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 Der Zoll des Überlebens

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Sonnenschein
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BeitragThema: Der Zoll des Überlebens   Mo Jun 25 2012, 18:03

das Eingangsposting lautete :

Kanzlei Dr. Janach und Partner: 14:30

Marie-Ulrike Janach:


Was glaubst du eigentlich was das hier ist?
Das ist eine Anwaltskanzlei und keine Ausbildungsstätte für zukünftige Germanys Next Topmodel Teilnehmerinnen, oder sehe ich etwas aus wie Gina-Lisa Lohfink (sprich: Schina- Lisa Loufingk)

Claudia Schwager:

Nur weil du dem Alten nach dem Arsch geplappert hast, musst du dich noch nicht hier als Chefin aufspielen.

Marie -Ulrike Janach:

Ich habe wenigstens nur dem Alten nach dem Arsch geplappert und bin im Gegensatz nicht das Klopapier von gefühlten 200 dutzend möchtegern Societybubis deren einziger Bartwuchs sich auf die Zahnbeharrung ihrer Mütter beläuft, die beim letzten stauchen ihrer Flügel aus deren Mündern geflogen sind.

Claudia Schwager:

Es kann ja nicht jeder sowie du als Männer hassende Eiskönigen durchs Leben gehen.

Marie - Ulrike Janach:

Besser eine Männerhassende Eiskönigen als eine niveaulose Schlampe und jetzt zieh Leine, denn ich kann deine vulgäre Visage und deinen von Unqualifiziertheit nahzu zerspringenden Gesichtsausdruck vor meinem Sehorganen nicht mehr ertragen. Ein richtiggehender Frevel, das du mit deiner Dummheit hier noch nicht Hausverbot hast. (öffnet das Fenter)

Claudia Schwager:

Was wird das?

Marie -Ulrike Janach:

Wo nach sieht es denn aus?
Ach ja, ich vergaß denken gehört nicht gerade zu den Dingen die du beherrscht, deine Qualitäten liegen bekannterweise ja um einiges tiefer.
Also damit dich die Unwissenheit nicht weiter quält.
Ich muss den Raum von der aufgestauten Dummheit befreien, mit der du ihn getränkt hast, sonst fallen uns noch Reihenweise die Mandanten um, weil sie nicht mehr denken können. Und jetzt geh mir endlich aus der Sonne.

Claudia Schwager:

(Lacht), Du wirst mich sicher nicht

Marie- Ulrike Janach:

Raus (brüllt)
Oh, doch, denn du willst ja sicher nicht das ich dich durchs Fenster entsorge. Stell dir das mal vor, welchen Schaden deine Frisur erleiden würde. Vermutlich könntest du die nächsten 14 Tage statt zwei Stunden zu spät überhaupt nicht mehr an deinem Arbeitsplatz erscheinen...wenn ich mir das so überlege, eine wahrliche Wohltat für meinen Geist.

Auf lauten Sohlen und mit einem Gesichtsausdruck als hätte sie ein ganzes Zitronenlager aufeinmal leergefressen, stolziert sie nun widerwillig in Richtung der Stelle, wo der Maurer die Wand ausgespart hat und bewegt ihr Hinterteil dabei, als wolle sie im vorübergehen noch schnell links und rechts den Staub von den Regalen fegen.

Marie-Ulrike Janach:

"Ich hab gar nicht gewusst, dass du so ein großes Mimikrepartoir hast. Bisher war ich davon überzeugt, dass du nur den "Eigentlich wollte ich ja Model werden, denn ich bin ja viel hübscher als Claudia Schiffer, aber dann habe ich mir gedacht, diese Branche ist Krisen sicherer" Blick drauf hast."
Kopfschüttelnd und mit einer zu dekorationszwecken angebrachten Zornesfalte auf der Stirn blickte sie dem Intelligenzgift hinterher.
Wenn ich die noch ein paar Jahre an der Backe habe, habe ich mit 35 ein Gesicht wie der Faltenhund und diese Umwandlung könnte nicht einmal mehr Arthur Worseg stoppen.
Wütend knallte sie einen Stoß Akten auf eines der nebenstehenden Regale, holte ihre Handtasche und verließ die Kanzlei.
"Diese Frau hat ja wirklich nur zwei Gehirnzellen. Eine für die Beihilfe zur Volksverblödung und die andere zum Arschwackeln.
Hätt die an der Pisastudie teilgenommen wären wir wohl auf dem 200 Platz, obwohl es gesamt nur 25 Teilnehmer waren.", schimpfte Marie-Ulrike im gehen und während des Abschließvorgangs wütend vor sich hin.

