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 AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"

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katha

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BeitragThema: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Fr Jul 20 2012, 23:31

das Eingangsposting lautete :

Hallo,
diese FF habe ich bereits einmal in einem anderen Forum eingestellt, so dass sie vielleicht beim dem ein oder anderen bereits bekannt ist. Aber ich denke, sie passt gut in den Reigen, der hier aufgeführten FFs und ich freue mich, sie hier (sprachlich ein wenig überarbeitet) noch einmal zu posten.

Vorlauf
Der Titel sagt bereits worum es geht. "Anna und die Liebe" hat uns mit Anna und Tom bekannt gemacht, die es beide in der Vergangenheit schwer getroffen hat. Tom hat seine große Liebe Fanni vor einigen Jahren bei einem Unfall verloren und nun trifft er auf Anna, die nach dem Unfalltod ihres Mannes, völlig am Ende ihrer Kräfte, auf dem Dach eines Hochhauses steht, um sich das Leben zu nehmen. Die Beiden erleben einen Moment des Einvernehmens, der sie fesselt und Anna letztlich von ihrem Plan abbringt.
Danach laufen ihre Wege in die gleiche Richtung. Zumindest verlieren sich Anna und Tom nicht mehr aus den Augen. Nach einigen ereignisreichen Monaten, in den es viel Verwirrungen, Missverständnisse, Streit aber eben auch immer wieder einvernehmlich vertraute Moment zwischen Beiden gibt, passiert es schließlich. Tom und Anna verbringen eine wunderbare Nacht mit einander. Die Folge ist, dass Tom Anna sitzen läßt und versucht sie weit von sich zu schieben. Er will sich nicht auf sie einlassen, nicht auf seine Gefühle einlassen, da er Angst hat erneut einen Verlust erleiden zu müssen. Also beschließt er sich hinter einem geregelten Leben mit einer anderen Frau zu verstecken. Carla. Tom fragt Carla, Annas größte Widersacherin, sowohl privat als auch beruflich, ob sie seine Frau wird und diese sieht sich endlich an dem Ziel ihrer Träume angekommen. Für Anna jedoch bricht eine Welt zusammen. Tom bietet ihr einen Aufhebungsvertrag an um sie aus seinem Dunstkreis zu vertreiben. Denn insgeheim weiß er nicht nur wie sehr er Anna mit seiner Entscheidung verletzt hat, sondern auch, wie schwer es ihm fallen würde, sie weiterhin in seiner Nähe ertragen zu müssen. Es scheint also, als würden sich ihre Wege hier trennen...

Einstieg in die Geschichte:

Meine Story beginnt, nachdem Carla die Verlobung mit Tom bei Lanford öffentlich bekannt gegeben hat. Anna ist verzweifelt aus dem Atelier geflohen und auf das Dach gestiegen, auf dem sie Tom das erste Mal begegnet ist. Dem Dach, das ihr gemeinsamer Ort ist. Tom ist Anna gefolgt, und hat ihr gerade gesagt, dass er ihr einen Aufhebungsvertrag anbietet.
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Teil 1

Anna brauchte einige Zeit um zu realisieren, was Tom ihr da gerade gesagt hatte. Ich bedeute ihm was? Und, er weiß wie sehr er mich verletzt hat, dass ich nicht lache. Dieser Arsch, er ist doch zu mir gekommen, er hat mich geküsst, und jetzt… heiratet er Carla. …Das ist noch das Schlimmste. Diese unterkühlte, intrigante Kuh. Ich kenne keinen Menschen, der gehässiger ist als sie. Sie wendete endlich den Blick ab, der immer noch auf den Treppeneingang gerichtet war, in dem Tom vor einiger Zeit verschwunden war.
Wie soll ich das nur aushalten? Ich muss noch ein halbes Jahr bleiben. Das wird die Hölle. Langsam machte auch sie sich auf den Weg zum Treppenhaus. Sie hatte Paloma versprochen gleich wieder ins Atelier zu kommen. Annas Schritte waren schleppend, wie ihre Gedanken und Gefühle. Sie schwankte zwischen Traurigkeit, Wut und Verzweiflung. Jeder Schritt zurück ins Atelier kostete sie unendliche Überwindung.

Als sich die Aufzugtür öffnete, hoffte Anna nur, dass sie nicht allzu vielen Kollegen über den Weg laufen würde. Vor allem nicht Carla oder Tom. Sie steuerte direkt auf ihren Schreibtisch zu. Ein Umschlag lag auf ihrem Tisch. Erst jetzt fiel ihr wieder ein, was wahrscheinlich der eigentliche Grund für Toms Auftritt auf dem Dach war. Der Aufhebungsvertrag, den er ihr anbot. Zu gütig dachte sie „Eine halbe Millionen, soviel bin ich dir also wert. Da wirst du die Nacht sicherlich noch länger verteufeln. War ganz schön teuer“ zischte sie vor sich hin. Auch wenn Tom es ihr, oder vielleicht doch eher sich selbst, mit diesem Vertrag leichter machen wollte; er erniedrigte sie.
Eigentlich bin ich ja kein Typ, der sich kaufen lässt, aber weiterhin her kommen und dem jungen Glück beim Turteln zusehen,... Carlas hämisches Grinsen ertragen müssen, …und Tom jeden Tag sehen „Scheiße" entfuhr es ihr und in Gedanken fügte sie hinzu, Ich liebe ihn doch.

Anna schaute kurz in Toms Büro, in der eine hitzige Diskussion zwischen Vater und Sohn zu beobachten war. Ob es da wohl um mich geht? Bruno ist sicherlich nicht erbaut, dass ich gehe… Gehe ich wirklich? Ich arbeite doch gerne für Bruno, gerne für Lanford, und jetzt… Es war ein heilloses Durcheinander in ihrem Kopf.
Als sie aus dem Augenwinkel sah, dass Carla auf sie zu steuerte, nahm Anna ihre Tasche und den Umschlag mit dem Vertrag und ging geradewegs zum Aufzug. „Anna, ich wollte gerade mit ihnen über das Brautkleid sprechen“ hörte sie noch, als sie auch schon in den Aufzug trat, der sich Gott sei dank direkt geöffnet hatte. Gut das ich der noch entkommen konnte. Wahrscheinlich hätte ich sie in meiner Verfassung erwürgt, ... Na ja, dann wäre ich wenigsten ein Problem los gewesen, …hätte mich aber wohl auch nicht weiter gebracht, dachte sie und lehnte sich müde an die Wand.
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Tom und Bruno sprachen natürlich über Anna. Bruno schätzte ihre Arbeit und außerdem hatte er einen 7. Sinn wenn es darum ging seinen Sohn zu durchschauen. Und er war sich sicher den Grund für Toms Angebot zu kennen. "Warum lässt du Anna gehen? Wir brauchen sie hier. Sie ist gut!" fragte Bruno Tom verärgert. Tom wusste, dass er recht hatte. Aber es darf nicht sein, was nicht sein darf. Ich kann sie hier nicht täglich sehen dachte er, mit aller Macht an seiner Entscheidung fest haltend. "Und Carla? Du bist sicher, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast?" kam eine weitere unangenehme Frage bei Tom an. "Ja natürlich, ich liebe Carla." versuchte er Bruno, oder vielleicht auch sich selbst zu überzeugen. Bruno beobachtete ihn eine zeitlang und schaute ihn nur abschätzig an. "Ja genau. …Hauptsache du kannst dir bei deinen Lügen noch selbst in die Augen sehen." brummte Bruno und verließ das Büro.
Was denkt der sich eigentlich? Er hat doch schließlich eine Entscheidung von mir verlangt.Toms Blick wanderte suchen zu Annas verwaistem Schreibtisch. Er spürte, bei dem Gedanken, dass sie dort vielleicht nie wieder sitzen würde, einen Stich in seinem Herzen. Er wusste ,dass Bruno recht hatte. Es war eine Lüge. Aber ich kann das nicht zulassen. Ich kann Fanni nicht verraten, und ich will nicht noch mal so verletzlich sein. Er drehte sich entschlossen um. Hoffentlich geht sie auch wirklich, sonst..., nein verdammt, ich habe mich entschieden, und basta.

Als Anna in die Goldelse kam, schaute ihre Mutter sie verwundert an. „Du bist ja heute so früh? Ist alles in Ordnung?“ Anna hatte keine Lust auf Smalltalk und so sagte sie nur schnell. „Ja, alles gut. Ich bin einfach nur total müde. Ich geh hoch.“ In ihrem Zimmer angekommen, setzte sie sich in ihren Sessel am Fenster. Sie ließ die letzten Tage Revue passieren. Einen kurzen Moment stiegen die Bilder der gemeinsamen Nacht mit Tom in ihr auf. Sie verstand es einfach nicht. Wie kann man nur in so kurzer Zeit so glücklich und so verzweifelt zugleich sein? fragte sie sich, Na ja, wer hoch steigt, kann auch tief fallen. Ich sollte mich einfach von allen Männern fern halten. Sie bringen mir scheinbar kein Glück dachte sie deprimiert. Ihre Wut war auf einmal einer tiefen Leere gewichen, die sie umhüllte. Sie saß einfach da und starrte vor sich hin. Keine Gedanken, keine Gefühle mehr. Ihr war es recht.
Irgendwann klopfte es an der Zimmertür, und sie sagte herein. Anna blieb sitzen und dachte gar nicht darüber nach, wen sie wohl herein gebeten hatte. Sie schaute verwundert nach draußen. Sie nahm erst jetzt wahr, dass scheinbar viel Zeit vergangen war, denn die Straßen, auf die sie immer noch schaute, lagen mittlerweile im Licht der Dämmerung. Als sie plötzlich eine wohlbekannte Stimme ihren Namen sagen hörte, sprang sie erschrocken auf.


Zuletzt von katha am Sa Feb 09 2013, 21:12 bearbeitet; insgesamt 5-mal bearbeitet
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Di Nov 06 2012, 08:09

Oh Gott, ist das traurig. Kann mir richtig vorstellen, wie Tom mit hängenden Schultern davontrottet, weil kein Zimmer mehr frei ist und Anna ihn nicht bei sich haben will. Wo ist nur das gute Herz von ihr geblieben? Das kann sie doch nicht machen. Der arme Kerl ...

Fortsetzung ... Fortsetzung ... Fortsetzung ... Wo bleibt die Fortsetzung.

