen. Und dann küssten sie sich wirklich. Sanft und schüchtern, wie auch schon in Mailand, aber so voller Gefühl, dass sie sich nach kurzer Zeit von einander lösten und sich völlig ungläubig anschauten. Kann ein einziger unschuldiger Kuss wirklich so viele Empfindungen auslösen?, fragten sie sich gleichsam, während sie sich tief in die Augen schauten.

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Zuletzt von katha am Sa Jun 29 2013, 07:49 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Carla3939

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Sa Jun 29 2013, 03:30

Ohhhhhhhhhhh Gott wie schön,endlich. Liebe Katha das hast du so wunderschön geschrieben,ich heul fast Danke Danke Danke.Mach bitte schnell weiter und schenk uns eine tolle Nacht:) .Das Warten hat sich echt gelohnt.Liebe Grüße Carla.

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   So Jun 30 2013, 08:41

Lieben Dank Carla,
dieser Teil ist mir nicht leicht von der Hand gegangen. Ich habe keine Ahnung warum. Aber ich freu mich, wenn er schlussendlich Anklang findet. Smile 
Am nächsten Teil bin ich dran. Aber die Zeiten, an denen ich hier einen Teil pro Tag oder zumindest alle zwei Tage posten kann, sind gerade echt vorbei. schmoll 
Ich wünsche dir einen schönen Sonntag!
LG
Katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Mo Jul 01 2013, 22:27

Oh, wie schön. ENDLICH. Embarassed  Mhmm ... aber ich frage mich gerade, wo die beiden nun sind. Auf einer Insel? Und war das nun die letzte Fähre des Tages? Wenn ja, dann stellt sich da gerade die Frage, wie und vor allem wo die beiden denn die Nacht verbringen werden? Hach, Katha, du schreibst, dass dir der Teil nicht so leicht von der Hand gegangen ist, aber ich finde, er ist dir wirklich wunderbar gelungen. Bitte mehr davon, und lass uns bitte nicht zu lange warten, auch wenn ich weiß, dass du im Moment viel um die Ohren hast.

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Di Jul 02 2013, 14:45

Hallo meine liebe Mini,
ja ja, wie geht es weiter und was passiert. Immer diese quälenden Fragen Razz 
Ich bemüh mich, sie bald zu beantworten, versprochen. Vielleicht klappt es ja heute Abend noch.
Und danke für deine Einschätzung, dass der Teil gelungen ist. Embarassed Du kennst das ja, manchmal ... lesemist 

Liebe Grüße
Katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Di Jul 02 2013, 17:56

hey liebe katha,

mal nicht so bescheiden bitte Wink
der teil ist dir wunderbar gelungen, da gebe ich den beiden sowas von recht :*

bin so gespannt wo sich die beiden jetze befinden und was noch so alles passieren wird Smile
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katha

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BeitragThema: "32"   Di Jul 02 2013, 21:21

Juchu, da bin ich mal wieder. hallo Hallo Nicky, schön von dir zu hören Smile 
Und, ich habe euch den nächsten Teil mitgebracht. write 
Ihr wolltet ihn haben Wink Also keine Beschwerden ...Cool 
******************************

Nach weiteren Minuten, in denen sich Anna und Tom immer wieder strahlend und gleichzeitig fast ungläubig in die Augen schauten und vorsichtige Küsse austauschten, wurden sie durch einen nervigen Klingelton unterbrochen. Sie lösten sich unwillig voneinander und Tom kramte genervt sein Telefon hervor. „Virgin“, sagte er mißmutig, nachdem er einen Blick darauf geworfen hatte. Anna beobachtete ihn abwartend, während sie ihre Arme um sich schlang. Der Wind, der über die Elbe gestrichen kam und sie plötzlich wieder erfasste, nachdem sie nicht mehr die schützende Wärme von Toms Körper spürte, ließ sie erzittern. Tom schaute sie nachdenklich an. Er ließ sein Telefon immer noch Klingeln, nochmal und nochmal … dann steckte er sein Handy entschlossen in die Tasche. „Ne, für heute habe ich Feierabend.“ Er zwinkerte Anna zu, die ihn verwundert aber zugleich erfreut ansah. „Meinst du nicht, dass es wichtig sein könnte? Der ruft doch sicher nicht nur so an, um diese Uhrzeit,“ fragte sie skeptisch, aber Tom schüttelte lächelnd den Kopf. Er trat dichter an sie heran und rieb ihr wärmend über ihre Arme. Mit leicht amüsiertem Unterton sagte er, „Zum einen ist es immer lebenswichtig, wenn Bruno gerade irgendwas einfällt, und zum anderen gibt es Dinge, die viel wichtiger sind.“ Er warf Anna ein wissendes Lächeln zu. „Zum Beispiel, dass wir beide endlich ins Warme kommen.“ Er sah sich suchend um. „Was machen wir denn jetzt? Und wo wolltest du eigentlich hin?“ Anna zeigte aufs Wasser „Ich wollte eigentlich noch einen Halt weiter. Dort gibt es ein Restaurant auf dem Fähranleger. Ich dachte mir, dass es nett wäre, dort etwas zu essen.“ Wie durch ihre Worte herbeigerufen, ließ ihr Bauch ein tiefes Brummen ertönen. „Und wie du hörst, könnte ich so langsam echt mal was zu essen gebrauchen.“ Tom grinste frech. „Tja, mit uns wolltest du ja nicht essen gehen, weil du noch so satt warst.“ Anna zuckte beleidigt ihren Kopf beiseite. „Ne, wollte ich auch nicht.“ sagte sie spitz. „Das hat mir heute Mittag durchaus gereicht. Und außerdem war meine letzte Mahlzeit wirklich noch nicht lange her“, fügte sie rechtfertigend hinzu, denn Tom grinste sie immer noch keck an. „Und seit dem sind ja auch schon wieder Stunden vergangen.“ Tom strich ihr versöhnlich über ihre Wange. „Ist ja gut.“ Anna sah ihm in seine liebevollen Augen, die sie anzulächeln schienen und verdrängte ihren gerade aufgekommenen Unwillen. Sie hatte auch gar keine Lust sich den Moment mit Gedanken an Frau Kleinwächter zu vermiesen, schließlich stand Tom schon wieder direkt vor ihr. Nur wenige Zentimeter trennten sie von einander und prompt war die kurz verdrängte Nervosität auch schon wieder auf dem Vormarsch. Annas Atmung wurde ganz flach, weil sie sein Anblick fast in Ehrfurcht versetzte. Er sieht so gut aus … Auch Tom war schon wieder gefesselt durch ihren Anblick und die Spannung zwischen ihnen kletterte erneut in rasendem Tempo die Leiter hinauf. Jedes weitere Wort verflüchtigte sich … Er nahm Annas Gesicht in seine Hände und legte erneut seine Lippen auf die Ihren. So langsam wich die Vorsicht und die unsichere Scheu zwischen ihnen. Tom spürte ein warmes Gefühl in sich auflodern, als er ihre weichen, warmen Lippen fühlte und auch Anna fühlte sogleich, wie ihre Knie erneut weich wurden. Hmmm, sie ist einfach zu verführerisch, durchfuhr es Tom und seine Sehnsucht danach, Annas Körper zentimeterweise zu erkunden wurde immer größer. Sein Kuss wurde immer leidenschaftlicher, seine Zunge schob sich langsam in Annas Mund, während er die Berührungen ihre Hände auf seinem Oberkörper genoss, die ihm ein wohliges Kribbeln bescherrten. Er hätte ewig so weiter machen können, aber an diesem Ort? Seufzend löste er sich von Anna. Warum sind wir nur soweit weg vom Hotel?, ging es ihm durch den Kopf, als sich ein Brummen in sein Bewusstsein schob. Verwirrt schaute er auf und auch Anna folgte dem Geräusch. „Die Fähre, sie kommt zurück“, rief Anna erleichtert aus, denn auch sie haderte gerade mit den äußeren Umständen. Sie lächelte Tom verliebt an und stieß die Luft aus, um ihre körperliche Standfestigkeit, die gerade stark ins Wanken geraten war, zurück zu gewinnen. Sie wollte einfach nur noch ins Hotel. Sie griff nach Toms Hand, drückte ihm noch einen schnellen Kuss auf die Lippen und zog ihn hinter sich her zum Anleger. Hatte sie auch großen hunger, war der Drang danach, endlich mit Tom allein zu sein, noch viel größer. Na ja, alleine in einem etwas gemütlicherem Umfeld.