Friedhof:

Marie-Ulrike Janach:

An diesem Ort war sie schon seit Jahren nicht mehr gewesen. Immer hatte sie es sich vorgenommen, doch in letzter Sekunde wieder verschoben. Es war wohl die Angst vor der Vergangenheit, die sie immer davon abgehalten hatte, doch heute war es der Zorn auf die Lebenden gewesen, der sie hierher zu den Toten trieb. Vorsichtig und mit leicht zitternden in schwarze Lederhandschuhe eingeschlauchten Händen sowie einem stark pochenden Herzen schob sie das alte, schon teils rostige Eingangstor zum Friedhof langsam auf. Sie blickte angestrengt auf ihre Beine, die in eleganten schwarzen High Heels steckten und versuchte dem Trieb umzukehren zu wiederstehen.
Um genau zu sein, waren es neun Jahre seit dem sie nicht mehr hier war.Damals habe ich hier gestanden als Häufchen Elend vor den Trümmern meines Lebens oder vor den Trümmern dessen, was ich damlas als Leben empfand. Heute ist es komplett verschwunden, doch die Trümmer sind geblieben.
Langsam ging sie durch die einzelnen Reihen, blickte auf einige Grabsteine und errechnete das Lebensalter der Verstorbenen, ein alter Tick aus Kindheitstagen, als sie die Gegenwart von Verschidenen noch nicht fürchtete, in einer der Reihen sah sie einen Mann am Boden hocken und hörte seine nassen Laute der Trauer, in einer anderen stillte eine ältere Frau den Durst der Blumen. Begleitet von Lautlosigkeit erreichte Marie schließlich das Grab mit der Inschrift:


Zuletzt von Tastentante am So Jul 08 2012, 14:17 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: Der Zoll des Überlebens   Sa Sep 15 2012, 10:28

Ja, ich schreib noch weiter, das gilt eigentlich für alles was ich hier begonnen habe, aber momentan fehlt mir einfach die Zeit und die Ruhe und Schulbeginn war jetzt auch. Tut mir Leid, ich dreh momentan einfach etwas am Rad.

Liebe Grüße
Tastentante Smile
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BeitragThema: Re: Der Zoll des Überlebens   Sa Sep 15 2012, 12:52

Tastentante schrieb:
Ja, ich schreib noch weiter, das gilt eigentlich für alles was ich hier begonnen habe, aber momentan fehlt mir einfach die Zeit und die Ruhe und Schulbeginn war jetzt auch. Tut mir Leid, ich dreh momentan einfach etwas am Rad.

Liebe Grüße
Tastentante Smile

Ach du Arme. Lass dich nicht stressen. Fühl dich gedrückt. LG, Mini

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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: Der Zoll des Überlebens   Fr Okt 12 2012, 12:23

Ihre Hand lag immer noch fest an die Brust gepresst, während der Nagel ihres Mittelfingers versuchte die Hürden aus Wolle, Fleisch und Rippen zu überwinden um den Herzschlag persönlich auf Normalbetrieb herunterzuschrauben. Der Fremde sah sie skeptisch an, nein skeptisch war der falsche Ausdruck. Seine Augen spiegelten eine Mischung aus dem angewiderten Gedanken Katzeninnereien roh verspeisen zu müssen, einer Ufosichtung und der Begegnung mit einem tollwütigen Fuchs. Egal, dachte sich Marie-Ulrike und fühlte sich noch einmal intensiv in die Ausläufer ihrer Panikattacke hinein, in der Hoffnung ihre Angstzustände damit etwas verringern zu können. Was nicht hilft kann, auch nicht schaden, hat meine Mutter immer gesagt. Eine der intelligentesten und eher seltenen Aussagen, denn die meisten waren so wertvoll wie Biomüll. Verfluchtes Mistweib, ging es Marie-Ulrike durch den Kopf. Wenigstens habe ich es mir mittlerweile abgewöhnt, sie für meine Situation verantwortlich zu machen, denn auch wenn sie es indirekt ist, es bringt mir nichts. Die Panikattaken hören davon mit Sicherheit nicht auf. Ich kann mir nur noch selber helfen. Ihre Brust in der das Herz nun schon wieder einen Schritt dem normalen Herzschlag näher kam schwelte vor Stolz an. Sie hatte es geschafft, sie hatte es durchgehalten ohne pansich röchelnd in der Notaufnahme zu enden und sich der eigenen Feigheit ausgesetzt unter den mitleidigen Blicken der Ärzte dahinzuschämen. Bisher war es immer dasselbe gewesen, irgendwann nahm die Angst vor dem Tod überhand bzw. eigentlich ist es ja die Angst vor dem Leben, und Marie-Ulrike hatte nur noch panisch nach dem Notarzt gebrüllt. Ein zartes und scheues Lächeln erhellte ihr angespanntes Gesicht und verwandelte das Faltengebirge auf ihrer Stirn in einen windstillen See. Erleichtert schnaufte sie durch und wischte sich mit dem Handrücken die kalten Angstschweißperlen die sich auf ihrer Stirn angesammelt hatten, weg und streckte ihre immer noch zitternde Hand dem Fremden entgegen. Sie hatte einfach nicht die Kraft um sich selbst vom Boden hochzurappeln, zu tief saß ihr der Schock noch in den Gliedern. Einige Sekunden später spürte sie die warme Haut seiner Hand in der ihren.
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katha