LG, Mini

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katha

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Di Nov 06 2012, 20:27

Lieben Dank meine Süße,
jetzt bin ich ja tatsächlich versucht dir deine Fortsetzung zu liefern. Aber so wird das nie was mit meiner Fortsetzung für Neubeginn. Die muss nämlich noch geschrieben werden, na ja, nur noch ein bisschen, aber es reicht aus um mich gut zu beschäftigen.
Also, muss ich dir leider sagen. Geduld meine Liebe, Geduld. Embarassed
Aber vielleicht tut es Anna ja ganz gut noch ein bisschen zu Zappeln... dann findet sie ja vielleicht sogar ihr gutes Herz wieder Wink

LG, Katha

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BeitragThema: "49"   Fr Nov 09 2012, 22:02

Tom hatte die Eingangshalle des Hotels zur Hälfte durchquert, als er seinen Namen hinter sich hörte. Er drehte sich um, um unmittelbar in Annas belustigtes Gesicht zu sehen. „Na, gibt es kein Zimmer mehr für den großen Tom Lanford?“, fragte sie ironisch. Tom hatte keine Energie mehr um sich über sie aufzuregen, daher sagte er nur leise „Was soll das? Verarschen kann ich mich alleine.“ Er fühlte sich wirklich am Tiefpunkt angekommen. Jetzt hatte er so viel Energie aufgewendet um endlich wieder zu sich selbst zu finden und damit den Weg zu Anna frei zu machen, und jetzt machte sie mehr als deutlich, dass sie kein Interesse mehr an ihm hatte. Am nächsten Tag würde ihm Bruno den Kopf abreißen und ein Bett zum Schlafen hatte er auch noch nicht. Aber es war ja Sommer, vielleicht sollte er sich einfach auf eine Parkbank legen oder im Auto übernachten. Tom sendete noch einen kühlen Blick in Annas Richtung bevor er mit einem „Wir sehen uns in Berlin“ von dannen ging.
Anna krümmte sich fast zusammen vor Schmerz, als sie ihn so davon gehen sah. Nein Anna, lass ihn nicht gehen! schrie eine Stimme in ihr, und auch wenn sie sich zwingen wollte, die Stimme zu ignorieren, war ihr Mund schneller. „Warte!“ rief sie Tom hinterher, aber der winkte nur ab und ging weiter. Nein schrie die Stimme in ihrem Kopf erneut. Also lief Anna los, überholte ihn und stellte sich ihm in den Weg. Anna wollte etwas sagen, … aber ihr Mund schloss sich wieder, ohne dass auch nur ein Piep ihre Lippen verlassen hätte. Mit einem deprimierten Kopfschütteln wollte Tom sie umgehen, als sie ihre Sprache wiederfand. „Du kannst mit in meinem Hotelzimmer übernachten“ sagte sie schnell, bevor sie der Mut wieder verließ. „Es hat zwei Betten und schließlich bezahlt ja Lanford die Rechnung.“ Tom sah sie ungläubig an. Hat sie mich nicht gerade noch zum Teufel gejagt? „Aber nur, wenn du mich in Ruhe lässt. … Keine privaten Gespräche, … und keine sonstigen Annäherungen, verstanden?“, schoss sie mit fester Stimme hinterher? Er nickte ergeben, und obwohl er sich wohl keine großen Hoffnungen machen sollte, dass er irgendetwas zwischen ihnen klären könnte, schlich sich doch ein leiser zuversichtlicher Schimmer in sein Herz. Gemeinsam betraten sie kurze Zeit später wortlos und etwas verlegen ihr Zimmer. Anna bedachte ihn mit einem verstohlenen Seitenblick, bevor sie sich ins Bad verdrückte. Tom sah sich um. Das Zimmer war groß und es stand auch ein Sofa darin. Sollte er sich darauf legen oder doch das zweite Bett nutzen. Er stellte sich einen Moment ans Fenster und überlegte, während er auf die Lichter der Stadt sah und sich noch einmal seine bescheidene Situation in Erinnerung rief, dann zog er sich schnell aus, schlüpfte unter die Bettdecke und drehte der Badezimmertür den Rücken zu. Eigentlich liebte er es Anna zu provozieren, wenn sie sich aufregte, aber heute hatte er das Gefühl ihr nichts entgegensetzen zu können, denn sie saß eindeutig am längeren Hebel. Er wollte sein Glück kein weiteres Mal herausfordern. Er wusste, dass Anna ihre Drohung, ihn doch noch vor die Tür zu setzen, ernst machen würde, wenn er sich nicht an ihre Regeln hielt und außerdem würde er sich sicherlich nicht freiwillig aus ihrer Nähe begeben. Egal wie sie ihm gerade gegenüberstand, er war hier bei ihr und da wollte er auf jeden Fall bleiben, auch wenn es ihm das Herz zerreißen würde ihr nicht näher kommen zu dürfen.

Anna stand im Bad und schaute in den Spiegel. Ein unglückliches Gesicht schaute ihr da entgegen. Mit dem Gang ins Bad hatte sie sich der angespannten Situation erst einmal entzogen, aber jetzt musste sie wohl da raus gehen und wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte. Sie hatte ihn ganz schön angefahren, und auch wenn sie wusste, dass ihre Ansage berechtigt war … Er war immer noch ihr Chef. Und außerdem wünschte sich ihr Innerstes doch was ganz anderes, als ihn zum Teufel zu jagen. Was ist da nur in dich gefahren? Warum hast du ihn nicht einfach gehen lassen? fragte sie sich selbst. … Wahrscheinlich bin ich einfach sadomasochistisch veranlagt. beantwortete sie sich ihre eigene Frage.
Sie hatte im Bad alles erledigt, und konnte den Moment nicht länger hinauszögern, es sei denn, sie wollte in der Badewanne übernachten. Sie verzog unwillig das Gesicht und lächelte ihrem Spiegelbild noch mal gezwungen zu. Als sie den Schlafraum betrat, sah sie sich angespannt um, und entdeckte Tom unter der Bettdecke. Er drehte ihr den Rücken zu. Erleichtert atmete sie leise aus und spürte, wie ihr Herz heftig zu pochen begann. Sie legte sich vorsichtig unter die Decke auf ihre Seite des Bettes und drehte sich auch auf die Seite. Zwischen den Beiden hätte noch eine ganze Fußballmannschaft Platz gefunden, so quetschten sich an den jeweiligen Rand ihrer Betten, um dem Anderen ja nicht zu nahe zu kommen.
Tom lauschte gebannt auf die Geräusche hinter sich, wagte es aber nicht sich umzudrehen. Eine unwirkliche Stille erfüllte das Zimmer und schmerzte Anna und Tom gleichsam in den Ohren. Beide versuchten sich zu entspannen, aber daran war überhaupt nicht zu denken. Irgendwann hielt es Tom nicht mehr aus, seine Schultern schmerzten und er stand total unter Strom. Er drehte sich auf den Rücken und als seine Schmerzen nachließen, blies er erleichtert die Luft aus. Auch Anna kämpfte schon die ganze Zeit gegen den Drang an, sich zu bewegen. Eigentlich hatte sie sich fest vorgenommen Tom fern zu bleiben, aber sie hatte das Gefühl, dass sie von einem Super-Magneten in seine Richtung gezogen würde. Zögerlich drehte sie sich um und schaute Tom verlegen an. Er wagte kaum ihr sein Gesicht zuzudrehen, aber letztlich sahen sie sich doch in die Augen. Oh man, ich möchte dich so gerne in die Arme nehmen dachte Tom, und die Nähe und gleichzeitige Distanz zwischen ihnen tat ihm unglaublich weh. Anna bemerkte den Schmerz in seinen Augen und konnte sich nicht mehr zurückhalten. Sie stützte sich auf ihren Unterarm und zeigte auf seine Brust. „Darf ich?“ Erst jetzt realisierte Anna, dass Toms Oberkörper nackt war und sie musste schlucken. Ob das eine gute Idee war? Aber der Wunsch nach seiner Nähe war größer als ihre Sorge, dass etwas passieren könnte, was sie nicht wollte. Tom war mehr als erstaunt und sein Herzschlag erhöhte spontan seinen Takt, als er sie zaghaft anlächelte und wortlos seinen Arm hochnahm, um ihr den Platz neben sich frei zu machen. Anna rückte an ihn heran und legte sich mit einem kurzen dankbaren Blick in seinen Arm. Er umschloss ihren Körper und legte seine Hand vorsichtig auf ihrem Arm nieder. Anna spürte Toms nackte Haut, hörte seinen schnellen Herzschlag und sog seinen herben Duft ein. Sie lächelte selig, das nannte man wohl mit allen Sinnen genießen. Langsam fiel die Spannung von beiden ab und sie genossen ihre gegenseitige Nähe.

Tom rang mit sich, ob er doch noch mal einen Vorstoß wagen sollte. Eigentlich musste er ihr doch nur sagen, dass er sich von Carla getrennt hatte, … und dass er sie liebte, … und dass er Peer eben angelogen hatte, … und dass er sich mit seiner Vergangenheit ausgesöhnt hatte, … und dass es ihm schrecklich leid tat, wie er sich verhalten hatte, … und dass er mit ihr zusammen sein wollte. Er schloss genervt die Augen und schüttelte abwehrend den Kopf. Zu viele Gedanken, zu viele Worte und zu viele Gefühle wirbelten in ihm herum. Er war völlig überfordert. Aber wann würde sich noch mal eine solche Gelegenheit bieten. Er sah vorsichtig zu Anna hinunter, die ganz ruhig in seinem Arm lag und so süß lächelte. Dann fiel sein Blick auf die Tür und das Risiko diese Situation zu zerstören und gleich vor der Tür zu stehen, wurde ihm wieder bewusst. Zögerlich versuchte er es trotzdem. „Anna, darf ich … „ Es war nur ein Flüstern. Er hatte beschlossen sich auf das Wichtigste zu beschränken, aber spontan hob Anna den Kopf und schüttelte denselbigen. „Bitte mach es nicht kaputt.“, flüsterte sie ihrerseits und sah im tief in die Augen, bevor sie ihren Kopf wieder ablegte und gebannt abwartete. Tom kämpfte innerlich weiter, entschloss sich aber letztlich diesen Moment zu genießen. Als Anna spürte, dass er ihrer Bitte nachkam, entspannte sie sich wieder. Sie überdachte die Situation und kam zu dem Schluss, dass diese Nacht wohl eine Art Abschied wär. Eine einzelne Träne hatte sich den Weg aus ihren Augen gesucht und lief langsam über ihr Gesicht, als sie einige Zeit später einschlief.

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katha

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BeitragThema: "50"   So Nov 11 2012, 21:59

