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 AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"

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katha

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BeitragThema: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Fr Jul 20 2012, 23:31

das Eingangsposting lautete :

Hallo,
diese FF habe ich bereits einmal in einem anderen Forum eingestellt, so dass sie vielleicht beim dem ein oder anderen bereits bekannt ist. Aber ich denke, sie passt gut in den Reigen, der hier aufgeführten FFs und ich freue mich, sie hier (sprachlich ein wenig überarbeitet) noch einmal zu posten.

Vorlauf
Der Titel sagt bereits worum es geht. "Anna und die Liebe" hat uns mit Anna und Tom bekannt gemacht, die es beide in der Vergangenheit schwer getroffen hat. Tom hat seine große Liebe Fanni vor einigen Jahren bei einem Unfall verloren und nun trifft er auf Anna, die nach dem Unfalltod ihres Mannes, völlig am Ende ihrer Kräfte, auf dem Dach eines Hochhauses steht, um sich das Leben zu nehmen. Die Beiden erleben einen Moment des Einvernehmens, der sie fesselt und Anna letztlich von ihrem Plan abbringt.
Danach laufen ihre Wege in die gleiche Richtung. Zumindest verlieren sich Anna und Tom nicht mehr aus den Augen. Nach einigen ereignisreichen Monaten, in den es viel Verwirrungen, Missverständnisse, Streit aber eben auch immer wieder einvernehmlich vertraute Moment zwischen Beiden gibt, passiert es schließlich. Tom und Anna verbringen eine wunderbare Nacht mit einander. Die Folge ist, dass Tom Anna sitzen läßt und versucht sie weit von sich zu schieben. Er will sich nicht auf sie einlassen, nicht auf seine Gefühle einlassen, da er Angst hat erneut einen Verlust erleiden zu müssen. Also beschließt er sich hinter einem geregelten Leben mit einer anderen Frau zu verstecken. Carla. Tom fragt Carla, Annas größte Widersacherin, sowohl privat als auch beruflich, ob sie seine Frau wird und diese sieht sich endlich an dem Ziel ihrer Träume angekommen. Für Anna jedoch bricht eine Welt zusammen. Tom bietet ihr einen Aufhebungsvertrag an um sie aus seinem Dunstkreis zu vertreiben. Denn insgeheim weiß er nicht nur wie sehr er Anna mit seiner Entscheidung verletzt hat, sondern auch, wie schwer es ihm fallen würde, sie weiterhin in seiner Nähe ertragen zu müssen. Es scheint also, als würden sich ihre Wege hier trennen...

Einstieg in die Geschichte:

Meine Story beginnt, nachdem Carla die Verlobung mit Tom bei Lanford öffentlich bekannt gegeben hat. Anna ist verzweifelt aus dem Atelier geflohen und auf das Dach gestiegen, auf dem sie Tom das erste Mal begegnet ist. Dem Dach, das ihr gemeinsamer Ort ist. Tom ist Anna gefolgt, und hat ihr gerade gesagt, dass er ihr einen Aufhebungsvertrag anbietet.
******************************************

Teil 1

Anna brauchte einige Zeit um zu realisieren, was Tom ihr da gerade gesagt hatte. Ich bedeute ihm was? Und, er weiß wie sehr er mich verletzt hat, dass ich nicht lache. Dieser Arsch, er ist doch zu mir gekommen, er hat mich geküsst, und jetzt… heiratet er Carla. …Das ist noch das Schlimmste. Diese unterkühlte, intrigante Kuh. Ich kenne keinen Menschen, der gehässiger ist als sie. Sie wendete endlich den Blick ab, der immer noch auf den Treppeneingang gerichtet war, in dem Tom vor einiger Zeit verschwunden war.
Wie soll ich das nur aushalten? Ich muss noch ein halbes Jahr bleiben. Das wird die Hölle. Langsam machte auch sie sich auf den Weg zum Treppenhaus. Sie hatte Paloma versprochen gleich wieder ins Atelier zu kommen. Annas Schritte waren schleppend, wie ihre Gedanken und Gefühle. Sie schwankte zwischen Traurigkeit, Wut und Verzweiflung. Jeder Schritt zurück ins Atelier kostete sie unendliche Überwindung.

Als sich die Aufzugtür öffnete, hoffte Anna nur, dass sie nicht allzu vielen Kollegen über den Weg laufen würde. Vor allem nicht Carla oder Tom. Sie steuerte direkt auf ihren Schreibtisch zu. Ein Umschlag lag auf ihrem Tisch. Erst jetzt fiel ihr wieder ein, was wahrscheinlich der eigentliche Grund für Toms Auftritt auf dem Dach war. Der Aufhebungsvertrag, den er ihr anbot. Zu gütig dachte sie „Eine halbe Millionen, soviel bin ich dir also wert. Da wirst du die Nacht sicherlich noch länger verteufeln. War ganz schön teuer“ zischte sie vor sich hin. Auch wenn Tom es ihr, oder vielleicht doch eher sich selbst, mit diesem Vertrag leichter machen wollte; er erniedrigte sie.
Eigentlich bin ich ja kein Typ, der sich kaufen lässt, aber weiterhin her kommen und dem jungen Glück beim Turteln zusehen,... Carlas hämisches Grinsen ertragen müssen, …und Tom jeden Tag sehen „Scheiße" entfuhr es ihr und in Gedanken fügte sie hinzu, Ich liebe ihn doch.

Anna schaute kurz in Toms Büro, in der eine hitzige Diskussion zwischen Vater und Sohn zu beobachten war. Ob es da wohl um mich geht? Bruno ist sicherlich nicht erbaut, dass ich gehe… Gehe ich wirklich? Ich arbeite doch gerne für Bruno, gerne für Lanford, und jetzt… Es war ein heilloses Durcheinander in ihrem Kopf.
Als sie aus dem Augenwinkel sah, dass Carla auf sie zu steuerte, nahm Anna ihre Tasche und den Umschlag mit dem Vertrag und ging geradewegs zum Aufzug. „Anna, ich wollte gerade mit ihnen über das Brautkleid sprechen“ hörte sie noch, als sie auch schon in den Aufzug trat, der sich Gott sei dank direkt geöffnet hatte. Gut das ich der noch entkommen konnte. Wahrscheinlich hätte ich sie in meiner Verfassung erwürgt, ... Na ja, dann wäre ich wenigsten ein Problem los gewesen, …hätte mich aber wohl auch nicht weiter gebracht, dachte sie und lehnte sich müde an die Wand.
---------------

Tom und Bruno sprachen natürlich über Anna. Bruno schätzte ihre Arbeit und außerdem hatte er einen 7. Sinn wenn es darum ging seinen Sohn zu durchschauen. Und er war sich sicher den Grund für Toms Angebot zu kennen. "Warum lässt du Anna gehen? Wir brauchen sie hier. Sie ist gut!" fragte Bruno Tom verärgert. Tom wusste, dass er recht hatte. Aber es darf nicht sein, was nicht sein darf. Ich kann sie hier nicht täglich sehen dachte er, mit aller Macht an seiner Entscheidung fest haltend. "Und Carla? Du bist sicher, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast?" kam eine weitere unangenehme Frage bei Tom an. "Ja natürlich, ich liebe Carla." versuchte er Bruno, oder vielleicht auch sich selbst zu überzeugen. Bruno beobachtete ihn eine zeitlang und schaute ihn nur abschätzig an. "Ja genau. …Hauptsache du kannst dir bei deinen Lügen noch selbst in die Augen sehen." brummte Bruno und verließ das Büro.
Was denkt der sich eigentlich? Er hat doch schließlich eine Entscheidung von mir verlangt.Toms Blick wanderte suchen zu Annas verwaistem Schreibtisch. Er spürte, bei dem Gedanken, dass sie dort vielleicht nie wieder sitzen würde, einen Stich in seinem Herzen. Er wusste ,dass Bruno recht hatte. Es war eine Lüge. Aber ich kann das nicht zulassen. Ich kann Fanni nicht verraten, und ich will nicht noch mal so verletzlich sein. Er drehte sich entschlossen um. Hoffentlich geht sie auch wirklich, sonst..., nein verdammt, ich habe mich entschieden, und basta.

Als Anna in die Goldelse kam, schaute ihre Mutter sie verwundert an. „Du bist ja heute so früh? Ist alles in Ordnung?“ Anna hatte keine Lust auf Smalltalk und so sagte sie nur schnell. „Ja, alles gut. Ich bin einfach nur total müde. Ich geh hoch.“ In ihrem Zimmer angekommen, setzte sie sich in ihren Sessel am Fenster. Sie ließ die letzten Tage Revue passieren. Einen kurzen Moment stiegen die Bilder der gemeinsamen Nacht mit Tom in ihr auf. Sie verstand es einfach nicht. Wie kann man nur in so kurzer Zeit so glücklich und so verzweifelt zugleich sein? fragte sie sich, Na ja, wer hoch steigt, kann auch tief fallen. Ich sollte mich einfach von allen Männern fern halten. Sie bringen mir scheinbar kein Glück dachte sie deprimiert. Ihre Wut war auf einmal einer tiefen Leere gewichen, die sie umhüllte. Sie saß einfach da und starrte vor sich hin. Keine Gedanken, keine Gefühle mehr. Ihr war es recht.
Irgendwann klopfte es an der Zimmertür, und sie sagte herein. Anna blieb sitzen und dachte gar nicht darüber nach, wen sie wohl herein gebeten hatte. Sie schaute verwundert nach draußen. Sie nahm erst jetzt wahr, dass scheinbar viel Zeit vergangen war, denn die Straßen, auf die sie immer noch schaute, lagen mittlerweile im Licht der Dämmerung. Als sie plötzlich eine wohlbekannte Stimme ihren Namen sagen hörte, sprang sie erschrocken auf.


Zuletzt von katha am Sa Feb 09 2013, 21:12 bearbeitet; insgesamt 5-mal bearbeitet
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Mi Okt 10 2012, 09:53

Meine liebe Katha,

wie schön, nach so langer Zeit wieder etwas von dir zu lesen. Und dann noch so ein laaaaaanger Teil

Hach, und dann könnte ich mich gleich wieder über die doofe Carla aufregen. Ob Peer sich so leicht um den Finger wickeln lassen wird? Nein, bestimmt nicht ... ansonsten wäre mein Bild, das ich von ihm habe aber sowas von zerstört ... Ich hoffe, die Kuh bekommt noch mal richtig ihr Fett weg. Mad

Bruno, ... er ist und bleibt etwas Besonderes ... und wenn er einfach nur mal ein bisschen Schicksal spielen will. Einfach göttlich. Und Tom? Also mal ehrlich, dass er nicht selbst auf die Idee gekommen ist, nach Stockholm zu flieben ... Tse ... wohl ein bisschen verpeilt bei diesem ganzen Gefühlschaos ...

Bin gespannt, wie es weitergeht. Bitte bitte bitte eine schnelle Fortsetzung I love you

LG, Mini

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katha

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BeitragThema: "42"   So Okt 14 2012, 08:47

Juchuh, ich wünsche einen schönen Sonntag! Smile


Anna war am Abend zuvor, in dem festen Glauben vor Erschöpfung sofort einzuschlafen, ins Bett gefallen. Aber da hatte sie die Rechnung ohne die Männer der Schöpfung gemacht. Kaum lag sie gemütlich in den Kissen, begann sich ihr Gedankenkarussell auch schon wieder zu drehen. Aber der Tag war auch wahnsinnig ereignisreich gewesen. Erst diese plötzliche Ansage, dass sie nach Stockholm fliegen sollte, was sie ja schon aus ihrem Rhythmus gerissen hatte, und dann, ja dann ihre Begegnung mit Tom. …Sie dachte an die Situation im Fahrstuhl zurück. Man, das war wieder der absolute Ausnahmezustand. Diese knisternde Spannung zwischen uns… Ich versteh den Mann nicht, … da ist doch was, das muss doch selbst ein Tom Lanford merken, dachte sie traurig, während sich die innigen Momente ihrer gemeinsamen Bekanntschaft wieder mal vor ihrem inneren Auge abspielten. Ihre erste Begegnung auf dem Dach; der erste Kuss, den sie beide geleugnet hatten; die Nacht im Hotel; ihr Nachmittag auf dem Dach, als Tom sie getröstet hatte; der Kuss in seiner Wohnung… an diesem Gedanken blieb sie hängen und spontan stellte sich wieder diese übermächtige Sehnsucht nach Toms Nähe ein. Sie konnte seine Lippen, seine Hände und seinen nackten Oberkörper, an den sie sich geschmiegt hatte, fast spüren und … riss sich mit aller Macht davon los.
Anna versuchte ihre Gedanken bewusst auf etwas anderes zu lenken um nicht zum gefühlten tausendsten Male in der Sehnsucht und Trauer um Tom zu versinken, und da kam auch schon der nächste Mann ins Spiel, der auch nicht von schlechten Eltern war. Sie ließ den Nachmittag und Abend mit Peer nochmal Revue passieren. Der große ‘Peter Berg’, und du arbeitest für ihn, nein eigentlich mit ihm. Und wie gut wir uns auf Anhieb verstanden haben, sowohl persönlich als auch im Kreativen. Das ist unglaublich. … Mein Kleid, er hat es nicht nur gesehen, er hat es verstanden, ohne dass ich was dazu sagen musste. Der Mann ist eigentlich perfekt. Er sieht wahnsinnig gut aus, teilt meine Leidenschaft und ist dazu noch sensibel und einfühlsam. ... Vielleicht sollte ich ihn mal fragen ob er noch einen Platz an seiner Seite frei hat,… dachte sie ironisch. aber wahrscheinlich stehen die Frauen da schon in Zweierreihe Schlange und warten nur auf ein Zeichen von ihm? …Aber vielleicht sollte ich ihn zumindest um einen Job bitten. Raus aus Berlin, neue Städte, neue Leute, spannende Arbeit... . Sie schüttelte den Kopf. Anna, wer sagt denn, dass er nur auf dich gewartete hat, er kennt dich nicht mal einen Tag. … Jetzt mach die nächsten zwei Tage erst mal einen guten Job und dann sehen wir weiter... Obwohl sie wusste, dass der Gedanke ihrem Leben eine neue Richtung zu geben, bestimmt nicht schlecht war, spürte sie doch sofort die Beklemmung, den er ihr bereitete. Lanford verlassen, Tom aufgeben, könnte sie das? Und sogleich kam ihre zweite Stimme im Kopf zum Zuge, die sie erneut darauf hinwies, dass man nur etwas aufgeben kann, was man bereits besitzt, … und sie hatte nichts, zumindest nicht den Mann, den sie liebte. Tom würde Carla heiraten. … Und wieder einmal war sie bei Tom und ihrer eigenen unendlichen Traurigkeit angelangt. Sie versuchte erneut, diese Gedanken bei Seite zu schieben, aber so ganz wollte es nicht gelingen. Mit der Vorstellung von Toms Gesicht und den darin ruhenden liebevollen Augen mit denen er sie im Fahrstuhl angeschaut hatte vor Augen war sie letztlich eingeschlafen.