Eine halbe Stunde später hielt ihr Taxi vor dem Hoteleingang. Tom hielt Anna formvollendet die Tür auf und bot ihr seine Hand, die sie mit einem dankbaren Lächeln ergriff. Während der Rückfahrt hatte sich die Aufregung über der Neue und Unfassbare langsam ein wenig gelegt und war einer entspannten Ruhe gewichen. Anna fühlte sich so wohl in Toms Arm, der sie seit ihrer Abfahrt auf der Halbinsel eigentlich stetig umfangen hatte, und Tom spürte die Gewissheit, dass er sie nie wieder loslassen wollte. Immer wieder hatten sie sich ungläubige Blicke zugesendet und sich selig angelächelt, sobald sich ihre Augen begegneten. Sie hatten die meiste Zeit schweigend ihren jeweiligen Gedanken nachgehangen und einfach genossen, dass sie sich endlich gefunden hatten. Ein Wunder, wie beide fanden.
Und jetzt waren sie endlich im Hotel angekommen. Anna wurde von dem Prickeln der Vorfreude ergriffen und sie spürte, wie sich ihr Adrenalinspiegel erneut in die Höhe schraubte, als sie gemeinsam an den Hotelempfang herantraten. Voller Ungeduld nahm sie ihren Schlüssel in Empfang und lächelte Tom zaghaft zu. Ihm scheint es genauso zu gehen wie mir, ging es Anna durch den Kopf, denn Toms Schweigen war weniger souverän, als er es aussehen lassen wollte. Als sie mit einem einvernehmlichen Lächeln gemeinsam Richtung Aufzug aufbrechen wollte, wurden sie aufgehalten. „Herr Lanford, ich habe hier noch eine Nachricht für sie.“ Der Portier reichte Tom, der überrascht die Augenbrauen in die Höhe zog, einen Zettel, den er mit gerunzelter Stirn aufschlug und las. Seine Mimik wurde ernst und sein Blick huschte nervös zwischen Anna und dem Portier hin und her. Dann straffte er seine Schultern. Er beugte sich mit einem liebevollen Blick zu Anna hinab. „Ich muss noch kurz was erledigen. Ich komme dann zu dir, ok?“ Er küsste Anna auf die Wange und schenkte ihr sein schönstes Lächeln. Anna lächelte zögerlich zurück und nickte. Sie war irgendwie irritiert, denn sie hatte das Gefühl, dass sein Lächeln seine Augen nicht wirklich erreichte. Es war eher Verunsicherung, die sie zu erkennen glaubte. Aber sie wollte ihm nicht erneut misstrauen. Also sagte sie leise, „Bis gleich. Ich freu mich.“ Dann drehte sie sich um und ging. Als sie auf den Aufzug wartete, machte ihr Magen wieder mal auf sich aufmerksam. Er brummte so laut, dass sie von einem jungen Mann, der neben ihr stand belustigt angegrinst wurde. „Na, da ruft aber jemand nach Nahrung,“ sagte er und Anna nickte mit hochgezogenen Augenbrauen. Er hat recht, ich sollte die Zeit nutzen, um etwas zu essen, ging es ihr durch den Kopf. Entschlossen drehte sie sich auf dem Absatz um und ließ sich in dem kleinen Bistro des Hotels nieder. Sie bestellte sich etwas zu essen und hing ihren Gedanken nach. Sie bekam das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Belustigt über sich selbst, schüttelte sie den Kopf. Sie war so erleichtert, dass sie ihre eigenen Zweifel überwunden hatte, so glücklich, dass Tom sie nicht hatte ziehen lassen und so aufgeregt, was am heutigen Abend noch passieren würde. Sie schloss die Augen und erinnerte sich sofort daran, wie sich Toms Lippen auf ihren anfühlten. Oh Gott, … sofort wurde sie von einem heftigen Kribbeln erfasst. Ihr gesamter Bauchraum war erfüllt davon und sie fragte sich spontan, wo da eigentlich das Essen noch seinen Platz finden sollte. Leise seufzte sie auf und als sie sich zurück in die Gegenwart zwang und die Augen öffnete, erblickte sie ihn. Da ist er ja, freute sie sich über seinen Anblick, aber dann erstarb ihr Lächeln so schnell, wie es gekommen war. Ihm gegenüber saß schon wieder diese schreckliche Person. Sie drehte Anna den Rücken zu, aber es war eindeutig schon wieder Frau Kleinwächter. Was haben die denn schon wieder zu besprechen? Und warum hat er mir nichts davon erzählt? Das Kribbeln in ihrem Bauch verflüchtigt sich, wie ein Haufen Seifenblasen, die alle auf einmal zerplatzten und stattdessen zog der bittere Geschmack der Eifersucht einmal mehr in ihr herauf. Was hatte Tom erzählt? Sie hatte versucht ihm näher zu kommen … Anna zog die Augen zusammen und beobachtete die Beiden skeptisch. Nur kurze Zeit später sog sie scharf die Luft ein. Das darf doch nicht wahr sein? Warum tut er das? Sie hatte eindeutig genug gesehen. Schnell sprang sie auf, bat den Kellner, der ihren Weg kreuzte, ihr Essen doch bitte aufs Zimmer zu schicken und flüchtete eilig aus dem Raum, ehe der Kloß, der sich unaufhaltsam in ihrer Kehle festsetzen wollte, ihre Augen wieder einmal zum Sprudeln brachten. Als sie im Aufzug stand, lehnte sie den Kopf gegen die Rückwand und versuchte mit aller Macht die Tränen aufzuhalten. Nein, sie wollte nicht schon wieder wegen Tom weinen. Aber ihr Körper wehrte sich, wollte sich nicht überzeugen lassen. Sie wurde von einem Zittern ergriffen, was es ihr schwer machte aufrecht stehen zu bleiben. Sie krallte sich an der Haltestange des Aufzugs fest, stützte sich auf dem Weg in ihr Zimmer an der Wand des Flures ab, ehe sie sich in ihrem Zimmer angekommen erschöpft auf das Bett sinken ließ. Das kann doch alles nicht wahr sein. Was für ein Arsch. Sie fühlte die pure Enttäuschung und  war viel zu erschöpft um wirklich nachzudenken. Selbst die Tränen, die sich kurz zuvor noch aufdrängen wollten, waren wieder verschwunden und hatten eine völlige Leere in Anna hinterlassen. Sie saß da und blickte einfach bewegungslos vor sich hin. Bis es klopfte. Sie warf der Tür einen verwirrten Blick zu, drehte den Kopf wieder in seine Ausgangsposition zurück und sagte ernüchtert. „Ja, kommen sie rein und stellen sie das Essen auf den Tisch.“ Ehe sich die Tür geöffnet hatte, war sie schon ins Badezimmer geschlüpft. Sie hatte keine Lust sich der Welt zu zeigen, auch wenn es wohl nur eine höfliche Bedienung war, die da durch ihr Zimmer stiefelte. Anna blieb vor dem Spiegel stehen und sah einen Moment, in die im Spiegelbild erkennbaren Augen, die ihr gerade völlig fremd erschienen. Sie sahen müde aus, leer. Sie hatten nichts mehr von dem Strahlen, was noch kurz zuvor ihre Persönlichkeit hatte erleuchten lassen. Das ist doch ein böser Traum. Ich kann das einfach nicht glauben, ging es ihr erneut durch den Kopf und sie schüttelte selbigen kurz, aber wirklich zweifeln tat sie nicht. „Vergessen, Tom vergessen, das ist das Einzige was Sinn macht“, murmelte sie sich völlig abgeklärt zu und als sie im Hintergrund des Spiegelbildes die Dusche ersah, beschloss sie gleich damit anzufangen. Sie zog sich schnell aus und stellte sich unter den heißen Wasserstrahl, der ihr ein wenig Ablenkung und Entspannung geben sollte. Sie konzentrierte sich darauf, wie die Tropfen auf ihre Haut trafen, wie das Wasser über ihren Körper lief und ihre Haut langsam erhitzte. Anfangs durchschoss sie noch der spontane Gedanke, wie es wohl wäre, wenn Tom mit ihr hier wäre … aber sogleich führte ihr ihre Stimme der Vernunft die eben gesehene Szene vor Augen und lachte hämisch auf, ob ihres blinden Vertrauens. Sie sah es noch einmal vor sich. Tom saß mit seiner Begleitung dort an diesem Tisch. Er lächelte diese Frau eindringlich an und nahm dann ihre Hand in seine. Er beugte sich ein Stück zu ihr und sprach sehr vertrauensvoll auf sie ein, während seine Mimik ein liebevolles Lächeln zierte und dann nahm er ihre Hand und drückte einen Kuss auf ihre Finger. Danach war Anna abgehauen, aber sie war sich sicher, dass da noch mehr gekommen war.Sie schüttelte sich, als sie die Situation noch einmal vor ihrem inneren Auge ablaufen sah. Die Beiden wirkten einfach viel zu vertraut, als das es eine reine Geschäftsbeziehung sein konnte. Ein heftiger Schmerz durchfuhr Annas Brust und sie krümmte sich ein wenig zusammen. Sie versuchte mit aller Macht jeglichen Gedanken aus ihrem Kopf zu verdrängen. Zur Unterstützung  stellte sie die Dusche heißer und während sie die Zähne zusammen biss, um den Temperaturen zu trotzen, gelang es ihr tatsächlich alle anderen Empfindungen zu verdrängen. Sie dachte wirklich nicht. Nicht an Tom, nicht an die Zukunft, aber auch an nichts Anderes. Sie fühlte sich, als habe sich eine schwere Decke auf sie gelegt, die alle Gedanken und Gefühle unter sich begrub.

