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 AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht

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Staffi_94

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BeitragThema: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 02 2012, 18:33

Nach drei Jahren steht Tom auf einmal wieder in der Firma. Wie werden seine Freunde auf ihn reagieren? Was ist der Grund für sein Verschwinden gewesen? Und vor allem: Werden Anna und seine Kinder ihm verzeihen können?

Prolog:

Anna saß in ihrem Büro bei Lanford. Sie arbeitete nach wie vor als Designerin. Sie hatte noch immer einen hohen Stellenwert in der Firma und hätte auch als Chefdesignerin arbeiten können, da Carla von ihren Eltern auch aus diesem Unternehmen degradiert wurde. Warum es so war, wusste selbst Carla nicht, aber ihre Eltern hatten noch ungehaltener als sonst gewirkt. Anna arbeitete jetzt offiziell ganz intensiv mit Nina zusammen, die ihr damals zu ihrem größten Glück verholfen hatte und, ähnlich wie sie, ein ungeheures Maß an kreativem Talent in sich hatte. Und dieses Talent wurde nicht durch ein unnützes Studium eingeengt, sondern konnte sich frei entfalten. Und noch eine große Gemeinsamkeit hatten die beiden Frauen: sie waren unsterblich in die Söhne von Bruno Lanford verliebt. Nina hatte vor zwei Jahren Luca, den noch vor drei Jahren für alle unbekannten unehelichen Sohn Brunos, geheiratet und war jetzt schwanger. Sie war so glücklich, dass Anna jedes Mal neidisch wurde, wenn sie die beiden sah. Denn sie hatte ihren Lanford- Sprössling nichtmehr bei sich: Tom. Tom war das für sie, was man wohl als DIE Liebe des Lebens bezeichnete. Von der man nie wieder los kam, wenn man ihr einmal begegnete. Und besonders ihre Begegnung damals, die alles auf den Kopf stellte, konnte nicht bedeutungsvoll genug sein. Damals auf dem Dach, als sie sich umbringen wollte, weil sie geglaubt hatte, dass sie mit dem Tod ihres geliebten ersten Mannes, Jonas, nicht umgehen könnte. Aber da hatte auf einmal ein blonder, männlicher Engel mit wunderschönen blauen Augen hinter ihr gestanden und hatte sie gerettet. Sie beide hatten sich gegenseitig so oft in jeder Hinsicht gerettet, wie man einen Menschen nur vor dem Unglück bewahren konnte. Nachdem sie nach vielen Hindernissen endlich geheiratet hatten, hatte sie gedacht, dass ab diesem Zeitpunkt alles gut werden würde. Sie hatten sich geliebt und unglaublich viel Spaß miteinander gehabt. Und ja, dachte Anna, du hättest wissen müssen, dass das nicht ewig halten könnte. So viel Glück kann’s doch gar nicht geben.
An dem Abend, als sie ihm freudestrahlend verkünden wollte, dass sie schwanger war, hatte sie eine leere Wohnung mit einem leeren Kleiderschrank, in dem sonst Toms Sachen hingen, aufgefunden und einen Brief, der ganz eindeutig von ihrem Ehemann stammte. Anna konnte sich immer noch ganz eindeutig an diese Worte erinnern, denn sie hatten diesen Brief gefühlte 100.000-mal gelesen.

Mein lieber Schatz,

wenn du diesen Brief hier liest, bin ich schon weit weg von dir. Es tut mir leid, aber es geht nicht anders, ich muss mich von dir trennen. Es ist etwas passiert, was unsere Beziehung für eine gewisse Zeit unmöglich macht. Ich weiß, dass du gerade ganz ungläubig auf diese Worte starrst und nicht glauben kannst, was du liest. Doch es ist etwas geschehen, was mit schon jahrelang große Probleme bereitet und ich möchte dich nicht dort mit rein ziehen. Ich werde eine Zeitlang nicht bei dir sein, aber ich bitte dich auf mich zu warten. Bitte stell keine Nachforschungen an, es wäre zu gefährlich für dich, wenn wir beide weiterhin Kontakt zueinander hätten. Bitte, mein Liebes, vernichte diesen Brief so schnell es geht. Anbei liegen Papiere…Papiere die mir schier das Herz zerreisen und die mich verrückt machen, weil ich sie unterschreiben musste. Bitte tu es mir gleich und setzte alles Weitere dafür in Bewegung. Solltest du es nicht über dich bringen, so schick es bitte an die auf der Rückseite geschriebene Adresse. Unterschrieb diese Papiere, sonst haben wir beide nie wieder die Chance zusammen zu kommen.

Ich muss jetzt gehen. Vergiss nie, dass ich dich über alles liebe und es nie eine andere Frau für mich geben wird als dich.

Machs gut, mein süßer Engel,
Dein Tom


Die beigefügten Zettel waren ein Antrag zur Annullierung ihrer Ehe gewesen. Als sie dies gesehen hatte und Toms Unterschrift, war sie weinend zusammengebrochen und hatte, entgegen Toms Bitte, bei ihm angerufen. Doch zu ihrer großen Bestürzung hatte Tom sein Handy zu Hause gelassen. Tagelang hatte sie sich in ihrer gemeinsamen Wohnung eingeschlossen, das Schriftstück ständig mit sich geschleppt und schließlich, nachdem sie sich den Brief immer wieder durchlas und Toms Worte in sich aufnahm, unterschrieben. Er hatte Recht gehabt, sie hatte diesen Schrieb nicht irgendwo abgeben können, um ihrem großen Unglück einen Anfang zu geben und hatte diese an eine Adresse in Köln geschickt. Nach zwei Wochen hatte sie sie Bestätigung in der Hand gehabt, dass sie nichtmehr mit Tom Lanford verheiratet war. Doch sie vertraute bis heute auf Tom und hatte in sich das bestärkende Gefühl, dass sie ihn bald wiederhaben würde und mit ihm und ihren beiden Kindern endlich glücklich sein könnte.
Sie schaute raus. Es wurde langsam dunkel und sie hatte überhaupt keine Ideen mehr für eine neue Kollektion. Also packte sie zusammen, verabschiedete sich von Natascha, die ihr Büro nebenan hatte und ging die Treppe runter, vorbei an ihrem Arbeitsplatz. Sie sah auf Toms Büro. Luca hatte es vor einiger Zeit beziehen wollen, doch Anna hatte schon fast mit Kündigung gedroht, sollte er sich dort einnisten. Dieses Büro gehörte nur einem Geschäftsführer Lanfords und zwar Tom. Und auch ihr Arbeitsplatz sollte so lange unbesetzt bleiben, bis er wieder da war. Und wenn es sein musste, würden diese zwei Plätze für immer leer sein.

***************

Tom Lanford saß in einem Flugzeug in Moskau, das ihn zurück nach Berlin bringen würde. Zurück in seine Heimat, zu seiner Familie, zu seiner Frau. Er hatte endlich alles überstanden und er würde endlich alles aufklären können, was ihm in seinem Leben immer schon Probleme bereitet hatte. Und er würde seine Kinder kennen lernen, denn durch Enrique, seinem einzigen Bindeglied zu seinem alten Leben, hatte er erfahren, dass er Vater zweier kleiner süßen Jungs war. Die Freundschaft zu Enrique war durch diese Zeit noch intensiver geworden und wenn alles so klappen würde, wie er es sich vorstellte, dann würde er Enrique auf eine ganz besondere Art danken. Wie genau das aussehen sollte, wusste er noch nicht, aber das würde noch kommen.

Als Tom Stunden später in Berlin ankam, machte er sich als erstes auf den Weg zu dem Hotel, in dem Enrique ihm ein Zimmer reserviert hatte. Dort hielt er sich eine Zeit auf, duschte sich, machte sich frisch und versuchte, ganz besonders gut auszusehen. Denn wenn sein Plan funktionierte, würde er sein Engelchen heute wieder sehen. Sein Herz zog sich vor Freude zusammen. Er sah auf seinen rechten Ringfinger, an dem noch immer sein Ehering prangte. Er hatte ihn nie abgenommen. Er küsste ihn kurz, zog sich etwas Schönes an und machte sich auf den Weg zu seiner alten Arbeitsstätte. Als er das große Gebäude sah, wurde ihm ganz mulmig. Reiß dich zusammen, und geh rein, Tom. Dies tat er auch und schloss, einmal drinnen, kurz die Augen und sog den Duft ein. Ganz eindeutig LANFORD, dachte er lächelnd.

Zurück in dein neues altes Leben, dachte er sich und ging auf den Fahrstuhl zu, der ihn unweigerlich zum Atelier führen würde.


Zuletzt von Staffi_94 am Mo Jul 09 2012, 15:28 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Staffi_94

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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 02 2012, 18:36

Als Erklärung muss ich noch schreiben, dass ich einen Freund in die Geschichte mit einbaue, der ganz wichtig für Anna ist in dieser schweren Zeit, aber nie in der Serie vorkam: Christian, ein langjähriger Freund von Tom und Enrique


Kapitel 2

„Ja, mein Plan. Welchen genau meinst du denn? Ich hab so viele Pläne.“, war Toms Antwort und er fing an, nervös durch die Gegend zu laufen. „Ohh so viele Pläne? Aber es gibt doch jetzt nur ein wichtiges Thema; Anna. Du, sie hat heute frei, wir können zu ihr nach Hause fahren“, fiel Enrique ganz euphorisch ein. „Na klar, ich steh auf einmal vor ihrer Tür und sage ‚Hey Darling, da bin ich wieder. Du sorry, dass ich drei Jahre weg war und obendrein auch noch unsere Ehe annulliert habe, dich allein gelassen habe mit zwei Kindern und dich mit größter Sicherheit unglaublich verletzt habe, aber hey, ich bin wieder da, also lass dich jetzt ganz schnell von mir in deinem Bett vernaschen‘“, war Toms ironische Reaktion auf Enriques Vorschlag. „Nein, das kann ich nicht machen. Ich möchte vorher noch mit einer anderen Person reden, die Anna besser kennt als alle anderen“

Enrique sah ihn an und lächelte. „Aber dieser Jemand bist doch du“, sagte er fast liebevoll. „Hmmm…ja, ich kenne sie sehr gut. Aber ich habe sie so lange Zeit nichtmehr gesehen und kann ihren Gemütszustand nicht einschätzen…sag mal, wie steht´s eigentlich mit dir und Paloma?“ Enrique sah ihn bestürzt an „Dieser Jemand soll Paloma sein? Du willst Paloma mit ins Boot holen? Nein, das geht nicht. Sorry, Tom. Aber wenn diese Person dabei ist, dann bin ich raus aus der Nummer“ Erstaunt sah Tom seinen Kumpel an. Hatten die beiden das immer noch nicht hinter sich? Und ich dachte immer, Anna und ich hätten lange bis zu einer Beziehung gebraucht, aber das hier ist ja Rekord! „Habt ihr das immer noch nicht geklärt? Mensch, Enrique, was ist nur los“ Er kam sich wieder wie ein Hobbypsychologe vor.

„Was los ist? Diese Person hat sich einem Freund an den Hals geworfen. Ja, sie ist jetzt mit Christian zusammen!“ Das hatte er Tom nie erzählt. Er hatte sowieso sehr wenig von sich erzählt. Er hatte ja auch nichts Erwähnenswertes gemacht. Getrunken, viele verschiedene Schönheiten in seinem Bett gehabt, gearbeitet (er musste sich mit Christian sogar seine Stelle in der Marketingleitung teilen) und immer nur einer Frau hinterher getrauert: Paloma. „Oh, ja. Mensch Enrique. Du kannst dir doch nicht eine Frau von Christian wegschnappen lassen. Ich meine Chrischi, unser kleiner Wonneproppen, der in jedes Fettnäpfchen tritt, was ihm der liebe Herrgott vor die Füße legt“, sagte Tom „Aber da ich merke, dass du einige, für meinen Plan wichtige, Informationen weggelassen hast, muss ich dich fragen, ob sich, ob sich“, er wurde unsicher und ihn überkam schon bei dem Gedanken daran eine unglaubliche Übelkeit „Ob sich?“ „Ob sich in Annas Liebesleben etwas getan hat“, presste Tom hervor.

Enrique sah in verdutzt an, kniff die Augen zusammen und beäugte ihn. Dann fing er schallend an zu lachen. „Sag mal, wo auch immer du warst, was haben die dir da gegeben?“, fragte er, als er sich wieder einigermaßen beruhigt hatte. „Anna und ein anderer Kerl? Wo doch du noch immer auf unserer wackligen Erde wandelst? Wo sie uns doch andauert versichert, dass du wieder vor ihr stehen wirst und alles gut werden würde. Was meinst du wie stinkig sie wird, wenn nur einer einen Zweifel an deiner Liebe äußert? Sie kann einem Angst machen, wenn sie richtig in Fahrt kommt. Sie kämpft die ganze Zeit wie eine Löwin für euch. Was meinst du, wie sehr sie euren Söhnen eingebläut hat, dass sie einen wunderbaren Papa haben, der sie über alles liebt und momentan eine Heldentat ausübet, damit ihr eines Tages glücklich werden könnt. Diese Frau liebt dich mit jeder Faser ihres Herzens und du fragst mich ernsthaft, ob sie jemals einen anderen Kerl auch nur mit dem Hintern angeschaut hat?“, fragte Enrique und holte nach dieser Rede erst einmal tief Luft. „Blöd von mir, oder?“, flüsterte Tom mit schwacher Stimme “Ja, saublöd“, kam es aufgebracht zurück.

Tom standen die Tränen in den Augen. Dass sie nicht aufhören würde an ihre Liebe zu glauben, war seine größte Hoffnung gewesen, aber dass sie so kämpferisch durch die Gegend lief und alles, was ihr Bild und ihre Liebe zu ihm zerstören könnte, bekämpfte, lies sein Herz wieder einmal vor Zuneigung für diese Frau überquellen. Auf einmal überkam ihn solch eine Sehnsucht, dass sein Plan, der eigentlich auf Vorsicht gestimmt war, nichtig wurde. Er musste sie sehen, ihre Nähe spüren, sie vielleicht sogar berühren, wenn sie es zu ließ. Jetzt, sofort, auf der Stelle. „Enrique, sie wohnt doch nicht mehr in unserer Wohnung, oder?“, fragte er mit einer Glut im Blick, die Enrique beunruhigte. „Nein nein, natürlich nicht. Die war doch viel zu klein für drei Personen. Noch dazu, wenn zwei davon so quirlig sind wie deine Söhne“, war Enrique Antwort. Und die Erinnerung an seine Kinder ließ Tom nur noch aktiver werden „Du, weißt, wo sie wohnt?“ Ein verständnisloses Nicken. „Dann bring mich hin. Ich muss sie sehen, jetzt sofort“, sagte Tom, drehte sich um und machte sich auf den Weg zum Fahrstuhl. „Na, los, alter Mann. Wir haben noch viel vor“, sagte er an seinen Freund gewandt, der eher missmutig auf ihn zu kam „Eben noch hast du mich so angeschnauzt, dass ich solch einen Vorschlag mache…“
“Da wusste ich ja auch noch nicht, dass Anna sich genauso sehr nach mir sehnt, wie ich mich nach ihr“, sagte er und zog Enrique mit hinein in den gerade angekommenen Fahrstuhl. „Ich hoffe, du bist mit deinem Auto hier, sonst wird es schwierig mit mir“, sagte er unruhig. Enrique dankte Gott, dass er sein Auto gestern in der Tiefgarage hat stehen lassen.
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Staffi_94

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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 02 2012, 18:37

Kapitel 3

„Susanne Polauke“, meldete sich die sanfte Stimme ihrer Mutter am anderen Ende der Leitung. Wie immer, wenn sie diese Stimme hörte, wurde sie in ein Gefühl tiefster Geborgenheit gehüllt. Es gab eigentlich nur noch eine einzige andere Person, die das toppen konnte…“Hallo, ist da jemand?“, ertönte es etwas ungeduldig und Anna wurde aus ihrem Traum gerissen. „Ja, Mama. Ich bin´s, Anna“, sagte sie und bemühte sich um einen fröhlichen Ton „Ach du bist es mein Schatz. Was gibt’s denn Wichtiges?“, fragte ihre Mutter und grinste. Natürlich konnte es nur einen Grund geben. Und wieder einmal überkam sie ein unbändiger Stolz auf ihre ältere Tochter. Sie hatte in ihrem Leben so viel erleben müssen und stand jetzt als alleinerziehende Mutter zweier Kinder da, ohne sich auch nur einmal zu beschweren. Und sie hielt an ihrer Liebe fest. Susanne wusste, dass dies richtig war. Auch sie hatte Ingo nie loslassen können, auch wenn sie gedacht hatte, er war tot. Und wenn ihre Tochter sagte, dass Tom sie noch liebte, dann glaubte sie ihr. Ihr Mann war leider anderer Meinung.

„Na, was wohl. Ich möchte gerne mal wieder etwas von meinen Kindern hören. Das ist nämlich schon mehr als zwölf Stunden her, dass wir uns an der Strippe hatten“, sagte Anna. Sie hörte ihre Mutter nach den beiden rufen und hörte sofort ein kollektives „MAMA“, was ihr wieder einmal ein wohliges Gefühl gab. „Hallo Mama, du ruft aber spät an“, erklang die vorwurfsvolle Stimme von Max. „Ja, ich hab ja auch mal die Möglichkeit, etwas länger als sonst zu schlafen. Aber erzähl, wie geht’s euch und was macht ihr heute?“, fragte sie und lächelte. „ Super, wir gehen heute zum Wasser und dann Eis essen, hat Opi gesagt“, plapperte Max, der etwas Stürmischere ihrer Zwillinge, drauf los. „Oh schön. Aber schön aufpassen und immer auf das hören, was Oma und Opa euch sagen, verstanden? Das gilt besonders für dich, Max“, sagte sie und schmunzelte über das synchrone, leicht genervte „JAAHA“. „Und, vermisst ihr mich?“, fragte und erhielt gleich ein promptes „Nöö“, von Max. „Du, ich geb dir mal Ben, ich hab noch was ganz Wichtiges zu tun. Grüß Christian und Enrique von mir. Ich hab dich ganz dolle lieb Mama, bis heut Abend“ und schon war er weg. Maximilian, du bist drei Jahre alt, da hat man noch nicht irgendwas ganz Wichtiges zu tun, dachte sie bei sich. „Hallo Mami“, sagte Ben leise. „Na mein Schatz, wie geht’s dir denn?“ „ Gut, aber ich vermiss dich und Paloma…aber wir sehen uns ja bald wieder.“, sagte er leise.

„Ja, mein Kleiner ich vermiss dich auch“, sagte sie. „Du Mama, denkst du wieder an Papa?“ Wie vom Donner gerührt starrte sie in den Hörer. Nein mein Sohn, gerade ausnahmsweise nicht, aber ich danke dir, dass du es wieder mal geschafft hast. „Warum?“, fragte sie so sachlich wie möglich und spürte, wie ihr die Tränen in die Augen schossen. „Weil du dich wieder so traurig anhörst. Aber glaub mir, Papa ist bald da.“, sagte er und ahnte nicht, wie schwer es seiner Mutter fiel, die Fassung zu bewahren. „Ich bin nur traurig, weil ihr nicht hier seid“, sagte sie und bemühte sich um eine feste Stimme. „Okay. Bis heut Abend, Mami“ „Bis heut Abend mein Schatz und viel Spaß“, sagte sie mit erstickter Stimme und legte schnell auf, bevor er bemerkte, dass sie vollends die Kontrolle verlor.

Als sie so da saß und merkte, wie ihr unaufhörlich die Tränen liefen, spürte sie auf einmal ein gutes Gefühl, dass sie lächeln ließ. Es ist manchmal unfassbar schwer, dass du mit deinen drei Jahren schon so ein Gespür für die Gefühlswelt der anderen hast, Ben Lanford, aber ich bin glücklich, dass du mir manchmal schon wie ein Erwachsener begegnest und ich das Gefühl habe, nicht allein zu sein.

Mit einem seligen Lächeln dachte sie über ihre Kinder nach. Sie waren wunderschön, sowohl charakterlich, wie auch äußerlich. Wie soll es auch anders sein, bei dem Vater, dachte sie und grinste. Jedes Mal, wenn sie die beiden sah, meinte sie, zwei kleine Toms vor sich stehen zu haben. Besonders ihre Augen. Diese schönen Augen, die sie so schmerzlich vermisste, waren bei den beiden so wunderbar ausgeprägt und strahlend blaugrau. Und die Haare, und die Nase, die Lippen….sie waren ein Teil von Tom…und das gab ihr noch einen Grund, sie so unendlich zu lieben, dass sie meinte, ihr Herz müsste vor Liebe für ihre drei Männer zerspringen.

Ihr Blick fiel auf das einzige Bild, das in ihrer Wohnung optisch noch an sie und Tom erinnerte: genau das gleiche Bild, was auch immer noch auf Toms Tisch im Büro stand. Und ein weiteres befand sich noch in ihrem Portemonnaie, denn sie hatte sich irgendwann mal ein Passfoto von Tom stibitzt, damit sie immer, wenn sie Sehnsucht nach ihm hatte, dieses Bild herausholen und ihn betrachten konnte. Wie er wohl jetzt aussieht? „Oh Gott Tom, klingel jetzt sofort an meiner Tür, nimm mich in die Arme und sag mir, dass endlich alles gut wird“, sagte sie in die Stille des Raumes. Und auf einmal klingelte es und es überkam sie ein Gefühl der Nähe. „Tom“, flüsterte sie und ging auf die Tür zu. Sie hatte das Gefühl, dass er sich hinter eben dieser befand. Sie öffnete sie und schaute ganz perplex in die Augen des Mannes, der ihr gegenüber stand…
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Staffi_94

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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 02 2012, 18:38

Kapitel 4

„…wann sind wir da?“, fragte Tom ungeduldig. „Wann sind wir da??“ Er zappelte auf dem Beifahrersitz rum und wäre Enrique nicht so genervt von seinem Freund gewesen, wäre er wahrscheinlich in schallendes Gelächter ausgebrochen. Man bist du nervös…und ganz eindeutig der Vater deiner Kinder, dachte er im Stillen, als sie an einer Ampel anhalten mussten und er ihn kurz betrachtete. Die zappeln nämlich bei jeder Fahrt genauso rum wie du gerade „Tom?“, fragte er leise und sein Freund sah ihn aus strahlenden Augen an „Was gibt´s? Beantworte mir meine Frage: WANN sind wir da?“, kam die Antwort und er kam Enrique wie ein unruhiges Eichhörnchen vor. „Mein Gottchen, noch knapp fünf Minuten…aber mein Lieber, du wirst jetzt nicht gleich so vor der Tür stehen…ich gehe als Erstes rein und sage ihr, dass du hier bist, verstanden?“, fragte er und sah in ein vorwurfsvolles Gesicht „Ja, dachtest du, ich hatte etwas anderes vor? Aber ich warne dich: solltest du länger als fünf Minuten brauchen, schließ ich dich für einen Tag mit Paloma in einem kleinen, kalten Raum ein und ihr könnt euch einen schönen Tag machen“, sagte er und sah belustigt, dass sein Freund rot anlief und verbissen in sich hinein murmelte, während er weiter fuhr, weil wieder Grün war…Mist, so kann ich mich also nicht an ihm rächen. Er hatte die Vorstellung, dass er seelenruhig in Annas Wohnung spazierte, um mit ihr erst mal ein einstündiges Pläuschchen zu halten, während Tom draußen unruhig vor der Tür hin und her hüpfte, als sehr verlockend empfunden. „So, mein Lieber. Hier geht´s jetzt rechts rein und dann kannst du deinen Schatz in spätestens einer Stunde in deine starken Arme schließen“, sagte Enrique, bog ab, parkte sein Auto und schnallte sich ab. Tom sah wie gebannt auf das Haus. „Wie lange leben sie hier schon?“, fragte er und sah auf den schönen Altbau, der ihm sofort das Gefühl von Heimat gab. „Ohm…sie ist hier damals drei Monate nach dem du abgehauen…nach dem du weg musstest, eingezogen“, sagte Enrique und ergriff Toms Hand, die sich auf seinem nervös wippenden Knie befand. Aus seiner Trance gerissen, schaute sein Kumpel ihn an. „Du schaffst das…wir schaffen das… was auch jetzt gleich da oben passiert, ich werde dir und Anna den Rücken stärken, hörst du?“, Tom nickte abwesend. „So, jetzt komm. Auf in den Kampf!“ Er klopfte ihm auf die Hand und stieg aus. Und auf einmal, als wäre er aus einem Schlaf erwacht, stieg Tom voller Tatendrang aus und sah Enrique fest in die Augen „In einer Stunde werde ich meinen Engel wieder im Arm halten“, sagte er glücklich und erhielt ein bestätigendes Lächeln von seinem Freund und so gingen sie auf den Eingang des Hauses zu.

