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 AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)

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katha

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BeitragThema: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Fr Jul 20 2012, 22:40

das Eingangsposting lautete :

Diese Kurz-FF ist nicht neu und manche werden sie kennen. Smile Allen anderen, und natürlich auch denen, die sie erneut lesen, wünsche ich viel Spaß Wink


Informationen zur Vorgeschichte
Tom und Carla sind verlobt und Natascha sitzt im Gefängnis, wegen des Vorwurfes Steve Welder umgebracht zu haben. Anna, die mit Enrique zusammen ist, der sich aber gerade im Ausland aufhält, hat den Verdacht geäußert, dass Carla und David etwas mit dem Tod Steve Welders zu tun haben, und damit Toms Zorn auf sich gezogen, der seine Verlobte überzeugt in Schutz nahm.
Augangspunkt dieser Geschichte ist der Tag, an dem die Polizistin Fr. Fuchs aufgrund eines Hinweises das zweite Mal das Alibi von Carla Rhonstedt überprüft und David Darcy im Beisein von Carla, Fr. Fuchs und Tom die Affäre zwischen sich und Carla offenbart.

*************************
Teil 1

Anna saß an ihrem Schreibtisch und beobachtete gespannt das Atelier. Fr. Fuchs von der Polizei war im Hause und David hatte Carla und auch Tom hinzu gezogen um mit ihr zu sprechen.
Hoffentlich haben sie endlich einen Beweis dafür gefunden, dass die Beiden etwas mit dem Mord an Steve zu tun haben. dachte sie nervös. Sie wusste, dass sie sich auf verdammt dünnem Eis bewegte. Sie war es, die der Polizei den Tipp gegeben hatte, das Alibi von Fr. Rhonstedt noch einmal anhand der Computer-Protokolle zu überprüfen. Wenn Tom erfährt, dass ich was damit zu tun habe, schmeißt er mich vermutlich endgültig raus. Und dann steh ich da, mit meinen Schulden. dachte Anna deprimiert, während sie Löcher in die Luft starrte. Aber sie hatte einfach nicht aufgeben können. Obwohl Natascha viel zu zutrauen war, konnte sie sich einfach nicht vorstellen, dass sie zu einem kaltblütigen Mord fähig war. Und wenn sie es tatsächlich gewesen wäre, würde sie nicht so gegen ihre Strafe ankämpfen, denn dann wäre sie von der Richtigkeit ihrer Tat überzeugt und würde dazu stehen. So gut kannte Anna sie mittlerweile.
Plötzlich zuckte Anna zusammen. Ein lauter Knall hatte die Ruhe im Atelier durchschnitten. Es war bereits später Nachmittag und nur noch wenige Mitarbeiter befanden sich an ihren Arbeitsplätzen. Anna schaute sich verwirrt um, aber im Eingangsbereich rund um den Empfang konnte sie nichts erkennen, was das Geräusch hätte auslösen können, als sie sich plötzlich von einem Blick erdolcht fühlte. Sie schaute auf, und da stand er. Tom, direkt an der Glaswand in seinem Büro. Er bedachte sie mit eiskalten Augen und seine Mimik war wie eingefroren. Sie zuckte erneut zusammen und fühlte die eisige Kälte in sich eindringen, die er ihr scheinbar zusandte. Seine Tür hat geknallt. Aber warum schaut er mich so wütend an? Ob sie Carla überführt haben? Es fröstelte sie und sie rieb sich über die mit Gänsehaut bedeckten Oberarme und überlegte was sie tun sollte. Ihren Blick auf ihre Entwürfe gerichtet, versuchte sie die Situation zu erfassen, aber es gelang ihr nicht, da sie keine Ahnung hatte was passiert war. Am Empfang waren die Polizistin, Carla und David zu sehen. Die beiden Lanford-Angestellten wurden zwar nicht abgeführt, bestiegen aber gemeinsam mit Fr. Fuchs den Fahrstuhl. Carla sah mit einem unglücklichen Blick zu Toms Büro, während sie mit schwerem Schritt das Atelier verließ.
Wahrscheinlich sollte ich auch lieber das Weite suchen, bevor er mich direkt feuert. … Wenn er sich bei unserer nächsten Begegnung etwas beruhigt hat, stehen meinen Chancen vielleicht besser… überlegte Anna, als sie vorsichtig in Toms Richtung schaute. Sie sah auf seinen Rücken und erkannte, dass er seinen Blick gerade wieder in seinen Raum richtete, nachdem scheinbar auch er den Abgang der drei Menschen am Empfang beobachtet hatte. Anna konnte die Spannung erkennen, die seinen Körper beherrschte und offensichtlich kurz vor der Entladung stand. Und da passierte es schon. Mit einem lauten Brüll räumte er den Schreibtisch leer. Ein Wisch mit dem Arm reichte aus um Ordner, Mappen und Stifte durch das ganze Büro zu befördern. Anschließend schmiss er sein Trinkglas, das erstaunlicherweise noch stehen geblieben war, mit einem wütenden Wurf, der Tom vermutlich den Home-Run gesichert hätte, gegen die Wand und es zersprang klirrend in tausend Scherben. Anna schaute sich erschrocken um. Außer ihr, war kein Mensch mehr zu sehen und anstatt es allen anderen gleich zu tun und schnell das Atelier zu verlassen, stand sie auf und ging ganz langsam Schritt für Schritt zu der Bürotür des Junior-Chefs. Sie hob die Hand und zögerte, … sollte sie wirklich? Immer noch unsicher ließ sie die Hand wieder sinken, als die Tür plötzlich aufgerissen wurde, und sie sich eine zehntel Sekunde später dem Mann gegenüber sah, der gerade aussah als wolle er einen Amoklauf starten. Tom blieb abrupt im Türrahmen stehen und funkelte sie an. „Was willst du denn noch hier?“ brüllte er Anna an, die bereits bei seinem Auftauchen den Kopf eingezogen hatte und nun verschüchtert vor ihm stand. „Ich, … Ich…,“ „Was, Ich?“ polterte er erneut über sie hinweg und Anna ging sicherheitshalber einen Schritt auf die Seite um nicht von ihm überwalzt zu werden, falls er erneut den Vorwärtsgang finden würde. Seine Haltung glich der eines Tigers, der voller Anspannung seine Beute beobachtete und auf seinen alles entscheidenden Sprung wartete. „Ich wollte fragen, ob ich irgendetwas für dich tun kann?“ Sie schaute ihn vorsichtig von unten herauf an und schimpfte mit sich selbst. Wie doof bist du eigentlich! Entweder er reißt dir jetzt den Kopf ab, oder er feuert dich, oder… Plötzlich fühlte sie seine Hände an ihrem Gesicht, und seine Lippen, die sich auf die ihren legten. Völlig verwirrt starrte sie in seine Augen, die immer noch glühten vor Zorn, oder war es Leidenschaft? Sie versuchte sich von ihm zu lösen, aber Tom ließ es nicht zu. Anna gab ihren Widerstand auf und gab sich ihm hin. Als er spürte, dass sie seinen Kuss erwiderte, kam er ein Stück näher, legte seine Arme um sie und küsste sie voller Inbrunst. Anna fühlte wie ihr Herz wild in ihrer Brust hämmerte und sie kaum noch zu Atem kam. Tom war offensichtlich in einem Ausnahmezustand. Sie versuchte erneut, dieses Mal entschlossener als zuvor, sich von ihm zu lösen. Sie trat schnell einen Schritt zurück und sah ihn verwirrt an. „So … war das …eigentlich nicht gemeint.“ stotterte sie. Tom brauchte auch einen Moment um seine Fassung zurück zu gelangen. Dann aber sah er sie mit neutralem Gesichtsausdruck an und sagte nur. „Dann frag doch nicht, ob du was für mich tun kannst.“ Damit trat er den Rückzug an, warf ihr noch einen Blick zu, bevor er die Tür hinter sich ins Schloss fallen ließ. Anna und Tom lehnten sich gleichermaßen erschöpft von dieser spontanen Wendung der Situation gegen die Tür und holten tief Luft. Tom rieb sich über die Stirn und versuchte zu begreifen, was da gerade passiert war. Ich habe Anna geküsst,… warum? Weil ich wütend bin auf Carla? Sie hat mich mit diesem Schmierlappe betrogen. Wollte ich es ihr in gleicher Münze zurückzahlen? Würde es sie überhaupt interessieren? Interessiert mich das überhaupt? Und was will diese Frau dort draußen eigentlich von mir. Alle hauen ab und sie bewegt sich freiwillig in meine Wildbahn? ... Was hat sie nur an sich, dass ich sie nicht ignorieren kann? Ihm war es als ob in seinem Kopf viele tausend Ameisen durcheinanderliefen und auf seinen Nerven herumtrampelten. Er hatte das Gefühl, dass sich die Wände des Raumes auf ihn zu bewegten und es immer enger und heißer wurde, und er riss erneut die Tür auf, um sich an die frische Luft zu flüchten. Da drang ein hohes Quieken an sein Ohr und er konnte die junge Frau, die rückwärts zu Boden fiel gerade noch auffangen. Er taumelte und gemeinsam landeten sie auf dem Fußboden. Er half Anna auf und sah sie einen Moment perplex an, bevor er sie anbrüllte „Was willst du von mir? Lass mich doch einfach in Ruhe!“ Dann eilte er an ihr vorbei und trat an den Fahrstuhl heran. Wie ein Wilder drückte er auf dem Fahrstuhlknopf herum und verfluchte die langsame Technik. Anna schaute kopfschüttelnd hinter ihm her.

