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 Winterzauber , -Wintertrauma

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AutorNachricht
Trettachbub

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Anzahl der Beiträge : 9
Anmeldedatum : 26.09.12

BeitragThema: Winterzauber , -Wintertrauma   Do Okt 17 2013, 21:54

Tief im Tunnel  …..

In den bisherigen Winterferien zwischen Weihnachten und Neujahr hatten wir bisher immer sehr viel Glück mit dem Wetter. Allgäuer Alpen, Schnee, und meist blauer Himmel. Hier und da mal ein Wölkchen, aber selbst am späten Abend, wenn uns die Lust packte und wir rüber zum Christelsee gingen, war es ein traumhaftes Ambiente der Natur. Zwischen den Bergreihen im Trettachtal im Norden die Lichtkuppe der Ferienmetropole Oberstdorfs, gen Süden der Kegel der Trettachspitze. Alles im Dunkeln, beleuchtet lediglich vom Mond oder eben dem reflektierenden Schnee. Bilder, leider nicht mit einer simplen Kamera fotografierbar. Diese Spaziergänge Richtung Nacht brachten uns zum Christlsee, wo an  diesem genannten, zugefrorenen See ein Kurhotel zu besuchen war, in dem man bei Kerzenlicht, oder im offenen Barbereich noch einen Drink nehmen konnte. Da wir tagsüber bei den Wanderungen oder abends in der Ferienwohnung durchgängig allein miteinander waren, tat es zwischendurch gut in Geselligkeit noch einen Abendtrunk zu nehmen. Recht unterschiedlich waren die Gesellschaften, vom gutbürgerlichen Rentner, über wohlsituierte Geschäftsleute, bis hin zum Trainerteam inklusive der Sportler zum Beispiel der russischen Skispringer-Nationalmannschaft. Nicht zu vergessen, das Oberstdorf gerade in der Winterzeit, vor allem nach den Weihnachtstagen ein reichhaltiges Angebot an Wintersportveranstaltungen bietet.
Hier eben die Vier-Schanzentournee mit dem Auftaktspringen in Oberstdorf.

Ein Tag der kam, lud wieder nur so zum Winterwandern ein.
Weiße, große Bergkulissen um uns herum, der Himmel strahlend blau, vor unserem Ausgang, nahe des Wanderweges die Langlaufloipe, die tief von Oberstdorf, an uns vorbei bis hin zur "Spielmannsau" verläuft, tja, eben jene paar Sportler, dazu einige Wanderer, das war es schon, viele Menschen sahen wir hier oben in diesem Paradies nicht.
Das "Trettachtal" endet dort an der "Spielmannsau", ist für den öffentlichen Autoverkehr gesperrt, wo dann die Aufgänge zur "Kemptner Hütte" und der "Trettachspitze" und einige bekannte Höhenwege  zu erwandern/besteigen sind, was natürlich zu diesen harten Winterzeiten unmöglich ist, da hinter "Spielmannsau" der alpine, nicht begehbare Bereich beginnt.

Kräftig gelbes Schild: Hier beginnt der ungeschützte, alpine Bereich!
Ab hier gilt Lebensgefahr bei jeglicher Begehung!

Das war unser eigentliches Tagesziel ab der Mittagszeit, um dort den Bergen, dem Talkessel, und den letzten Bauernhöfen und wenigen Unterkünften nah zu sein. Es sollte eine wunderschöne Winterwanderung werden, wobei ich mir eine örtliche Karte mit ausgedruckten Wanderwegen mitnahm, da ich  gerne die Wege, die wir begehen auf den Karten überprüfe.
Allerdings hatte diese Karte leider nicht die passenden Infos, die ich nun im Winter,
bei Schneehöhen von ca. wenigstens einen bis eineinhalb Meter Schnee dort auf nicht geräumten Wegen gebrauchen würde.
Wir marschierten los, im Rucksack etwas süßes, Fotoapparate, nichts dem Wetter von durchwegs minus 15 ° angepassten Notutensilien dabei. Während des Fußmarsch Richtung Wanderweg immer wieder die tollen Blicke in Richtung "Trettachspitze", dem "Kratzer" und dem da drunter klein scheinenden Traufberg, der lange Zeit, ...vielleicht für ewig, in Erinnerung bleiben wird. ..........

Gut, das wir es von unserer Ferienwohnung nicht soweit haben, wir kommen langsam nach "Spielmannsau". Bevor es links in das mir unbekannte Traufbachtal hineingeht, kommen wir an eine der vielen kleinen Kapellen im Allgäu vorbei. Nebenher eingezäunt einige Ziegen und Schafe. Spielmannsau ein ganz kleiner Miniaturort, mit ca. 4-5 Gebäuden, Gasthof, Pension, Jugendherberge. Mehr nicht. Dahinter geht dieses Talende ziemlich in die Breite. Rechts und links alles mit Schnee überdeckt.
Nun am Nachmittag, wo die Sonne schon tiefer steht, sieht man Tausende von Kristallen auf der Schneeoberfläche. Wunderschöne Fotoobjekte. Ein Stück weiter führt der Weg an mit Schnee überdeckten Wiesen lediglich noch bis zum Ende des Kessels, vorbei an 2 Höfen, die derzeit im Winter geschlossen sind. Im Sommer sind dort Kühe daheim, die auf diesen Almhöhen das frische, saftige Grün haben, und  wo es die Gelegenheit gibt, diesen geschmacklich unvergleichlichen, würzigen Bergkäse zu kaufen. Wir ruhen uns auf einer Bank aus und sind fasziniert von dieser Optik am Fuße der Trettachspitze und weiteren Bergen. So nah, an meinem mittlerweile sehr lieb gewonnenen Berg, mit seiner prächtigen Kegeloptik. Links von uns nochmal ein kleinerer Berg, vorgeschoben vor den anderen Gebirgszügen. Ich schaffe es Anne zu überreden, das wir noch ein Stück weitergehen, interessiert vom letzten Rest des Tals, was am Boden überwältigend weiß wirkt. Angekommen an den beiden Bauernhäusern, fast wirklich schon das Ende der ......Welt.
Noch ein paar hundert Meter, dann sieht man lediglich nur noch, wie langsam Steigungen sich präsentieren, ich möchte gerne weitergehen .......