„Christian, du bist es“, sagte Anna und versuchte, nicht allzu enttäuscht zu klingen. Aber als sie diese Worte ausgesprochen hatte, merkte sie, dass sie nicht nur enttäuscht, sondern auch verbittert geklungen hatte „Ja, ich bin´s und wie ich merke, komm ich zum genau richtigen Zeitpunkt. Darf ich rein kommen?“, fragte er mit einem schiefen Grinsen. Nein, jetzt nicht…bitte Christian, ich brauch dringend Zeit, um von Tom zu träumen „Okay, du willst deine Ruhe haben?“, fragte Christian liebevoll. „Ja, bitte. Ich hab grad so einen Moment, in dem ich keine Leute um mich herum ertrage. Ist das okay?“, fragte sie und sah ihn bittend an. „Ja, aber nur, wenn du heut Nachmittag zu uns zum Kaffekränzchen kommst.“ „Ja, das mach ich. Ich melde mich später bei euch. Mach´s gut, Chris“, sagte Anna, umarmte den verblüfften Christian kurz und schlug die Tür zu. Oh man Anna, du warst auch schon mal charmanter. Aber es war ihr egal. Sie war maßlos enttäuscht, dass es nicht Tom gewesen war. Sie ahnte ja nicht, dass sie in kürzester Zeit eine große Überraschung erleben würde…

Schon vom Weiten konnten sie Christian an der Tür zu Annas Wohnung sehen. Doch zu Toms Verdruss zeigte sich Anna nicht ein Stückchen. „Ohh Mensch; jetzt geh doch mal ein oder zwei Schritte gerade aus, Anna. Das kann doch nicht so schwer sein. Und wer kommt eigentlich auf die bescheuerte Idee, Türrahmen zu erfinden und den Hauseingang hier so zu bauen, das man keinen Blick auf die Mieter werfen kann, wenn die mal an der Tür stehen?“, fluchte er leise und erntete ein amüsiertes Lachen von der Seite. Plötzlich sah er, wie sich die beiden umarmten, aber wieder war Annas Kopf nicht zu sehen, da sie sich zur anderen Seite drehte. Hmmm…aber der Rest sieht von Weitem immer noch so verführerisches aus…selbst mit den Hausschuhen, grinste er und musste unweigerlich glucksen. „Sag mal, sind das da Elefantenohren und ihr Fuß soll den Rüssel darstellen?“, fragte er und sah Enrique an. Der kniff die Augen zusammen und seufzte angespannt. „Keine Ahnung, aber es ist ja auch egal. Das kannst du sie nachher persönlich fragen. Schau mal, er verduftet. Willst du, dass er dich sieht“, fragte er noch, aber sein Freund hatte sich schon selbstständig gemacht. Mit hocherhobenem Haupt ging er auf seinen alten Kommilitonen zu. Der schaute ihn verdattert an „Tom, du bist hier…was…wie…warum jetzt?“, fragte Christian und nickte seinem anderen Kumpel kurz zu. „Ja, warum bin ich wohl hier. Ich möchte zu meiner Frau. Und du?“, kam die lässigste Antwort, die er in seiner Situation wohl geben konnte. „Ich, ich geh jetzt zu meiner Freundin“, sagte er und warf Enrique einen kurzen, triumphierenden Blick zu. „Ach ja, alles Gute euch beiden. Hab schon davon gehört. Aber sie muss dich ja ganz schon auf Trapp halten, so wie du abgenommen hast, Respekt mein Freund“, neckte er ihn und sah Christian schief lächeln. „Ja; irgendwann musste ich ja meinen Babyspeck los werden. Also ich denke, das mit dem Kaffeetrinken wird wohl heute nichts, wenn du jetzt zu Anna gehst. Ihr habt euch doch sicher viel zu erzählen, oder?“ Tom sah ihn an und nickte. „Ja. Du, können wir zwei die nächsten Tage mal in aller Ruhe reden?“,
„Ja, das ist möglich. Hmmm, Tom. Ich freu mich, dass du wieder da bist“, sagte er auf einmal strahlend und umarmte ihn. „Fang das vorsichtig an. Sie wird sich zwar unbändig freuen, aber sie ist sicher total verunsichert.“, flüsterte er Tom ins Ohr. „Ja, ich weiß. Aber ich habe jetzt über drei Jahre geschwiegen, jetzt ist Schluss und ich kann dir und vor allem Anna leider nicht versprechen, dass das, was ich ihr erzählen werde, angenehm und leicht weg zu stecken ist.“
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Staffi_94

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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 02 2012, 18:40

Kapitel 5

Enttäuscht und genervt ließ sich Anna auf die Couch fallen. Tom und wieder hier vor Deiner Tür stehen. Du hast Träume, Anna. Selbst wenn er wieder da wäre, würde er ja gar nicht wissen, wo ich wohne. Sie nahm traurig das Bild von sich und Tom in die Hand und fragte sich, ob das ewig so weiter gehen sollte. Wenn er nicht bald zurück ist, drehe ich durch. Sie wusste, dass sie nervlich schon sehr angeknackst war. Besonders wenn sie alleine war und ihre Kinder nicht hier waren, gingen ihr Gedanken durch den Kopf, die ihr jedes Mal wieder Tränen in die Augen schießen ließen. Kurz erinnerte sie sich an Bens Worte. Glaub mir, Papa ist bald wieder da. Ja, das hoffte sie für ihn. Sie brauchte nämlich endlich wieder jemanden, der sie auf die Palme brachte, jemanden, der sie verstand wie nie ein Mensch zuvor, jemanden, der ihr nachts die Füße wärmte, wenn sie sich nach einer kleinen Kappelei wieder im Bett versöhnt hatten. Mit jedem Tag hatte sie das Gefühl, dass etwas in ihr starb. Und dieses Etwas konnte nur ein Mann wieder zum Leben erwecken. Plötzlich klingelte es wieder. Jetzt irgendwie froh, gestört zu werden, ging sie zur Tür. „Enrique, wie komm ich denn zu der Ehre?“, fragte sie einen sichtlich nervösen Enrique. „Ich muss dringend mit dir sprechen. Es geht um Tom“, kam die Antwort und sie wurde zurück in ihre Wohnung gedrückt, damit er auch rein kam und die Tür schließen konnte…

Er hatte sie gesehen. Endlich hatte er sie wieder gesehen. Und sie hatte sich gar nicht verändert. Nur die Haare etwas kürzer, sonst keine Veränderung. Er merkte, dass sein Herz gehörig aus dem Takt geriet. So mein lieber Freund, wir haben höchstens fünf Minuten abgemacht, davon sind jetzt genau anderthalb um. Mach hinne!, dachte er nervös. Er hatte sich leicht in den Schatten gestellt, denn aus dieser Perspektive hatte er alles im Blick, ohne gleich gesehen und erkannt zu werden. Er war so aufgeregt. Noch viel aufgeregter als bei seiner Hochzeit. Und plötzlich überkam ihn die Angst, dass sie ihn vielleicht doch gar nicht sehen wollte, sondern ihm eine verpasste würde und ihn achtkantig rausschmiss. Jetzt ist es zu spät zu zweifeln. Und außerdem, was bist du für ein Angsthase? Die letzen Jahre hast du dich immer wieder in Gefahr begeben, ohne mit der Wimper zu zucken und jetzt hast du Angst vor einer kleinen, süßen Frau, die du locker in die Tasche stecken könntest? Das Problem war nur, dass es nicht nur irgendeine Frau war, sondern die Frau, deren Meinung zu seiner Person ihm am wichtigsten war.

„Tom. Was ist mit Tom? Hast du was von ihm gehört?“, fragte Anna aufgeregt und lief nervös an Enriques Seite, bis dieser es sich auf einem Sessel gemütlich gemacht hatte. „Ja, ich habe was von ihm gehört. Aber setz dich bitte“, sagte er und deutete auf die Couch. Zögerlich setzte sie sich, ohne ihn aus den Augen zu lassen. „Jetzt sag mir nicht, ihm ist irgendwas passiert“, sagte sie ängstlich und spürte, wie sie anfing zu zittern. „Aber nein. Ihm geht’s gut, jedenfalls körperlich. Ich habe mit ihm gesprochen“, sagte Enrique und ihn überkam solch ein schlechtes Gewissen, dass er leise aufkeuchte. Ja, schon seit Jahren spreche ich mit ihm und ich hab dir nie etwas davon gesagt. „Du hast mit ihm...? Warum du? Warum nicht ich? Ich müsste doch die Erste sein, mit der er sprechen wollen würde“, sagte sie traurig und unendlich enttäuscht. Bin ich ihm etwa so unwichtig geworden? „Du glaubst gar nicht, wie gern er mit dir sprechen möchte. Weiß du, er liebt dich nämlich über alles“, sprach Enrique und sah die Tränen in Annas Augen. „Das hat er gesagt? Wo ist er jetzt und wann hat er dich angerufen?“ Enrique sah sie zögerlich an. Jetzt gleich mit der Tür ins Haus oder ganz vorsichtig? Ein Blick auf seine Uhr sagte ihm, dass er sich beeilen sollte. „Ähm…oh Gott, wie soll ich dir das sagen?“, wand er sich. „Einfach frei von der Leber weg. Ohne blumiges Beiwerk.“, kam die ungeduldige Antwort. „Gut, du willst es so: er ist in Berlin und ich habe persönlich mit ihm gesprochen.“, sagte er und sah, wie ihre Gesichtszüge entgleisten. „Hier, in Berlin…seit wann?“, flüsterte sie stockend. „Seit heute Morgen, ganz in der Früh“ Anna sah ihn an. „Und er ist hier, oder? Ich spür das, er ist hier“, sagte sie und ihre Stimme klang wieder kräftiger. „Ja, er ist hier. Er steht da im Treppenhaus und tritt wohl grad von einem Bein aufs andere vor lauter Aufregung.“
Erschrocken starrte er Anna an, als diese plötzlich wie von der Tarantel gestochen aufsprang und zur Tür hetzte…

Tom stand noch immer völlig nervös da und wartete. Noch dreißig Sekunden…okay, du wirst erst mal gar nichts machen und lässt sie agieren. Nicht, dass sie noch verschreckt wird. Und auf einmal ging die Wohnungstür auf. S.cheiße, oh Gott. Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit. „Tom? Tom, bist du hier?“, hörte er die leise, liebliche Stimme, die er so lange vermisst hatte und die ihm einen wohligen Schauer über den Rücken jagen ließ. Langsam kam er aus seinem Versteck raus, straffte die Schultern und blickte ihr in die Augen. „Ja Anna. Ich bin hier.“, antwortete er ebenso leise und sah, wie ihr die Tränen über die Wangen liefen. Langsam kam sie, Schritt für Schritt, auf ihn zu, ohne ihn auch nur einmal aus den Augen zu lassen. Und dann stand sie nicht ganz einen Meter von ihm entfernt und hob die Hand. Tom schreckte zusammen und drückte die Augen zu. Doch er hörte nur ein leises Lachen und eine sanfte Hand an seiner Wange. Vorsichtig öffnete er wieder seine Augen und schaute nach unten, sodass sich ihre Nasenspitzen berührten, denn Anna war noch näher auf ihn zu gekommen „Ich hau dich nicht, keine Angst.“, sagte sie zärtlich und lächelte. „Beantworte mir eine Frage: Bleibst du jetzt für immer bei mir, oder ist das hier nur ein schöner Traum und ich wache auf und bin alleine in meinem Bett“, flüsterte sie und sah ihn nachwievor an. „Ja bin hier. Das ist kein Traum. Und wenn du mich immer noch willst, bleibe für den Rest meines Lebens bei dir“, sagte er und musste jetzt auch lächeln. „Du bist so ein Spinner“, kam die Antwort. Und plötzlich fand er sich in ihren Armen wieder. „Ich hab dich wieder. Du bist endlich wieder hier“, schluchzte Anna leise an seiner Schulter und klammerte sich fest an ihn. „Dich lass ich nie wieder gehen. Und wenn ich dich festketten muss“ Tom kullerten auch die Tränen über die Wangen. „Das brauchst du nicht. Ich werde für immer da bleiben…“, kam die Antwort. Er schloss die Augen und lehnte sein Kinn auf ihre Schultern. Minuten blieben sie so stehen. Lieber Gott, ich weiß jetzt, dass es dich gibt. Danke. Danke für diese wundervolle Frau, dachte er und spürte, dass Anna ihn langsam los ließ. „Komm mit“, flüsterte sie und nahm ihn bei der Hand. Dann zog sie ihn in ihre Wohnung und schloss die Tür. So, jetzt kommt der nächste Akt. Du wirst ihr alles erklären, und dann ist alles gut zwischen euch. Er wusste, wie glücklich er sich über ihre Reaktion schätzen konnte. Eine andere Frau hätte ihn nicht wieder so aufgenommen. Er musste sie später fragen, warum sie so auf ihn zugekommen ist. Aber erst, wenn sie alleine waren und alles geklärt hatten „Enrique, würdest du bitte gehen“, fragten Anna und Tom gleichzeitig und schauten sich verwundert an. „Ja, sicher. Wenn ihr mich nicht braucht. Ich warte noch in meinem Auto. Wenn irgendwas ist, ruft mich an.“, sagte er, lächelte beide an und ging hinaus. Total verunsichert standen beide da und starrten auf den Boden, bis Tom sich einen Ruck gab und sagte: „Ich denke, es ist in der Zeit, reinen Tisch zu machen, oder?“ Anna sah ihn ernst an. „Ja. Und ich möchte alles wissen. Jede einzelne Kleinigkeit“
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 02 2012, 18:41

Kapitel 6

„Ja, ich weiß dass wir dadurch ein Problem bekommen könnten…ja, ja, ist gut. Ich melde mich morgen noch mal…ich wünsche noch einen schönen Tag…vielen Dank…auf Wiedersehen“, sagte Christian und schloss die Tür zu seiner Wohnung auf. Seit knapp einem Jahr wohnte er mit Paloma zusammen und es klappte immer besser mit ihnen. Sie hielt ihn auf Trapp, stellte ihn immer wieder vor neue Herausforderungen…und dafür liebte er sie. Wenn auch nicht so sehr, wie eine andere Frau in seinem Leben. Aber das beruhte bei beiden auf Gegenseitigkeit. Sie wussten beide, dass sie nicht bis ans Ende ihrer Tage zusammenbleiben würden, ab sie wollten ihr gemeinsames Leben so lange genießen, wie es halten sollte. Und bis jetzt, nach knapp zweijähriger Beziehung, hatte noch keiner das Bedürfnis gehabt, daran was zu ändern.

„Ahh, da bist du ja schon wieder. Wie geht es Anna? Kommt sie heut Nachmittag zu uns“, mit dieser Begrüßung kam Paloma aus dem Schlafzimmer und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen. Sie merkte augenblicklich, dass sich ihr Lebensgefährte verspannte. Fragend sah sie ihn an. „Was ist los mit dir? Geht es Anna nicht gut?“, fragte sie besorgt. Besonders in der letzten Zeit machte sich Paloma immer mehr Sorgen um ihre beste Freundin. Sie wurde immer ruhiger, kapselte sich immer mehr ab und Paloma hatte das Gefühl, dass sie sich immer mehr aufgab. Nur wenn sie mit ihren Kindern zusammen war, sich um sie kümmerte und mit ihnen Spaß hatte, blühte sie auf. Paloma wusste, dass nur Tom Annas Leben wieder sinnvoll machen würde. Doch diese Erkenntnis half nicht, ihren Willen nach Vergeltung zu stillen. Und sollte dieser I.diot wieder auftauchen, würde sie ihm gehörig den Marsch blasen. „Anna ging es nicht gut, sie wollte allein sein. Darum bin ich auch schon wieder hier. Sie hatte mir versprochen, zum Kaffee zu kommen. Ich glaube aber, das hat sich schon wieder erledigt“, antwortete er und Paloma sah ihn fragend an. „Ich habe auf dem Hausflur Tom getroffen“, sagte er vorsichtig. Sofort änderte sich Palomas Gesichtsausdruck von fragend zu verärgert „Wie bitte, was will der denn auf einmal wieder hier?“, fragte sie aufgebracht und sie musste sich erstmal setzen.

„Ich denke mal, mit Anna reden und ihr seine Beweggründe für sein plötzliches Verschwinden erklären. Ich weiß nicht, was in der Zeit passiert ist, wir haben nur ein paar Minuten miteinander geredet“, sagte er schnell, bevor Paloma Luft holen konnte. „Aha. Erbarmt er sich nach über drei Jahren mal, ihr alles zu erklären, der werte Herr?“, sagte sie ironisch. „Und dann? Dann schenkt er ihr wieder ein paar Wochen Glück, um sie dann erneut sitzen zu lassen?“
„Ich weiß es nicht. Ich hatte das Gefühl, dass er innerlich sehr ausgeglichen war. Und dass er den Willen hatte, sich zu erklären. Du weißt selbst ganz genau, dass er sie mindestens genauso sehr liebt, wie sie ihn. Und ich denke, dass seine Gründe sein Verschwinden sehr wohl plausibel machen. Aber dieses Thema hatten wir doch schon so oft, Paloma.“, sagte Christian und sah sie ernst an. „Das hoffe ich für ihn. Du weißt, wie sehr sie ihn liebt. Und ich will nicht, dass es ihr durch eine Begegnung mit ihm noch schlechter geht als vorher.“, kam ihre Antwort. Nachdenklich sahen sich die beiden an, bis plötzlich das Telefon läutete.

Erschrocken schauten sie auf und Paloma ging ans Telefon „Greco“, meldete sie sich und hörte sogleich im Hintergrund das Gejauchze zweier Kinder. „Hallo Paloma. Hier ist Ingo.“
„Ingo, wie komm ich denn zu der Ehre?“, fragte Paloma und Christian sah sie fragend an. Das Ingo mal bei ihnen meldete, war eine echte Sensation. Es war äußerst selten, dass er mal anrief. „Oh, ich möchte euch eigentlich nur fragen, wie es Anna geht. Susanne sagte, sie wirkte heut am Telefon sehr traurig. Also noch trauriger als sonst“, sagte Ingo bedrückt. „Christian war grad bei ihr und sie wirkte wohl fast so wie immer. Wie es ihr jetzt in dem Moment allerdings geht, weiß ich nicht so genau“, sagte Paloma und sah ihren Freund nicken. „Aha, was soll das heißen? Kennst du den Grund, warum es ihr jetzt anders gehen sollte?“, fragte Ingo am anderen Ende leicht verwirrt. „Ja sicher und du kennst ihn auch.“, antwortete sie. „Na, spuck´s aus“, sagte er etwas ungeduldig. „Also, es gibt da einen Mann. Knapp eins achtzig groß, blaue Augen, blonde Haare. Sieht fast aus, wie deine Enkelsöhne, könnte man sagen. Und eben jener Mann stand heute Morgen anscheinend vor der Haustür deiner Tochter.“, antwortete Paloma betont locker und machte sich schon mal auf den großen Knall gefasst. So nett und gemütlich Ingo meistens wirkte, so aufgebracht konnte er werden, wenn es um das Wohlbefinden seiner Töchter ging. Besonders seiner älteren Tochter. „WAS? Tom ist wieder da? Das glaub ich ja nicht. Was fällt dem Kerl eigentlich ein?“
„Ich weiß es nicht. Ich hab nicht mit ihm gesprochen, sondern Christian“, sagte Paloma vorsichtig. „Na, dann gib ihn mir mal“, sagte Ingo und Paloma reichte den Hörer weiter. „Hallo Ingo.“

„Guten Tag, Christian. Was ist mit Tom? Was will er wieder in Berlin?“, fragte Ingo betont beherrscht. „Mit Anna sprechen und zu ihr zurückkehren, nehm ich mal an. Ich glaube, deine Tochter wird in kürzester Zeit wieder glücklich sein und du brauchst dir keine Sorgen mehr machen“, sagte Christian versucht beruhigend. „Pah, wenn der erst mal wieder da ist, dann geht das Theater doch erstrecht wieder los..." Kurz herrschte Stille zwischen ihnen. "Ich denke, wir kommen morgen wieder zurück. Ich muss mir den Lump mal ordentlich zur Brust nehmen. Das darf doch alles nicht wahr sein“, rief Ingo. „Was? Das brauchst du nicht. Ich denke, die beiden bekommen das schon ganz gut alleine hin“, versuchte Christian einzulenken. „Nein nein, das muss sein. Wir werden heute Abend noch packen und morgen früh losfahren. Ich kann hier nicht noch drei Tage Urlaub machen, während in Berlin alles drunter und drüber geht.“, sagte er bestimmt. „Aber danke, dass ihr mir das gesagt habt.“ Christian schaute missmutig drein. Er hielt es für falsch, Tom eine neue Last aufzubürden und ihn wohlmöglich noch in die Ecke zu drängen. Aber Ingos Dickkopf konnte man nicht umstimmen. „Ja, okay. Aber bitte, versuche dich zu beherrschen. Und stör sie jetzt nicht, sie haben allerlei in Ruhe zu klären“, bat Christian. „Ja, ich versuch es. Ich werde jetzt auch nicht bei Anna anrufen, sie hat ein Recht zu erfahren, was er alles in der Zeit getrieben hat. Ich muss das jetzt erstmal sacken lassen. Und ich muss mit Susanne reden. Wir melden uns heut Abend nochmal. Mal sehen, wie dann die Lage ist. Tschüss Christian“, sagte Ingo und beendete das Telefonat „Ja, mach’s gut“ Christian unterbrach die Verbindung ebenfalls. „Hmm, wie immer kurz angebunden...Du, er will morgen wieder kommen." Er sah Paloma zustimmend nicken Ja, das ist auch gut so "Oh man, dann hat Tom den nächsten Brocken, den er zu knacken hat. Sein eigener Vater wird ihm schon einige Probleme machen, aber Ingo? Ich hab kein gutes Gefühl dabei“, sagte er nachdenklich. „Ja, aber findest du, dein Freund hat etwas anderes verdient?“ Tief in seinem Inneren wusste Christian, dass Tom alles, nur nicht das verdient hatte. „Nein, ich denke nicht. Aber, wollten wir nicht laufen gehen?“, lenkte er das Gespräch auf ein anderes Thema. „Ja, sicher. Ich bin schon umgezogen. Los ab, du hast fünf Minuten“, sagte sie und gab ihm einen Klaps auf den Hintern. „Zu Befehl“, sagte Christian, grinste und ging ins Schlafzimmer. Oh Himmel, jetzt wird’s ernst. Ich hoffe nur für dich, dass du alles richtig machst. Sonst gnade dir Gott, Tom Lanford.

*********************

„Komm, setzt dich hin oder willst du da stehen bleiben wie ein Zinnsoldat“, fragte Anna und deutete auf den Sessel, auf dem noch vor einigen Minuten Enrique gesessen hatte. Zögerlich setzte Tom sich. Er hatte keine Ahnung, wo er anfangen sollte. Tief atmete er ein. Anna, die sofort merkte, dass er sich verkrampfte, sah ihn aufmunternd an. „Möchtest du was trinken?“, fragte sie, weil sie spürte, dass er sich sammeln musste. Mensch Anna. Du bist einfach zu gut für diese Welt. Jetzt nimmst du sogar Rücksicht auf ihn, obwohl er dich verlassen hat. „Ja, bitte. Ein Glas Wasser wär nett“, sagte er und sackte wieder in sich zusammen. Er beobachtete sie ganz genau, als sie in der Küche nach einer Flasche Wasser und einem Glas griff, ehe sie wieder zurück kam. Allein diese Bewegungsabläufe kamen ihm so bekannt vor, dass er am liebsten in Tränen ausgebrochen wär. Das hab ich drei Jahre zurück gelassen. Anna setzte sich wieder zu ihm und schenkte ein. Sie betrachtete ihn kurz und sah ihn dann auffordernd an. „So Tom. Ich bin ganz Ohr“, sagte sie.

Tom nahm einen kräftigen Schluck, atmete ein letztes Mal tief durch und begann zu sprechen „Okay, dann sollte ich wahrscheinlich ganz von vorne anfangen.

Ich glaube, ich habe dir nie erzählt, wie lange ich Carla schon kenne?...“
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 02 2012, 18:43

Kapitel 7

„...Ich denke, es sind jetzt mittlerweile an die zehn Jahre. Wir hatten uns damals kennengelernt, als ich mich schon mit den Belangen LANFORDs beschäftigt habe und sie noch für ihre Eltern gearbeitet hat. Wir hatten damals ein richtig gutes Verhältnis, sind gemeinsam weggegangen, haben sehr viel Spaß zusammen gehabt und ich glaube, sie hatte sich in mich verliebt. Doch ich…ich hatte nach einiger Zeit nur Augen für eine Frau: Fanni. Ich hab Carla total vernachlässigt, hab gar nicht gemerkt, dass sie dadurch total verletzt wird. Ich hatte ab einem bestimmten Moment jeden Kontakt zu ihr abgebrochen, ohne es zu merken. Und dann, zwei Wochen vor meiner ersten Hochzeit, kam ein Brief von ihr, in dem sie mir viel Glück wünschte und schrieb, dass sie sehr traurig sei, nicht eingeladen worden zu sein. Ich las den Brief, wunderte mich kurz, dass sie sich noch an mich erinnerte und antwortete, dass sie auch eingeladen sei, wenn sie zum Tag unserer Hochzeit Zeit hätte. Hatte sie aber nicht. Ein paar Tage später bekam ich wieder einen Brief, in dem mir auf ganz ironische und fast beleidigende Weise zu meiner Hochzeit gratuliert wurde. Der Brief war ohne Absender und ich kannte die Schrift auch nicht, darum hatte ich ihn ohne nachzudenken weggeschmissen.

Während meiner Hochzeit gab es einen kleinen Eklat. Frank Müller, den Fanni während ihrer Jugendzeit kennengelernt hatte, tauchte sturzbetrunken auf unserer Hochzeit auf und pöbelte rum. Er wurde von der Polizei abgeführt und entschuldigte sich einige Tage später bei Fanni für sein deplatziertes Verhalten. In der Zeit mit Fanni sind wenig außergewöhnliche Dinge passiert. Ich hatte nur ein schlechtes Gewissen Carla gegenüber bekommen und sie bei uns in der Firma eingeladen. Doch sie hatte sich entschieden dagegen gewehrt. Heute weiß ich, dass es ihr besonders darum ging, dass ich jetzt glücklich verheiratet war, ein wunderbares Verhältnis zu meiner Familie hatte und LANFORD war auch sehr erfolgreich. Ich hatte alles, was sie nicht hatte, aber unbedingt haben wollte. Ich glaube, ab dieser Zeit begann die Eifersucht sie so zu verändern, wie sie heute schlussendlich ist. Ich habe durch mein Verhalten dazu beigetragen, dass sie bis heute so gefühlskalt und intrigant geworden ist…“

Anna schüttelte den Kopf. Nein Tom, du kannst doch nichts dafür, dass sie sich in dich verliebt hat und du diese Gefühle nicht erwidert hast. Das kommt jeden Tag aufs Neue in der Welt vor und trotzdem werden diese Menschen nicht so intrigant und böse. „Aber das ist doch nicht der Grund für dein Verschwinden?“, fragte sie vorsichtig, da Tom sehr in sich gekehrt wirkte, so als lebe er in seiner eigenen Welt.

„Aber nein, es ist nur ein Anfang meiner Vergangenheit, die meine, oder besser gesagt, unsere Zukunft von Anfang an bestimmte. Als ich nach meiner glücklichen Ehe Fanni für immer verloren hatte, brauchte ich einen Menschen an meiner Seite, der mich auffangen konnte, ohne dass ich ihn liebte und somit wieder die Gefahr bestand, dass ich verletzt würde. Und plötzlich war Carla wieder präsent. Ich liebte sie nicht, doch sie half mir auf ihre Art mit Fannis Tod umzugehen, wie ich es mir gewünscht hatte. Ich wurde immer gefühlloser zu allen Menschen, besonders zu Carla, der ich zwar einen großen Platz in meinem armseligen Leben bot, doch dieses Leben an meiner Seite entsprach nicht ihrer Vorstellung von einem glücklichen, liebevollen Zusammensein. Ihre Gefühle starben immer mehr ab, doch sie liebte mich immer noch, auch wenn diese Liebe langsam zum Irrsinn führte und sie krank machte. Aber sie hatte mich und ich glaube, dass ihr dies am wichtigsten war: zu wissen, dass ich sie als Frau an meiner Seite ansah, auch wenn ich ihr keine Liebe schenkte. Kannst du jetzt einige Dinge verstehen, Anna?“, fragte er und sah sie an.

Sie nickte. Sie kannte ja ihren Tom von früher, der an manchen Tagen so eiskalt und unberechenbar gewesen war, dass sie unzählige Male enttäuscht und verletzt weinend zusammengebrochen war. Doch sie hatte das Glück gehabt, dass er ihr sein Herz geöffnet hatte. Dass sie es geschafft hatte, ihn zu berühren. Dieses Glück hatte Carla nicht gehabt und Anna musste sich eingestehen, dass sie wahrscheinlich an ihrer Stelle ähnlich auf eine Frau reagiert hätte, die sich plötzlich in ihr Leben mit Tom schleicht und ihn ihr wegnehmen wollte. Ja, sie bekam ein gewisses Mitleid mit Carla, auch wenn sie sich das nie hätte vorstellen können.