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Di Jul 02 2013, 22:12

Oh neinnnnn,liebe Katha was machst du mit uns:o ich packs nicht.Da meint man jetzt wird alles

gut,und dann sowas.Oh Gott jetzt wird Anna Tom nicht glauben das da nichts ist und dann wieder

aufdiemütze .Bitte ganz liebe Katha denk an unsere Nerven, und schenk uns ganz viel Liebe und das

ganz schnell.Lg.Carla

Ps.Das ist keine beschwerde nur ein leichter Anfall:Evil or Very Mad 

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Mi Jul 03 2013, 17:11

Ach und das ist bestimmt Tom der da ins Zimmer gekommen ist.Kann es nicht erwarten weiter zu lesen.Allso bitte:beeildich: 

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Do Jul 04 2013, 11:06

Na huch, was ist denn das nun wieder. Die Szene zwischen Tom und dieser Person klang ja mehr als nur vertraut oder hat da Annas Fantasie wieder völlig verrückt gespielt und sich Bilder vorgaukeln lassen, die gar nicht da waren? Oder spielt Tom da wirklich ein übles Spiel ... Kann ich mir aber ehrlich gesagt nicht vorstellen. Mhmm ..., wie auch immer, bitte erlöse uns von dieser quälenden Frage. ichdrehgleichdurch 

Freue mich auf eine baldige Fortsetzung.

LG, Mini

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BeitragThema: "33"   Do Jul 04 2013, 21:42

Und da geht es dann auch weiter. Mal sehen, was ihr jetzt sagt Razz 
Ach, und Mini ... Mein Teil vom Deal wäre erfüllt (ich hoffe, du hast ihn schon gelesen idontknow)
********************************