Na, ihr lieben stillen Leser, ich wünsche euch viel Spaß!!!
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Um Toms Mund zuckte ein leichtes Lächeln, als er ihren ruhigen Atemrhythmus bemerkte. Er reckte sich zum Nachttisch um seinen Wecker zu stellen und das Licht zu dimmen. Er wollte diese bezaubernde Frau in seinem Arm noch sehen können, war er doch davon überzeugt sowieso keinen Schlaf zu finden. Er betrachtete sie voller Liebe und wachte über Annas Schlaf, als wäre sie ein wertvoller Schatz, den es zu behüten galt. Da offenbarte sich ihm sein innigster Wunsch. Genau das war es, was er wollte. Er wollte für sie da sein, ihr seine Brust zum Anlehnen bieten, sie beschützen, mit ihr im Arm einschlafen und wieder aufwachen. Er wusste nicht, wie lange er schon so gelegen und sie betrachtet hatte, als doch langsam die Müdigkeit von ihm Besitz ergriff.
Anna war kurz zuvor wach geworden und hatte etwas verwirrt versucht sich zu orientieren. Als sie die Wärme des Mannes wahrnahm, an den sie sich anschmiegte, erinnerte sie sich an die abendliche Situation. Sie wagte nicht sich zu bewegen, obwohl sie den Drang verspürte ihre Hand über seine Brust gleiten zu lassen. Plötzlich fühlte sie jeden Millimeter Haut, der Kontakt zu Toms Körper hatte. Ihre Haut prickelte unter dieser Berührung und ein Kribbeln durchfuhr sie. Genau in diesem Moment strich Tom ihr ganz zärtlich eine Strähne aus dem Gesicht, rutschte etwas tiefer in die Kissen und zog sie vorsichtig an sich heran. Ein leises „Ich liebe dich“ drang an ihr Ohr und ihr Körper wurde von einer wohligen Gänsehaut überzogen. Hat er das wirklich gesagt? Oder ist das ein Wachtraum, den ich gerade erlebe,…? Sie hob vorsichtig den Kopf um ihre Wahrnehmung zu überprüfen. In dem schummerigen Licht, das die Lampe malte, wurde ihre Sicht langsam klarer und sie konnte die Umrisse von Toms Körper erkennen. Als sie ihren Blick über ihn hinauf wandern ließ, setzte ihr Herz plötzlich für einen Moment aus, als sie unmittelbar in seine Augen sah. Nach der ersten Schrecksekunde, legte sie ihr Kinn auf seiner Brust ab und sie sahen sich tief in die Augen. Dieser Blick kann einfach nicht lügen, dachte sie und versuchte ihre Skepsis zurück zu drängen, die ihr die eben gehörten Worte madig machen wollten.
Für Tom wäre es vielleicht der passende Moment gewesen, seine Liebeserklärung, die sie bestimmt gehört hatte, um ein oder zwei Details zu erweitern, aber das Gefühl hatte auch bei ihm die Oberhand übernommen, so dass er die Chance nicht erkannte. Er hatte Anna so lange im Arm gehalten und einfach das Zusammensein genossen, aber jetzt, da sie wach war und keine Anstalten machte, sich von ihm zu entfernen, überkam ihn ungebremst die Sehnsucht nach ihrer Berührung. Er lies seine Hand vorsichtig über ihr Haar gleiten und sie erschauderte wohlig bei dieser zärtlichen Liebkosung. Anna spürte wie sich der Rhythmus seines Herzschlags erhöhte und auch ihr eigenes Herz schlug schneller, als wenn es jubelte, dass es endlich erhört wurde. Tom rutschte erneut ein Stück tiefer und drehte sich Anna zu. So lagen sie eine ganze Weile da, bevor Anna ihre Hand hob und vorsichtig über seine Wange gleiten ließ. Ganz langsam näherte sich Tom Annas Gesicht und seine Lippen streiften ihre, bevor er nach einem prüfenden Blick in ihre Augen, seine Lippen auf ihre legte und sie sanft küsste. Anna spürte wie ein Schwarm Schmetterlinge in ihrem Bauch startete und schloss die Augen, während sie den Kuss erwiderte. Immer wieder hielten die beiden Verliebten inne und verloren sich in den Blicken des anderen, bevor sie im nächsten Kuss versanken. Sämtliche Gedanken über die Vergangenheit oder die Zukunft waren wie weggeblasen. Es zählte nur noch das hier und jetzt. Annas Kribbeln im Bauch wuchs sich zu einem Orkan aus und die Sehnsucht ihn zu spüren wurde fast übermächtig, und so übernahm sie sanft die Initiative. Sie strich erneut über Toms Wange und ließ ihre Hand über seinen Hals zu seinem Schlüsselbein gleiten, während sie mit ihrer Zunge über seine Lippen strich. Dieser beantwortete ihren Vorstoß indem er seine Hand in ihren Nacken schob und sie zu sich zog während er den Kuss intensivierte und seine Zunge langsam aber bestimmt in ihren Mund gleiten ließ. Nachdem sich Anna eine Zeit in diesem erregenden Spiel verloren hatte, drückte sie ihr gegenüber auf den Rücken und löste sich langsam. Er hob den Kopf, wollte ihr mit vor Verlangen glühenden Augen und schnellem Atem folgen, aber sie ließ es nicht zu. In einem kurzen Intermezzo ihrer Gedanken, hatte sie beschlossen, dass sie diese Nacht die Spielregeln bestimmen würde. Ihre Hand glitt erneut über Toms Hals und liebkoste seine Schultern, und dieses Mal folgten ihre Lippen dem vorgemalten Weg. Der schöne Mann, den sie Zentimeter für Zentimeter kosten wollte, schloss genussvoll seufzend die Augen, als er ihren heißen Atem und die zarten Lippen auf seiner Haut spürte. Es war ihm, als ob Anna mit ihren sanften Berührungen seinen ganzen Körper in Brand setzen würde. Als er spürte, dass seine Erregung immer größer wurde, hielt er ihre Hände fest, zog sie zu sich und sah sie mit gerötetem Gesicht und verklärtem Blick an. „Bist du sicher, dass du weißt was du da tust?“ wisperte er leise. Anna lächelte verzückt, als sie bemerkte, dass sie ihn offensichtlich schon ziemlich aus der Fassung gebracht hatte; Na ja, sie konnte auch von sich selbst nicht behaupten, dass sie noch alle Sinne beieinander hielt. „Warum fragst du?“ säuselte sie. Tom schaute etwas besorgt. „Weil ich mich vielleicht irgendwann nicht mehr beherrschen kann, und da ich mich ja von dir fern halten soll… . „Er konnte sich den kleinen Seitenhieb nicht verkneifen „ … und ich die Nacht ungern vor dieser Tür dort verbringen möchte ...“, fügte er mit einem bedeutungsvollen Blick zur Tür hinzu. Anna lächelte belustigt „Na, dann musst du dich wohl beherrschen. … Das ist doch das, was du in den letzten Jahren perfektioniert hast.“ Sie sah ihn vielsagend an und Tom schmunzelte. Okay, dann soll das Spiel wohl beginnen. Er würde ihr schon zeigen, wer als erstes die Beherrschung verlor. Er zog sie auf seinen Körper und zupfte mit den Lippen an ihrem Hals und ihrer sanften Haut hinter ihrem Ohr bevor er seine Lippen über ihre Wangen zu ihrem Mund gleiten ließ. Sie schloss die Augen und schwelgte in dem betörenden Gefühl, das sein heißer Atem an ihrer Haut hervorrief, bevor sie seinen Kuss erwiderte. Seine Hände glitten sanft über ihre Schultern zu ihren Hüften hinunter, wo sie das erste Mal ihre nackte Haut erreichten. Sie schickten ihr eine feine Gänsehaut über den Körper, als sie vorsichtig ihr Shirt in die Höhe schoben und dabei fast flüchtig über ihren nackten Rücken fuhren. Anna hob bereitwillig ihren Oberkörper, als er sie von dem Kleidungsstück befreien wollte und genoss die direkte Berührung seiner erhitzte Brust an ihrer. Tom drehte sie in einem tiefen Kuss gefangen, der sie endgültig ins Nirwana schickte, auf den Rücken und hockte sich über sie. Er sah ihr verliebt in die Augen, die ihn verzückt anstrahlten. Ich liebe diese Frau dachte er voller Inbrunst und begann ihren wunderschönen Körper zu erkunden. Seine Lippen wanderten über ihren Hals, ihre Schultern, durchwanderten das Tal ihrer Brüste und liebkosten ihren Bauch. Anna seufzte wohlig und zugleich sehnsuchtsvoll, denn ihre Brüste waren es, die nach Aufmerksamkeit verlangten. Tom genoss es Annas Haut zu berühren, ihre aufsteigende Hitze und ihr Verlangen zu spüren, dass er durch die Ignoranz ihrer empfindlichsten Stellen hervor gerufen hatte. Als er letztlich doch bei ihren Brüsten anlangte, über ihre zarten Hügel strich und an ihren festen Brustwarzen zupfte, war er selbst so erregt, dass er in ihren wohligen Seufzer, der erneut ertönte, hätte einfallen können. Er wanderte über ihren Oberkörper zurück zu ihren Lippen und ließ ihre Zungen erneut einen zärtlichen und leidenschaftlichen Tanz aufführen, während er dieses Mal seine Hand den Weg in die Tiefe schickte. Anna und Tom konnten kaum noch an sich halten. Scheinbar waren sie Beide von ihrem Gefühlschaos der letzten Zeit und der gegenseitigen Sehnsucht so ausgehungert, dass sie jeder kleinsten Berührung, jedem Blick und jedem Kuss sofort verfielen. Als Toms Hand Annas Hosenbund erreichte, ihn sanft streichelte, bevor sie darüber hinweg zu den Oberschenkeln wanderte, blickte Anna ihrem Verführer mit tiefem Verlangen in die Augen. Wenn das hier die letzte Nacht wäre, die sie mit ihm verbringen würde, dann wollte sie diese Zeit so intensiv wie möglich erleben. Sie hob ihren Hintern um ihm zu signalisieren, dass sie zu allem bereit war, und Tom zögerte keinen Moment ihre Einladung anzunehmen. Er beugte sich erneut über ihren Oberkörper liebkoste ihre Brüste, bevor er hinunter wanderte und ihr mit schnellen Bewegungen die Hosen auszog. Er wollte sich ihr gerade wieder zuwenden um sie nach allen Regeln der Kunst und mit all der Liebe die er zu geben hatte, zu verwöhnen, als Anna seinen Plan durchkreuzte. Sie hatte sich in der Zwischenzeit aufgesetzt und nutzte jetzt den Überraschungsmoment um ihn auf den Rücken zu schubsen. Er sah sie verwirrt an und knurrte leise, aber ließ es sich doch gerne gefallen, was sie mit ihm anstellte. Anna hockte zwischen seinen Beinen und betrachtete den Mann, der sie so in Wallung brachte, einen Moment, bevor sie ihre Hände erneut auf Reisen schickte. Sie strichen ihm die nackten Beine hinauf, bis sie an seiner Unterhose ankamen, streichelten kaum spürbar über seine Erregung, die sich unter dem Stoff deutlich abmalte und streiften seinen Hosenbund. Tom krallte seine Hände in das Bettlaken und stöhnte, während sich seine Hüften ihren Händen entgegenstreckten. Eigentlich wollte er sie aufhalten, hatte er doch ein wenig Sorge, was sie da tun wollte, aber gleichzeitig war er nicht in der Lage sich ihren atemraubenden Berührungen zu entziehen. Anna betrieb dieses Spiel eine Weile, während sie verzückt beobachtete, in welchem Ausnahmezustand sich Tom befand. Dann ließ sie ihre Lippen über die weichen Haare unterhalb seines Bachnabels gleiten, während ihre Hände durch die Hosenbeine zu seinen Hüften vordrangen. Tom verdrehte die Augen, stöhnte erneut auf und versuchte jetzt doch sie zu sich zu ziehen. Aber Anna beantwortete seinen Versuch mit einem bestimmten „vergiss es“ und zog ihm die Unterhose über die Hüfte hinunter. Ihre Lippen folgten der freigelegten Haut und erneut konnte Tom seine Reaktionen nicht mehr beherrschen und zuckte ihr entgegen. Toms Atem ging hektisch und er spürte sein Herz bis in den Kopf schlagen, während sich in seinem Unterleib alles zusammenzog. „Was tust du da?“ krächzte er, in der Hoffnung, sie zu einer Pause zu bringen, denn err hatte wirklich Angst, dass er die Kontrolle verlor und das Schönste dieser Begegnung nicht in der ihm gebührender Weise erleben würde. Anna zeigte Gnade, löste ihre Lippen von ihm und sorgte somit für eine kurze Erholungsphase, während sie ihn mit sicherem Griff von dem letzten Kleidungsstück befreite, das noch im Spiel war. Tom holte erleichtert Luft und setzte sich schnell auf, bevor er erneut in diese unterlegene und hilflose, wenn auch unbestreitbar erregende, Situation geraten würde. Anna registrierte diesen Zustand und murrte einen Moment widerwillig. Eigentlich war ihr Plan ein anderer gewesen, aber Tom zog sie zu sich, umfasste ihre Hüfte und setzte sie auf seinen Schoß. Sein glasiger Blick berührte Anna zutiefst und sie küsste ihn. Zuerst ganz sanft, aber sanft war nicht mehr. Tom krallte seine Hände in ihren Nacken und sein verzehrender Kuss schien seine Erregung auf schnellstem Wege auf sie zu übertragen. Ihre beider Körper drängten sich dichter aneinander und ihre Hände glitten ununterbrochen über die heiße Haut des jeweils anderen. Tom konnte nicht mehr, und er wollte auch nicht mehr warten. Er umfasste erneut Annas Hüfte, hob sie hoch und ließ sie vorsichtig auf sich gleiten. Sein glühender Blick traf auf Annas verlangende Augen und beide stöhnten vor Genuss und Erleichterung auf, sich endlich zu spüren. Anna begann langsam ihre Hüften auf seinen zu kreisen und nach einiger Zeit verhalft ihr Tom zu einem ungestümen Rhythmus. Keuchender Atem stieß auf erhitzte Haut, während sich die beiden unaufhaltsam der Erlösung näherten. Anna umklammerte Tom mit festem Griff und drückte sich gegen ihn, während sich genussvolle Töne aus ihrem Mund befreiten. Tom drückte seine Lippen auf ihre und passend zum Rhythmus ihrer Hüften vertiefte sich auch ihr Kuss, bis Anna sich plötzlich von ihm löste und ihren Kopf in den Nacken warf, weil sie vom Höhepunkt überrollt wurde. Tom ließ sich von ihrem Anblick und ihren letzten spannungsgeladenen Zuckungen mitreißen und gemeinsam wurden sie aus dem Hier und Jetzt in andere Sphären katapultiert.