Ich sagte, das ich weiter gehe!
Persönlich hatte ich mir die Gegend schon daheim auf der Karte angeschaut. Demnach, wenn man nun den Weg weiter geht, kommt man durch den Wald zur „Trettachspitze“ und  in Richtung „Kemptener Hütte“.
Hütten sind natürlich derzeit geschlossen, da es bei den Witterungen niemand gibt, der dorthin jeweils ohne Gefahr hoch kommen würde, bzw, das noch wirtschaftlich die Hütten beliefert werden . Allein durch die Maßnahmen, das dort Barrieren aufgestellt waren, mit dem Hinweis, das es fortan um alpine Wege geht, die nun in dieser Jahreszeit nicht begehbar sind, ließen mir eine Gänsehaut über den Rücken laufen, da ich nun an Bereichen gelangt bin, wo der normale Wanderweg endet, und alles was ab hier geschehen würde, nur noch mit gefährlichem Abenteuer zu tun hätte.
Links der Weg in Richtung des kleinen Traufbergs vor uns war  schon zwischenzeitlich begangen. Nein vielmehr war dort eine Spur eines schmalen Fahrzeugs erkennbar, das nicht mit Rädern sondern wohl mit Ketten betrieben ist, und dort erst kürzlich hoch oder runter gefahren ist. Selbstbewusst bin ich schon davon ausgegangen, unbeschwert dort hoch zu gehen. Laut Karte führt der Pfad nach oben durch einen Wald, um dann später bergab in's Traufbachtal zu führen. Dort angelangt würde man laut Karte einen schmalen Weg nebst eines Tobels wieder in Richtung „Spielmannsau“ gelangen. Dort kamen wir vorhin an der kleinen Kapelle vorbei.Ich bat Anne darum etwas zu warten und dann dementsprechend mir durch das Tal entgegen zu kommen, wenn ich von oben herab komme. Für mich so gesehen lediglich ein Rundweg.
Locker für mich die Idee, beziehungsweise ohne große Bedenken, als ich mit Ihr darüber sprach, und nochmal bildlich die Graphik zeigte. Bildlich vor mir diese weite, große Fläche voller Schnee, mit sanften, kleinen Erhebungen, wo je nach Sonneneinstrahlung der Schnee glitzerte und nur nach mehr einlud.
Ich zeigte links auf dem Traufberg,
dort,
„da führt der Weg geschmeidig hoch, wenn ich dort nicht mehr zu sehen bin zwischen den Bäumen, ja, dann kannst Du in die andere Richtung losgehen“.

Einige Schritte voran auf dem Weg, rief sie nochmal nach mir, als wollte sie nochmal ein letztes Mal ein Abschiedskuss geben, und ein letztes Foto machen.
Warum auch immer zog mir dabei ein eiskalter Schauer über den Rücken.
„Spätestens in 45-60 Minuten sehen wir uns doch schon wieder ….“,
und ich zog los.

Man, war das ein geiles Feeling, ohne große Meinungsverschiedenheit zog ich los, in diese weiße, Welt, mit den Gedanken, auf halben Weg, optisch den Bergen näher zu kommen und mit wunderschönen Fotos zurück zu kehren.
Null,
keine Zivilisation,
rechts, -links, gerade aus, die pure Natur, und hinter mir, nebst der zurück gebliebenen Welt winkte ich nochmal einem ernst drein blickenden Mensch zu. Obwohl, sie lächelte schon, aber ich kannte den Blick. Einer dieser Blicke, die oberflächlich Zufriedenheit zeigen sollten, dahinter aber doch die pure Angst, oder Misstrauen verbargen.

Wenn ich so allein los düste, ohne Beobachtung, feixte ich schon mal mit mir herum, stieß einen Seufzer aus, lachte mich selbst aus, oder schrie irgendeinen Joke hinaus. Einfach so, mit dieser Verinnerlichung, derzeit frei mein Ding tun zu können. Schönes, aber vielleicht auch abenteuerliches, aber eben frei weg vom Alltag, irgendwas feines da draußen.

Ziemlich gerade, und mit kleinen Kurven ging es bergauf, je höher desto mehr Bäume um mich herum. Krass, auf diesen von irgendeinem Motorgefährt platt gewalzten Schnee  ab und zu Bluttropfen,
hm, na ja egal, was soll schon schlimmes hier sein, wo sich sonst eh kaum jemand hin wagt.
Na ja, mich Depp nun ja doch.