Als Anna das Badezimmer, in dem der heiße Dunst nur so waberte, schließlich im Bademantel und mit nassen Haaren verließ, blieb sie erstaunt in der Tür stehen. Da vor ihr, auf ihrem Bett, saß Tom und blätterte, lässig auf seinem Ellenbogen gelehnt, in ihren Unterlagen, die sie bei ihrer Ankunft einfach aufs Bett hatte fallen lassen. Was tut er hier?, fragte sich Anna, aber wirklich berühren tat sie seine Anwesenheit nicht. Es war eher eine Art Verwunderung, die sie in ihrer Gefühlstaubheit schwach verspürte. Verwunderung, da sie sich doch gerade gedanklich damit arrangiert hatte, dass Tom für sie wohl doch nicht die Zukunft bedeuten würde. Es dauerte einen Moment ehe Tom Anna bemerkte, die immer noch im Rahmen der Badezimmertür stand. Er ließ seinen Blick über ihren Anblick gleiten und lächelte sie mit diesem Lächeln an, bei dem Anna im Normalfall das Gefühl ereilte, dass er es nur für sie reserviert hatte. Tom fand sie hinreißend, wie er sie einfach immer hinreißend fand. Egal ob in Jeans, dem kleinen Schwarzen oder eben im Bademantel. Sie sah für ihn zum Anbeißen aus, und dass sie sich ihm so zeigte, vermittelte ihm ebenfalls wieder dieses gute Gefühl von Zuhause, denn wirkliche Gäste begrüßte man schließlich nicht in so einem Aufzug. „Na, war dir so kalt, dass du erst mal eine heiße Dusche brauchtest?“ fragte er mit besorgtem Unterton in der Stimme. Anna sah seinen liebevollen Blick und hörte seine anteilnehmende Stimme, aber diese Wahrnehmungen lösten nichts in ihr aus, prallten einfach von ihr ab. Daher sah sie ihn einfach nur in sich gekehrt an. Ein paar Sekunden später fragte sie ihn, ohne eine Regung zu zeigen, „Was tust du hier?“ Tom grinste belustigt. „Auf dich warten. Ach so, und das Essen hatte ich leider nicht dabei, so dass ich es nicht auf den Tisch stellen konnte.“ Er wirkte völlig locker und gelöst. Annas Blick, der immer noch versteinert auf ihm lag, huschte kurz zum Tisch herüber ehe sie ihn wieder ansah. „Anna, ist alles in Ordnung?“ drang aus der Ferne seine Stimme zu ihr durch. Scheinbar wurde er sich langsam bewusst, dass sich ihre Stimmung, seit ihrem vorübergehenden Abschied am Empfang, entschieden verändert hatte. Anna fühlte sich wie in Watte gepackt, völlig abgeschottet, vermutlich um sich selbst zu schützen, aber tief in ihr drin begann es gerade leise zu brodeln und dieser Tatbestand weckte auch ihre Gedanken und Gefühle langsam wieder auf.
Was sollte das alles? Warum spielte er ihr so eine Schmierenkomödie vor? Sie konnte es einfach nicht verstehen. Kurz schüttelte sie den Kopf, ehe sie ihn nüchtern fragte, „Wie kannst du da so entspannt liegen, und mir den Eindruck vermitteln, dass wir eine Zukunft hätten, wo du doch gerade noch …“ Es klopfte und sie brach ab. Sie warf ein gelangweiltes „Herein“ Richtung Tür und wies kurz auf ihren Tisch, als die junge Hotelangestellte fragte, wohin sie das Essen stellen solle. Anna verfolgte ihren Lauf zum Tisch und zurück, ehe sie ihre Aufmerksamkeit wieder auf Tom richtete, der sie unverwand ansah und völlig ratlos aussah. Das hat doch alles keinen Sinn, ging es ihr deprimiert durch den Kopf, als die Zimmertür leise ins Schloss fiel. „Anna, was ist los? Was habe ich gerade noch …?“ Tom hatte sich mittlerweile aufgerichtet und seine ganze Haltung, wie auch seine Stimme, brachten völliges Unverständnis zum Ausdruck, und gerade diese Ahnungslosigkeit, die von ihm ausging, ließ das leise Brodeln in Anna aufkochen. „Wie gut kennst du Frau Kleinwächter eigentlich?“, fragte sie bemüht ruhig nach. Jetzt wollte sie es doch hören, und zwar aus seinem Mund. Er sollte zugeben, dass er ihr die heile Welt vorspielte, während er gleichzeitig anderen Frauen Avancen machte.
Toms Augen zogen sich skeptisch zusammen. Er sah aus, als versuche er verzweifelt sich einen Reim aus ihrem Auftritt und ihren Worten zu machen. „Ich habe sie ein paar Mal bei verschiedenen Modeschauen getroffen, und dann heute. Warum fragst du das?“ Anna schüttelte innerlich den Kopf, während sie weiterhin in ihrer Stellung verharrte. Sie war unendlich enttäuscht. Er hat es nicht einmal nötig ehrlich zu sein, wenn ich ihn direkt darauf anspreche, dachte sie ernüchtert. „Aha, … Dafür seid ihr aber ganz schön vertraut miteinander“, folgerte sie kühl. Toms Augen verengten sich zunehmend, offensichtlich wurde er langsam wütend. „Anna, was soll das alles? Ich habe dir von dem Abendessen erzählt …“ „Das meine ich auch gar nicht“, unterbrach ihn Anna schnell. „Tom, für wie blöd hältst du mich eigentlich? Ich habe euch gesehen … eben im Bistro.“ Anna konnte es einfach nicht fassen, und mittlerweile wurde es ihr auch irgendwie zu doof. „Weißt du was, ich glaube es ist besser, wenn du jetzt gehst.“ Sie funkelte ihn wütend an und zeigte unmissverständlich zur Tür. Aber Tom ging nicht. Im Gegenteil. Er saß da und reagierte erst mit einiger Verzögerung, da er ihre Worte erst einmal mit seiner Gefühlswelt und der aktuellen Situation in Einklang bringen musste. Und was er dann von sich gab, machte Anna noch wütender. „Das eben war nicht Frau Kleinwächter.“ Er stand auf und ging auf Anna zu, die voller Abwehr die Arme vor der Brust verschränkte und ihn zornig anfunkelte. „Ach so, dann gibt es also noch mehr Frauen in der Stadt, denen du Avancen machst. Das macht es jetzt besser“, schoss sie sarkastisch zurück. Tom betrachtete sie musternd und um seine Lippen zuckte ein kleines Lächeln, denn irgendwie freute ihn ihre Eifersucht. Aber Anna gab diese Reaktion endglültig den Rest. Sie begann vor Wut zu zittern und stieß energisch die Luft aus. Sie war entschlossener als je zuvor, ihn endgültig aus ihrem Leben zu schmeißen. Aber Tom kam ihr zuvor. Er stand direkt vor ihr und sah sie eindringlich an. „Das eben war Carla.“ Anna riss die Augen auf und starrte Tom entsetzt an, als die Worte den Weg zu ihrem Gehirn gefunden hatten.  „Wow!“ entwich es ihr. Glaubt er wirklich, dass mich das beruhigt? Anna merkte, dass der Boden unter ihr begann zu schwanken. Wankend trat sie zwei Schritte zurück und wollte die Tür zuknallen. Sie konnte die Nähe zu Tom einfach nicht mehr ertragen. Und wenn er ihrer Aufforderung nicht folgte, würde sie halt den Rückzug antreten. Hauptsache, sie musste ihn nicht mehr sehen. Aber Tom hatte ihr Vorhaben erkannt, und seinen Fuß zwischen Türrahmen und Tür gestellt. Anna drückte trotzdem verzweifelt gegen die Tür. „Geh! Hau ab! Carla wartet sicher schon!“, sagte sie mit zittriger Stimme, die ziemlich deutlich zeigte, dass sie kurz vor einem wirklichen Ausraster oder aber einem Zusammenbruch stand. Tom blies angestrengt die Luft aus und schüttelte verbittert den Kopf. Er würde sich nicht schon wieder weg schicken lassen. Nicht, bevor Anna endlich erfahren hatte, was er für sie empfand … und auch was gerade passiert war. „Anna, jetzt hör doch mal zu.“ forderte er ernst. Er drückte nun seinerseits vorsichtig gegen die Tür, und endlich gab der Druck auf der anderen Seite nach. Tom konnte gerade noch reagieren und die Tür festhalten, so dass sie nicht mit voller Wucht aufflog und Anna vielleicht noch getroffen hätte. Aber sie war bereits zurück getreten und starrte ihn wieder einmal nur an. Sie schritt weiter zurück, vergrößerte erneut den Abstand zu ihm, bis sie an der Toilette anstieß. Ihr standen die Tränen in den Augen, ihre Unterlippe zitterte und insgesamt wirkte sie tatsächlich, als würden sie ihre Beine nicht mehr halten wollen. Aber am Schlimmsten waren ihre Augen, die ihn durch die Tränen hindurch völlig niedergeschlagen anschauten. Tom stand immer noch mit dem Türgriff in der Hand im Türrahmen und beobachtete sie angespannt. Er hatte Angst sich ihr zu nähern, denn sie wirkte auf ihn, wie ein in die Ecke gedrängtes Tier, was keinen Ausweg mehr sah. Langsam und unsicher ließ sie sich auf den Klodeckel sinken und stierte vor sich hin. Sie wollte Tom nicht mehr sehen und nicht mehr hören. Schützend zog sie die Knie an sich und versteckte sich in ihren Armen. Sie schloss die Augen und ließ lautlos die Tränen zu, die ihr bereits seit einer geraumen Zeit in den Augen brannten.