Als der Wecker am nächsten Morgen klingelte hatte Anna das Gefühl gerade erst eingeschlafen zu sein, sie fühlte sich völlig gerädert. Wieder einmal gelangte sie zu der Überzeugung, dass sich in ihrem Leben dringend was ändern müsse, denn so würde sie auf Dauer nicht durchhalten. Nach einer ausgiebigen Dusche und dem folgenden gemeinsamen Frühstück mit Peer waren die Schatten der Nacht dann doch endlich vertrieben und Anna hatte ihren Enthusiasmus wiedergefunden. Sie freute sich riesig auf ihre Arbeit. Im Atelier angekommen war sie den Vormittag vollauf beschäftigt. Sie kümmerte sich um die Auswahl der Models, und gab ihnen die Kleider zur Anprobe. Sie begutachtete die Passgenauigkeit jedes einzelnen Kleidungsstücks, steckte hier und da noch etwas ab und gab Anweisungen an die Näherinnen. Danach besprach sie mit den Stylisten, wie die Frauen geschminkt und frisiert werden sollten. Peer war nach kurzer Zeit in sein Büro verschwunden, und kam nur auf Anfrage von Anna hin und wieder hinaus um ihre Entscheidungen abzunicken. Peer war völlig begeistert, von dieser kleinen, auf den ersten Blick zwar hübschen, aber doch eher unscheinbaren Frau. Sie war so voller Power und wie sie alles im Griff hatte, imponierte ihm. Vielleicht sollte ich Anna ein Angebot machen, sie wäre die perfekte Assistentin, dacht er, als er eine Zeitlang beobachtete, wie sie von einem zum nächsten marschierte, hier einen Kommentar, da ein Lächeln, und beim nächsten ein Lob abgab. Sie war voll konzentriert, sicher in ihren Entscheidungen und immer herzlich im Umgang mit den verschiedenen Menschen.
Plötzlich fiel ihm Carlas Erpressung wieder ein. Er hatte sich schon nachts das Hirn zermartert, und war zu keinem Schluss gekommen, und jetzt war es nicht anders. Er fand Anna toll, und es würde ihm tatsächlich nicht schwer fallen, sie anzuflirten, ganz im Gegenteil, aber … sie waren sich trotz der kurzen Bekanntschaft so freundschaftlich nah, dass er sich bei dem Gedanken mit ihr zu spielen jetzt schon schäbig vorkam. Und mehr als einen Flirt gab es für ihn sowieso nicht. Das hatte er einmal ausprobiert und es war völlig schief gegangen. Seine Lebensumstände waren dafür einfach nicht geschaffen. Aber was passierte, wenn Carla mit ihrer Drohung ernst machte, wenn wirklich heraus käme, dass er mit einer Kundin der High Society einige sehr intime Momente genossen hatte? Er war schließlich auf diese Kundinnen angewiesen, …und auf deren Ehemänner, die bereitwillig ihre Portemonnaies zückten, um die von ihm entworfenen Kleider zu bezahlen. Nach einigem Überlegen lächelte er missgestimmt. Wahrscheinlich würde diese Eröffnung seinen Terminkalender eher füllen, als leeren. Auch wenn die Herren der Schöpfung es weniger gerne sehen würden, fänden die Damen der A-Promi-Szene es wahrscheinlich spannend. Aber selbst, wenn er finanziell keine Einbußen hinnehmen müsste, gefiel es ihm überhaupt nicht, dass sein Gesicht durch jede Zeitschrift geschliffen würde, und die Gerüchte über seine Machenschaften immer wieder auflodern würden, sobald er eine Frau auch nur ansah. Er wollte wegen seiner Mode in aller Munde sein, und nicht wegen irgendwelcher fantasierten zwielichtigen Geschichten. Nicht umsonst ließ er sich nur äußerst selten in der Öffentlichkeit blicken. Peer schloss genervt die Augen und entschied, dieses Problem erst mal beiseite zu schieben. Er war sich trotz oder gerade wegen der Trauer, die er tags zuvor bei Anna verspürt hatte, relativ sicher, dass er Anna um den Finger wickeln könnte, wenn er es wirklich darauf anlegen würde.
Da wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Anna kam strahlend auf ihn zu „Und, was denkst du?“ Peer beantwortete, ihre Frage mit einem herzlichen Lächeln. Er mochte sie wirklich. „So wie es aussieht hast du alles im Griff! Und im Zeitplan liegen wir auch. Wenn hier soweit alles geklärt ist, und alle wissen was sie zu tun haben, kannst du dich auf den Weg machen um deine Stoffe zu besorgen. Anschließend nimmst du dir die beste Näherin, die wir hier haben, und dann geht es ab in ihre Nähstube, damit ihr ungestört arbeiten könnt. Ihr habt ja noch viel Arbeit vor euch.“ Anna strahlte. „Wo muss ich denn hin?“ Peer überlegte kurz, aber da alles lief konnte er ihr seinen Assistenten zur Seite stellen. „Ole wird dich begleiten. Er kennt sich in Stockholm bestens aus. Ach so, und hast du passende Schuhe dabei? Sonst sieh mal ob du in unserem Fundus die richtigen findest.“ Annas Strahlen wurde durch einen fragenden Blick verdrängt. „Wie passende Schuhe?“ „Na ja, erst mit den passenden Schuhen wird dein Kleid richtig zur Geltung kommen.“ Peer schmunzelte. Anna stand scheinbar völlig auf dem Schlauch. „Wie meinst du das?...“ Annas Gesicht verlor gerade in Windeseile ihre Farbe. Sie hatte da so eine Ahnung „Du meinst doch nicht?…“ Peer nickte belustigt „Doch, du wirst dein Kleid selbst präsentieren. Hast du dich gar nicht gewundert, dass ich für dein Kleid kein Model haben wollte?“ Anna fühlte sich plötzlich gar nicht mehr so gut. „Ich? … Ich bin doch kein Model“ Peer schaute sie vielsagend an. „Anna, dein Kleid ist viel zu persönlich, als es von irgendeiner Frau vorführen zu lassen. Nur an dir kann es seine volle Wirkung entfalten. Es ist dein Kleid. Und jetzt los, morgen Mittag muss es fertig sein.“ Mit diesen Worten winkte er Ole heran, der Anna zu dem besten Stoffkontor der Stadt bringen sollte. Er selbst zog sich in sein Büro zurück, da er noch einiges zu erledigen hatte, bevor Tom ankommen würde.

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   So Okt 14 2012, 11:19

Juhu, eine Fortsetzung. Danke, Danke, Danke ... Ich hoffe, Peer trifft die richtige Entscheidung und lässt die Finger von Anna, egal ob zum Spaß oder im Ernst. Freu mich auf mehr, meine Liebe ... Smile

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katha

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BeitragThema: "43"   So Okt 14 2012, 22:48

"43"

Nachdem Tom Anna zumindest schon einmal auf einem Foto gesehen hatte, suchte er erneut nach irgendeinem Hinweis auf ihr Dasein, … aber nichts. Ernüchterung stellte sich ein, sein zuvor in die Höhe geschnellter Puls normalisierte sich langsam und die fast euphorische Laune fiel ins bodenlose. Er war so mit sich selbst beschäftigt, dass er nicht bemerkte, dass sich die Tür schräg hinter ihm öffnete und Peer an ihn heran getreten war, als er plötzlich eine Hand auf seiner Schulter spürte. Sein gerade wieder in normaler Geschwindigkeit schlagendes Herz geriet erneut aus dem Takt und setzte für einen Moment aus. Er drehte sich erschrocken um und schaute in Peers grinsendes Gesicht. „Na Hr. Lanford, habe ich sie bei der Werksspionage erwischt?“ Tom schaute immer noch als ob ihm der Heilige Geist persönlich gegenüber stände, aber langsam gewann er seine Fassung zurück. Schließlich ging er mit einem schälen Lächeln auf den ihm gegenüber stehenden Mann zu und begrüßte ihn mit einer freundschaftlichen Umarmung.
„Schön, dass du da bist!" erwiderte Peer. "Lass uns in mein Büro gehen!“ Er ging voran und Tom ließ einen letzten erfolglosen Blick durch die Halle wandern, ehe er ihm folgte. In Peers Reich angekommen sah er sich interessiert um, während sie den Raum durchquerten und bei der kleinen Sitzecke ankamen. Peer bot Tom einen Platz an, den dieser gerne einnahm. Er zeigte amüsiert in den Raum und zog eine Augenbraue in die Höhe „Hier fühle ich mich ja gleich zuhause. Hast wohl doch was von meinem Vater gelernt, und wenn es nur das war, ein kreatives Chaos anzurichten.“ Peer folgte Toms Fingerweis und schaute anschließend verwundert zu dem Lanford-Junior.
Tom und er hatten sich damals in Berlin angefreundet. Scheinbar hatte der einige Jahre jüngere Lanford-Sprössling geradezu darauf gewartet, endlich mal jemanden zu finden, der nicht nur Ja und Amen sagte oder schnell den Kopf einzog, wenn Bruno seine Mode-Genie-Allüren auslebte, und so waren sie sich schnell sympathisch gewesen. Sie waren häufig gemeinsam um die Häuser gezogen um jede Menge Unsinn zu veranstalten. Eine wirklich lustige Zeit. Aber in den letzten Jahre hatten sie sich nur sehr selten gesehen und Peer war jedes Mal aufs Neue sehr geschockt gewesen, wie sich Tom verändert hatte. Er war nicht mehr der herzliche, und immer zu Scherzen aufgelegte Tom den er kannte. Sondern lediglich noch ein Geschäftsmann, der wusste was sich gehörte. Höflich korrekt, aber kühl und desinteressiert an allem was über das Berufliche hinaus ging. Aber was war jetzt passiert?
„Was ist denn mit dir los? Soviel Witz aus deinem Mund, das habe ich aber lange nicht erlebt?“ konterte er. Tom verzog nur belustigt das Gesicht. „Willst du was trinken, oder hast du Hunger? Ich glaube es ist noch reichlich vom Catering übrig!“ fragte Peer, ganz der Gastgeber. Tom nickte dankend, „Oh ja, das Frühstück habe ich irgendwie versäumt. Eine Kleinigkeit zu essen und ein Kaffee, obwohl…“ Tom dachte an seinen Gemütszustand und seinen nicht in wirkliche Harmonie zu bringenden Herzschlag. „… vielleicht besser einen Tee. Das wäre super!“ Als Peer den Raum verlassen hatte, sah sich Tom erneut um. Er stand auf und ging zu dem großen Schneidetisch, der alles aufwies, was ein Modemacher brauchte. Tom liebte dieses kreative Chaos. Er war damit aufgewachsen, und auch wenn Bruno nur selten für ihn und Paule da gewesen war, hatte er ihn schon immer geliebt und bewundert. Tom strich über die Stoffe und dachte an die Vergangenheit und lächelte bei dem Gedanken an seine kleine Schwester, um die er sich immer gekümmert hatte. Nun waren sie endlich wieder eine Familie, und darüber war er unglaublich froh. Sein Blick schweifte weiter, nahm die Stoffe, die Farben, die unterschiedlichsten Utensilien und einige Entwürfe wahr, bis er von einer Skizze magisch angezogen wurde. Es war ein Kleid, und … er betrachtete es genauer, … es war als ob es ihm etwas erzählen wollte. Es sprach ihn an, wie kaum ein anderer Entwurf, den er bislang gesehen hatte. Und das waren in seinem Leben schon verdammt viele gewesen. Er starrte darauf und versuchte zu erkennen, was genau ihn so fesselte, … aber es wollte sich ihm nicht erschließen.
Peer hatte in der Zwischenzeit ein volles Tablett hereingebracht und auf dem kleinen Tisch abgestellt. Nachdem Tom keine Anstalten machte, zu ihm zu kommen, trat Peer zu ihm an den Tisch und folgte seinem Blick. Tom schrak auf und bedachte Peer mit einem kurzen Seitenblick, bevor er wieder vor sich schaute.
Im Hintergrund hatte sich, unbemerkt von den beiden Männern, die Tür geöffnet. Anna war gerade mit Ole zurück gekommen und wollte Peer begeistert die Stoffe präsentieren und mit ihm klären mit welcher Schneiderin sie loslege könne, als sie geschockt in der Tür stehen blieb. Da steht Tom stotterte sie in Gedanken. Sie konnte ihn nur von der Seite sehen, aber sie hätte ihn unter tausend anderen Männern erkannt. Das blonde, leicht wirre Haar, seine muskulöse Statur, seine Haltung, … halt Tom. In ihrem Kopf begann es zu Rauschen, als ob gerade ein Zug direkt hindurch raste. Was tut er hier? Ist er wegen mir hier? Will er mich kontrollieren? Bleibt er bis zur Show?... Fragen über Fragen schossen ihr durch den Kopf, als sie plötzlich aufhorchte…
„Dieses Kleid, … es ist der Wahnsinn! Es ist als ob es mit mir reden will, mir etwas mitzuteilen hat, …“ Tom sprach leise, völlig fasziniert. Peer betrachtete Tom eingehend, während dieser mit hilfloser Ironie hinzufügte „ aber du weißt ja, meine Kreativität hat leider ihre Grenzen..." Tom schaute bittend in Peers Gesicht "Bitte sag mir, was siehst du darin?“ Peer zog leicht zweifelnd die Brauen zusammen und überlegte, ob Tom ihn ärgern wollte, aber dieser schaute so ernsthaft, dass er ihm seine Bitte trotz seiner Verwunderung erfüllen wollte. Beide musterten erneut das Kleid. „Es erzählt von tiefer Verzweiflung … und von Hoffnung, die ihre Kraft nur nach und nach findet um schlussendlich vielleicht über die Verzweiflung siegen zu können. …Das Thema ist wohl eine Persönlichkeitsentwicklung …und es geht um Liebe. So habe ich es…“ Tom hatte gebannt zugehört, und bevor er darüber nachdenken konnte, schlüpften die Worte es aus seinem Mund. „Anna, das Kleid ist von Anna?“ Es war mehr eine Feststellung als eine Frage. Er brauchte die weiteren Ausführungen von Peer nicht mehr zu hören, er wusste alles was wichtig war. Das Kleid sprach ihn so an, weil er selbst darin enthalten war. Er hatte wohl zur Verzweiflung beigetragen, und er war zuversichtlich, dass er auch zur Hoffnung gehörte. Sein Herz schlug ihm schon wieder bis zum Hals, und sein Kopf wurde feuerrot. Peer betrachtete seinen Kumpel und hatte einen leisen Verdacht, was da geschehen war. Er freute sich, und da er Tom nicht in Verlegenheit bringen wollte, lockerte er die Situation auf, indem er ihm auf die Schulter klopfte und zum Essen pfiff.