Schon einige Meter hinauf gelaufen, konnte ich zwischen dem Bauernhof, bei dem wir uns verabschiedeten, und „Spielmansau“  Anne beim zurückgehen sehen und winkte ihr zu, wobei ich denke, das sie mich von unten zwischen den Bäumen gewiss nicht erkennen kann.
Ach ja, wer weiß, was uns noch schönes erwartet hinter den Kurven, ...wo werden wir uns wohl wieder treffen. Wird sie schneller sein,
wird sie schneller durchs Tal sein, als wie ich hier herauf, und dann irgendwo wieder hinunter?

Für mich immer spannend solche Gegebenheiten. Ich mag selten und ungern immer die gleichen Wege gehen. Man gewöhnt sich an die Optik, und für mich immer wieder interessant, zu raten und überraschen zu lassen, was auf dem jeweiligen Weg noch kommt. So hat jeder Weg dann auch seine eigene Geschichte.
So langsam werde ich wohl das Tempo ein wenig drosseln, ist schon irgendwie steil hier. Wenn ich bei einem leichten Verschnaufen umdrehe, merke ich,  an den Höhen der gegenüberliegenden Bergen, wie hoch ich schon gekommen bin. Der massive Kegel der „Trettachspitze“ wird, je höher ich komme immer größer.
Hey, ich bin schon auf Wolke 7, wenn ich diese stetige Veränderung der Höhenlagen sehe und inhaliere.

Wo sie nun ist, hm, ach ich glaube eigentlich, das sie gewiss noch nicht weit gekommen ist, wegen der gewiss reizenden optischen Ziele, die sie fotografieren wird.

Bin nun schon so einige Meter hoch, recht glücklich, das der Schnee platt gewalzt ist, wobei die roten Flecken, meiner Meinung nach, Blutflecken, mehr und mehr werden, teils Fleckenreich, teils lang gezogen.
Auf meiner Bergseite, wo schon viel bewaldete Fläche ist, nun mehr auch viele Kugel ähnliche Schneehaufen, die gewiss nicht von allein so geformt sind.
Ja, je höher ich komm, desto seltsamer wird alles hier.
Hab ich irgend etwas verpasst?
Wenn ich hinüber auf die gegenüberliegende Seite des „Trettachtals“ blicke, bin ich schon sehr befriedigt, so forsch fort gekommen zu sein, und, diese Strecke allein bis zu unserem Treffen gegenüber gewagt zu haben.
Diese Welt allein, und so nah der Höhen, der gewaltigen Ausmaße dieser Berge so mit erleben zu können, das ist schon ein sehr schönes Glücksgefühl, das hier, das ist, was für mich auch eben mittlerweile Urlaub, nein, ganz ernsthaft Befriedigung ist. Im Gegensatz zum nur trägen, ganztägigen am Strand sitzen, ob mit Buch, ruhend,
- never, davon zehre ich sehr lange, von diesen Glücksmomenten.

Mittlerweile, höher ansteigend, wird diese Kugel/Schneelandschaft  immer deutlicher und größer. Ohne Schnee wüsste ich leider das ganze nicht zu deuten, doch von der momentanen Ansicht gehe ich davon aus, das eine große Lawinenmasse herunter gekommen ist.
Trocken, würde ich meinen, das es auch Geröllmassen sind, die sich irgendwann einmal von oberen Felsen lösten. Doch jetzt in diesem Moment könnte ich genauso bestätigen, an einer vor mir, oder auch gestern herunter gekommenen Lawine vorbei gekommen zu sein.
That`s my problem, stelle ich gerade fest. Ich mag zwar mit viel Sportsgeist und Interesse für die hiesige Gegend diese alleinigen Wanderungen durchführen zu wollen. Doch Gefahren hab ich da unten nicht gesehen und wohl überlegt die Tour gewagt.
( wohl überlegt?)
Nicht ganz oben angekommen,
es wird kurvenreicher, das Ende ist noch nicht abzusehen, wie hoch ich muss, ist meine Wegfläche auch schon wesentlich roter geworden. Schon interessant zu sehen, wie sich naturelle Dinge, wie Blut bei diesen frostigen Temperaturen im Urzustand halten.
Der Weg ist dahinter nicht mehr so platt, wie der vorherige Aufstieg,
….wie bisher,
...hier, wo auf einmal Flecken an Blut nur so den Boden bedeckten, ist das Gefährt wohl auch nicht mehr weitergefahren.
Bevor ich mir Gedanken mache, wie ich gleich teils durch Tiefschnee und minimaler Skispur weiter hoch gehe, stelle ich fest, das hier wohl letzte Nacht, nach dem letzten Schneefall, Jäger irgend ein Wild erlegt haben. So sind die ganzen Spuren hier zu deuten. Dort drüben im Wald mitten im Schnee der große Blutfleck.
Dort stand gewiss das arme Wesen. Optisch wegen der großen Fläche an niedergewalzten Schnee wird es wohl ein Hirsch oder schweres Dammwild gewesen sein.
Kaum Zeit zum weglaufen, wahrscheinlich wegen Futtermangels hier oben schon körperlich geschwächt..
So erschoss und zog der Jäger, das arme Tier zum Weg um hier neben meinen Füßen das arme verendete Wesen auf den Motor betriebenen Gefährt zu heben, falls machbar.
Fortan, jedes mal wenn ich in den Wald hinein blickte, sah ich anstatt größerer Baumreste, oderGebüschen, ...grimmig, drein blickendes Damwild.
Wollten sie auf mich zu rennen und mit ihrem Geweih aufspießen?
Sollte ich, der nun aus ganz anderen Gründen hier diesen Weg ging, die Rache der Vierbeiner erleben, die im Sommer hier zu Haus sind, und Futter in normalen Maße finden, aber jetzt im Winter bei diesen Temperaturen geschwächt sind, und am Tag viele Kilometer laufen müssen, um  am Tag ins Tal zu gelangen, um irgendwelche Strohballen, die die Bauern vor den Toren der Stadt liegen lassen, an zu knabbern.
Und dann vor der Dämmerung wieder, immer noch geschwächt hinauf laufen,
den weiten Weg.
Weil sie hier unten wegen der vielen Lichter, und Autos verängstigt sind.
Mir wird mulmig so allein hier oben., warum überkommt mich die Angst nun hier,
bloß wegen dem Gebüsch, wegen großer Felsen, die ich für geweihte Raubtiere nun ansehe.
Ich merke, je höher ich nun kam, das ich desto mehr an Kräfte und Konzentration verlor.
Hab mich einfach mit diesem optischen Wahn, den die gegenüberliegenden Bergen mir vorgaukelten, müde gelaufen. Eigentlich nass geschwitzt, trotzdem fröstelt es mich. Ich zieh die Jacke aus, und kreisende Momente überfallen meinen Körper, bin ich unterzuckert, ist die Luft hier oben nun dünner, ...irgendwas ist auf einmal soviel anders, ...komisch, alles anders auf einmal …...