Toms Herz zog sich vor Mitgefühl schmerzhaft zusammen, ein Gefühl, was er seit Jahren nicht mehr gespürt hatte. Sie hat einfach kein Vertrauen zu mir, wurde ihm wieder einmal bewusst, und auch das schmerzte, vor allem weil er so glücklich hier bei ihr angekommen war. Er war versucht den Kopf in den Sand zu stecken, ihrer Aufforderung nachzukommen, und ganz schnell das Hotelzimmer zu verlassen, aber irgendwas hielt ihn. Nein, nicht irgendwas. Annahielt ihn. Er würde sie nicht aufgeben, und schon gar nicht wegen eines so dämlichen Missverständnisses. Trotzdem zweifelte er ob er das Richtige tat. Unsicher schritt er auf Anna zu und hockte sich vor sie. Er legte seine Hände auf ihre nackten Füße und hielt sie fest. Vielleicht weil es der entfernteste Kontakt war, den er zu ihr aufnehmen konnte, oder aber, weil er sich an ihr festhalten wollte, sie festehalten wollte. Er wartete einen Moment, sortierte nochmal seine Gedanken und begann zu sprechen. „Ich wollte dir gerade davon erzählen ... Carla war hier um sich von mir zu verabschieden“, sagte er leise und hoffte sehr, dass Anna reagieren würde. Aber da eine Reaktion ausblieb redete er weiter, während er seine Daumen beobachtete, die unablässig über Annas Fußrücken strichen. Wahrscheinlich versuchte er sich selbst zu beruhigen; die Sorge zurück zu drängen, dass er sie nicht erreichen würde. „Carla war in den letzten Tagen bei ihrer Familie, mit der sie jahrelang zerstritten war. Sie haben ihre Differenzen offenbar geklärt und Carla will jetzt in die Firma ihrer Eltern einsteigen“, erklärte er. „Sie hat schon mit Bruno geredet und hatte einen Aufhebungsvertrag dabei, den wir eben unterschrieben haben.“ Anna, die am liebsten die Finger in die Ohren gesteckt hätte, als Tom zu reden begonnen hatte, hob jetzt langsam den Kopf. Hab ich das richtig gehört? Carla geht?, fragte sie sich gerade ungläubig. Ihre Augen, die vom Weinen völlig verquollen waren, suchten Toms, um darin nach der Wahrheit zu suchen und er lächelte sie entschuldigend von unten herauf an.  „Mann ..." Er fuhr sich durchs Haar und stieß die Luft aus. "Ich habe ihr gegenüber wirklich ein schlechtes Gewissen gehabt, nachdem ich ihr so eine Abfuhr erteilt habe … und ich habe mich einfach gefreut, dass Carla trotzdem eine neue Perspektive für sich sieht", sagte er zerknirscht, denn mittlerweile hatte er zumindest verstanden, dass seine vertrauensvolle Unterhaltung mit Carla der Auslöser für diesen erneuten Rückschlag war " … und außerdem bin ich froh, dass sie uns nicht im Wege stehen wird. Ich hatte schon ein wenig Sorge, wie das in der Firma mit euch beiden funktionieren würde.“ Tom lächelte verlegen zu Anna auf, die ihre Augen fest in seine bohrte. „Ja Anna, ich habe Carlas Hand gehalten und wir haben uns zum Abschied auch in den Arm genommen und uns einen Kuss gegeben. Anna, sie war jahrelang meine Freundin und ich wünsche ihr einfach, dass sie glücklich wird.“ Anna nickte, bestätigte Tom damit, dass sie ihn verstanden hatte und innerlich ohrfeigte sie sich dafür, dass sie so überreagiert hatte, ohne die Hintergründe zu kennen. Sie hob ihre Hände, die immer noch zitterten und rieb sich über ihr Gesicht, ehe sie verlegen auf ihre Füße schaute. Sie war völlig fertig, und hatte Tom ihr jetzt auch die Situation erklärt, war sie trotzdem total verunsichert. Warum war sie so misstrauisch? Warum gab sie immer wieder klein bei und gab auf, anstatt zu kämpfen, so wie sie es früher getan hätte? Hatte sie sich nicht genau das vorgenommen? Auf ihr Herz zu hören und zu kämpfen? … War er vielleicht doch nicht der Richtige? … Oder war sie einfach noch nicht so weit, wie sie selbst hatte glauben wollen? Fragen über Fragen, die durch ihren Kopf schossen, und ein riesiges Chaos verursachten ... bis sie spürte, wie ihr Kinn sanft umfasst wurde. Tom hob sachte ihren Kopf, so dass er ihr in die Augen sehen konnte und Anna schob ihr Gedankenkarussell erleichtert beiseite, was aber ihre Verunsicherung nicht verringerte. „Anna, die Frauen da draußen sind mir alle völlig schnuppe. Ich liebe dich … und nur dich“, sagte Tom mit ernstem Blick. Anna starrte einige Sekunden regungslos in seine Augen. Dann begannen ihre Lippen erneut zu Zittern und prompt machte sich ihre Tränenflüssigkeit wieder auf den Weg ihre Augen zu fluten. Unsicher schaute sie ihn an, bohrte ihren Blick erneut in das Blaugrau seiner Augen, das liebevoll und aufrichtig wirkte. Sie öffnete den Mund und schloss ihn gleich wieder. Das wiederholte sich noch einmal, bevor sie mit bebender Stimme fragte „Und du bist wirklich sicher?“ Tom nickte bestimmt, aber Anna war immer noch nicht wirklich überzeugt. „Und so was, wie in Mailand …“ Sie kam nicht dazu ihre Frage zu Ende zu bringen, denn Tom schüttelte schon den Kopf und flüsterte ein leises aber entschiedenes „Versprochen!“. Anna spürte, wie mit einmal der ganze Druck von ihr abfiel. Er liebte sie, er hatte es gesagt, ... und sie glaubte ihm. Plötzlich brachen alle Dämme. Anna begann herzzerreißend zu Weinen.
Tom war im ersten Moment völlig perplex, hatte er sich doch eine andere Reaktion gewünscht und auch erwartet, aber er hatte so eine Ahnung, dass da gerade mehr aus Anna herausbrach, als ihre Eifersucht auf Carla oder Frau Kleinwächter. Vermutlich ging es darum die Vergangenheit loszulassen, sich wirklich auf eine neue Liebe einzulassen, Vertrauen zu fassen; und dass das für Anna nach so kurzer Zeit nicht einfach war, konnte er nur zu gut verstehen. Vielleicht war er sogar ein Stück weit erleichtert, dass nicht nur er so mit sich kämpfen musste, bevor er es endlich geschafft hatte sich seinen Gefühlen zu stellen. Er beugte sich vor und zog sie zu sich heran, und spontan klammerte Anna sich wie Klammeräffchen an seinen Oberkörper. Tom strich ihr beruhigend über den Rücken, er wollte ihr die Zeit geben, die sie brauchte. Als sie sich jedoch gar nicht beruhigen wollte und seine Knie schmerzhaft auf sich aufmerksam machten, umfasste er sie vorsichtig, hob sie hoch und trug sie zum Bett hinüber. Er setzte sie ab, trat sich schnell seine Schuhe von den Füßen und zog sie dann mit sich ein Stück auf das Bett um sie sogleich wieder in den Arm zu nehmen. Anna ließ alles mit sich geschehen. Sie vergrub sich an seiner Schulter und ganz langsam wurde ihr Schluchzen leiser.

