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 AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)

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katha

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BeitragThema: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Di Apr 30 2013, 20:37

das Eingangsposting lautete :

So, meine liebe Mini,

das was hier folgt ist für Dich! Mein Geschenk zu deinem Geburtstag!



(und dann natürlich für alle anderen, die mitlesen wollen )

Du weißt, ich bin etwas chaotisch beim Schreiben, und in diesem Fall, glaube ich noch mehr als sonst, deshalb habe Nachsicht mit mir.
Und leider, ist die Story auch wieder mal nicht ganz fertig, so dass ich sie dir nur portionsweise schenken kann.
Aber sehen wir´s mal positiv. Dafür hast du dann länger davon.
Zur Zufriedenheit des Schreibers, muss ich wohl nichts mehr sagen, ... wir haben uns da ja schon ausgiebig ausgetauscht.

Ich hoffe einfach mal, dass es dir gefällt.

So, und jetzt habe ich ein großes Problem. Ich habe noch keinen Namen gefunden, muss aber einen haben, damit ich dir dein erstes Päckchen liefen kann, also werde ich mich jetzt wohl spontan entscheiden müssen. Eine meiner leichtesten Übungen, vor allem weil das Ende noch nicht geschrieben ist. Hmmmm

Okay. Jetzt oder ...

"Entscheidungen" So soll es sein. (Da bleib ich ja gleich beim Thema )

Ich wünsche gute Unterhaltung!

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AutorNachricht
katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Mo Jul 08 2013, 20:56

@ Carla
vielen lieben Dank für deine Worte! Smile


@ Mini
Hey Mini,
ja Anna und Tom sind vereint, und wie du schon geschrieben hast, es hat ja auch lange genug gedauert, wenn man die gefühlte Zeit betrachtet. Cool 
Aber was nun. Bleibt es so, gibt es weitere Komplikationen, gibt es noch eine Steigerung des Glücks oder aber der Verzweiflung. Man weiß es nicht ...
Ehrlich gesagt habe ich bereits eine Fortsetzung geschrieben (also noch nicht fertig, aber im Groben), bin mir aber nicht sicher, ob sie nicht anders ausfallen sollte, von daher bin ich auch noch nicht sicher, wann ich euch den nächsten Teil präsentieren kann. Wir werden sehen, welche Eingebung mich noch ereilt. Wink

LG, Katha

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Carla3939

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Mo Jul 08 2013, 23:23

Liebe Katha, du kannst auch gerne beide Fortsetzungen reinstellen wir suchen uns dann die schönere raus Smile Lg. Carla Cool 

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katha

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BeitragThema: "35"   Do Jul 11 2013, 22:01

Very Happy 
Jaaaaa, endlich der nächste Teil für euch! Ich hoffe er gefällt!Smile 
****************************


Anna schwebte noch immer im siebten Himmel. Ihr Kopf lag auf Toms Brust, und sie konnte leise das regelmäßige Poch Poch, Poch Poch seines Herzens hören, was mittlerweile seine völlige Ruhe wiedergefunden hatte, nachdem es noch vor gar nicht so langer Zeit gerast war, als wolle es einen Sprint gewinnen. Sie spürte Toms Hand, die sanft durch ihre Haare fuhr und ihr damit einen angenehmen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagte, und malte ihrerseits völlig selbstvergessen lustige Muster auf seinen gestählten Bauch. Mein Gott, wann habe ich so etwas das letzte Mal erlebt? Habe ich so was überhaupt schon mal erlebt?, fragte sie sich ungläubig. Sie schämte sich fast ein wenig für ihre wilde Leidenschaft, die Tom in ihr losgetreten hatte. Sie hatte sich ihm völlig hingegeben und ihn laut stöhnen gefordert und angetrieben, und dann dieses Gefühl der Verbundenheit … Sie hatte sich wie in anderen Sphären gefühlt. Ihr Verhalten ..., sie kannte das gar nicht von sich. Oder hatte sie es einfach vergessen? Sie überlegte, ob ihre sexuellen Erlebnisse mit Jonas genauso intensiv waren, aber sie konnte es nicht beantworten. Sie wusste, dass sie immer gerne mit ihm geschlafen hatte, aber … Vielleicht war diese wahnsinnige Gefühlsexplosion ja auch ihrer langen Zeit der Abstinenz oder aber der chaotischen emotionalen Situation der letzen Tage geschuldet, sie wusste es nicht. Aber letztlich war es auch völlig egal. Auf jeden Fall hatte es sich unglaublich gut angefühlt mit ihm zu schlafen. Sie schmunzelte selig vor sich hin. Langsam sank die Wolke auf der sie weilte aber trotzdem Richtung Erde und näherte sich wieder der Realität an, die immer noch einen sehr hohen Wohlfühlcharakter für sie bereit hielt. Die Ruhe, die sie erfasste und die scheinbar auch Tom ergriffen hatte, war genau das wonach sie sich seit geraumer Zeit sehnte. Endlich wieder ankommen, bei Tom ankommen und nicht mehr orientierungslos umher zu irren. Aber war es Wirklichkeit? Oder trog der Schein? War es einfach nur Ausdruck einer körperlichen Entladung aller emotionalen Verwirrungen? Plötzlich wurde ihre Ruhe wieder aus den Angeln gehoben. Sie musste es einfach wissen, auch wenn es den Moment vielleicht zerstören würde. „Tom?“, fragte sie zaghaft. „Hmmm,“ brummte er in tiefem Ton zurück, der in seinem Bauch vibrierte, was sich wunderbar auf sie übertrug und ein kleines Kribbeln in ihr auslöste. Offensichtlich war er völlig tiefenentspannt, was sie ein Stück weit beruhigte.
„Wie geht es denn jetzt weiter?“ fragte sie unsicher. „Ich meine, … sind wir jetzt …“, da versagte ihr die Stimme. Mein Gott, jetzt frag doch endlich, dann weißt du Bescheid, schimpfte sie mit sich selbst, denn sie bekam die Worte, die ihr auf der Seele brannten, einfach nicht über die Lippen. Irgendwo tief in ihr war  immer noch ein letzter, aber sehr dominanter Zweifel vorhanden, der ihr Angst machte. Ein letzter Zweifel, ob Tom es wirklich ernst mit ihr meinte. „Willst du wirklich …?“, begann sie erneut und blieb wieder hängen. Ihre Kehle war wie zugeschnürt. Da spürte sie, wie Toms Hand blind nach ihrer suchte, sie in die seine nahm und sanft drückte. „… mit dir zusammen sein?“ beendete er ihren unausgesprochenen Satz vorsichtig. Anna hielt den Atem an. Jetzt war die Frage also raus, und nun? Wortlos nickte sie an seiner Brust und kniff vor Anspannung die Augen zusammen. „Hmmm“, gab Tom, ihrer von ihm gestellten Frage, eine wortkarge Zustimmung . Mehr war seiner Meinung nach nicht nötig und für ihn stellte sich die Frage auch gar nicht. Natürlich wollte er mit ihr zusammen sein.
Er lag mit geschlossenen Augen da und hatte bis gerade eigentlich an nichts gedacht, außer, dass er der glücklichste Mensch der Welt sein musste. Er hielt Anna im Arm, der er nicht nur das wunderbarste und intensivste Erlebnis zu verdanken hatte, das er seit langer, langer Zeit verspürt hatte, sondern die ihm auch noch kurz zuvor ihre Liebe gestanden hatte. Er hatte das Gefühl der König der Welt zu sein. Alles zu haben, was er sich wünschte. Und in seinem Falle war das Anna, mehr brauchte er nicht zum glücklich sein.
Anna befriedigte seine Antwort jedoch nicht wirklich, obwohl sie sich eigentlich hätte freuen können. Aber sie war eben eine Frau, eine impulsive und kommunikationsfreudige noch dazu, und sie hätte gerne mehr von ihm gehört. „Ist das alles, was du dazu zu sagen hast?“ fragte sie unzufrieden nach. „Hmmm“, bestätigte Tom auch diese Frage ohne viele Worte. Jetzt grummelte es ernsthaft in Anna. Sie hob den Kopf und legte ihr Kinn auf ihre Hände, die sich auf seiner Brust abgelegt hatten. Sie musterte seine Gesichtszüge, die völlig entspannt wirkten, was sie wiederum hätte erfreuen können. Aber wie er da lag, mit geschlossenen Augen, bewegungslos, ... verstärkte es ihre innere Unruhe. „Tom, ich meine es ernst …“ mahnte sie ihn an, doch endlich mit ihr zu reden. Tom öffnete langsam die Augen, und sah ihr in ihre. Er strich ihr ein paar Strähnen über die Schulter zurück, und genoss einen kurzen Augenblick einfach den Moment. Er liebte es in ihren großen grünen Augen zu versinken, auch wenn diese leider eine gewisse Anspannung zeigten, die er gar nicht nachvollziehen konnte.
Für ihn war dieser Tag wie eine Wundertüte gewesen. Es hatte viele Momente gegeben, die besonders waren, seine Hoffnung auf sein Glück geschürt hatten, nur um sie sofort wieder dahin schwinden zu sehen. Es war wahrlich eine Achterbahn gewesen, mit Aufstiegen zu den absoluten Höhepunkten, aber ebenso rasanten Loopings und Abfahrten, und nun war er so glücklich das Ende der Bahn erreicht zu haben und zur Ruhe und vor allem zum Ziel gekommen zu sein.
„Weißt du welcher Moment am heutigen Tag mein absolutes Highlight war?“ fragte er mit liebevoller Stimme, und Anna stieg sogleich die Hitze ins Gesicht, die sich doch gerade erst wieder zurück gezogen hatte. „Ich kann es mir denken“, antwortete sie ihm, und schlug verlegen die Augen nieder. Tom grinste amüsiert. Er wog seinen Kopf ein wenig Hin und Her und sagte mit anzüglicher Stimme. „Ja, der den du meinst, … der hatte in der Tat auch etwas Besonderes,“… aber dann schüttelte er lächelnd den Kopf und sagte ernst, „aber den meine ich nicht.“ Er strich ihr liebevoll über den Rücken und ließ seine Hand zu ihrer Hüfte gleiten. Sie zuckte zusammen, dort war sie nämlich unglaublich kitzelig. „Hey,“ protestierte sie und sah Tom dann erwartungsvoll an. "Sagst du es mir?“ Annas Nervosität war plötzlich völlig verschwunden. Tom strahlte einfach so eine Ruhe aus, vermittelte in keinster Weise, dass irgendwas nicht passte, er nicht hier bei ihr an diesem Ort sein wollte, dass sie einfach keinen Anlass mehr fand zu zweifeln. Vor allem weil ihre inneren Stimmen endlich verstummt waren.
„Heute Morgen, als ich mit dir im Arm aufgewacht bin. … Was übrigens keine Absicht war. Ich wollte wirklich nach Hause gehen, nachdem du eingeschlafen warst“, fügte er schnell entschuldigend hinzu. Jetzt zogen sich Annas Mundwinkel belustig in die Höhe, bevor sie sie zu einem Schnütchen schürte und mit amüsierter Stimme verlauten ließ. „Genau, und morgen kommt der Weihnachtsmann.“ Tom murrte, „Wirklich," betonte er, und gab dann kleinlaut zu, "aber als du dich so an mich gekuschelt hattest, wollte ich dieses Gefühl wenigstens für ein paar Minuten genießen … Na ja, und dann bin ich wohl sofort eingeschlafen. Aber darum geht es ja jetzt gar nicht“, wiegelte er schnell ab, denn Anna grinste immer noch. Er sah ihr tief in die Augen. „Anna, das ist genau das, was ich mir wünsche. Mit dir einzuschlafen und mit dir wieder aufzuwachen. Ich habe mich seit Jahren nicht so wohl gefühlt, … Wenn ich mit dir zusammen bin, habe ich das Gefühl endlich wieder Zuhause zu sein.“ Anna spürte, wie sein Herzschlag unter ihren Händen einen Zahn zulegte und war völlig ergriffen von seinen Worten, seinem Blick, von diesem Moment, der geradezu perfekt war, und der die Welt für sie zum Stillstand brachte. Erst nach einigen Sekunden des absoluten Stillstands, zwinkerte sie und holte sich zurück in die Realität. Sie wusste gar nicht, was sie sagen sollte. … „Und das alles habe ich nur dir zu verdanken. Du hast mich aus meinem traurigen Leben gerissen und mir die Welt wieder eröffnet,“ flüsterte Tom dankbar und schwieg erneut. Seine Augen zeigten ein warmes, leuchtendes Lächeln … „Ich hoffe sehr, dass wir sie gemeinsam neu entdecken und füllen, meine neue Welt. ... Meinetwegen rund um die Uhr.“ Anna zog bedacht die Brauen in die Höhe. „Rund um die Uhr? Bist du sicher, dass du mich so lang erträgst? Du weißt ja, dass ich ..., hm, sagen wir mal, einen sehr ausgeprägten Willen habe.“ Tom grinste, „Du meinst deinen Dickkopf,“ stellte er nüchtern fest. „Mit dem komm ich schon klar. Hat ja bislang auch mehr oder weniger gut geklappt.“ Er lächelte Anna zu, die ihn anerkennend ansah. "Da hast du dir ja was vorgenommen." Aber dann lächelte auch sie. Tom und Anna sahen sich einvernehmlich in die Augen, damit war wohl auch diese Frage geklärt. Sie waren tatsächlich ein Paar.