Als auch Anna ihre Entwürfe zusammen packte und das Atelier verließ, war bereits früher Abend. Sie trat aus dem Lanford-Gebäude und atmete erleichtert die frische Luft ein, ehe sie den Nachmittag überdachte. Ich glaube ich bin heute haarscharf an einem Rausschmiss vorbei geschlittert. Aber ich weiß immer noch nicht, was sie Polizei denn jetzt herausgefunden hat. Warum ist Tom so unglaublich sauer?... Ich wollte ihn doch nicht leiden sehen. Obwohl, wenn er jetzt endlich mal die Augen auf macht, wäre ja schon mal ein Fortschritt. Jetzt bräuchte ich nur noch einen Beweis, dass ich mit dieser blöden Haokan-Geschichte nichts zu tun hatte, dann könnte er mir vielleicht sogar wieder vertrauen. Langsam schlenderte sie am Kanal entlang und genoss die Ruhe und die frische Luft, während sie sich damit beschäftigte, warum ihr das Wohlergehen und das Vertrauen ihres ‘Chefs’ eigentlich so wichtig war. Das Klingeln ihres Telefons riss sie aus ihren Gedanken. „Hey Enrique, wo bist du?“ Anna blieb stehen und schaute glücklich lächelnd auf das dahin fließende Wasser. „Was, du bist gerade gelandet? Weißt du was, dann komme ich dich abholen. … Ich freu mich.“ Anna lief freudestrahlend los, konnte sie sich doch in seiner Umgebung am besten von ihren verwirrenden Gedanken und Gefühlen ablenken.
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Di Jul 24 2012, 09:00

Lizzy schrieb:
Wow der Teil ist wieder großartig! freue mich auf eine Fortsetzung Smile

Fortsetzung kommt, aber jetzt muss ich erst mal los. Vielleicht heute Abend.
Danke Laughing
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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Di Jul 24 2012, 21:51

Wie versprochen Smile


Teil 7

Eine knappe Stunde später stand Anna im Eingangsbereich des Wolkenkratzers, der die Geschäftsräume Lanfords beherbergte. Sie ließ sich anmelden und betrat den Fahrstuhl, der sie mit hoher Geschwindigkeit in die verschiedenen Etagen führte, in denen die Menschen ihren Arbeitsplätzen entgegenstrebten. Ihr Herz pochte laut und ihre Hände waren feucht, als sie in der Enge des voll besetzten Fahrstuhls stand. Sie hielt ihren Blick gesenkt und konzentrierte sich auf ihre Atmung, in der Hoffnung sich etwas zu beruhigen, ... bis sie endlich das 43. Stockwerk erreichten. Mit einigen anderen Menschen trat sie aus den Türen des Metallkäfigs und fand sich in einem stylischen, aber zugleich freundlich eingerichteten Empfangsbereich wieder. Sie betrachtete die junge Frau, die sich hinter einem aus Edelstahl und Holz erbauten Tresen, hektisch hin und her bewegte. Spontan dachte sie an die Anfangszeiten Palomas bei Lanford. Auch sie hatte immer diesen leicht verzweifelten Ausdruck im Gesicht gehabt, während sie versuchte dem Chaos freundlich gegenüber zu treten und den vielen Aufgaben gerecht zu werden.