Ich sehe mich noch eben, wie ich belustigt an jedem weiteren Höhenanstieg die Kamera herausholte und mich mit dem Hintergrund der „Trettachspitze“ und dem sonstigem Hintergrund fotografierte.
Mein Kopf, und im Hintergrund die weißen großen Berge.
Doch wiederum von jetzt auf gleich bekomme ich den Eindruck, das mir irgendwas die Beine wegzieht, ich zitter teilweise schon, und merke, das so langsam Schwindel einsetzt.
Hier oben ist keiner weit und breit, ...und außerdem wäre es mir viel zu peinlich, von jemanden hier entkräftet aufgefunden zu werden.
Der steile Anstieg war nicht ohne, und ich muss feststellen, wie man sich von der äußeren Optik leiten lassen kann, und wichtiges vergisst.
Ich bin wohl an der höchsten Stelle dieses Weges angekommen und werfe den Rucksack in den Schnee,
reiße mir die Jacke, dicke Pullover vom Körper, um Schwitzwasser schnell trocknen zu lassen.
Die mitgenommene Wasserflasche setze ich an, und lass das Wasser nur so in mich hinein gluckern.

Uuaahh, eiskalt mittlerweile das Wasser, das es im Mandelbereich arg wehtut.

Dazu die Riegel Süßigkeiten und zufällig den in der Tasche mitgenommene Traubenzucker.............., es sind jene Momente wie in der Kindheit.
Schlittenfahrten, wo es hoch und hinunter geht.
Ohne Pause flitzt man nach den Schulaufgaben hoch und runter. Als man dann daheim ist, rast man zum großen weihnachtlich dekorierten Teller, um dort alles schnell in sich hinein zu stopfen, was süß und lecker ist.

Es dauert ein paar Minuten, und ich fühle mich wieder wohler. Wenn sich vom Höhenmaß nichts mehr ändert, sondern es nach den Kurven gleich auf der Höhe bleibt, hab ich ja kräftemäßig nichts mehr zu befürchten.

Von nun an nur diese verschneite Welt genießen, die tiefen Sonnenstrahlen, die nur so zwischen den Bäumen scheinen ,
und irgendwann, wenn sie entgegen gekommen ist, mein Weib treffen und gemeinsam hinunter gehen.

Ich komm nun an Stellen des Bergs, wo es herum geht zum Tal, mir gegenüber sichtbar derNachbarberg, dazwischen wohl im Wald unten der Weg, über den sie entgegenkommt.
An gewissen Stellen, wo Bäume weniger vorhanden sind, kann ich nicht den Weg unten erkennen.

Just for fun  fange ich laut an zu schreien.
Ich schreie und grüße alles aus mir heraus,  um mich bemerkbar zu machen, wir müssten uns ja bald näher kommen.
„Holla-Die-Ütti“,
ist mir doch egal, ob's jemand mitbekommt, so frei wie ich mich gerade fühle.
Bis auf die Erkenntnis, das mir von unten niemand zurück ruft, zeitlich gesehen müßte sie schon einiges an Weg da unten gemacht haben.

Hier nun um die Kurve gelaufen verändert sich die Optik. Gegenüber der Berg zeigt diverse Stellen, wo an den schönen weißen Hängen viele Schmutzfurchen zu erkennen sind.
Lawinen-Abgänge.
Zum fotografieren reizvoll, diese Dreiecke.
Oben breites Feld angelegt, und nach unten gehend schmaler werdend.
Umgeschlagene Bäume und Äste,
schon sichtbar, was da für eine Kraft hinter steckt, wenn der Schnee einmal ins Rollen gekommen ist.