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Do Jul 04 2013, 22:36

Oh wie schön, liebe Katha wie kannst du gerade jetzt aufhören? Ich wußte das es Tom war der ins Zimmer gekommen ist.Ich kann es nur immer wieder sagen (oder schreiben Smile  ) du schreibst so wunder wunder schön.Wie du die Gefühle der beiden beschreibst ist so toll. So jetzt aber genug mit der Bauchpinselei. Bitte schreib ganz schnell weiter bekommst auch ganz frische flowers 
Lg.Carla

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Sa Jul 06 2013, 16:05

Oh wie schön. Da ist ja doch noch alles ganz ganz anders gekommen. Dass Tom ein falsches Spiel spielen würde, hatte ich ja nicht wirklich vermutet, aber das das Carla war, das hat mich dann schon überrascht. Schön, dass sie weg ist. Ich wünsche ihr ein schönes Leben ... super 

Wie gehts jetzt mit Anna und Tom weiter???

LG, Mini (die überhaupt nicht ungeduldig ist) Smile 

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BeitragThema: "34"   So Jul 07 2013, 23:17

So, hier dann doch noch meine Fortsetzung, so zum Ende des Wochendes.
Viel Spaß! Uhrzeitmäßig liegen wir ja richtig Wink 
*****************************

„Es tut mir so leid“, wimmerte Anna leise an Toms Brust, ohne ihn anzusehen. „Psch, alles ist gut,“ beruhigte Tom sie leise und ließ sich langsam mit ihr im Arm in die Kissen sinken, bis sie eng aneinander geschmiegt zum Liegen kamen. Toms Herz pochte in lautem Takt, während er ihr mit vorsichtigen Berührungen Trost spendete. Trotz dieser Ausnahmesituation genoss er es, für sie da sein zu können und sie im Arm zu halten. Er hielt sie ganz fest, strich immer wieder sachte durch ihr Haar und drückte kleine Küsse auf ihren Kopf, und als das Zucken ihrer Schultern endgültig aufgehört hatte, schob er sie langsam ein Stück von sich weg und sah ihr verständnisvoll in die Augen. Anna schenkte ihm ein zögerliches Lächeln. „Danke“, wisperte sie leise. Toms Herz quoll sogleich über. Ihre Abwehr war komplett verschwunden und auch die enttäuschte Verzweiflung war verflogen; Sie war wirklich wieder bei ihm. Langsam beugte er sich zu ihr und begann sachte ihre Tränen weg zu küssen. Sein Mund wanderte bedächtig von einem Auge zum andern, zog seine Bahn über ihre feuchten Wangen, bis er seine Lippen zärtlich über ihre gleiten ließ. Anna entspannte sich langsam und seufzte leise auf. Sie umfasste Toms Nacken und zog ihn zu sich. Sie musterte sein Gesicht eingehend, während ihre Hände die glatte Haut erfühlten, bis sie bei seinen Lippen verharrte, die sie zaghaft anlächelten. Sie löste ihre Hände durch ihren Blick ab, der zwischendurch immer wieder in Toms Augen landete, und zog ihn zu sich. Ihre Lippen fanden sich im Zeitlupentempo aber dann war alle Vorsicht erloschen. Sie küssten sich voller Leidenschaft, erforschten den jeweils anderen mit einem Hunger, der nicht zu stillen war und innerhalb kürzester Zeit tobte die Sehnsucht fast unaufhaltsam in ihnen, den nächsten Schritt zu tun. Tom löste sich heftig atmend von Anna und legte seinen Kopf aufs Kopfkissen, so dass er sie betrachten konnte. Er brauchte dringend eine Pause, um nicht über sie her zu fallen, wie ein hungriges Tier, denn seine Sehnsucht nach ihr war in den letzten Tage stetig gewachsen. Seine Selbstbeherrschung hing nach dem emotionalen Stress, den er ausgehalten hatte, seit er sich seine Gefühle für sie eingestanden hatte, an einem wirklich seidenen Faden, den er aber erst kappen wollte, wenn Anna wirklich so weit war. Sein Brustkorb hob und senkte sich im schnellen Takt und Anna, die ihren Kopf ebenfalls abgelegt hatte, lächelte ihn mit einem Strahlen an, das sein Herz immer wieder aufs Neue aus dem Takt brachte. Langsam stahl sich ein schelmisches Grinsen auf sein Gesicht und prompt zogen sich Annas Augenbrauen fragend zusammen. „Was?“ fragte sie mit skeptischem Unterton. „Also doch …“ begann Tom. „Ich hatte zwischenzeitlich wirklich Sorge mich geirrt zu haben“, sagte er leise und erntete nur ein unverständiges Kopfschütteln. „Ich wusste doch, dass du mich liebst“, antwortet er frech auf Annas unausgesprochene Frage und fügte grinsend hinzu, „und du warst heute eifersüchtig.“ Anna zog langsam die Brauen in die Höhe und betrachtete ihn skeptisch. „Du bist ja mal ganz schön überzeugt von dir.“
Tom rückte ein Stück näher an Anna heran und strich ihr zärtlich über den Rücken. Dann zog er sie an sich, bis sich ihre Nasenspitzen fast berührten und er ihre Wärme an seinem Körper fühlen konnte. Ihr Duft benebelte seine Sinne, so dass er fast vergaß, dass er etwas sagen wollte. Aber dann sah er Anna wieder in die Augen … „Ne, bin ich nicht. Aber ich habe mir ein Beispiel an dir genommen und auf mein Herz gehört … Na ja, es wäre auch ziemlich schwierig gewesen es weiterhin zu ignorieren, so laut wie es geschrien hat.“ fügte er sachlich hinzu. „Aha,“ antwortete Anna nüchtern. „Und was hat dein Herz so zu sagen?“ Tom lächelte verlegen, „Na ja, es schreit schon eine ganze Weile, dass ich ihm endlich zuhören soll, … weil es mir nämlich schon lange sagen will, dass es nur Liebe sein kann, was da zwischen uns ist.“ Er sah sie fast scheu von unten herauf an und Annas Herz schlug vor Freude Purzelbäume. Ihre theaterreife Mimik fiel erstaunt in sich zusammen und wich einem entzückten Blick. Sanft ließ sie ihre Hand über Toms Wange gleiten. „So so, solch schlaue Sachen verrät dir dein Herz also“, sagte sie leise. All ihre Verzweiflung war verflogen, und sie fühlte sich als würde sie weit über dem Boden schweben, so glücklich war sie. „Ich habe es dir doch gesagt, das Herz lässt sich eben nicht manipulieren. Und in diesem Fall würde meins wohl in das Geschrei mit einfallen.