Anna hielt sich zurück, bis die Dame zumindest das Telefonat beendet hatte, ehe sie sich vorstellte und auf ihren Termin mit dem Marketing verwies. Die Brünette lächelte dankbar, als sie merkte, dass ihr jemand Verständnis entgegen brachte. Sie schaute schnell in ihren Kalender und fand nach einigem Suchen den Termin. „Oh, … da gab es eine Verschiebung. Der Termin ist heute Chefsache. Hr. Lanford wird…,“ sie sah auf die Uhr „in fünf Minuten für sie da sein.“ Sie beugte sich ihr ein Stück entgegen und flüsterte vertrauensselig. „Vorher darf man ihn nicht stören, ansonsten kann er seeehr ungemütlich werden.“ Sie schaute Anna vielsagend an, und diese konnte sich ein wissendes Kopfnicken und ein Schmunzeln nicht verkneifen. Auch wenn ihre Körperfunktionen auf Alarm standen seit sie gehört hatte, dass sie Tom definitiv nicht aus dem Weg gehen konnte, waren die Erinnerungen an seine schlecht gelaunten Auftritte, deren Opfer sie in Berliner Zeiten häufig gewesen war, aus heutiger Position fast amüsant.
Sie wurde in einen Wartebereich gebeten, aber da sie sich irgendwie von ihrer Nervosität ablenken wollte, wies sie die Dame auf ihre Verbindung zu Lanford hin und fragte ob sie sich ein wenig umsehen dürfe. Die Augen der Empfangsdame wurden immer größer, als sie realisierte, wen sie da vor sich hatte. „Frau Broda, ich bin untröstlich. Ich habe wieder mal nichts kapiert. … Natürlich dürfen sie sich umsehen, ich gebe ihnen dann Bescheid.“
Anna wanderte also durch die Flure der Etage und betrachtete die Plakate und Portraits früherer Entwürfe und Kollektionen, die die Wände säumten. Ansonsten konnte sie durch offene Türen die verschiedenen Arbeitsbereiche ersehen, in denen scheinbar eine positive Grundstimmung herrschte. Es wirkte überall leicht chaotisch und Anna dachte schmunzelnd, dass das bei Lanford wohl einfach dazu gehörte.
Da kam die Empfangsdame auch schon auf sie zu und geleitete sie zu dem Büro, das am Ende des Flures lag. Direkt neben der Tür hing eine Entwurfsreihe, die sie nur all zu gut kannte. Es war die Haokan-Kollektion, die vor einem knappen Jahr für so viel Wirbel gesorgt hatte. Sie blieb einen Moment vor dem großen Rahmen stehen, und wurde von der Brünetten bewundernd betrachtet. „Die haben sie…?“ fragte sie Anna, während sie auf die Entwürfe zeigte und Anna nickte lächelnd. „Sie sind großartig!“ hörte sie nur noch am Rande, denn ihre Aufmerksamkeit war schon auf die vor ihr liegende Herausforderung gerichtet, denn nun musste sie in die Höhle des Löwen. Einen Moment blieb sie noch vor der Tür stehen, und versuchte mit erneuten Atemübungen, ihren Puls und ihren Herzschlag auf ein Normalmaß zu reduzieren, während ihre Hand zum Klopfen bereit vor der Tür schwebte. Aber es war vergebene Liebesmühe, ihre Nervosität hatte ein Höchstmaß angenommen und war davon auch nicht abzubringen, und ihre Hand würde den Weg zur Tür überwinden müssen, egal wie schwer es war.
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Sie klopfte zögerlich und betrat nach einem kurzen „Come in“ langsam das Büro. Allein das Hören dieser zwei knappen Worte katapultierten Anna zurück in die Vergangenheit. Wie hatte sie seine Stimme vermisst. Sie schloss die Tür und blieb abwartend stehen, während sie den Raum zu erfassen versuchte. Das Büro war nicht sonderlich groß, hatte aber durchaus die persönliche Note Toms, die sie kannte. Ihr Blick fiel auf den großen Schreibtisch, der ähnlich wie in Berlin eine riesige Barrikade zwischen Chef und Angestellten bedeutete, und auch in bekannter Manier mit Mappen und Ordnern überfüllt war. Aber es gab auch eine kleine Ecke, in der ein Sofa und zwei Sessel eine einladende Atmosphäre vermittelte. Einer der Sessel war zum Fenster gedreht, aus dem sie einen unglaublichen Ausblick auf die Stadt erkennen konnte. Und in diesem Sessel saß er. Tom Lanford. Anna stockte der Atem, und sie musste mit sich ringen, nicht laut auf zu seufzen bei seinem Anblick. Ihr Herz drohte ihre Rippen zu durchschlagen und aus ihrem Brustkorb zu hüpfen, als sie den blonden, unglaublich gut aussehenden Mann betrachtete, dem sie seit Monaten nur noch in ihren Gedanken und Träumen begegnet war.

Tom hatte seine heutige halbe Stunde wirklich nötig gehabt. Er war erschöpft, denn die Herausforderungen der letzten Wochen zehrten an seinen Kräften. Er hatte sich im Sessel zurück gelehnt und versucht ein wenig Entspannung zu finden. Wieder einmal, wie jeden Tag, seit dem Anna den Boden seiner neu gewählten Heimat betreten hatte, fragte er sich, wo sie wohl war. Wie es wäre, wenn sie sich begegnen würden. Er rief sich ihr Gesicht in Erinnerung, ihre Augen, ihr Lächeln, … als es auch schon klopfte. Er schüttelte frustriert den Kopf. Und schon ging es weiter in seinem überfrachteten Leben. Er hatte ein schnelles „Herein“ gegeben, während er sich noch einen kurzen Moment gönnte, um an seine Angebetete zu denken. Er realisierte im Hintergrund, dass sich die Tür wieder geschlossen hatte, also stand sein nächster Gesprächspartner wohl bereit und es hieß sich zusammen zu reißen.
Tom stand schwerfällig auf und wies auf die Sofaecke während er Anna, die immer noch an der Tür stand, mit einem kurzen Seitenblick aufforderte schon einmal Platz zu nehmen. Er selbst machte sich auf den Weg zu seinem Schreibtisch um seine Unterlagen zu holen. Aber nur einen, … zwei, …drei Schritte machte er völlig automatisch, bis er in der Bewegung verharrte und erneut zu der Person schaute, der er bis jetzt kaum Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Es hatte einige Momente gedauert, bis sein Gehirn die Bilder, die sein kurzer Seitenblick ihm gewährt hatte, umsetzen und mit seinen Erfahrungen in Verbindung bringen konnte. Und ganz durchgeschaltet hatten die Synapsen die Informationen scheinbar immer noch nicht. Toms Blick fiel auf Annas und aus seinem Mund entwich ein ungläubiges „Anna?“ Diese stand wie festgenagelt an Ort und Stelle und erwiderte schweigsam seinen Blick, da sie Angst hatte nur ein klägliches Krächzen heraus zu bekommen. Tom wurden die Knie weich und er ging zwei Schritte rückwärts, bis er sich an den Rahmen des großen Panoramafenster lehnen konnte. Warum ist Anna hier? Ich habe doch einen Termin mit … Fashion-Style, und da fiel es ihm ein. Natürlich das ist die Agentur, in der sie ihr Praktikum absolviert, da ist es nur logisch, dass sie hier auftaucht. Er ärgerte sich, dass ihm das nicht vorher eingefallen war, dann hätte er den Termin abgeben oder sich zumindest darauf einstellen können, und wäre jetzt nicht so, so … überrascht.
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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Di Jul 24 2012, 22:07

Du kannst doch jetzt nicht wirklich an der Stelle aufhören Question Question Question
Bitte, bitte : weiterschreiben
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Mi Jul 25 2012, 07:43

Wann gehts weiter? Na gut, ich kenn die Geschichte ja schon, aber es ist trotzdem gemein, wenn man gerade so schön im Lesen drin ist, dass dann auf einmal Schluss ist ... *mecker* Schreibste bald weiter? Büdde ... Very Happy
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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Mi Jul 25 2012, 08:21

Wow, das ist wirklich eine sehr schöne FF. Ich hoffe du schreibst bald weiter Smile
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Mi Jul 25 2012, 14:06

Lizzy schrieb:
Du kannst doch jetzt nicht wirklich an der Stelle aufhören Question Question Question
Bitte, bitte : weiterschreiben

Ok, bei so viel Nachdruck wird diese Story bevorzugt behandelt. Kommt gleich Smile
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Mi Jul 25 2012, 14:08

Mini, Zuckerschnute vielen Dank
und wie bereits bei Lizzy erwähnt, wer könnte euch bei so viel Bitten lange warten lassen. Wink Fortsetzung kommt Smile
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Mi Jul 25 2012, 14:31

Wie versprochen sunny Noch einen sonnigen Tag!

Teil 8


Anna konnte erkennen, dass es auch für Tom eine Herausforderung darstellte sie wiederzusehen. Aber langsam bekamen sie sich beide wieder halbwegs in den Griff. Sie bewegten sich zögerlich auf einander zu, waren beide völlig verunsichert, wie sie sich begrüßen sollten, und nach einem komischen Herumgeeiere gaben sie sich schließlich förmlich die Hand. Ihre Hände lagen einen Moment zu lange ineinander, während sie sich ungläubig in die Augen schauten. Sie waren beide völlig überfordert von den Gefühlen, die sie überfluteten, bemühten sich jedoch ihre Fassung zurück zu gewinnen. Tom zog schließlich schnell seine Hand zurück und holte seine Unterlagen von seinem Schreibtisch. Als er ihr den Rücken zudrehte schloss er für einen Moment die Augen und atmete tief durch, bevor er sich seiner Aufgabe stellte und sich zu ihr setzte. Zögerlich tauschten sie einige Floskeln aus, ehe sie sich auf sicheres Terrain bewegten und sich ihrer beruflichen Besprechung widmeten. Zwischendurch beäugten sie sich immer wieder unauffällig, und als sie alles besprochen hatten, schloss Anna ihre Unterlagen und sie blieben einen Moment schweigsam vor einander sitzen.