Anna schloss die Augen und atmete tief durch, während sie von Tom aufs Genaueste beobachtet wurde. Ihr eigener Hinweis auf ihre Sturheit, die ja durchaus eine elementare Eigenschaft ihrer Persönlichkeit war, hatte eine Frage in ihm  aufgeworfen, die er sich in den letzten Tagen so häufig gestellt hatte, und die er gerne beantwortet haben wollte. „Apropro Dickkopf, ... darf ich dich mal was fragen?“ hörte Anna Tom plötzlich nachdenklich. Sie nickte nur kurz zur Antwort. „Wo war dein Dickkopf die letzten Tage? … Warum warst du so verunsichert?“ Nur langsam sickerte die Frage durch die Wolke, die Anna erneut in den Himmel gehoben hatte, hindurch, und erreichte sie. Ihr Lächeln verschwand und sie öffnete die Augen. Sie sah zu Tom auf, der sie, nun selbst etwas verunsichert, anschaute. Anna stieß die Luft aus und stützte sich auf um sich im Schneidersitz neben ihm zu positionieren. Sie nutzte den Moment, um sich selbst über diese Frage klar zu werden, denn er hatte völlig recht. Sie war völlig verunsichert gewesen und hatte sich ja selbst mehr als einmal gefragt, warum sie plötzlich alles in Frage stellte, was sie sich doch so sehr gewünscht hatte. Nämlich, dass sie und Tom zueinander finden würden. Sie strich sanft über seinen Bauch, während sie immer noch rätselte. Schließlich schüttelte sie den Kopf, „Ich weiß auch nicht so genau. Vielleicht ist in der letzten Woche einfach zu viel passiert.“ Sie ließ die Tage noch einmal in einer Zusammenfassung an sich vorüber ziehen. „Diese Geschichte mit Steve … Puh, die war schon echt hart. Ich hatte wirklich Angst ..., und dann die Enttäuschung, dass er mich und Jonas die ganze Zeit hintergangen hat und letztlich sogar für seinen Tod verantwortlich ist. … Ich dachte echt, er wäre unser Freund. ... Aber Gott sei Dank warst du da und hast mich gerettet und mir das Gefühl gegeben nicht alleine zu sein.“ Sie lächelte ihn dankbar an und Toms Lippen zuckten verschämt, schließlich hatte er sie nicht wirklich gerettet, hatte sich im Gegenteil von diesem Typen niederschlagen lassen, was seinen bis heute an seinem Stolz kratzte. „An dem Abend, nachdem du bei uns warst, um noch mal nach Paule zu sehen … Ich glaube, da habe ich mir das erste Mal eingestanden, dass da wirklich irgendwas zwischen uns ist, und dass ich diesen privaten Tom wirklich sehr gerne mochte. Ein seltsames Gefühl, wo wir uns doch bislang vor allem gestritten hatten. Und dann waren wir in Mailand. Mein Gott war ich aufgeregt, als ich von der Contessa erfahren habe, dass du auch da bist, und dann waren da wieder solche Momente. Ich konnte die Gewissheit, dass du mir sehr viel mehr bedeutest, als ich bis dahin gedacht hatte, einfach nicht mehr ignorieren und nachdem ich mit dir auf dem Fest war, wusste ich es mit Sicherheit. Ich hatte mich in dich verliebt." Sie schüttelte den Kopf und bließ die Luft aus. "Diese Erkenntnis hat mich ganz schön umgehauen, sag ich dir.“ Sie hatte die ganze Zeit ihre Finger beobachtet, die kleine Achten auf Toms Bauch malten, aber jetzt sah sie auf und lächelte zaghaft. Tom griff nach ihrer Hand und führte sie zu seinem Mund. Er drückte ein sanften Kuss darauf und sah ihr tief in die Augen. „Und ich bin einfach abgehauen …“ Anna nickte mit zusammengepressten Lippen. „Ich war einfach völlig überfordert,“ erklärte er sich. „Eigentlich hatte ich mir wohl nichts anderes gewünscht, wenn ich das auch nie zugegeben hätte, ... aber als es doch relativ offensichtlich wurde, dass nicht nur ich ständig an dich denken musste, sondern es dir wohl ähnlich ging …“ Er schüttelte den Kopf. „Aber du hast mich ja schnell wiedergefunden,“ flüsterte er, und löste damit einen tiefen Seufzer bei Anna aus. „Schnell? Eigentlich hatte ich aufgegeben, nach dir zu suchen, und mich damit abgefunden, dass ich dich an diesem Tag wohl nicht mehr sehen würde“, erzählte sie verdrossen. „Und als ich dann zufällig auf diesem Platz gelandet bin, war ich einfach völlig fasziniert vom Mailänder Dom. In der Hoffnung, dass es mich ein wenig ablenken würde, habe ich meinen Skizzenblock gezückt um ein bisschen zu zeichnen, und und als ich dann gelesen habe, dass man auf das Dach gehen kann, war sofort klar, wo ich das tun wollte. Und dann war wieder alles anders." Sie zog vielsagend ihre rechte Augenbraue in die Höhe, "Denn dann warst du da.“

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Carla3939

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Do Jul 11 2013, 23:14

Ohhhhhhh,wie schön lol! . Das ist für meine Seele gerade das richtige.danke  liebe Katha. Freue mich wenn es weiter geht. Lg. Carla

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BeitragThema: "36"   Fr Jul 12 2013, 21:44