Anna hatte diese kurze Gesprächssituation in erstarrter Haltung verfolgt. Wenn sie irgend jemand gesehen hätte, im geöffneten Türrahmen stehend, mit den Stoffballen im Arm, völlig bewegungslos, hätte er wahrscheinlich gefragt, um welche Jogaübung es sich wohl handelte die sie da gerade ausführte. Aber Gott sei dank hatte sie keiner beachtet. Ihr waren Tränen der Rührung in die Augen geschossen und sie musste schlucken, damit sie nicht begann zu weinen. Da steht er wieder, der Tom, den ich so sehr liebe…

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Mo Okt 15 2012, 07:40

Hach, was für ein wunderbarer Teil am frühen Morgen. Du versüßt mir den Tag, liebe Katha. Konnte Toms fasziniertes Gesicht direkt vor mir sehen. Und Peer hat wohl nicht nur die Kunst des Designens von Bruno gelernt, sondern auch die Fähigkeit, in den Menschen in seiner Umgebung zu lesen. Ich liebe diesen Teil, einfach Wahnsinn.

Danke, Danke, Danke ... bitte ganz schnell noch viel mehr davon.

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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   So Okt 21 2012, 14:42

Hey Katha,

Ich hab deine Ff ja wirklich saulange nicht mehr gelesen. Ich dachte, das gibts nicht, wie viel ich verpasst habe und immer noch nicht erfasst.
Carlas Gipsfuß- die ist sich echt für nichts zu schade *grrrrrr*
Schön, dass tom es endlich begriffen hat und die Carlas Plan erkannt.
bin nur bis teil 37 gekommen, der Rest folgt morgen.
echt klasse geschrieben, super Very Happy
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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   So Okt 21 2012, 16:00

Danke, liebe Tastentante,
ich freu mich sehr über dein Lob, und dass du noch Freude daran hast.
Es wird die Tage auch noch der nächste Teil folgen, damit es noch ein bisschen mehr wird, was du nachlesen kannst. Wink
LG, Katha

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katha

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BeitragThema: "44"   So Okt 21 2012, 21:49

Zum Ende des Wochendendes, oder als Beginn der Woche... Wink
*******************************

Anna stand immer noch in der Tür von Peers Büro und spürte, wie sie wieder einmal von dem Schmerz ihres gebrochenen Herzens eingeholt wurde. Am liebsten hätte sie die Stoffballen fallen lassen und wäre Tom um den Hals gefallen, aber sie zwang sich den Rückzug anzutreten, denn schließlich erwiederte er ihre Gefühle nicht, oder glaubte das zumindest. Es war besser, wenn sie sich nicht treffen würden. Anschließend wäre sie es, die wieder völlig von der Rolle wäre, und sie hatte die nächsten zwei Tage noch so viel zu tun, dass sie gut auf weitere Verwirrung verzichten konnte. Sie schloss also entgegen ihres inneren Wunsches den Raum zu betreten und Tom zu begrüßen, leise die Tür hinter sich und ging zu Ole, in der Hoffnung, dass auch er ihr sagen konnte, mit welcher Schneiderin sie arbeiten sollte. Als Ole sie noch an ihre abendliche Verabredung mit Peer erinnerte, konnte sie ihre Neugier nicht mehr zurück halten. Sie nickte in die Richtung von Peers Büro und fragte „Wird Peers Termin denn bis dahin erledigt sein?“ Ole musterte sie einen Moment etwas befremdet, ehe er nickte und Anna schoss unter seinem Blick die Hitze ins Gesicht Na das hab ich ja wieder toll hingekriegt. Was soll der denn jetzt von mir denken? Immerhin handelt es sich um meinen Chef und nicht irgend einen fremden Geschäftsmann, der da im Büro weilt. Eigentlich wäre es wohl logisch, wenn ich wüßte wann er wieder verschwindet. Peinlich, Fr. Broda, peinlich. Verlegen schaute Anna auf den Zettel mit der Wegbeschreibung, die Ole ihr zuvor in die Hand gedrückt hatte und erst seine Worte ließen sie wieder aufblicken. „Hr. Lanford wird heute Abend noch zurück fliegen. Ihrem Abendessen steht also nichts im Wege.“ Er lächelte Anna an, und sie fragte sich verlegen wie sie dieses Lächeln deuten sollte, aber letztlich ließ sie es einfach dabei bewenden. Sie drehte sich um und machte sich auf die Suche nach Fr. Andersson, mit der sie den restlichen Tag an ihrem Kleid arbeiten würde. Tom fliegt also heute noch zurück. Gott sei Dank. Dann werde ich ihn wohl nicht mehr sehen. Es reicht wenn ich ihn nächste Woche wieder vor meiner Nase sitzen habe. Ihren innerlichen Wunsch zu ihm zu gehen ignorierend, wollte sie sich selbst davon überzeugen, dass es so das Beste sei, auch wenn ihre leise Stimme im Kopf sie gleichzeitig davon in Kenntniss setzte, dass es eine Lüge war.
---------------