„Doch, wer hätte das gedacht, da kam schließlich eine Frau in mein Leben, die mich veränderte. Wir hatten uns getroffen, Anna. Und ich denke, Carla spürte von Anfang an, dass dieses Kennenlernen unserer Beziehung den Garaus machen würde. Sie begann, Intrigen zu spinnen, sich auf eine Affäre mit Darcy einzulassen, um meine Aufmerksamkeit zu erregen, doch ich reagierte nur gleichgültig und trennte mich von ihr. Ich glaube, ab diesem Zeitpunkt hat sie mich, aber vor allem dich, gehasst. Sie sah, dass wir uns annäherten. Dass deine Beziehung zu Enrique nicht halten konnte, weil du nach wie vor in mich verliebt warst. Dass ich darüber unglücklich war und ihr nicht mit einer einzigen Träne nachtrauerte…“ Tom stockte und gönnte sich eine Verschnaufpause. Zu schwer war die Erinnerung an diese Zeit, die ihm fast seine Schwester genommen hätte. „Und plötzlich wurde Paule entführt. Wir dachten alle, es wäre David gewesen, um sich die Firma unter den Nagel zu reißen…doch es war Carla, die ihm geholfen hat und die den größten Vorteil aus dieser Entführung zog. Sie hat alles in die Wege geleitet: den Überfall auf sie und Paule, sodass es so wirkte, als sei sie ebenfalls ein Opfer, dieser schmierige Typ, der die Drecksarbeit erledigte, der Kredit über zwei Millionen Euro und die ominöse Firma, an die wir Anteile verkauft hatten. David war nur Mittel zum Zweck. Doch Carla sah darin endlich ihre Chance, sich an mir zu rächen.“

Geschockt sah Anna ihren Gegenüber an und das eben noch aufkommende Mitleid für Carla entwickelte sich in blanke Wut. Dieses Miststück. Wie konnte sie es wagen, so etwas zu tun? „Aber lässt sich da nicht mit den Lindenbergs reden? Ich meine, Bernd Lindenberg ist ein sehr seriöser Geschäftsmann und ein sehr netter Mensch. Wenn er wüsste, wie seine Tochter ihnen zu den Anteilen verholfen hatte, könnte man doch versuchen, mit ihm zu verhandeln, oder nicht?“, fragte sie mit vor Wut zitternder Stimme.

„Ja, Anna. Das könnte man versuchen. Aber ich bin noch gar nicht zu Ende mit meiner Geschichte. Nach der Entführung und deiner Trennung von Enrique beobachtete sie uns beide ganz genau. Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir beide uns wieder näher kommen würden“, sagte er leise und lächelte. Anna konnte diesem Lächeln auch nach so langer Zeit nicht widerstehen und lächelte zurück. „Also plante sie ihren nächsten Feldzug: sie nahm Kontakt zu Frank Müller auf. Ich habe während meiner Zeit im Ausland mit der Hilfe von einigen Anwälten und Detektiven, denen ich vertrauen konnte, herausgefunden, dass die beiden schon immer Kontakt zueinander hatten und dass sie wusste, dass er eine Frau an seiner Seite hatte, die Fanni unglaublich ähnlich sah. Er schien sich wohl quer zu stellen, da er nicht schon wieder eine Frau verlieren wollte, die er dann an meiner Seite sehen musste, aber Carla bot ihm wohl das nötige Geld, dass er sich schlussendlich breitschlagen ließ. Sie glaubte somit, sie würde zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: sie bringt uns auseinander und kann mich ganz nebenbei mit Sandras Hilfe wie eine Weihnachtsgans ausnehmen. Ich glaube, die drei hätten nach der Unterzeichnung des Ehevertrags nicht lange gefackelt und mich bei Seite geschafft“

Bestürzt riss Anna die Augen auf. Sag bloß sowas nicht, dachte sie und spürte, wie ihr ein kalter Schauer nach dem anderen über den Rücken lief. „Carla hat wirklich alles versucht, um uns zu zerstören?“, fragte sie mit bebender Stimme und griff nach seiner Hand. Und ich hab während dieser ganzen Zeit ohne Tom mit dieser Person zu tun gehabt.

Dankbar nahm Tom diese Geste an und streichelte sanft über ihren Handrücken. „Ja und wärst du nicht so hartnäckig gewesen, hätte sie es dank meiner Dummheit und Blindheit auch geschafft.
Nachdem dieser Plan gescheitert ist, schienen die drei einen neuen Plan zu entwickeln: den Diebstahl des Malewitschgemäldes. Das du dabei mit hinein gezogen wurdest, war glaub ich nur ein Zufall, aber in Carla schien ein neuer Plan zu reifen…“

„Du meinst, sie wollte uns auseinanderbringen, indem sie mir etwas antut?“, fragte Anna fassungslos und langsam begriff sie die Zusammenhänge für Toms Verschwinden.

„Ja. Kurz nach der Entführung bekam ich einen Brief, in dem stand, dass ich gut auf meine Frau aufpassen solle. Ich hatte dir diesen Brief nicht gezeigt, weil ich es für unwichtig ansah und wir sowieso mit anderen Dingen beschäftigt waren. Ich nahm ihn nicht ernst. Doch es kamen immer wieder ähnliche Briefe, die mich stutzig machten. Aber ich wollte dich nicht beunruhigen und sagte nichts“
Anna konnte sich erinnern, dass er kurz vor seinem Verschwinden oftmals in sich gekehrt und nachdenklich gewirkt hatte. „Darum warst du also manchmal so komisch.“

„Ja. Drei Tage vor meinem Weggang kam dieser Brief hier“, sagte Tom, kramte in seiner Jackentasche und hielt ihr auffordernd einen Umschlag hin. Anna nahm ihn entgegen und öffnete den Brief. In ihm befanden sich ein Zettel und ein Bild. Geschockt betrachtete sie Letzteres. Sie war zusammen mit Paloma und Nina auf diesem Bild zu erkennen. Sie saßen in einem Café und schien sich prächtig zu amüsieren, sie selbst klatschte gerade vor Freude in die Hände und Anna erkannte, dass sie ihren Ehering an der rechten Hand trug: sie war also schon mit Tom verheiratet gewesen. Doch was sie schockte war, dass ihr Gesicht eingekreist war und sie sich offensichtlich in einer Schusslinie befand. „Lies den Brief“, flüsterte Tom. Sie reagiert grad genauso wie ich damals, ging es ihm durch den Kopf. Ängstlich faltete sie den Brief auf. Sie ahnte, was sie lesen würde und ihr schlimmster Verdacht wurde bestätigt.

Hallo Tom,

Wenn du nicht willst, das deine süße, kleine Frau bald nicht mehr so albern durch die Gegend spazieren wird, wirst du dich innerhalb von drei Tagen verziehen und dich von ihr scheiden lassen. Ansonsten passiert das, was du hoffentlich unschwer auf dem Bild erkennst. Solltest du Kontakt zu ihr aufnehmen oder dich ihr in irgendeiner Weise nähern, ist die Süße tot.

Ich hoffe, du machst das Richtige. Wär ja schade um die Kleine.

PS. Ich hab dich immer im Auge, also komm nicht auf falsche Gedanken!


„Nein, das kann nicht sein“, flüsterte Anna und starrte auf den mit Computer geschriebenen Brief. Geschockt sah sie ihn an. „Darum…Oh Gott, Tom“
Mit tränenverschleierten Augen sah er sie an. „Mir war sofort klar, dass ich den Brief ernst nehmen musste, nach allem, was passiert war. Der Inhalt war eindeutig. Ich hatte sofort Kontakt mit einem befreundeten Anwalt in Köln aufgenommen und ihm alles erklärt, ohne natürlich Details zu benennen. Er hatte sich bereit erklärt, dass du die Unterlagen an seine Privatadresse schicken könntest, wenn du es nicht schaffst, sie selbst abzugeben. Er fragte mich zwar, warum ich die Ehe annulliere, wo ich doch so sehr an dir zu hängen schien, aber ich sagte nichts.“ Anna spürte, dass er die Fassung verlor und zog ihn in ihre Arme.

Schluchzend schmiegte er sich an Anna. „Ich konnte nicht zulassen, dass dir irgendwas passiert. Dass sie dir etwas antun würden“, wisperte er immer wieder und Anna kamen die Tränen. Sanft streichelte sie ihm über den Kopf und begriff, dass diese Zeit für ihn noch viel schlimmer gewesen sein musste, als für sie. Von ihr getrennt zu sein, irgendwo im Ausland zu leben, um nicht entdeckt zu werden. Ständig mit der Angst zu leben, dass ihr vielleicht doch noch etwas zustoßen würde. „Darum hast du dich nie bei mir gemeldet?“, fragte sie flüsternd, ihn immer noch im Arm haltend. „Ja. Ich hatte nur nach einiger Zeit mit Enrique Kontakt aufgenommen, um wenigstens etwas an deinem Leben teilzuhaben. So konnte mir niemand gefährlich werden, denn ich wusste, dass Carla meine Freundschaft zu Enrique immer egal gewesen war. Und als er mir dann auch noch sagte, dass du schwanger von mir bist und Zwillinge erwartest, wäre ich am liebsten zurück gekommen, aber das ging nicht. Ich musste erst herausfinden, welche Ausmaße diese ganze Geschichte noch angenommen hatte“, sagte er und bei den letzten Worten bemerkte sie, dass seine Stimme wieder kräftiger wurde. „Verzeihst du mir?“, flüsterte er in ihr Ohr. „Oh Gott, Tom. Es gab nie einen Moment, in dem ich wirklich böse auf dich war. Ich hatte durch deinen Brief gespürt, dass dir diese Trennung genauso viele Schmerzen bereitete, wie mir. Und ich wusste immer, dass du wiederkommen würdest. Außerdem gibt es nichts zu verzeihen“, flüsterte sie gleichsam zurück. Eher im Gegenteil, ich muss mich beim lieben Gott bedanken, dass ich solch einen wundervollen Mann an meine Seite bekommen habe.

Vorsichtig löste er sich aus dieser Umarmung und sah ihr in die Augen. Minuten schwiegen sie und waren in dem Blick des anderen versunken.

„Da gibt es noch etwas. Ich weiß jetzt, wer indirekt an dem Tod von Jonas beteiligt ist“, sagte Tom nach einiger Zeit...
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 02 2012, 18:43

Kapitel 8

„Sag bloß nicht, die hat ihre Finger auch da mit im Spiel?“, fragte sie und sah ihn nicken. Plötzlich spürte sie eine alte, schon fast vergessene Schwäche in sich. Sie hatte schon lange mit Jonas´ Tod abgeschlossen, aber jetzt zu erfahren, dass sie die Frau, die ihr dieses Unglück mit beschert hatte, schon so lange kannte und mit ihr zusammengearbeitet hatte, zog ihr beinahe den Boden unter den Füßen weg. „Ja, es waren Carla und Darcy. Und sie waren es auch, die Steve Welder ermordet haben“, sagte er und ergriff ihren Arm, um ihr ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Er sah, dass sich ihre Augen immer mehr mit Tränen füllten und wusste, dass er jetzt an der Reihe war, sie in die Arme zu schießen.

„Sie hat mir meinen Mann genommen. Sie hat mir das genommen, was meinem Leben einen Sinn gegeben hat. Und bei dir hätte sie es auch fast geschafft. Tom, versprich mir, dass wir sie bestrafen. Dass sie für alles zahlen wird, was sie jemals getan hat.“, schluchzte sie an seiner Schulter. „Versprich mir das, bitte“ Tom drückte sie fester an sich und Anna war unendlich froh, wieder den Schutz seiner starken Arme zu spüren. „Ja, mein Schatz. Wir werden alles aufklären. Ich habe alle Beweise, die wir benötigen.“, hauchte Tom in ihr Ohr „Versuch dich zu beruhigen, es wird alles gut“
Tom hatte genau damit gerechnet und hatte sich schon im Vorfeld überlegt, wie er Anna beruhigen würde. Und er spürte, dass ihm das auch gelang. Annas Schluchzen wurde leiser und ihr Körper zitterte nichtmehr so stark. Nach endlosen Minuten löste sie sich von ihm und hielt ihr Gesicht so dicht vor seines, dass sich ihre Nasenspitzen fast berührten. „Könntest du dir vorstellen, mich zu küssen?“, fragte sie und sah ein glückliches Leuchten in seinen Augen. „Ja, das könnte ich mir sehr gut vorstellen“, sagte er und grinste plötzlich schelmisch. „Dann tu es. Küss mich!“, forderte sie beinahe forsch.

Langsam beugte er sich vor und sah, wie Anna die Augen schloss. Sein Herz vollführte einen Trommelwirbel und er schloss ebenfalls die Augen. Ihre Lippen schmeckten etwas salzig von ihren noch nicht getrockneten Tränen, doch ihre unverwechselbare Süße setzte sich trotzdem durch. Oh Gott, Anna. Du schmeckst so gut, dachte er und küsste sie weiterhin vorsichtig, sanft und zärtlich. Er spürte plötzlich ihre Zunge und öffnete den Mund. Anna, oh wie sehr hab ich das vermisst, dachte er. Anna erging es nicht anders. So lange hatte sie sich nach diesem Moment gesehnt, dass sie einfach nicht genug kriegen konnte. Doch schließlich lösten sich die beiden schwer atmend voneinander und sahen sich in die Augen. Sie wussten beide, dass sie mehr wollten und dass dies auch in naher Zukunft passieren würde, aber nicht heute Nacht. Nicht so schnell. Denn auch wenn sich Anna nichts sehnlicher wünschte, wollte sie sich nicht wieder Hals über Kopf in eine Beziehung mit ihm stürzen. Sie ahnte, dass solch eine schwere Zeit einen Menschen sehr prägen musste und sie wollte ihn erst kennenlernen. Den neuen Tom. Und auch sie hatte sich verändert. „Später, Tom?“, fragte sie und sah ihn zustimmend nicken. „Später. Aber nicht allzu spät“, grenzte er ein und brachte Anna damit zum lachen.

Etwas umständlich löste sie sich von ihm und lehnte sich schließlich mit geschlossenen Augen zurück. Sie ließ alles noch einmal Revue passieren. Doch die Tränen, die sie erwartet hatte, bleiben aus. Was solch ein Kuss von dir doch alles erreicht. „Das ist alles etwas viel für dich, oder? Soll ich dich allein lassen?“, hörte sie Toms Stimme und öffnete die Augen. Wehe! „Auf garkeinen Fall! Du bleibst hier. Jetzt, wo ich dich wieder habe, kannst du doch nicht gehen“, sagte sie und schaute ihn vorwurfsvoll an. „Ich dachte nur…du wirktest so abwesend“, rechtfertigte er sich. „Man erfährt ja auch nicht jeden Tag solch schreckliche Dinge, oder?“, fragte sie und sah ihn zärtlich an. Sie erkannte, dass ihm etwas Wichtiges auf der Zunge lag, er aber nicht wusste, ob jetzt der richtige Zeitpunkt war, es auszusprechen. „Na, Tom. Was willst du mich fragen?“ Verblüfft schaute er sie an. „Sieht man das so deutlich?“, fragte er, immer noch überrascht. „Ich schon. Immer wenn du die Stirn so in Falten gelegt und mich ganz unschuldig beäugt hattest, hast du was im Schilde geführt. Also?“, sagte sie und musste über sein ungläubiges Gesicht schmunzeln. Tja, ich kenn dich halt zu gut, Tom.
„Naja, es ist eigentlich nichts Schlimmes. Ich möchte nur etwas über Euer Leben hier erfahren“ Anna sah ihn erstaunt an. Und ich dachte, jetzt kommt sonst was Schlimmes auf mich zu. „Und was?“, fragte sie. „Alles. Jedes noch so kleine Detail“, sagte Tom und sah, wie sie sich aufsetzte.

„Was willst du zuerst wissen? Hast du irgendeinen Wunsch?“, fragte Anna und sah in seine wunderbaren Augen, die plötzlich leuchteten. „Ja, ich würde gerne unsere Kinder sehen“, antwortete er.
Anna lächelte liebevoll und erhob sich schließlich. „Die beiden sind nicht hier, aber ich kann dir einige Fotoalben zeigen. Ich hab sie immer fotografiert, fast jeden Tag. Damit du jede kleine Veränderung erkennen kannst, wenn du die Bilder siehst. Meine Güte, waren die beiden immer davon genervt, still zu stehen. Auch wenn es nur für ein paar Sekunden war“, sagte sie und kam mit drei großen Fotoalben wieder zurück. Sie setzte sich neben Tom auf die Couch. „Hier, das ist das Erste“, sagte sie und gab ihm ein schönes, blaues Buch. Tom lehnte sich zurück. Anna betrachtete ihn und freute sich, dass er plötzlich so entspannt wirkte. „Kommst du zu mir?“, fragte er verunsichert und hob den Arm. Lächelnd schmiegte sich Anna an seine Brust. Sie schnupperte kurz und schloss genießerisch die Augen. Hmmm, du riechst immer noch so himmlisch wie damals, dachte sie und schaute auf, um ihm ins Gesicht sehen zu können. Ich hab mich schon wieder hoffnungslos in dich verliebt, Tom Lanford. „So, wollen wir anfangen?“, fragte sie, bevor sie vollends die Beherrschung verlor. „Ja“, kam seine Antwort und er schlug das Album auf.
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Di Jul 03 2012, 15:08

Kapitel 9

„…oh man, was hatten wir einen Spaß an diesem Tag. Die Männer waren natürlich nicht so begeistert gewesen, dass es zu meinem Geburtstag keinen Alkohol geben sollte, aber am Ende mussten sie dann doch zugeben, dass es eine der besten Feiern des Jahrtausends geworden ist“, sagte Anna und lachte lauthals. Tom beobachtete sie und ihm wurde warm ums Herz. Sie saßen jetzt schon knapp zwei Stunden auf dem Sofa und schauten sich die Bilder an. Anna hatte es sich nicht nehmen lassen, jedes Bild zu kommentieren. Dank ihrer Hilfe konnte er sich ein ungefähres Bild von den dreien als Familie machen. Auch hatte er herausgehört, dass die Freundschaft zu Paloma und Christian anscheinend zu einem wichtigen Rettungsanker in Annas Leben geworden ist. Er wusste, dass er sich bei passender Gelegenheit bei den beiden bedanken musste.
Diese zwei Stunden waren für ihn wie ein Wechselbad der Gefühle gewesen. Als er ganz am Anfang die Bilder gesehen hatte, die kurz nach der Geburt gemacht wurden, waren ihm vor Rührung und Traurigkeit die Tränen gelaufen. Erst da hatte er gespürt, wie sehr es ihn verletzte, nicht bei der Geburt seiner Kinder dabei gewesen zu sein. Das ist eigentlich die Pflicht des Mannes, seiner Frau in solch einer Stunde beizustehen. Immerhin ist er schuld an den ganzen Schmerzen, die sie zu erleiden hat. Bei anderen Bildern wiederum musste er sich ein lautes Lachen verkneifen. Anna hatte schon früh angefangen, die lustigsten Dinge mit ihnen anzustellen. Es war so schön, auf diese Bilder zu schauen und eine glückliche Familie zu sehen. Man hatte gar nicht das Gefühl, dass der Vater fehlen könnte, so glücklich sahen sie aus.
Auf anderen Bildern wiederum regte sich in ihm eine gewisse Eifersucht, wenn er Christian sah, der sich wie ein Papa um die beiden kümmerte. Er wusste zwar, dass er seinem Freund dankbar sein sollte, aber trotzdem konnte er dieses Gefühl nicht unterdrücken.

Plötzlich knurrte es und sein Magen zog sich schmerzhaft zusammen. Er hatte einen Bärenhunger und brauchte dringend was zwischen die Zähne. Anna sah erstaunt auf und lächelte „Hast du etwa Hunger?“, fragte sie und lächelte noch breiter. „Und wie. Ich hab einen riesen Kohldampf“, kam seine Antwort. „Hast du heute überhaupt schon was gegessen?“, fragte sie streng und zum ersten Mal fiel Tom auf, dass sie jetzt Mutter war. Solch ein Gesichtsausdruck in diesem Zusammenhang konnte nur von einer Mutter kommen. „Nein, Mami“, sagte er leise und grinste in sich hinein. „Na, dann sollte ich uns mal was Schönes kochen. Ich hab nämlich auch kaum was gegessen.“, sagte sie und erhob sich, um sich in die Küche zu begeben. Tom stand auch sogleich auf und folgte ihr auf Schritt und Tritt. „Du kochst? Hast du das denn gelernt“, fragte er frech und Anna drehte sich mit blitzenden Augen um. „Du wirst frech, mein lieber Freund. Mach nur so weiter, dann krieg nur ich was zu essen“, zischte sie und musste plötzlich über Toms verdutzten Gesichtsausdruck grinsen. „Tom, ich bin Mutter. Ich kann unseren Kindern doch keine Tiefkühlkost anbieten. Außerdem fand ich es ein bisschen armselig von mir, als Tochter einer so großartigen Köchin so miserabel zu kochen“

„Soll ich dir helfen oder kann ich mich ein bisschen umgucken in eurer Wohnung?“, fragte er und sah sie bittend an. Selbst wenn ich deine Hilfe benötigen würde, könnte ich diesem Blick nicht widerstehen. „Nee, Pasta krieg ich schon alleine hin. Ich ernähre mich meistens ungesund, wenn Ben und Max nicht da sind. Auch das braucht der Mensch ab und zu“, sagte sie, als sie seinen fragenden Gesichtsausdruck sah. „Naja, Pasta ist ja auch nicht soo ungesund“, sagte er. „Und du brauchst mich wirklich nicht?“
„Ich brauche dich immer, aber hierbei kann ich mich mal schweren Herzens von dir losreißen. Los, schau dich um. Wir haben nichts zu verbergen“ Lächelnd sah sie, wie er davon trottete und sich neugierig umsah. Tja, dann geh ich mal meinen Pflichten als Hausfrau nach.

Tom entdeckte immer wieder neue Kleinigkeiten. Details, die eine Wohnung erst gemütlich machten. Und sei es nur ein kleines Bild, das aufgestellt wurde oder ein Fleck Farbe an der Wand. Neugierig öffnete er die erste Tür und landete prompt in Annas Schlafzimmer. Das kann kein Zufall sein, dachte er und schmunzelte. Hübsch hübsch, ging es ihm durch den Kopf und er sah sich in dem geschmackvoll eingerichteten Zimmer um, bis sein Blick auf dem großen Bett hängen blieb. Das ist aber nicht für eine einzige Person bestimmt, dachte er und begann zu phantasieren. Doch ehe diese Phantasie überhand nehmen könnte, weckte er sich aus seinem Traum verließ das Zimmer. Wir haben alle Zeit der Welt, Tom. Also denk nicht nur an das Eine. Das war aber wirklich schwer. Um nicht weiter in dieses Terrain abzudriften, öffnete er die nächste Tür und seine Phantasien schlugen in eine ganz andere Richtung. Er war in einem Wohlfühlland für kleine Jungs angekommen und fühlte sich gleich wie zu Hause. Mensch Tom, du bist jetzt Mitte dreißig und kannst dich immer noch über sowas freuen, dachte er und betrachtete alles etwas genauer. Ahh, Bilderbücher. Und Kuscheltiere. Und Autos. Alles, was das Herz begehrt. Er schnappte sich ein Buch und ein Kuscheltier und ließ sich in einen der Sitzsäcke fallen. Hach, ist das schön, schwärmte er innerlich und seufzte selig.

Anna war fertig mit Kochen und Tisch eindecken und machte sich auf die Suche nach Tom. „Tom?“, rief sie, bekam aber keine Antwort. „Essen ist fertig“ wieder keine Antwort. Wo steckst du? Da sah sie, dass die Kinderzimmertür offen stand und sie lugte vorsichtig rein. Als sie Tom an ein Kuscheltür gekuschelt mit einem Bilderbuch in der Hand sah, was ihn anscheinend prächtig unterhielt, lächelte Anna glücklich. „Begeisterst du dich jetzt für Kinderlektüre“, fragte sie ganz leise, um den schönen Moment nicht allzu sehr zu zerstören. „Das ist wirklich spannend“, sagte Tom mit ehrlicher Begeisterung in der Stimme und Anna lachte, wofür sie sich einen vorwurfsvollen Blick einfing. „Das ist nicht witzig. Das ist schön“, sagte er und wirkte wie ein kleiner Junge. „Ich hab es ja gewusst. In jedem Mann steckt ein kleiner Junge. Und du wurdest auch nicht verschont“ Tom stand auf, immer noch das Kuscheltier im Arm. „Ist es so falsch, das Kind in sich zu bewahren?“, fragte er und sah sie mit leuchtenden Augen an. Wie hypnotisiert sah sie ihn an und schüttelte den Kopf. „Siehste. Wusst ich´s doch.“, sagte er und schien wieder bei seinem tatsächlichen Alter angekommen zu sein. „Gibt´s jetzt was zu essen?“ Endgültig aus ihrer Trance gerissen griff Anna nach dem Kuscheltier und legte es ab, um danach Toms Hand zu ergreifen und ihn zum Essentisch zu lotsen. „Setz dich“, forderte sie. „Das sieht aber gut aus“, sagte er bewundernd und hielt die Nase über seinen schon gefüllten Teller.

„Hmmm, riecht das gut“, sagte er und nahm einen Happen, auf dem er genüsslich kaute. „Und schmecken tut´s noch besser“, lobte er und grinste. „Na, das freut mich“ Der Rest des Essens verlief ohne ein Wort. Aber nicht, weil die beiden nicht wussten, was sie sagen sollten, sondern nur, weil sie ihr Essen so schnell wie möglich weghaben wollten, um sich anderen Dingen zu widmen. Als sie beide fertig waren, sah Tom sie abwartend an. „Was machen wir jetzt?“, fragte er nach einer Weile des „Einander- in-die-Augen-blicken“.
„Lass uns abräumen“, sagte Anna und erhob dich. „Ich hab da nämlich noch eine kleine Überraschung für dich“ Sofort wurde Toms Neugier geweckt und er schnappte sich die zwei Teller. Ha, das klappt also immer noch, überlegte sie und beobachtete ihn. Aber dieses Mal hab ich ja nicht geschwindelt. „Was ist es denn?“, platzte es aus ihm heraus. „Was ganz, ganz Schönes. Aber erst mal musst du hier klar Schiff machen“ Anna freute sich, dass die Operation „Tisch abräumen und Küche sauber verlassen“ bei Tom nur zehn Minuten dauerte. Tja, du bist halt der perfekte Mann.
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 09 2012, 14:30

Kapitel 10

„Komm mit, ich muss dir etwas zeigen“, sagte Anna, schnappte sich ihren Wohnungsschlüssel und nahm ihn an die Hand. „Na los“, forderte sie, als er sich nicht bewegte und sie neugierig musterte. „Was führst du im Schilde?“ Anna lächelte geheimnisvoll und stellte sich vor ihn. „Ich will dir einen Ort zeigen, der mir ganz allein gehört…und wenn du jetzt mitkommst, gehört er dir auch.“ Jetzt konnte Tom seine Neugier nichtmehr zügeln und setzte sich in Bewegung. „Okay, na dann“, sagte er, öffnete die Tür und wollte sich zum Hausausgang begeben, als Anna ihn zurückpfiff. „Na na na, Herr Lanford. Wo wollen wir denn hin? Hier geht’s lang“, sagte sie, während sie die Tür abschloss und deutete zu den Treppen. Tom trottete zurück und murmelte vor sich hin. Anna grinste. „Glaub mir, das wird schön. Hab ich dir gesagt, dass es recht viele Treppen sind und sie dazu noch recht steil gebaut wurden?“, fragte sie und Tom sah sie an. „Das haben Altbauten meinst an sich. Aber warum die Warnung? Traust du mir nicht zu, Treppen zu steigen?“, fragte er und trat ganz nah an sie heran. „Oder seh ich schon aus wie ein lahmer Opi?“ Nee, ganz im Gegenteil, dachte Anna und betrachtete seinen Körper sehnsüchtig. Und wenn, dann wirst du bestimmt ein ganz süßer Opi. „Na, wo wir das geklärt haben, können wir ja wohl endlich hoch, oder nicht?“ Gemeinsam machten sie sich auf den Weg.