“ Anna zögerte einen Moment, während ihre Augen ruhig in seinen lagen. „Tom, ich liebe dich, und ich …“ sie stockte und schlug beschämt die Augen nieder. Sie schämte sich für ihr wiederholtes Misstrauen. Doch ehe sie weiter sprechen und es erklären konnte, oder sich zu mindest dafür entschuldigt hatte, hatte Tom ihr bereits einen Finger auf den Mund gelegt. Sie schaute erstaunt auf und landete in den glücklich leuchtenden Augen Toms. Er schüttelte einfach nur den Kopf. Sie musste nichts sagen. Sie hatte die Worte ausgesprochen, die er sich so sehr herbei gewünscht hatte und das war es, was für ihn zählte. Er war sich sicher, dass sein Grinsen, dass sich ungefragt auf sein Gesicht geschoben hatte, nie wieder verschwinden würde. Spontan drehte er sie auf den Rücken und beugte sich über sie um sie besser betrachten zu können. Anna quietschte kurz auf, zog ihn aber sofort zu sich und sah fasziniert zu ihm auf. Seine Augen waren erfüllt von Liebe; durchdrangen sie, als wollten sie tief in ihre Seele sehen und öffneten sich gleichzeitig für ihren Blick. Ein Schauer der Aufregung durchfuhr ihren Körper, endlich hatte die Nachricht des Glücks und der Liebe auch den letzten Winkel erreicht. Tom näherte sich ihr langsam und küsste sie scheu, zärtlich, während er seine Hand über ihren Hals gleiten ließ. Er knabberte an ihren Ohrläppchen und zog eine Spur zurück zu Annas Mund, um ihre Lippen mit seinen einzunehmen. Als sie sich das nächste Mal voneinander lösten, ließ Tom seinen Blick über ihren Körper gleiten und sah, dass sich der Gürtel von Annas Bademantel gelockert hatte. Der Stoff hatte sich auseinandergeschoben und einen Streifen ihrer hellen Haut freigelegt und Tom, der diesen Tatbestand mehr als begrüßte, wurde fast verrückt bei diesem Anblick. Er wollte sie unter seinen Händen fühlen, sie sehen, sie spüren. Voller Erregung küsste er sie erneut, während er ihre weiche Haut flüsterzart mit seinen Fingerkuppen liebkoste. Sie zogen eine Spur über ihre Kehle zu den Grübchen ihrer Schlüsselbeine, bevor sie langsam ihren Weg hinab suchten. Sie durchfuhren das Tal von Annas Brüsten, die immer noch verdeckt waren und blieben letztlich dort liegen, wo sich der Bademantel wieder schloss. Tom, der Anna während der Reise seiner Finger unentwegt geküsst hatte, löste sich von ihr und holte tief Luft um bei Sinnen zu bleiben. Er sah sie fragend an und zupfte vorsichtig an dem Gürtel, „Darf ich?“ Es nur ein leises Wispern was er unsicher heraus presste. Anna, die es genossen hatte, wie Tom sie berührte und die es gleichsam drängte mehr von Tom zu sehen und zu spürten nickte lächelnd. Unvermittelt zog ihr ein heftiges Kribbeln durch den Bauch und sie konzentrierte all ihre Sinne darauf, was da auf ihrem Körper passierte. Tom klopfte sein Herz derweil bis zum Hals. Seine Erregung loderte wild auf und machte ihn fast handlungsunfähig. Mit fahrigen Händen zog er die Schleife des Gürtels auf und löste die beiden Bänder, die dort ineinander verschlungen waren. Er schaut prüfend in Annas Gesicht, das gerade alles andere als entspannt aussah, ihm aber deutlich signalisierte, dass sie es ebenso wollte, wie er. Ihr Brustkorb hob sich im hektischen Takt und sie selbst hatte das Gefühl gleich zu hyperventilieren. „Los, mach schon“, quängelte sie ungeduldig. Toms Gesicht wurde von einem frechen Grinsen heimgesucht. „Wer wird denn da so ungeduldig sein?“, fragte er, was von einem unwilligen Knurren beantwortet wurde. Aber nur einen Moment später schloss Anna genießerisch die Augen, als Tom endlich seine Hand auf ihren Bauch legte. Er selbst wurde von einer plötzlichen Hitze erfasst, als er Annas weiche Haut spürte. Sachte schob er seine Hand unter den Bademantel und strich dann langsam ihren Oberkörper hinauf. Über ihren Bauch, ihre Rippen, ihre Brust, bis er an ihrer Schulter ankam und der dicke Frottestoff lediglich noch ihren Arm umhüllte. Er ließ seine Hand zurück gleiten und wiederholte dieses Spiel auf der anderen Seite. Anna fühlte sich so gut an, ihre Rundungen waren so erregend, ihre Brustwarzen, die sich ihm entgegen streckten so verführerisch und als sie dann fast nackt vor ihm lag, ließ er einen ehrfürchtigen Blick über sie gleiten und schluckte heftig. Er hatte nicht erwartete, dass sie gar keine Unterwäsche trug, und schmerzhaft machte sein Unterleib ihn auf den Tatbestand aufmerksam, dass er im Gegensatz zu ihr noch viel zu viele Kleidungsstücke anhatte. Er rang einen Moment mit sich, ob er sich ebenfalls schnell entblößen sollte, als Anna sich aufsetzte und ihm die Entscheidung abnahm. Sie schob bestimmt ihre Hände unter seinen Pullover und schob ihn in die Höhe und als Tom ihn schnell über den Kopf zog spürte er bereits wie sie sanft über seine Brust streichelte. Er sah zu ihr herab und als er ihren beeindruckten Gesichtsausdruck erhaschte, schwellte ihm vor Stolz die Brust. Anna schubste ihn auf den Rücken und kletterte flink über ihn. Sie küsste seine Brust, seine Schultern, seinen Hals bis sie seinen Mund mit ihrem einnahm. Ihre Zungen fanden sich, tanzten einen wilden Tanz, während sich ihre Körper endlich berührten und sie sich gegenseitig mit unentwegten Streicheleinheiten erkundeten. Sie fühlten sich wie im siebten Himmel. Mal übernahm der eine, mal der andere die Führung, aber stetig war ihr Handeln von kleinen Seufzern begleitet. Anna spürte Toms Erregung deutlich an ihrer Scham, und da sich auch ihre Gefühle zunehmend in ihrer Körpermitte sammelten, löste sie sich von Tom und raunte ihm leise zu. „Du hast immer noch viel zu viel an.“ Schnell wanderte sie ein Stück zurück und machte sich an Toms Gürtel zu schaffen, während er angespannt da lag und sie beobachtete. Er war ihr dankbar, dass sie gerade kein verführerisches Spiel daraus machte ihn zu entkleiden, denn er war sich nicht sicher, wie lange er sich noch im Griff hätte, wenn er weiter gereizt würde. Er schloss die Augen, und versuchte gleichmäßig zu atmen, während Anna ihm zügig seine Hose auszog. Er fragte sich, was eigentlich mit ihm los war. Er hatte wahrlich schon wildere Spielchen erlebt, im Bezug darauf war Carla nun wirklich alles andere als ein Waisenmädel gewesen, aber Anna … Ihre bloße Nähe, ihr Anblick, ihre einfachen Berührungen reichten völlig aus um ihn an die Grenzen seiner Beherrschung zu bringen. War es das Neue, was ihn so erregte? Oder die Gefühle, die der gemeinsamen Erfahrung eine ganz andere Qualität verliehen? Er zuckte fast erschrocken zusammen, als er durch Annas Hände, die sich plötzlich doch auf seine Knie legten, aus seinem gedanklichen Spaziergang gerissen wurde. Sie fuhren langsam seine Oberschenkel hinauf und er keuchte spontan auf. Seine Hände krallten sich in die Decke unter ihm, seine Augen waren weit aufgerissen und blitzten vor Erregung und gleichzeitger Sorge. Sie lächelte und fragte offensichtlich belustig, „Alles ok?