Wenn sich mein Herzschlag nicht langsam normalisiert, werde ich bestimmt dauerhafte Schäden davon tragen dachte Anna, als sie in dem Anblick ihres Gegenübers versank. Anna raff dich auf, das ist ja peinlich, was du hier veranstaltest, riss sie sich aus ihrer Faszination, und stand letztlich auf. Aber dann konnte sie sich doch nicht zurück halten und ihren Lippen entfloh eine Frage, die sie, wenn es möglich gewesen wäre sofort wieder gelöscht hätte.
„Wollen wir uns vielleicht… mal treffen?“ stammelte sie unsicher hervor. Aber als sie Toms Blick sah, hätte sie sich am liebsten in einem Mauseloch verkrochen. Er würde ihr einen Korb geben, das war sofort klar. Seine schönen graublauen Augen waren erfüllt von Unsicherheit und Bedauern und er schüttelte entschuldigend den Kopf. Nach kurzem Zögern antwortete er ihr leise. „Anna, es tut mir leid. Ich habe leider überhaupt keine Zeit, … bin im Moment so ausgelastet, dass ich froh bin überhaupt ein paar Stunden Schlaf zu finden.“
Tom fühlte sich, als ob er den Hauptgewinn seines Lebens ablehnen müsste, aber es war nicht einmal gelogen, auch wenn der Hauptgrund natürlich ein anderer war. Er konnte es einfach nicht zulassen, dass sie sich so Nahe kamen. Er hatte in der letzten halben Stunde mehr als deutlich gespürt, dass die Intensität seiner Gefühle keinen deut schwächer waren, als noch vor Monaten in Berlin. Im Gegenteil, am liebsten hätte er sie in seine Arme geschlossen und sie nie wieder losgelassen.

Anna nickte verstehend, versuchte ihre Enttäuschung nicht zur Schau zu stellen und drehte sich schnell zur Tür, um dieser peinlichen Situation zu entfliehen, denn ihre Augen füllten sich unaufhaltsam mit Tränen. Als sie die Tür fast erreicht hatte, ertönte noch einmal Toms Stimme hinter ihr. „Ach Anna, ich habe damals ganz verpasst euch zur Verlobung zu gratulieren, … oder seid ihr mittlerweile…“ die Stimme wurde leiser... Annas Kopf schoss zurück und ihre Augen zeigten eine völlig unvereinbare Verbindung von Trauer, Erstaunen und Entsetzen. „Verheiratet?“ fragte sie ungläubig, nach dem sie einen Moment darüber nachdachte, was er da von sich gegeben hatte. Tom nickte verlegen, irgendwie war es ihm jetzt doch peinlich, dass er selbst von seinem besten Freund keine Ahnung mehr hatte. „Wir waren nie verlobt und werden dementsprechend auch niemals heiraten“ sagte sie immer noch überrascht. „Wir haben uns an dem Tag als du… na ja, als du ins Krankenhaus musstest, getrennt.“ Sie erkannte Toms Erstaunen und ein kleiner Funke Hoffnung wagte sich in ihr breit zu machen und verwirrte sie endgültig. „Warum?“ entfloh es Toms entsetztem Gesicht, ehe er sich seines lauten Gedankens bewusst wurde. Anna schaute ihm tief in seine so faszinierenden Augen. „Weil es eine Lüge gewesen wäre.“ Einen Moment später zwang sie sich zum Rückzug „Tschüß, ich muss zurück in die Agentur“ verabschiedete sie sich schnell und floh aus der Tür.

Zurück blieb ein Mann, der auf die zugefallene Tür starrte und sich am liebsten aus dem Fenster gestürzt hätte, bei der Gewissheit, die ihn binnen Sekunden überrollte. Es war alles umsonst. Ich hätte gar nicht gehen müssen. Vielleicht hätten wir sogar eine Chance gehabt, wenn ich nur nicht einfach davon gerannt wäre, … oder einfach mal mit Paule oder Bruno, oder am besten mit meinem besten Freund gesprochen hätte. Völlig deprimiert ging er letztlich zum Fenster und schaute eine Weile hinaus, ohne auch nur irgendetwas wahrzunehmen. Schließlich rieb er sich erschöpft über das Gesicht, ehe er zum Telefon griff.
---------------

Anna war ohne lange nach rechts oder links zu schauen zum Aufzug geeilt, und als dieser die Türen öffnete und sie verschluckte, ließ sie sich erleichtert gegen die Wand fallen. Diese Begegnung der dritten Art hatte ihr fiel abverlangt, und sie hatte keine Ahnung wie sie vor allem das Ende des Geschehens interpretieren sollte. Ihre Gefühle und Gedanken fuhren Achterbahn und wusste nicht wo sie halten sollten. Bei ihrer Erfülltheit, Tom endlich wieder gesehen zu haben, ... der Enttäuschung, dass er ihren Vorschlag sich zu treffen abgelehnt hatte, ... der Verwirrung, dass er scheinbar bis heute davon ausgegangen war, dass sie und Enrique heiraten würden ... oder der zaghaften Hoffnung, die dieser Sachverhalt in ihr ausgelöst hatte.
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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Mi Jul 25 2012, 15:07

wow, hammer geschrieben sehr gut
bitte schnell weiter schreiben Smile
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Do Jul 26 2012, 15:28

Lizzy schrieb:
wow, hammer geschrieben sehr gut
bitte schnell weiter schreiben Smile

Ich freu mich, danke Smile
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Do Jul 26 2012, 16:05

Ja ja, manchmal trifft einen die Erkenntnis doch ganz schön hart. Ich liebe diese FF, bitte mach schnell weiter ... Very Happy
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Do Jul 26 2012, 16:25

Mini_2010 schrieb:
Ja ja, manchmal trifft einen die Erkenntnis doch ganz schön hart. Ich liebe diese FF, bitte mach schnell weiter ... Very Happy

Ja manche Menschen verstehen es schon verdammt gut, sich das Leben zur Hölle zu machen Smile
Danke mein Mini-Schatz
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Do Jul 26 2012, 16:44