Peer und Tom hatten sich wortlos in den Sesseln niedergelassen und genossen einige Zeit in Stille ihre Mahlzeit, während sie Beide in ihre Gedanken vertieft waren. Peer dachte über seinen Freund und die eben erlebte Situation nach. Sollte sich Tom tatsächlich verliebt haben? Auf jeden Fall wirkte er völlig anders, als bei ihrer letzten Begegnung. Er hatte tatsächlich Gefühle durchscheinen lassen, und auch sonst wirkte er einerseits zwar angespannt, aber doch viel lockerer, als er ihn seit dem Unglück damals je erlebt hatte. Aber was war mit Carla? War das der Grund für ihren Erpressungsversuch? Peer war sich nicht sicher wie er die Zeichen deuten sollte und kam zu dem Schluss, dass er irgendwie mehr heraus bekommen musste. Vielleicht würde ihm das bei der Lösung seines Problems helfen. Wenn seine Vermutungen nämlich stimmten, wollte er erst recht nichts mit Anna anfangen, denn auch wenn Tom und er sich im Laufe der Jahre ziemlich aus den Augen verloren hatten würde er sich Toms Glück bestimmt nicht in den Weg stellen wollen.
Tom dachte an Anna, an was bzw. wen auch sonst. Er war völlig aufgewühlt, wie fast ständig, in den letzten Tagen, und er war sich nicht sicher, wie lange er diesen Zustand wohl noch ertragen würde. Wo ist sie denn nur? …War wohl ein bisschen naiv, dass ich dachte ihr hier gleich in die Arme zu laufen. Er rieb sich das Gesicht, vielleicht um die Spuren der Enttäuschung zu vertreiben, die sich dort niedergelassen hatten. Verdammt. Ich will das alles nicht mehr. Ich will endlich Gewissheit,… Gewissheit dass nicht alles zu spät ist, dass sich mein Kampf gelohnt hat. Er hob den Blick und sah Peer, der gedanklich auch weit weg wirkte, gerade heraus an. Da platzte es auch schon aus seinem Mund, aber als Chef durfte man ja schließlich mal fragen. „Sag mal, wo ist Anna eigentlich? Ist sie gar nicht hier?“ Peer tauchte aus seiner Gedankenwelt auf und sah Tom fragend an. „Anna? Ähm, die ist unterwegs die Stoffe für ihr Kleid zu besorgen, das du eben so bewundert hast.“ Er musterte Tom, suchte nach weiteren Anzeichen, die seine Vermutung untermauern würden. Aber Tom hatte sich, entgegen seiner Innenwelt, äußerlich gut im Griff. Peer schaute auf seine Uhr „Eigentlich müsste sie schon wieder da sein, aber wahrscheinlich ist sie direkt mit der Schneiderin aufgebrochen. Die Beiden haben noch ein hartes Stück Arbeit vor sich. Schließlich muss das Kleid morgen perfekt sein. Sie wird es übrigens selbst präsentieren.“ Nachdem Peer erwähnt hatte, dass sie nicht vor Ort sei, hatte Tom abgeschaltet. Es brodelte gefährlich in ihm. Wut, Enttäuschung, Verzweiflung, er konnte es selbst nicht definieren, aber er musste einen harten Kampf ausfechten um seinen Gefühlen kein Ventil zu geben. Am liebsten wäre er nämlich aufgestanden und hätte den Tisch leer gefegt um sich abzuregen. Das konnte doch nicht wahr sein. Er flog extra nach Stockholm, um mit ihr zu reden, und jetzt würde er sie nicht einmal treffen? Sein dienstlicher Auftrag, war für ihn gerade so bedeutungslos, wie die Nachricht, dass irgendwo eine Maus erschlagen worden war. „Tom?“ Peer steckte sich das letzte Stück seines Brötchens in den Mund und beobachtete seinen Freund aufmerksam, der mit den neuen Informationen scheinbar nicht gut umgehen konnte. Tom versuchte zwar neutral zu wirken, aber er war abwesend und wirkte sehr angespannt. Seine Hände umklammerten die Teetasse, die er in der Hand hielt, als wäre es ein Stück Gold, das er mit seinem Leben verteidigen müsse. Tom schreckte auf. Hatte Peer ihn angesprochen? Er schaute ihn verwirrt an. „Wisst ihr eigentlich was für ein Juwel ihr euch da an Land gezogen habt? Anna ist wirklich fantastisch. Ich habe schon darüber nach gedacht, sie euch abzuwerben.“ schwärmte Peer. Toms Blick sprach Bände und Peer fühlte sich spontan von den zornigen Blitzen durchbohrt, die Toms Augen aussendeten, während er sich die Worte anhörte, die viel zu freundlich waren um Toms Mimik zu bestätigen. „Da wirst du dich aber noch gedulden müssen, bis Herbst ist sie definitiv noch bei uns unter Vertrag, ... und ja,“ Tom nickte „Wir wissen was wir an ihr haben“. Für einen kurzen Augenblick wurde das Blitzen seiner Augen von einem liebevollen Ausdruck durchzogen. „Ich weiß nicht ob Bruno jemals wieder ein Wort mit dir wechseln wird, wenn du ihm Anna wegnimmst, er hat ihr Talent sofort erkannt.“ Peer lächelte wissend, was gleichsam Toms Anmerkung, wie der Bestätigung seines Verdachtes geschuldet war. Nach Toms Reaktion war er sich fast sicher, dass dieser Gefühle für seine Angestellte hegte, denn auch wenn er versucht hatte seine Gefühle nicht durchscheinen zu lassen, schaffte er es einfach nicht mehr sie zu verstecken. Treffer versenkt dachte Peer, als er versöhnlich weiter sprach. „Ich treffe mich um acht mit Anna zum Abendessen, komm doch einfach mit.“ Tom verharrte einen Moment und konnte den Glanz in seinen Augen und einen freudigen Gesichtsausdruck nicht ganz unterdrücken, aber dann schüttelte er doch den Kopf. „Da geht gerade mein Flieger. Wir haben morgen wichtige Verhandlungen für die Fashion Days, die Bruno nicht alleine führen will.“ Tom lehnte sich mit seinem Tee in der Hand zurück und versuchte seine Enttäuschung zu verdrängen und sich wieder auf andere Dinge als Anna zu konzentrieren. Vor sich hin leiden konnte er später noch genug. Und ganz Geschäftsmann, erinnerte er sich daran, dass er ja schließlich zum Arbeiten hier war. „Was ist denn eigentlich mit Carla los?“ lenkte Peer das Gespräch auf das Thema, das ihn fast noch mehr interessierte, als Tom und Anna. Tom verschluckte sich an dem heißen Tee, den er gerade in seinem Mund hatte, und hustete heftig. Nach dem er wieder Luft bekam, antwortete er so gelassen wie möglich. „Was soll mit ihr los sein?“ „Warum ist sie nicht hier? Was war das überhaupt für ein Unfall?“ begann Peer, als Tom sich schon nicht mehr im Zaum hatte und vor sich hinmurmelte. „Pfff, Unfall… der mit ihrem Gynäkologen?“ Peer zog die Augenbrauen hoch und schaute nur fragend, was Tom erkennen ließ, dass er wohl laut gedacht hatte. Aber was sollte das eigentlich, Peer würde es schon keinem erzählen und er brannte darauf seinen Frust bei jemandem abzulassen, hatte er doch das Gefühl mit seinen vielen Emotionen, die ihn ohne seine schützende Fassade, plötzlich völlig überrannten, kurz vor einer Explosion zu stehen. „Carla ist in Berlin weil sie dort sein will, ... oder vielleicht auch weil sie wollte, dass Anna nicht dort ist. So ganz genau versteh ich ihr krankes Hirn nicht.“ Peers Gesicht wurde zu einem immer größeren Fragezeichen und er begann. „Aber ich denke…“ „…das sie einen Unfall hatte und einen Gips trägt?“ fiel Tom ihm höhnisch ins Wort. Er saß mittlerweile kerzengerade in seinem Sessel, war viel zu zornig um sich gemütlich zurück zu lehnen, wenn er an Carlas Intrigen dachte. „Soll ich dir sagen, was es damit auf sich hat? Sie hatte gar keinen Unfall, und den Gips hat ihr ihr Gynäkologe angelegt, weil sie ihn damit erpresst hat, seiner Frau zu stecken, dass die Beiden mit einander gepoppt haben. So ist das mit ihrem Unfall.“ Peer schaute erstaunt und wusste gar nicht welche Frage er zuerst stellen sollte. „Sie wollte nicht herkommen, und lässt sich deshalb einen Gips verpassen? Wieso? Weiß das Bruno? Und was ist eigentlich mit euch, das hört sich nicht so an, als ob ihr noch ein Paar seid?...“ Er brach ab und schaute Tom mit noch mehr Fragezeichen im Gesicht abwartend an. Dieser hatte, von seinem Ausbruch selbst erschrocken, tief durch geatmet um sich wieder halbwegs unter Kontrolle zu haben, und rang gerade mit sich ob es eine gute Idee war Peer davon zu erzählen. Eigentlich redete er ja ungern über Interna, aber er spürte, dass da immer noch dieses frühere Vertrauen zu Peer war, und es sich gut anfühlte, endlich mal über die Dinge zu sprechen, die er in Berlin keinem erzählen wollte. Schließlich stand er auf und drehte sich zum Fenster, während er begann zu sprechen. „Ich versuch mal eine Kurzfassung meiner Interpretation der Geschichte. …Ich war letzte Woche, nach privaten ..., sagen wir Verwirrungen, für ein paar Tage im Ausland, und als ich ihr angekündigt habe, dass ich zurück komme, wollte Carla auf jeden Fall in Berlin sein. Wohl, um mich möglichst schnell zur Hochzeit zu überreden. Da Bruno sich aber geweigert hat, Anna an ihrer Stelle her zu schicken, weil du ja explizit nach Carla gefragt hattest, hat sie sich wohl die Idee mit dem Gips ausgedacht.“ Jetzt platzte Peer Tom ins Wort „Stop, Stop, Stop!" Tom drehte sich abrupt um, "Ich habe ausdrücklich nach Carla gefragt? Virgin hat mich angerufen, und so lange auf mich eingeredet, bis ich zugegeben habe, dass ich tatsächlich ein wenig Hilfe gebrauchen könnte. So läuft der Hase. Ich hätte bestimmt auch eine andere Lösung gefunden.“ berichtete er aufgebracht. Tom machte große Augen. Er stand einen Moment in seinen Überlegungen vertieft da, bis er anfing das Zimmer zu durchqueren. Carla war einfach unglaublich, und so langsam bekam er eine Ahnung davon, wie viele Intrigen von ihr, er in den letzten Jahren wohl übersehen hatte. Er stoppte einen kurzen Moment in seinem Weg. „Das passt, wahrscheinlich hat sie Virgin mal wieder instrumentalisiert, wie sie es so oft tut. Du weißt wie wichtig er für uns ist, aber… wenn der nicht bald seine Einstellung zu dieser Frau überdenkt, dann geht er mit ihr unter, das sage ich dir.“ Tom lief erregt weiter, er brauchte die Bewegung. „Ja und was war dann?“ fragte Peer, der bei der Beobachtung von Toms Gerenne schon selbst ganz nervös wurde. „Na ja, dann tauchte sie mit ihrem Gips auf, Anna war stattdessen weg und ich habe mich nicht zu einer Hochzeit überreden lassen, sondern mich von ihr getrennt. Nicht ohne sie darauf hinzuweisen, dass ich Bruno von ihrem Betrug in Kenntnis setzen würde, wenn sie eine plötzliche Wunderheilung ereilen würde. …Dass ich von der kleinen Abmachung mit ihrem Frauenarzt erfahren hatte, war natürlich nicht in ihrem Plan vorgesehen.“ Tom war die Genugtuung, die ihm dieser Umstand bereitete, immer noch anzumerken. Peer schüttelte den Kopf „Also ich habe Carla ja noch nie für harmlos gehalten, aber dass sie zu solchen Mitteln greift um ihre Ziele zu erreichen...“ Er dachte natürlich an die Erpressung, die er am eigenen Leib ertragen musste, aber da gab es ja dank seines neuen Wissens ein gelungenes Gegenmittel. Ihm fiel ein Stein vom Herzen und er freute sich fast auf den nächsten Anruf von ihr.
„Und wegen eurer Querelen bringt sie auch keine Entwürfe aufs Papier?“ Tom hatte seine Wegspur verlassen und lehnte sich gegen den Schneidetisch. „Na ja, die Krisen eines Kreativen kannst du vermutlich besser beurteilen, aber nach meiner Einschätzung…,“ Er nickte, „…deshalb, und weil sie mit der Konkurrenzsituation mit Anna nicht klar kommt. Bruno liebt Annas Arbeiten und damit kann Carla, wie du dir vorstellen kannst, gar nicht umgehen.“ Peers und Toms Blicke trafen sich. Peer lächelte vorsichtig. „Aber ich kann Bruno gut verstehen. Ich würde Anna Carla auch jederzeit vorziehen. Sie hat das Besondere, das Carla niemals zeigen wird.“ Er wartete auf die erdolchenden Blicke seines Freundes, aber Tom schaute liebevoll lächelnd vor sich hin und beachtete ihn gar nicht. „Und jetzt soll nur Annas Kollektion auf den Fashion Days laufen und ich werde eine Kollektion mit ihr erstellen. Das wird Carla alles so gar nicht gefallen?“ mutmaßte Peer weiter. Tom nickte bedrückt. „ Ich mach mir fast Sorgen, was sie sich noch einfallen lässt um dagegen anzugehen. Ihr Zorn wird sich bestimmt gegen Anna richten.“ Peer saß in seinem Sessel und überdachte, was er gerade gehört hatte. Das machte alles irgendwie Sinn, zumindest, wenn sich Tom wegen Anna von Carla getrennt hatte. Auch Tom sinnierte noch einen Moment über die zwei Frauen, die sein Leben zur Zeit in so unterschiedlicher Weise dominierten, als ihm sein Auftrag wieder einfiel. „Wo du gerade schon die Kollektion angesprochen hast, sollen wir mal die Bedingungen klären?“ Peer nickte, stand auf und sie setzten sich an seinen Schreibtisch.
Als sie besprochen hatten, was in den Verträgen stehen sollte, verabschiedete sich Peer von Tom. Er musste dringend die Arbeit in der Halle in Augenschein nehmen und sich davon überzeugen, dass die Location vorbereitet würde. Tom wollte noch im Büro bleiben und die Verträge aufsetzen. Sie hatten besprochen, dass er sie am nächsten Tag dem Lanford-Firmenanwalt vorlegen und dann zur Unterschrift wieder her faxen würde. Zum Abschied nahmen sich die beiden Männer noch einmal in den Arm und hatten gleichsam das gute Gefühl, dass sie sich ein Stück ihrer Freundschaft wieder zurück erobert hatten. Als Peer hinaus ging, drehte er sich an der Tür kurz um und sagte mit einem vielsagenden Blick. Ich treff mich mit Anna im Nordic Sea, falls du doch noch hier bleiben willst? Tom sah ihn verwundert an. Mist, ich bin wohl schon wieder durchschaut. Er schüttelte niedergeschlagen den Kopf. "Ich würde gerne, aber ich muss wirklich zurück. Mach´s gut, wir sehen uns ja bald."
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Als Peer gerade die Halle betreten hatte, in der sich der Trubel langsam legte, klingelte sein Telefon. Er befürchtete schon, dass sein Assistent mit irgendwelchen Hiobsbotschaften aufwarten würde, als er auf dem Display die Meldung „Unbekannte Nummer“ erkannte. Er schaute sich kurz um, ob er unbemerkt telefonieren könnte, entschied sich dann aber doch vor die Tür zu treten. „Carla! Du schon wieder!“ Mit seinem Wissen von ihrem Betrug fühlte er sich völlig sicher, und so machte es ihm fast Spaß diese heimtückische Person ein wenig zu provozieren. Carla stand derweil im Toilettenraum bei Lanford und fühlte sich durch Peers freundliche Begrüßung sogleich aufgestachelt.
Ihr Tag war bislang alles andere als gut gelaufen. Der Morgen hatte schon mit einer Standpauke begonnen. Kurz nachdem sie mit ihrem Gips im Imperium aufgelaufen war, hatte Bruno sie erneut um die Entwürfe gebeten, die sie immer noch nicht vorlegen konnte. Er hatte sie in üblicher manie zusammen gefaltet und durchblicken lassen, dass er darüber nachdachte, die Life-Linie für die Fashion Days abzusagen. So eine Unverschämtheit. Wie konnte dieser Holzkopf sich erdreisten, darüber auch nur nachzudenken. Schließlich war sie es doch, die ihn die letzten Jahre ständig unterstützt hatte. Also hatte sie sich an die Entwürfe gesetzt, die ihr aber einfach nicht aus der Hand laufen wollten. Sie war total blockiert, und alles was sie aufs Papier brachte, hatte es schon hundertfach gegeben. Genervt hatte sie immer und immer wieder Zettel von ihrem Block gerissen und in den Papierkorb geschmissen. Hinzu kam der Umstand, dass ihr Bein unter dem Gips zu jucken begann, und sie fast wahnsinnig wurde. Vor allem, wenn sie daran dachte, wie lange sie ihn noch tragen müsste. Sie verfluchte ihren Arzt und auch Tom, die sie gleichermaßen für diesen Umstand verantwortlich machte. Wo war Tom überhaupt? Den hatte sie auch den ganzen Tag noch nicht gesehen und als sie Virgin, der gerade an ihr vorbeischwebte danach fragen wollte, bedachte der sie nur mit einem pikierten Seitenblick und war wieder verschwunden. Carlas Wutpegel stieg unentwegt, bis sie auf die Idee kam, sich bei Peer nach dem Stand der Dinge zu erkunden. Wenigsten in diesem Punkt würde nichts schief laufen. Da war sie sicher, …zumindest bis sie Peers flötende Begrüßung vernahm. „Hallo Peer, und, wie läufts? Ich hoffe alles zu meiner Zufriedenheit?“ Peer spazierte ein Stück über den Parkplatz und genoss lächelnd die Sonne. „Also ich bin zufrieden,“ antwortete er gelassen. „Ob du zufrieden bist, ist mir ehrlich gesagt scheißegal, ob ich zufrieden bin, das ist die viel wichtigere Frage?“ zickte Carla genervt zurück. Peers Grinsen wurde immer breiter. Es bereitete ihm große Freude die brünette Frau so auflaufen zu lassen. „Du hörst dich zumindest sehr unzufrieden an, und wenn ich dich jetzt mit meiner Botschaft aufheitern soll, muss ich dich leider enttäuschen.“ Carla stand vor dem Spiegel, schaute in ihr wutverzerrtes Gesicht und fragte, sich mit aller Energie kontrollierend, leise aber bedrohlich. „Was soll das heißen? Du weißt welche Informationen…“ Peer unterbrach sie, er wollte es hinter sich bringen „Ja, ja, ich weiß, welche Informationen du verkaufen willst, aber ich weiß noch was. Ich werde mich auf deine Erpressung nicht einlassen. Wenn nämlich mein Name in der Presse auftaucht, wird dein werter Chef erfahren, welcher Mittel du dich bedienst um deine Ziele zu erreichen, ... obwohl, lass mich mal überlegen..., vielleicht sollte ich die Infos dann auch einfach an die Presse geben. ... Diese, kombiniert mit der Nachricht, dass du nicht mehr mit dem Junior-Chef des Hauses Lanford liiert bist, ich glaube, das würde für ein bisschen Aufsehen sorgen. ... Und, korrigiere mich wenn ich falsch liege, ich glaube nicht, dass du Lanford verlassen willst.“ Carla lächelte hämisch. „Und hast du eine Idee, wie du beweisen willst, dass ich dir einen kleinen Deal vorgeschlagen habe?“ Peer ließ die Bombe jetzt endgültig platzen, schließlich hatte er besseres zu tun, als sich mit zweitklassigen Designerinnen rumzuschlagen. „Davon rede ich gar nicht. Ich weiß, dass du gar keinen Unfall hattest und deinen Gips nur so zum Spaß trägst, und das wird Bruno sicher nicht gefallen. So, und jetzt überleg dir gut was du tust. Ich werde auch mit dem Skandal, den du herauf beschwören willst, gut leben und mich vor Aufträgen wahrscheinlich kaum retten können, aber willst du weiterhin Mode machen? Wie ich gehört habe, sind deine Entwürfe gerade nicht sehr überzeugend. Ist also fraglich welche andere Firma dich engagieren wird.“ Carla stand immer noch vor dem Spiegel. Die Frau die sie dort sah war alles andere als selbstsicher und zufrieden. Sie war leichenblass und schnappte nach Luft, wie ein Fisch auf dem Trockenen. Mit dieser Ansage hatte sie nun wirklich nicht gerechnet.
Die Tür öffnete sich und Paloma betrat den Raum. Sie schaute Carla erstaunt an, so fassungslos hatte sie diese, sonst immer so überhebliche Schlange, noch nicht oft gesehen. Aber es störte sie überhaupt nicht. Ironisch lächelnd registriert sie, das Carla dieser entgleiste Gesichtsausdruck definitiv besser stand, als ihr gefälschtes Lächeln.
Bevor Carla eine passende Antwort fand, die sie auch vor Paloma aussprechen konnte, hatte Peer sich mit einem knappen. „Ich hoffe, dass wir nie wieder mit einander zu tun haben!“ verabschiedet. Carla sah auf ihr Handy, bevor sie es mit einem lauten „Scheiße“ an der Wand zerschellen ließ.