„Sag mal, willst du mit mir aufs Dach oder was?“, fragte Tom und war schon ein wenig aus der Puste. „Mensch, du bist ein Blitzmerker.“ Anna grinste und schloss dir Tür auf, die sie beide zur Dachterrasse führen sollte. „Hier, mein kleines, halbes Paradies“, sagte sie und schaute ihm in die Augen. „Wenn du willst, kannst du die andere Hälfte haben, was somit ein ganzes Paradies für uns beide ergeben würde“ Tom sah sich wie gebannt um und hörte gar nicht richtig zu. Wow, ist das schön hier. Er erkannte sofort, dass Anna hier alles selbst gemacht hatte. Die wunderschöne Sitzecke, die mit ihren vielen Decken und Kissen gerade dazu einlud, sich einzukuscheln, die zwei Liegestühle, um die Sonne genießen zu können, das süße kleine Tischchen, an dem man sich nach einem anstrengenden Tag bestimmt ganz gemütlich mit einem Gläschen Wein zusammensetzen konnte…einfach alles. Und außerdem war ihre Aura hier so präsent, dass dieser Ort nur ihr gehören konnte. Plötzlich hörte er einen Schlüssel klingeln und sah zu der kleinen Frau, die noch immer neben ihm stand. „Hier. Dein Schlüssel. Hier kannst du dich immer zurückziehen, wenn du mal deine Ruhe brauchst. Und glaub mir, bei zwei Kindern und einer störrischen Frau wirst du diese Ruhe manchmal bitter nötig haben.“ Gerührt nahm Tom den Schlüssel entgegen, küsste ihn kurz und steckte ihn in seine Hosentasche. Dabei hielt er Annas Blick die ganze Zeit mit seinem fest und nach einer Weile räusperte sie sich. „Wollen wir uns nicht setzen?“, fragte sie und deutete auf die vielen Kissen und Decken. „Das gehört ja jetzt auch alles mir, oder?“ Anna nickte und fragte sich, was nun wieder kommen würde. Plötzlich grinste er wie ein kleiner Junge, holte die Luft und rannte jubelnd auf die Sitzgruppe zu, nur um sich dann mit offenen Armen in das Gewühl zu stürzen. Anna beobachtete ihn und lachte lauthals los. „Ach ja, das Kind in sich bewahren. Ich hoffe, du machst das jetzt nicht jedes Mal“, sagte Anna und folgte ihm, aber nicht ganz so stürmisch. „Ich hab gelernt, in schönen Momenten das Leben einfach zu genießen. Und da ich gerade so glücklich bin, dass ich alles und jeden umarmen könnte, musste ich das tun. Oder hältst du mich jetzt für bekloppt?“, fragte er und sah sie unschlüssig an. „Überhaupt nicht. Ich hab es schon immer geliebt, wenn du dich hast gehen lassen. Außerdem ist es für mich doch ein zusätzlicher komischer Effekt unserer Beziehung“ Tom sah sie erstaunt an. „Haben wir denn schon wieder eine Beziehung?“, fragte er leise. Anna sah zu ihm und hielt die Luft an. „Naja, ich weiß nicht. Ich hoffe nur, du tust sowas nicht in aller Öffentlichkeit. Das wäre mir dann doch ein bisschen peinlich“, antwortete sie nach einiger Zeit. „Tom, ich wünsche mir nichts mehr als eine Ehe mit dir. Wir beide, zusammen mit unseren Kindern als Familie. Aber dazu muss ich dich erst wieder kennenlernen, meinst du nicht auch?“

Tom nickte zustimmend. Ihre Wünsche deckten sich haargenau mit seinen und er konnte es eigentlich gar nicht mehr erwarten, diesem Wunsch nach Ehe- und Familienglück nachzugeben. Doch er wusste auch, dass das Glück noch lange nicht frei zu erhalten war für ihn. Anna verstand ihn, das war schon immer so gewesen. Aber was war mit seinem Vater? Mit Paule? Luca? Seine restlichen Freunde, außer Enrique? Annas Eltern? Und natürlich seine Kinder, die er noch gar nicht kannte. Er hatte eine Heidenangst davor, vor ihnen zu stehen und von ihnen vielleicht doch nicht als Vater akzeptiert zu werden. Er wusste, dass Christian für die beiden in der ganzen Zeit fast den Vater ersetzt hatte. Würden sie ihn so einfach als ihren Papa ansehen? Und außerdem habe ich mich ja wirklich mit der Zeit verändert…und Anna sicher auch. Sie wussten noch so wenig voneinander. Da konnten sie sich doch schlecht schon wieder als Liebespaar ansehen. Andererseits brauchte er Annas Rückendeckung für alles, was noch folgen würde. Und die wollte er von ihr nicht als Freundin, sondern als Frau bekommen.

„Ich denke, wir sollten die vergangenen drei Jahre schnellstens aufholen, oder?“ Anna nickte. Ja, so schnell wie möglich, sonst verlier ich noch den Verstand. Ich brauch dich nämlich an meiner Seite. Du bist so wichtig für mich, wie die Luft zum atmen. „Ich möchte gerne alles über dein Leben in den letzten Jahren erfahren“, sagte sie und merkte, dass sie fast den gleichen Wortlaut benutzt hatte, wie Tom noch vor über zwei Stunden. Tom schien es auch zu merken und fragte mit hochgezogener Augenbraue: “Und was?“, und sah sie mit großen Augen an. „Alles. Jedes noch so kleine Detail“, sagte sie und lächelte. „Und was willst du zuerst wissen? Wo soll ich anfangen?“ Anna sah ihn an und lehnte sich in die Kissen. „Am besten ganz am Anfang…“
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 09 2012, 14:33

Kapitel 11

„Ich wusste am Anfang meiner Reise gar nicht, was ich machen sollte. Ich bin als erstes zu Timon Bäcker, den Anwalt aus Köln, gefahren. Ich hab mit ihm über die Scheidung gesprochen und alles weitere veranlasst…es war so unendlich schwer, Anna“ Mit einem unfassbar gequälten Gesichtsausdruck sah er sie an und sie wusste, dass er genauso gelitten hatte wie sie. „Ich hatte solch ein schlechtes Gewissen, wegen meines Briefes. Ich konnte einfach nichtmehr…“ Traurig sah Anna ihn an. „Mir ging es genauso. Ich habe noch nie solch einen Brief in den Händen gehalten. Einerseits voller Schmerz und Verzweiflung, andererseits so voller Liebe. Es war grässlich. Dieser Abend sollte so wundervoll werden. Ich hatte mir das alles so schön ausgemalt: wir zwei zusammen auf der Couch, bei romantischem Kerzenschein. Weißt du, ich hatte an dem Tag erfahren, dass ich schwanger bin und wollte dich überraschen“ Bestürzt sah Tom sie an. Oh nein, das ist ja schrecklich. „Es tut mir so leid Anna. Hätte ich das gewusst, hätte ich dich einfach mitgenommen. Aber ich dachte, dass ich dich nicht einfach so aus deinem Leben reißen und in Gefahr bringen konnte. Und außerdem hatte ich die Hoffnung, nur ein paar Wochen, höchstens drei Monate weg zu sein“, sagte er und schaute in ihre Augen, die ihn gespannt ansahen. „Was hast du danach gemacht?“

„Als ich nach ein paar Tagen in Köln keine weiteren Drohungen bekommen hatte, wusste ich, dass Frank erstmal beruhigt war. Es war mir immer klar gewesen, dass er es sein musste. Ich hatte ihm, nach seiner Meinung, seine Frau weggenommen, obwohl das mit Fanni und ihm nie eine Liebesbeziehung gewesen war und jetzt wollte er sich an mir rächen. Im Grunde sind Carla und er sich unglaublich ähnlich…aber zurück zu mir. Ich bin weitergereist. Zuerst zu einem Freund nach New York, der Carla schon kannte und schon so manches Problem für mich gelöst hatte. Ich bat ihn, alles über Frank und Sandra herauszufinden, jede noch so kleine Kleinigkeit. Frag mich nicht, wie er das geschafft hat, aber nach zwei Wochen hatte er mir die Fakten auf den Tisch gelegt; Frank und Carla hatten schon seit Beginn meiner Beziehung zu Fanni Kontakt. Wie das kam, weiß ich nicht aber mir war ab dem Moment klar, dass ich nicht nur zwei Feinde hatte, sondern noch eine, die wahrscheinlich mittlerweile so krank war, dass auch du nichtmehr sicher warst. Ich begann daher zu überlegen, doch Kontakt zu dir aufzunehmen. Aber ich kannte ja dich und den Buschfunk in der Firma. Carla hätte das spätestens am nächsten Tag erfahren. Ich entschloss mich, so schnell wie möglich Kontakt zu Enrique aufzunehmen, um zu wissen, ob mit dir und den anderen alles okay war. Ich wurde nie daran gehindert, vielleicht stand ich auch nicht unter Beobachtung, keine Ahnung. James half mir jedenfalls, etwas mehr aus Carlas Leben herauszufinden und ich war geschockt, was sie auch schon vor unserem Kennenlernen alles verbockt und getan hatte. Dass sie schon seit dem Jugendalter einen Menschen auf dem Gewissen hatte“ Tom machte eine kurze Pause, um Luft zu holen. „Sie hatte ihren Bruder Andreas ermordet oder besser gesagt im Affekt tot geschlagen. Es gab anscheinend einige stichhaltige Indizien, die dafür sprachen, doch sie schaffte es, den zuständigen Kommissar zu schmieren und den Verdacht auf Nina, ihre beste Freundin, zu lenken“ Dieses kranke Miststück. Und Nina leidet bis heute darunter, weil sie immer noch denkt, sie wäre das gewesen. „Aber wie kann man sowas alles herausfinden? Das ist doch alles schon solange her“, fragte sie leise und sah Tom mit den Schultern zucken.

„Das weiß ich nicht. Das muss solch ein großes Netzwerk sein, überall auf der Welt. Die einzelnen Instanzen haben ihre Spezialgebiete und müssen einander vertrauen, denk ich und ich glaube, nicht jeder Schritt ist legal. Ich hab aber schon mit einem Anwalt gesprochen, der sich mit dem deutschen und internationalen Recht bestens auskennt: meine gesammelten Beweise werden vor dem Gericht anerkannt.“, beruhigte er sie, als sie schon Luft holte, um ihn auf die Gefahr hinzuweisen, doch nicht alles aufklären zu können. „Wir könnten nur ein Problem haben. Ich habe zwar einen wunderbaren Zeugen gefunden, dank eines Anwaltes in Tibet, doch er ist noch gefährlicher als Carla. Und du kennst ihn auch, Anna.“ Verständnislos sah sie ihn an. „David Darcy ist mein Zeuge. Ja, er lebt“, beantwortete er ihre nicht gestellte Frage. „Aber wie? Ich dachte, er hätte diese Explosion damals nicht überlebt! Wurden nicht sogar seine übersterblichen Reste gefunden?“ „Ja, es wurden welche gefunden, aber es war niemals hundertprozentig sicher, dass dies David war. Er war es auch nicht, es war ein Klient. Er hatte wohl einen Anflug von sozialem Denken gehabt und den armen Mann mitgenommen…und du siehst, was passiert, wenn David Darcy mal seinen Sozialen kriegt: du überlebst nicht lange und wirst in der Luft zerfetzt“, sagte Tom sarkastisch. „Er hatte es wohl geschafft, sich auf dieser Landstraße zu verflüchtigen und ist bei einem alten Bauernpärchen gelandet, das alles versucht hatte, um ihn ohne ärztliche Hilfe durch zu kriegen…ich glaube, das sind die einzigen Menschen, denen er in seinem Leben wirklich für etwas dankbar ist. Er schien schon zu ahnen, dass es erstens Carla gewesen war, die ihn in diese Situation gebracht hat und dass er zweites nichtmehr lange leben wird. Doch er will sie ans Messer liefern, er will sie leiden sehen und sie soll alles verlieren. Und das ist der Grund, warum er bis heute überlebt hat und mir helfen will. Er hat solch gute Informationen über Carla, die das Gesamtbild in das rechte Bild rücken würden. Mit seiner Aussage würde sie wahrscheinlich noch ein paar Jährchen länger bekommen“ Anna sah ihn nachdenklich an und nickte. „Aber einem David Darcy sollte man niemals vertrauen. Schon gar nicht, wenn soviel auf dem Spiel steht“, überlegte sie und sah Tom zustimmend nicken. „Aber wie hat er es geschafft, ohne einen Arzt? Ich meine, Pflege einer alten Frau hin oder her, aber nach solch einer Explosion ist man doch verbrannt. Und wie ist er nach Tibet gekommen?“

„Du hast recht, das habe ich mich auch gefragt. Aber ich glaube, die alten Menschen wissen durch den Krieg damals immer, wie sie einen Menschen am Leben erhalten können. Und Tibet? Ich glaube, er ist mit einem gemieteten Jet dahin gekommen. Außerdem ist er gar nicht mehr zu erkennen. Er hat zwar versucht, sein Gesicht wieder regenerieren zu lassen, doch die Wirkung ist nur minimal. Sein Gesicht ist nach wie vor verbrannt.“ Tom überlegte weiter, was sollte er noch erzählen? „Ich bin also von einem Informanten zum nächsten gereist, die mir alle nichts Neues über Carla erzählen konnten. Aber als ich dann David sah und mich nach langem Zögern mit ihm unterhielt, merkte ich, wie tief verletzt er durch Carlas Handeln ist. Ich glaube, sein Zustand hat ihn ein wenig geläutert…er würde vor einem deutschen Gericht auch alle seine eigenen Taten zugeben…ha, er hat ja auch nichts mehr zu verlieren“ Anna sah ihn wie gebannt an. „Und um das herauszufinden, hast du über drei Jahre gebraucht?“, fragte sie und bemerkte selbst, dass die Frage einen anklagenden Unterton hatte. Tom sah sie etwas verärgert an. „Was meinst du wie lange es dauert, bis die Personen dir vertrauen? Wie oft und intensiv du mit ihnen sprechen musst? Wie lange solch eine Recherche dauert, wenn sie gut und aufschlussreich werden soll?“, kam seine etwas aufgebrachte Antwort und er sah er sie an. „Es tut mir leid. Ich weiß ja, dass das alles für dich sehr schwer war. War nicht so gemeint“, entschuldigte sie sich rasch und Tom beruhigte sich wieder. „Mit David hab ich am längsten verhandelt. Bis er mir einigermaßen vertraut hat und begann, was zu erzählen, musste ich meinen Standpunkt schon fast ein halbes Jahr verteidigen. Der Kerl ist wirklich unglaublich“ Verächtlich sah Tom zu ihr und schüttelte sich leicht. „Und ich musste Bernd Lindenberg sprechen und ihn von meinen Beweisen überzeugen. Was mir auch letztendlich gelungen ist“, fuhr er fort und Anna schien ein Licht aufzugehen. „Ach, daher hat er Carla auf so komische Weise aus LANFORD rausgezogen. Hast du mit ihm gesprochen, ob ihr die Anteile zurück bekommen könntet?“, fragte sie ihn.

„Ja, und er würde sich auf einen Deal einlassen. Aber erst, wenn Carla verurteilt wird. Du hattest vorhin wirklich recht: er ist ein seriöser Geschäftsmann und ein sehr netter Mensch. Und dass sie seinen Sohn auf dem Gewissen hat, wird er ihr niemals verzeihen können. Ich habe ihn aber erstmal gebeten, nichts zu sagen und mich am Ende noch zu verraten…“ Tom verstummte kurz und schien nachzudenken. „Und du bist die ganze Zeit unterwegs gewesen?“
„Ja, ich bin die ganze Zeit um die Welt gereist. Zuletzt war ich in Moskau, um eine alte Freundin zu besuchen, die mit uns zusammen studiert hat. Ich hab gelernt, den Menschen, die man liebt und gern hat, das einfach mal zu sagen. Alena konnte sich noch an mich erinnern und hat sich wirklich gefreut. Ich darf sogar der Patenonkel ihres Jüngsten werden, den sie nach mir benannt hat“ „Warum denn das?“, fragte Anna und er glaubte, einen Anflug von Eifersucht herauszuhören „Weil sie sich so gefreut hat, mich wieder zu sehen. Der Kleine ist wirklich herzallerliebst. Das war eigentlich der einzig angenehme Part während der ganzen Zeit. Und ja, jetzt bin ich hier, bei dir. Und niemand kriegt mich hier jemals wieder weg, das versprech ich dir hoch und heilig“, schwor er und sah ihr in die Augen. Anna sah ihn gerührt an und nickte. „Ich werd auch nicht zulassen, dass du wieder gehst und uns alleine lässt. Du wirst uns jetzt immer an der Backe haben.“, sagte sie und lächelte. Mensch, du Abenteurer. Was du alles gemacht hast. Hast mit David Darcy verhandelt. Hoffentlich geht das gut.

„Was denkst du?“, riss Tom sie aus ihren Gedanken. „Das mein Mann ein Abenteurer ist. Das ist eigentlich etwas, was ich nie von dir erwartet hätte. Und du bist ein Held, genauso, wie ich es unseren Kindern immer wieder gesagt hatte.“, sagte sie und lächelte stolz. „Glaub mir, es war als Kind immer mein Wunsch, ein Geheimagent zu werden. Aber ich hab gelernt, dass es doch schöner ist, Geschäftsführer einer großen Modefirma zu sein und sich mit solch einem sturen Esel wie meinen Vater herum zuschlagen“ Anna nickte und schwieg eine ganze Weile, um die ganze Geschichte zu verdauen. Tom ließ ihr die Zeit und schaute sich etwas genauer auf der Dachterrasse um. „Wie hast du das eigentlich alles hier hoch bekommen?“, fragte er bewundernd, als sie aus ihrem Traum zu erwachen schien. „Ich habe hier nur zwei Fremde hochgelassen, um mir beim Einrichten zu helfen. Von unserer Familie weiß kein einziger, dass ich die Dachterrasse gemietet habe. Noch nicht mal Ben und Max haben was herausgefunden. Und glaub mir, sonst kriegen sie alles heraus, was Mama versucht zu verheimlichen…wieder eine Eigenschaft, die sie nur von dir haben“ Tom lächelte stolz. „Haben sie wirklich so viel von mir?“, fragte er begeistert. „Ja, vom Aussehen her, vom Charakter her, ja sogar von einzelnen Gesten her, bist immer du in ihnen zu erkennen. Selbst wenn ich versucht hätte, dich zu vergessen oder aus meinen Herzen zu verbannen, hätte ich das durch diese zwei zuckersüßen Kerle niemals geschafft. Ich hab´s aber nie versucht Tom, keine Sorge“, sagte sie verschmitzt, als er protestierend seinen Mund öffnen wollte.

„Ich möchte gerne über etwas Schönes reden. Lass uns David und Carla vergessen. Erzähl mir von Berlin. Von deinen Eltern und Paloma, Enrique, Christian, Nina und Luca“, bat er sie und öffnete die Arme, damit sie sich wieder einmal an ihn lehnen konnte. Anna lächelte und begann zu erzählen „Also: Nina und Luca haben vor zwei Jahren geheiratet und sie ist jetzt sogar schwanger“ Tom sah sie entzückt an. „Das ist ja schön…“ Und so redeten, lachten und scherzten sie Stunden weiter, als wäre nie Zeit vergangen.
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 09 2012, 14:38

Kapitel 12

„Magst du einen Wein?“, fragte Anna nach einer ganzen Weile und sah zu ihm auf. „Ja, gern. Wenn´s keine Umstände macht, die ganzen Treppen runter und wieder rauf zu gehen“, sagte Tom und lächelte. Anna lächelte liebevoll zurück und fragte sich, wie sie es nur so lange ohne ihn ausgehalten hatte. Sie war so oft hier oben gewesen, nachdem sie sicher war, dass die Kleinen schliefen und sie dank des Babyphons auch schnell wieder da gewesen wäre, wenn was passiert wäre und sie hatte jeden dieser Abende genossen, sich gut gefühlt. Der Ausblick auf die Stadt, die vielen Geräusche und die gemütliche Atmosphäre waren immer so gewesen, wie jetzt. Aber nun, da er diese Momente mit ihr teilte und sie seinen Körper spüren könnte, merkte sie, dass sie erst jetzt einen Ort vollständiger Entspannung gefunden hatte. „Du musst gar nicht runter gehen. Ich hab hier meinen kleinen Vorrat“, sagte sie frech und erhob sich. „Wer sagt denn, dass ich gegangen wäre?“, fragte Tom gespielt empört und verschränkte die Arme vor der Brust. „Na ich. Und was ich sag, wird gemacht. You knows?“ Anna griff nach seiner Hand und zog ihn auf die Beine. „Und nun komm. Du musst doch wissen, wo das Lager ist, wenn du mal den Drang hast, dich hier oben zu besaufen“ Bereitwillig ließ Tom sich zu einem großen Weinregal führen, welches trotz seiner Größe so gut versteckt war, dass man es erst bei zehnten Mal hingucken als Regal identifizierte. „Boah Anna. Muss ich mir Sorgen um dich machen? Solch ein großes Weinregal! Du verträgst doch kaum was oder hat sich das in der Zwischenzeit verändert?“, fragte er und lachte vergnügt. „Spott du mal. Hol mal lieber ein paar Gläser. Da, in dem Schränkchen“, beantwortete sie seine nicht gestellte Frage. Tom ging hin und öffnete es, um zwei Rotweingläser zu holen. Dann ging er wieder zurück zu Anna, die gerade angespannt auf das Weinregal stierte. Ganz dicht stellte er sich hinter sie, sodass sie seinen Atem hätte spüren müssen, wäre sie nicht so konzentriert gewesen. „Weiß oder Rot?“, fragte sie etwas lauter, immer noch in der Annahme, dass er etwas weiter weg stand.

„Rot. Lieblich“, hauchte er mit verführerischer Stimme und Anna zuckte zusammen. Ein warmer Schauer kroch ihren Rücken hoch, ihr Herzschlag verzehnfachte sich und ihr Herz zog sich vor Sehnsucht schmerzhaft zusammen. Wie kann man zwei Worte nur so erotisch aussprechen?, fragte sie sich und spürte, wie ihre Knie weich wurden und sie kurz davor war, rücklinks an seine muskulöse Brust zu sinken. Reiß dich zusammen, Anna. Wir wollten uns Zeit lassen, versuchte sie sich zu beruhigen und fand diesen Vorsatz von Sekunde zu Sekunde bescheuerter. „Also ich würd den nehmen“, sagte Tom unvermittelt und streckte sich ein wenig, um die Flasche herausziehen zu können. Anna beobachtete alles genau und sah durch den engen Pullover das interessante Spiel seiner starken Muskeln. Ich hab es schon immer geliebt, dass du diese Pullis trägst. „Was meinst du?“, fragte Tom ahnungslos und Anna sah zu ihm. „Lecker“, murmelte sie, ohne auf das Etikett zu gucken. „Fein, dann können wir uns ja wieder setzen“, sagte er und ging an ihrer Seite zurück. Als sie kurz zur Seite schaute und sein zufriedenes Lächeln sah, wusste sie, dass er das mit Absicht getan hatte. Das ist gemerkt, Tom Lanford. Ich werd mich mal bei geeigneter Zeit bei dir revanchieren, dachte sie etwas grimmig und musste dann aber trotzdem lächeln. Aber schön war es trotzdem.

Nachdem sie sich wieder gesetzt hatten, sah Tom sie fragend an. „Korkenzieher?“ Anna zeigte hinter ihn auf einen kleinen Beistelltisch. „Ah, da“, rief er aus, stellte sich hin und machte die Flasche ganz fachmännisch auf. „Soll ich eingießen?“, fragte er und Anna hielt ihm die Gläser hin. Lächelnd schenkte er ein, stellte die Flasche beiseite und setzte sich wieder hin. „Hmmm, der riecht gut. Was sagst du?“, fragte er und sah Anna nur zustimmend nicken. „Na dann, Prost“, setzte er seinen Monolog fort und stieß sein Glas sacht an ihres, sodass es klirrte. Nachdem beide einen Schluck getrunken und Tom einen anerkennenden Laut von sich gegeben hatte, schwiegen sie wieder. Plötzlich sah Tom, dass Anna leicht zitterte und hob die Decke. „Dir ist kalt. Komm her zu mir“, flüsterte er zärtlich und öffnete einladend die Arme. Obwohl sie sich vorgenommen hatte, ihn etwas schmoren zu lassen, konnte sie diesem Angebot nicht widerstehen und fand sich einige Sekunden später in seinen Armen wieder. Tom rutschte etwas nach unten und so kamen sie beide zum liegen. Anna, die mit ihrem Kopf an seiner Brust lehnte und eine Hand um seine Hüfte legte und Tom, der seine Arme schützend um ihren Körper geschlungen hatte. Schweigend sahen sie durch den leichten Schleier, der über sie gespannt war, in den Sternenhimmel. „Tom. Wir müssen heute nichtmehr reden, oder?“, fragte sie leise und entspannt. „Nein, das haben wir heute schon viel zu viel. Jetzt liegen wir hier einfach zusammen. Fast so wie früher“, kam seine sanfte Antwort und beide erinnerten sich, wie sie an manchen Abenden einfach stillschweigend beieinander gelegen und die Ruhe genossen hatten.

Anna schloss leise seufzend die Augen und ließ den Tag nochmal Revue passieren. So viele schreckliche Informationen an einem Tag waren schon sehr viel, die verarbeitet werden wollten. Aber trotz aller Schlechtigkeiten, die sie heute erfahren hatte, war es der schönste Tag nach drei Jahren gewesen. Du bist wieder hier und liebst mich immer noch. Ich liege grad in deinen Armen, nachdem du den ganzen Tag bei mir gewesen bist, dachte sie und noch immer kam ihr dies wie ein Traum vor. Ja, es ist ein Traum, der wahr geworden ist. Tom ist wieder da. Und er ist immer noch so wunderbar wie damals…wenn nicht noch toller, dachte sie und seufzte erneut. Plötzlich horchte sie gespannt auf, als ihr sein Herzschlag bewusst wurde. Es war so vertraut wie eh und je und Anna konnte gar nicht glauben, dass sie noch vor vierundzwanzig Stunden alleine hier gelegen hatte. Er war schon wieder so präsent, dass es sie fast umhaute. Wie kann sich ein Mensch nur so schnell in einen geregelten Alltag einnisten, dass man das Gefühl hat, es wär nie anders gewesen, überlegte sie und lächelte. Sie merkte, dass sie langsam in das Land der Träume abdrifte. Kurz bevor sie sich ganz verlor, ging ihr ein Satz durch den Kopf, der ihr in den letzten Jahren immer in den Sinn gekommen war, kurz bevor sie einschlafen wollte. Ich liebe dich, Tom. Doch dieses Mal war es noch viel schöner, mit diesem Gedanken einzuschlafen, da sie in seinen Armen lag.