Teil 9

Tom saß auf einer Bank am Rande eines Spielplatzes inmitten des Central Parks. Die Termine des Nachmittags hatte er abgesagt, denn er brauchte dringend Ablenkung von der Begegnung mit Anna, die all seine Überzeugungen über den Haufen geworfen hatte. Und außerdem benötigte er die Bestätigung, dass er in seinem jetzigen Leben richtig war und gebraucht wurde, um mit der sich neu darstellenden Situation klar zu kommen, und dabei würde ihm Peter, das neue Glück und die größte Herausforderung seines Lebens helfen.
Er genoss die Sonne, die auf sein Gesicht schien und ihn erwärmte, während er gedankenversunken den kleinen Jungen beobachtete, der unweit von ihm im Sand saß und versuchte Kuchen zu backen. „Tom, Tooooom,“ wurde er aus seinen Gedanken gerissen. „Was ist denn?“ fragt er mit einem herzlichen Lächeln. „Komm! …Du musst mir helfen. Das geht nicht...“ quängelte der kleine Mann, der ihn hektisch winkend aufforderte sich zu ihm zu gesellen. Tom trat zu ihm und ließ sich neben ihm im Sand nieder, um mit einer kleine Schaufel Sand in die Form zu füllen und sie gemeinsam mit seinem Spielkameraden fest anzudrücken, damit das Sandgebilde auch gelingen würde. Als er die freudigen Rufe hörte, die der gelungene Kuchen dem Jungen entlockte, lächelte er liebevoll und wuschelte ihm durch die Haare. Du bist wirklich ein Schatz! dachte er und dieser unvermittelte Gedanke verdrängte langsam die traurige Stimmung, die Tom seit dem kurzen Wiedersehen mit Anna fest im Griff hatte. Aber genau das hatte er sich von seinem Vorhabe versprochen. „Und gleich gehen wir Fußball spielen, ja?“ drang erneut die Stimme des kleinen Menschen an sein Ohr und Tom dankte innerlich der Nanny, dass sie ihm eine Tasche gepackt hatte, die ihn für alle Eventualitäten gerüstet sein ließ.
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Seit er in New York war hatte sich in Toms Leben viel verändert, und diese Situation auf dem Spielplatz des Central Parks war eine Folge daraus.
Die ersten Wochen, nach seinem übereilten Aufbruch in Berlin, hatte er sich völlig zurückgezogen. Er hatte gearbeitet bis zum Umfallen, und wenn er nicht gleich im Büro genächtigt hatte, war er nach der Arbeit in sein Hotelzimmer geflüchtet und hatte die Welt vor der Tür gelassen um still vor sich hin zu leiden. Einzig ein befreundetes Paar, das er bereits aus früheren Zeiten kannte, hatte er hin und wieder getroffen. Diese waren schockiert gewesen, über seinen desolaten Zustand und sein trauriges Leben, so dass sie es sich zur Aufgabe machten, ihn aus seiner Isolation zu holen. Sie überredeten ihn hartnäckig, in eine Einliegerwohnung ihres Hauses zu ziehen und da er keinerlei Elan hatte selbständig nach einer Wohnung zu suchen was bereits lange überfällig war, hatte er sich letztlich darauf eingelassen.
Dieser Schritt hatte sein Leben verändert, denn innerhalb kürzester Zeit, war er in eine kleine Familie integriert gewesen. Nicht zuletzt, weil es dort einen Jungen gab, der ihn vom ersten Augenblick an, in sein Herz geschlossen hatte und ihn immer wieder aufforderte mit ihm zu spielen, zu ihnen zum Essen zu kommen und ihn ins Bett zu bringen. Peter, so hieß dieser dreijährige Knirps, hatte mit seiner offenen, neugierigen und zugleich unbekümmerten Art sein Herz berührt, so dass Tom es nicht geschafft hatte, sich seinen Wünschen entgegen zu stellen. Und schnell hatte er gemerkt, dass ihm der ungezwungene Umgang mit diesen drei Menschen unglaublich gut tat. Auch wenn die Trauer und seine Sehnsucht nach Anna nicht nachgelassen hatten, war doch zumindest die Zeit, die er sich nehmen konnte, um in seinem Selbstmitleid zu baden, wesentlich verringert worden.

Und dann vor drei Monaten war das völlig Unfassbare passiert. Peters Eltern, seine Freunde, waren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, und der kleine Knirps, dessen ‘großer Freund’ er in den vorangegangenen Monaten geworden war, hatte plötzlich als Vollwaise dagestanden. Die Behörden hatten nach Verwandten der beiden Verunglückten gesucht, aber lediglich eine Tante Peters aufgetan, die sich aber beruflich für zwei Jahre im Ausland aufhielt und sich nicht in der Lage sah, den kleinen Jungen zu sich zu nehmen. Tom verblieb somit, neben einer Nanny, die Peter stundenweise betreute, seine einzige Bezugsperson. Nach einigen Gesprächen mit den Behörden, die Peter in einem Heim unterbringen wollten, hatte Tom darauf bestanden zumindest vorübergehend seine Pflegschaft zu übernehmen. Er hätte einfach nicht zusehen können, wie der kleine Kerl, der sowieso die Welt nicht mehr verstand weil seine Eltern plötzlich nicht mehr auftauchten, aus seinem normalen Umfeld und von sich, seinem großen Freund, weggerissen worden wäre.

Seit dem Tag des Unfalls war er also nicht mehr nur Geschäftsführer eines kleinen weltweit agierenden Unternehmens, sondern auch noch alleinerziehender Vater eines dreijährigen Kindes, dessen Leben völlig aus den Fugen geraten war. Seine Tage glichen seither einem kräftezehrenden Marathon, aber er hatte nach und nach Hilfen organisiert und einen Rhythmus gefunden, mit dem er es relativ gut schaffte, sämtliche an ihn gestellte Anforderungen zu erfüllen. Tom hatte sich eine Assistentin gesucht, der er viele Aufgaben übertragen konnte und außerdem einen Teil seiner Arbeitszeit in die Abendstunden verlegt, wenn Peter im Bett lag und schlief. Außerdem hatte er Peters Nanny voll eingestellt, die nun in der Einliegerwohnung lebte, und ihnen fast rund um die Uhr zur Verfügung stand. Sie half ihnen im Haushalt, und kümmerte sich liebevoll um Peter, wenn er selbst nicht Zuhause war.
Peter freute sich jeden Tag darauf, dass sein großer Freund Tom nach Hause kam und Zeit für ihn hatte. Es war bereits ein festes Ritual. Sie gingen raus in den Park oder spielten in der Wohnung, bevor sie gemeinsam aßen und Tom ihn anschließend ins Bett brachte.
Tom hatte sich die erste Zeit sehr zusammen reißen müssen, denn die Trauer und das begreifliche Unverständnis des Jungen, dass seine Eltern wie vom Erdboden verschluckt waren, hatte ihn arg an seine eigenen Grenzen gebracht, hatte er nach dem Verlust seiner einstigen Frau doch selbst keinen Weg gefunden seine Trauer zu verarbeiten. Aber die ständigen Erklärungen, die der kleine Knirps forderte, hatten ihm letztlich geholfen, auch seine eigene Vergangenheit besser zu akzeptieren. Nach und nach wurden Peters Fragen nach seinen Eltern seltener und die gemeinsame Zeit, die Tom sich mühsam aber beständig von seiner Arbeitszeit abzwackte, wurde immer harmonischer und entspannter. Peter war der Lichtblick seines Lebens und die vorbehaltlose Liebe, die der kleine Mann ihm entgegen brachte, der Grund, der ihn jeden auch noch so anstrengenden Tag überstehen ließ.
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Do Jul 26 2012, 17:51

Ich finde die Vorstellung, Tom mit diesem kleinen Jungen agieren zu sehen, immer noch herzerfrischend. Überhaupt, ihn in dieser Rolle als "Vater" zu sehen, gefällt mir immer wieder. Bitte mehr davon ... I love you
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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Do Jul 26 2012, 20:11

Echt voll schön geschrieben...Du bringst das alles so wundervoll rüber , man kann einfach nicht genug davon bekommen...
Bitte mehr davon I love you
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Do Jul 26 2012, 22:26

Mini, Lizzy, ihr seid toll.