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BeitragThema: Re: Der Zoll des Überlebens   Fr Okt 12 2012, 21:36

Schön, dass du weiter schreibst Rolling Eyes
Und du beschreibst das beklemmende Gefühl total gut. Da wollen wir mal hoffen, dass die helfende Hand ihr die Sicherheit gibt, die sie braucht um wieder Boden unter die Füße zu bekommen.
Ich bin gespannt.
LG, Katha

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Der Zoll des Überlebens   Sa Okt 13 2012, 20:04

Juhu, nach quälend langen 24 Stunden kann ich endlich wieder hier lesen. Hoffe, dass das nicht nochmal passiert.

Tolle Fortsetzung. Man kann sich richtig in Marie-Ulrikes Panikattacke hineinversetzen. Da bekommt man bald selbst Herzrasen. Freue mich auf eine baldige Fortsetzung deiner Story.

LG, Mini

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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: Der Zoll des Überlebens   Mo Okt 15 2012, 14:09

Danke euch beiden für die lieben Kommis


und einen Moment später stand sie auf ihren zitternden Beinen während Marie-Ulrike sich fühlte wie eine Fahne im Wind. Starr fokusierte sie ihren Blick auf ihre Umgebung, deren Geräusche zeitversetzt und etwas verzerrt zu ihr vordrangen während es unter ihrer Stirn heftig zu pulsieren begann. Ein Gefühl der Schwäche und der Wehrlosigkeit machte sich in ihr breit, weshalb sie ihre Finger noch strenger in die Hand ihres Gegenübers presste. Auch wenn sie sich dies nie hätte träumen lassen, sie war unendlich froh, dass sie diese Attacke nicht hatte alleine durchstehen müssen, obwohl sie sich das bei den letzten Malen aus tiefster Seele gewünscht hatte. Sich ihrer Schwäche ausgeliefert zu fühlen hasste sie schon immens, doch noch schlimmer war es für sie, wenn dies für andere Menschen sichtbar wurde. Immer zu wollte sie stark und unantastbar sein, wie der Ruf, der ihr in der Bevölkerung vorrauseile. Eine waschechte Eiskönigin eben, sie war beínahe verliebt in diesen Ausdruck, denn er verlieh ihr Macht, eine Macht die die Frau mit den Selbstmordgedanken und den Panikattacken nie haben konnte. Was nicht passt, wird eben passend gemacht, doch leider fühlte sie sich genauso, wie ein Licht in der Nacht, dass schon vor langer Zeit aufgehört hatte zu leuchten und nun als Fallfalle in der Finsternis sein Dasein fristete und mit jedem der es übersah ein bisserl mitlitt oder auch mitstarb, so genau konnte man das nicht sagen. Es bedeutet nichts gutes, so viel ist klar, aber wie weit ist nicht gut von schlecht entfernt und wie viel halb gute Dinge verträgt ein Mensch bis das Glas der Laterne an einem unvorsichtigen Bürger zerbricht, der darüber stolpert und die Splitter sich hart in das kaputte Herz des Lichtes bohren. Wann erreicht man den Punkt an dem es kein zurück mehr gibt? Habe ich ihn etwa schon erreicht oder gar überschritten? Ist dieser Moment meine letzte Chance das vermeintlich unveränderbare doch zu verändern? Ist dieser Mann, dessen warme Hand meine Kälte und meinen Angstschweiß zu neutralisieren versucht eventuell meine Ausstiegsstelle?...Aus irgendeinem Grund muss ich ja ausgerechnet heute nach so vielen Jahren hier her gekommen sein. Für irgendetwas...ach, was grüble ich so herum, ich werd das Rätzel ja sowieso nicht lösen, wie auch, ich bin doch nicht Gott...aber Herrin deiner Sinne, kam postwendend ein Gedanke. Ja, das bin ich wohl, aber eben auch zu feige diese Position für mich auszunutzen, obwohl ich mit dieser Egowanderung nicht mal jemandem anderen schaden würde. Was also hindert mich? Meine Angst, schoss es ihr postwendend