Mein Weg bleibt eben und kurvenreich, durch Skispuren, irgendeines Skiwanderers, ...ohne jene Spuren würde ich durch Tiefschnee laufen und den Weg nur erahnen können.
Nochmals der Blick nach unten, ein lautes „Holadiüttü,“, aber leider keine Antwort ihrerseits. Hm,... warum bekomme ich optisch, wie verbal nichts mit von ihr da unten, ...gefühlsmäßig bin ich sehr allein hier.

Den „Traufberg" fast umrundet, blick ich nun ins tiefe „Traufbachtal“ hinein,
…....sagenhaft diese weite, weiße Ebene, im Sommer führt ein Weg dort zur  „Traufbachhütte“, dahinter wie in vielen Nebentäler  ein Kessel der rund mit hohen, schönen Bergen das Tal abschließt.
Wouw, Fotos, Fotos,
der schneereiche optische Wahnsinn. Man muss das Gefühl dazu verstehen, ganz allein irgend wo zu stehen, und ohne Geräusche und Geplärr,
ohne Touris, das alles genießen zu können.
Ein neues, noch nicht gesehenes Tal,
staunen, genießen,
aha....., einfach die geile Zufriedenheit, die im Alltag schwer  zu erlangen ist. Gerne dabei mit dem Schuss von Abenteuer, wobei man sich
sonst,
recht sicher fühlen kann in meiner Gegenwart.

An der linken Wand dieses breiten Bergkessel, konnte ich trotz der Entfernung, gewiss 2-3 Kilometer, am oberen Berghang irgend etwas Bewegliches erkennen..
Der Himmel über dem Gipfelgrat Himmelblau,
und im Schnee zu sehen,
Striche, die sich wedelnd nach unten bewegten.
Leider mit dem Profil des Fotoapparates nicht zu erkennen, schaute ich mit dem Fernglas und konnte 2-3 Skifahrer als kleine Punkte erkennen, die den Berg hinunterfuhren.
Das fühlte sich schon so derart krass an, weil ich mit in Erinnerung habe,
das die Berge hier nicht einfach glatt von den Konturen hinuntergeht.
Also ohne Schnee würde man schon diverse Steinbrocken,  Abhänge und ähnliches sehen.
Deswegen ohne erkennbarer Sicht des Untergrunds dort blind die Abhänge hinunter gleiten,
wouw,
das heißt schon was.

Dazu für mich die Frage, während ich den Weg auf den hiesigen Skispuren weitergehe, wie kommen die Jungs dort hinauf, das sind gewiss einige hundert Meter Höhe nochmal an Anstieg. Alles was sich meinen derzeitigen Wegen nach oben noch dazu tut, ist noch wesentlich gefährlicher, noch unübersichtlicher.

Na ja, Fotos gemacht,
ich muss langsam voran, ich weiß nicht, was noch auf dem Rückweg kommt, ich weiß nicht, wie weit Anne schon entgegen gekommen ist,
hm, komisch ist schon, da ich talwärts einen Weg optisch wahrnehmen konnte, aber auf dieser eventuellen Strecke keinen Menschen sehen kann. Irgendwo dort entlang ist lediglich von hier oben Wasser erkennbar, der Tobel des Traufbachs.

Von nun an geht es fast geradeaus den Weg hinunter, steil, rutschend in den engen Spuren der zwei Skirillen,
der Baumbestand wird auch immer voller.
Auf der anderen Seite kann ich die immer dunkel werdenden Flächen der abgegangen Lawine sehen.
Bäume, Steine, was geht, hat sie mit nach unten gerissen, und so teilweise dunkelbraune Erdflächen hinterlassen.

Als ich Tal einwärts nun langsam hinunter komme sehe ich mit Distanz 3 Skifahrer auf mich zukommen. Ich lese noch in Ruhe die vereisten Hinweisschilder zwecks der jahreszeitlichen Öffnungszeiten der „Traufbachalpe“ und diverse Hinweise zum Tobel, der ins Tal führt. Kein Gedanke, der mich nun erstmal tiefer interessiert, da die Jungs mir näher kommen. Ziemlich außer Atem, ich bin nun den Weg hinunter zum Tal gekommen, ein kurzes Hallo.

Wo kommt Ihr her, doch nicht wohl …...?

Kurz und pregnant , die Antwort, trotz hecheln und Luft schnappen, die Jungs waren dort oben die Skiwunder, die nun real vor mir standen.
„Wo geht nun Euer weiterer Weg lang?“
….„mei, mir werdens den Berg hinaauf, um dann nach Haus zu kimma“,
aha,
„den Weg, den ich hinunter lief, ist der nicht zu anstrengend und steil, statt hier nun easy, den Talweg am Tobel weiter zu gehen?“

Der optisch am ältesten aussehende antwortete immer noch schnaufend,
„ na, des is a weg, den Menschen nun kaum nauffi gea,....mir stressen uns lieber noch a `mal den steilen Weg, den Du nu nunter kimmerst bist.“

Ein kurzer netter Abschied und jeder ging wieder seinen Weg, den er sich vorstellte.
Die Jungs augenscheinlich als Heimische, und ich, na ja mit den Gedanken, da kann nichts schief gehen laut Karte.