Ich freu mich total über eure Komplimente Smile
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Fr Jul 27 2012, 00:07

Nach euren lieben Kommentaren konnte ich doch nicht anders, als euch den nächsten Teil noch zu senden. Ich glaube, er wird euch gefallen Smile

Teil 10

Bei Fashion-Style wurde Anna bereits von ihrer Chefin erwartet, die nervös auf und ab ging, da sie überhaupt nicht damit umgehen konnte Aufträge aus der Hand zu geben, vor allem bei einem so wichtigen Kunden wie Lanford. Nachdem Anna ihr aber die Ergebnisse der Besprechung vorgelegt hatte, war sie beruhigt und vollauf zufrieden. Überschwänglich war sie Anna, die gar nicht wusste wie ihr geschah, um den Hals gefallen und hatte darauf bestanden, dass Anna sich den Nachmittag frei nahm, um sich endlich mal ein wenig Zeit für sich selbst zu nehmen und die Stadt zu erkunden. Seit ihrem Praktikumsbeginn hatte sie nämlich mehr oder weniger durch gearbeitet, da in der Modewelt auch die Wochenenden gerne für Termine genutzt wurden.
Anna hatte erfolglos versucht die unverhoffte Freiheit abzulehen, die man ihr offerierte, da die Arbeit sie zumindest von der Begegnung mit Tom abgelenkt hätte, die ihr unaufhörlich im Kopf herum schwirren wollte.
Jetzt saß sie in ihrem Hotelzimmer und überlegte was sie tun sollte. Am liebsten hätte sie den Rest des Tages unter ihrer Bettdecke verbracht und gegrübelt, aber das wäre wohl auch keine Lösung gewesen. Also nahm sie sich den Stadtplan und las sich die Beschreibungen verschiedener Sehenswürdigkeiten durch, während ihr Blick immer wieder von der grünen Fläche angezogen wurde, die inmitten der quadratisch angeordneten Straßen ihren Platz gefunden hatte. Es war der Central Park, der sie scheinbar magisch anzog. Schließlich nahm sie ihren Mantel und machte sich auf den Weg. Ein wenig Natur würde ihr sicherlich gut tun, nachdem sie in den letzten Wochen fast ausschließlich Beton, Stahl und Glas zu sehen bekommen hatte.
---------------

Im Park angelangt schlenderte sie entspannt über die übersichtlichen Wege und betrachtete interessiert das bunte Treiben um sich herum. Hier gab es alles. Es war ein buntes Potpourri verschiedenster Menschen und Begebenheiten. Auf den Wegen begegneten ihr Geschäftsleute in der Mittagspause, Familien auf der Suche nach Beschäftigung oder Dogsitter mit einer ganzen Schar von Tieren, die an ihren Leinen wie ein Strauß Blumen aussahen. Auf den Wiesen und Spielplätzen tobten Kinder, auf den verschiedenen Sportplätzen tummelten sich Jugendliche, und auf den grünen Wiesen hatten Rentner ihre Krokett-Parcoure aufgebaut. Die weniger aktiven Menschen lagen einfach lang ausgestreckt im Gras oder versüßten sich den Tag mit einem Picknick im Kreise ihrer Lieben.
Auch hier im Park herrschte eine ständige Geräuschkulisse, wie überall in dieser Stadt, aber das leise Stimmengewirr, das immer mal wieder von Anfeuerungen oder Jubelschreien durchbrochen wurde, vermittelte eine friedliche Stimmung die Anna gut tat. Sie setzte sich auf eine Bank, beobachtete fasziniert die Szenerie vor sich, und ließ ihre Gedanken fließen, die sie seit dem Verlassen Lanfords versucht hatte aus ihrem Kopf zu verbannen. Die Begegnung mit Tom war genau so verlaufen, wie sie es befürchtet hatte. Sie hatten sich offensichtlich beide unwohl gefühlt, in dieser Situation, die aufgrund der unausgesprochenen Dinge, die ihre Beziehung zueinander beherrschte, sehr verkrampft war. ... Und es hatte Anna unendlich verwirrt ihn zu sehen. Sie schloss die Augen und erinnerte sich an die kurze Berührung ihrer Hände, ... und sofort begann ihr Herz wild zu klopfen. Es waren sehr zwiespältige Gefühle, die ihre Errinnerungen hervorriefen, einerseits war sie glücklich ihn endlich wieder gesehen und ihn sogar berührt zu haben, andererseit litt sie an unter der Sehnsucht, die sie spontan überfiel.
Hab ich mir das eingebildet oder hat er tatsächlich völlig überrascht geschaut, als ich ihm von Enriques und meiner Trennung berichtet habe, fragte sie sich erneut. Denn der winzige Kern der Hoffnung, der sich in ihr Herz gepflanzt hatte war nicht zu verdrängen, wollte im Gegenteil unbedingt an Kraft gewinnen. Ist er vielleicht nur aus Berlin abgehauen, weil er geglaubt hat, dass Enrique und ich heiraten?... aber woher weiß er überhaupt von meinem Antrag? überlegte sie irritiert, ehe sie sich den Abend noch mal ins Gedächtnis rief. Sie hatte Enrique diese eine Frage in der Ego-Bar gestellt, … und da ging ihr ein Licht auf. Das war unmittelbar bevor Tom vom Hocker gefallen ist … Er muss uns beobachtet haben. Sie ließ diesen Tag, den letzten, an dem sie Tom bis heute gesehen hatte, noch mal Revue passieren. Er hatte sie aus heiterem Himmel geküsst, und dann abends, lag er da, bewusstlos, und sie hatte panische Angst um ihn gehabt…