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Di Okt 23 2012, 18:40

Meine liebe Katha,

vielen Dank für den tollen Teil. Hab mich nun doch dazu aufgemacht, ihn zu lesen. Und ja, was für ein Glück, dass ich es getan habe. Tom, der es kaum noch aushält, Anna zu sehen und dann leider erfahren muss, dass sie nicht da ist. Peer, der Toms Verhalten zu ergründen versucht und auch ziemlich schnell die richtigen Schlüsse zieht. Und dann Carla, ja richtig so, das ist genau das, was die intrigante Schlange braucht. Freue mich auf eine baldige Fortsetzung.

Danke dir und fühl dich gedrückt ... oder besser nicht, meine Viren sind gerade so vermehrungsfreudig ... *mad* Suspect

Liebe Grüße
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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Mi Okt 24 2012, 23:44

So, jetzt bin ich endlich wieder auf Normalkurs was deine FF betrifft. Wunderschön geschrieben...am Flughafen, das war echt traurig. Tom winkt und winkt, doch Anna erkennt ihn nicht, also wirklich...Tom will nach Stockholm und Bruno schickt ihn dahin...Das Kleid das mit Tom spricht, ich hab so gelacht Very Happy, denn das passt so gar nicht zu dem Geschäfts-Tom, die Unterhaltung mit Peer und dessen Verbindung zu Carla...mir fehlen die Worte, einfach TOP Smile
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BeitragThema: "45"   Do Okt 25 2012, 17:20

Da ich heute nur wenig Zeit habe, mal wieder hier eine kurze Fortsetzung. Ist einfach am schnellsten umzusetzen Wink. Viel Spaß!
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Nachdem Tom den Vertrag für die Kooperation von Lanford mit ‘Peter Berg’ erstellt hatte, lehnte er sich zurück und rieb sich müde übers Gesicht. Seine Uhr zeigte ihm, dass ihm noch drei Stunden bis zum Abflug blieben. Er stand auf und ging zur Sitzecke um sich einen Tee einzuschütten. Was sollte er jetzt tun? Hier die Zeit absitzen, immer in der Hoffnung, dass Anna doch nochmal auftauchen würde? Aber Peer hatte ihm ja gesagt, dass sie den Nachmittag an einem anderen Ort verbrachte. Er schlenderte rat- und rastlos durch den Raum, bis er erneut vor Annas Entwurf stehen blieb, und sich vorstellte wie Anna in diesem Kleid aussehen würde. Er lächelte bei dem Gedanken und verzog anschließend deprimiert das Gesicht, als er sich daran erinnerte, dass er heute Abend anstatt sie zu treffen in den Flieger steigen müsste. Aber wenn er bei dem Meeting am nächsten Tag nicht zugegen wäre, würde Bruno ihn vermutlich von Haus und Hof jagen.
Er packte seine Unterlagen und seinen Laptop in die Tasche und verließ, nachdem er sich kurz bei Ole verabschiedet hatte, die Halle. Er hatte beschlossen in der Zeit die ihm noch blieb in der Stadt einen Kaffe zu trinken. Im Auto sitzend überlegte er, wo er hinfahren sollte, und letztlich zog es ihn nach Gamla Stan.
Kurze Zeit später wandelte er durch die engen kopfsteingepflasterten Gässchen, des ursprünglichsten Stockholms. Er betrachtete die alten, malerischen Häuser, die kleinen Läden und gemütlichen Cafe´s. Er hatte das Gefühl, als wäre an diesem Ort die Zeit stehen geblieben. Einzig die vielen Touristen, die mit ihren lauten Stimmen und ihren allzeit gezückten Fotoapparaten die Wege bevölkerten, passten so gar nicht in dieses Bild. Er setzte sich auf dem Stortorget, den ältesten Platz der Stadt, an einen kleinen Cafe-Tisch um die Sonne noch etwas zu genießen. Bei einem leckeren Milchkaffee und einer Kleinigkeit zu essen beobachtete er die Menschen, und immer wenn ein verliebtes Paar an ihm vorbei schlenderte spürte er den Schmerz in seiner Brust, der ihn daran erinnerte, dass er die Schönheit dieses Ortes viel lieber zu zweit genießen würde.
Es dauerte nicht lang, bis er sich mühsam und mit Wehmut im Herzen erhob, denn er musste sich auf den Weg zum Flughafen machen. Die Strecke, die ihm bei der Ankunft so unglaublich lang vorgekommen war, flog jetzt an ihm vorbei wie nichts. Mit jedem Kilometer, den er sich von Stockholm entfernte zog sich sein Brustkorb enger zusammen und das Gaspedal schien einen immer größeren Widerstand zu geben. Es war schon seltsam. Jahrelang hatte er sich hinter seiner steinernen Fassade versteckt und keinen Menschen in sein verkettetes Herz gelassen. Sicher hatte er sich hin und wieder alleine gefühlt, aber mit ein wenig Ablenkung durch verschiedene kleinere Techtelmechtel und später Carlas Gesellschaft, hatte ihn dieses Gefühl nie ernsthaft berührt. Aber jetzt, da sein Herz endlich entfesselt war, fühlte er sich plötzlich so einsam und verloren wie nie zuvor. Tom zwang sich das Auto abzustellen und ging schweren Schrittes ins Flughafengebäude. Sein ganzer Körper wehrte sich, schien seinem Kopf beweisen zu wollen, dass er in die falsche Richtung lief. Aber letztlich hatte er sich so gut im Griff, dass er doch mitten in der Abflughalle stand, als sein Telefon klingelte.
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Paloma verfolgte den Flug von Carlas Handy mit den Augen, während sie sich die Hände wusch. Sie konnte sich einfach nicht zurück halten und erkundigte sich in äußerst lieblichen Ton nach Carlas Empfinden. „Schlechte Nachrichten? Kann ich was für sie tun? Sie sehen gar nicht gut aus.“ Carla sammelte die Teile ihres Telefons ein, bedachte Paloma mit einem herablassenden Blick und verließ mit einem knapp dahingezischten „Nein Danke“ humpelnd den Raum. Paloma nahm sich ein Handtuch sah ihr mit hochgezogenen Augenbrauen hinterher. „Dann eben nicht.“ Carla war außer sich. Sie spürte, dass sie den Nächsten, der sie falsch anschauen würde, in der Luft zerreißen würde, und wusste, dass sie sich dringend beruhigen musste. Bei aller Überzeugung, dass sie vor allem von Tom und Bruno, völlig ungerecht behandelt würde, hatte sie gerade noch genügend Realitätssinn um ihre wackelige Position in der Firma richtig einzuschätzen. Sie marschierte, so schnell es dieses nervige Ding an ihrem Bein zuließ, zum Empfang. „Kommt Tom heute noch in die Firma?“ verlangte sie von Steffi zu wissen. Diese schaute gelassen auf, kannte sie Fr. Rhonstedts liebliche Art ja zu genüge. „Nein Hr. Lanford wird erst Morgen wieder im Hause sein. „Wo ist er denn?“ schoss es aus ihrem Mund, bevor sie darüber nachgedacht hatte. Sie wurmte es schon den ganzen Tag, dass er nicht da war und sie auch nicht darüber in Kenntnis gesetzt wurde, wo er sich aufhielt. Steffi kümmerte sich wieder um die Postverteilung und sah die brünette Frau, die immer noch bebend neben ihr stand nicht einmal an, als sie ungerührt erwähnte, dass er einen auswertigen Termin hätte. Sie lächelte in sich hinein, da sie natürlich wusste, dass Carla diese Antwort unbefriedigend finden würde. Carla blies wütend die Luft aus, ging zu ihrem Schreibtisch um ihren Skizzenblock zu holen und setzte sich in Toms Büro. Nach einigen Minuten, in denen sie versuchte nachzudenken, beschloss sie sich bei per Telefon bei dem Verursacher ihrer misslichen Situation Luft zu verschaffen.
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„Lanford“ meldete sich Tom mürrisch. Er hatte keine Lust auf dieses Telefonat. Der Anrufer konnte eigentlich nur sein Vater sein, da auf dem Display des Handys seine eigene Büronummer angezeigt wurde. „Was fällt dir eigentlich ein?“ wurde er in lautem Ton angefahren. Tom hielt das Handy ein Stück weg um keine Hörsturz zu erleiden, verdrehte die Augen und legte den Kopf genervt in den Nacken. „Carla, was gibt´s?“ fragte er uninteressiert. „Wie kommst du dazu Peer solche Dinge von mir zu erzählen?“ Toms Augenbrauen wanderten verwirrt aufeinander zu, aber bevor er was sagen konnte, ertönte schon wieder Carla an seinem Ohr. „Du bist Schuld, dass er mir droht Bruno alles zu erzählen. Willst du das ich alles verliere?“ Tom schüttelte den Kopf, was wollte sie von ihm? „Wovon redest du? Was habe ich erzählt? Und warum droht dir Peer?“ Carla schoss die Hitze ins Gesicht Verd.ammt was mache ich hier eigentlich? Was soll ich ihm jetzt sagen? … Erst jetzt realisierte sie, dass sie sich und ihr intrigantes Vorgehen fast verraten hätte. Vor Ratlosigkeit wie sie sich aus dieser Situation wieder hinaus manövrieren sollte, raunzte sie nur noch ein „Ach vergiss es“ bevor sie schnell wieder auflegte. Tom schaute völlig verwirrt auf sein Handy. „Was war das denn?“ fragte er sich. Von wegen Peer würde es schon Keinem erzählen. Aber warum hat er es Carla erzählt, bzw. ihr gedroht? Das würde er doch nicht ohne einen triftigen Grund tun... Das Einzige was ihm dazu einfallen wollte war, dass Carla wieder irgendein hinterlistiges Ding drehen wollte, vermutlich um ihm, oder noch schlimmer, um Anna zu schaden. Warum sollte sie sonst überhaupt im Kontakt mit Peer stehen. So gut kannten sie sich schließlich auch nicht. Hatte Peer nachmittags vielleicht nicht grundlos gefragt, was mit Carla los sei? Seine ohnehin schon schlechte Gefühlslage wurde durch die zusätzliche Sorge um Anna spontan ins unterirdische katapultiert, und er wurde von einer wahnsinnigen Unruhe erfasst. Er sah auf die Anzeigetafel um zu sehen, wieviel Zeit ihm noch bis zum Abflug bliebe, als ihn ein zweites „Berlin“ auf der Tafel ansprang. Da der Tag ja bereits zuneige ging, waren auch die ersten Flüge des nächsten Tages schon aufgeführt. Morgen früh um halb acht geht auch ein Flug! schoss es ihm durch den Kopf. Wenn ich den nehme bin ich immer noch früh genug in Berlin um am Meeting teilzunehmen. überlegte er, während er sich sich schon im Laufschritt auf den Weg zum Buchungsschalter machte. Kurze Zeit später saß er wieder im Auto und drückte das Gaspedal so tief durch, dass es fast den Unterboden durchschlug. Er hatte panische Angst, dass Carla irgend etwas gegen Anna unternehmen könnte und musste unbedingt mit Peer sprechen um heraus zu bekommen, was es mit dieser Geschichte auf sich hatte. Gott sei Dank hatte dieser ihm gesagt, wo die Beiden sich zum Abendessen treffen wollten.