Tja, diese Karte, wenn ich nun zum Anfang meiner Erlebnisse in den Bergen eins gelernt habe, dann dies, das man Karten nicht nur wegen der Wege topographisch lesen sollte, sondern auch Hinweise, geschrieben, ernst nehmen sollte. Ich weiß nun nicht mehr, ob es schon zu jenem Zeitpunkt gewesen ist, oder später geschockt daheim, aber ich richtete mich bisher nur nachStrichen der Karte, nicht nach Hinweisen, wie zum Beispiel dem, das es unterteilt der Farben nach „Sommerwanderwege“,- und nach „Winterwanderwege“ geht.

Noch einmal ein Blick in Richtung der Jungs, schon waren sie kaum mehr zu sehen.
Nicht zu glauben, wenn ich so hinauf schau, dann habe ich den Eindruck, das der Anstieg steiler war, als der Beginn dieser Tour, wo ich schon oben am höchsten Punkt des Wegs kreislauf,- kräftemässig zusammengeklappt wäre, wenn daheim nicht noch sportliche Aktivitäten, wie dem Altherrenfußball, und dem Joggen wären.

Letztendlich wären die vorbeikommenden Skifahrer meine letzte Rettung gewesen, da wie heute erlebt, kein Mensch zum Nachmittag hier wandert. Und so schnell, wie es hier dunkel wird, die Orientierung finden, dazu die Kälte.
Es sind durchweg in dieser Gegend immer die gleichen Temperaturgrate. Bei diesem Wetter sind es durchgehend ca. -15°- -20°.
Allerdings in der Sonne, oder wenn man in Bewegung ist, ist es sehr gut zu ertragen. Es ist eine reine trockene Kälte. Doch so nassgeschwitzt im ruhigen Zustand allerdings auch verhängnisvoll. Daheim, etwas später bei Wanderungen in unseren Regionen haben wir schon festgestellt, das aufgrund der hohen Luftfeuchte es sich bei -5° schon sehr kalt anfühlen lässt und die Fußspitzen recht schnell taube Gefühle hervorrufen.

Ein paar Fotos noch an der Brücke und dem Wehr, dann geht`s dem Tal entgegen.
Das ich auf der Strecke nun solang allein blieb ist schon kurios. Denn laut Zeichnung, und dem was ich von oben herab in dem Tal erkennen konnte, war der Weg bis hier hin gewiss nicht solang, als die Strecke, die ich nun hinter mir brachte. Telefonieren lohnt sich eh nicht, da ich schon nach mehrmaligen Versuchen feststellte, das kein Empfang ist.

Linke Seite andeutungsweise der Weg im Schnee, rechte Seite der Bach / Tobel,  
naja bei den weißen Massen drumherum kaum zu erkennen was es nun wirklich ist.
Eben ein eisiges Nass, das seinen Weg sucht, und hier und da an großen steinigen Felsen oder Abhängen teils gefror und romantische Bilder hinterließ. Ist schon beeindruckend, wie viel Bilder man festhalten kann,
wann hat man eh nochmal die Chance.

Also wenn Anne diesen Weg nun hier nicht entgegenkommt, muss ich das bei guter Witterung nochmal anregen, um ihr diese zauberhafte Welt zu zeigen. Es ist immer schön festzustellen, das gewisse Örtlichkeiten, die kaum zu erreichen sind, mit die am schönsten und skurrilsten sind.

Mein lieber Scholli, das wird aber hier ein komischer Trampelpfad, rechts und links geht es mittlerweile hoch,
ich auf dem enger werdenden Pfad, neben mir das langsam, aber tosende fließende Wasser, ….was von der Kälte teils gefroren ist.

Ein Tunnel in zu gehender Richtung macht sich gefühlsmäßig nun auf. Tunneloptik ins dunkle „weiß noch nicht“ ….............

Realistisch gesehen kann man den weiteren Weg auch als den Tunnel ins weiße Nichts nennen. Mein Gefühl wird seit dem Moment, da wo ich die Jungs mit den Skiern getroffen habe, sie mich allein weiter gehen lassen, von Schritt zu Schritt mulmiger.
Festen Stand habe ich, ich muß nur weiter gehen, also was mach ich mir ins Hemd. Ist doch nicht zum ersten Mal, das ich einen normalen Weg vor mir nur als Spur im Schnee erkenne. ........

Wuuscchh. puuhh,
rechts neben mir der Bach, aber hier geht's rechts bei nicht vorsichtigem gehen direkt senkrecht runter, wo erkennbar mittlerweile auch der Weg Stück für Stück immer etwas höher gegenüber dem Wasserverlauf wird.
Ok, demnach ist hier kein weiter, breiter Pfad mehr, sondern der Schnee liegt wohl auf im Sommer abgrenzenden Pflanzen, die nun beim betreten keinen Halt nach unten hin geben,
...heißt also, ich muß mit Glück diesen schmalen Pfad vorsichtig eng weitergehen, um nicht abzurutschen,
... bei einem Fehltritt,

... ähm, das Wasser mag sehr kalt sein, und immer mit dem Gefühl unsanft aufzukommen und vielleicht eine Verletzung mitzubekommen, die mich nicht weiterbringt.