Und die Fortsetzung des Gesprächs. ... Für alle, die nicht genug davon bekommen können. Razz
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Tom hatte sich mittlerweile auch aufgesetzt, so dass sie sich genau gegenübersaßen und ihre Hände ineinander verschlungen hatten. „Komischerweise hat es mich gar nicht überrascht, dass du dort aufgetaucht bist“, bemerkte Tom gedankenverloren, ehe er seine Augen von ihren Händen löste und Anna in die Augen schaute. Sie lächelten sich verliebt zu, denn sie wussten beide, dass ihr Gespräch dort auf dem Dach des Mailänder Domes, etwas ganz besonderes gewesen war. „Mann, ich war so beeindruckt von dir.“ sagte Tom voller Anerkennung in der Stimme „Du warst so überzeugend, so sicher in deinen Ansichten, die meinen bisherigen Vorstellungen völlig konträr gegenüberstanden. Du hast mit deinen Worten mein ganzes Lebenskonzept auf den Kopf gestellt und vor allem, war es so … „ er suchte nach den richtigen Worten. „Befreiend? … Ich hatte noch nie mit jemandem über Fanni gesprochen. Noch nie jemandem meine Gedanken und Gefühle offenbart … Und was mich völlig umgehauen hat, war der Tatbestand, dass es so gut tat, sich dir anzuvertrauen.“ Dieses Mal war er es, der dankbar lächelte, und Anna nahm diesen Dank gerne an, vor allem weil seine Aufgewühltheit, die ihn in dieser Situation wohl sehr gefordert haben musste, immer noch mit Händen greifbar war. Ihr Herz schlug sanft gegen ihre Brust, so bewegend war Toms Offenheit für sie, die in ihrem bisherigen alltäglich Leben ja nur sehr selten durchgeblitzt war. Endlich führten sie das Gespräch, was sie sich gewünscht hatte, und sie wurde nicht enttäuscht. Tom war unter seiner harten Schale tatsächlich dieser sensible Mensch, wie sie es immer vermutet hatte. Aber das überraschte sie, nachdem was sie bereits mit einander erlebt hatten, auch nicht mehr wirklich. Trotzdem tat es ihr gut, die Bestätigung zu bekommen.
Aber dieses besagte Gespräch hatte nicht nur Tom beschäftigt, auch Anna hatte es sehr beeindruckt. „Ja, auch mir hat es gut getan über Jonas zu sprechen, über mich zu sprechen, und du hast recht, in diesem Moment war ich völlig überzeugt, dass ich meinem Herzen mit Kampfgeist und Überzeugung zu seinem Glück verhelfen würde. ... Und dann unten auf dem Domplatz …“ Ihr Herz erhöhte die Frequenz, als sie daran zurückdachte, wie aufgeregt sie war und wie gut es sich angefühlt hatte, als Tom sie im Arm gehalten hatte. „Du hast mir die  Sicherheit gegeben, dass alles gut würde, dass wir gemeinsam unseren Weg finden würden,“ sagte sie mit liebevoller Stimme, doch dann stockte sie, sank ein wenig in sich zusammen und sah betroffen auf ihre Hände, als das weitere Geschehen sich in ihre Erinnerungen schob. „Und dann hast du diese Sicherheit auch gleich wieder zerstört, als du mich hast stehen lassen.“ Sie schloss einen Moment die Augen und schüttelte sich abwehrend. Bilder dieser schrecklichen Situation in den Mailänder Straßen wollten ihren Kopf bevölkern, aber sie drängte sie entschlossen zurück. „Diese Situation hat mir erneut vor Augen geführt, wie weh es getan hatte, als …“ sie schluckte, war die Erinnerung an den unglaublichen Schmerz doch bis heute nur schwer zu ertragen. „als Jonas gestorben ist“, beendete Tom den Satz leise und Anna nickte. „Ja, das zum einen, aber zum anderen hast du damit das Vertrauen und die Hoffnung zerstört, die ich gerade erst in dich gelegt hatte. Es fühlte sich fast an wie damals, ... hatte wieder so was von Verlassenwerden.“ Ihre Stimme war kaum noch zu hören, und Tom fühlte sich sofort noch schlechter, als sowieso schon, wenn er an diesen Abend in Mailand zurück dachte. Seine Gedanken wollten dahin abdriften, aber Anna hinderte ihn daran, in seinen Gedanken zu versinken. „Warum genau bist du weggelaufen?“, fragte sie mit einem leisen Vorwurf in der Stimme. Tom schwieg einen Moment, er traute sich nicht ihr in die Augen zu sehen, so schämte er sich dafür, ihr so weh getan zu haben. „Waren es die Erinnerungen an den Unfall?“ mutmaßte sie, denn sie hatte gerade keine Geduld um auf seine Antwort zu warten. Tom nickte, und schüttelte sogleich wieder den Kopf. „Ja und nein“, antwortete er wahrheitsgemäß. „Ja, die Erinnerungen überfielen mich sofort, als ich diesen Leichenwagen sah und mir dieser Mann sagte, dass es doch seine große Liebe gewesen war, aber ich habe diesen Alptraum der Erinnerungen schon so oft durchlebt, dass ich das wohl noch irgendwie ertragen hätte, … aber was wirklich den Ausschlag gegeben hat, war dein Versuch für mich da zu sein.“ Anna zuckte schmerzhaft zurück. Diese Worte trafen sie, auch wenn sich ihr die Bedeutung noch nicht ganz offenbart hatte. Unbewusst wollte sie ihre Hände, die in seinen lagen, zurückziehen, aber Tom hielt sie fest und drückte sie sanft, bevor er doch unsicher den Kopf hob und sie ansah. „Es war nicht so, dass ich dir nicht vertraute, im Gegenteil. Das erste Mal seit diesem Unglück damals, vertraute ich wieder, aber genau das war wohl mein Problem. Mir wurde klar, dass du dabei warst, dich völlig auf mich einzulassen, dass auch du mir dein Vertrauen schenktest, und das hat mich in die Flucht geschlagen. Ich hatte einfach panische Angst, dass du dich mir anvertraust, und ich auch dich im Stich lassen würde.“ sagte er leise. „So wie Fanni und Paule. Die Beiden waren die wichtigsten Menschen in meinem Leben, und beide habe ich unendlich enttäuscht ... Ich wollte wohl uns beide in gewisser Weise schützen, weil ich es nicht schaffte an mich selbst zu glauben.“ Toms Augen waren voller Reue, sie suchten nach Verständnis, baten um Entschuldigung, und Anna konnte all das nicht nur erkennen, sondern auch leisten. Plötzlich war ihr klar, dass sie naiv gewesen war, als sie in Mailand für eine kurze Zeit gedacht hatte, dass die Vergangenheit von jetzt auf gleich keine Rolle mehr spielte. Sie würde sie immer begleiten, und auch wenn sie jetzt zusammen waren, würden sie auch in Zukunft damit umgehen müssen. Nur jetzt waren sie hoffentlich an einem Punkt angelangt, an dem sie sich den gegenseitigen Halt geben konnten, um die Erinnerungen erträglicher zu machen.
Anna legte ihren Kopf schief und sah ihn voller Mitgefühl an. „Bescheuert, wie schwer man sich selbst das Leben macht, oder?“ Tom nickte gequält. „Ich dachte, ich könnte noch die Notbremse ziehen, alles aufhalten …“ Er schüttelte hilflos mit dem Kopf und zuckte mit den Schultern, „Aber da war schon alles zu spät, was mir, als Carla mir völlig unerwartet diesen Antrag gemacht hat, Gott sei Dank auch schnell klar wurde.“ Anna rückte an ihn heran und strich ihm über die Wange, bevor sie ihn sanft küsste. „Ja, Gott sei Dank.“ „Anna, es tut mir leid, dass ich dir das angetan habe. Ich kann mir vage vorstellen, wie schlimm das für dich gewesen sein muss,“ entschuldigte Tom sich aufrichtig. Anna lächelte, ja es war sehr schlimm gewesen, und die Erinnerungen daran, hatten sie ja auch noch am Vortag in die Flucht geschlagen, aber nun hatte es plötzlich keine große Bedeutung mehr. Es war passiert und sie hatten es geklärt. „Na ja, immerhin haben wir unsere Verunsicherung gut getimet, sonst wären wir wohl jetzt nicht zusammen.“ Tom beugte sich vor und legte seine Stirn an ihre. "Stimmt " sagte er. „Ich habe nach den Erlebnissen in Mailand immer wieder mit mir gerungen, ob ich um dich kämpfen soll, aber irgendwie hatte ich nicht mehr den Mut. Ich war sicher, dass du deine Entscheidung getroffen hattest. Gegen mich und für ein Leben mit Carla und irgendwie dachte ich auch, dass ich deine Entscheidung respektieren müsste." Sie schloss gequält die Augen. Nein, sie hatte es nie wirklich respektiert, auch wenn sie es sich vorgenommen hatte. "Als ich montags zur Arbeit gegangen bin, war ich mir sicher, dass ich mich von dir fern halten und dir aus dem Weg gehen würde, … um mich zu schützen und dir nicht im Wege zu stehen. Aber dann begann der Morgen schon damit, dass ich mit dir im Aufzug stand. Halleluja. Ich wäre am liebsten gleich wieder nach Hause gefahren und hätte mich unter der Bettdecke versteckt.“ Sie schenkte ihm einen gequälten Blick. „… Was war das ein beschissener Morgen.“ Dann glitt ihr Blick ins ungläubige ab. „Aber dann habe ich erfahren, dass du dich von Carla getrennt hattest und war völlig verwirrt. Und da war sie wieder auf den Plan gerufen, die leise Hoffnung. Was aber nichts daran änderte, dass ich zweifelte.“ Oh Gott, was ein wirrwar, ging es Anna durch den Kopf. Ihr wurde gerade nochmal so richtig bewusst, wie anstrengend diese Tage waren. Immer zwischen Hoffen und Bangen, hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch mit Tom zusammen zu sein, und dem Gefühl sich vor einer weiteren Enttäuschung schützen zu müssen. Tom beobachtete Anna angespannt, er fühlte mit ihr und erinnerte sich gleichsam daran, wie er selbst diese Tage verlebt hatte. Voller Aufregung, Verwirrung, Vorfreude und Angst, aber letztlich hatte es sich gelohnt. Sie waren hier. Er löste seine Hände aus ihren und strich ihr sanft über ihre Beine. Er hatte genug gehört, konnte sich ihre Verunsicherung bestens erklären. Doch gerade als er das Thema abschließen wollte, sprach Anna weiter. „Aber als du dann abends plötzlich neben mir saßt und mir diesen Schreibkram erklärt hast, wusste ich, dass ich mein Vorhaben, dir fern zu bleiben, nicht umsetzen konnte. Ich fühlte mich schon wieder so wohl in deiner Nähe, dass ich einfach nicht darauf verzichten wollte.“ Jetzt zog Tom skeptisch die Brauen in die Höhe. „Das hast du heute aber ganz schön gut versteckt. Ich bin bald wahnsinnig geworden. Ich hab dich doch extra mitgenommen, damit ich endlich mit dir reden konnte, nachdem du gestern Abend ja bereits eingeschlafen warst, als ich meinen Mut schließlich zusammen gekratzt hatte. Aber stattdessen machst du mir die Hölle heiß und haust einfach ab. Ich habe mich den ganzen Tag gefühlt, als säße ich auf heißen Kohlen.“ Toms Stimme war ein leiser Vorwurf zu entnehmen. Anna sah ihn einen Moment mit offenem Mund an und grinste dann, „Soso. Weißt du was, das hattest du auch mehr als verdient. Zum einen habe ich wegen dir ein unendlich beschissenes Wochenende hinter mich gebracht und zum anderen war es echt nicht mit anzusehen, wie du dich bei Frau Kleinwächter angebiedert hast. Ach ja, und außerdem hatte ich also doch recht. Meine Meinung war tatsächlich nicht gefragt. Du hast es gerade selbst zugegeben.“ fügte sie besserwisserisch hinzu. Tom hob ergeben die Hände „Ist ja gut, vielleicht habe ich da ein paar Dinge nicht ganz so diplomatisch angepackt, aber jetzt lass uns damit aufhören. Die Nacht ist viel zu schön, um sie mit unangenehmen Erinnerungen zu füllen“, sagte er verschwörerisch und näherte sich Anna bis sich ihre Nasenspitzen berührten. Dann zuckte er jedoch noch einmal ein Stück zurück und kniff die Augen zusammen. Ne, ganz fertig war er doch noch nicht. „Das beschissene Wochenende hättest du dir und auch mir übrigens ersparen können, wenn du mir am Freitag einfach mal zugehört hättest.“ Ja, ja, ja, Anna verdrehte die Augen, sie wusste ja, dass er Recht hatte, aber … Tse, schließlich war er in Mailand weggerannt. „Wollten wir die Vergangenheit nicht ruhen lassen?“ lenkte sie nun ihrerseits ab. Sie beugte sich vor und legte ihre Hände in seinen Nacken. Sie vergrub sie in seinen weichen Haaren und küsste ihn zärtlich, bis er leise aufseufzte. „Eigentlich sollten wir langsam mal schlafen. „Wir haben morgen viel zu tun.“ Anna brummte unwillig, ließ sich aber ohne Protest mitziehen, als er sich in die Kissen lehnte, und kuschelte sich fest in seine Arme. Wenn sie ehrlich war, war sie tatsächlich hundemüde, und sie war sicher, dass sie schlafen würde, wie ein Baby. Toms Blick fiel auf den Radiowecker, der ihm auf grausam direkte Weise zeigte, dass sie schon bald wieder aufstehen mussten.  „Wir müssen wohl ein bisschen schneller schlafen, die Nacht ist schon bald wieder vorbei“, sagte er, während er das Licht löschte. Er gab ihr einen letzten Kuss auf die Wange und flüsterte leise in ihr Ohr, „Ich liebe dich“, bevor er die Augen zumachte. Anna fuhr ein wohliger Schauer über den Rücken und sie lächelte glücklich in die Dunkelheit. Sie schloss ebenfalls die Augen. „Ich liebe dich auch.“

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Zuletzt von katha am Fr Jul 12 2013, 22:18 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Fr Jul 12 2013, 21:48

Oh schööööööön. Und warum hörst du genau dort auf. Menno ... grummel, grummel, grummel ... Aber gut, ich übe mich in Geduld und erwarte sehnsüchtig die Fortsetzung dieses Dialogs ...

Danke für diesen wunderbaren Teil, ein echter Genuss ...

LG, Mini gib5 

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Carla3939

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Fr Jul 12 2013, 23:45

Ich kann Mini nur Recht geben ein toller Teil. Endlich haben sie sich mal ausgesprochen.Ich bin gespannt wie es weiter geht.Allso bitte beeildich  Lg.Carla

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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   So Jul 14 2013, 19:06

Deine Geschichte ist ein Traum und ich hoffe, dass er ganz bald weiter geht beeildich
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Di Jul 16 2013, 12:36

Hey Mini,
kann es sein, dass du den nächsten Teil noch gar nicht gefunden hast? Der Dialog ist doch bereits beendet. Smile 


Carla, Tastentante,
ich danke euch ! flowers

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Di Jul 16 2013, 22:18

Hallo, meine liebe Katha,

mit Entsetzen musste ich gerade feststellen, dass mir da am Freitag ein wunderbarer Teil durch die Lappen gegangen ist. Mmpf ...  lesemist  Aber gut, besser spät als nie. Und nach Tagen mit Tücken der Technik konnte ich dann heute diesen Genuss erleben. Embarassed 

Es ist wirklich eine Wohltat, Anna und Tom so harmonisch zu erleben. Bitte lass das nie zu Ende gehen.

Danke für diesen Lesegenuss ...