“ Tom nickte zögerlich und beobachtete, wie Annas Hände immer weiter wanderten und sich schließlich ihren Weg über seine Hüften suchten. Erleichtert, dass sie sein sensibelstes Körperteil verschonte, oder zumindest noch verschonte, stieß er atemlos ein, „Ich glaube schon“ hervor und ließ den Kopf wieder ins Kissen fallen. Aber da hatte er sich getäuscht. Während er versuchte seine Fassung zurück zu erlangen, nahm Annas Hand einen kurzen Umweg über seinen Bauch, nur um gleich wieder in tiefere Gefilde zu wandern. Gleichzeitig begann sie ihm zarte Küsse auf seine Brust zu hauchen. Prompt entfuhr Tom ein tiefes Stöhnen, als ihre Finger seine weiche Haut berührten. Eine kleine Stimme schrie unmittelbar in ihm auf, „Nein, du kannst sie nicht gewähren lassen, nicht wenn du …“ Erneut stöhnte er, während seine Atmung immer hektischer wurde. Er spürte, dass er die Kontrolle über seinen Körper immer mehr einbüßte, der sich Annas Aktivitäten völlig hingeben wollte. Ehe er hoffnungslos verloren war, zwang er sich erneut den Kopf zu heben. Mit einem ziemlich gequältem Gesichtsausdruck sah er Anna flehend an. „Anna, nicht …“ Er schüttelte den Kopf, aber als er auf Annas amüsiertes Lächeln stieß, wusste er, dass er selbst aktiv werden musste, wenn er ihrer süßen Qual nicht erliegen wollte. Er holte noch einmal tief Luft um ein wenig seiner Energie zu sammeln, die sich eigentlich gerade komplett in seine Lendenregion verabschiedet hatte, um die eigenen Ziele zu verfolgen, und setzte sich schließlich entschlossen auf. Er packte Anna kurzerhand und zog sie auf seinen Schoß. Erleichtert atmete er auf und holte sogleich tief Luft um sich wieder etwas runter zu holen von dieser Erregungswelle, die ihn fast überrollt hätte. Das war Rettung in letzter Minute. Anna war für einen kurzen Moment völlig überrascht, schaute dann aber schon wieder belustigt von unten herauf. „War es nicht schön?“ fragte sie lasziv und natürlich war diese Frage völlig überflüssig. Tom lächelte sie auf eine Art und Weise an, die ihr einen kleinen erregenden Schauer über den Rücken jagte. „Doch“, antwortete er mit rauer Stimme, „sehr schön sogar, aber …“ er schüttelte wieder den Kopf, „Jetzt gerade nicht das was mir vorschwebt.“ Seine sanfte Stimme schickte außer den Worten, die Verheißung auf ganz andere Dinge mit, und Annas Erregung kletterte eine weitere Stufe hinauf. Sie sahen sich einen Moment tief in die Augen, ehe sie sich so leidenschaftlich küssten, dass Anna endgültig in jenen Rausch verfiel, der alle Fernsinne abschaltete und auch ihren Kopf in Urlaub schickte. Sie hatte das Gefühl, dass Toms Hände ihren Körper zum Glühen brachten, und ihr Blut in heißen Strömen durch ihren Körper zog, und es dauerte nicht lang, bis sie nur noch einen Gedanken hatte. Sie löste sich leise aufstöhnend von Toms Lippen und sah im verheißungsvoll in die Augen. „Ich will dich spüren, … bitte.“ Ihre Stimme war alles andere als sicher, zitterte vor Erregung und Ungeduld und Tom, dem es nicht viel anders ging, ließ zur Antwort nur kurz seine Lippen über ihre gleiten. Er schaute ihr mit vor Leidenschaft glühenden Augen unentwegt in die ihren, während er über ihre Wange strich und dann ganz zärtlich seine Hände ihren Rücken hinunter schickte, ihren Hintern umfasste und sie sachte auf den Rücken legte. Er zwang seine stürmische Leidenschaft in die Knie und agierte plötzlich ganz sachte. Und dieser Stimmungswechsel erhöhte die knisternde Spannung, auf das was folgen würde, fast ins unermessliche. Ihre Erregung schnürrte ihnen ihre Kehlen zu, und ihre Herzen übten einen gemeinsames Trommel-Duo. Tom küsste Anna sachte auf den Mund, beugte sich dann über ihre Brüste und liebkoste erst die eine dann die andere, während er sich einen Platz zwischen Annas Beinen suchte, die ihm bereitwillig Platz machte. Dann wanderten seine Lippen zu ihrem Hals, liebkosten die weiche Haut hinter ihren Ohren und knabberten an ihren Ohrläppchen. Anna hatte die Augen geschlossen und seufzte leise. Aber sie wollte nicht länger warten, auch wenn seine Verführung himmlisch war. Ihre Hände suchten seine Pobacken und gruben sich verlangend hinein. Sie öffnete sich ihm und … endlich konnte sie ihn spüren. Tom rieb sich an ihr, weckte die Vorfreude auf das was folgen würde und ließ ihre Erregung erneut in höchste Regionen anschwellen, bevor er langsam in sie eindrang. Er schloss die Augen und brummte tief auf, als sich Anna ihm entgegenstreckte und ihn gleichzeitig feste an sich drückte. Er begann sich langsam zu bewegen und Anna passte sich ihm schnell an, so dass sie in einen gemeinsamen Rhythmus verfielen, der ihnen gleichermaßen die Luft zum Atmen nahm. Sie stöhnten vor Wohlgefühl, keuchten vor Erregung und sahen sich zwischen hungrigen Küssen immer wieder tief in die Augen. Die Welt um sie herum existierte nicht mehr und nichts außer ihnen beiden, außer diesen Gefühlen und diesem gemeinsamen Erleben hatte mehr Bedeutung. Sie stürzten sich kopfüber in das berauschende Treiben, das man nur zu Zweit erleben kann und fanden schließlich ihre gemeinsame Erlösung, in einer großen Explosion, die sie wie ein Feuerwerk in die Sphären der Schwerelosigkeit katapultierte.

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Mo Jul 08 2013, 00:29

Jaaaaaaaaaaa, endlich das warten hat sich sowas von gelohnt Very Happy  Very Happy banana  danke danke danke liebe Katha. Freue mich schon so sehr auf den nächsten teil. Ach ja und du bist super super  Lg.Carla

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Mo Jul 08 2013, 12:05

Oh wie schön. Anna und Tom endlich vereint. Hat ja auch lange genug gedauert. Und hoffen wir mal inständig, dass das jetzt auch so bleibt. Was bestimmt auch der Fall sein wird, denn mir fällt jetzt spontan niemand ein, der den beiden noch in die Parade fahren könnte. Odda???  Cool 

Auf der anderen Seite würde das aber auch bedeuten, dass deine Geschichte bald ein Ende findet. Das wiederum wäre nicht so toll. Aber gut, in der langen AnTom Zeit haben wir schon ein ums andere mal lernen müssen, dass alles Gute mal zu Ende geht ...  crying 

Freu mich auf den nächsten Teil  Wink

LG, Mini

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„Vor dem Schicksal zu fliehen,
ist manchmal der beste Weg,
um zu sich selbst zu finden.“
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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   

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AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)
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