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Do Nov 15 2012, 00:55

Hach wie schön. Mein breites Grinsen kannst du ja jetzt zum Glück nicht sehen. Wie immer ein Genuss, deine Zeilen. Danke dafür ...

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katha

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BeitragThema: "51"   So Nov 18 2012, 09:35

Ich wünsche euch trotz des trüben Wetters einen schönen Sonntag!
Ich werde bestimmt einen haben
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Anna und Tom waren für eine gefühlte Ewigkeit in ihrem gemeinsamen Höhenflug gefangen. Sie hielten sich fest umklammert und es war als wären sie zu einer Einheit verschmolzen. Lange genossen sie diesen intimen Moment, bis sich ihre Atmung und ihr Puls langsam wieder regelmäßigen Bahnen genähert hatte. Ihre Blicke ruhten ineinander, sie küssten sich sanft, während ihre Hände sich gegenseitig zärtlich streichelten. Langsam lösten sie sich voneinander, aber nur um sich entspannt aneinander zu kuscheln. Anna war glücklich, aber auch unglaublich müde, und als Tom ihr etwas zuflüstern wollte, schüttelte sie nur leicht den Kopf während sie mit einem seligen Lächeln auf dem Gesicht ins Land der Träume versank. Tom schaute auf sein Handy und registrierte, dass er in drei Stunden wieder aufstehen musste. Aber das machte ihm gerade überhaupt nichts. Er war völlig entspannt und fühlte sich gleichzeitig wahnsinnig lebendig und beschwingt. Er freute sich über seine eigenen Gefühle, über Anna, die sich an ihn schmiegte und auf das Leben, das vor ihm lag. Er war voller Hoffnung, dass diese Nacht der Anfang ihrer gemeinsamen Zukunft war. Immer wieder betrachtete er Anna liebevoll, streichelte ihr sanft über den Rücken und er spürte, dass sein Herz vor Glück kurz vorm Bersten war. Fannis Worte kamen ihm in den Sinn. Was hatte sie gesagt? Mein Herz weiß schon lange, wie ich wieder glücklich werden kann? … Ja, sie hatte recht, eigentlich habe ich schon lange gespürt, dass Anna meine Zukunft sein würde. Und wenn ich mich nicht so lange dagegen gewehrt hätte, wären uns viele Missverständnisse und viel Leid erspart geblieben. Lächelnd schlief auch er ein.
Als sein Wecker zwei Stunden später klingelte, schaute er sich verwirrt um und drückte schnell den Alarm aus. Er sah auf Anna hinab, die unverändert in seinem Arm ruhte und lächelte glücklich. Sie liegt tatsächlich in meinem Arm. Es war kein Traum. Er genoss diesen Tatbestand noch einen Moment, bevor er sich vorsichtig von ihrer Umarmung löste, nicht ohne ihr vorher noch einen Kuss auf die Lippen zu drücken. Im Badezimmer angelangt schaute er in den Spiegel und erwartete ein von viel zu wenig Schlaf gekennzeichntes Gesicht. Aber nichts da. Ein strahlender Tom schaute ihm entgegen. Mit einem Lächeln auf den Lippen und einer Lebendigkeit in der Mimik, dass er sich kaum wieder erkannte. Schlaf wird völlig überbewertet, dachte er anerkennden, eine Portion Anna ist viel belebender. Grinsend trat er unter die heiße Dusche. Er ließ das Wasser über seinen Körper laufen und verlor sich in der Erinnerung an die letzte Nacht. Als er an Annas Hände auf seiner Haut dachte, spürte er prompt wieder die Erregung in sich auflodern. Er schaute an sich herunter und überlegte schmunzelnd, dass er das Wasser vielleicht besser auf kalt stellen sollte. Er war die letzten Jahre überzeugt gewesen, dass Carla ihm zur Befriedigung seiner Bedürfnisse verholfen hätte, aber jetzt schüttelte er wissenden Blickes den Kopf. Sie hatte ihm zu ein wenig Spaß verholfen, aber sie hatte es nie geschafft solch intensiven Gefühle in ihm zu wecken.
Kurze Zeit später setzte er sich ein wenig betrübt auf die Bettkante und betrachtete erneut diese Frau, welche ihn mit solchen Glücksgefühlen erfüllte. Ihr blondes Haar ergoss sich über die Kissen und sie war einfach wunderschön, wie sie dort mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck über das ganze Bett ausgebreitet schlief. Er wollte sie nicht hier zurück lassen. Am liebsten hätte er sich wieder zu ihr gelegt und sie fest in seine Arme genommen, aber die Pflicht rief leider.
Er wollte sich von ihr verabschieden, aber auf seinen zärtlichen Kuss reagierte sie lediglich mit einem wohligen brummen. Sie drehte sich auf die Seite und kuschelte sich noch ein bisschen tiefer in das Kopfkissen. Tom überlegte. Er wusste, dass ihre Nacht sowieso viel zu kurz war, für den anstrengenden Tag, der ihr bevor stand, so dass er sie schlafen lassen wollte. Aber andererseits konnte er sich ja nicht davon stehlen, wie der Dieb in der Nacht. In keinster Weise würde er riskieren, dass Anna diese Nacht als ein kurzes Stelldichein abhaken würde, oder noch schlimmer, davon ausgehen würde, dass es ihm nichts bedeutete. Er schaute unschlüssig umher, als sein Blick auf seine Tasche fiel. Er hatte doch immer noch diese Schachtel dabei. Schnell stand er auf und holte sie heraus. Er nahm den Deckel ab und schaute hinein. Er betrachtete gedankenverloren die CD und seine Strandschätze. Schließlich hatte er eine Idee und nahm strahlend die Karte mit dem endlosen Weg heraus.Er zückte einen Kugelschreiber und hinterließ Anna eine Nachricht.
Anschließend zog er einen Stuhl herbei und stellte ihn genau vor Annas Bett, so dass sie ihn nicht übersehen konnte. Darauf platzierte er die Schachtel, die er nach einem zufriedenen Blick wieder geschlossen hatte, und stellte die Karte davor. Er beugte sich über Anna und gab ihr einen Kuss auf die Wange, bevor er mit einem letzten verliebten Blick in ihre Richtung das Zimmer verließ.
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Anna wurde eine Stunde später von ihrem Handy geweckt. Sie war noch fürchterlich müde und öffnete träge die Augen, bis sie die Uhrzeit erfasste Mist, ich hab verschlafen durchschoss ein panischer Gedanke ihren Kopf. Scheinbar hatte sie die Weckversuche des Weckers schon einige Zeit ignoriert. Sie schreckte schnell in die Höhe, rutschte zur Bettkante und schwang ihre Beine darüber. Ein lautes „Au, Verdammt!“ durchschnitt die Stille. Anna hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht ihren kleinen Zeh, als sie sich plötzlich an die letzte Nacht erinnerte. „Tom?“ rief sie fragend in den Raum, nachdem sie sich mit einem Blick auf das Bett vergewissert hatte, dass er nicht hinter ihr lag. Ihre Verwirrtheit erlangte einen neuen Intensitätsgrad und sie sprang auf um im Bad nach ihrem nächtlichen Besucher zu fahnden. Mit Tränen in den Augen kam sie langsam zurück. Er ist schon wieder verschwunden. Also doch, es war also wirklich unsere ‘Abschiedsnacht’, dachte sie verbittert. Aber da fiel ihr Blick auf den Stuhl, mit dem ihr Zeh vor einigen Minuten so unsanft kollidiert war. Darauf stand eine kleine Schachtel, und Anna spürte wie sich leiser Optimismus in ihr ausbreiten wollte. Deshalb steht der Stuhl so dämlich da rum überlegte sie, als sie sich davor setzte und vorsichtig den Deckel der Schachtel anhob.

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Di Nov 20 2012, 07:56

Was für ein Genuss an einem tristen Montagmorgen. Auch wenn Anna und Tom nicht so einen wirklich tollen Morgen hatten. Aber es ist nun mal wie es ist. Danke für diese wunderbare Aufmunterung und Inspiration.

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Di Nov 20 2012, 15:34

Mini_2010 schrieb:
Was für ein Genuss an einem tristen Montagmorgen. Auch wenn Anna und Tom nicht so einen wirklich tollen Morgen hatten. Aber es ist nun mal wie es ist. Danke für diese wunderbare Aufmunterung und Inspiration.

LG, Mini

So, so, an einem tristen Montagmorgen. No Wir haben Dienstag, aber mittlerweile hast du das sicher auch schon bemerkt Wink

Tom musste seine Liebste zurück lassen und Anna? sie fragt sich halt noch, was das alles bedeutet. Ich meine, eigentlich wusste sie ja, dass er morgens zurück nach Berlin musste. Aber ohne Verabschiedung, schon komisch, nicht?

Aufmunterung und Inspiration hört sich gut an. Dann noch einen effektiven Tag Idea

LG, Katha

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Mi Nov 21 2012, 07:36

katha schrieb:
Mini_2010 schrieb:
Was für ein Genuss an einem tristen Montagmorgen. Auch wenn Anna und Tom nicht so einen wirklich tollen Morgen hatten. Aber es ist nun mal wie es ist. Danke für diese wunderbare Aufmunterung und Inspiration.

LG, Mini

So, so, an einem tristen Montagmorgen. Wir haben Dienstag, aber mittlerweile hast du das sicher auch schon bemerkt

Tom musste seine Liebste zurück lassen und Anna? sie fragt sich halt noch, was das alles bedeutet. Ich meine, eigentlich wusste sie ja, dass er morgens zurück nach Berlin musste. Aber ohne Verabschiedung, schon komisch, nicht?