Schon seit über einer Stunde träumte Tom mit geschlossenen Augen vor sich hin und genoss Annas Nähe in vollen Zügen. Du fühlst dich immer noch so wunderbar an, dachte er und glitt mit seiner Hand vorsichtig an ihrer Seite entlang. Er spürte, wie sie sich leicht regte und musste lächeln. Bist also immer noch so kitzelig. Er öffnete seine Augen und sah, dass Anna tief schlummerte. Überrascht betrachtete er sie und ihn durchzog eine unbeschreibliche Wärme. Ich hab gar nicht bemerkt, dass du eingeschlafen bist. Aber hier können wir nicht bleiben, sonst erkältest du dich noch, mein Schatz. Als er daran dachte, dass er aus diesem kuschelig warmen Gewühl in die Kälte wechseln musste, brummte er leise. Aber die Gesundheit dieser kleinen, wunderhübschen Frau war viel wichtiger, als sein Bedürfnis nach Wärme. Vorsichtig begann er, sich von ihr zu lösen. Sofort knurrte sie unwillig, schlief aber weiter. Als er sich jedoch vollends aufrichten wollte, griff sie nach seiner Hand und zog seinen Blick auf sich. „Wo willst du hin?“, fragte sie total verschlafen. „Nach unten. Hier wird’s langsam schweinekalt. Wir wollen doch nicht erfrieren“, sagte er leise und zärtlich. „Ich mag nicht aufstehen. Trägst du mich?“, fragte sie und streckte die Arme nach ihm aus. „Aber gerne. Komm“, forderte er, beugte sich vor, damit sie ihre Arme um ihn schlingen konnte und hob sie schließlich hoch. Dann fischte er den Schlüssel aus seiner Tasche, löschte das Licht, schloss ab und machte sich mit seiner bezaubernden Fracht auf den Weg nach unten.

Die ganze Zeit beobachtete Anna ihn mit halbgeschlossenen Augen und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. Du bist so stark, schwärmte sie innerlich und genoss diese männliche Stärke in vollen Zügen. Als sie nach all den ganzen Stufen endlich vor ihrer Wohnungstür standen, fragte Tom sie nach dem Schlüssel. Fahrig holte sie ihn aus der Hosentasche und überreichte ihn, damit er aufschließen konnte. Als die Wohnungstür endlich hinter ihnen ins Schloss fiel, ging Tom schnurstracks auf das Schlafzimmer zu. „Den Weg findest du wohl immer“, murmelte Anna und schloss die Augen. Tom grinste, setzte sie vorsichtig ab und sie ließ sich gegen ihn sinken. Mensch, du musst ja müde sein. War wohl doch alles etwas zu viel heute. „Willst du so ins Bett gehen? Oder willst du dir noch was anderes anziehen?“, fragte er und spürte, dass sie sich von ihm löste. Langsam tappte sie zum Bett und zauberte unter der Bettdecke ein schönes, schwarzes und vor allem kurzes Nachthemd hervor. Wie gebannt betrachtete Tom sie, als sie begann, sich auszuziehen. Er zog scharf die Luft ein, als sie auch bei ihrem BH nicht Halt machte und er ertappte sich dabei, wie er sie anstarrte. Du stehst hier rum wie ein Spanner, dachte er sich, aber sie ist so wunderschön, seufzte er innerlich. Als sie endlich fertig war und sich ins Bett kuschelte, stand er immer noch unschlüssig da. „Komm zu mir“, seufzte Anna, „Und zieh das aus“, fügte sie hinzu und deutete auf seinen Pullover und seine Hose. Dieser Aufforderung musste er einfach nachgehen und kletterte kurz darauf, nur mit einer Unterhose bekleidet, unter die Decke. Anna drehte sich um und griff nach seiner Hand. „Komm zu mir“, bat sie erneut, ohne die Augen zu öffnen und zog ihn an sich. Zufrieden vernahm sie, dass er sich sanft an ihren Rücken schmiegte, ehe sie wieder einschlief. Überglücklich schloss Tom ebenfalls die Augen und genoss es, ihre wärmende Haut an seiner zu spüren. Ich liebe dich, mein kleiner Engel. Und ich bin dir so dankbar, dass du so bist, wie du bist, dachte er und folgte ihr kurze Zeit später in eine Welt, in der es nur sie beide gab.
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 09 2012, 14:53

Immer wieder toll, deine Geschichte. Schön, sie auf diese Weise nochmal lesen zu können Very Happy
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Staffi_94

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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 09 2012, 15:26

Mini_2010 schrieb:
Immer wieder toll, deine Geschichte. Schön, sie auf diese Weise nochmal lesen zu können Very Happy

Danke Mini, das freut mich, dass es immer noch gefällt. Ich hab jetzt ein bisschen Zeit, die Teile rein zu stellen...ich hab nämlich ne nette Sommergrippe. Und morgen muss ich nach HRO...ich freu mich ja. Naja, es klappt aber schon wieder mit dem Schreiben, auch wenn es mal was ganz neues, frisches.
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Staffi_94

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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 09 2012, 16:46

Kapitel 13

Am nächsten Morgen wachte Anna mit einem unbeschreiblich guten Gefühl am ganzen Körper auf. Sie hatte einen wunderschönen Traum gehabt, in dem Tom und sie mit ihren Kindern auf einer kleinen Wiese gepicknickt hatten. Ohne Stress, ohne Intrigen und Leid. Einfach nur der Genuss des Lebens, den man mit Menschen teilen durfte, die man unendlich liebte. Glücklich drehte sie sich um und griff auf die andere Seite des Bettes, in der Erwartung, Tom zu umarmen. Doch die Seite war leer, aber noch warm. Er musste also erst vor kurzer Zeit aufgestanden sein. Wo bist du?, fragte sie im Stillen, erhob sich und zog sich ihren Morgenmantel an. „Tom? Bist du noch da?“, rief sie laut und hörte plötzlich ein Klirren aus der Küche. „Ja, ich bin hier“, kam die Antwort und sie sah, dass er gerade die Gläser abwusch, die sie am vergangenen Abend auf der Terrasse haben stehen lassen. „Du warst schon oben?“ Er nickte nur und sie betrachtete ihn weiter. Als Tom fertig war, drehte er sich um und drückte ihr einen kurzen, sanften Kuss auf die Lippen. „Kann ich noch bei dir duschen gehen, bevor ich mich auf den Weg ins Hotel mache?“, fragte er und sah ihren verklärten Gesichtsausdruck. „Gerne. Bleibst du noch zum Frühstück?“, fragte sie und sah ihn so süß an, dass er ihr diesen Wunsch gar nicht abschlagen konnte. „Ja, sicher.“ Lange sahen sie sich in die Augen. „Kann ich dein Duschzeug benutzen?“, fragte er und sie schaute ihn verschmitzt an. „Ja, aber halt dich mit meinem Parfüm zurück, das könnte komisch wirken“, grinste sie. „Ist mir egal, Hauptsache, ich riech nach dir“, kam seine spontane Antwort und er ging ins Schlafzimmer, um sich auszuziehen.

Als Anna wenig später die Tür zum Bad klacken hörte, lief sie in einem Anflug von mädchenhafter Peinlichkeit ins Schlafzimmer und holte seine Sachen, damit er auch ja zu ihr kommen musste, um sich wieder anzuziehen. Oh Gott, Anna. Du bist manchmal so zum schämen, dachte sie und grinste. Da hörte sie plötzlich das Wasser rauschen und gab sich redlich Mühe, sich nicht vorzustellen, wie Tom seinen Körper einseifen und wieder abduschen würde. Oh Gott, ich brauche dringend ein paar Eiswürfel, sonst geh gleich zu ihm und ich weiß nicht, was dann passieren wird. Naja, eigentlich war das Problem, dass sie genau wusste, was passieren würde. Und dann kämen sie heute wahrscheinlich nie aus dem Bett. Als sie seine Sachen über den Stuhl gelegt hatte, begann sie, Kaffee zu kochen und den Tisch zu decken. Mist, jetzt hab ich keine Brötchen da…naja, Brot reicht auch. Total aus ihren Gedanken gerissen, hörte plötzlich, wie Tom die Dusche abstellte. Eine Minute später ging die Tür auf und er tapste zum Schlafzimmer. Sie hörte nur sein überraschtes „Hää?“ und gleich darauf Schritte, die zu ihr führten. „Hast du mein Sachen woanders hingelegt?“, fragte er und betrat die Küche, ein Handtuch vor seine Lenden haltend. Anna stockte der Atem und sie fiel fast in Ohnmacht. Du bist ja noch durchtrainierter, als vor drei Jahren, dachte sie und ihr lief das Wasser im Mund zusammen. „Gefällt dir, was du siehst?“, fragte er schnippisch und drehte sich um, damit sie auch seine nackte Kehrseite begutachten konnte. Und wie. Sie unterdrückte ein Seufzen. „Anna, Anna. Und ich dachte, aus dem Alter bist du schon raus. Benimmst dich wie ein hormongesteuerter Teenager, tse.“, sagte er gespielt empört und Anna lief rot an. Ach du S.cheiße. Wo ist das nächste Loch zum verschwinden? Himmel noch mal, ist das peinlich. Plötzlich hörte sie ihn leise kichern. „Ist nicht so schlimm, Anna. Ich hatte ja gestern auch das Vergnügen, dich halbnackt zu sehen. Als du dich umgezogen hast“, sagte er. Es amüsierte ihn unglaublich, dass sie das gemacht hatte und er überlegte, hier vor ihren Augen das Handtuch einfach fallen zu lassen und sich umzuziehen. „Wir sind dann also quitt?“, fragte sie und sah ihn nicken. „Dann geh mal ins Bad und zieh dich an!“ Um ihre noch immer vorhandene Verlegenheit zu überspielen, ging sie zum Anrufbeantworter und stellte erstaunt fest, dass gestern mehrmals versucht wurde, sie zu erreichen.

„Oh, drei Nachrichten“, murmelte sie und drückte den Knopf, um ihren AB abzuhören. Die erste Nachricht war von Paloma:

„Hallo Süße. Ich hoffe, dir geht es gut. Ich hab schon gehört, dass Tom wieder aufgetaucht ist. Ruf mich doch zurück, wenn du Zeit hast. Bis später, Paloma“

Woher weißt du, dass Tom wieder da ist?, fragte sich Anna und ließ den AB weiterlaufen.

„Hallo Mäuschen. Wir kommen morgen Nachmittag schon zurück. Paloma hat erzählt, dass Tom wieder da ist. Melde dich doch mal bei uns. Ich hab dich lieb, Tschüss“

Geschockt sah sie auf. Oh nee, bitte nicht. Das hat mir grad noch gefehlt. Papa mit seinen Schimpftiraden auf Tom. Die dritte Nachricht, wie sollte es anders ein, war von Ingo.

„Hallo Anna. Warum meldest du dich nicht bei uns? Was hat der Mistkerl schon wieder mit dir angestellt? Wir sind morgen gegen 14 Uhr da. Melde dich bitte! Wir machen uns Sorgen


Oh Papa, ich hab dir schon tausendmal gesagt, dass du nicht so von Tom reden sollst. Sie wusste, dass sie ihren Vater rausschmeißen würde, wenn er Tom in irgendeiner Weise beleidigen würde.

Plötzlich spürte sie eine Bewegung hinter sich und drehte sich um. Erschrocken sah sie Toms traurigen Gesichtsausdruck und ihr war sofort klar, dass er zumindest die letzte Nachricht mit angehört hatte. „Tom…es tut mir leid. Ich hab ihm immer gesagt, dass er nicht so über dich sprechen soll“, versuchte sie ihm zu erklären und stellte bestürzt fest, dass er noch deprimierter wirkte. „Naja, ich habe nichts anderes erwartet. Ich würde an seiner Stelle auch nicht anders denken, Anna. Es ist okay. Außerdem hoffe ich, dass er mir glaubt und meine Gründe verstehen wird“, sagte er leise und betrübt. “Das hoffe ich auch. Und ich werde immer zu dir halten, hörst du?“, sagte sie und lächelte aufmunternd.

Erfreut sah sie, dass er nichtmehr so traurig drein schaute und sie nahm ihn in den Arm. „Es wird alles gut. Das versprech ich dir“, flüsterte sie und fühlte sein Lächeln an ihrer Schulter. „Und jetzt komm was essen“ Gemeinsam gingen sie zum Frühstückstisch, doch nach diesem Erlebnis hatte keiner der beiden mehr einen rechten Appetit und sie tranken nur einen Kaffee. Nach einer Weile des Stillschweigens rang Tom sich endlich dazu durch, Anna die Frage zu stellen, die ihm schon die ganze Zeit auf der Zunge lag. „Was machen wir jetzt? Mit den Kindern?“, fragte er und Anna schaute auf. „Das geht mir auch die ganze Zeit durch den Kopf. Ich werde heute mit den beiden sprechen und versuchen, ihnen alles zu erklären. Ich glaube aber nicht, dass du sie heute schon sehen kannst“, sagte sie und sah in seinen Augen, dass er einerseits traurig und enttäuscht, andererseits aber auch erleichtert über ihre Aussage war. „Du brauchst keine Angst zu haben, Tom. Die beiden sind so gespannt auf ihren Papa, dass sie dich gar nicht mehr loslassen werden. Glaub mir, nach ein paar Stunden wirst du dir wünschen, ein paar Minuten Ruhe zu haben“ Tom schüttelte den Kopf. Nee, das wird nicht passieren. Ich hab mit den beiden so viel nachzuholen. Da reichen ein paar Stunden nicht. „Ich hoffe, du hast recht. Redest du mit deinem Vater, bevor ich das tun muss? Damit ich nicht gleich in die Höhle des Löwen spaziere?“, fragte er und sah erleichtert, dass sie nickte. „Natürlich. Rede du erst mal mit Bruno. Du willst doch heute zu ihm, oder nicht?“ Tom sah sie erstaunt an. „Ja, ich will mich nachher gleich auf den Weg zu ihm machen und danach, wenn das überhaupt möglich ist und er mich nicht killt… wollte ich noch kurz zu Fanni. Ihr ´Hallo´ sagen“ Anna lächelte ihn zärtlich und verständnisvoll an und nickte. Er roch plötzlich kurz an seinen Sachen und verzog die Nase. „Ich brauch dringend was Frisches zum Anziehen. Ich müffel schon ein bisschen“ Nein, das tust du nicht. Du riechst immer gut, auch wenn du dich nicht rasiert hast und dein wunderbares Aftershave fehlt, dachte sie und war wieder einmal in ihm versunken. Meinetwegen brauchst du nicht gehen und dich umziehen.

„Ich glaub, ich mach mich dann mal auf den Weg. Ich hab noch viel vor“, versuchte er sich betont locker zu geben, aber es gelang ihm nicht. Jetzt, nachdem mit Anna alles geklärt war, war seine nächste Herausforderung, die harte, sture Nuss Bruno Lanford zu knacken. Und sollte er ihn nicht verstehen oder ihm nicht verzeihen, wäre es für ihn fast genauso schlimm gewesen, wie eine Ablehnung von Anna. Aber ich schaff das…immer optimistisch denken, dann wird alles gut. Anna und Tom erhoben sich und etwas enttäuscht beobachtete sie ihn dabei, wie er seine Jacke anzog. „Sehen wir uns heute noch?“, fragte er an sie gewandt und schaute so lieb, dass sie jetzt schon Sehnsucht nach ihm hatte. „Ja, heute Abend in unserem kleinen Paradies?“ Sie sah Tom nicken und die beiden standen unschlüssig voreinander “Ich will nicht gehen“, quengelte er und Anna lächelte. „Ich will auch nicht. Aber was muss, das muss“ Schon wieder standen sie da und keiner der beiden wagte es, sich zu bewegen. Doch schließlich schüttelte Tom den Kopf und setzte sich in Bewegung. „Wir sollten nicht so viel Zeit verlieren. Umso schneller sehen wir uns dann wieder“, sagte er an der Tür und blickte zu Anna, die ihm gefolgt war. Er beugte sich zu ihr runter und küsste sie auf die Wange. „Bis heut Abend“, sagten die beiden gleichzeitig. Tom öffnete die Tür, beide warfen sich noch einen letzten zärtlichen Blick zu und dann ging er raus. Anna lehnte sich an die Wand und schloss die Augen. Oh Gott, war das gestern schön…und heute? Papa hat mit seinem doofen Anruf alles wieder kaputt gemacht. Sie wusste ja, dass er es nur gut meinte, doch trotzdem ärgerte sie sich über ihn.

Plötzlich klingelte es und Anna riss die Tür auf. Vor ihr stand Tom. „Ich hab hier noch was für dich“ Er hielt ihr einen Zettel hin. „Hast du eigentlich deine alte Handynummer noch?“, fragte er und sie nickte. „Gut, dann muss ich nicht bis heute Abend warten, damit ich endlich deine Stimme hören kann.“, sagte er und lächelte sie eine Weile an. „Gut, na dann geh ich mal“, murmelte er unschlüssig. „Tom?“ Sofort drehte er sich zu ihr und sah sie abwartend an. Lächelnd ging sie auf ihn zu, nahm sein Gesicht in ihre Hände und küsste ihn. „Ich liebe dich“, hauchte sie in sein Ohr, nachdem sie sich voneinander gelöst hatten und er erwiderte gleichsam ihre Worte. Lächelnd sahen sie sich in die Augen und dann verschwand Tom endgültig. Anna schloss die Tür und schaute auf den Zettel.

Damit du mich immer erreichen kannst.
In Liebe,
Dein Tom ♥


Lächelnd griff sie nach ihrem Handy, ignorierte die zehn Anrufe und SMS und speicherte seine Nummer ab. Danach packte sie den Zettel in ihre Geldbörse und machte sich auf den Weg ins Bad, um sich ebenfalls fertig zu machen
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Staffi_94

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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 09 2012, 16:55

Kapitel 14

Als Tom in seinem Hotelzimmer ankam, setzte er sich erschöpft auf einen der Sessel und schloss die Augen. Ingo hat ein Problem mit mir…und Papa? Schon wieder begann er zu grübeln und spekulieren. Aber es half einfach nicht: er musste sich seinem Vater und seiner Schwester stellen, um endlich wieder ein geregeltes Leben führen zu können. Zögerlich griff er in seine Jackentasche und fischte sein Handy heraus. Er öffnete seine Kontakte und scrollte unweigerlich zu Annas Namen. Soll ich sie anrufen? Nee, das bringt mich jetzt auch nicht weiter. Sehnsüchtig betrachtete er den Kontakt und ging schließlich weiter zu Enrique. Ja, dich könnte ich anrufen. Du wolltest ja sowieso wissen, wie es lief. Er drückte auf den grünen Knopf und wartete, dass sein Freund abnahm. „Vegaz“, ertönte dessen fröhliche Stimme am anderen Ende und Tom lächelte. „Hier ist Tom“, antwortete er und Enrique stieß einen erfreuten Pfiff aus. „Ah, Herr Lanford meldet sich auch mal wieder. Ich dachte schon, Anna hätte dich aufgefressen“, sagte Enrique frech und Tom hörte, dass er grinste. „Ja, hätte ich mich heute Morgen nicht zurückgehalten, wäre das auch passiert. Allerdings wäre das Auffressen dann auf beiden Seiten gewesen“ Enrique lachte laut. „Ihr seid mir zwei. Kaum seht ihr euch wieder, gibt es nur eine Sache, die euer Denken beherrscht!“ Tom knurrte leise. „Ist das nicht normal? Wir hatten beide seit drei Jahren nichtmehr das Vergnügen, die Freuden des Beischlafes zu genießen…da kann man doch ein bisschen ausgehungert sein, oder nicht?“, fragte er ironisch und Enrique lachte nur noch lauter. „Oh Gott. Hätte ich so lange keinen S.ex, ich glaube, ich würde als Zombie durch die Gegend wandeln“ Diesmal war es an Tom, lauthals zu lachen. Doch plötzlich wurde er ernst und auch Enrique spürte, dass sein Freund etwas Wichtiges wollte. „Könntest du bitte ins Hotel kommen? Ich möchte endlich reinen Tisch machen! Und da du in all der Zeit immer für mich da gewesen bist, sollst du auch nach Anna als Erster erfahren, warum ich weg war“, sagte er leise. „Ja. Ich bin in zwanzig Minuten bei dir.“ „Danke“

********************

Währenddessen hatte Anna sich fertig gemacht und ihren Eltern eine SMS geschrieben, dass alles in Ordnung sei, sie sich gut fühle und die vier ihren Kurzurlaub ruhig zu Ende führen konnten. Doch zurück kam nur Ingos Nachricht, dass sie schon längst auf dem Weg seien und zum genannten Zeitpunkt eintrudeln würden. Anna freute sich natürlich auf ihre beiden Jungs und ihre Eltern, aber sie hätte die restlichen zwei Tage gerne mit Tom allein verbracht und ihm geholfen, mit den Menschen in Berlin fertig zu werden. Aber es soll nicht sein…mal wieder ist alles noch komplizierter, als es unbedingt sein muss. Anna fluchte und pfefferte das Buch, das sie in ihrem Schoss liegen hatte und das sie auch nicht ablenken konnte, in den Sessel. Sie griff erneut zu ihrem Handy und war versucht, bei Tom anzurufen. Sie starrte auf seinen Namen und konnte der Versuchung letztendlich nicht widerstehen. Zu ihrem Verdruss war es besetzt. Mit wem du wohl grad redest?, fragte sie sich und öffnete eine SMS von Paloma, die sie vorhin einfach ignoriert hatte. Ach ja, ich sollte mich bei dir melden. Sie fragte sich kurz, ob sie Lust hatte und stellte erstaunt fest, dass ihr Innerstes nach einem Gespräch mit ihrer allerbesten Freundin schrie. Also rief sie an und schon nach dem ersten Freizeichen ging Paloma mit einem aufgeregten „Anna, endlich rufst du an“ ans Telefon. „Ja, es tut mir leid, dass es gestern nichts geworden ist, aber Tom und ich hatten sehr viel zu besprechen“, sagte sie und Paloma wusste, dass ihre Freundin grade in diesem Moment einen schwärmerischen Gesichtsausdruck aufgelegt hatte. Na, da schien ja wieder einiges gelaufen zu sein. „Aha und so, wie du klingst, brauchte er nur mit seinen schönen Augen zu blinken und du bist ihm wieder einmal verfallen“, antwortete sie und hörte ihre Freundin erbost schnaufen. „Nein, das stimmt nicht…zumindest nicht hundertprozentig. Was mir Tom erzählt hat, ist einfach unfassbar. Er hat mich gerettet, weißt du?“ Paloma horchte überrascht auf. Aha, er hat dich gerettet, indem er dir drei Jahre lang Unglück beschert hat? „Wenn du meinst…meiner Meinung nach war er einfach nur feige“ Jetzt spürte sie, dass sie einen Punkt bei Anna erreicht hatte, der sehr gefährlich für sie werden konnte. „Du kommst jetzt sofort her...und dann werde ich dir alles erzählen. Vielleicht änderst du dann endlich deine Meinung über meinem Mann“, rief diese wütend aus. „Ja gut, ich bin gleich da…“ Paloma wusste, dass sie ihrer Freundin in diesem Zustand nicht widersprechen sollte. Da hörte sie, dass Anna schon aufgelegt hatte.

Sie packte ihre Sachen zusammen und wurde von Christian überrascht, der plötzlich in der Tür stand. „Ich dachte, du schläfst noch“, sagte sie erschrocken und spürte, dass ihr Puls schneller wurde. „Wo willst du hin?“, fragte er noch ein wenig verschlafen. „Zu Anna. Sie will mir alles über Tom erzählen. Willst du mit?“ Christian schüttelte den Kopf und gähnte. „Nee, lass mal. Bei euren Frauengesprächen bin ich nicht so gerne dabei. Ich bleib hier und dusch mich. Kannst mir ja nachher alles erzählen, wenn du wieder da bist“ Paloma kam lächelnd auf ihn zu und küsste ihn kurz. „Das mach ich. Bis später“, sagte sie, als sie sich wieder voneinander gelöst hatten und war eine Sekunde später schon verschwunden.
Nur ein paar Minuten später kam sie bei Anna an und klingelte. „Ah, da bist du ja“ Anna schien sich wieder beruhigt zu haben und umarmte ihre Freundin sogar. „Es tut mir leid, dass ich eben so laut geworden bin. Aber du weißt doch, dass ich es nicht leiden kann, wenn du so über Tom sprichst. Zumal ich jetzt weiß, dass er das nicht verdient hat. Bitte, setz dich hin“ Die beiden Frauen gingen zur Couch und setzten sich nebeneinander. „Was hat Tom denn verdient?“, fragte Paloma vorsichtig und Anna sah sie an. „Das kannst du nachher selbst entscheiden“, sagte sie und begann, Toms Geschichte zu erzählen. Jede einzelne Kleinigkeit, die sie gestern von ihm erfahren hatte…

*******************

„WAS?? Das ist nicht dein Ernst, oder?“, fragte Enrique bestürzt und er sah seinen Freund mit großen Augen an. Er saß nun schon eine halbe Stunde in diesem Hotelzimmer und Tom hatte die ganze Zeit geredet. Er hatte ihm alles gesagt, ihm den Brief und einige Beweise gezeigt und Enrique wurde das Ausmaß der ganzen Geschichte bewusst. Das ist der Grund, warum ich nie mit Anna oder sonst wem reden sollte. Trotz seiner Bestürzung fühlte Enrique einen unbändigen Stolz in sich, dass Tom ihm so vertraute und mit ihm Kontakt aufgenommen hatte. Diese Tatsache stärkte noch einmal seine Sympathie und freundschaftliche Zuneigung für Tom. „Doch, Enrique. Das ist alles leider wahr. Hätte ich damals gewusst, was uns das alles bringen würde, hätte ich mich nie auf eine Freundschaft, geschweige denn auf eine Beziehung mit Carla eingelassen“, sagte Tom leise und Enrique schüttelte den Kopf. Als ob du was dafür könntest, dass diese kranke Person sich in dich verliebt hat und so durchgedreht ist. „Nein Tom, du kannst dafür gar nichts. Rede dir das nicht ein…aber sag mal, wie hat Anna das alles nur aufgenommen und verkraftet?“, fragte er und Tom lächelte. „Ich habe sie einfach im Arm gehalten und geküsst, nachdem ich ihr alles erzählt habe“, antwortete sein Freund und Enrique nickte verstehend. „Das klappt also immer noch bei euch beiden?“ „Ja, wie so vieles. Wir haben die ganze Zeit da gelegen und erzählt und gescherzt und gelacht. Es war so wie damals, fast noch viel schöner irgendwie. Und wir haben die Nacht zusammen verbracht“ Enrique fuhr hoch und schaute ihn perplex an. Tom verstand und grinste. „Wir haben nicht miteinander, aber beieinander in ihrem Bett geschlafen. Und als ich heute nach dem Duschen meine Sachen wieder anziehen wollte, hatte sie mir diese schon vorher stibitzt, um meinen nackten Adoniskörper bewundern zu können“, sagte er und musste lachen. „Ihr beiden. So verliebt und verspielt wie eh und je“, lachte Enrique mit. Es hat sich also nichts verändert zwischen euch, das ist sehr gut.