LG, Mini

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katha

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BeitragThema: "37"   Mi Jul 17 2013, 09:53

So, ist schon was her, dass ich euch von Anna und Tom erzählt habe. Also will ich das mal wieder tun. Mal sehen, wie es für die beiden weiter geht. idontknow 
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Wenige Stunden später zuckte Anna plötzlich in die Höhe. Was war das? fragte sie sich erschrocken und kniff die Augen wieder zusammen, da sie dem Licht des sonnigen Morgens viel zu schnell Einlass in selbige gewährt hatte. Als sie sich langsam an die Lichtverhältnisse gewöhnt hatte, sah sie sich irritiert um, und erst langsam realisierte sie, dass sie nicht Zuhause, und vor allem nicht alleine war. Sie ließ ihren Blick über den attraktiven Mann gleiten, der da noch tief schlafend neben ihr lag und offensichtlich seinen Frieden gefunden hatte, und ein seliges Lächeln legte sich auf ihre Lippen. Toms Gesicht war total entspannt und seine nackte Brust, die beeindruckend seine Muskeln zur Schau stellte, hob und senkte sich in ruhigem Takt. Anna wurde geradezu magisch von ihm angezogen. Gerade wollte sie ihre Hand ausstrecken, um ihn zu berühren und seine weiche, warme Haut unter ihren Fingern zu spüren, als sie ein lautes Klopfen vernahm und zusammenzuckte. Schnell riss sie ihre Hand zurück und sah verwirrt zur Zimmertür. Offensichtlich war es dasselbe Geräusch, das sie auch schon aus dem Schlaf gerissen hatte. Sie sah auf den Radiowecker, der ihr eine erschreckende Uhrzeit offenbarte. Oh Gott, schon zehn Uhr! Wir haben verschlafen … Ihre Hand machte sich erneut auf, um Tom zu berühren. Dieses Mal um ihn schnell zu wecken, als sie von einer bekannten Stimme überrascht wurde, die so gar nicht an diesen Ort passen wollte. „Anna? Anna, bist du da?“ Die Stimme war aufgeregt, quietschig, irgendwie zaghaft und energisch zugleich, und diese Kombination verschiedener emotionaler Zustände gepaart mit der Extravaganz, die wohl nur Schwule zur Schau stellen können, konnte nur einen Absender haben. Virgin! … Was tut er hier? Sie stand schnell auf, zog den Bademantel über, der des Nachts seinen Platz auf dem Boden vorm Bett gefunden hatte, und tappte zur Tür. Sie holte noch einmal tief Luft und öffnete vorsichtig die Tür. Tatsächlich. Erstaunt starrte sie auf die beiden Männer, die vor ihr standen. Der eine sah verlegen auf den Boden und hatte eine gewisse peinlich berührte Röte im Gesicht, während der andere völlig ungeniert die Tür ein Stück aufschob und einen Schritt auf sie zuging. Virgin und Bruno? Was ist hier los? Anna überfiel ein Anflug von Panik und kurz huschte ihr Blick zum Bett, indem Tom immer noch selig zu schlafen schien.
Ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass Anna noch nicht für Besuch gewappnet war, polterte Bruno stimmgewaltig los. Ganz offensichtlich war er sehr erregt, und Höflichkeitsformeln, wie ein einfaches „Guten Morgen“, wurden ja auch irgendwie überbewertet. Nur Virgin hauchte Anna selbiges leise entgegen, ihm war die Situation augenscheinlich ziemlich unangenehm. „Anna, wissen sie wo Tom ist? Ich muss ihn dringend sprechen, aber mein Herr Sohn hat es ja nicht nötig, mal an sein Telefon zu gehen“, echauffierte sich Annas Chef und ließ sich von ihrem ungläubigen Blicken auch gar nicht irritieren. „Schon seit gestern Abend ist er wie vom Erdboden verschluckt. Und in diesem lausigen Hotel hier, kann man mir auch keiner Auskunft über seinen Aufenthaltsort geben.“ Anna riss die Augen auf und versuchte den Inhalt dieser Ansprache zu begreifen, die für sie genauso so unerwartet gekommen war, als hätte Queen Elisabeth plötzlich vor ihrer Tür gestanden. Tom … Telefon … nicht erreichbar …?, Bruno wirkte ziemlich angefressen, und dass er um diese Uhrzeit bereits in Hamburg im Hotel auftauchte, zeugte davon, dass er wohl schon seit dem Abend zuvor tobte. Armer Virgin, ging es Anna einen Moment durch den Kopf, denn sie wusste wer Bruno bei solchen Eskapaden zu Diensten sein musste. Und ein kurzer Blick auf den blonden Kollegen bestätigte ihre Vermutung. Virgin sah alles andere als ausgeruht und entspannt aus. Sie versuchte sich wieder auf den Inhalt der Fragen zu konzentrieren … Oh ja, Virgin hat gestern angerufen, als wir auf der Halbinsel standen, und danach hatte Tom sein Handy nicht mehr angerührt. Vermutlich hat er es ausgemacht. Und, äh ja, ich weiß sehr genau wo er sich befindet. Ihr Blick glitt kurz zum Bett hinüber, wo der Unauffindbare sich noch immer nicht gerührt hatte. Wie kann er immer noch schlafen?, fragte sie sich, aber die Antwort musste warten. Sie schüttelte verwirrt den Kopf, „Äh, Guten Morgen!“ stotterte sie erst einmal hervor und überlegte hektisch, was sie nun tun sollte. Sie strich sich ihre Haare zurück und versuchte ihre Souveränität zu finden, die sie wohl im Bett liegen gelassen hatte, aber so richtig wollte es ihr nicht gelingen, denn nachdem sie sich kurz geschüttelt hatte, fragte sie völlig entgeistert, „Und deshalb sind sie extra von Berlin hier her gekommen? Heute Nachmittag wäre er doch eh wieder in Berlin gewesen.“ Virgin holte tief Luft und strich sich sein Pony zur Seite, offensichtlich war der von dieser bereits früh morgens begonnenen Aktivität seines angebeteten Chefs, auch nicht ganz überzeugt. Vermutlich hatte er die ganze Nacht Händchen halten müssen und war genauso übernächtigt, wie Anna selbst. Obwohl … Sie hatte wunderbar geschlafen, und wenn sie nicht so abrupt geweckt worden wäre … Annas Gesicht zierte ein kleines Lächeln, als ihre Gedanken abdrifteten, aber schnell zwang sie sich ihre Aufmerksamkeit wieder den beiden Männern zuzuwenden, die sie wohl schnellstmöglich loswerden sollte. „Ja, ich habe ja auch gesagt, dass das Wahnsinn ist, aber …“ hörte sie Virgin gerade sagen, aber da wurde er auch schon von Bruno unterbrochen. „Papperlapap. Es gibt Entscheidungen, die schnell getroffen werden müssen, und so eine steht nun mal an. Und wer weiß schon, wann uns unser Geschäftsführer wieder zu Diensten sein wollte? Offenbar hat er ja gerade besseres zu tun“, wischte er Virgins und auch Annas Einwand hinweg. Er sah Anna durchdringend an, so dass sie ein Stückchen zusammenschrumpfte. Sie hatte das Gefühl ihre Gedanken verstecken zu müssen, damit er sie nicht erlesen würde. „Also Anna, wo ist Tom? Sorgen sie dafür, dass er hier auftaucht, und zwar schnell.“ Annas Blick war erneut kurz zum Bett gehuscht. Tom lag immer noch unbewegt da, aber er hatte die Augen aufgeschlagen und starrte sie mit hochgezogenen Brauen an. Oh nein, rühr dich nicht!, flehte sie. Ihr war die Angelegenheit jetzt schon peinlich genug. Schließlich stand sie, vom Schlaf zerknittert, nur mit einem Bademantel bekleidet und nackten Füßen vor ihrem charismatischen Chef, der immer so aussah, als könne er gar nicht anders, als gepflegt und ausgewählt gekleidet daher kommen. Da musste sie jetzt nicht auch noch, einen ebenfalls noch nicht gebügelten Mann aus ihrem Bett zaubern, der zudem auch noch der „verlorene Sohn“ war, wegen dem dieser ganze Aufriss passierte. Und sie war sehr froh, dass Tom scheinbar ebenso wenig Interesse daran hatte, den ersten Tag ihrer neuen Beziehung damit zu beginnen, von seinem Vater im Bett erwischt zu werden.
Sie dankte dem Architekt des Hauses, dass das Türblatt nach innen aufging, und somit das Bett nicht ins Blickfeld gerückt war. Und um weiterhin dafür zu sorgen, dass die unangekündigten Besucher nicht darauf schauten, trat sie zwei Schritte zur Seite, so dass Bruno und Virgin ihre Blicke, die sie hoffentlich auf ihr liegen lassen würden, nicht weiter in den Raum richteten. Ihr Blick fiel auf die Unterlagen, die ebenfalls wie der Bademantel, ihren Platz auf dem Boden gefunden hatten, weil sie den nächtlichen Aktivitäten weichen mussten. Schnell schritt sie hin und hob sie auf, dann drückte sie die Unterlagen Bruno in die Hände und griff anschließend zur Tür, als Zeichen, dass sie gerne wieder alleine wäre. „Hier sind die Unterlagen, von unseren gestrigen Terminen. Vielleicht wollen sie da schonmal reinschauen. Ich werde Tom auftreiben. Spätestens in einer dreiviertel Stunde ist er unten im Bistro. Versprochen.“ Bruno sah irritiert auf die Unterlagen in seiner Hand und musterte Anna einen Augenblick eindringlich. Anna spürte, wie ihr die Hitze in den Kopf schoss. Warum guckt er denn so? fragte sie sich und hatte Sorge, dass ihr auf der Stirn geschrieben stand, was sie die letzte Nacht getrieben hatten. Gott, jetzt geht doch endlich!, flehte sie. „In einer halben Stunde will ich Tom dort sehen, und sie auch.“ Brunos Stimme und seiner Mimik war zu entnehmen, dass er es absolut ernst meinte und dass er mit dieser erneuten Verzögerung nur schwer leben konnte. Offensichtlich hatte er erwartet, dass Anna Tom aus ihrer Manteltasche zauberte, … welch ein treffender Gedanke. Anna, die versuchte Brunos Blicken standzuhalten, nickte und trat einen weiteren Schritt auf die beiden Männer zu. „Ich tu mein Bestes.“ Sie schaute kurz zu Virgin und bekam auch von ihm mit einem einzigen Blick die Bestätigung, dass Bruno sie zum Frühstück verspeisen würde, sollte ihr Versuch nicht von Erfolg gekrönt sein. Gott sei Dank musste sie sich darüber keine Gedanken machen. Anna verdrehte innerlich die Augen. Was ein Stress. Dann schob sie die Tür mit einem knappen, „Bis gleich!“ zu.
 
Sie ließ ihre Hand einen Moment auf der Tür liegen, schloss erleichtert die Augen und holte tief Luft, bevor sie sich umdrehte und sich gegen die Tür fallen ließ. Ihr Blick wanderte unvermittelt zu Tom, der sich mittlerweile aufgestützt hatte und nun leise zu kichern begann. Anna schüttelte den Kopf, stieß sich von der Wand ab und krabbelte zu ihm aufs Bett. Erst als ihr Gesicht nur noch wenige Zentimeter von Toms entfernt war, stoppte sie. „So hatte ich mir das Wachwerden mit dir nicht vorgestellt. Da sollten wir dringend noch dran arbeiten,“ sagte sie nüchtern. Tom lachte auf und zog sie zu sich, so dass sie auf seiner Brust zu liegen kam und direkt in einen hungrigen Kuss gefangen genommen wurde. Spontan schoss ihre Erregung in die Höhe und verlangte nach mehr. Wie gerne hätte sie da weiter gemacht, wo sie in der Nacht aufgehört hatten, aber schweren Herzens löste sie sich von Tom, was aber durch seine starken Arme, die sie sogleich wieder an sich pressten, unterbunden wurde. „Tom“, mahnte sie an seinen Lippen, „wir müssen aufstehen.“ Tom murrte unwillig und ließ es zumindest zu, dass sich ihre Lippen voneinander lösten. „Ich will nicht“, murrte er weiter und erntete daraufhin einen strengen Blick Annas. „Dein Papa wirft mich den Löwen zum Fraß vor, wenn ich dich nicht pünktlich präsentiere, willst du das?“ Sie hatte skeptisch eine Augenbraue in die Höhe gezogen und ihren Kopf schräg gelegt. Tom wog seinen Kopf hin und her. „Hm, wenn ich dafür jetzt meine Spaß habe …“ sagte er nachdenklich. Annas zweite Braue wanderte jetzt ebenfalls in die Höhe, und ein wissendes Grinsen schob sich auf ihr Gesicht. „Dafür hättest du dann anschließend nie wieder Spaß. … Zumindest nicht mit mir.“ Tom riss erschrocken die Augen auf. „O.k., o.k., das Risiko kann ich natürlich nicht eingehen … wo ich dich doch gerade erst gefunden habe.“ Seine belustigte Stimme war ganz weich geworden, und strich Anna sanft über ihren Körper, so dass sie eine Gänsehaut bekam. Tom sah ihr voller Liebe in die Augen. „Ich liebe dich, Tom Lanford,“ antwortete Anna und strich ihm zärtlich über seine Wange. Ihre Lippen fanden sich, während sie sich immer noch tief in die Augen schauten, und dann küssten sie sich, sanft, zurückhaltend, zärtlich, bis Tom sich schließlich seufzend zurückzog. „O.k. die Pflicht ruft. … und wenn wir jetzt nicht aufhören, falle ich gleich doch noch über dich her.“ Er begehrte Anna so sehr, dass seine Verfassung jetzt schon arg angegriffen war.
Er ließ Anna also widerwillig los und setzte sich auf, während Anna schon vor dem Bett stand. „Also ich muss dringend unter die Dusche, und was machst du?“ Gehst du dich in deinem Zimmer umziehen?“ Anna hatte, während sie mit ihm gesprochen hatte, den Gürtel des Bademantels gelöst und Tom beobachtete sie gebannt, so dass er ihre Frage kaum wahrgenommen hatte. Anna grinste, „Tom?“ Tom schüttelte sich kurz und sah verlegen zu Anna auf. “Was hast du gesagt?”, fragte er. “Was machst du? Gehst du in dein Zimmer?” Tom sah an sich herab und suchte dann mit seinen Blicken seine Klamotten, die auf seiner Seite des Bettes drapiert waren. Dann hob er die Brauen und sagte, „Na ja, ich könnte wohl ein paar neue Klamotten gebrauchen und eine Dusche wäre auch nicht schlecht. „O.k. dann sehen wir uns gleich, ich verschwinde mal im Bad. Sie ließ endlich den Gürtel ihres Bademantels los, so dass er sich öffnete und Tom den Einblick auf ihren Körper freigab, den er ersehnt hatte. Er atmete tief durch. Oh Mann, ich will eigentlich ganz andere Dinge tun, seufzte er innerlich auf, als er seinen Blick über die hübsche Blondine gleiten ließ. Da sprang er plötzlich auf und zog sich an, umrundete das Bett und schluckte. Anna hatte den Bademantel ausgezogen und stand völlig nackt da. Er nahm sie in den Arm und ließ seine Hände über ihre Haut wandern und sofort spürte er, dass sich bei ihm was regte. Er wollte sie so sehr. Er seufzte und schloss die Augen. „Ich finde ja, Arbeit wird völlig überbewertet.“
Als er Anna kichern hörte, öffnete er pikiert die Augen. „Was?“ fragte er mürrisch. „Wer bist du? Und was hast du mit meinem Chef, dem Herrn Geschäftsführer angestellt?“ fragte sie nüchtern. Tom tat pikiert. „Den hab ich in Urlaub geschickt, aber wenn du mich nicht willst …, dann geh ich halt.“ Er ging zur Tür, drehte sich aber sogleich wieder um und sagte, nach einem weiteren Blick über ihre nackte Erscheinung. „Dusch nicht so schnell, ich bin gleich wieder da.“ Erneut bekam sie eine Gänsehaut. Seine Augen versprachen ihr, gleichsam wie seine Stimme, ein sinnliches Erlebnis zu dem sie sicherlich nicht nein sagen würde.