Aufmunterung und Inspiration hört sich gut an. Dann noch einen effektiven Tag

LG, Katha

Na ups ... Aber gut, gefühlt war für mich gestern Montag. Aber es ist schön zu wissen, dass heute schon Mittwoch ist. Dass macht die Woche umso kürzer ...

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BeitragThema: "52"   Mi Nov 21 2012, 22:11

Juchuh, auch hier eine kleine Fortsetzung. Ich hoffe sie gefällt, auch wenn wie immer nicht alles so glatt läuft, wie man sich das als Leser so erwünscht.
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Anna betrachtete einige wunderschöne Muscheln und Steine, die in der geöffneten Schachtel lagen. Offensichtlich waren es Fundstückte, die sicher mal an einem schönen Strand gelegen hatten. Sie streichelte vorsichtig darüber und erinnerte sich an den Strand von Osteroog. Dort hatte sie einige ihrer glücklichsten Momente erlebt, mit Jonas. Und jetzt? Was sollten diese Fundstücke bedeuten? Waren sie nur Deko, oder steckte mehr dahinter? Sie nahm vorsichtig die CD aus der Schachtel und fixierte das Cover. „Hm, ‘Muse’ – ‘Starlight’“ murmelte sie ratlos vor sich hin. Weder die Band noch der Songtitel sagte ihr etwas. Sie nahm die CD heraus und sah sich suchend um. Auf dem Sideboard an der gegenüberliegenden Wand stand eine kleine Anlage. Sie legte die CD mit klopfendem Herzen in den Player und stand abwartend davor. Musik ertönte und ihre Augenbrauen zogen sich verwundert zusammen. War das Toms Musik? … Sie wunderte sich etwas, aber eigentlich wusste sie ja überhaupt nichts über seinen Vorlieben, eigentlich wusste sie überhaupt sehr wenig über diesen Mann, der ihr den Nerv und die Hoffnung raubte. Erst nach und nach fanden die Worte des Sängers Eingang in ihren Kopf, und langsam bekam sie eine Ahnung, dass es vor allem um den Text ging. Sie stoppte die Aufnahme und drückte erneut auf Play. Dieses Mal hörte sie genauer hin. Die Worte des Sängers erzählten von einem bekümmerten Mann. Einem Mann, der sich versuchte aus seiner Vergangenheit und den damit verbunden Ängsten zu befreien. Anna spürte, dass Tom sich mit diesem Lied erklären wollte. Und ja, es passte genau zu seiner Situation. Sie lächelte verstehend, wurde dann aber erneut von ihrer Traurigkeit übermannt.
...
But I'll never let you go
If you promised not to fade away
Never fade away
Ich werde dich nie gehen lassen
Wenn du versprichst dass du nicht verschwinden wirst
Niemals verschwindest


...
Our hopes and expectations
Black holes and revelations
Unsere Hoffnungen und Erwartungen
Schwarze Löcher und Offenbarungen



Hold you in my arms
I just wanted to hold
You in my arms
Halte dich in meinen Armen
Ich will dich nur
in meinen Armen halten


Einerseits war es eine Liebeserklärung, da war sie sicher. Er wollte sie in seinen Armen halten, so wie gestern Abend, …aber andererseits schien es eine Entschuldigung zu sein. Eine Entschuldigung, dass er seine Angst noch einmal allein gelassen zu werden, nicht überwinden konnte? Ich kann ihm nicht garantieren, dass ich ihn nie verlassen werde, das liegt nicht in meiner Hand. Diese Sicherheit wird er niemals erhalten, und wenn er nicht irgendwann schafft wieder ohne ein solches Versprechen zu vertrauen, wird er alleine bleiben müssen. … und für mich bedeutet das wohl, dass auch ich ohne ihn leben muss. Anna schüttelte traurig den Kopf und stoppte das Lied, das ihr mit seiner Nachricht die Tränen unaufhaltsam über das Gesicht schickte.

Einige Zeit und eine schnelle Generalüberholung später begrüßte sie Peer, der sie fragend anblickte. „Ist alles ok bei dir?“ Er betrachtete ihr ernstes und müdes Gesicht und hatte den Verdacht, dass sich Anna und Tom am vorhergehenden Abend doch noch unterhalten hatten, wie auch immer dieses Gespräch ausgesehen hatte. Annas Gesicht nach zu urteilen, war das Ergebnis der Begegnung jedoch anders ausgefallen, als er es sich gewünscht hätte. Anna winkte ab. „Ich habe verschlafen und bin noch nicht ganz im Leben angekommen“ beantwortete sie die Frage des Niederländers und schaute ihn entschuldigend an. „Gib mir einen Kaffe und eine viertel Stunde Zeit, und dann bin ich bereit.“ Anna versuchte ihre Gedanken auf die Aufgaben zu lenken, die heute vor ihr lagen, aber es fiel ihr schwer die Enttäuschung des morgens aus ihrem Körper zu vertreiben. Erst als ihr, ihr bevorstehnder Auftritt auf der Modenschau am Abend wieder in den Sinn kam, machte sich leise Nervosität in ihr breit und übernahm die Oberhand. Peer hatte ihr den erwünschen Coffee to go und ein kleines Frühstück besorgt, und dankbar hatte sie sich neben ihn auf den Beifahrersitz seines Autos fallen lassen. Peer brachte sie zur Schneiderin, damit sie ihr Kleid fertig stellen konnte, denn bereits am Mittag wollten sie gemeinsam zum Veranstaltungsort fahren, um alles für die Show vorzubereiten.
Peer hatte Anna die Tür geöffnet und stand nun verunsichert vor der jungen Frau. Sie tat ihm leid, sie sah gar nicht fit aus, und wirkte sehr unglücklich. Von dem Elan und Schwung, den er die letzten zwei Tage so bewundert hatte, war heute nichts mehr zu spüren. Er trat schließlich einen Schritt auf sie zu und nahm sie wortlos in den Arm. Anna wollte schon zurückzucken, ließ sich dann aber doch auf seine tröstende Umarmung ein. Sie lehnte sich an ihn und schloss einen Moment die Augen, bevor Peer sie ein Stück von sich weg schob und sie verständnisvoll anschaute. „Tom?“ fragte er vorsichtig und Annas Blick, den sie verlegen auf den Boden gerichtet hatte, schoss nach oben. Sie schaute aufgeschreckt, aber als sie sein Verständnis und Mitgefühl erkannte, verzog sie unglücklich das Gesicht und nickte. Peer sah sich kurz um, und zog sie an der Hand mit sich. Er setzte sich auf eine kleine Mauer und wartete bis Anna es ihm nachmachte. Er zögerte einen Moment und überlegte wie er beginnen sollte.
"Tom und ich, wir haben dir gestern erzählt wie lange wir uns schon kennen. Tom war damals, bevor seine Frau starb ein wirklich toller Mensch und ein wunderbarer Freund. Manchmal ein wenig eigensinnig, aber witzig und vor allem offen und herzlich. Als er Fanni kennenlernte war er einfach nur noch glücklich. Diese Harmonie war für uns Außenstehende kaum auszuhalten. Er hätte für sie die Welt gerettet. Sie war einfach alles für ihn, und dann war sie weg ... und Tom irgendwie auch. Als ich ihm nach der Beerdigung das nächste Mal begegnete, war es als ob wir uns gar nicht kannten. Er wickelte irgendein Geschäft mit mir ab, und ich dachte dort sitzt ein Roboter vor mir. Eine leere Hülle … . Alles was ich an ihm mochte, war total verschwunden.“ Peer schüttelte den Kopf bei dieser Erinnerung, die ihn immer noch erschaudern ließ. Er bedachte Anna, die gedankenverloren vor sich hin starrte, mit einem Seitenblick. Hörte sie ihm zu? Er war sich nicht sicher. Er legte seine Hand an ihr Kinn, und drehte ihr Gesicht mit sanfter aber bestimmter Weise in seine Richtung. Er sah ihr fest in die Augen als er weiter sprach. „Anna, der Tom von gestern, war keine bloße Hülle. Er hat gestern das erste Mal wieder mit mir geredet, und sich mit all seinen Facetten gezeigt. Er hat es zwar nicht ausgesprochen, … aber ich bin mir sicher, dass er sich verliebt hat. … In dich. … Gib ihm ein bisschen Zeit.“
Anna kannte diese Geschichte bereits, aber sie konnte sie einfach nicht mehr überzeugen. „Ich weiß, dass er mich liebt.“ antwortete sie leise und spürte wie ihr die Tränen in die Augen schossen. Das ist ja das Schlimme. Er liebt mich und trotzdem gibt es keine Zukunft für uns. Sie senkte den Blick und starrte auf ihre ineinander verknoteten Hände. „Aber was bringt das alles, wenn er von seiner Angst vor einem weiteren Verlust gefangen gehalten wird? … Erst heute Morgen hat er mir genau dieses Signal zurück gelassen.“ Ihre Hände verloren durch den Tränenschleier ihre Konturen und sie wischte sich schnell über die Augen, als sie spürte wie Peer sie anstarrte. „Heute Morgen?...“ Den Rest seiner Frage, schluckte er runter. Das ging ihn ja wirklich nichts an. Anna bemerkte, dass sie mehr angedeutet hatte, als sie wollte, aber das war jetzt auch egal. Peer schaute zur Uhr. Er musste wirklich los, auch wenn er Anna eigentlich nicht in diesem Zustand zurück lassen wollte. Er stand auf und stellte sich vor sie. „Anna, es tut mir leid, aber ich muss in die Halle … . Wollen wir heute Abend weiter reden?“ Sie nickte ihm dankbar zu. Er fasste sie an den Händen und schaute sie direkt an. „Jetzt kümmern wir uns erst mal drum, dass wir die High Society Skandinaviens mit unserer Mode umhauen, und danach sehen wir weiter, ok?“ Anna wischte sich über ihr Gesicht. „Du hast recht. Es gibt viel zu tun.“ Sie umarmte ihn noch einmal kurz und flüsterte ein leises „Danke“ in sein Ohr, bevor sie sich verabschiedete und in den kleinen Laden der Schneiderin trat.
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Am späten Vormittag betrat Tom mit beschwingtem Schritt das Atelier. Es herrschte das übliche rege Treiben, und er fühlte sich hinein gesogen in die lebendige Welt seiner Firma. Suchend trat er an den Empfang, aber er konnte Steffi nirgends erblicken. Seine Augen blieben an Annas Schreibtisch hängen, der verwaist da stand, und darauf wartete, dass seine Besitzerin ihn wieder mit kreativen Einfällen überhäufen würde. Tom schmunzelte und freute sich darauf, dass Anna diesen Platz in der nächsten Woche wieder beleben, und er sie jederzeit erblicken konnte. Gott sei Dank hat sie den Aufhebungsvertrag nicht unterschrieben… Wer weiß wo ich dann heute stünde. Vermutlich kurz vor dem Traualtar. Es schauderte ihn bei dem Gedanken und er schaute zu Carlas Tisch. Dieser war besetzt, … leider. Tom erkannte an ihrer Körperhaltung, dass sie wohl immer noch nicht aus ihrer kreativen Krise heraus gefunden hatte. Sie wirkte angespannt, starrte auf den Zettel vor ihr, bewegte den Zeichenstift aber keinen Zentimeter. Boshaftigkeit ist scheinbar keine gute Inspiration – und ein Gipsbein auch nicht dachte er ironisch, als er beobachtete, wie sie sich das Bein am Gipsansatz kratzte. Er lächelte amüsiert, als er sich endlich in sein Büro begab. Er blieb gleich in der Tür stehen. Sein Stuhl war wieder einmal besetzt. „Guten Morgen!“ begrüßte er seinen Vater überschwänglich „Ziehst du jetzt bei mir ein? Soll ich vielleicht einen zweiten Schreibtisch ordern?“ fragte er scherzend. Brunos Blick ließ vermuten, dass er weit weniger zu Scherzen aufgelegt war. „Wo kommst du her?“ fuhr er seinen Sohn an. Tom setzte sich erneut ‘vor’ seinen Schreibtisch. „Aus Stockholm.“ Er würde sich von Bruno bestimmt nicht aus der Ruhe bringen lassen, dafür war seine Laune viel zu gut. Bruno brachte aber genau diese gute Laune an den Rand seiner Beherrschung. Seit Stunden saß er hier und wartete, dass sein Herr Sohn, den er auch telefonisch nicht erreichen konnte, sich endlich blicken ließ. Und jetzt stolzierte dieser mit einer Gelassenheit herein, als ob er gerade auf einem buddhistischen Seminar seinen inneren Frieden gesucht und gefunden hätte. „Du weißt schon, dass du hier einen Job hast? Und zwar nicht irgend einen?“ Brunos Stimme erklomm eine gefährliche Lautstärke und sein Blick glich dem eines wütenden Stieres. Bruno war mittlerweile aufgestanden und stützte sich auf der Rückenlehne des Stuhles ab, den er Tom immer wieder streitig machte. Tom nickte wissend „Ja, deshalb bin ich hier. Bis zu unserem Termin haben wir noch drei Stunden, also ausreichend Zeit um alles in Ruhe zu besprechen. … Und außerdem… Arbeit wird völlig überbewertet.“ Mit diesen Worten stand er auf und ließ seinen vor Wut schnaubenden Vater stehen. Bevor sich die Tür geschlossen hatte, kam er noch einmal zurück, nahm den Vertrag für Peer aus der Tasche und legte ihn auf den Tisch. „Das ist übrigens mein Arbeitsergebnis aus Stockholm. Ich denke, das wird dich zufriedenstellen. Kannst du den Vertrag Darcy geben, wenn du ihn gelesen hast, dann können wir ihn heute noch unterzeichnen.“ Tom verließ mit einem Seitenblick auf Bruno erneut das Büro, steckte aber sogleich seinen Kopf nochmal durch die Tür „Sag mal, wo ist Fr. Hauschke?“ Das Modegenie rang ernsthaft um seine Fassung. Seine Wut hatte großer Verwirrung Platz gemacht und er wusste gerade nicht wie er auf diesen Mann reagieren sollte, der so anders agierte, als er es kannte. „Wo willst du schon wieder hin. Du bist gerade erst gekommen? Ich glaube…“ Tom hatte fragend den Kopf nach vorne geschoben und forderte mit seinem Blick eine Antwort ein, die sein Gegenüber ihm aber scheinbar nicht geben wollte. „Okay, ich werd es schon in Erfahrung bringen. Ich bin gleich zurück, muss nur kurz was erledigen und dann bin ich ganz für dich da“ unterbrach er Bruno und ließ den fassungslosen älteren Herrn nun endgültig stehen.“ Bruno schüttelte den Kopf. War das sein Sohn, oder eine Kopie? So trocken und gut gelaunt zugleich hatte er Tom noch selten erlebt. Plötzlich fiel Bruno wieder ein, was der zweite Grund war, seinen Sprössling nach Schweden zu schicken. Ein wissendes Lächeln überzog sein Gesicht. Er nahm den Vertrag in die Hand, legte ihn aber gleich wieder beiseite. Er hasste dieses Geschäftsdeutsch und wenn Tom sagte, dass er ihm gefallen würde, waren die Bedingungen wohl so, wie er sie mit Tom besprochen hatte.
Tom sah sich erneut im Atelier um, der Empfang war immer noch unbesetzt, und auch sonst war lediglich Carla da, die ihm eine Auskunft erteilen konnte. Also steuerte er auf sie zu. „Kannst du mir sagen wo ich Fr. Hauschke finde?“ fragte er ohne große Begrüßung. Carla hatte Toms Ankunft überhaupt nicht bemerkt, aber sogleich zog sich ein freudiges Lächeln über ihr Gesicht. „Hallo Tom, da bist du ja wieder. Ich habe dich schon vermisst. Wo warst du denn gestern? Ich werde hier ja überhaupt nicht mehr informiert.“ Die letzten zwei Sätze klangen verbittert und Tom zog nur verwundert die Augenbrauen zusammen. „Vielleicht liegt es daran, dass es dich nichts angeht? … Aber was ich eigentlich wissen wollte. Weißt du wo Fr. Hauschke ist?“ Carlas Gesicht war bei Toms Antwort hochrot angelaufen. Sie hatte sich vorgenommen Tom nach allen Regeln der Kunst zu umgarnen, die Zeit zu nutzen, die Anna nicht da war um ihm zu zeigen, was er aufgeben wollte, aber dass er ihr schon wieder eine solche Abfuhr erteilte beschämte sie zutiefst. Aber sie wäre nicht Carla, wenn nicht auch unmittelbar die Wut in ihr aufkochen würde und so antwortete sie ziemlich pikiert. „Wenn ich mich nicht irre, werde ich hier nicht beschäftigt um mich darum zu kümmern, wo sich unser Personal befindet. Also such dir eine andere Dumme, die den Infopoint spielt.“ Tom wunderte sich wenig über ihre Antwort. „Eigentlich hast du recht. Du solltest eine Kollektion entwerfen. In einer halben Stunde möchte ich sehen, was du vorzuweisen hast. Bis zu den Fashion Days ist ja nicht mehr lange.“ Damit drehte er sich um und ließ eine jetzt erblasste Carla hinter sich. Sie schloss die Augen und atmete tief durch. Nur ruhig Carla, alles wird gut.