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Fr Okt 26 2012, 11:38

Oh schön, ich liebe es, etwas von dir zu lesen zu bekommen. Und ja, Tom bleibt doch in Stockholm und gleich wird er Anna treffen. Bin gespannt, wie das abläuft. Carla, ... oh Mann, die könnte echt noch viel mehr eine vor den Deckel bekommen. Aber es ist ein gutes Gefühl zu sehen, wie ihre kleinen Intrigen nicht so richtig aufgehen, wie sie sich das vorstellt. Da hat sie sich mit Peer wohl auf den falschen eingelassen. Bitte mehr davon, meine Liebe.

Viele Grüße, Mini, die ganz geduldig auf Nachschub wartet. Wink

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Fr Okt 26 2012, 22:57

Carla, endlich hast du dich mal selbst abgeschossen, ein Stück weit zumindest...es gibt ja doch noch Gerechtigkeit Wink Very Happy
Freu mich auf mehr

Liebe Grüße
Tastentante Smile
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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Sa Okt 27 2012, 07:05

Mini_2010 schrieb:
Oh schön, ich liebe es, etwas von dir zu lesen zu bekommen. Und ja, Tom bleibt doch in Stockholm und gleich wird er Anna treffen. Bin gespannt, wie das abläuft. Carla, ... oh Mann, die könnte echt noch viel mehr eine vor den Deckel bekommen. Aber es ist ein gutes Gefühl zu sehen, wie ihre kleinen Intrigen nicht so richtig aufgehen, wie sie sich das vorstellt. Da hat sie sich mit Peer wohl auf den falschen eingelassen. Bitte mehr davon, meine Liebe.

Viele Grüße, Mini, die ganz geduldig auf Nachschub wartet. Wink
Carla auflaufen zu lassen fällt mir nicht wirklich schwer. Embarassed Danke Süße!

Tastentante schrieb:
Carla, endlich hast du dich mal selbst abgeschossen, ein Stück weit zumindest...es gibt ja doch noch Gerechtigkeit Wink Very Happy
Freu mich auf mehr

Liebe Grüße
Tastentante Smile
Ich finde die Vorstellung wie Carla mit ihrem Gips durch die Gegend humpelt und versucht dabei besonders souverän auszusehen auch sehr witzig. Smile
Danke auch Dir! Wink

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BeitragThema: "46"   Mo Okt 29 2012, 15:18

Auch hier soll es mal wieder weiter gehen. Und wehe es gefällt euch nicht... .
Viel Spaß Wink
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Anna betrat ihr Hotelzimmer, zog ihre Schuhe aus und ließ sich auf das Bett sinken um einen Moment auszuruhen. Nach den stundenlangen konzentrierten Näharbeiten war sie schrecklich müde. Aber es hatte sich gelohnt. Das Kleid war in den Grundzügen erschaffen und es passte ihr wie angegossen. Sie war völlig erstaunt gewesen, wie gut es ihr stand. Wenn am nächsten Tag noch die Feinheiten hinzu gefügt wären, würde es tatsächlich fantastisch aussehen, und trotz ihrer Sorge, selbst den Laufsteg betreten zu müssen, freute sie sich jetzt fast ein wenig darauf. Anna rappelte sich auf und betrachtete im Badezimmer ihr müdes Spiegelbild. Ihr blieb nur noch eine halbe Stunde bis zum Abendessen, also stellte sie sich unter die Dusche, zog sich ein einfaches, aber doch elegantes Cocktailkleid über und schminkte sich dezent. Dann verließ sie ihr Zimmer und machte sich auf den Weg.
Sie betrat einen großen runden Bau, der mit einer Glaskuppel bedeckt war. Der ebenerdige Mittelpunkt des Raumes war als gemütliche Lounge eingerichtet, in der einige Menschen in kleinen Couchecken saßen und sich bei gedämpfter Musik und lecker aussehenden Cocktails und Aperitifs unterhielten. Links führte eine gebogene Treppe hinauf zu einer Art Empore, wo sich die Plätze des Restaurants befanden. Entlang der steinernen Balustrade waren kleinere Tische angeordnet, die einen Blick auf den kompletten Raum boten, der von dem gemütlichen Licht, das durch die bunten Fenster der Kuppel fiel, in warme Farben gehüllt war. Anna wurde von dem Kellner in Empfang genommen und in die obere Etage geführt. Sie sah Peer schon von weitem und ging strahlend auf ihn zu. Nach einer herzlichen Begrüßung rückte ihr Peer höflich den Stuhl zurecht. Er war nach dem erfolgreichen Tag bestens gelaunt. Die Vorbereitungen für die Show lagen alle im Zeitrahmen und bislang hatten sich keine Katastrophen angekündigt, was ihn sehr beruhigte.Den Nachmittag mit seinem alten Freund hatte er sehr genossen, und dank Toms Informationen hatte sich ja auch dieses leidige Problem mit Carla mehr oder weniger in Luft aufgelöst. Jetzt freute sich Peer zur Abrundung des Tages auf ein entspanntes Abendessen mit Anna, dieser überaus sympathischen Frau, die er erst seit einem Tag kannte. Nachdem sie sich gesetzt hatten, lächelte er sie an. „Du siehst toll aus!“ machte er ihr ein Kompliment, das diese erröten ließ. War die Zeit, die sie bisher gemeinsam verbracht hatten, doch immer mit Arbeit angefüllt, glich die Atmosphäre hier, an diesem fast verwunschen wirkenden Ort doch eher einem Date. Anna war leicht verlegen und wusste nicht recht was sie antworten sollte. Sie fühlte sich geschmeichelt und dachte, nun bereits das zweite Mal, dass Peer wirklich alles mitbrachte, was man sich von einem Mann wünschte. Peer bemerkte ihre Unsicherheit und fand ihre natürliche, jetzt fast schüchterne Art sehr liebenswert. „Darf ich deinem Strahlen von vorhin entnehmen, dass der Nachmittag erfolgreich war?“ Anna verscheuchte ihre Gedanken und atmete auf. Mit diesem Thema waren sie wieder auf sicherem Terrain und das war gut so. Sie schwärmte von der Zusammenarbeit mit Frau Andersson, die völlig reibungslos und Hand in Hand funktioniert hatte. Die beiden Designer tauschten sich wie zwei alte Freunde über ihre Arbeit aus und waren sich einig, wie befriedigend es war, wenn man die eigenen Kreationen entstehen sah. Als der Kellner einige Zeit später das Essen brachte und ihnen Wein nachgoss, nutzte Anna den kurzen Moment und schaute sich neugierig um. Über die Balustrade hinweg, konnte sie den Loungebereich überblicken und für einen Moment war sie davon überzeugt Tom dort unten stehen zu sehen. Schnell verdrängte sie den Gedanken als einen kurzen halluzinogenen Moment, da sie ja wusste, dass er wieder nach Berlin zurück geflogen war. Aber ihr Kopf war trotzdem sofort erfüllt von ihm, und so wollte sie jetzt endlich wissen, warum er eigentlich in Stockholm gewesen war. Wegen ihr ja offensichtlich nicht, denn dann wäre er nicht zurück geflogen ohne sie anzutreffen. Sie spürte bei diesem Gedanken leise Wehmut. „War Tom heute hier?“ fragte sie Peer jetzt gerade heraus, als der sein Besteck zur Hand nahm und ihr einen Guten Appetit wünschte. Peer nickte, während er sie genau beobachtete. Anna rutschte ein wenig auf ihrem Stuhl hin und her, und war froh, dass sie sich mit ihrem Essen beschäftigen konnte. Nu erzähl schon wollte sie ihrem Gegenüber zurufen, aber konnte sich gerade noch zurück halten. „Wir hatten etwas Geschäftliches zu besprechen.“ fügte er nach einem kurzen Moment hinzu. Anna war plötzlich nicht mehr so locker wie zuvor und es war unverkennbar, dass Tom nicht nur ihr Chef war, wenn auch nichts auf die Art der Beziehung hindeutete. Anna überlegte, ob sie es dabei bewenden lassen sollte, als Peer wieder das Wort ergriff. „Wie ist Tom als Chef? Kommst du gut mit ihm klar?“ Anna schaut ihn erst erstaunt an und wendete dann ihren Blick wieder auf ihren Teller. Wie komme ich mit Tom Lanford klar? – gar nicht? … das wäre wohl die richtige Antwort. Sie überlegte, wie man Tom und sein Verhalten am besten zusammenfassen konnte, hin und her gerissen, zwischen ihren verschiedenen Eindrücken dieses Mannes, der sie an Jekyll und Hyde erinnerte. Peer lächelte das zweite Mal an diesem Tag wissend in sich hinein. Noch ein Volltreffer. Anna räusperte sich. „Tom ist …, als Geschäftsführer sehr erfolgreich, wenn ich das richtig beurteilen kann. Für das Kreative ist ja eher Bruno verantwortlich, daher kann ich sonst nicht viel sagen.“ Sie hoffte, dass er sich mit dieser belanglosen Antwort zufrieden geben würde, aber Peer wollte sich nicht so schnell abspeisen lassen. „Als Geschäftsführer, aha. Und sonst? Ihr werdet doch sicher auch sonst schon mal mit einander gesprochen haben. …Also ich hatte heute den Eindruck, als hätte er sich seit unserem letzten Treffen verändert.“ Anna blickte Peer in die Augen. Wollte er ihr was Bestimmtes entlocken? Hatte Tom etwa von ihr gesprochen? Sie sucht erneut nach Worten „Was soll ich sagen, … Tom ist…ist halt Tom. Und ob er sich verändert hat kann ich nicht einschätzen. Ich kenne ihn ja erst seit einem knappen halben Jahr." Sie schüttelte bei dieser Erkenntnis, die ihr selbst gerade wieder bewusst wurde, den Kopf, denn dafür hatt sie schon verdammt viel mit ihm erlebt. "… Wenn du es genau wissen willst." fuhr sie fort, als hätte sich ihre Zunge plötzlich gelöst. "Für mich ist er völlig undurchsichtig. Einmal ist er nett, zuvorkommend, verständnisvoll und ein anderes Mal kalt wie eine Hundeschnauze. Wenn du so willst, wird es zumindst nie langweilig, man weiß nie woran man ist.“ Anna redete sich langsam in Rage und wahrscheinlich hätte sie noch viel mehr von ihrem obskuren Verhältnis zu Tom durchscheinen lassen, wenn sie nicht plötzlich ein deutliches „Guten Abend“ hinter sich gehört hätte.

Tom war vom Kellner in die obere Etage begleitet worden, hatte sich dann aber entschuldigt, um als erstes die Toilette aufzusuchen. Er musste noch einmal durchatmen, bevor er sich Peer und vor allem Anna näherte. Nachdem er sie aus der Ferne bereits gesehen hatte, hüpfte sein Herz in unregelmäßigem Takt durch seine Brust, dass er sich unweigerlich wie vor einer großen Prüfung fühlte. Auch das Wasser, dass er sich ins Gesicht geschüttet hatte, erlöste ihn nicht von seiner Nervosität, aber er sprach sich bei einem Blick in den Spiegel selbst Mut zu und verließ langsam den Waschraum. Er trat ein paar Meter in den Raum hinein, bis er ein Stück von seinem Ziel entfernt stehen blieb und das Designerpaar, zu dem er hinzustoßen wollte, interessiert beobachtete. Sie wirkten sehr einträchtig und nicht wie zwei Menschen, die sich gerade erst kennengelernt hatten. Seine Befürchtung, dass Peer bei Anna gut ankam, war wohl nicht ganz unbegründet. Er holte noch einmal tief Luft, bevor er die letzten Schritte zum Tisch ging und sie entschlossen begrüßte.