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Mi Jul 17 2013, 15:32

Oh jaaa, das ist toll.Die beiden sind so süß, und Bruno ist auch super.Ich habe es richtig vor meinem inneren Auge gesehen wie er den armen Virgin fertig macht aufdiemütze  Danke liebe Katha für diesen tollen Teil.Ich freue mich wenn es weiter geht.Wünsche dir einen schönen Tag Razz  Lg.Carla

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Mi Jul 17 2013, 15:42

Ach und Tom geht jetzt bestimmt in sein Zimmer holt sich frische Klamotten, und dann zurück zu Anna und zusammen duschen.Bruno kann auch noch ein paar Minuten warten.Smile 

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Do Jul 18 2013, 21:33

Owei, ich sehe es schon kommen, die halbe Stunde Gnadenfrist, die Bruno Anna gegeben hat, wird verdammt knapp. Razz  Aber gut, Bruno soll mal nicht so streng mit dem jungen Glück sein. Allerdings bin ich ja wirklich neugierig, was da wieder passiert ist, dass Bruno in einer Nacht-und-Nebel-Aktion nach Hamburg reist. Armer Virigin ... brav 

Freu mich auf die Auflösung dieses ganzen Trubels ...

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Fr Jul 19 2013, 16:45

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Mo Jul 22 2013, 23:51

Hallo ihr Lieben,
nur schnell mal ein Lebenszeichen von mir. Ich habe euch nicht vergessen. Danke für eure Kommis, habe mich sehr gefreut. Smile
Mir rennt gerade total die Zeit weg und ich komme kaum dazu mal konzentriert zu schreiben, weswegen ich auch leider noch immer keinen nächsten Teil mitgebracht habe. Aber er kommt bald, versprochen.
Seid ganz lieb gegrüßt !
Katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Di Jul 23 2013, 16:13

Liebe Katha huhu ,ich wünsche dir auch einen schönen sonnigen Tag.Mach dir keine Sorgen wir werden ganz geduldig warten Mad  Evil or Very Mad  Laughing  Lg. Carla

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BeitragThema: "38"   Do Jul 25 2013, 21:54

Was neues zu Lesen!!!!Very Happy
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Pünktlich eine dreiviertel Stunde, nachdem Anna Bruno und Virgin die Tür vor der Nase zugemacht hatte, stand das junge Paar im Aufzug. Anna hatte eines der Lanford-Kleider angezogen und sich in aller Eile ein bisschen geschminkt. Ein Zopf war Gott sein Dank schnell gemacht, so dass sie einen halbwegs passablen Eindruck machte. Allerdings hatte sie das Gefühl, dass sie immer noch einen hochroten Kopf hatte und ihr quer auf der Stirn geschrieben stand, dass sie gerade ziemlich befriedigende Stunden hinter sich hatte und außerdem die wohl glücklichste Frau der Welt war. Ob sie dieses, wie in Stein gemeißeltes Grinsen wohl irgendwie aus ihrem Gesicht vertreiben konnte? Sie war nicht sicher. Sie rekapitulierte die letzte halbe Stunde noch einemal in Gedanken. Sie war einfach himmlisch gewesen, und so fühlte sie sich auch, wie auf Wolke 7.
Tom war nämlich tatsächlich bereits nach einigen Minuten wieder in ihrem Zimmer erschienen, da sein Koffer ja quasi noch gepackt gewesen war. Und dann hatte er sich nicht davon abhalten lassen, sich in Windeseile seiner Kleidungsstücke zu entledigen und Anna unter die Dusche zu verfrachtet. Das Wasser hatte Annas Körper noch nicht ganz erreicht, da hatte sie schon seine Hände auf ihrem Körper gespürt und war unter seinen Händen zerflossen, wie Wachs in der heißen Sonne. Und wieder war es ein schier unglaubliches Erlebnis gewesen, was sie sich trotz der wenigen Zeit gegönnt hatten. Oh Gott, sie freute sich schon jetzt darauf abends wieder mit ihm alleine zu sein.
Aber nun hieß es erst einmal sich zusammenzureißen. „Wie verhalten wir uns denn jetzt?“ fragte Anna vorsichtig, denn auch wenn sie beide gerade unendlich glücklich waren, war doch Alles noch so neu, dass sie ein wenig verunsichert war. Tom musterte sich gerade im Spiegel und zupfte sich Hemd und Sakko zurecht, da seine Sorgfalt beim Ankleiden, durch Annas Anwesenheit enorm gelitten hatte. Außerdem hatten sie sich letztlich sehr beeilen müssen, um Bruno nicht noch länger warten zu lassen und so Gefahr zu laufen, den wilden Stier in ihm zur Freiheit zu verhelfen. Wer ist dieser gutgelaunte Mann da im Spiegel?, überlegte er gerade grinsend, als Annas Worte nur ganz langsam ihren Weg zu seinem Hirn fanden. Er wusste nicht, wann er sich selbst das letzte Mal so gelassen und glücklich gesehen hatte. Sein Blick fiel durch den Spiegel auf Anna, die ebenfalls blendend aussah, auch wenn sich ein paar kleine Sorgenfalten auf ihre Stirn geschlichen hatten. Er wendete sich ihr zu und zog sie in seine Arme. „Na ja, wir müssen ja nicht gerade knutschend vor Bruno posieren, aber er wird es vermutlich eh schneller checken, als wir es uns wünschen.“ Er zuckte gelassen mit den Schultern. „Und, ganz ehrlich? ... am liebsten würde ich es in die Welt hinaus schreien, wie glücklich ich bin.“ Anna lächelte verliebt. „Eigentlich hast du Recht. Sollen sie es doch alle wissen. Aber trotzdem müssen wir auch noch ein bisschen Arbeiten“, sagte sie mahnend. Tom nickte mit kraus gezogener Nase und sagte unwillig. „Hmmm, das ist wohl so.“ Anna schüttelte amüsiert den Kopf, denn sie war sich gar nicht so sicher, ob Tom das am heutigen Tag hinbekommen würde.
„Warum ist Bruno eigentlich hier? … Nur weil du gestern nicht mit Virgin gesprochen hast?“, fragte sie zögerlich und versuchte sich gedanklich endlich dem Thema zuzuwenden, das wohl die nächsten Stunden bestimmen würde. Tom verzog das Gesicht. „Na ja, ich habe eben mal mein Handy angemacht. Ich hatte ca. 30 Anrufe und mehrere Nachrichten von Virgin. Er hat es offensichtlich noch öfter versucht.“ Anna runzelte erneut die Stirn, „Und warum haben sie es nicht bei mir probiert? … Ich meine, eben hatte sie ja auch keine Scheu einfach in meinem Zimmer aufzutauchen.“ Sie kramte in ihrer Tasche und förderte schließlich ihr Telefon zutage. „Oh, Akku leer“ sagte sie, nach einem kurzen Blick aufs Display „Na gut, aber bleibt die Frage was der Grund der Aufregung ist. Bruno hat was von Entscheidungen gesagt, die getroffen werden müssen …“ Tom ließ ihr gentlemanlike den Vortritt, als sich der Aufzug öffnete. „Vermutlich weil Carla weg ist, …“ Er zuckte gelassen mit den Schultern. „Wir werden es wohl gleich erfahren.“ Damit beendeten sie das Thema vorläufig und durchquerten die Halle. Kurz bevor sie an der Tür des Bistros angelangt waren, nahm Tom plötzlich Annas Hand und zog sie beiseite. Er umschlang sie und küsste sie leidenschaftlich und Anna, die erst einmal erschrocken die Augen aufgerissen hatte, ließ sich schnell mitreißen. Kein geschäftsführerhaftes Verhalten, so in aller Öffentlichkeit, aber Tom war es total egal. Als sie sich voneinander lösten, schauten sie sich in die Augen und lächelten verlegen, sie hatten beide schon wieder das volle Verlangen darin stehen. „Sorry, aber ich brauchte noch einen kleinen Vorschuss für die nächsten Stunden“, sagte Tom entschuldigend und sah dabei aus, wie ein kleiner Junge, der seine Geschenke aus lauter Ungeduld bereits vor dem Geburtstag geöffnet hatte. Anna versank im Anblick dieser außerordenlich charmanten Mimik und ihr Herz raste vor Glück. Mein Gott, bin ich verliebt in diesen Mann, ging es ihr durch den Kopf und einmal mehr fragte sie sich, ob das wirklich die Realität sein konnte. „Ich freue mich auf heute Abend“, wisperte sie. „Und ich erst,“ seufzte Tom. „Ich liebe dich.“ Er strich Anna noch einmal über ihre Arme und gab ihr einen letzten schnellen Kuss. „Na, dann mal los.“
 