Sie schwiegen eine Weile, doch schließlich fragte Enrique: „Was willst du jetzt tun?“ Tom verspannte sich plötzlich und bekam rote Ohren. „Ich möchte zu Bruno und Paule.“ Enrique nickte und ergriff seine Hand. „Dein Vater ist böse auf dich, aber ich weiß, dass er dich schrecklich vermisst. Er hat zwar jetzt ein gutes Verhältnis zu Luca aufgebaut, aber du bist sein Ein und Alles. Er wird auf seine Art reagieren, aber wenn einer damit umgehen kann, dann du“, sagte er und lächelte aufmunternd. Sein Freund lächelte zaghaft zurück. „Außerdem wird er dir bei dieser Geschichte sowieso verzeihen. Und Paule? Die hat solch eine Sehnsucht nach ihrem großen Bruder, dass du auch mit ihr schnell fertig werden wirst!“ Tom atmete tief durch und schien sich grade selbst Mut zu machen. „Gehst du jetzt in die Firma? Dann würd ich gleich mitkommen“ Enrique nickte und erhob sich. „Ja, komm, alter Freund. Es wird alles gut“ Tom erhob sich ebenfalls und folgte Enrique, der sich schon an der Tür befand. Doch ehe er die Tür öffnen konnte, packte Tom ihn am Arm und zog ihn in eine freundschaftliche Umarmung. „Danke Enrique. Danke, dass du so ein großartiger Freund warst und bist. Das werde ich dir niemals vergessen“, flüsterte er und löste sich wieder von ihm. Verlegen schaute Enrique zu Boden. „Und ich danke dir, dass du mir so viel Vertrauen entgegen bringst. Außerdem, wozu sind Freunde denn da?“, fragte er und nickte Tom zu. Dieser nickte zurück und sie machten sich gemeinsam auf den Weg zu LANFORD.

********************

„Oh Gott, das ist ja unglaublich“, rief Paloma geschockt aus und sah ihre Freundin an, der Tränen in den Augen standen. Anna hatte ihr alles erzählt und Paloma wurde bewusst, dass sie Tom völlig Unrecht getan hatte. S.cheiße, ich muss mich ganz dringend bei ihm entschuldigen. Alle Zweifel, die sie je gegen ihn erhoben hatte, waren wie weggeblasen und sie empfand echte Hochachtung für diesen Mann, der alles für ihre Anna gemacht hätte und hat. Du hast sie wirklich verdient, Tom Lanford. „Und, was denkst du jetzt über ihn? Zweifelst du wieder und denkst, dass er sich das nur ausgedacht hat, um mich einzulullen und dann wieder fallen zu lassen? Oder glaubst du ihm am Ende?“ Paloma sah in ihre leicht trotzigen Augen. Ja, ich weiß, du wusstest immer, dass er nicht aus Spaß oder Feigheit weggegangen ist…ich habe meine Lektion gelernt. „Ich denke, dass dies eine Geschichte ist, die sich kein Mensch ausdenken kann. Ich weiß jetzt, dass er sehr viel Schlimmes erlebt hat und viel riskiert hat, nur um dich zu beschützen. Und ich weiß, dass ich neidisch auf dich sein sollte, weil du solch einen großartigen Mann an deiner Seite hast. Er hat dich wirklich verdient Anna, und ich möchte mich bei dir und bei deinem Mann für mein jahrelanges Misstrauen entschuldigen“ Gerührt sah Anna ihre Freundin an und nahm sie fest in die Arme. „Ich hab dir jetzt schon verziehen, Palomi. Wer weiß, was ich gemacht hätte, wenn ich an deiner Stelle gewesen wäre“, beruhigte Anna ihre Freundin und schließlich löste sich Paloma von ihr. „Aber wie hat Tom es nur geschafft, dass du mir das alles so sagen kannst, ohne in Tränen auszubrechen?“, fragte Paloma und Annas Augen verwandelten sich bei der Erinnerung daran in zwei strahlende Diamanten. „Er hat mich geküsst. Und er hat die Nacht mit mir verbracht…aber ganz unschuldig“, beruhigte sie ihre Freundin, ehe diese einen Herzkasper kriegen konnte. „Du bist wohl schon wieder verliebt“, mutmaßte Paloma und fragte sich im Stillen, ob es jemals anders gewesen war. „Hoffnungslos verliebt“, schwärmte Anna und seufzte. „Dieser Mann ist meine größte Schwäche…“
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 09 2012, 17:34

Kapitel 15

Schon seit einer ganzen Zeit saßen die beiden Frauen da und redeten über den vergangenen Abend. Paloma freute sich, plötzlich eine Anna vor sich zu haben, die strahlte, lachte und das Leben zu genießen schien. Er tut dir gut. So gut, wie niemand anders, dachte sie und betrachtete ihre Freundin liebevoll, die munter vor sich hin plapperte. Doch plötzlich wurde sie unterbrochen, da es an der Tür klingelte. „Sind das etwa schon die vier Urlauber? Die wollten doch erst heute Nachmittag kommen“, wunderte Anna sich und ging zur Tür. Zu ihrer Überraschung war es Paule, die ihr freudestrahlend ein „Hallöchen, liebste Schwägerin“ entgegen flötete. „Paule, was machst du denn hier?...Ähh, komm doch erst mal rein“, sagte Anna, als sie Paules empörten Gesichtsausdruck sah. Ausgeflippt wie eh und je, kam sie in die Wohnung getrampelt und begrüßte Paloma. „Ich wollte nur mal sehen, wie es euch geht! Ich hab mich ja schon so lange nichtmehr gemeldet. Und ich hab Neuigkeiten für euch“ Erstaunt sah Anna sie an. Du hast schon mit Tom geredet? Das ist ja komisch. Sie hatte eigentlich nicht mit solch einer fröhlichen Paule gerechnet, eher ein tollwütige, die ihren heißgeliebten Bruder am liebsten auf den Mond geschossen hätte. „Du hast ihn getroffen? Aber wann denn?“, fragte Anna und wurde mit einem verständnislosen Blick bedacht. „Wen soll ich schon getroffen haben?“ Paule schaute neugierig. Anna schaltete sofort um. „Ach nichts“ Mist, jetzt ist ihre Neugier geweckt…ach Anna, halt doch einfach mal die Klappe und lass Tom das alleine machen. „Nee nee nee, das gibt es nicht! Von wem redest du?“ Okay Anna, du hast diesen Weg eingeschlagen, jetzt geh ihn auch zu Ende…wer weiß, wofür es gut ist. Sie packte Paule an den Schultern und dirigierte sie zum Sofa. „Ich rede von deinem Bruder“ Fassungslos klappte Paules Mundwerk auf und sie starrte Anna an. „Tom? Was ist mit Tom?“, fragte sie leise. „Er ist wieder in Berlin…bleib sitzen, Paule. Ich möchte dir etwas erklären“, sagte sie und ergriff sie an ihrem Ärmel, als sie überstürzt weglaufen wollte. „Was gibt es denn da noch zu erklären?“, wollte Paule aufgebracht wissen. “Vieles…gib mir nur fünf Minuten“, bat Anna und sah erleichtert, dass Paule zwar mit sich rang, sich dann aber doch etwas entspannte. „Okay, nicht eine Minute mehr“

*********************

Zögerlich stieg Tom an der Seite von Enrique aus dem Fahrstuhl und landete in dem kreativen Gewühl von LANFORD. Sein erster Blick glitt zum Empfang, an dem Frau Hauschke fleißig wuselte und alles Wichtige managte. So fleißig wie ehe und je, dachte er und wurde von Enrique an den Tresen gezogen. „Einen wunderschönen guten Tag“, sagte Enrique und sie schaute freundlich lächelnd auf. Als sie jedoch Tom erblickte, gefror ihr Lächeln und sie schaute ihn perplex an. „Herr Lanford, Sie sind wieder da?“, fragte sie leise und Tom, der schon die ganze Zeit angespannt die Luft angehalten hatte, sah erleichtert, dass sie zu lächeln anfing. „Ja, ich bin wieder da. Und ich geh auch nichtmehr weg“ Steffi lächelte erfreut. „Das ist sehr schön. Haben Sie alles geklärt, im Ausland?“ „Ja, das könnte man so sagen“ Kurz herrschte Stille zwischen den dreien, bis Enrique diese mit einem “Ist Bruno schon im Haus?“ brach. Steffi nickte und sah besorgt zu Tom, der immer blasser geworden war. „Geht es Ihnen nicht gut?“ Tom hob abwehrend die Hände und schüttelte den Kopf. „Könnten Sie mich bitte bei ihm anmelden? Persönlich?“, fragte er und sie verstand. Sie bat ihn, ihr zu folgen und Enrique nickte ihm aufmunternd zu, bevor er verschwand. Nervös trabte Tom ihr hinterher und fragte sich, was jetzt auf ihn zukommen würde.

Bruno war wie immer in Nataschas Büro und redete mit ihr über seine neue Vision, die er Anna heute unbedingt präsentieren wollte. „Wo bleibt sie nur? Sonst ist sie um diese Zeit schon immer da!“, fragte er nervös und Natascha lächelte. „Sie wird schon gleich da sein…Herein“, rief sie etwas lauter, als es an der Bürotür klopfte. Steffi luckte rein und wand sich an Bruno. „Ihr Sohn möchte sie sprechen“, sagte sie und Bruno nickte zustimmend. „Schicken Sie ihn rein“ Bruno drehte sich wieder um und sah nicht, dass die Gesichtszüge von Natascha entgleisten. „Luca, was gibt es?“, fragte er, sah zu Natascha und wunderte sich über ihren komischen Gesichtsausdruck. Er drehte sich um und prallte zurück. „Hallo Papa“ Vor ihm stand sein ältester Sohn, den er seit Jahren schmerzlich vermisste. „Tom“, flüsterte er und seine Augen leuchteten kurz auf.

********************

„So, das ist jetzt die Kurzfassung“, sagte Anna. Sie hatte nur das Nötigste erzählt, um Tom nicht alles vorweg zu nehmen, aber seine Schwester trotzdem ein bisschen zu beruhigen. „Carla steckt also hinter all dem S.cheiß? Und Tom hat das heraus gefunden?“, fragte Paule und erhob sich. „Ja, das hat er. Und noch viel mehr. Aber das sollte er dir persönlich erzählen, glaub ich“, sagte Anna behutsam und Paule schaute zu ihr. „Seit wann ist er wieder da?“ „Seit gestern. Er war die ganze Zeit bei mir“, fügte sie hinzu und Paule nickte verstehend. „Ich muss zu ihm. Du weißt doch sicher, wo er ist?“, fragte sie ungeduldig. „Er wollte zu eurem Vater. Er ist sicher bei LANFORD“, antwortete Anna und ihre Schwägerin sah alarmiert auf. „Ach du S.cheiße, ich muss weg. Das geht nicht gut“, sagte sie und schon war sie verschwunden. Ratlos sahen Paloma und Anna auf die Tür, durch die sie grade verschwunden war. „Ob das wohl was wird?“, murmelte Anna und ihre Freundin schaute sie ratlos an.

********************

„Was willst du denn hier?“, fragte Bruno kalt und betrachtete seinen Sohn abwertend. „Mit dir reden“ Tom fixierte seinen Vater und musste hart schlucken. Er hatte sich oft mit seinem Vater gestritten und sie hatten sich das ein oder andere Mal schlimme Dinge an den Kopf geworfen, doch solch eine Kälte hatte noch nie zwischen ihnen geherrscht. „Ich hab nichts mehr mit dir zu bereden.“ Ohne ein weiteres Wort lief Bruno an seinem Sohn vorbei und verließ das Büro. Tom warf Natascha einen Blick zu und folgte ihm schließlich. Instinktiv hatte Bruno den Weg zu dem alten Büro seines Sohnes eingeschlagen und wartete darauf, dass dieser erschien. Er hörte die Tür klacken und wusste, dass er jetzt alleine mit ihm war. „Papa, ich möchte mit die sprechen. Dir alles erklären“ Aufgebracht drehte Bruno sich um und schien große Mühe zu haben, sich ruhig zu halten. „Du brauchst mir nichts zu erklären und weißt du warum? Weil es mich nicht interessiert. Es ist mir egal, was du all die Zeit gemacht hast. Wo du dich herumgetrieben hast. Hörst du: ES IST MIR S.CHEISSEGAL“, brüllte er plötzlich, sodass Tom und alle anderen, die sich im Atelier befanden, erschrocken zusammenzuckten. „Aber, Papa ich…“ Vernichtend hob Bruno die Hand. „Ich bin nichtmehr dein Papa. Genauso wenig, wie du noch mein Sohn bist. Ich will nichts mehr mit dir zu tun haben“ Erschrocken sah Tom seinen Vater an und seine Augen füllten sich mit Tränen. Nein, das geht doch nicht. Das kannst du nicht machen. Tom spürte, wie ihm die Tränen langsam über die Wangen liefen. „Aber bitte, schau dir das an“ Mit zitternden Händen holte er ein Schriftstück aus der Tasche und hielt es Bruno hin. Dieser zögerte kurz, nahm es aber dann mit einem verächtlichen Blick entgegen.

Es war ein Brief von Bernd Lindenberg, in dem er anbot, die Anteile von LANFORD zu verkaufen. Überrascht las Bruno diesen Brief durch und freute sich kurz, ehe er wieder einen ausdruckslosen Gesichtsausdruck auflegte und seinen Sohn verächtlich betrachtete. „Du hast immer noch nichts verstanden, oder? Garnichts. Denkst, du kannst hier mit solch einem Wisch anspaziert kommen und alles wird wieder gut. Nein, Tom. So geht das nicht“ Er drehte sich um und ergriff ein Dokument, dass sich unter ein paar Ordnern auf dem Schreibtisch befand. „Ich möchte, dass du das hier unterschreibst. Du kennst nämlich bis heute immer noch nicht die Philosophie dieses Unternehmens.“ Tom las die Überschrift und erschrak. „Ich soll meine Anteile verkaufen?“ Bruno nickte steif und schaute weg. „Aber das kann ich nicht…bitte Bruno, hör mir nur ein paar Minuten zu“, bat Tom erneut mit zitternder Stimme. „NEIN, Herrgott noch einmal. Ich will von dir nichts mehr hören. Unterschreib das und tret mir nie wieder unter die Augen“ Bruno drängte sich an ihm vorbei, öffnete die Tür und schrak zurück. Vor ihm stand seine Tochter und sah ihn verwirrt an. Bruno drehte sich ein letztes Mal um. „Du bist für mich gestorben“, zischte er, schob seine Tochter sanft zur Seite und steuerte auf den Fahrstuhl zu, der sich gerade für ihn öffnete. Paule drehte sich um und sah erschrocken zu ihrem großen Bruder, der weinend auf den Boden gesunken war. Schnell lief sie zu ihm und kniete sich hin. „Bitte Paule. Ich kann nicht mehr“, schluchzte er in der Erwartung, dass auch sie sich von ihm abwenden würde. Doch sie nahm ihn nur sanft in den Arm und flüsterte ihm ein zärtliches „Er hat es nicht so gemeint“ ins Ohr, worauf hin er nur noch lauter schluchzte. „Tom beruhige dich“ Verzweifelt versuchte sie, die Tränen zurückzuhalten. Eine Weile saßen sie so da und Tom wollte sich einfach nicht beruhigen. „Ich will zu Fanni, jetzt sofort“, wisperte er atemlos und klammerte sich fester an sie. „Ich bring dich zu ihr“ Sie half ihm vorsichtig auf und betrachtete sein tränenüberströmtes Gesicht…ihr blutete das Herz…

Bruno Lanford lehnte sich an die Wand des Fahrstuhls und schloss die Augen, aus denen langsam Tränen rannen. Was habe ich getan?, fragte er sich. Das kann ich doch nicht mit ihm machen. Er wollte schon den Knopf drücken, um zu seinem Sohn zurückzukommen. Aber er tat es nicht…er war zu stolz.
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 09 2012, 17:42

Kapitel 16

Besorgt ging Paule an der Seite ihres Bruders und beobachtete ihn. Er wirkte leer, erschöpft und hilflos. Sie hatte es zwar geschafft, seine Tränen zu trocknen, doch dies war ein Zustand, der sie noch unsicherer und trauriger machte. Ein Zustand, über den sie froh war, dass Tom sich schon so lange nicht mehr in ihm befunden hatte. Sie hatte kurz versucht, mit Tom zu reden, doch ihr war sehr schnell klar gewesen, dass sie ihn nicht überfordern und drängen durfte. Es überkam sie eine unbändige Wut auf ihren Vater. Sicher, auch sie war sehr wütend und enttäuscht von ihrem Lieblingsbruder gewesen und hätte ihm ohne Annas Zutun sicher auch einige böse Dinge an den Kopf geworfen, aber das hier ging entschieden zu weit. Ich werde noch einiges mit dir zu klären haben, Bruno, dachte Paule grimmig und sie bekam aufs Neue das Gefühl, Tom beschützen zu müssen. Sie beide erreichten das Eingangstor, das sie unweigerlich auf den Friedhof führen würde. Doch plötzlich blieb Tom stehen und wisperte “Anna“ Überrascht sah Paule ihn an. „Willst du doch nicht zu Fanni?...Willst du zu Anna?“, fragte sie nachdrücklich, als er sich nicht regte. Er schüttelte leicht den Kopf. „Hol sie her…bitte“, flehte er und Paule verstand. Sie bugsierte ihn auf die nächst gelegene Bank. „Ich ruf sie an, ja?“ Sie sah ihn nicken und zaghaft lächeln. „Dankeschön“ Paule entfernte sich ein paar Meter und rief bei ihrer Schwägerin an. Vielleicht schaffst du es, ihn aufzubauen.

**********************

Anna saß nach wie vor mit Paloma in ihrer Wohnung und grübelte. Lasst mir bloß meinen Tom heile, dachte sie bedrückt und hatte einen Kloß im Hals. Irgendwas stimmt da nicht. Ihr Handy läutete plötzlich und sie schrak auf, ebenso Paloma. Erleichtert sah sie, dass es Paule war. „Paule, was ist los?“, fragte sie aufgeregt und Paloma neigte den Kopf. „Anna, komm bitte schnell zum Friedhof. Tom geht es total schlecht“ Anna fuhr sofort auf und spürte, wie sich ihr Herz schmerzhaft zusammenzog. „WAS? Was ist mit ihm?“, fragte sie und fing an, ihre Sachen zusammen zu suchen. „Das Gespräch mit Bruno ist total nach hinten los gegangen…ich kann dir das nicht alles hier am Telefon erzählen. Komm bitte“, flehte sie und Anna nickte. “Ich bin gleich da“ Beide legten gleichzeitig auf und Anna atmete heftig ein und aus. „Das Treffen mit Bruno scheint total schief gelaufen zu sein. Ich soll zum Friedhof kommen“, sagte Anna und erinnerte sich, dass Tom ihr noch vor drei Stunden gesagt hatte, dass er zu Fanni wollte. „Ist gut, ich bleib hier“ Anna sah auf und fluchte.“Die vier kommen ja bald. Kannst du bitte auf sie warten und sie rein lassen, falls ich noch nicht wieder da bin? Und sag bitte erst mal nichts über Tom“ Paloma nickte und half Anna, ihre Jacke zu zuknöpfen, da deren Hände zu stark zitterten. „Natürlich, geh du zu Tom“ Anna umarmte ihre Freundin dankbar und verließ ihre Wohnung, um so schnell wie möglich zu Tom zu gelangen.

********************

Tom saß auf dieser Bank und starrte vor sich hin. Er hätte nicht solch eine schlimme Reaktion von seinem Vater erwartet. Ich bin wohl abgeschrieben…hah, er hat ja jetzt noch einen Sohn, brauch er mich ja nicht mehr, dachte er und ihm schmerzten Herz und Seele. Er brauchte Balsam und den konnte ihm nur Anna bieten. Andererseits war er schon so lange nichtmehr hier gewesen und brauchte die Nähe zu seiner verstorbenen Frau. Da hörte er plötzlich Schrittgeräusche, die ihm unfassbar bekannt vorkamen und er schaute auf. Seine Anna kam angewetzt und blieb schließlich einige Meter von ihm entfernt bei Paule stehen. Beide redeten miteinander und er wunderte sich einmal mehr über die Reaktion seiner Schwester. Warum hast du so gehandelt? Wusstest du etwa schon, dass ich wieder da bin? Ehe er seine Gedanken weiterführen konnte, unterbrachen die beiden Frauen ihr Gespräch und Anna kam auf ihn zu. Sie setzte sich neben ihn und schwieg, wofür ihr Tom sehr dankbar war. Er griff nach ihrer Hand und fand sich schließlich in ihren schützenden Armen wieder, die ihm den nötigen Halt gaben, der ihm abhanden gekommen war.

Anna war erschrocken, wie schlecht Tom aussah. Paule hatte ihr kurz geschildert, was sie mitbekommen hatte und Anna war klar, dass ihr Liebster schwer mit sich zu kämpfen hatte. Als sie dann auch noch sah, dass er wie ein Häufchen Elend da saß und anscheinend nicht mehr Ein noch Aus wusste, überkam sie eine Stinkewut auf ihren Schwiegervater. Warum tust du sowas? Kannst du nicht einmal versuchen, dich zu zügeln?! „Er hat gesagt, dass ich nichtmehr sein Sohn bin. Und dass ich in seinen Augen gestorben bin, Anna. Was soll ich denn jetzt tun? Ich kann nicht ohne ihn leben“, flüsterte er ihr verzweifelt ins Ohr und Anna konnte ihre Tränen nicht länger zurück halten. „Er hat es nicht so gemeint…er ist einfach nur verletzt, dass du ohne ein Wort zu sagen verschwunden bist. Er beruhigt sich wieder und dann werdet ihr alles klären können“ Tom schüttelte den Kopf. „Er hat mich abgeschrieben…er hat ja jetzt auch einen anderen Sohn“ Bei diesen Worten trat Paule näher und setzte sich zu ihnen. „Tom, er liebt dich über alles. Du bist der Sohn, der ihn am besten kennt und der ihm am meisten bedeutet. Du wirst nie abgeschrieben sein…genauso wenig, wie ich dich jemals abschreiben werde“, sagte sie leise und strich über seinen Rücken. Tom löste sich von Anna und sah seiner Schwester tief in die Augen. „Ich muss mit dir reden…“ Paule schüttelte den Kopf. „Nicht jetzt…wollen wir zu Fanni gehen?“ Tom nickte und stand auf, ohne Annas Hand loszulassen. „Du bleibst bei mir“ murmelte er. Zu seiner großen Freude ergriff Paule seine andere Hand und so gingen sie langsam zu dem Grab von Fanni Lanford.

Als sie gemeinsam die letzte Ruhestätte von Toms erster Ehefrau erreichten, schwiegen sie bedrückt. Beide Frauen warfen Tom einen Blick zu und stellten erstaunt fest, dass er lächelte. Er löste sich von ihnen beiden und ging auf den Grabstein zu, um dann in die Hocke zu gehen und sanft über die Buchstaben ihres Vornamens zu streichen. „Sollen wir euch alleine lassen?“, fragte Anna leise und Tom nickte. „Wir setzen uns dahinten hin, ja?“ Paule sprach ebenso leise und Tom nickte wieder. Die beiden Frauen entfernten sich und er sah ihnen nach. Nachdem sie sich gesetzt hatte, sah Anna erneut zu ihm und die beiden lächelten sich zärtlich zu. „Kannst du mir noch ein bisschen mehr von Tom erzählen?“, fragte Paule unvermittelt und unterbrach somit den friedlichen Moment zwischen den beiden. „Ja. Ich denke, Tom wird damit einverstanden sein“ Sie begann zu erzählen, nicht alles, nur das, was nicht unbedingt von Tom erzählt werden musste. Dabei betrachtete sie ihn die ganze Zeit und entspannte sich, als sie sah, dass dieser Besuch ihm guttat und er die Augen schloss.

Tom saß da und genoss die Ruhe, die von diesem Ort ausging. Noch vor ein paar Jahren hätte ihm genau das Angst gemacht, doch jetzt, da er Anna hatte, konnte er die schönen Seiten solch eines Besuches erkennen. Fanni war irgendwie hier und das machte ihn froh. „Meine Süße, ich hab´s geschafft. Und ich bin so froh, dass ich dich wieder besuchen kann“, flüsterte er und schloss die Augen. Er wusste, was folgen würde und freute sich auf sie.

Nach einigen Sekunden tauchte plötzlich das hübsche Gesicht von Fanni auf, das ihn zärtlich betrachtete. „Hallo Tom. Schön, dass du wieder hier bist“, sagte sie leise und lachte. „Du bist so wunderbar. So stark und tugendhaft. Und so mutig“, schwärmte sie und betrachtete ihn voller Liebe. „Ich bin so froh, dass du sie gefunden hast und dass sie alles für dich tun würde. Sie macht dich vollständig und dafür bin ich so dankbar“ Sie lächelte immer noch und es stahlen sich Tränen der Freude aus ihren Augen. „Du hast es geschafft, alles kann endlich gut werden. Und Anna liebt dich immer noch und wird dir bei allen Dingen, die noch auf dich zukommen, helfen“, sagte sie und lächelte, stolz auf die Frau, die ihren über alles geliebten Mann so glücklich machte „Und auch Isa hat dir verziehen.“ Lange schaute sie ihm in die Augen und plötzlich wurde ihr Gesichtsausdruck ernst und nachdenklich. „Ich weiß, wie sehr dich die Reaktion deines Vaters verletzt hat, aber er wird wieder auf dich zukommen und sich entschuldigen. Das versprech ich dir“, machte sie ihm Mut und er fühlte sich automatisch etwas besser. „Jetzt kannst du mich immer besuchen kommen…auch wenn ich immer hier bin“, sagte sie und Tom hatte das Gefühl, als ob sich bei diesen Worten eine warme Hand um sein Herz legte. „Bis zum nächsten Mal, Liebes“, hauchte sie in sein Ohr und verschwand schließlich in weißem Licht.

Tom öffnete lächelnd die Augen und sah auf ihren Namen. Danke Fanni. Ich komme bald wieder. Er erhob sich und ging zu den beiden Frauen, die sich gerade unterhielten. Er hörte einzelne Gesprächsfetzen und wusste, dass es um ihn ging. Als er schließlich vor ihnen stand, verstummten sie und sahen besorgt zu ihm, doch er lächelte kurz und sie atmeten erleichtert auf. „Wollen wir gehen?“, fragte er leise und sie nickten zustimmend. „Ich bleib noch kurz bei ihr“, sagte Paule, die merkte, dass Anna und Tom einen Augenblick für sich allein haben wollten. Sie gingen Hand in Hand zum Ausgang und als sie diesen passiert hatten, zog Tom sie in seine Arme und küsste sie innig und voller Liebe. Anna riss die Augen erstaunt auf, ergab sich ihm aber schließlich und erwiderte diesen Kuss mit gleicher Intensität. Nach einer ganzen Weile lösten sie sich voneinander. „Ich liebe dich über alles“, hauchte er und Anna lächelte glücklich. „Ich dich auch, Tom“ Sie schmiegten sich aneinander und warteten auf Paule, die auch einige Minuten später auf sie zukam und lächelte. „Und was machen wir jetzt?“, fragte sie und sah ihren Bruder vorsichtig an. „Jetzt möchte ich mit dir sprechen. Kommst du mit ins Hotel?“, fragte er und schien seine alte Stärke wiedergefunden zu haben. Paule nickte. „Und du auch?“, wand er sich an Anna und sah sie flehend an. Diese warf einen kurzen Blick auf seine Armbanduhr und nickte schließlich. Eigentlich müsste ich mich wieder auf den Weg nach Hause machen…Aber sie konnte sich jetzt nicht von ihm trennen. Müssen Mama und Papa halt kurz warten. „Schön, ich möchte euch beiden nämlich noch etwas zeigen“, sagte Tom und machte sich mit den beiden wichtigsten Frauen in seinem Leben auf den Weg zum Hotel.
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mo Jul 09 2012, 17:47


Kapitel 17


Gemeinsam betraten sie sein Hotelzimmer und Tom schloss die Tür. „Setzt euch doch“, bat er und deutete auf die Sitzecke. Anna wollte sich auf den Sessel setzen, wurde aber von Tom zurückgezogen. „Nee, du setzt dich da hin“, forderte er lächelnd und zog sie zum Sofa. Die beiden Frauen setzten sich und beobachteten ihn neugierig, als er zu seinem Koffer ging und ein mittelgroßes Kästchen hervorzauberte. Er gesellte sich wieder zu den beiden Frauen und setzte sich schließlich zu Anna, die sich automatisch an ihn schmiegte. „Ich hab in den letzten Jahren vieles gemacht, um euch im Nachhinein an meinem Leben teilhaben zu lassen“, sagte er und öffnete das Kästchen. Als Erstes holte er eine Karte heraus, auf der mit feinsäuberlicher Handschrift „April 2012“ geschrieben stand. „Hier, das ist meine Karte zu deinem 30. Geburtstag“, sagte er und überreichte Anna den Umschlag. Gerührt nahm sie diesen entgegen und wollten ihn öffnen. „Heut Abend“, flüsterte er und sie verstand. Er wühlte kurz weiter herum und fand schließlich, was er suchte. „Und das hier ist mein persönlicher Geburtstagsgruß“, sagte er und hielt ihr eine DVD hin, die die gleiche Aufschrift hatte. Anna lachte vor Freude und umarmte ihn. Du bist so süß, dachte sie bei sich.