durch den Kopf. Meine Angst, dass die Welt dadraußen, vor der ich die letzten Jahre so erfolgreich geflohen bin, gar nicht so schlecht und heuchlerisch ist wie ich sie einschätze. Was würde es wohl anrichten, wenn ich diese Erkenntnis am Leibe erfahren würde? Könnte ich das ertragen? Ist das vielleicht der Grund wieso ich mich so sehr an meine Qualen klammere, weil ich es nicht ertragen könnte? Plötzlich bemerkte sie den musternden Blick ihres Gegenübers und sie versuchte sich krampfhaft wieder in die Gegenwart zu bewegen, auch wenn ein Verbleib im Königreich der Gedanken noch so verlockend war, sie entschied sich dagegen.
"Danke", sagte sie schließlich und sah ihn mit dem Ansatz eines Lächelns ernst in die Augen.
Marie-Ulrike fühlte insgeheim, dass dieser Augenblick hier der Anfang zu etwas besonderem war, in welche Richtung es uns auch treiben mag. Egal, sie war auf jeden Fall bereit dafür und das mulmige Gefühl verwandelte sich langsam auch in Gespanntheit auf die Zukunft.
"Auch danke", sagte der Fremde schließlich und auch er versuchte sich an einem Lächeln, während an den Spitzen der Bäume sachte die Dämmerung anklopfte.
Sie hatten über den ganzen Schmerz hinweg die Zeit vergessen und nun standen sie hier im schummrigen Licht des hereinbrechenden Abends auf einem Friedhof, wo die Unheimlichkeit ihren Ursprung nahm. Die Stimmung zwischen ihnen konnte am besten als seltsam deklariert werden, denn es war ihnen wohl beiden ein Stück weit peinlich, sich einer/m Unbekannten soweit offenbart zu haben, ohne dass man lange Gespräche geführt hatte und die Situation nur ansatzweise gewollt wurde. Welche Fortsetzung sollte dieses Treffen nehmen...oder gab es keine? Kehrte jetzt jeder in seine Welt zurück und verblieb dort, wenn er nicht...oh, nein Ich kann ihn doch unmöglich alleine lassen, der hat doch eben noch versucht sich des Lebens zu entledigen...ja und ich wälzte mich in einem Pseudotodeskampf...Wirklich ganz großes Kino und ich will ihm helfen, wo ich doch selbst ein Pflegefall bin...Super Idee...Frei nach dem Motto: Wenn es zum ersaufen nicht reicht, kann man sich wenigstens zusammen besaufen, damit man mit den Leiden weniger alleine ist.
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BeitragThema: Re: Der Zoll des Überlebens   Di Okt 16 2012, 09:11

"... Frei nach dem Motto: Wenn es zum ersaufen nicht reicht, kann man sich wenigstens zusammen besaufen, damit man mit den Leiden weniger alleine ist."

Klasse geschrieben, meine Liebe. Bitte mehr davon. Smile

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BeitragThema: Re: Der Zoll des Überlebens   Di Okt 16 2012, 22:27

Danke, Mini. Deine Worte sind eine Wohltat in Zeiten des Stress Wink Smile, denn ich hab ja nicht mal mehr Zeit, dass ich eure Geschichten mal wieder lese...zum fremdschämen Sad
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BeitragThema: Re: Der Zoll des Überlebens   Mi Okt 17 2012, 07:08

Tastentante schrieb:
Danke, Mini. Deine Worte sind eine Wohltat in Zeiten des Stress Wink Smile, denn ich hab ja nicht mal mehr Zeit, dass ich eure Geschichten mal wieder lese...zum fremdschämen Sad

Hach ja, die jungen Leute immer - haben nie Zeit. Rolling Eyes
Lass dich nicht stressen, meine Gute. Und irgendwann findet sich mal die Zeit zum Lesen. Wink

LG, Mini

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BeitragThema: Re: Der Zoll des Überlebens   Fr Okt 19 2012, 15:30

Ich hatte vorgestern eine halbe Stunde Zeit und da hab ich einen neuen Teil gezimmert...Stress gehört per Gesetz verboten. Bis bald, eure Tastentante