Bruno und Virgin hatten sich in die hinterste Ecke des Bistros verzogen und die Unterlagen, die Anna Bruno mitgegeben hatte, lagen vor ihnen auf dem Tisch. Es machte nicht den Eindruck, als hätten sie einen Blick hineingeworfen, also wartete Bruno vermutlich Sekunde für Sekunde auf das Auftauchen des verlorenen Sohnes. Das waren ja gute Aussichten. Bruno nahm gerade einen Schluck von seinem Tee und verzog gequält das Gesicht. Oh nein, auch das noch, ging es Tom durch den Kopf, denn wenn sein Vater seine basalen Bedürfnisse nicht erfüllt bekam, die bei ihm aufgrund seiner Extrawünsche alles andere als basal waren, dann war er noch unausstehlicher, als er heute Morgen sowieso schon war. Und ganz offensichtlich entsprach sein Getränk ganz und gar nicht seinen Vorstellungen. Anna und Tom warfen sich einen skeptischen Blick zu, bevor Tom voran ging.
In dem Moment erblickte Bruno seinen Sohn, der schon fast an seinem Tisch angekommen war. Er lehnte sich zurück und musterte Tom einen Moment mit zusammengekniffenen Augen. Als auch Anna hinter Tom hervorkam, wies er ihnen sich zu setzen. Wortlos, obwohl Tom bereits ein freundliches „Guten Morgen“ in den Raum geworfen hatte. Nachdem sich die beiden jungen Leute gesetzt hatte, dauerte es einen weiteren Moment bis sich Bruno regte und Tom war schon völlig genervt von dieser theatralischen Dramatik, die sein Vater mit seinem Verhalten aufbaute, während Anna und Virgin die Luft anhielten und Vater und Sohn vorsichtig beobachteten. „Mein Sohn gibt sich auch schon die Ehre. Das ist ja schön“, sagte Bruno leise, und dann brach es aus ihm heraus, wie die Lava bei einem Vulkanausbruch. „Was fällt dir eigentlich ein? Warum warst du nicht erreichbar? Weißt du eigentlich noch, welche Funktion du bei Lanford hast? Soll ich die Firma in Zukunft alleine führen? Wir müssen dringend Entscheidungen treffen und du gondelst in der Weltgeschichte rum und bist nicht zu sprechen …“ Brunos Stimme war laut über die Tische des Bistros hinweg gefegt, die Gott sei Dank zu dieser Tageszeit kaum besetzt waren. Sein Blick funkelte zornig, und war Bruno im Normalfall der Seelenscanner in Person, war es ihm gerade überhaupt nicht möglich, die gelassene Stimmung Toms einzuordnen. Im Gegenteil, sie stachelte ihn nur noch mehr an. Tom hatte den Ausbruch seines Vaters nämlich tatsächlich sehr gelassen an sich abprallen lassen, und sah ihn im Gegenteil fast belustigt an. „Bruno, meinst du nicht du übertreibst ein bisschen?“ fragte er jetzt leicht amüsiert. „Ich übertreibe nicht …“ Bruno holte Luft, offenbar um einen weiteren stimmgewaltigen Ausbruch vorzubereiten, aber da beugte sich Tom vor und sah ihn erwartungsvoll an. „Sagst du mir einfach mal, was eigentlich los ist? Warum war es sooo wichtig, dass ich gestern Abend erreichbar war? So wichtig, dass du dich heute in aller Herrgottsfrühe auf den Weg gemacht hast, hierher zu kommen, obwohl ich in einigen Stunden schon wieder in Berlin gewesen wäre.“ Bruno hielt immer noch die Luft an, die er ja anderweitig verwenden wollte, und ließ sie jetzt langsam, aber mit erzwungener Kontrolle entweichen. Tom hatte ihm tatsächlich den Wind aus den Segeln genommen. „Das kann ich dir sagen. Wir könnten einen riesigen Auftrag an Land ziehen, der für uns verdammt wichtig wäre. In drei Tagen sollen die ersten Konzeptideen auf dem Tisch liegen. Aber dank deiner Hilfe haben wir leider nur noch eine fähige Designerin im Haus, so dass das verdammt schwierig wird.“ Seine Stimme war jetzt bedrohlich leise geworden und der Inhalt seiner Aussage, zumindest der erste Teil davon, ließen Tom und auch Anna tief einatmen. „Wow“, entfloh es Anna, die sich zwar gerade gefreut hatte, dass sie offensichtlich die fähige Designerin war, von der Bruno gesprochen hatte, aber beim besten Willen nicht wusste, wie sie noch einen Auftrag bearbeiten sollte, wo sie doch jetzt schon so viel zu tun hatte, dass sie sich theoretisch 24 Stunden am Tag beschäftigen konnte. Na ja, und dass gerade auch ihre Privatleben nach freier Zeit schrie, machte dieses Gefühl auch nicht gerade besser.
Brunos Blick streifte Anna nur einen Moment, ehe seine zusammen gekniffenen Augen wieder beobachtend auf seinem Sohn lagen. „Weißt du eigentlich, was du Lanford mit deiner Entscheidung angetan hast?“ fragte Bruno nun angespannt und Tom zog pikiert die Augenbrauen in die Höhe. Das kann jetzt nicht sein ernst sein. Er hat mir doch seit Monaten und Jahren in den Ohren gelegen, dass ich die Vergangenheit endlich akzeptieren und mein Leben wieder in die Hand nehmen soll, und jetzt macht er mir einen Vorwurf? schoss es Tom sofort durch den Kopf. „Was genau meinst du Papa?“ fragte Tom mit bedrohlichem Unterton nach, und sah dabei auch nicht mehr viel freundlicher aus, als sein Vater selbst. Der hatte scheinbar nur auf seinen Einsatz gewartet. „Du, mit deinem verkorksten Privatleben bringst unsere Firma in Gefahr“, fauchte er Tom an. „Wegen dir ist Carla weg. Und jetzt stehen wir da. Sollen wir Haokan wirklich absagen? Das ist ein Auftrag im sechsstelligen Bereich, den wir mehr als gut gebrauchen könnten. Du weißt wohl am besten, dass unsere Zahlen gerade nicht rosig aussehen.“
Tom nickte langsam. Im Normalfall wäre er wohl völlig aus der Haut gefahren, aber nach einem kurzen Blick auf Anna, fand er seine Gelassenheit wieder. Heute konnte ihn einfach nichts aus der Ruhe bringen. Er warf Anna erneut einen kurzen Blick zu und überlegte einen Moment, was er Bruno unter diesen Umständen sagen sollte.
Dann lehnte sich erneut auf seine Unterarme, die er vor sich auf dem Tisch verschränkt hatte und sah Bruno mit festem Blick in die Augen. „So,“ begann er entschlossen, „jetzt will ich dir mal was sagen. Eigentlich dachte ich, dass das hier nichts zu suchen hat, schließlich geht es um Lanford und nicht um mein Privatleben, aber da das ja sowieso nicht zu trennen ist, soviel  …
„Du bist hier, weil Entscheidungen getroffen werden müssen. O.k., das werden wir tun und wir werden Lösungen finden, da bin ich sicher …“ Er zögerte kurz und überlegte, ob das hier wirklich der richtige Moment für seine Offenbarung war, aber dann fuhr er unbeirrt fort. „Aber vorher kommst du mal wieder runter von deiner Palme und freust dich einfach mit mir.“ Er sah seinen Vater herausfordernd an, während dessen Mimik ziemlich unbestimmt blieb. Bruno wusste scheinbar nicht, was er von dieser Ansage halten sollte. Er setzte sich zurück und verschränkte abwartend seine Arme vor der Brust. „Und worüber, wenn ich fragen darf?“ Es schien, als habe er tatsächlich keinen blassen Schimmer, wovon sein ältester Spross ziemlich irritiert war. Schließlich war Bruno sonst so gut darin, sein Seelenleben auseinander zu nehmen. Aber dann würde er ihm die geforderte Antwort halt geben. Er holte nochmal tief Luft, bevor er fortfuhr. „Dein Sohn hat sich endlich mal die Zeit genommen, sein so verkorkstes Privatleben, wie du es gerade so schön genannt hast, auf die Reihe zu bekommen. Und korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber ich glaube, du hast mich bereits das ein oder andere Mal dazu aufgefordert,genau das zu tun.“ Brunos Augen zogen sich zweifelnd zusammen und er warf seinem Assistenten einen fragenden Blick zu, den der nur mit einem unwissenden Schulterzucken erwiderte. Bruno war scheinbar so in seinem Ärger gefangen, dass er seine privaten Beobachtungen der letzten Zeit aus seinem Kopf verdrängt hatte. Er schürzte seine Lippen, nickte Tom gemächlich zu und fragte zynisch, als ob er da sowieso keine Hoffnung habe, „Und, was ist dabei raus gekommen? Dass du abends dein Handy ausmachst um dich zu entspannen?“ Tom lächelte amüsiert. Er konnte es einfach nicht glauben, dass sein Vater, der normalerweise schneller, als er selbst, wusste, was in ihm vorging, heute so total ahnungslos schien. Aber es begann ihm Spaß zu machen. „Ja, unter anderem. Ich schätze, das werde ich in Zukunft öfter tun.“  Sein Blick huschte für einen kurzen Moment zu Anna um ihr ein kleines Lächeln zu schenken. „Ich habe nämlich tatsächlich Entscheidungen getroffen, Entscheidungen für mein Leben. Ich weiß, dass diese auch Auswirkungen auf die Firma haben, aber darauf kann und will ich gerade keine Rücksicht nehmen. Selbst wenn wir wirkliche einen Auftrag auf Eis legen, oder sogar absagen müssen. Dann ist das halt so.“ Er sah in Brunos Augen, die sich gerade wieder zu engen Schlitzen verzogen. „Bruno, ich habe mich in den letzten zwei Wochen sehr intensiv meiner eigenen Gefühlswelt gewidmet und endlich kapiert, dass das Leben nicht nur aus Arbeit besteht.“ Sein Blick wanderte zu Anna, die neben ihm saß und ihn mit großen Augen anstarrte. Sie hatte bislang mit angehaltener Luft neben ihm gesessen, und so langsam begriff sie, dass dies wohl doch der Moment der Eröffnung würde. Ihr Herz schlug ihr bereits bis zum Hals und sie traute sich gar nicht, einen der anderen beiden Männer anzusehen. Tom ergriff ihre Hand und lächelte ihr verliebt zu, ehe er seinen Vater wieder ins Visier nahm. „Bruno, wir haben mit Anna immer noch eine wunderbare Designerin im Haus, und die wird uns nicht abhanden kommen, dafür werde ich ganz persönlich sorgen.“ Er drückte Anna einen sanften Kuss auf ihre Finger und sprach nun zu ihr, als wären sie völlig alleine „Dich werde ich nie mehr gehen lassen.“ Annas Herz drohte nun fast ihre Rippen zu durchbrechen. Nicht nur, dass sie aufgeregt war, was Bruno und Virgin zu den neuen Entwicklungen sagen würden, jetzt machte Tom ihr auch noch so eine Ankündigung ... Wow, war das ein Versprechen oder eine Drohung?, fragte sie sich spontan. Sollte es mir Angst machen? … Nein, es machte ihr keine Angst. Es macht sie zum glücklichsten Menschen der Welt, denn sie spürt selbst, dass sie diese gerade gefundene Liebe, diese neue Heimat, niemals wieder aufgeben wollte. Sie neigte sich ein Stück vor, und schon spürte sie Toms Hand an ihrem Hals, die sie sanft zu sich zog. Sie verfielen in einen liebevollen Kuss, der sie für einen kurzen Moment alles vergessen ließ.
Durch ein plötzliches Klatschen und das laute Lachen Brunos, wurden sie schließlich zurück in die Realität geholt und schauten überrascht in das freudestrahlende Gesicht des Kreativ-Chefs. Er hatte den beiden zugeschaut, als säße er vor einem Theaterstück, bis es endlich Klick gemacht und er es begriffen hatte. Sein Sohn hatte sich nach langen Monaten und Jahren endlich für das Leben entschieden, das war wirklich nicht zu übersehen. Lediglich Virgin schaute immer noch völlig überrascht drein. „Ihr Beide seid zusammen?“, hauchte er fassungslos, während seine Augen wie beim Tennis zwischen beiden hin und her switchte. Die Köpfe der anderen Drei schossen zu ihm und gemeinsam begannen sie zu lachen, denn seine Mimik war wirklich göttlich. Tom ergriff schließlich das Wort. „Virgin, es tut mir leid. Ich kann mir denken, dass es dein Traum war, Carlas und meine Hochzeit zu organisieren, aber wie du siehst, war es richtig ihren Antrag abzulehnen.“ Sein Blick schwenkte für einen Moment zurück zu seiner neuen Liebe. „Ich liebe Anna … Aber wer weiß? Vielleicht kannst du ja … irgendwann …“ Virgin sah immer noch ungläubig zwischen Anna und Tom hin und her, aber ganz langsam verstand er, was Tom da sagte. „Dann gibt es doch noch eine Lanford-Hochzeit?“, fragte er schließlich aufgeregt, und ein Strahlen zog ihm über sein Gesicht. Anna und Tom grinsten amüsiert, bevor sie sich einvernehmlich in die Augen sahen. Auch wenn es keiner so aussprach, eigentlich wusste jeder für sich, dass sie sich bereits entschieden hatten. Es würde eine Hochzeit geben, früher oder später …