So ging es noch eine Weile weiter. Er hatte an jedem ihrer Geburtstage etwas gemacht, sowie an Weihnachten und ihrem Hochzeitstag. Am Ende hatte Anna mehrere DVDs und Briefe in der Hand, die sie glücklich und neugierig betrachtete. „Und hier, das sind die Geburtstage unserer Kinder“, flüsterte er. Jetzt war es um Anna komplett geschehen und sie umarmte ihn stürmisch. Da werden die beiden sich aber freuen, dass ihr Papa sich so viel Mühe für sie gegeben hat. Nach einiger Zeit lösten sie sich wieder voneinander und sahen sich tief in die Augen, bis Paule sich räusperte. „Und ich krieg nichts?“, fragte sie mürrisch und Tom musste lachen. „Doch, natürlich. Hier“, sagte er nach einiger Zeit und hielt ihr ebenfalls ein großes Paket an Videos, Briefen und Bildern hin. Paule lachte auf, als sie die Bilder ansah. „Sind die von dir gemalt?“, fragte sie und betrachtete das Wirrwarr. „Na sicher. Abstrakte Kunst“, antwortete ihr Bruder und musste leicht grinsen. Sie beugte sich zu ihm und umarmte ihn fest. „Danke, das ist das Schönste, was ich je bekommen habe“, flüsterte sie bewegt und löste sich schließlich von ihm. Sie sah in das Kästchen und schaute auf. „Und für wen ist das?“, fragte sie und schrak, ebenso wie Anna, zusammen, als er sich versteifte und einen gequälten Gesichtsausdruck annahm. „Das ist für Bruno“, sagte er und verwendete ganz bewusst nicht das Wort ´Papa´.

„Aber das wird er ja nichtmehr sehen wollen, jetzt, wo ich für ihn gestorben bin“, sagte er verbittert und wollte die Kiste schon schließen, als Paule ihn davon abhielt und ihm in die Augen sah. „Kann ich ihm das zeigen? Bitte Tom“, bat sie ihn, als er sie unschlüssig betrachtete. Schließlich nickte er und gab ihr all das, was er für seinen Vater gemacht hatte. Schließlich war das Kästchen leer und er stellte es auf den Beistelltisch. Er drehte sich zu den beiden Frauen und wand sich schließlich an seine Schwester. „Ich möchte dir noch einiges erzählen. Aber sag mir erst mal, was du schon weißt“, bat er sie mit einem Seitenblick auf Anna, die rot anlief.

******************

Paloma saß währenddessen in Annas Wohnung und las in einer Zeitschrift. Sie hatte kurz mit ihrem Freund telefoniert und ihm einiges erzählt, doch jetzt wartete sie auf irgendeine Abwechslung. Schließlich klingelte es an der Tür und sie atmete erleichtert auf. Sie öffnete die Tür und schon flitzten zwei kleine Wirbelwinde kichernd in die Wohnung. „MAMA“, jubelten die beiden gleichzeitig und machten sich auf die Suche nach Anna. Gefolgt wurden sie von Susanne und Ingo, die liebevoll lächelten. Die beiden kamen zurück und schauten zu Paloma. „Wo ist Mami?“, fragte Ben und legte den Kopf schief. „Mama ist kurz weg…aber krieg ich keinen Begrüßungskuss?“, fragte sie und die beiden stürmten zu ihr, damit sie einen nach dem anderen auf den Arm nahm, um sich einen dicken Schmatzer auf die Wange drücken zu lassen. „Geht doch erst mal in euer Zimmer und spielt ein bisschen…Mama ist sicher gleich wieder da“, sagte Susanne liebevoll zu den beiden und Ben und Max nickten eifrig. „Wenn Mama da ist…“ „…wird sie ganz sicher gleich zu euch kommen und ´Hallo´ sagen“, vollendete Susanne den Satz und die drei Erwachsenen beobachteten selig lächelnd, wie die beiden in ihr Zimmer stürmten. Als sie schließlich außer Hörweite waren, veränderte sich Ingos Gesichtsausdruck und er wurde ernst. „Wo ist Anna?“, fragte er an Paloma gewandt. „Sie musste noch was ganz dringendes erledigen…ja, es ging um Tom“, sagte sie leicht genervt, als Ingo einatmete. Verstimmt sah er die beste Freundin seiner Tochter an. „Ruf sie an. Sie soll herkommen“, befahl er und erntete einen bösen Blick von seiner Frau. „Ingo!“, zischte sie erbost. „Nee, nee ist gut. Ich ruf sie an“, sagte Paloma und wählte Annas Nummer.

*****************

„…und David ist wirklich verbrannt?“, fragte Paule und war total erschrocken von seiner ganzen Geschichte. „Ja…wollt ihr ein Bild sehen?“, fragte er und beide Frauen nickten. Er erhob sich und ging zu seinem Koffer, um einen Umschlag herauszuholen. „Aber nicht erschrecken“, sagte er schließlich und zeigte langsam ein Foto von David Darcy. Natürlich half seine Warnung nicht und beide zuckten erschrocken zusammen. Es war wirklich alles verbrannt. Nur noch die Augen erinnerten an den alten David, der immer modisch gekleidet durch die Gegend stolziert war. „Oh mein Gott“, war alles, was sie hervorbrachten und sie sahen sich geschockt an. „Ja, das ist der neue David Darcy“, seufzte Tom und legte das Bild hin. Die beiden konnten sich einfach nicht von diesem schrecklichen Anblick lösen, doch schließlich räusperte Tom sich. „Er will seine letzte Reise nach Berlin machen, Carla ans Messer liefern und danach hier sterben“, sagte Tom und beide Frauen waren über den teilnahmslosen Unterton überrascht. Doch bevor eine von ihnen näher darauf eingingen konnten, klingelte Annas Telefon. „Palomi?..Was, sie sind schon da?...Ja, ich komme“, sagte sie und schaute entschuldigend. „Es tut mir leid, ich muss.“, sagte sie und verstaute alles in ihrer Tasche, was sie von Tom bekommen hatte. Schließlich erhoben sich die drei und Anna umarmte erst Paule und dann Tom. „Du brauchst keine Angst haben“, flüsterte sie und löste sich von ihm. Sie strich über seine Wange und küsste ihn kurz, bevor sie das Zimmer verließ.

Sehnsüchtig sah Tom ihr hinterher und schließlich berührte ihn Paule an seiner Hand, um seine Aufmerksamkeit zu erlangen. „Die Beiden werden sich riesig freuen, glaub mir…und ich werde jetzt auch was klären! Kann ich dich alleine lassen?“, fragte sie und Tom nickte. Paule packte ebenfalls alles zusammen und umarmte ihren Bruder schließlich. „Ich komm nachher nochmal wieder, okay?“, fragte sie und löste sich von ihrem nickenden Bruder. Sie lächelte noch einmal kurz und ging dann auch. So mein lieber Vater, jetzt krieg ich dich, dachte sie und machte sich schnurstracks auf den Weg zu LANFORD.
Tom blieb alleine zurück und lächelte glücklich. Du bist so wunderbar, kleine Schwester.

*******************

„Du hast was? Sag mal Bruno, geht’s noch?“, fragte Natascha und vergaß fast ihre gute Kinderstube. Bruno hatte ihr alles erzählt und sie konnte es nicht fassen. „So etwas sagt man nicht zu seinem Kind. Das Leben des eigenen Kindes ist das Wertvollste, was es auf der Welt geben kann…egal, ob es Mist gebaut hat, oder nicht“, sagte sie und ihr traten Tränen in die Augen. „Du glaubst gar nicht, wie sehr ich es mir wünsche, dass mein Sohn noch am Leben ist…und du wirfst DEINEM Sohn so etwas Schreckliches an den Kopf?“ Bruno sackte in sich zusammen, als sie diese Worte sprach. Du hast recht, sowas macht man nicht, dachte er und fühlte sich noch mieser, als ohnehin schon die ganze Zeit. Er hatte gleich gewusst, dass er einen großen Fehler gemacht und Tom sicher tierisch verletzt hatte. Aber was muss er auch so unerwartet hier auftauchen?, dachte er und wollte sein Innerstes von der Richtigkeit seiner Tat überzeugen…aber es gelang ihm nicht.

Plötzlich wurde die Tür geöffnet und eine über alle Maße erboste Paule stürmte herein. „Sag mal, was erlaubst du dir? Sowas zu Tom zu sagen, ohne ihn auch nur einmal anzuhören. Hättest du das nämlich getan, dann wüsstest du jetzt, dass dein Sohn ein Held ist. Aber nein, für dich ist er ja gestorben“, brüllte sie und ließ ihren Vater nicht zu Wort kommen. Sie drückte ihm etwas an die Brust. „Hier, von deinem verstorbenen Sohn“, sagte sie sarkastisch und verschwand so schnell, wie sie gekommen war. Vollkommen perplex sah er zu Natascha. „Sie hat recht“, sagte diese nur und lehnte sich angespannt auf ihrem Stuhl zurück.
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Di Jul 10 2012, 21:08

Es ist immer wieder ein Genuss, deine Zeilen zu lesen. Very Happy
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Mi Jul 11 2012, 09:20

Kapitel 18

„Wo bleibt sie denn?“, fragte Ingo und trommelte nervös auf dem Küchentisch herum. „Das kann doch nicht so lange dauern.“ Seine Ehefrau betrachtete ihn angespannt und auch ein wenig misstrauisch. Du hast mir versprochen, dich zusammen zu reißen, ermahnte sie ihn in Gedanken und konnte seinem Versprechen bei diesem Anblick nicht recht trauen. Ja, auch sie war enttäuscht von ihrem Schwiegersohn gewesen, weil ihre Anna durch sein Handeln so unglücklich geworden war. Doch sie hatte schnell gemerkt, dass dieser die Schuldzuweisungen und Beleidigungen gegenüber Tom noch mehr zugesetzt hatten und sie hatte versucht, ihren Mann von seinen bösen Worten abzuhalten. Doch vergeblich. Ingo schien so verbissen zu sein in seinem Hass auf Toms Handeln, dass er zeitweise sogar die Abwendung seiner Tochter riskiert hatte. Aber das werde ich nicht zulassen, dachte Susanne und nach einer Weile horchte sie schließlich auf, als schnelle Schritte im Treppenhaus zu hören waren.

Gehetzt schloss Anna die Tür ihrer Wohnung auf und wurde direkt von ihrer Mutter begrüßt, die nervös auf sie zu kam. Gefolgt wurde sie von einem mürrisch dreinschauenden Ingo und einer schulterzuckenden Paloma, die ihr anscheinend etwas sagen wollte, wie: Unverändert, er ist immer noch sauer. Nachdem Anna ihre Eltern umarmt hatte, rief Susanne schließlich nach den Kindern. „Ben, Max! Mama ist da“ Sofort waren ein fröhliches Gejubel zu hören und schnelle, tapsende Schritte. Die beiden bogen um die Ecke und Anna ging das Herz auf. Sie hockte sich hin und Sekunden später hielt sie zwei kleine, warme Körper im Arm, die sich dicht an sie schmiegten. „Wir sind wieder da“, riefen sie aus und drückten ihrer Mama einen Kuss auf die jeweilige Wange. Anna umschloss zuerst Bens, dann Max’ Gesicht mit ihren Händen und drückte jedem einen Kuss auf den kleinen Mund. „Ja, Gott sei Dank. Ich hab euch nämlich schon vermisst“, sagte sie und die beiden lächelten stolz. Ach ihr beiden, wenn ich euch nicht hätte, dachte sie bei sich und fühlte sich wie befreit von aller Last. Doch dieses Gefühl hielt leider nur so lange, bis sie in die Augen ihres Vaters sah. Oh Papa, ich kenne diesen Blick…halt dich zurück.

„Wir wollen draußen spielen“, sagte Max und unterbrach damit unwissentlich die angespannte Stimmung zwischen Vater und Tochter. „Mit Mama“, ergänzte er und sah seine Mutter erwartungsvoll an. Nee, mein Kleiner, das geht jetzt leider nicht. „Tut mir leid, Max. Aber Oma und Opa müssen noch was ganz Wichtiges mit Mama klären. Ist es okay, wenn Paloma mit euch geht?“, fragte Ingo und sein Enkel schüttelte den Kopf. Anna ergriff dessen Hand und zog seinen, sowie Bens Kopf ganz dicht an sich heran. „Wir werden uns heute einen ganz schönen Abend machen, das versprech ich euch. Aber das, was Opa und ich reden müssen, ist ganz dolle wichtig.“, versuchte sie die beiden zu überzeugen, doch sie schüttelten unwillig den Kopf. „Nein, wir wollen mit dir spielen“, sagte Ben trotzig. Okay, wie ihr wollt. Dann muss ich halt alle Register ziehen. „Wenn ihr jetzt mit Palomi spielen geht, dann hab ich auch eine Überraschung für euch“ Sofort sahen beide mit leuchtenden Augen auf und Anna strahlte. „Und das Beste ist, sie kommt ganz allein von eurem Papa“ Anna lächelte gewinnend und wusste, dass sie es geschafft hatte. „Papa?“, fragten sie neugierig und Anna nickte zustimmend. „Aber nur, wenn ihr mit Palomi geht“ Sie schienen kurz zu überlegen und lösten sich schließlich von ihr, liefen auf Paloma zu, um sie an der Hand zu ergreifen und zur Tür zu ziehen. Lächelnd ließ diese alles über sich ergehen, als die beiden sie nach draußen zerrten.

Als die Tür schließlich zugefallen war, sahen sich die drei an. „Wollt ihr was trinken?“, fragte Anna überflüssiger Weise, weil beide ein Glas Wasser in der Hand hielten. „Tja, dann schieß mal los“ Anna setzte sich ganz entspannt auf ihr Sofa und schaute ihren Vater abwartend an.

********************

Noch immer total perplex schaute Bruno auf das, was seine Tochter ihm so wütend entgegen geschleudert hatte. Er erkannte, dass das eine ein Brief war und von Tom geschrieben sein musste, denn dessen Schrift kannte er so gut, wie sonst keine. „Was ist das da?“, fragte Natascha hinter ihm und er legte alles umsichtig auf den Tisch. Es zeigte sich, dass es einige DVDs waren, allesamt beschriftet, sowie liebevoll gestaltete Karten und Umschläge. Natascha griff nach einer der DVDs, die wohl anlässlich seines 60. Geburtstags entstanden sein musste. Sie sah ihn an. „Willst du sehen, was da drauf ist?“, fragte sie ihn auf den Kopf zu und er zögerte. Er hatte immer noch mit sich und seinen widerstreitenden Gefühlen zu kämpfen. „Nun komm schon. Er scheint sich viel Mühe gegeben zu haben. Gib dir einen Ruck“, forderte sie unerwartet sanft und er zögerte nicht länger. Ja, du hast recht…ich kann nicht so tun, als wäre da nichts. Natascha legte gewinnend die DVD in ihren Laptop und drehte ihn so, dass beide drauf schauen konnten. Plötzlich war Toms lächelndes Gesicht auf dem Bildschirm zu sehen und Bruno schrak bei dem Anblick seines Sohnes leicht zusammen.

Hallo Papa,

Tja, nun wirst du also heute wirklich Sechzig. Ich weiß, du hast es nicht so gern, wenn man dich an dein Alter erinnert, aber das hier ist ein besonderer Tag, ich hoffe, du verzeihst.
Es tut mir so unendlich leid und weh, dass ich dich an diesem Tag nicht in den Arm nehmen kann, um dir zu gratulieren. Mir bleibt nur das hier, was du erst sehen wirst, wenn sich dieser Wunsch hoffentlich schon erfüllt hat.

Wir beiden haben uns oft gestritten und ich habe in den letzten Jahren ohne euch darüber nachgedacht. Es war immer so sinnlos, weil wir doch eigentlich immer wussten, was wir füreinander empfinden. Ich hoffe, wir beide können uns ab dem Moment, an dem ich wieder bei dir bin endlich immer sagen, was der andere für einen wert ist.

Ich liebe dich, Papa.
Du bist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben und ich hoffe, wir sehen uns bald wieder.

Dein Tom


Gerührt und den Tränen nahe schaute er auf das traurige Gesicht seines Sohnes. Und plötzlich wurde ihm klar, was er da eigentlich gemacht hatte. Ich muss was tun. Er darf nicht mit dem Gefühl rumlaufen, dass ich ihn nichtmehr liebe. „Rufst du bitte Paule an? Ich muss wissen, wie ich ihn erreiche“, bat er seine beste Freundin und sie lächelte triumphierend. Hah, die harte Nuss ´Bruno Lanford` ist geknackt. Sie griff nach ihrem Handy und wählte die Nummer des jüngsten Lanford-Sprosses. „Ja Natascha, was gibt es denn?“, meldete sich diese total genervt und angesäuert. „Dein Vater möchte mit dir sprechen“ Sie hielt ihm den Hörer hin und sah in auffordernd an. ´Ich telefoniere nie´, formte er mit den Lippen, doch sie sah stur in seine Augen. „Hallo? Ist da noch jemand? Ich kann auch wieder auflegen“, ertönte Paules Stimme und er überwand seinen Widerwillen. „Hallo Paule. Ich möchte mit dir wegen Tom sprechen“, sagte er und hielt den Hörer leicht angeekelt und mit spitzen Fingern fünfzehn Zentimeter von seinem Ohr entfernt. „Ach, über Tom. Und was willst du?“ „Ich möchte wissen, wo er ist und wie ich mit ihm sprechen kann“ Paule schnaufte. „Und warum, um ihn wieder zu verletzen?“ „Nein, um mich bei ihm zu entschuldigen. Bitte Paule, komm in die Firma…“, flehte er seine Tochter regelrecht an.

********************

Zuerst war Anna sehr erstaunt, dass ihr Vater sich so zusammenriss und versuchte, kein böses Wort über Tom fallen zu lassen. Sie sah ihrer Mutter in die Augen und wusste, dass diese ihn gebeten hatte, sich zusammenzureißen. Doch das gefiel ihr auch nicht so ganz. Sie wollte, dass ihr Vater sich aus eigenen Stücken beruhigte und ihren Mann endlich anders betrachtete. „Was will er wieder hier?“, fragte er und sah ihr tief in die Augen. Anna sah ihn an und unterdrückte ein freches Lachen und eine pampige Antwort. „Ich denke, er will zurück in seine Heimat kommen und seiner Verantwortung als Ehemann und Familienvater gerecht werden.“, sagte sie betont sachlich und drückte damit bei ihm einen Knopf, der alle Nachsicht davon schwimmen ließ. „Der und zu seiner Verantwortung stehen? Pah, der weiß doch gar nicht, wie das Wort geschrieben wird.“ Anna sah ihn erbost an. „Und das willst DU so genau wissen, ja?“, fragte sie mit erhobener Stimme und stand langsam auf. „Ja, wenn er dieses Wort nämlich kennen würde, dann hätte er dich nie verlassen, Anna“ Ingo wurde ebenfalls lauter und Susanne wollte vermitteln. Doch beide hoben gleichzeitig die Hand und geboten ihr, zu schwiegen. „Aha, und das weißt du so genau? Du, der seine Familie nicht nur drei, sondern ZWANZIG Jahre lang im Stich gelassen hat. Du erdreistest dich, so von einem anderen Menschen zu sprechen und zu urteilen?!“, zischte sie und wurde bei jedem Wort lauter, bis sie schließlich brüllte. „Das ist was ganz anderes!“, rief ihr Vater und Anna wurde nur noch böser. „Das ist gar nichts anderes! Du misst nur mit zweierlei Maß!“ Aufgebracht wand sie sich von ihm ab und versuchte, sich zu beruhigen. Sie spürte die sanfte Hand ihrer Mutter an ihrer Schulter. Dankend nahm sie die Geste in sich auf.

Nachdem sich alle wieder beruhigt hatten, versuchte es Ingo auf eine andere Art. „Ich weiß ja, dass du ihn immer noch magst und dass dir das alles schwer fällt. Aber was willst du denn mit solch einem unzuverlässigen Mann? Ich meine, schon vor seinem Verschwinden hat er doch nur mit dir und deinen Gefühlen gespielt“ Langsam drehte sich Anna zu ihm und er sah ihr väterlich in die Augen. „Ich will nur dein Bestes, Anna“, sagte er und hatte damit bei ihr den Punkt erreicht, von dem sie erhofft hatte, dass er das nicht schaffen würde. „Raus“, flüsterte sie, setzte sich in Bewegung und griff nach seiner Jacke. „Raus“, sagte sie und ging zu den beiden. „RAUS“ Sie hatte endgültig die Beherrschung verloren und riss die Tür auf. „HAU AB“, forderte sie laut und sah ihrem Vater mit blitzenden Augen ins Gesicht. „Aber Anna, das kannst du nicht machen“, versuchte Susanne einzulenken. „Und ob ich das kann. Jetzt geht, VERDAMMT NOCH MAL“ Susanne ergriff den Arm ihres Mannes und zog ihn zum Ausgang der Wohnung. Mutter und Tochter warfen sich einen letzten Blick zu. Es tut mir leid, Mama. Susanne nickte fast unmerklich und Anna knallte die Tür zu. Sie lehnte sich an eben diese und versuchte, die Tränen zu unterdrücken…es gelang ihr nicht.
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Di Jul 17 2012, 13:58


Kapitel 19

Tom lag in seinem Hotelbett und starrte an die Decke. Meine Güte, kann nicht endlich mal was passieren?, fragte er sich nervös und schaute zum hundertsten Mal auf sein Handy, in der Hoffnung, es möge sich Anna melden. Die Sehnsucht, ihre Stimme zu hören war wieder so stark, dass es ihm fast das Herz zerriss und er konnte es gar nicht erwarten, dass endlich Abend wurde und er mit ihr kuscheln konnte. Er seufzte herzzerreißend und setzte sich auf. Und wenn ich sie einfach anrufe? Wenn sie mich wegdrückt, weiß ich, ob sie schon mit den beiden spricht. Es überkam ihn ein kalter Schauer. Es hatten ihm zwar alle gesagt, dass sich seine Kinder auf ihn freuen würden, doch nach dem Fiasko mit seinem Vater konnte er nichtmehr so recht dran glauben. Er rang mit sich und schließlich war die Sehnsucht einfach zu groß und er rief bei Anna an.

Nachdem das Freizeichen dreimal ertönte, hörte er ihre erschöpfte und traurige Stimme. Sofort sah Tom alarmiert auf. „Anna, was ist los?“, fragte er direkt und sein schlechtes Gefühl steigerte sich unweigerlich. „Ist was mit den Kindern? Oder mit deinen Eltern?“, wollte er wissen und sie schniefte kurz auf. „Mit Max und Ben ist alles okay, aber meine Eltern“, seufzte sie und schien den Tränen nahe. „Was ist los, Süße. Rede mit mir“, forderte er sanft und wünschte sich, er könnte sie genau in diesem Moment sofort in den Arm nehmen und sie trösten. „Ich hab sie rausgeschmissen…Papa hat dich schon wieder so schlecht gemacht, das konnte ich einfach nichtmehr ertragen, Tom“ Oh man, wir beide haben wirklich kein Glück mit unseren Vätern momentan. „Vielleicht sollte ich einfach zu ihm gehen und mich ihm stellen? Dann musst du nicht den ganzen Mist auf deinen Schultern tragen“, bot er an und spürte selbst durch das Handy ihren Widerwillen. „Nein, das tust du nicht. Schon gar nicht heute. Ich will das erst mal mit ihm klären…aber es wäre schön, wenn du mitkommen würdest“, flüsterte sie. „Ich vermisse dich so schrecklich, Tom“, hauchte sie und gab ihm so keine Möglichkeit, auf ihre Bitte einzugehen. „Und ich dich erst. Wann soll ich heute Abend da sein?“, fragte er schließlich. „Um 19 Uhr…dann sind die beiden spätestens im Bettchen“, antwortete sie und schien zu lächeln. „Ich freu mich schon so“ „Ich mich auch, Tom. Du, ich glaube, wir sollten jetzt Schluss machen. Paloma wird mit den beiden sicher gleich wiederkommen vom Spielplatz.“, sagte sie widerwillig. „Okay…viel Glück, mein Schatz…ich liebe dich“, hauchte er zärtlich durch das Telefon. „Und ich dich erst…ich freu mich auf deine Briefe“, lächelte sie und beide legten gleichzeitig auf. Unwillkürlich straffte Tom die Schultern und erhob sich. Hoffentlich klappt das wenigstens, dachte er wehmütig, regte sich abermals über diesen verkorksten Tag auf und verließ wenig später das Hotel, um seine Heimatstadt neu zu entdecken.

********************

Kurz nachdem Anna aufgelegt hatte, klingelte es auch schon an der Tür. Wie erwartet stand dort Paloma im Schlepptau mit den beiden Kindern. Anna schaute zu ihnen runter und stellte fest, dass die beiden unglaublich müde wirkten. Oh, da haben aber zwei wieder getobt, dachte sie und lächelte. „Na ihr, wie war´s?“, fragte sie und die beiden lächelten nur müde. „Schön war´s, die beiden mussten natürlich durch die Gegend turnen und den Mädels beweisen, was für große starke Jungs sie doch sind“, antwortete Paloma und die beiden Frauen grinsten sich an. „Na, so wie ihr ausseht, gehört ihr ins Bett, meine Süßen“, sagte Anna zärtlich und hockte sich hin, um mit beiden auf Augenhöhe zu sein. Max schüttelte immer noch unwillig den Kopf, während Ben sich auf den Boden setzte und seine Mama auffordert ansah, nach dem Motto: Los, zieh mir endlich die Schuhe aus und bring mich ins Bett. Anna grinste ihre Freundin an und diese verstand. Jede Frau schnappte sich ein kleines Kerlchen und trug es ins Kinderzimmer, um es dann von seinen Sachen zu befreien und den Schlafanzug überzuziehen. Plötzlich ganz still, ließ auch Max alles über sich ergehen und als beide schließlich fertig waren, kuschelte sich jeder der beiden in sein Bett. „Aber die Überraschung von Papa wollen wir sehen“, stellte Ben noch einmal klar, bevor er die kleinen Äuglein schloss und, genau wie sein Bruder, innerhalb kürzester Zeit einschlief. Anna betrachtete sie liebevoll und drückte jedem noch ein Küsschen auf die Stirn, bevor sie zusammen mit Paloma das Zimmer verließ. Als sie wieder im Wohnzimmer ankamen, fragte Paloma, was passiert war. Anna schüttete ihr Herz aus und nach einer Stunde verabschiedete sich ihre Freundin.