Unter der Bank kam ein bunter Ball hindurch gerollt, der ihre Aufmerksamkeit zurück in die Realität holte. Sie nahm den Ball und drehte sich suchend um. Und da kam auch schon ein kleiner Junge auf sie zu gelaufen und hielt die Arme abwartend ausgestreckt. „Das ist meiner“ sagte er bestimmt und kam näher, bis sie ihm den Ball vorsichtig zuwarf. Der Junge war niedlich und Anna musste unwillkürlich lächeln, als sie ihn so unbedarft auf sich zukommen sah. Dein Leben ist bestimmt noch in Ordnung, dachte sie wehmütig, als er den Ball nahm, der natürlich erst mal von ihm abgeprallt war und schnell zu dem Mann zurück lief, der aus einiger Entfernung seinen Namen rief. „Peter“ hörte sie und sie konnte es kaum glauben. Sie kannte die Stimme. Tom! schoss es ihr durch den Kopf und sie betrachtete den Mann, der sich die Hand über die Augen hielt, da er scheinbar von der Sonne geblendet wurde genauer. Ja, das ist Tom. Was tut er hier? Was tut er mit einem kleinen Kind im Park? Sie stand schnell auf und flüchtete sich hinter einen Baum, denn sie wollte nicht von ihm gesehen werden. Eine peinliche Situation am Tag reichte ihr, vor allem, weil sie diese hier noch überhaupt nicht einordnen konnte. Sie beobachtete wie Peter versuchte den Ball zu Tom zu schießen und den natürlich weit verfehlte. Tom sammelte das bunte Rund mit mit einigen schnellen Schritten ein, bevor er sich hinhockte und die Arme öffnete damit er den Kleinen darin einfangen konnte, der mit wildem Jubelschrei auf ihn zuschoss. Nur einige Sekunden später wurde er durch die Luft gewirbelt und juchzte vor Freude auf.
Anna lächelte, denn es war eine herzerwärmende Situation, die sie dort betrachtete. Aber was hatte es zu bedeuten, dass Tom den sie nur als ehrgeizigen Geschäftsmann kannte, scheinbar alleine mit einem Kind, das nicht sein eigenes sein konnte, den Nachmittag verbrachte. Eigentlich ließ es nur einen Schluss zu. Vermutlich war es das Kind seiner neuen Lebenspartnerin, denn Tom war gewiss nicht der Mensch der seine beruflichen Belange zurück stellte um ‘irgendein’ Kind zu betreuen. Anna drehte sich um und lehnte sich ermattet gegen den Baum, hinter dem sie sich versteckt hatte. Jetzt wusste sie auch, warum er ‘keine Zeit’ hatte sich mit ihr zu treffen. Die Einsicht zu der sie gerade gelangt war, hatte das zarte Pflänzchen der Hoffnung in ihrem Herzen zertrampelt und es letztlich ausgerissen und in den Abgrund geschmissen. Und nicht nur die Hoffnung, sondern auch ihre Gemütsverfassung war in rasender Geschwindigkeit tief unter den Nullpunkt gefallen.
Erneut wurde Anna durch den schon bekannten Ball abgelenkt, der an ihren Füßen vorbei rollte. Sie sah bewegungslos darauf bis sie Peters Konturen erahnte. Sie bückte sich zu dem Jungen der neben ihr stand und sie groß anschaute. „Warum weinst du?“ fragte Peter sie und sie wischte sich erschrocken die Tränen aus dem Gesicht. Sie lächelte ihn an und sagte kurz. „Weil ich traurig bin kleiner Mann, aber jetzt geh schnell zurück, bevor sich dein … ‘Papa’ Sorgen macht."
Das ‘Papa’ war ihr nur schwer über die Lippen gekommen, aber was hätte sie sonst sagen sollen. „Das ist doch nicht mein Papa.“ sagte der Kleine fast empört. Dann zeigte er voller Inbrunst in den Himmel „Papa sitzt da oben und passt auf mich auf. Das da hinten ist mein großer Freund Tom.“ Anna musste schlucken. Sein Leben war also doch nicht so unbedarft wie sie gedacht hatte, und seine Worte erinnerte sie für einen Moment daran, dass auch ihr eigener Vater sehr früh aus ihrem Leben verschwunden war. Na ja, dieser Junge schien zumindest einen besseren Ersatz erhalten zu haben als sie damals, denn auf ihren Stiefvater hätte sie gut verzichten können. „Wie heißt du?“ fragte der Knirps Anna weiter. Sie lächelte ihn freundlich an, während sie bei einem kurzen Blick auf die Wiese mit erschrecken erkannte, dass Tom auf sie zu kam. „Ich bin Anna, aber jetzt lauf schnell, bevor sich dein ‘großer Freund’ Sorgen macht.“ Sie schickte den Kleinen schnell zurück auf die Wiese und ergriff wieder einmal die Flucht.

„Hey Peter, wo warst du denn so lange? Mit wem hast du geredet?“ fragte Tom seinen Ziehsohn, als er ihn auf den Arm nahm. Dieser strahlte ihn an, zeigte zu dem Baum an dem er gerade mit Anna gestanden hatte und erzählte aufgeregt. „Ich habe mit Anna geredet. Die hat geweint, ... aber dann hat sie nicht mehr geweint. … Und sie hat mir meinen Ball wieder gegeben, guck!“ Stolz präsentierte er sein Spielzeug und warf es sogleich auf die Wiese. Damit strampelte er sich auch schon aus Toms Umarmung und lief seinem Ball hinterher, um ihn erneut in die Walachei zu befördern. Tom sah sich skeptisch um, denn es beunruhigte ihn, dass Peter einfach so mit irgendwelchen Erwachsenen sprach, und als er die kleine blonde Frau entdeckte, die sich eilig von ihm fort bewegte, versagte ihm das zweite Mal an diesem Tag für einen Moment sein Herz. Anna...! Kann das wirklich sein? Dass Peter ausgerechnet mit ‘meiner’ Anna gesprochen hat, oder spinne ich jetzt total? fragte er sich verwirrt, aber er spürte instinktiv, dass sie es tatsächlich war, und wie zum Beweis drehte sie sich prompt in diesem Augenblick für einen kurzen Moment zu ihm um, und er erkannte das Gesicht, dass ihn seit mindestens einem Jahr jeden Tag seines Lebens begleitete. Sein Herz zog sich zusammen, als er die Bemerkung Peters mit der Situation in Verbindung brachte. Scheinbar hatte er es wieder einmal geschafft sie traurig zu machen. Aber was sollte er denn tun...
---------------

Am Abend dieses für Anna und Tom beeindruckenden Tages standen sie beide an den Fenstern ihrer Zimmer und sahen hinaus auf die Lichter der Stadt. Ihre Herzen sehnten sich nach einander, aber es schien, als stände eine riesige Mauer zwischen ihnen, die sie auf ewig von einander trennte.
Warum nur habe ich mich darauf eingelassen hier in dieser verdammten Stadt ein Praktikum zum machen, dachte Anna voller Trauer, denn in Berlin hatte sie sich im Laufe der Zeit zumindest oberflächlich mit ihrer Situation abgefunden, und eigentlich nur darauf gewartet, dass sie endlich wieder Interesse an anderen Männern entwickeln würde. Aber jetzt war sie zurück geworfen in die Verzweiflung und Trauer, die sie vor einem Jahr begleitet hatte. Womit habe ich das verdient? Warum kann ich nicht einfach glücklich sein? Und warum bringt dieser Idiot auch noch ein Kind mit ins Spiel. … Selbst wenn ich wollte, ich würde doch niemals um ihn kämpfen, mit dem Wissen, dass dieser kleine Knirps dadurch seinen ‘Freund’ verlieren würde. … Aber ich liebe ihn doch immer noch…
Auch Tom war traurig. Er hörte immer wieder Annas Worte in seinem Kopf „Weil es eine Lüge gewesen wäre.“ Was hatte das nur alles zu bedeuten? Hat sie mich damals doch noch geliebt? Ist sie genauso in diese Beziehung mit Enrique geflüchtet, wie ich mich an Carla fest gehalten habe? Er schüttelte resigniert den Kopf. Und jetzt? Liebt sie mich noch? Kann das sein, … nach so langer Zeit? Aber ich liebe sie ja auch noch. …Peter hat gesagt, dass sie geweint hat … Aber warum? Und warum ist sie einfach gegangen, anstatt mit mir zu reden? … weil du Blödmann ihr gesagt hast, dass du sie nicht treffen willst. Aber was soll ich ihr denn auch sagen? Ich lebe hier in New York. Ich habe ein Kind für das ich Verantwortung trage. … Mein Leben hat sich total verändert…

Die Gedanken der beiden verzweifelten Menschen, hörten nicht auf zu rotieren und vereinzelte Tränen der Trauer fanden den Weg aus den Augen der beiden Verliebten, die sich, wenn sie sich an den Ort ihrer Sehnsüchte hätten wünschen können zweifelsohne getroffen hätten.
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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Fr Jul 27 2012, 07:45

Hey katha
Das war wieder super toller teil und wie süß peter doch ist Embarassed
Wenn Anna und Tom sich das alles nicht so schwer machen würden. Dann wären sie schon längst zusammen..bitte bitte schnell weiter schreib bald weiter
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Fr Jul 27 2012, 08:00