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Do Nov 22 2012, 09:04

Oh ja, diese wunderbaren Charaktere. Ich hatte das Bild von Bruno lebhaft vor meinen Augen. Göttlich, wie Tom ihn mit seiner guten Launen und Trockenheit verblüfft, so dass ihm schlichtweg die Worte fehlen. Und dann der kurze Schlagabtausch mit Carla. Man möchte meinen, dasss sie irgendwann mal begreifen sollte, dass sie am kürzeren Hebel sitzt, aber offenbar scheint das bei ihr noch nicht angekommen zu sein. Tja, und das letzte Wort hatte dann wohl doch Tom, sehr genial ...

Ich freu mich auf eine baldige spannende Fortsetzung, meine fleißige Katha

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   So Nov 25 2012, 22:57

Na ja, fleißige Katha kommt zu gar nichts mehr crying
Aber ich freue mich natürlich,dass es gefällt und du dich auf mehr freust meine liebe Mini.
Mal sehen was der morgige Abend so bingt Embarassed
Knutscha Wink

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BeitragThema: "53"   Mo Nov 26 2012, 21:34

Lieber ein kurzer Teil als gar keiner, oder ?
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Tom sprang, zwei Stufen auf einmal nehmend, die Treppe hinauf. Wenn Steffi nicht zur Hand war, würde er halt Paloma bitten ihm zu helfen. Er klopfte an Enriques Tür, wo er sie vermutete, und trat ohne lange auf ein ‘Herein‘ zu warten ein. Er verharrte in der Tür, als er sich der Situation bewusst wurde, die sich da vor ihm abspielte. „Oh, äh… entschuldigt, ich wollte nicht stören“ stammelte er, und schaute das verliebte Paar, das sich gerade sehr intensiv miteinander beschäftigte, belustigt an. Paloma und Enrique starrten zurück, als ob sie befürchteten, dass ein Hurrikane auf sie zu käme, aber Tom beschloss den Rückzug anzutreten, während er kurz an die vergangene Nacht dachte. „Fr. Greco könnten sie gleich mal zu mir kommen?" Er schmunzelte, "also wenn sie hier fertig sind, meine ich.“, schickte er noch Richtung Schreibtisch, bevor er die Tür schloss. Paloma, die auf Enriques Schoss saß, sah ihren Liebsten verwirrt an, und nach einer weiteren Schrecksekunde prusteten sie gemeinsam los. „Was ist denn in den gefahren?“ fragte Paloma, nachdem sie sich wieder beruhigt hatten. Ihr war das schon unangenehm, auch wenn Tom die Situation ja offensichtlich sehr locker aufgenommen hatte. Enrique wiegte überlegend den Kopf hin und her, und sagte nur vage. „Ich habe da vielleicht eine Idee.“ Paloma gab ihm einen innigen Kuss und flüsterte neugierig. „Verrätst du es mir?“ Aber Enrique schüttelte bestimmt den Kopf. „Auch Männer haben so ihre Geheimnisse.“ Beleidigt schob Paloma ihre Lippe nach vorne und versuchte erneut Enrique zu überzeugen. Aber dieser schob sie langsam ein Stück von sich und knöpfte ihre Bluse zu, die noch immer halb geöffnet war. „Dein Chef wartet auf dich. Du solltest vielleicht mal zu ihm gehen, bevor seine Laune doch noch umschlägt.“ Paloma bedachte ihn noch mit einem schelmischen Blick „Na gut, wenn du das wirklich willst. Dann gehe ich halt zu meinem durchaus attraktiven Chef. Vielleicht erreiche bei dem mehr.“ Ihre Hüfte schwenkend, verließ sie das Büro, aus dem sie gerade noch ein „Wag es nicht…“ vernehmen konnte.