Eine Stunde später lugte Anna in das Zimmer der beiden und stellte erstaunt fest, dass sich Max in der Zwischenzeit zu seinem Bruder gesellt hatte und dicht an dessen Rücken geschmiegt, mit einem süßen Lächeln, schlief. Och ihr beiden, dachte sie, ihr könnt einem wirklich das Herz brechen. Da sah sie das Augenlid von Ben zucken und trat näher heran. Dessen Mundwinkel bewegten sich immer weiter nach oben, bis er schließlich breit grinste. Wie dein Vater, dachte sie und erinnerte sich an die vielen Male, als Tom sich morgens schlafend gestellt hatte, nur um sie dann anzulocken und schließlich aufs Bett zu zerren und zu…Anna, das nicht hier grad nicht der rechte Augenblick, um darüber nachzudenken! „Wir sind wach, Mami“, sagte Ben und die beide betrachteten sie argwöhnisch, da sie anscheinend einen Gesichtsausdruck aufgelegt hatte, den sie noch nie bei ihr gesehen hatten. „Das ist sehr schön…dann kann ich ja bald zu der versprochenen Überraschung kommen“, flüsterte sie und konzentrierte sich wieder voll und ganz auf ihre Kinder, die freudestrahlend aufsprangen. „Und?“ Anna lachte auf. Ihr seid so neugierig, das ist ja schlimm. „Ihr lasst nicht locker, oder?“, fragte sie immer noch glucksend und die beiden schüttelten mit einem frechen Grinsen den Kopf. „Gut, dann ziehen wir euch jetzt kurz um und dann erzähl ich, was die Überraschung von eurem Papa ist, okay?“ Die beiden nickten zufrieden und zogen sich um.

Als sie schließlich im Wohnzimmer ankamen, setzten sich die beiden ganz brav auf die Couch. Was ist denn mit euch los? So brav und friedlich?, dachte Anna und musste schon wieder grinsen. „Habt ihr Durst?“, fragte sie fürsorglich und die beiden schüttelten den Kopf. Max sah sie vorwurfsvoll an und sie wusste, dass sie es nichtmehr ausreizen sollte. Sie setzten sich zu ihnen und sofort schmiegten sich die beiden in ihre Arme. Sie räusperte sich kurz und begann zu erzählen. „Ich hab euch doch immer erzählt, dass euer Papi was ganz Wichtiges macht, um uns zu retten, nicht?“, fragte sie und die beiden nickten stolz. „Papa ist ein Held!“, sagte Max und Anna nickte. Ja, das ist dein Papa wirklich. „Ja. Und ich hab euch gesagt, dass er euch ganz dolle lieb hat und bald zurück kommt“, fuhr sie fort und die beiden nickten wieder. „Ja, wie soll ich sagen…“, wand sie sich kurz. „Papa ist da?“, fragten die beiden gleichzeitig. Anna nickte vorsichtig und war jetzt auch verunsichert, ob alles so laufen würde, wie erhofft. Die beiden schauten begeistert auf. „Und wo?“ Anna überlegte kurz. „Er ist jetzt bei Opa Bruno…das ist ja sein Papa. Die beiden müssen sich ganz viel sagen und darum kann Papa erst morgen kommen“ Die beiden verzogen missmutig die Gesichter. „Aber er hat mir was gegeben, was ich euch unbedingt zeigen soll“, versuchte sie die beiden abzulenken. „Nee, Papa soll hier sein“, quengelten sie. „Wollt ihr ihn sehen?“, fragte sie und sie nickten zustimmend. „Okay, dann ruf ich Papa an“, sagte Anna, stand auf und griff nach ihrem Handy.

„Anna! Alles in Ordnung?“, fragte er sofort und Anna musste unwillkürlich lächeln. „Alles in bester Ordnung. Die beiden wollen unbedingt ihren Papa sehen…jetzt!“, betonte sie und Tom blies zittrig die Luft aus. „Ja, wollen sie das? Dann muss ihr Papa wohl kommen, oder?“, fragte er angespannt und sah Anna vor seinem geistigen Auge nicken. „Ja, unbedingt. Sonst sterben sie noch vor Sehnsucht und Neugier…wie ich“, flüsterte sie. „Du bist neugierig auf mich?“, fragte er und lockerte die Situation damit auf. „Naja, es gibt Dinge an dir, an die ich mich nur noch entfernt erinnern kann…aber die Sehnsucht ist so stark“ Tom lachte kurz auf. „Wo bist du jetzt?“ „Ich bin in zehn Minuten da. Meinst du, ich schaff das?“, fragte er unsicher. „Wenn einer das schafft, dann du. Bis gleich“ Sie legten beide auf und Anna wand sich an die Jungs. „Papa ist gleich da“ Max und Ben strahlten.
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Di Jul 17 2012, 14:05

Kapitel 20

Nervös ging Tom die Straße entlang, die ihn unweigerlich zu der Wohnung von Anna und den Kindern führen würde. Man, hoffentlich krieg ich das hin und blamier mich nicht, dachte er bei sich und ihn überkam plötzlich Panik, dass er kein Wort zustande bringen würde und die beiden ihn für dämlich halten könnten. Er sah auf seine Hände, die zitterten, wie nie zuvor. Oh Gott, was soll ich denn nur sagen?, fragte er sich verzweifelt und fühlte sich so unvorbereitet und schlecht, dass er am liebsten schreiend in die andere Richtung verschwunden wäre. Doch sein Stolz ließ solch eine Flucht nicht zu und er straffte schließlich die Schultern, als er am Hauseingang ankam und sich auf den Weg zu Annas Wohnung machte.

Anna saß in ihrer Wohnung und war ebenso nervös, woran auch ihre Jungs nicht ganz unschuldig waren. Die beiden zappelten herum und machten sie ganz konfus mit ihren ständigen Fragen, wo denn Tom bliebe. „Er ist gleich da“, antwortete sie zum gefühlt tausendsten Mal und prompt klingelte es an der Tür. „Seht ihr, das wird er sein“ Anna ging zur Tür und die beiden blieben nach wie vor auf der Couch sitzen, denn von da konnten sie alles genau beobachten. Sie öffnete langsam und lächelte sofort, als sie sein Gesicht sah. „Hey“, flüsterte sie, griff nach seiner Hand und zog ihn in die Wohnung. „Die beiden warten auf dich…ich stell mich da hinten hin…ich bin immer da“, sagte sie und zeigte auf eine Ecke des Raumes, in der sie nicht im Vordergrund stünde, aber jederzeit für ihn erreichbar wäre. Tom nickte und ging mit langsamen Schritten auf die Kinder zu, bis er sie schließlich voll und ganz erblicken konnte. Ihm blieb fast das Herz stehen. Er hatte sie zwar auf den unzähligen Bildern schon betrachten können, doch so in natura war das noch etwas ganz anderes. Sie sehen so aus wie ich.

Neugierig und total begeistert von dem Anblick ihres Papas standen die beiden auf. „Du bist unser Papa?“, fragte Ben und Toms Herz zog sich vor Freude zusammen, als er zum ersten Mal die Stimme seines Kindes hörte. Tom nickte und lächelte. „Ja, ich bin euer Papa“, wisperte er und die beiden strahlten. Sie tapsten ganz langsam auf ihn zu. „Du warst nicht da!“, sagte sein anderer Sohn. Doch obwohl solch ein Satz eher wie eine Anklage klingen sollte, hörte es sich bei ihm so an, als hätte sein Papa eine große Heldentat vollbracht. „Ja, ich war ganz lange weg. Aber jetzt bleib ich lange hier“ Beide legten den Kopf schief. „Wie lange?“, fragten sie beide und grinsten. „Für immer“, sagte Tom lächelnd. Oh Gott, sind die beiden süß, dachte er und es überkam ihn ein unglaublich väterlicher Stolz, der ihn so glücklich machte, wie er es selten in seinem Leben gewesen war. Die beiden standen jetzt vor ihm und Ben machte eine Bewegung, die Tom bedeutete, dass er sich hinhocken sollte. Dies tat er auch und sofort waren zwei Augenpaare auf ihn gerichtet, die ihn neugierig betrachteten. Er selbst sah sie ebenso gespannt an und stellte fest, dass alle recht hatten. Die beiden sahen wirklich genauso aus, wie er in ihrem Alter. Plötzlich spürte er eine kleine Hand an seiner Nase, die sanft zukniff. Erstaunt prustete Tom auf und Max zog seine Hand zurück, um dann sein eigenes Näschen zu betasten. Ben tat es ihm gleich und dann sahen sich die beiden an, griffen nach der Nase des jeweils anderen und lachten schließlich laut los. Als Tom dieses Kinderlachen hörte, war es um ihn geschehen und er konnte die Tränen, die er schon so lange zurückdrängte, nicht mehr an sich halten. Erschrocken sahen die beiden zu ihm und umarmten ihn gleichzeitig. „Papa, nicht weinen“ Sie kuschelten sich an ihn und schienen sich geborgen zu fühlen. Und auch ihr Vater hatte noch nie solch eine tiefe Zufriedenheit in sich gespürt.

Anna stand da und konnte einfach nicht fassen, was sich dort vor ihren Augen abspielte. Ihre Kinder verhielten sich so bezaubernd, dass es ihr den Atem raubte. Die beiden kannten ihren Papa natürlich schon von Fotos und wussten, wie er aussah. Und sie wussten auch, dass ihr Papa sie ganz dolle liebte, denn das hatte sie tief in ihrem Herzen gespürt und den beiden immer wieder gesagt. Doch das, was sie da grade machten, war so herzzerreißend schön, dass sie alle drei am liebsten umarmt hätte. Wir sind eine Familie. Endlich eine Familie, seufzte sie innerlich und gluckste leise, als sie beobachtete, wie Max nach der Nase ihres Liebsten griff. Ja, diese Nase sieht so aus wie deine, mein Süßer. Anna war so unbeschreiblich glücklich über diesen Moment, dass sie alle ihre Sorgen vergaß.

Die drei lösten sich voneinander und sahen sich an. „Wer von euch beiden ist denn Ben?“, fragte Tom schließlich und er sah verlegen zu Boden. Selbst das weiß ich nicht. Sein Sohn meldete sich. „Und du bist Max“ Dieser nickte eifrig. „Und du bist Papa…und das ist Mami“, zählte Ben weiter auf und sah zu seiner Mutter, die sie nach wie vor zärtlich betrachtete. Die beiden Erwachsenen sahen sich an und lachten schließlich. „Ja, das bin ich“, antwortete Anna und kam auf die drei zu. Sie ging hinter Tom in die Hocke und schmiegte sich an seinen Rücken. Kurz vergrub sie ihre Nase in seinem Haar und flüsterte: „Hab ich es dir nicht gesagt?“ Tom nickte unmerklich und sie lächelte. „Ich glaube, Papa würde sich gern euer Zimmer ansehen“ Die beiden waren sofort begeistert und griffen nach seinen Händen, um ihn für die nächsten zwei Stunden in Beschlag zu nehmen und ihm alles zu zeigen, was sie besaßen. Während der ganzen Zeit ließ Anna Tom mit den Kindern alleine. Sie wusste, dass diese Stunden nicht reichen würden, aber sie hatten ja noch so ewig lange Zeit, um sich kennenzulernen. Ab und zu hörte sie ein lautes Lachen oder Kichern und sie konnte sich vorstellen, wie toll Tom sich als Papa machen musste.
Sie begann, für alle Abendbrot zuzubereiten und als sie fertig war und ins Kinderzimmer luckte, war ihr, als erlebe sie ein Deja vu. Tom saß in dem großen Sitzsack, ein Bilderbuch in der Hand. Doch dieses Mal war es nicht ein Kuscheltier, das er im Arm hielt, sondern es waren ihre gemeinsamen Kinder. Dieser Moment barg so viel Familienalltag in sich, dass es sie fast umhaute. Als wärst du von Anfang an da gewesen. „Hat einer von euch Hunger?“, flüsterte sie und alle drei schauten auf. Sie lächelten gleichzeitig und nickten. Tom stand, mit beiden Kindern auf den Armen, auf und trug sie in die Küche. Ben und Max schien das ungemein zu gefallen und sie betrachteten ihn, ununterbrochen glücklich lächelnd…

Als sie zu Ende gegessen hatten, schaute Anna auf die Uhr und wand sich an die beiden. „Ich glaube, es ist an der Zeit, schlafen zu gehen.“ Unwillig schauten sie ihre Mutter an und sahen dann zu Tom, um seine Unterstützung zu erlangen. Doch dieser schüttelte den Kopf. „Eure Mama hat Recht. Aber ich les euch die Geschichte noch zu Ende vor, wie ich es euch versprochen habe“ Er wirkte so entspannt und liebevoll, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Und er fühlte sich auch so. Die beiden hatten ihn mit offenen Armen empfangen und ihm somit gar nicht die Möglichkeit gegeben, sich in irgendeiner Weise unsicher zu fühlen. „Das ist doch eine gute Idee von eurem Papa. Und ich geh mit euch ins Bad und wir machen uns bettfertig.“ Die beiden waren damit immer noch nicht zufrieden. „Wir werden morgen den ganzen Tag zusammen spielen. Und ihr werdet mir euren Lieblingsspielplatz zeigen, oder?“, versuchte Tom es anders und die beiden nickten. „Das könnt ihr aber nur machen, wenn ihr schön geschlafen habt, nicht?“, fragte er zärtlich und sie nickten wieder. „Also müsst ihr heute ganz früh ins Bett, damit wir auch alles machen können“ Die beiden sahen sich an und schienen sich stumm zu beraten. Schließlich fällte das hohe Gericht ein Urteil und sie nickten. „Komm, Mama“, sagten sie auffordernd. „Umziehen“ Anna sah ihnen ungläubig nach. „Das hab ich noch nie so schnell hinbekommen“, sagte sie bewundernd und Tom zuckte mit den Schultern. „Tja, wer kann, der kann“, grinste er und sie lachte. Kurz beugte sie sich zu ihm und presste ihre Lippen auf seine. „Machst du hier klar Schiff?“ Tom nickte und sie erhob sich, um den beiden ins Bad zu folgen.

Tom war gerade dabei, das dreckige Geschirr abzuwaschen, als er Stimmen aus dem Nebenzimmer hörte. „Papa ist toll“, sagte Max und sein Vater musste lächeln. „Ich hab euch doch immer gesagt, dass Papi ganz toll ist“, antwortete Anna und Tom lächelte noch mehr. „Aber er ist noch toller“ Anna lachte leise auf und Tom fühlte sich unbeschreiblich gut. „Wir müssen ihn behalten“ Tom gluckste leise. Ich werde nie wieder gehen. „Ja, das werden wir…und nun kommt“, flüsterte sie und er hörte plötzlich kleine Schritte, die sich zu ihm bewegten. Da standen die beiden im Schlafanzug und sahen erwartungsvoll zu ihm. Anna und Tom sahen sich an. „Machst du weiter?“ Anna nickte und griff nach dem Lappen, um seine Arbeit weiter zu führen.
Sie machte sich daran, alles fertig zu machen und hörte Toms warme, angenehme Stimme, die eine Geschichte erzählte. Sie schloss kurz die Augen und ein Gefühl der Geborgenheit umhüllte sie. Du machst das einfach perfekt, dachte sie stolz. Du bist einfach perfekt. Nach zwanzig Minuten kam er zurück und lächelte. „Wollen wir hoch gehen?“, fragte er nach einer Weile und sie nickte zustimmend. Sie griff nach dem Babyphon und ihrer Tasche, in der sich immer noch die Briefe von Tom befanden. Sie machten das Licht aus und öffneten leise die Wohnungstür. Als Anna und Tom sich im Hausflur befanden, verschränkten sich ihr Finger zärtlich ineinander und sie gingen, ohne ein Wort zu sagen, in ihr kleines Paradies.
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Di Jul 17 2012, 14:11

Kapitel 21

Angespannt betrat Bruno Lanford das kleine Hotel, in dem sein Sohn momentan wohnte. Er hatte lange mit seiner Tochter sprechen müssen, hatte ihr erklären müssen, dass er sich wirklich und aufrichtig bei Tom entschuldigen wollte, bis sie ihm schließlich den Namen und die Adresse des Hotels gesagt hatte. Aber natürlich hatte sie ihn gewarnt: sollte er irgendwas tun, was Tom wieder verletzen könnte, würde sie ihm sein restliches Leben lang die Hölle heiß machen. Aber das hatte Bruno gar nicht vor. Er wollte sich zusammenreißen, sich überwinden und allen Stolz und Frust herunterschlucken, um seinem über alles geliebten Sohn eine Chance zu geben, sich zu erklären. Doch ihn überkam auch Angst. Angst davor, dass Tom nach dem Treffen am Morgen nichtmehr mit ihm sprechen wollen würde. Aber du musst jetzt da durch, du hast es dir selbst eingebrockt, dachte er und war wütend auf sich selbst.

Er ging zur Rezeption und fragte die freundliche Mitarbeiterin, ob Tom Lanford im Haus sei. „Nein, es tut mir leid. Herr Lanford ist schon seit heute Nachmittag nichtmehr hier gewesen“, antwortete sie bedauernd, nachdem sie nachgeschaut hatte. „Aha. Hat er etwas gesagt? Ob er vielleicht irgendwann wieder kommt?“ Sie schüttelte den Kopf. „Nein, hat er nicht. Aber wollen Sie, dass ich ihm eine Nachricht zukommen lasse?“, fragte sie freundlich und Bruno überlegte. Eigentlich keine schlechte Idee. Ich könnte ihm einen Brief schreiben und dann müsste ich mich ihm nicht stellen, dachte er und schalt sich im nächsten Moment einen elendigen Feigling. Nein, das musst du persönlich machen, das hat er verdient. Und außerdem wird er dir viel erzählen wollen. Die junge Frau räusperte sich und er sah erschrocken auf, bis er sich wieder an ihre Frage erinnerte. „Nein, danke. Ich komme morgen nochmal wieder…Auf Wiedersehen“, verabschiedete er sich und ging schnurstracks zum Ausgang. Vielleicht war es besser so. Dann kannst du wenigstens noch eine Nacht drüber schlafen.

******************

Total überwältigt lag Anna in den Armen von Tom und starrte auf die Zeilen des letzten Briefes, den er für sie geschrieben hatte. So etwas hatte sie noch nie gelesen und auch nie gehört, dass ein Mann so etwas für seine Frau geschrieben hatte. Jedes einzelne Wort, das er geschrieben hatte, kam tief aus seinem Herzen und zeigte ihr, wie sehr er sie liebte und brauchte. Und sie spürte, dass sie diese Gefühle genauso erwiderte. Plötzlich fühlte sie seine sanfte Hand, die ihr Gesicht liebevoll liebkoste. Voller Genuss schloss sie die Augen und gab sich dem schönen Gefühl hin, das er ihr mit dieser Geste gab. Als er sie dann auch noch sanft auf die Stirn küsste und ihr zärtliche Worte ins Ohr flüsterte, spürte sie, dass sie zum wiederholten Male an diesem Tag vor Freude weinte.

Tom genoss es in vollen Zügen, sie fühlen und berühren zu können. Sie hatte jeden seiner Briefe mit Bedacht geöffnet und langsam den Inhalt in sich aufgesogen. Und ihre Reaktion auf jeden einzelnen war so bezaubernd gewesen, dass er sie am liebsten geküsst und noch ganz viele andere Dinge mit ihr angestellt hätte. Ein Brief schien es ihr besonders angetan zu haben, denn sie las ihn jetzt schon zum fünften Mal.

„Dieser Brief ist so toll“, flüsterte sie und zeigte auf den, den er an ihrem ersten Hochzeitstag geschrieben hatte.

Mein wunderbarer Engel,

heute ist unser erster Hochzeitstag und ich weiß es noch wie heute, wie angespannt und nervös ich war, dass du meine Frau werden würdest. Und ich kann es bis heute nicht fassen, dass du dich wirklich für mich entschieden hast.

Ich war damals so aufgeregt und hatte solche Angst, meine Worte zu vergessen und nur stumm vor dir stehen zu können. Aber als du dann vor mir standest, so wunderschön und engelsgleich, wusste ich, dass ich im Himmel angekommen war.

Vor einem Jahr hätte ich nicht gedacht, dass ich uns nur so gratulieren kann. Wie gern würde ich jetzt mit dir im Arm vor dem Bettchen unserer Kinder stehen, um sie beim schlafen zu beobachten. Unsere Kinder, Anna. Etwas, was ich mir wünsche, seit wir zusammen sind. Sie werden uns immer verbinden, genauso wie unsere Liebe und unser Eheversprechen uns immer eins werden lassen. Ich werde nie vergessen, was ich dir versprochen habe und ich denke noch heute jede Minute an dich.

Du bist die große Liebe meines Lebens und das kann kein Mensch jemals ändern. Und darum werde ich für uns weiter kämpfen. Wer weiß, vielleicht sitze ich in einem Jahr schon neben dir und wir lesen diesen Brief zusammen.

Ich liebe dich, mein süßer Schatz.
Dein Tom


Anna las diese Worte und lächelte. Du fühlst das Gleiche wie ich. Bis heute. Warum also sollten sie eigentlich noch lange warten, bis sie endlich wieder als Paar zusammen sein konnten? Sie brauchten einander, sie sehnten sich danach, den anderen wieder spüren zu können. Nicht nur in Umarmungen oder sanften, kleinen Küssen. Nein, ich will viel mehr. Ich brauche viel mehr, dachte Anna. Und wenn ich ihn einfach überrumpel? Er hatte ihr damals nie widerstehen können. Ja, das probier ich aus. Sie drehte sich zu ihm und küsste ihn zärtlich. „Wollen wir tanzen?“, fragte sie und er schaute panisch. Jetzt komm mir nicht wieder damit, dass du nicht tanzen kannst. Du bist einfach nur zu faul, ermahnte sie ihn und grinste innerlich.

Tom sah sofort, dass er mit der Ausrede, nicht tanzen zu können, auf taube Ohren stoßen würde. Die Musik, kam ihm der rettende Einfall, wir haben keine Musik. „Ohne Musik kann ich nicht tanzen“, sagte er und fand dieses Argument stichhaltig und unüberwindbar. „Das ist kein Problem. Ich hab immer Musik hier“, antwortete sie zuckersüß. Toms Mund klappte auf. Och nee, bitte nicht. „Hah, hier gibt es wohl nichts, was du nicht hast“, gab er sich gut gelaunt, doch Anna überhörte den leicht ironischen Unterton nicht. „Hmm, also ich hab alles hier oben, was zu einem romantischen Abend gehört. Und dazu gehört auch Musik…komm mit“, forderte sie und führte ihm zu einem kleinen Radio, neben dem einige CDs gestapelt waren. Anna legte eine von ihnen rein und drückte schließlich auf Play. Sie nahm in zärtlich bei der Hand und sie gingen zusammen zu der Stelle, an der es sich eng umschlungen perfekt tanzen ließ. Anna und Tom sahen sich in die Augen und begannen, sich sanft im Takt der Musik zu wiegen. Siehst du, klappt doch wunderbar.

Je länger sie tanzten, desto entspannter wurde Tom und er fühlte erstaunt, dass er es maßlos genoss. Sie im Arm zu halten und sich einfach mal fallen zu lassen war das Schönste und Größte, was er nach diesen drei Jahren fühlte. Aber natürlich waren die Stunden mit seinen Kindern an diesem Abend das Beste gewesen, was er jemals erlebt hatte. Wie turbulent ein einziger Tag doch sein konnte. Noch am Vormittag hatte er gedacht, die Welt ginge für ihn unter und jetzt war er ihr und genoss das Leben, wie nie zuvor. Glücklich vernahm er, dass Anna ihren Kopf an seine Schulter schmiegte und sich dichter an ihn drängte. Er tat es ihr gleich und schließlich waren sie so dicht aneinander gepresst, dass nicht mal ein dünnes Blatt Papier zwischen sie beide gepasst hätte.

Anna überlegte, was sie tun könnte. Das hier war so schön und romantisch, dass sie ewig so hätte weiter machen können. Doch noch immer schrie diese tiefe Sehnsucht in ihr und befahl, dass sie endlich was tun sollte. Und so drehte sie schließlich ihren Kopf und begann, ganz zärtlich und genussvoll seinen Hals mit ihren Lippen zu liebkosen. Tom brummte selig und entspannt. Das Vibrieren seiner Stimme jagte einen wohligen Schauer nach dem anderen durch ihren Körper und sie konnte nicht anders, als sanft an seiner Haut zu saugen. „Was tust du da?“, hauchte Tom und Anna löste sich von seinem Hals. „Ich mach dir einen Knutschfleck“ Sie hob ihre Arme und vergrub die Hände in seinem blonden Haar. „Komm her“, flüsterte sie und zog seinen Kopf nach unten. Als sich ihre Lippen berührten, verabschiedete Anna den letzten Rest Verstand und die letzten Bedenken. Sie strich vorsichtig mit ihrer Zunge über seine Lippen und er gewährte ihr sogleich Einlass. Als sich schließlich ihre Zungen berührten, konnte weder sie noch er aufhören und sie begannen, sich leidenschaftlich zu küssen. Während ihre Zungen ihr lang ersehntes und nie vergessenes Spiel spielten, schlüpfte Anna frech mit ihren Händen unter seinen Pullover und fühlte die nackte, wärmende Haut. Tom stöhnte leise in ihren Mund und die beiden lösten sich kurz voneinander. „Was machst du bloß mit mir?“, fragte Tom mit rauer Stimme, bevor er seine Lippen wieder begehrlich auf ihre presste und sie fast wie verzweifelt küsste. Von diesem Vorstoß jetzt etwas überrumpelt, krallte sich Anna in seine Haut und er knurrte leise, löste sich aber nicht von ihr. Sie standen so da, küssten sich heiß und voller Verlangen und nach schier endlosen Minuten, die sich wie eine Ewigkeit anfühlten, löste Anna sich von ihm. „Lass uns nach unten gehen“, bat sie, da ihr trotz der aufsteigenden Hitze langsam kalt wurde. Er nickte und schon lagen seine Lippen wieder auf ihren. Sich leidenschaftlich küssend stolperten sie zum Radio, machten es aus und bewegten sich auf die Tür zu. Als diese endlich abgeschlossen war, drängte Tom sie gegen die Wand und blickte sie mit glühenden Augen an. „Ich kann nicht mehr warten“, hauchte er erregt. „Ich…auch…nicht“, wisperte Anna abgehackt. Glücklich über dieses Geständnis umfasste er ihren Po, um sie hochzuheben, auf seinen Armen die Treppe herunterzutragen und fast ununterbrochen zu küssen…
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   Di Jul 17 2012, 18:31

Oh Mann, deine Geschichte nochmal zu lesen, ist wundervoll. Diese Gespräche, die Emotionen, einfach berührend. Muss gerade mal ein paar Tränchen wegwischen *schnief* crying Very Happy
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht   

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AudL...Anna und Tom - Eine Liebe, die nie vergeht
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