Rechts, ...links die optische Wahrnehmung wird enger, die Seitenhänge mit Bäumen voller, viel erkennen kann ich bald nicht mehr,

...mist, die Handyuhr zeigt schon nach 16.00h an.
Deswegen erscheint mir alles hier schon dunkler, der Himmel über mir ist nicht mehr so breit wegen des dichter werdenden Wald, - das ich vom Tageslicht profitieren kann,  
….die Dämmerung ist angebrochen.
Nun darf kein Fehler, kein Unfug passieren,  das  auf solch von mir eigentlich gedachten Rundweg irgend etwas passiert.

" Aannneee", mein lauter Schrei geht gefühlsmäßig in massigen Schnee wohl unter, warum soll sie dich hören, warum soll sie dir antworten.
Man, dir muss doch klar sein, das sie solch einen Weg bestimmt nicht aus purer Abenteuerlust hoch,beziehungsweise entgegen kommt.

Schmal die Spur, leichtes Gefälle, ich halte mich an die Eindrücke im Schnee einen einsamen vor mir hier wohl gelaufenen Wanderers. Daneben im Schnee die kleinen Punkte.

Ha, was hab ich über sie bisher geschmunzelt, über die Sportler, die mit Stöcken durch meine wunderbare Natur laufen.
Und jetzt, jetzt merke ich Depp, wie nützlich sie wären, wenn ich damit abtasten könnte, wo hier Hohlräume sind, um nicht runter zu rutschen in die kalte auf mich wartende Schicht aus teils Eis, teils Gebirgsbach. Diese gefräßige kalte Naturerscheinung, die ich bisher ausnutzte um mich an schönen Bildern zu ergötzen, ......

Stopp, tief Luft holen, einen süßen Riegel essen und klare Gedanken sammeln. Ich kann mich doch nun nicht selbst fertig machen, ist doch ein Klacks die paar Meter noch bis zum Hauptweg,
wird schon.

Nutze ich direkt, um doch noch ein paar Fotos zu machen, da ich gerade an dem Stück stehe, wo ich die von oben gesehene Lawine genau vor mir habe.
Bis hier rollte der Schnee hinunter und nahm mit der Kraft des beschleunigen einige Büsche und Steine mit, die letzten 50 Meter Weiß-Braun gefärbt. Jetzt, da alles so schön vor mir anzusehen ist, bin ich schon beruhigt, das die Lawine sich nicht zum jetzigen Zeitpunkt löste.
Ein Großteil liegt gegenüber aufgehäuft, da nicht alles vom Wasser des Wildbachs aufgenommen werden konnte.
Wahnsinn, zu gefährlich, wie ich nun merke, hier nun entlang zu gehen. Lawinen, wenn sie starten am Hang, sind so schnell, massiv und schwer,
da gibt’s kein entkommen.

So, tief Luft holen, einatmen, Faust ballen, und die hoffentlich letzten Schritte weitergehen.
Tja, weitergehen, wie, ....ätzend,
hier geht es gar nicht gerade weiter, nun nehmen mich auf einmal Kurven in Empfang,
die .......

es tut mir leid, alles ist weiß, Schneeweiß, aber so, das ich nun langsam nicht mehr erkennen kann, das es eben weiter geht,
- geht es schräg hinab, ich habe langsam inzwischen innere Gespräche zum Mut machen,
und inneren Kräfteverschleiß das Gefühl, das ich mir hier unnötig was angetan habe, wo ich wirklich nicht weiß, wie es enden wird.
Ich gehe auf einer Fläche mittlerweile die so schräg wird, das ich eine mega  Angst habe, eventuell rechts hinunter zu rutschen, oder per Zufall in ein Hohlraum im Schnee zu treten.

Eigentlich, wenn man mal das ganze sich zur wärmeren Jahreszeit betrachten würde, könnte man meinen,
'He, was kann hier auf diesen gemütlichen Pfad passieren',
aber nun muss ich die Erfahrung machen, das tatsächlich solch ein schmaler Pfad mit schräg abgehenden Hängen zu einem gefährlichen Akt werden kann.

Nach positiven Denken, bestimmt gleich die schwere Aufgabe zu schaffen, irrte ich weiter und war schlichtweg enttäuscht, als ich nach der nächsten Kurve nochmal ein langes Stück mit puren Weiß sah, und das ende der Strecke nicht zu sehen war. Mal stand ich knietief im Schnee, und zum anderen Mal stand ich an einem Bereich, der rechts von mir gewiss 10 Meter hinab ging.

Für einen Moment war ich kraftlos und sank auf die Knie, zum ersten Mal im Leben hatte ich diepure Angst.
Angst hatte ich gewiss früher zu anderen Anlässen schon Mal gehabt. Aber Angst durch eigenes dummes Versagen und schlechter Planung zu haben, vor dem Moment, das es ums eigene Leben oder eben schlicht der Gesundheit geht, solch eine Angst hatte ich noch nie.
Für einen Moment liefen mir Tränen an den kalten Wangen herab, und ich durchdachte die eventuell kommenden Situationen, das zu Haus Mutter und Kinder auf mich warteten.

So ernst besorgt um mich persönlich, so habe ich noch nie im Leben gefühlt.

Ich dachte zurück an die Zeit um Ostern in diesem Jahr. Durch Anne als Jugendleiterin bekam ich die Möglichkeit, eine Jugendgruppe als Mitarbeiter und Aufpasser zu begleiten.
Angeberisch vertrat ich zuhaus vorher immer noch die Meinung, nicht an die Sache zu glauben,
„ ...ich glaube nur an mir selbst“, sagte ich damals noch mehrmals.