Die Stimme war Anna nur allzu vertraut. Ihr Kopf schoss in Lichtgeschwindigkeit herum und sie sprang spontan auf. Dabei stieß sie gegen den Tisch und ihr mit Wasser gefülltes Glas ergoss sich über die Tischdecke. Ihr Blick flog bei diesem Scheppern zurück zum Tisch und sie sah zwischen Peers schmunzelndem Gesicht und dem nassen Tischtuch hin und her, bevor sie sich wieder Tom zuwendete. Ihr Gesicht glühte vor Verlegenheit, hatte sie doch gerade noch von diesem… unglaublich schönen Mann gesprochen, der sie auch jetzt, wie so oft, völlig aus dem Konzept brachte. Seine Augen strahlten und Annas Herzschlag ließ bei seinem Anblick ihren ganzen Körper erbeben.
Tom fühlte sich zwar selbst gerade ziemlich unsicher, aber bei der Betrachtung von Annas Reaktion auf seine bloße Begrüßung musste er doch lachen. „Langsam, langsam, ich bin´s nur?“ sagte er beschwichtigend und ging auf sie zu. Seine Knie waren weich, als er sie ungelenk zur Begrüßung umarmen wollte. Aber Anna riss ihren Blick von ihm los und versuchte ihm auszuweichen. Sie tat einen Schritt nach hinten und streckte ihm die Hand zur einer höflichen Begrüßung entgegen, dabei stieß sie erneut gegen den Tisch, was mit einem weiteren Klirren quittiert wurde. Aber zumindest hatte sie den Abstand zwischen sich und Tom wieder hergestellt. Dieser registrierte ihre Bemühung verletzt, griff aber letztlich nach ihrer Hand. Als sich ihre Hände fanden seufzten innerlich beide auf und versanken für einen kurzen Augenblick in der warmen Berührung, ehe Anna ihre Hand schnell zurückzog und sich hektisch mit dem Schlamassel, den sie auf dem Tisch angerichtet hatte, beschäftigte. Tom richtete seine Aufmerksamkeit auf Peer, der breit grinsend am Tisch saß. Dieses unsichere Tänzchen, das die beiden jungen Menschen dort vor ihm aufgeführt hatten, war einfach zu witzig gewesen. Nun stand er auf um Tom zu begrüßen. Er wunderte sich gar nicht ihn zu sehen. Im Gegenteil, er hatte fast damit gerechnet, dass sein Freund doch noch auftauchen würde. Die Männer umarmten sich kurz und Peer rutschte mit seinem Teller auf den nächsten Stuhl um Tom seinen Platz zu räumen.

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Mo Okt 29 2012, 22:21

Herrlich, genauso würde ich es mir vorstellen, wenn es meine Geschichte wäre...Super Teil...Anna schimpft,Tom kommt...klasse Very Happy
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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Di Okt 30 2012, 15:53

Ja, so weit so gut. Mal sehen was dann passiert Wink Rolling Eyes
Lieben dank!
Katha

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Di Okt 30 2012, 19:06

Hihihihi ... musste gerade so lachen bei der Vorstellung, wie Anna vollkommen durch den Wind ist. Oh Mann, da redet man sich gerade in Rage und dann steht die betreffende Person plötzlich hinter einem. Kann es etwas peinlicheres geben. Genialer Teil und ich freue mich auf mehr, meine liebe Katha

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Mi Okt 31 2012, 11:08

Ja, ich fand dieses Eiertänzchen auch sehr amüsant. Laughing Mal sehen ob sie sich jetzt verstehen, oder doch an die Gurgel gehen? Wink

Danke für deinen Kommi!
LG, Katha

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BeitragThema: "47"   Sa Nov 03 2012, 21:14

So, auch hier habe ich einen, wenn auch nicht ganz so langen, neuen Teil. Ich wünsche viel Spaß.
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Tom setzte sich und versuchte einen Blick in Annas Augen zu erhaschen, die ihm nun gegenüber saß. Aber ihr war die Situation so peinlich, dass sie den Blick auf den Teller gesenkt hielt und diesen angestrengt analysierte, um ihr Gegenüber ja nicht anzusehen. Außerdem wusste sie ja welche Gefahr in seinen Augen lauerte. Sie würde nur wieder einmal in dem tiefen blau ertrinken und sich vor Peer zum Affen machen, weil sie den Rest der Welt vergessen würde, und diese weitere Peinlichkeit wollte sie sich nun wirklich ersparen. Peer betrachtete Anna und Tom, die scheinbar völlig vergessen hatten, dass er auch noch am Tisch saß, von der Seite und grinste wissend. War er sich vorher schon zu 98% sicher gewesen, dass die Beiden verliebt in einander waren, wäre er es jetzt zu 200%, wenn das rein mathematisch möglich wäre.
Anna erlangte langsam ihre Sicherheit zurück und so hob sie zögernd ihren Kopf, schließlich konnte sie ja nicht den restlichen Abend auf Tauchstation bleiben. „Was machst du hier, ich dachte du wärst schon wieder in Berlin?“ fragte sie ihren Chef, und dieser antwortete mit einem lapidaren Schulterzucken. „Flugzeug verpasst“.
Jetzt musste Peer wirklich lachen, und verschluckte sich bei dem Versuch den Drang zu beherrschen. Er hustete heftig und grinste amüsiert, als er mit Tränen in den Augen endlich wieder Luft in seine Lungen ziehen konnte. Die Beiden waren einfach zu putzig. Er wusste von Ole wann er nachmittags mit Anna vom Stoffkontor zurück gekommen war und er war sich fast sicher, dass sie Tom bewusst aus dem Weg gegangen war, und ebenso wusste er von seinem Assistenten wann Tom die Lagerhalle verlassen hatte, und somit wusste er auch, dass das gerade eine eindeutige Lüge war. Aber er würde sich da raus halten, denn es schien, als wäre zwischen den Beiden noch Vieles ungeklärt. Anna und Tom schauten sich für einen Moment verlegen an, da sie sich nach ihrem unbeholfenen Auftakt des Abends gleichermaßen ertappt fühlten.

Nach und nach setzte sich ein holpriges Gespräch in Gang, das sich eigentlich erst auflockerte, als Anna sich erkundigte, woher die beiden Männer, die dort ziemlich einträchtig vor ihr saßen und eigentlich so gar nicht zueinander passen wollten, sich so gut kannten. Peer und Tom grinsten breit, als sie davon berichteten, wie sie sich kennengelernt und sich angefreundet hatten. Sie feixten und erzählten lustige Anekdoten aus ihrer gemeinsamen Zeit in Berlin und die ruhige Atmosphäre des Restaurants wurde immer wieder durch das gelöste Lachen der drei jungen Menschen durchbrochen, die schienen als wären sie bereits seit Jahren befreundet. Anna war völlig fasziniert von Tom. Er war locker, lustig und richtig redselig, und sie konnte sich lebendig vorstellen, wie die beiden schönen Männer gemeinsam die Partyszene der Stadt aufgemischt hatten.
Sie warf Tom immer wieder verstohlene Blicke zu, die wohl doch nicht allzu verstohlen waren, da sie nur allzu häufig von ihm aufgefangen wurden. Jedes Mal wenn sich ihre Augen trafen, hingen sie für einen Moment ineinander fest, bevor der ein oder andere sich schnell wieder abwand. „Warum bist du eigentlich hier?“ fragte Anna schließlich auch Tom nochmal. Vielleicht sagte er ja mehr als Peer. Tom schaute sie entschuldigend an „Das kann ich dir leider nicht verraten. Du kennst doch Bruno. Wenn ich ihm seinen theatralischen Moment stehle, den er sicherlich daraus machen wird, wenn er von der Neuigkeit berichtet, werde ich gevierteilt. Und ich bleib doch lieber an einem Stück.“ Er zwinkerte ihr mit vor Herzlichkeit gefüllten Augen zu. Er war so glücklich diesen Abend zu erleben. Anna erwiderte seinen Blick und ihr Herz meldete sich wieder einmal zu Wort Ob man diese Vierteilung so hinbekommen kann, dass nur dieser Tom hier übrig bleibt? Den würde ich sofort für mich beanspruchen, dachte sie und gab sich für einen Moment ihrer Sehnsucht hin, ehe seine Worte sie in die Realität zurück holten. „Ich bin aber ziemlich sicher, dass es dir gefallen wird.“ fügte er nach einem Seitenblick zu Peer hinzu. Anna schaute von einem zum anderen. Geheimniskrämer, dachte sie leicht genervt, ließ es aber schließlich dabei bewenden und entschuldigte sich zur Toilette.
Tom schaute Anna verliebt hinterher, bis sie hinter der Tür verschwunden war. Endlich war er in ihrer Nähe, und auch wenn der Beginn der Begegnung mehr als seltsam gewesen war, genoss er es mit ihr an einem Tisch zu sitzen. Es war einfach himmlisch sie zu sehen, mit ihr zu sprechen anstatt zu streiten, und vor allem, mit ihr zu lachen. Er hatte sich so oft gewünscht auch so gelassen und gelöst mit ihr umgehen zu können, wie Enrique oder Virgin. Selbst sein Vater schien lange Zeit ein vertrauensvolleres Verhältnis zu ihr gehabt zu haben, als er selbst. Und das obwohl sie doch schon solch intime Momente miteinander verbracht hatten.
„Na, was hast du so lange getrieben, dass du den Flieger verpasst hast?“ wurde er durch die belustigte Stimme seines Freundes aus seinen Gedanken gerissen. Tom schaute Peer an und spürte prompt wie ihm die Hitze ins Gesicht stieg. Dir kann man aber auch nichts vormachen, dachte er genervt, aber da erinnerte er sich wieder, welcher Grund ihn eigentlich zu seiner Umkehr gebracht hatte. Sein Gesicht verdunkelte sich „Peer, was ist das mit Carla? Sie hat mich angerufen und mich zur Sau gemacht, weil du ihr drohen würdest?“ Peer riss die Augen auf. „Sie hat was?“ „Nun sag schon“ drängelte Tom ungeduldig, denn er wollte diese prekäre Frage nicht vor Anna klären. Peer räusperte sich verlegen. Er hatte gehofft, nicht mehr über Carla nachdenken, geschweige denn reden zu müssen. Seine Gedanken rotierten einen Moment in seinem Kopf, denn nach dem, was er von Tom nachmittags bereits gehört hatte, und wie die Situation mit Tom und Anna sich darstellte, wollte er auf keinen Fall erwähnen, dass er Anna verführen sollte. Den Grund für diese Forderung meinte er mittlerweile sehr genau zu kennen, und er war sich sicher, dass die Informationen über Carlas Rachegedanken bestimmt nicht gut ankommen würden, und er wollte sie nicht unnötig provozieren und sie doch noch aktiv werden lassen. Also entschied er sich für die Halbwahrheit. „Carla wollte, dass ich Anna auflaufen lasse. Ich sollte ihre Arbeit hier, bzw. das Kleid, das sie entworfen hat, boykottieren um sie bei Bruno schlecht dastehen zu lassen. Aber dank deiner Informationen konnte ich ihre Forderung etwas entgegensetzen, so dass hoffentlich keiner zu Schaden kommt. …“ Er sah Tom eindringlich an, um seinen kommenden Worten Nachdruck zu verleihen. „Tom ich kenne Anna noch nicht lange, aber ich will ihr bestimmt nicht schaden. … Und auch euch nicht“ fügte er ernst hinzu. Toms Augenbrauen waren in die Höhe geschossen. „Aber warum hättest du das denn tun sollen?“ stieß er irritiert aus. Peer druckste etwas herum „Na ja, … Carla weiß etwas von mir, das ich der Öffentlichkeit gerne vorenthalten möchte.“ Sein bittender Blick wollte wohl hinzufügen, dass er es gerne bei dieser Information belassen wollte.
Tom stellte lautstark sein Glas ab, er war völlig fassungslos. „Im Klartext, sie hat dich erpresst?“ Peer nickte und setzte gerade zu einer Entschuldigung an, aber Tom winkte schnell ab und schüttelte nur ungläubig den Kopf. „Kannst du mir mal sagen, mit was für einer abscheulichen Person ich die letzten Jahre verbracht habe? Ich hätte sie fast geheiratet…“ Peer lächelte ihn beruhigend an. „Aber du hast es ja Gott sei Dank früh genug erkannt, oder?" Tom der seinen Blick gedankenverloren ins Nirgendwo gerichtet hatte, nickte zustimmend, bis er die folgenden Worte zu hören bekam. "… Und ich glaube dein Herz hat jetzt eine wirklich gute Wahl getroffen." Toms Kopf schoss zu Peer und sein Blick starrte in das wissende Lächeln seines Freundes, der mit ernstem Ton nur ein Wort von sich gab. „Anna?“ Tom war leider zu sehr in seiner Rolle des Einsiedlers gefangen, als dass er die Richtigkeit dieser Annahme einfach hätte bestätigen können, hatte er es doch gerade erst geschafft es sich selbst einzugestehen. Und so antwortete er wie aus der Pistole geschossen. „Wie kommst du darauf? Das ist ja mal totaler Quatsch. Ich bin nicht in Anna verliebt.“
Die beiden Männer waren so in ihr Gespräch vertieft, dass es ihnen entgangen war, dass Anna in genau diesem Moment wieder an den Tisch heran getreten war.
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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   So Nov 04 2012, 15:05

Perfektes Timing von Anna...wieder mal...zur falschen Zeit am richtigen Ort, da ist echt schon Talent dahinter ;D
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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   So Nov 04 2012, 21:09

Ja, ja Tastentante, wie habe ich das in meiner Kurz FF geschrieben.
Anna denkt sich "Wir bekommen bestimmt den ersten Preis für das schlechteste Timing der Welt." Wink
Aber Tom ist ja auch mal einfach ein Volltrottel. Evil or Very Mad Sorry, aber sich ewig selber anzulügen, was er für Anna empfindet, sich dann tagelang wie ein SM-Fetischist quälen um sich endlich von der Vergangenheit verabschieden zu können und dann aber bei einem Freund, der ihn ja sowieso schon zu verstehen gegeben hat, dass er ihn durchschaut, so zu tun, als ob da nichts, aber auch gar nichs wäre. No Da fällt mir echt nichts mehr zu ein. Na ja, mir ist doch was eingefallen, sonst hätte ich ja nicht weiter geschrieben, aber gut.