„Ah Paloma, schön, dass sie Zeit gefunden haben.“ Tom, der sich gerade einen Kaffee geholt hatte, zwinkerte der brünetten jungen Frau zu, die ihn leicht verlegen anschaute und mit rotem Kopf ein leises "Entschuldigung" vor sich hinmurmelte. Aber Tom winkte lächelnd ab, „Kann ich sie um einen Gefallen bitten? Ich kann Fr. Hauschke nicht finden.“ Paloma schüttelte den Kopf „Steffi ist auch nicht da.“ Tom nahm Paloma am Arm und zog sie mit sich, während er Carla, die scheinbar konzentriert auf ihre Arbeit schaute einen kurzen Blick zuwarf. Er wollte nicht, dass sie etwas mit bekam. Am besten würde sie überhaupt nichts mehr erfahren, was sie nicht wirklich anging. Paloma war irritiert, aber folgte ihm natürlich. "Können sie mir bitte Flüge buchen. Morgen früh, einen auf meinen Namen von hier nach Olbia und einen zweiten von Stockholm nach Olbia. Ich würde es selbst machen, aber sie wissen ja, wir haben gleich Verhandlungen zu führen.“ Er schaute sie entschuldigend an. Paloma nickte um zu zeigen, dass sie verstanden hatte, aber eigentlich war sie durcheinander. Das Verhalten ihres Chefs war ungewöhnlich. „Für wen ist der Flug von Stockholm?“ Anna ist dort. Will er mit ihr…? „Ach so ja. Bitte auf Annas Namen, und würden sie das Ticket am Flughafen hinterlegen und ihr die Flugdaten zukommen lassen.“ Er schaute noch einmal prüfend, und als Paloma abermals nickte, wendete er sich ab. „Hr. Lanford? Weiß Anna worum es geht? Oder soll ich ihr dazu etwas mitteilen?“ Er drehte sich noch einmal um und lächelte verschmitzt. „Sagen sie ihr einfach, dass ich sie dort brauche und dass es wichtig ist. Alles andere erfährt sie dann. Ach so, sie wird am Flughafen abgeholt.“ Okaayy dachte Paloma gedehnt, als sie hinter ihm her sah und registrierte, dass er aussah als würde er gleich vor Leichtigkeit schweben.
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Anna stand vor dem Spiegel und betrachtete sich eingehend. Sie bemerkte, dass ihr ein wenig die Objektivität fehlte, die sie eigentlich benötigte, um das Kleid aus fachmännischer Sicht zu betrachten. Aber sie fand sich selbst wunderschön und fühlte sich einfach pudelwohl in diesem eleganten Stück Stoff. Sie versuchte sich auf die Details zu konzentrieren, um auch die letzten kleinen Fehler oder Missstimmungen des Gesamteindrucks zu finden, als das Telefon klingelte. Sie nahm ihr Handy und ging freudig ran. „Hallo Paloma!“ Paloma freute sich Annas Stimme zu hören. „Na dir geht’s ja gut! Oder täuscht der Eindruck?“ Anna schaute hinter Fr. Andersson her, die diskret in den Nebenraum verschwunden war. „Na ja, gerade geht es mir wirklich gut. Ich stehe hier in einem von mir entworfenen Kleid, und ich muss sagen, ohne dass ich mich selbst loben will. Es sieht verdammt gut aus. Du müsstest es sehen.“ Sie schwärmte geradezu. Paloma lächelte bei dieser Verzückung „Wenn du es entworfen hast ist es mit Sicherheit umwerfend. … Aber, warum hast du es selber an? Hast du kein Model zur Hand?“ Anna verspürte sogleich ihre Nervosität. „Ich werde es heute Abend selbst vorführen“, antwortete sie zögerlich. „Waaas? Wie kommt das denn?“ Paloma wunderte sich und wünschte, sie könnte dabei sein. „Peer war der Meinung, es wäre zu persönlich, als es von jemand anderem zeigen zu lassen. … Hoffentlich blamiere ich mich nicht bis auf die Knochen.“ Paloma beschwichtigte Anna sogleich. „Quatsch, du wirst das souverän machen, wie du auch sonst alles hinbekommst. Und Peer?“ „Was? Und Peer?“ „Ja, wie ist der so? Ihr duzt euch?“ Anna wurde plötzlich ganz aufgeregt, fast hätte sie ganz Mädchen-like laut aufgequietscht. „Du weißt das ja noch gar nicht. Weißt du, wer Peer ist? … Dahinter verbirgt sich ‘Peter Berg’. Ist das nicht der Wahnsinn? Und, vor allem … Er ist unbeschreiblich nett … und gut aussehend.“ fügte sie noch hinzu. Paloma hatte die Augen aufgerissen. Anna präsentierte ihr eigenes Kleid auf einer Modenschau von Peter Berg. „Das hört sich ja fast so an, als hättest du eine schöne Zeit im Ausland. … Apropro Ausland. Ich soll dir die Flugdaten für morgen durchgeben.“ Anna schaute irritiert. „Warum? Ich hab das Ticket doch im Hotelzimmer liegen. Um Eins bin ich wieder in Berlin.“ Die Brünette schüttelte den Kopf, scheinbar wusste Anna doch noch nicht Bescheid. „Nein, du sollst morgen um neun nach Olbia fliegen. Du weißt noch nicht Bescheid?“

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Di Nov 27 2012, 07:59

Was für ein wunderbarer Teil. Anna endlich mal wieder so locker, leicht und aufgeregt zu sehen/lesen, ist ein wahrer Genuss. Soso, Tom will mit Anna also nach Olbia ... Mhmm ... bin bespannt. Hoffentlich geht da nicht wieder kurzfristig was in die Hose. Und Carla? Die ist im Moment ja richtig handzahm, ober plant sie im Geheimen schon ihrem fiesen Gegenangriff ...

Immer wieder ein Genuss, etwas von dir zu Lesen. Danke dir, meine liebe Katha ...

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Di Nov 27 2012, 20:24

Mini_2010 schrieb:
Was für ein wunderbarer Teil. Anna endlich mal wieder so locker, leicht und aufgeregt zu sehen/lesen, ist ein wahrer Genuss. Soso, Tom will mit Anna also nach Olbia ... Mhmm ... bin bespannt. Hoffentlich geht da nicht wieder kurzfristig was in die Hose. Und Carla? Die ist im Moment ja richtig handzahm, ober plant sie im Geheimen schon ihrem fiesen Gegenangriff ...

Immer wieder ein Genuss, etwas von dir zu Lesen. Danke dir, meine liebe Katha ...

LG, Mini

Na ja, die Lockerheit und Aufgeregtheit bezieht sich ja leider auf alles, nur nicht auf Tom. Wir werden sehen wie sie den Tag übersteht und was dann passiert. Danke für deinen Kommi

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BeitragThema: "54"   Fr Nov 30 2012, 23:52

So ihr Süßen, wenigstens hier gibt es einen kurzen neuen Teil. Das ging am Schnellsten, bei der knappen Zeit. Aber ich mag den Teil. Also viel Spaß!
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Anna schnappte nach Luft „Wer sagt das? Was soll ich denn da, und wo ist das überhaupt?“, sie runzelte irritiert die Stirn. Paloma antwortete etwas zurückhaltend. „Olbia ist auf Sardinien, und Tom hat mich gebeten, den Flug zu buchen. Er meinte, ich sollte dir nur sagen, dass er dich dort dringend braucht.“ Annas Augen waren mittlerweile groß wie Untertassen „Waaas? Er braucht mich dort? Hatte er auch die Güte dir mitzuteilen wofür?“ Paloma zog den Kopf ein, was am Telefon wohl wenig brachte. „Nein, hat er nicht. Allerdings hat er seltsam gute Laune. Vielleicht ein gutes Geschäft, ein neuer Kunde? Ich habe keine Ahnung.“ „So, so er hat seltsam gute Laune. Na wenigstens einer von uns“, murmelte Anna jetzt wieder ziemlich ernüchtert vor sich hin. Paloma hatte es trotzdem gehört. „Anna? Was ist los? Hast du mit ihm gesprochen?“ Anna schloss genervt die Augen, aber Paloma war ihre beste Freundin …, die vermutlich gleich mit ihr schimpfen würde. „Nicht nur das…“, begann sie zögerlich. „Wie jetzt?“ Paloma wurde so langsam ungeduldig, da sie Annas Reaktion anmerken konnte, dass irgendwas passiert war. „Jetzt erzähl schon!" Anna lehnte sich an den Schneidetisch und erzählte in groben Zügen von dem gestrigen Abend, der gefühlvollen Nacht, und dem was morgens passiert war. Jetzt wurden Palomas Augen immer größer. „Aber warum hat er dann so gute Laune? ..." fragte sie mehr sich selbst als Anna. "Und warum nimmt er dich dann mit nach Sardinien?“, antwortete sie schließlich, immer noch in Gedanken. Außerdem kam ihr in den Sinn, dass der Junior offensichtlich nicht gewollt hatte, dass Carla davon Wind bekam, und auch das teilte sie ihrer Freundin mit. Anna überdachte die neuen Informationen und versuchte sie mit dem Erlebten in Einklang zu bringen, aber irgendwie wollte das nicht so recht passen. Will er vielleicht eine lustige Affäre mit mir führen, oder geht es wirklich um einen Kunden? Anna betrachtete sich erneut im Spiegel und erinnerte sich an das Thema, das am heutigen Tag eigentlich Priorität hatte. Da sie sowieso nicht wusste, wie sie mit der ganzen Situation umgehen sollte, und auch zunehmend genervt davon war, sich schon wieder um die Psyche und die Launen des Tom Lanford den Kopf zu zerbrechen, nahm sie das als gern gesehene Ablenkung auf. "Weißt du was Palomi. Jetzt konzentrier ich mich erst einmal auf die Modenschau, und was ich morgen früh mache kann ich dann immer noch überlegen. Schick mir einfach die Daten, ja?“ Paloma gab ihr noch gute Wünsche mit auf den Weg und verabschiedete sich.
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Als Tom erneut sein Büro betrat stand David Darcy im Raum. Tom bemerkte, dass er den Vertrag aus Stockholm in der Hand hielt, und unterdrückte die unangemessene Reaktion, die ihm spontan auf der Zunge lag. Er konnte diesen Mann einfach nicht leiden. Von der ersten Begegnung an war er ihm irgendwie unsympathisch gewesen. Er war so arrogant und undurchsichtig. Sobald er in seinem Blickfeld auftauchte, musste Tom an den wohlweislichen Wolf im Schafspelz denken, obwohl er eigentlich bislang keine Hinweise auf den Wolf gesammelt hatte.
„Und? Ist mit dem Vertrag alles in Ordnung?“ fragte er. Darcy schaute Tom mit dieser herablassenden Art an, die ihm so zueigen war, wie einem Fisch die Schuppen. „Ich werde ihn sogleich lesen und ihnen mein Feedback mitteilen“, antwortete er und verließ arrogant wie eh und je das Büro. Tom setzte sich wieder zu seinem Vater, der ihn ausgiebig musterte. „Gibt es etwas, das ich wissen sollte?“, fragte er schließlich, nachdem Tom sich nicht muckte. Tom schüttelte den Kopf. „Nicht das ich wüsste. Ich soll dir übrigens liebe Grüße bestellen.“ Bruno hielt seinen Blick immer noch auf ihn gerichtet und fragte süffisant „Von Peer oder Anna?“ Tom lächelte, er wusste genau worauf sein Erzeuger hinaus wollte. „Von Beiden.“ „Du hast Anna also getroffen?“ Tom blieb bei seinem stoischen Lächeln. „Natürlich, und ich kann dir sagen, das Kleid, dass sie entworfen hat ist der Wahnsinn. … Peer ist übrigens überaus beeindruckt von ihr. Das war eine gute Entscheidung sie zu ihm zu schicken.“ Bruno nickte „Das habe ich mir gedacht, obwohl sie hier auch noch Einiges zu tun hat.“ Tom lenkte seine Gedanken, die zurück zu seiner letzten Begegnung mit ihrer überaus talentierten Angestellten entwischen wollten, wieder auf die Firmeninteressen. „Ich habe Carla übrigens zu uns gebeten. Ich will sehen was sie zu bieten hat.“ Er schaute seinen Vater vielsagend an. „Erst danach sollten wir eine endgültige Entscheidung treffen.“ Bruno war wenig begeistert, sich schon wieder mit den nichtssagenden Entwürfen, seiner früher mal vielversprechensten Designerin zu beschäftigen, nickte aber ergeben den Kopf, als es auch schon klopfte.