Tom riss sich von Annas Anblick los und räusperte sich verlegen, während auch Anna die Röte ins Gesicht schoss und sie verlegen ihre Hände betrachtete. Tom sah wieder zu Bruno, der Virgin gerade beauftragte Champagner zu besorgen.
„Bin ich damit zumindest ein Stück weit rehabilitiert?“, fragte er lächelnd, und Bruno ergriff seine und auch Annas Hand. „Ihr macht mich unglaublich glücklich. Ich wusste doch, dass sich zwischen euch was tut. Es ist einfach phantastisch!“, donnerte er begeistert hervor, und Anna und Tom tauschten erneut einen Blick. Tom wurde die überschwänglicher Teilnahme seines Vaters auch schon wieder zu viel, so dass er schnell ablenkte.
„Gut, dann hätten wir das ja geklärt. Ich glaube, wir brauchen jetzt dringend mal ein Frühstück, und dann würde ich vorschlagen, dass wir uns gemeinsam die Alternativen für den neuen Lanford-Store anschauen. Nachdem ihr schon persönlich hier seid, könnt ihr euch auch gleich selbst ein Bild davon machen. Und wenn wir wieder in Berlin sind, kümmern wir uns um alles weitere. Versprochen. Wir bekommen das hin.“ Bruno nickte zustimmend. Sein Ärger war wie weggeblasen und als sie schließlich alle ihre Gläser erhoben, um auf das junge Glück anzustoßen, dröhnte erneut sein befreites Lachen durch den Raum, das den Eindruck erweckte, dass dieser charismatische Mann gar nicht anders könne, als fröhlich zu sein.

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Zuletzt von katha am Do Jul 25 2013, 23:24 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Carla3939

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Do Jul 25 2013, 23:07

Ohhhh ja,das war so schön banana Smile  .Und wie Bruno sich gefreut hat wunderschön.
Ich bin ja mal gespannt wie Anna die ganze Arbeit schaffen soll.Und Tom war so süß.Danke liebe Katha für diesen schönen teil brav .Ich freue mich wenn es weiter geht.Lg. Carla

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Di Jul 30 2013, 00:00

huhu Liebe Katha wir warten ganz doll auf Lesefutter also bitte bitte write Lg.Carla

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Di Jul 30 2013, 21:00

Hallihallo liebe Carla und ihr anderen Leser,
ich würde euch total gerne mit dem nächsten Teil beglücken, er ist auch fast fertig, aber eben nur fast:write: , und ich muss mich leider auch jetzt wieder um andere Dinge kümmern. schmoll  Sorry, ist gerade echt nicht zu ändern.
Liebe Grüße hallo 
Katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Do Aug 01 2013, 11:37

Oh meine liebe Katha, was für ein befreiender Teil. Genau das Richtige, um motiviert in den Tag zu starten. Ich konnte Bruno wahrlich vor mir sehen, so explosiv wie Dynamit selbst. Und ehrlich ... ich hab genauso wie Virgin und Anna die Luft angehalten. Klasse, wie ausgeglichen Tom auf einmal ist. Tja, was die Hormone doch so alles bewirken können. Der perfekte Balsam für fast jedes Wehwehchen. Smile Smile

Da freut man sich schon ganz hibbelig auf den nächsten Teil, den ich mir dann hoffentlich schneller einverleiben werde.  Wink 

Liebe Grüße
Mini

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BeitragThema: "39"   Mo Aug 05 2013, 23:15

GutenAbend  kennt ihr mich noch? Und wisst ihr noch, worum es hier geht?
Es tut mir so leid, dass ich mich gerade so selten melde ...Embarassed 
Aber heute habe ich tatsächlich einen neuen Teil für Euch! Vermutlich hätte ich ihn im Normalfall noch zurück gehalten, bis ich den nächsten geschrieben habe, aber ich will euch nicht länger warten lassen und gebe mein Bestes, dass es auch so passen wird. write 
(Ich bin übrigens nächste Woche im Urlaub, ich weiß noch nicht wann es weiter geht ...)
*****************************************************


Tom stand an der Wohnungstür und schaute ungeduldig zur Uhr. „Anna, jetzt komm endlich, das Taxi wartet.“ „Ich komme, Augenblick, ich muss nur noch …“ rief sie aus dem Schlafzimmer und Tom verdrehte genervt die Augen. „Frauen“, murmelte er ungeduldig vor sich hin. „Nu los! Wir müssen!“ erinnerte er erneut eindringlich, aber da kam Anna auch schon hektisch um die Ecke gebogen und zog ihren Koffer hinter sich her. Tom zog erstaunt die Augenbrauen in die Höhe. „Wir sind nur ein paar Tage weg, was hast du denn alles eingepackt?“ Anna blies angespannt die Luft aus. „Hättest du mir mal gesagt, wo wir hinwollen, dann wäre das Packen auch leichter gewesen.“ Sie verzog das Gesicht pikiert, als sie auch schon ihre Handtasche griff und an Tom vorbei die Wohnung verließ. Tom zog die Tür hinter sich zu und griff nach Annas Koffer. Er grinste belustigt. „Du wirst es schon noch früh genug erfahren. Hast du nicht mal erwähnt, dass du Überraschungen liebst?“ Den bösen Blick, den er von seiner Freundin zugeworfen bekam, ignorierte er beflissentlich. Er hatte nämlich genug mit seiner eigenen Nervosität zu tun, so dass er sich jetzt nicht noch auf längere Diskussionen einlassen wollte. Denn obwohl er wusste, dass Anna Überraschung liebte, war er noch immer unsicher, ob sein Plan wirklich gut bei ihr ankommen würde.
Es war Samstag, so dass sie ein wenig länger geschlafen hatten, bis Tom Anna mit einem wunderschön hergerichteten Frühstück am Bett geweckt hatte. Sie hatten sich gemütlich die Bäuche vollgeschlagen und Anna war anschließend näher an ihn heran gerutscht, um ihn nach allen Regeln der Kunst zu verführen. Endlich war mal wieder Zeit in aller Ruhe die Zweisamkeit zu genießen, nachdem sie wirklich stressige Wochen und Monate hinter sich hatten. Gar nicht das, was sie sich wünschten, nachdem sie endlich zusammen gefunden hatten. Aber nachdem sie aus Hamburg zurück gekommen waren, hatte sich erst einmal alles überschlagen.
Anna hatte wirklich für Zwei arbeiten müssen, da sich so schnell einfach keine passende Designerin auftreiben ließ, die Carla ersetzen konnte und auch Tom hatte alle Hände voll zu tun gehabt.
Anna hatte Bruno in Hamburg tatsächlich für ihr Store-Konzept gewinnen können, so dass sie nach ihren ersten Skizzen den Auftrag bekam, das Konzept noch einmal richtig auszuarbeiten und die Anweisungen und Ausführungen in Hamburg persönlich zu überwachen. Das hieß also, dass sie nicht nur an ihrem Berliner Schreibtisch, sondern auch in Hamburg tätig werden musste, worüber sie anfangs nicht sehr erbaut war. Aber im Nachhinein war sie sehr stolz darauf, mit Frau Kleinwächter, die sich dann doch als umgänglicher heraus gestellt hatte, als anfangs befürchtet, dem Store zur Eröffnung verholfen zu haben, und bislang war es ein richtiger Erfolg. Aber das war ja noch lang nicht alles gewesen was anstand. Sie hatte ja sowieso noch die Kollektion für die Fashion-Days zu erstellen gehabt, als Tom sie auf diesen Kurztrip nach Hamburg entführt hatte, und zusätzlich hatte man doch noch zu einer Einigung mit Haokan gefunden. Die erste Kooperation beschränkte sich zwar auf eine kleine Kollektion, so dass die Anzahl der Modelle überschaubar war, aber trotzdem musste Anna innerhalb kürzester Zeit ein neues Konzept und neue Ideen aus dem Hut zaubern, die den exklusiven Vorstellungen der Asiaten gerecht wurden. Und dann waren da ja auch noch die Aufgaben der Chef-Designerin, die Tom zwar zum Teil auf andere Mitarbeiter verteilen konnte, die aber zum Teil auch in ihren Händen verbleiben mussten.

Anna hatte sich nach und nach immer besser organisiert und gehörte mittlerweile mit Tom, Bruno, Enrique und Natascha fest in die oberste Riege des Lanford-Imperiums. Sie hatte es geschafft, Paule in die Firma zu holen und mit ihr eine Art Assistentin an Land zu ziehen, was Tom und Bruno natürlich unglaublich erfreute, aber trotz allem blieb eindeutig zu viel Arbeit und viel zu wenig Zeit für ihre Zweisamkeit mit Tom. Erst jetzt, nach Monaten, war zumindest eine vorübergehende Entspannung eingetreten und Tom hatte sich deshalb diesen Kurztrip ausgedacht, damit sie endlich mal wirklich abschalten konnten, wovon Anna beim Frühstück aber noch nichts wusste. Sie hatte bisher noch die Idee das Wochenende einfach im Bett zu verbringen.
Aber ihren ersten Annäherungsversuch, mit dem sie das Wochenende gebührend einleiten wollte, hatte Tom auf nette, aber doch entschiedene Weise abgewehrt. Anna war schon fast beleidigt gewesen, bis Tom ihr geheimnisvoll zu verstehen gegeben hatte, dass sie leider Termine hatten. Er hatte ihr, nach einem Blick zur Uhr, gesagt, dass sie genau eine Stunde Zeit habe, um sich fertig zu machen und einen Koffer für vier Tage zu packen. Oh Gott, so was konnte man mit einer Frau doch nicht machen ... Anna hatte ihn voller Entsetzen angesehen, und war einen Augenblick später, wie von der Tarantel gestochen, aufgesprungen und in Hektik ausgebrochen. Immer wieder hatte sie versucht herauszubekommen, wofür sie denn gerade packte. Ob es dort wo sie sich aufhalten würden warm oder kalt wäre, ob sie auch schicke Sachen mitnehmen müsse … , aber Tom hatte stoisch geschwiegen, und sich auch durch ihre verschiedenen und ansich überaus überzeugenden Überredungskünste nicht erweichen lassen. Und nun waren sie auf dem Weg … wohin auch immer.