Dank dir auf jedenfall Smile

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Mo Nov 05 2012, 10:27

Oh mann, ich kann Tastentante nur beipflichten. Was für ein Timing. Die beiden sollten den Oscar dafür bekommen. Aber gut, wenn es diese kleinen Missverständnisse nicht geben würde, wäre deine Story wohl auch nur halb so fesselnd. Ich liebe Peer, wie er die Dinge erkennt. Man merkt, dass er bei Bruno in der Lehre war

Freu mich auf eine Fortsetzung ...

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Mo Nov 05 2012, 20:36

Mini_2010 schrieb:
Oh mann, ich kann Tastentante nur beipflichten. Was für ein Timing. Die beiden sollten den Oscar dafür bekommen. Aber gut, wenn es diese kleinen Missverständnisse nicht geben würde, wäre deine Story wohl auch nur halb so fesselnd. Ich liebe Peer, wie er die Dinge erkennt. Man merkt, dass er bei Bruno in der Lehre war

Freu mich auf eine Fortsetzung ...

Liebe Grüße, Mini

Ja, ja, das Timing. Ich habe mich ja schon dazu ausgelassen Razz
Und hast du auch schon eine Idee, wie Anna darauf reagieren wird? Rolling Eyes Na, wenn ich´s nicht selbst geschrieben hätte, wüsste ich es vermutlich trotzdem. Schließlich findet man ja doch immer die gleichen Verhaltensmuster wieder. Und ich weiß, dass du sie auch kennst Razz
Und du wirst sehen. Genau so wird es kommen... Evil or Very Mad
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BeitragThema: "48"   Mo Nov 05 2012, 21:36

Juchuu, neuer Text sucht interessierte Leser
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Annas zuvor völlig entspannte und ihr Wohlgefühl widerspiegelnde Mimik, fiel in sich zusammen wie ein Kartenhaus, als sie Zeuge von Toms letzten Sätzen wurde.
Nachdem sich ihre anfängliche Anspannung nach seinem plötzlichen Auftauchen, wieder gelegt hatte, hatte sie die Gesellschaft von Tom und Peer sehr genossen. Sie war gelöst gewesen wie lange nicht mehr und hatte sich gefühlt, als säße sie mit uralten Freunden zusammen, aber jetzt schlug die Erkenntnis, dass sie wohl niemals eine bloße Freundschaft mit Tom pflegen könne, wie ein Blitz ein. Denn seine Worte hatten sie erneut unglaublich verletzt. Unmittelbar loderten Flammen des Zornes in ihr auf. Warum kommt mir dieser Blödmann auch immer so nah? Wenn er mich nicht will, soll er mich doch auch konsequent aus seinem Leben streichen! dachte sie, als sie beschloss den geselligen Abend genau an diesem Punkt zu beenden.
Tom und Peer sahen erschreckt auf, als Anna plötzlich hinter ihrem Stuhl stand. Tom erkannte sofort, dass sie seine Worte gehört hatte. Ihre Mimik, ihre Körperhaltung, alles verriet ihm, dass die befreite Stimmung von vorhin wie weggeblasen war. Er senkte den Kopf und schloss einen Moment die Augen. Du bist so ein Volltrottel Tom Lanford, schimpfte ermit sich selbst. Warum mache ich immer alles wieder kaputt? Diese ausgelassene Stimmung wäre doch eine gute Ausgangssituation gewesen. Und jetzt, steh ich wieder bei Null, ... ne, ich würde sagen ziemlich weit im Minus, dabei habe ich ihr doch weiß Gott schon genug zu erklären.
„Ich werde mich mal verabschieden“ sagte Anna mit einem kühlem Blick in Toms Richtung, ehe sie Peer noch mit einem freundlichen Lächeln bedachte und auf die nächsten bestimmt anstrengenden Tage verwies, für die sie sich ausruhen wollte. Er konnte ja nichts für ihren Stimmungswandel. Sie wünschte noch schnell eine gute Nacht und ging von dannen. Die beiden Männer sahen ihr hinter her, und während Tom nur ernüchtert darüber nachdachte, dass das die logische Konsequenz auf sein völlig bescheuertes Verhalten sei, verzog Peer völlig konsterniert das Gesicht und stieß Tom energisch an, als dieser überhaupt nicht reagierte. Toms fragenden Blick beantwortete er mit einem auffordernden Nicken in Annas Richtung. "Na los, worauf wartest du." Tom zögerte noch einen Moment, dann rief er „Warte bitte, ich gehe mit. Ich ... Ich muss mich eh noch um ein Zimmer kümmern.“ Anna blieb wie angewurzelt stehen und verdrehte genervt die Augen, bevor sie sich noch einmal zum Tisch umdrehte. Sie wollte sich doch seiner Nähe entziehen, sich nicht noch mehr Qualen zufügen, und jetzt torpedierte dieser, dieser ... Mann schon wieder ihren Plan. Sie lächelte ihn gezwungen an und wartete. Schließlich war es immer noch ihr Chef. Tom warf Peer einen entschuldigenden Blick zu und dieser sagte abwinkend, dass er sich um die Rechnung kümmern würde. Nach einem schnellen „Bis Bald!“ folgte Tom seiner Angestellten.
Anna ging zügig in Richtung Rezeption, und wenn Tom nicht die viel längeren Beine gehabt hätte, wäre es ihm vermutlich schwer gefallen ihr zu folgen. In seinem Kopf dröhnte es, und seine Handflächen wurden feucht vor Nervosität. Was sollte er denn jetzt tun? … aber er wusste, dass er endlich aktiv werden musste. Als sie dem Empfangsbereich des Hotels schon fast erreicht hatten sprach er sie endlich an. „Anna, … Anna! Jetzt bleib doch bitte mal stehen.“ Anna fühlte sich wie ein gejagtes Tier, das gestellt wurde. Abrupt blieb sie vor ihm stehen, so dass er sie fast angerempelt hätte. Sie stand da, holte noch einmal tief Luft, bevor sie sich umdrehte und ihn zornig funkelnd anschaute. Angriff ist die beste Verteidigung, dachte sie sich, denn sie hatte die Nase gestrichen voll von ihrer Opferrolle. Tom erschreckte sich ein wenig als ihn die ersten Blitze aus ihren Augen trafen, blieb aber bei seinem Plan, und dacht entschlossen Jetzt oder nie „Anna, ich möchte mit dir reden. … Bitte“ Anna schaute ihm in die Augen, die außer Zuneigung auch ein wenig Angst erkennen ließen. Auch ansonsten wirkte Tom nervös. Seine Hände schlossen und öffneten sich, da sie nicht wussten wohin mit sich und er trat von einem Bein aufs andere. Für einen Moment sah es aus, als hätte sich ihre Wut in Luft aufgelöst, aber dann besann sie sich wieder und fuhr ihn lautstark an. „Nein Tom, ich will aber nicht mit dir reden. ... Du weißt gar nicht wie beschissen die letzte Zeit für mich war, und ganz ehrlich, ich habe keine Lust mehr auf irgendwelche Gespräche …oder sonstige Dinge. Ich will nur meinen Job machen und sonst sollten wir uns einfach aus dem Weg gehen.“ Sie versuchte nicht völlig auszurasten, was sie aber nur mit der Aufbietung all ihrer Selbstbeherrschung hin bekam, denn ihr Körper diktierte ihr eigentlich was ganz anderes. „Du hast dich entschieden, und mit deiner ‘Verlobung’“ sie spie ihm dieses Wort entgegen, als sei es etwas besonders Verwerfliches, „hast du deine Wahl schließlich der ganzen Welt bescheinigt. Und stell dir vor, auch ich habe es verstanden. Ich werde ohne dich glücklich werden, das versprech ich dir.“ Ihre Worte trieften nur so vor Sarkasmus. Tom zuckte zusammen, als sie ihn mit seinem größten Fehler konfrontierte. Anna drehte sich auf dem Absatz um und wollte davon marschieren. Tom griff mutig nach ihrer Hand und versuchte sie aufzuhalten. „Deshalb will ich doch…“ setzte er zu einer Erklärung an, aber Anna entwand sich seinem Griff sofort und sendete erneut zornige Blitze in seine Richtung. „Nein, verdammt. Behalt es für dich. Mir ist es scheißegal, was du willst. Ich will es nicht hören.“ Sie war einfach völlig angenervt von diesem ständigen auf und ab. So mussten sich Manisch-Depressive fühlen, ständig schwankend zwischen himmelhochjauchzend und zutodebetrübt. Sie wollte sich nicht länger als Spielball missbrauchen lassen. Deshalb feuert sie den nächsten Satz, Wort für Wort betonend, noch hinterher. „Lass. Mich. In. Ruhe!“ Damit wand sie sich endgültig von ihm ab und ging davon.
Er sah ihr hinterher und seine Gefühle schwankten ebenfalls, und zwar ganz konkret zwischen Wut und Enttäuschung. Ich will doch gar nicht mit ihr spielen. Ich will ihr doch nur erklären warum ich die ganze Zeit so blöd war. …Ich bin so doof. Hab ich doch nach allem was passiert ist, ernsthaft geglaubt, dass sie nur auf mich wartet. … Aber eine Chance zur Erklärung könnte sie mir ja trotzdem geben. Er ging ihr hinterher, er brauchte ja immer noch ein Zimmer. An der Rezeption angekommen, bedachte Anna ihn mit einem kalten Blick bevor sie sich den ihr hingehaltenen Schlüssel krallte und zum Fahrstuhl ging, wo sie voller Wut im Sekundentakt auf den Knopf drückte. Was fällt dem eigentlich ein. Er kann mich doch jetzt nicht ständig auflaufen lassen. Sie war immer noch unglaublich wütend, obwohl es gut getan hatte ihm eine solche Ansage vor den Kopf zu knallen, aber gleichsam erreichte sie mal wieder die Nachricht ihres Körpers, dass sie ja selber Schuld war, wieder auf ihn hereingefallen zu sein. Wenn sie sich nicht bei jedem freundlichen Wort von ihm wieder Hoffnungen machen würde, hätte er schließlich auch nicht die Macht sie ständig zu verletzen. Wie soll ich es nur bei Lanford aushalten, wenn Tom seine schizophrenen Persönlichkeiten nicht endlich vereint? fragte sie sich deprimiert, denn offenbar war sie nicht in der Lage sich selbst zu schützen.
Während sie darauf wartete, dass sich die Fahrstuhltür öffnete registrierte sie, dass Toms Gegenüber verzweifelt den Kopf schüttelte und Tom mit genervtem Gesicht auf ihn einredete. Anna konnte sich denken, worum es ging. Es schien, als ob es kein Zimmer mehr gäbe, was auch nicht weiter verwunderlich war. Schließlich begann am nächsten Tag das große Hafenfest, in welches auch die Modenschau eingebettet war. Sie beobachtete die Situation aus dem Hintergrund und grinste hämisch. Soll er doch auf der Straße schlafen, der große Hr. Lanford, dachte sie gehässig. Nachdem Tom immer noch nicht aufgegeben hatte, nahm der Rezeptionist einen Telefonhörer in die Hand und sprach einen Moment hinein. Als er kurze Zeit später mit entschuldigendem Lächeln erneut den Kopf schüttelte, wirkte er, als ob er Angst hätte, von Tom über den Tresen gezogen zu werden. Tom rieb sich angestrengt über das Gesicht, bevor er sich zum Ausgang wand. Sein Blick streifte Anna, die immer noch vor dem Fahrstuhl verweilte, obwohl dieser sich bereits das zweite Mal hinter ihr geöffnet hatte, und als er ihre Häme erfasste, verzog er enttäuscht das Gesicht und ging wortlos zum Ausgang um das Hotel zu verlassen.

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