Mhmm ... wie schön ... Mehr davon ... drunken
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Sa Jul 28 2012, 00:24

Lizzy schrieb:
Hey katha
Das war wieder super toller teil und wie süß peter doch ist Embarassed
Wenn Anna und Tom sich das alles nicht so schwer machen würden. Dann wären sie schon längst zusammen..bitte bitte schnell weiter schreib bald weiter

Ja, wenn der eine wüsste, was der andere weiß und umgekehrtf. Du hast schon recht, sie könnten längst zusammen sein, ... sind sie aber nicht crying
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Sa Jul 28 2012, 00:26

Mini_2010 schrieb:
Mhmm ... wie schön ... Mehr davon ... drunken

Kommt, für dich als Samstag Morgen Hupferl. Smile Hier wirst du es ja sicherlich finden. Wink
Dafür habe ich den neuen Teil für "Neubeginn..." doch nciht mehr fertig bekommen crying

Liebste Grüße
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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Sa Jul 28 2012, 00:44

Teil 11

Die nächsten Wochen von Annas Praktikum verliefen ruhig und sie freute sich, dass sie bald wieder nach Hause fliegen konnte. So aufregend diese Stadt war, und wie sehr sie die Aufgaben in der Agentur auch ausgefüllt hatten, ihre Freunde und ihre Familie fehlten ihr und außerdem wollte sie die räumliche Distanz zu Tom wieder herstellen, die ihr doch mehr half mit ihrem Leben klar zu kommen, als sie das vor ihrem New York-Aufenthalt jemals geglaubt hätte. Sie hatte ihn nach dem einen verkrampften Arbeitstreffen und ihrer Fast-Begegnung im Park nur noch einmal gesehen. Es hatte zwar weitere Besprechungen zwischen Fashion-Style und Lanford gegeben, aber erst, als die endgültige Auswahl der Models abgesegnet werden sollte, war Tom nochmals auf der Bildfläche erschienen. Er hatte die Vorstellung der jungen Frauen aus dem Hintergrund verfolgt und außer einiger Blickwechsel, die sich zum Teil erheblich in die Länge zogen, waren sowohl Anna als auch Tom bemüht gewesen, sich nicht mehr direkt zu begegnen. Es war als bestünde ein unausgesprochenes Einvernehmen darüber, dass ihnen ihre gegenseitige Nähe nicht gut tue.

Nun war Annas letzter Tag in New York angebrochen und sie musste sich trotz ihrer vehementen Ablehnungsversuche doch noch einmal der Herausforderung stellen und die Lanford-Niederlassung aufsuchen. Bruno persönlich hatte mit ihr telefoniert und sie eindringlich und unmissverständlich beauftragt Unterlagen mitzubringen, die er dringend benötigte. Und wenn Bruno tatsächlich selbst den Hörer in die Hand nahm, musste es sich wohl wirklich um etwas sehr Wichtiges handeln, schließlich telefonierte er eigentlich nicht. Also gab Anna sich schließlich geschlagen. Sie hatte diese Aufgabe so lange wie möglich aufgeschoben, aber jetzt blieb nichts anderes mehr zu tun. Ihre Koffer waren soweit gepackt, sie hatte noch mal verschiedene Plätze der Stadt aufgesucht, an denen sie sich gerne aufgehalten hatte und einen Abschieds-Kaffee mit einigen ihrer Kolleginnen getrunken, als sie sich schweren Herzen aufmachte, auch der Lanford-Niederlassung einen letzten Besuch abzustatten. Sie hoffte, dass die Unterlagen die sie abholen sollte, am Empfang hinterlegt waren, so dass sie Tom nicht begegnen würde.
---------------

Als sie aus dem Aufzug trat, war es erstaunlich ruhig bei Lanford und die junge Empfangsdame sah aus, als ob auch sie sich gerade im Aufbruch befände. Na ja, es war Freitag Nachmittag und wahrscheinlich waren schon alle auf dem Weg ins Wochenende. Anna fragte nach den Unterlagen, wurde aber leider enttäuscht. Die Papiere lagen scheinbar noch auf Toms Tisch, der aber gerade nicht im Hause war. Die Brünette ließ sie letztlich mit dem Hinweis, dass Tom in wenigen Minuten zurück sein wollte und sie es sich doch bequem machen solle stehen. Da war Anna nun, offensichtlich alleine auf dieser riesigen Etage und wartete auf den Mann, dem sie doch tunlichst aus dem Weg gehen wollte. Langsam durchschritt sie erneut völlig nervös die langen Flure und blieb letztlich vor einer offenen Tür neben Toms Büro stehen. Sie schaute voller Entsetzen hinein, als sie realisierte, dass es sich um ein voll eingerichtetes Kinderzimmer handelte. Sie betrat das Zimmer und sah sich um. Hier gab es alles was ein Kinderherz erfreute. Neben einem einladenden Bett stand ein Regal, das gefüllt war mit Büchern, Spielzeug, Puzzeln und Stofftieren. Auf einem Spieleteppich standen ordentlich aufgereiht Bau- und Einsatzfahrzeuge jeglicher Art, die zu einem lebhaften Spiel einluden und an den Wänden waren die lustigen ‘Kunstwerke’ eines Kleinkindes zu bewundern, die vermutlich an dem ebenfalls vorhandenen Maltisch erstellt wurden. Anna wollte am liebsten sofort davonlaufen, da sie dieser Raum abermals darauf hin wies, dass Tom scheinbar eine ‘Familie’ gefunden hatte, die in allen Lebensbereichen auf ihn zählte.

Da Anna aber keine Wahl hatte und auf Tom warten musste, setzte sie sich letztlich völlig desillusioniert in eine Kuschelecke, die sie hinter der Tür entdeckt hatte und nahm einen kleinen Stoffhund in den Arm. Warum haben wir es nicht geschafft, zusammen zu finden? fragte sie sich verzweifelt. Ich will doch mit dir leben. Ich will Kinder mit dir haben. … Waren wir beide einfach zu doof die Zeichen der Zeit zu erkennen? unsere Liebe zu erkennen? … Und jetzt haben wir unsere Chance verpasst. … Ich fliege wieder nach Hause und lass dich hinter mir Tom Lanford, und das obwohl ich mir nichts sehnlicher Wünsch als bei dir zu sein. … Aber du hast dich wohl anders entschieden.
Das Klappern von Schuhsohlen drang an ihr Ohr und sie wurde sich bewusst, dass sie in der Kuschelecke eines Kinderzimmers saß, in dem sie eigentlich nichts zu suchen hatte. Gebannt hörte sie auf die Schritte und wartete darauf das sie verstummten, da sie den Raum verlassen wollte, sobald sich die Person irgendwo nieder gelassen hatte. Vielleicht war es Tom, der in sein Büro ging...
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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Sa Jul 28 2012, 11:01

Das ist wieder so ein schöner Teil, ich bin echt gespannt ob Tom es war der da grad gekommmen ist.

Mach bitte schnell weiter.
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Sa Jul 28 2012, 11:36

Auch hier lieben Dank, und auch hier musst du dich leider in Geduld üben. Sorry Surprised
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BeitragThema: Re: AnTom "Eins und Eins macht..." (Kurz-FF)   Sa Jul 28 2012, 12:37

katha schrieb:
Auch hier lieben Dank, und auch hier musst du dich leider in Geduld üben. Sorry Surprised

Ja ich bin ganz geduldig, freue mich wenn was neues von dir kommt. Smile
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