Von der Verlegenheit angestiftet rieb Marie-Ulrike ihre Handinnenflächen aneinander. Sie wollte ihr Gegenüber nicht mit seinen Problemen in die Welt zurückschicken aus der er kam, denn dort schien es anscheinend an etwas überlebenswichtigem zu fehlen, nämlich der Bereitschaft der Mitmenschen sich Zeit und Verständnis zu schultern und auf den Tisch zu stellen, an dem er saß. Na ja, nicht zuletzt hinderte auch ihn die Scham um mal in seiner Seele reinen Tisch zu machen und den Gefühlen die Freiheit zu schenken, die sie ihm entrissen haben. Super Gedanken, du bist echt grandios. Für andere schüttelst du die Lösungen nur so aus deinen Synapsen und für dich selbst schaffst du sie nicht gültig zu machen? Gehts eigentlich noch?...ich hab doch schließlich in den letzten Jahren nichts anderes gemacht, als jene Gefühle umklammet, die mich umklammern, aber ihm will ich raten sie los zu lassen. Ich bin wahrlich eine Wucht.
"Kalt hier, nicht", sagte er schüchtern während seine Augen den Blickkontakt zum Boden suchten.
Er schien sich unheimlich zu schämen für die Tatsache, dass ich nun ein Wissen in mir trage, dass er seine Probleme mit sich und der Welt endgültig regeln wollte...denkbar unangenehm die Situation, wenn man bedenkt das natürlich selbstbewusste Menschen den Eingang zu dieser Sackgasse nicht einmal beim schlafwandeln für sich entdecken würden. Woher sollte also nun das Selbstbewusstsein kommen zu einer Dummheit zu stehen, die man eine Zeit lang für die einzige Lösung gehalten hat. Menschen machen Fehler und eben dies macht sie doch erst so liebenswert oder etwa nicht...Für mich auf jeden Fall, doch bin ich wirklich ein Maßstab für die Generation normal? Bin ich nicht viel mehr auch ein einsames Schiff in einem abgelegenen Ostseehafen, dass den Anschluss zu seinen wuchtigen Genossen, die mit ihrer Kraft die Wellen brechen als wären diese Papierschnitzel, längst verloren hat. Kämpfe ich schlussendlich nicht auch viel mehr nur um eine Anerkennung, die ich im tiefsten Winkel meines Herzens eigentlich gar nicht erlangen will. Macht mich das nicht auch zu einer winzigen Marionette in einem riesigen Puppentheater zu dessen Ensemble ich nie gehören wollte...Helfe ich nicht mit, dass sich eine Epedemie ausbreitet für die es kein Gegenmittel gibt...alle wissen es und doch tun sie nichts, weil sie Angst davor haben den wärmenden Schutz der Masse zu verlassen und als, das zu gelten, was sie eigentlich sind. Einzelkämpfer, nichts als alleine, denn in Wahrheit gibt es keine Gemeinschaft, keinen Zusammenhalt und keine Treue, denn all dass würde bedeuten, dass das Recht auf eigenes Denken, eine individuelle Meinung und den Rest der in einem jeden Dorfidyll so trügerisch zur Schau getragen wird, existiert, doch das tut es nicht. Nein, das alles gibt es genauso wenig wie eine Stripteaseeinlage während der Morgenmesse vom Wiener Dompfarrer Toni Faber. Oder hat dies etwa schon jemand erlebt? Ich lasse mich wirklich gerne belehren, denn ich bin wahrlich kein Tatsachen feinlicher Mensch, aber manche Dinge gibt es einfach oder eben nicht. Vielleicht ausgeschlossen. Vielleicht ist ja morgen in einer Bohnendose ein Rattenschweif, ja vielleicht, aber mal ehrlich...Wie groß ist dieses vielleicht eigentlich? Genau, kleiner als Andorra und das ist ein Zwergstaat oder um es aktueller zu formulieren. Vielleicht kann ja Griechenland morgen der EU jegliche bisher geleisteten finanziellen Zuwendungen auf einen Schlag zurückzahlen? Ja, wie viel Realismus steckt denn hinter diesem vielleicht? 0,0 %, ihr ahnungsallergischen Dumpfschätzer die ihr euch rühmt eine Gemeinschaft zu sein ohne jemals die Bedeutung davon auch nur ansatzweise in Gedanken behandelt zu haben. Wie sinnvoll ist es also in so einer Gesellschaft sein Leben zu fristen?
"Sie haben recht die meisten Menschen haben es nicht verdient, das man sich in ihre Gesellschaft begibt, sie achtet und ehrt"
Ihr warmer Atem zog riesige Kreise in der kalten Luft während sie sprach und die Gesichtszüge ihres Gegenübers erneut entgeleisten.
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