Vor Ort wurde ich um ein besseres belehrt, vielleicht habe ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal die Gelegenheit darauf  thematisch und erzählend einzugehen. Denn was dort in 'Taize', in diesem kleinen französischen Ort im Burgund mit mir geschah, das bedarf an einer eigenen Geschichte.  
Der ökumenische Orden, der dort auf einem kleinen Berg beheimatet ist, der strahlt mit  starken Glauben von den bekennenden und verkündenden Ordensbrüdern eine solch Kraft aus, das ich seitdem zu Ostern in jedem Jahr dort wieder hin gefahren bin, um dort viel Kraft und innere Ruhe zu tanken.


Nun, saß ich hier, etwas verzweifelt, schaute in den schön dämmernden Himmel und fing an zu beten, und bat nach Hilfe.
Tatsächlich war ich so verzweifelt, es wurde langsam kalt, auch im inneren von mir. Das nun doch minutenlange sitzen im Schnee, der geschwitzte Rücken, all das trug dazu bei, das ich anfing zu zittern.

Verdammt, da vorn, da ist doch der Wald zu sehen, aber warum, komm ich hier nicht weiter.

Ich steh auf, versuche zwei Schritte zu gehen, aber eben schwierig. Hoher Schnee, der Weg hat nun Gefälle, aber bis zur nächsten Kurve, die nach erst 15 Meter kommt, habe ich gerade 50 bis 70 Zentimeter Platz, mehr gibt der Weg vor dem Abgrund nicht her.

Ich knie mich wieder auf dem Boden, sage mir, das ich so mehr Gefühl habe, um den Boden so abtastend zu spüren, um langsam voran zukommen.

So reiß ich mich nochmal einmal zusammen. Schließlich möchte ich nicht peinlich vor Anne stehen oder liegen, damit sie bestätigt wird, das ich halsbrecherisch Wege beschreite und sie nie mehr Vertrauen diesbezüglich zu mir hat.

Ich trampel weiter voran,  in Gedanken grübelnd, wie lang ich nun diesen Weg, vielleicht nur ein paar wenige hundert Meter lang, schon unterwegs bin. Über mir der Hang mit dem Wald, wo ich vorhin noch oben entlang ging, und im weitesten nicht an solch eine Szenerie wie nun dachte. Schon einleuchtend, das mir hier niemand wie geplant entgegen kommen kann.

Hier steh ich nun vor der Situation, begreifen zu müssen, im Winter bei Schnee keinen Nebenweg zu gehen, zumal auch die Ausrüstung für solch eine geglaubte Winterwanderung nicht gegeben ist.

So komm ich fast entnervt und zitternd zum Teil des Weges, wo ich wieder ein großes Teilstückgeradeaus vor mir hab, der Weg breitet sich, und der Bach nun wesentlich leiser, ist nun ein Stück mehr durch Bewaldungen fern. Weiter unten seh ich die Brücke,
ich krieg mich nicht mehr ein, und muss noch einmal schluchzen und Tränen vor Freude laufen lassen.
Die paar Meter sind nun realistisch zu schaffen, ohne Gefahr, und die Brücke scheint auch die zu sein, die man von unten nach der Abzweigung nahe des Gasthofs sehen konnte.

Tief durch atmen, und trotzdem muss ich mich ernst hinterfragen, was ich da gemacht habe. Natürlich, lachen können wir heute Abend wieder, aber die Angst, die ich hatte, die sie gewiss auch hatte, das muß nicht noch einmal vorkommen.

Denn bei einem nicht weiterkommen wegen irgendeinem unangenehmen Geschehen, hätte es
geheißen,
das hier auch keiner entgegenkommen kann zur Hilfe, und das von oben gar keine Hubschrauberhilfe geleistet werden kann, wegen der schon dichten Bäumen,
dazu kommt die angehende Dunkelheit.

Ohne nennenswerten Unfall atme ich tief ein, ...und, da kommt sie mir schon entgegen, ...entgegen mit den Worten, das der Hüttenwirt mir Wahnsinn bescheinigt und fast die Bergwacht gerufen hätte.
Auf meine Nachfrage wieso, um es mehr zu beschönigen, erzählte sie mir von der Meinung des Gastwirts, der weiß, das man dort ohne wirkliche Winterausrüstung nicht gerade glimpflich davon kommt, wenn man bei Dämmerung nicht mehr weiterkommt, beziehungsweise in den Tobel mit den eiskalten Wassermassen hinein fällt.

Je weiter, wir gen Heim kommen, wird mir immer bewusster, welch Risiken ich bewusst und vor lauter Dummheit eingegangen bin, ….um ein Stück winterliche Natur für mich allein genießen zu können.
Fast wäre ich allein dort geblieben.


Nun, ca 7 Jahre später, bin ich diesen Weg im Sommer noch einmal, allerdings von unten, wieder allein gegangen, um zu sehen und zu spüren, was ich damals erlebte.
Ich musste noch einmal in mir das Gefühl haben, wie ich damals spürte, und erlebte.

Und das war nun folgendermaßen so, ….......
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Trettachbub

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BeitragThema: Re: Winterzauber , -Wintertrauma   Fr Okt 18 2013, 20:30

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Winterzauber , -Wintertrauma
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