Anna versuchte ihre Neugier im Zaum zu halten, hatte sie doch jetzt schon genug von Toms schadenfrohem Grinsen, aber sie konnte ihre Unruhe einfach nicht verheimlichen. Sie platzte fast, weil sie die Ungewissheit kaum aushielt. Eine dreiviertel Stunde später stiegen sie vor dem Flughafen endlich aus dem Taxi und Anna beobachtete Tom ungeduldig, während er gemächlich den Taxifahrer bezahlte. Sie hatte damit gerechnet, dass sie am Flughafen landen würden, und nun war sie nur froh, dass sie wohl in wenigen Minuten erfahren würde, wohin die Reise denn nun ging.
Tom fand Anna einfach zu amüsant. Sie wirkte, wie ein kleines Mädchen, das man besser an die Hand nahm, damit es vor lauter Aufregung nicht verloren ging. Er dirigierte sie durch den Flughafen und Anna schaute neugierig auf die Auskunftstafel. Endlich, als sie eincheckten, wurde sie erlöst. „Mailand“, las sie und sah Tom erstaunt an. „Wir fliegen nach Mailand?“ Tom nickte, „Ja, ich dachte, wir sollten die Eindrücke unseres letzten Besuchs, der ja nicht so glücklich geendet hat, mal korrigieren. Die Stadt ist viel zu schön, um sie in schlechter Erinnerung zu behalten.“ Er sah Anna tief in die Augen und ein kleines beschämtes Lächeln zuckte um seine Lippen. Es war offensichtlich, dass er unsicher war, ob er die richtige Wahl getroffen hatte. Aber nach Annas erstem Erstaunen, lächelte sie ihn jetzt liebevoll an. Sie trat einen Schritt auf ihn zu und gab ihm einen Kuss. „Das ist eine wunderbare Idee. Ich freu mich“, sagte sie leise. Weit in ihrem Hinterkopf tauchten zwar die Bilder auf, wie Tom ihr damals all ihre Hoffnung geraubt hatte, aber ihr heutiges Glück überstrahlte diese unangenehmen Gedanken, so dass sie verblassten und schon bald wieder verschwunden waren. Außerdem gab es da ja auch ganz andere Erinnerungen an ihren letzten Mailand-Aufenthalt. Tom blies erleichtert die Luft aus. „Na da bin ich aber froh.“
 
„Hey, das ist das Zimmer, das ich letztes Mal auch hatte,“ rief Anna erstaunt aus, als Tom die Tür öffnete und ihr den Vortritt ließ. „Hmmm, aber dieses Mal ist es auch meins“, lächelte Tom und stellte ihren Koffer ab, während Anna schnell im Bad verschwand um nach der Reise ihre Mädchenblase zu entleeren. Als sie mit einem erleichterten Seufzer wieder herauskam, lag auf dem Bett ein Päckchen. Anna sah Tom, der sich gerade einen Anzug überzog, fragend an. „Was ist das? Ist das für mich?“ „Schau nach“, forderte Tom sie auf, während er sich seinen Gürtel durch die Schlaufen seiner Hose zog. „Und warum machst du dich so schick?“ Anna wurde schon wieder nervös, irgendwas war doch hier im Busch. „Wir werden gleich zum Essen abgeholt. Aber jetzt schau doch erstmal.“ Tom wies auf das Päckchen. Anna setzte sich auf das Bett und schob langsam das edle Papier auseinander. Ein wunderschöner Stoff kam zum Vorschein. Vorsichtig strich sie über den mit bunten Blumen bestickten Chiffon. Sie hob das Kleid hoch und hielt es vor sich. Es war ein knielanges, leicht ausgestelltes Trägerkleid mit tiefem Ausschnitt. Das Unterkleid war in einfachem weiß gehalten, so dass die in kräftigen Tönen gestickten Blumen auf den Chiffon wunderbar zur Geltung kamen. Eben ein Sommerkleid, und trotzdem sehr ungewöhnlich und edel. Eine Mischung, wie für sie gemacht, wenn sie selbst auch eher weniger verspielte Modelle entwarf. Sie schüttelte ungläubig den Kopf und lächelte Tom mit strahlenden Augen zaghaft an. „Wow, das ist wunderschön.“ Tom trat hinter sie und gab ihr einen liebevollen Kuss auf die Wange, während er ihr über die Schultern strich, und flüsterte ihr dann ins Ohr. „Für dich nur das Beste, das weißt du doch. Ein Unikat, von Bruno extra für dich entworfen ..."  Anna riss erstaunt die Augen auf und betrachtete das Kleid, das sie immer noch vor sich in die Höhe hielt, ein weiteres Mal, bevor sie zu Tom hinaufstrahlte. Er lächelte zurück und sagte, "Ich freu mich, wenn es dir gefällt.“ „Ja, das tut es. Aber … habe ich irgendwas verpasst … vergessen? Wohin gehen wir denn?“ Jetzt hatte Anna leichte Panik in den Augen stehen. Bruno entwarf ihr doch nicht einfach mal so ein Kleid. Tom schaute sie mit wissendem Blick an und legte den Kopf schief. „Wir werden in zwanzig Minuten abgeholt. Wir sind bei der Contessa eingeladen. Also hop, mach dich noch schöner, als du sowieso schon bist.“ Er drehte sie zu sich und nahm sie mit einem hinreißenden Lächeln in den Arm um ihre Verblüffung einfach wegzuküssen, so zumindest sein Plan. Aber Annas Herz begann plötzlich zu rasen. Sie löste sich schnell wieder von ihm und sah in mit schreckgeweiteten Augen an. „Bei der Contessa? Und ich soll in zwanzig Minuten fertig sein? Du machst mich echt fertig.“ Sie schüttelte den Kopf, was wohl soviel heißen sollte, wie Typisch Mann, hat doch keine Ahnung, und schon war sie im Badezimmer verschwunden.
Tom sah ihr belustigt hinterher und ließ sich in einen Sessel am Fenster sinken. Er versuchte sich zu entspannen, denn auch er war nicht so gelassen, wie er vorgab zu sein. Nervös schaute er alle paar Minuten auf die Uhr, während seine Gedanken zu ihrem letzten Aufenthalt hierher zurückwanderten. Mein Gott, was war das eine Achterbahn der Gefühle, dachte er, froh, dass diese anstrengende Zeit seines inneren Kampfes gegen sich selbst Vergangenheit war. Er schüttelte mit einem schwachen Lächeln auf den Lippen den Kopf und ließ das Gespräch, das er mit Anna auf dem Dach des Mailänder Domes geführt hatte, noch einmal Revue passieren. Er konnte ihre Worte auswendig, so intensiv hatten sie ihn damals beschäftigt, und ihn letztlich zur richtigen Entscheidung geführt.
Und heute war er einfach nur glücklich. Sein Leben war geradezu perfekt … Da öffnete sich die Badezimmertür und Anna trat heraus. Tom ließ seinen Blick über ihren Körper gleiten und lächelte entzückt. „Du siehst wunderschön aus“, sagte er bewundernd und dachte spontan, das ist das perfekte Kleid für … Stop, bremste er sich selbst, dazu später. Anna sah an sich herab und lächelte ihn dankbar an. „Das Kleid ist der Wahnsinn. Danke“, antwortete sie leicht verlegen. „Wie ich eben gesagt habe." 
Tom trat zu ihr und küsste sie zärtlich. "Es macht diese wunderschöne Frau vor mir nur noch schöner. Dann lass uns gehen. Wir wollen die Contessa ja nicht warten lassen.“
 
„Da sind sie ja endlich. Anna!“ Die Contessa stürmte auf Anna zu und zog sie enthusiastisch in die Arme. Anna ließ es geschehen und versank an dem weichen Busen der großen, kräftigen Frau, ehe sie Tom, der sie amüsiert angrinste, einen fast verschreckten Blick zuwarf. Die Contessa schob sie ein Stück von sich und betrachtete sie musternd. „Sie sehen toll aus. Was ein schönes Kleid. Eine Eigenkreation?“, fragte sie mit einem Augenzwinkern. Anna schüttelte den Kopf, „Nein, dieses Mal gebührt das Lob Bruno. Die Contessa nickte, und zog bewundernd die Augen in die Höhe. „Ja, Bruno versteht sein Geschäft.“ Dann wand sie sich dem Lanford-Junior zu. „Und sie Tom, schön, dass sie den Weg in unsere schöne Stadt noch einmal gefunden haben und meiner Einladung gefolgt sind.“ Die Stimme der Contessa war nun ein wenig gedämpfter, aber auch Tom wurde überschwänglich mit Küsschen links und rechts begrüßt. Und schon saßen sie auf der Terrasse der riesigen Villa und hatten die leckersten Speisen in großer Auswahl und Menge vor sich stehen. Anna war völlig erschlagen. Sie hatte die Contessa ja schon bei ihrem ersten Besuch ins Herz geschlossen, aber diese Frau war trotzdem aufs Neue beeindruckend und in ihrer überschwänglichen Art einfach nur zum Gern haben. Sie verbrachten eine sehr unterhaltsame Zeit miteinander, bis die Contessa irgendwann auf die Uhr sah und erschrocken ausrief. „Oh, schon so spät! Es tut mir leid, ich muss mich jetzt leider verabschieden.“ Sie warf Tom einen verschwörerischen Blick zu und Anna kam nicht umhin sich zu fragen, welches Wissen die Beiden teilten, von dem sie selbst keine Ahnung hatte. Ihre Neugier war geweckt, aber sie wusste ja was sich gehörte, so dass sie sich zurück hielt, und die Frage, die ihr auf der Zunge lag, hinunter schluckte.

Die Contessa geleitete sie noch in die große Empfangshalle, und als sie sich letztlich verabschiedeten, sah sie sich das junge Paar vor sich einen Moment musternd an, und sagte dann völlig aus dem Zusammenhang gerissen. „Ich bin ja immer wieder ein bisschen Stolz auf mich, wenn ich recht behalte.“ Anna hatte eine leise Ahnung was sie Contessa meinte, war sich aber auch nicht sicher, so dass sie den fragenden Blick Toms mit einem kleinen unwissenden Zucken beantwortete. Aber da beugte sich die Contessa gerade zu ihr und flüsterte ihr ins Ohr. „Anna, ich habe es ihnen ja gesagt. Er liebt sie – und wenn ich das so sagen darf, sie sind ein wunderschönes Paar.“ Sie zwinkerte ihr noch einmal zu, während sie Tom zum Abschied die Hand gab und ihm mit doppeldeutiger Mimik einen noch schönen Abend wünschte. Ihre Augen strahlten vor freudiger Erregung und Anna fragte sich erneut, welche Andeutung da wohl in ihrem Blick lag. Sie betrachtete Tom neugierig, aber seine Mimik verriet leider gar nichts. So was Doofes.

Als sie die Villa verließen, konnte sie sich dann aber nicht mehr zurück halten. Sie sah  skeptisch zu ihm auf. „Was war denn das eben? Warum hat dich die Contessa so angesehen?“ Tom warf ihr einen unschuldigen Blick zu. „Keine Ahnung, du kennst sie doch,“ er beugte sich zu ihr und sagte leise, so dass es keiner der Bediensteten hören konnte. „Sie ist schon ein bisschen verrückt.“ Anna nickte mit hochgezogenen Augenbrauen, und bestätigte wissend, „Da hast du wohl recht.“ Aber jetzt verkehrten sich die Rollen. „Aber was hat die Contessa denn damit gemeint, dass sie recht behalten hat?“ Jetzt hatte Tom die Stirn misstrauisch in Falten gelegt und Anna grinste. Ihr Kopf zuckte gelassen und sie grinste amüsiert. „Sie hat mir bereits auf dem Frühlingsfest gesagt, dass du mich liebst und mich aufgefordert, dich suchen zu gehen, nachdem du einfach abgerauscht warst .“ Tom zog die Brauen in die Höhe. „So so, ihr habt euch also damals schon gegen mich verschworen. Gut zu wissen.“ Anna blieb stehen und griff nach seinen Händen, zog in zu sich und legte sie auf ihren Rücken, so dass sie sich an seine Brust schmiegen konnte. Sie sah zu ihm hinauf und fragte entschuldigend, „so schlimm?“ Tom zögerte einen Moment mit gespielt überlegendem Blick, ehe er sie verliebt anlächelte und den Kopf schüttelte . „Nicht wirklich. Ich bin jedem dankbar, der uns darin unterstützt hat, zusammen zu kommen. Auch wenn ich es ein wenig unheimlich finde, dass scheinbar alle anderen früher über meine Gefühle Bescheid wussten, als ich selbst.“

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Zuletzt von katha am Di Aug 06 2013, 16:58 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Di Aug 06 2013, 13:39

Hallo Katha!

Ja, mich gibt es auch noch Laughing 

Du verstehst es wirklich das alte mit dem neuen so zu kombinieren, dass es einem beim Lesen fesselt! Kompliment
Wunderbar dein neuer Teil, auch wenn die Stelle an der du endest echt gemein ist. Ich möchte so gerne wissen, ob meine Ahnung im Bezug auf Tomileins Vorhaben richtig ist...

Aber erstmal wünsche ich dir einen wunderschönen Urlaub Smile

Liebe Grüße
Tastentante
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BeitragThema: Re: AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)   Di Aug 06 2013, 23:25

huhu Katha schön das es weiter geht!!! Bin echt neugierig was Tom vor hat,hoffendlich haben wir Glück und erfahren es noch vor deinen Urlaub Ilikeit  Wünsche dir alles liebe, bis dann Carla

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AnTom "Entscheidungen" (Kurz-FF)
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