Carla betrat den Raum. Sie wirkte nicht ganz so selbstsicher wie sonst, hielt den Kopf aber hoch erhoben. Schwäche zu zeigen war nicht ihr Ding. Wortlos holte sie die Entwürfe, die sie die letzten Tage erzwungen hatte, heraus, und breitete sie vor Bruno aus. Dieser und auch der Junior-Chef ließen ihren Blick darüber gleiten, bevor Tom Bruno genau beobachtete. Im Normalfall wäre Bruno an die Decke gegangen, bei dieser zweitklassigen Arbeit. Aber dieses Mal hob er den Blick und betrachtete die junge Frau, der gerade so alles fehlte, was man Inspiration nannte, eingehend. Er überlegte ernsthaft, ob es wirklich Sinn machte sie weiter zu beschäftigen. Aber auch er hatte mal schlechte Phasen und so entschied er erst einmal abzuwarten und hielt sich zurück.
Er nickte ihr zu „Danke Carla, nimm sie wieder mit, und nehm dir den Rest des Tages frei. Mit deinem Bein ist das Arbeiten sicherlich keine Freude.“ Tom blieb stumm. Er würde seiner Ex-Verlobten keine Angriffsfläche bieten ihn erneut mit gehässigen Bemerkungen zu bombardieren, auch wenn er wusste, dass er gerade am längeren Hebel saß. Er schenkte ihr einen Seitenblick, den sie beflissentlich ignorierte, und mit ihren Entwürfen in der Hand verließ sie wortlos den Raum.
Carla war einigermaßen erleichtert, dass sie nicht erneut zur Schnecke gemacht worden war. Vielleicht ist ja doch noch was zu retten, klammerte sie sich an einen kleinen Hoffnungsschimmer, als sie an ihren Schreibtisch zurück humpelte. Bruno rieb sich angestrengt über das Gesicht und schaute Tom erwartungsvoll an „Und? Was denkst du?“ fragte er. Tom schüttelte den Kopf „Du bist der kreative Kopf unserer Firma, sag du es mir?“ Bruno stützte sich auf seine Unterarme und beugte sich Tom entgegen. Er war noch einen Moment in sich gekehrt, bevor er ihn entschlossen ansah. „Wir bleiben bei meiner Entscheidung. Lieber keine Kollektion, als eine schlechte Kollektion. Die Entwürfe sind allesamt Schrott. Langweilig, leer, schon tausend mal da gewesen. Du kannst sie in jedem drittklassigen Laden an den Stangen hängen sehen." Er legte eine kurze Pause ein, ... "Aber Marketingmäßig verlangt uns das einiges ab. Wie erklären wir den Menschen, dass es keine neue Kollektion gibt?“ Toms Kopf wankte hin und her, während er angestrengt überlegte. „Wie wäre es, wenn wir Carla genau im Rahmen ihre Möglichkeiten arbeiten lassen. Eine Kollektion der Basics, die wir dann in der nächsten Saison mit überzeugenden Kleidungsstücken ergänzen." Es war nur eine Idee, und er musterte seinen Vater fragend. Da der ihn interessiert betrachtete, führte er seinen Gedankengang weiter. "Damit würde die Kundschaft nicht leer ausgehen, wir wären zumindest in den Läden präsent, und die nächste Kollektion wäre damit bereits angekündigt.“
Bruno stand die Überraschung über diesen gelungenen Vorschlag quasi ins Gesicht geschrieben. „Wer bist du? Und was hast du mit meinem Sohn gemacht? ...Wie kommts, dass ausgerechnet du auf solche Ideen kommst?“ Tom lächelte ironisch. „Ich bin halt ein erfolgreicher Geschäftsmann. Das eigentlich unmögliche Minimax-Prinzip gabs an der Uni gratis. Aus dem Minimalen das Maximale heraus holen. So in etwa war doch die Aufgabe, oder?“ Bruno schmunzelte. „Die Idee ist gut. Für diese Aufgabe ist Carla zur Zeit wie gemacht. Und wir sind fein raus. Aber auf den Fashion-Days lassen wir die Linie nicht laufen. Da sollen Luxury und Zauberhaft brillieren.“ Tom nickte zufrieden. „So machen wir das. Dann wissen wir ja, was wir den Verantwortlichen gleich verkaufen. ... Und wann erfährte es meine holde Ex-Verlobte? Sie wird wenig begeistert sein...“ Bruno grinste, bei der Ironie, die er aus Toms Worten herauslas. Ein weiterer Umstand, der ihm sehr gefiel. Es deutete alles darauf hin, dass der Geschäfts-Tom tatsächlich ausgetauscht worden war. "Diese Entscheidung und auch die Neuigkeit, dass Peer mit uns arbeiten wird, werde ich nächste Woche höchstpersönlich verbreiten. Oder hast du Anna schon was erzählt?" Tom zog die Augenbrauen hoch "Bin ich lebensmüde?" Bruno grinste, "ganz offensichtlich nicht." Er stand auf, bedachte seinen Sohn nochmal mit einem durchdringenden Blick, klopfte ihm auf das Bein, das Tom über das andere geschlagen hatte und ließ ihn mit einem gemurmelten "Gefällt mir, gefällt mir" den Raum. Tom lächelte zufrieden. Er schloss die Augen und sofort tauchte Anna vor ihm auf. Er seufzte sehnsüchtig und überlegte, dass es bis zum nächste Tag doch noch so verdammt lang hin war. Er nahm sein Handy in die Hand und hatte schon fast ihre Nummer gewählt, als er das Gerät mit einem lauten Stöhnen auf den Schreibtisch schmiss. Oh man, reiß dich zusammen. Anna hat heute reichlich zu tun. Und bestimmt keine Zeit für ihren liebestollen Chef, der sich jetzt endlich mal auf die Arbeit konzentrieren sollte.

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Sa Dez 01 2012, 12:20

Ein wahrer Genuss für den Start ins Wochenende. Ich danke dir für diesen wunderbaren Teil, meine Liebe und wünsche dir einen schönen ersten Advent. Bin gespannt, wie es weitergeht. Tom steckt ja mit dem Kopf total in den Wolken, während Anna ziemlich mit sich hadert. Bin gespannt, ob die beiden auf Olbia zusammentreffen oder doch noch alles anders kommt. Bitte MEHR davon.

Liebe Grüße, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   So Dez 02 2012, 20:45

Ja, ja, die Liebe ist schon ein seltsames Spiel, nicht war Wink Wenn es da nicht immer diese Missverständnisse gäbe, könnte doch alles soooo schön sein.
Olbia, ja, das wird noch spannend. Wie sich Anna wohl entscheidet?

Lieben Dank für deinen Kommi Smile . Ich wünsch Dir einen guten Start in die Woche.

LG, Katha

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BeitragThema: "55"   Mi Dez 05 2012, 21:35

Eine kleine Eingabe meinerseits, um die werte Leserschaft nicht ganz auf dem Trockenen sitzen zu lassen.
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Während Tom versuchte sich auf die Arbeit zu konzentrieren, und sich immer wieder aus seinen Tagträumereinen reißen musste, hatte Anna tatsächlich alle Hände voll zu tun.
Gerade erst war ihr Kleid fertig geworden, und es war echt ein Schneidermarathon gewesen, den sie da mit Frau Martinsson hingelegt hatte. Aber jetzt musste es nur noch gut eingepackt werden und abends würde es der Öffentlichkeit präsentiert. Anna lächelte zufrieden und erkundigte sich bei Peer, wann er sie abholen würde. Da ihr momentaner Chef noch unterwegs war, hatte sie noch eine halbe Stunde Zeit, und so beschloss sie noch ein wenig Ruhe und Sonne zu genießen, bevor das Chaos über sie herein brechen würde. Sie packte alles zusammen, bedankte und verabschiedete sich von Fr. Martinsson, um sich draußen auf der kleinen Mauer nieder zu lassen, auf der sie morgens schon mit Peer gesessen hatte. Sie, reckte der Sonne ihr Gesicht entgegen, schloss einen Moment die Augen und sog tief die frische Luft ein. Sofort wurde sie von den Geschehnissen der letzten Tage heimgesucht, und sie versuchte erneut diese mit dem ominösen Flug nach Olbia in Verbindung zu bringen. Sie wusste überhaupt nichts darüber, außer dass sie am Flughafen abgeholt werden sollte, und dass Tom wohl auch da sein würde. Er braucht mich dort und es ist wichtig? – Das kann ja alles heißen. …Wäre das schön, wenn wir dort einfach alleine wären. Nur Tom und ich auf einer Insel im Mittelmeer, am Strand, am Meer… Sie ließ für einen Moment ihren Fantasien freien Lauf. Sie konnte die Wärme und den Sand fast spüren, und da waren seine sanften Hände und seine Lippen, die… Anna riss sich zusammen und erzwang die harte Rückkehr in die Realität. Ihr Frust holte sie erneut ein. …Aber wenn es das wäre, was so wichtig ist, dann hätte Tom sich wohl heute Morgen anders verabschiedet und nicht nur dieses doofe Lied hinterlassen. dachte sie verbittert. Aber, warum nimmt er nicht seine Verlobte sondern mich mit? …Es muss um die Arbeit gehen, da bekommt Carla ja scheinbar gerade keinen Fuß auf den Boden. Bestimmt soll ich deshalb fliegen. Aber auf Sardinien? Was für ein Kunde soll das sein? …Außerdem kommt es dann bestimmt wieder zu irgendwelchen verfänglichen Situationen, und ich doofe Nuss schaff es wieder nicht, … Sie riss die Augen auf und schaute grimmig auf das Treiben vor sich, während sie angefressen vor sich hin murmelte."Pfff, der soll sich mal nichts einbilden," ich werde das schaffen. Ich werde mich von ihm fern halten. Bin doch nicht sein kleines Betthäschen. Dafür bin ich mir echt zu schade.“
Plötzlich tauchte etwas in ihrem Blickfeld auf und ließ die Sonne verschwinden. „Hey! Wofür bist du dir zu Schade? Und, wen willst du denn mit deinen Blicken erdolchen?“ ertönte da Peers Stimme. „Wie ich sehe, ist deine Laune immer noch nicht die Beste?“ Anna schüttelte missgelaunt den Kopf. Einerseits um dem vor ihm stehenden Designer zu antworten, andererseits um ihre eigenen unbefriedigenden Gedanken abzuschütteln und sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. „Lass uns arbeiten gehen, das ist doch die beste Medizin gegen unnützes Zeugs im Kopf.“, sagte Anna auffordernd, während sie Peer schief anlächelte. Peer nickte, und schon saßen sie im Auto um zum Veranstaltungsort zu fahren.
Dort erwartete sie ein heilloses Durcheinander, das beherrscht werden wollte. Anna kümmerte sich darum und bereitete alles für einen reibungslosen Ablauf der Modenschau vor. Sortierte die Kleider, begrüßte Mitarbeiter und Models als diese eintrafen, und hielt eine Ansprache um alle auf die ihnen bevorstehende Aufgabe einzustimmen. Dann wurden alle, nach einer letzten Generalprobe auf dem Catwalk, auf ihre Plätze verwiesen. Anna ging von einem zum anderen, überwachte die Stylisten und Friseure, den optimalen Sitz der Kleider und Accessoires. Peer schaute immer wieder vorbei, besprach sich mit ihr und warf ihr dankende Blicke zu. Er war aufgeregt, und wahnsinnig erleichtert, dass Anna ihm mit ihrer souveränen Art ein Stück Sicherheit vermittelte. Er hatte sich nämlich dummerweise nicht nur darauf eingelassen, seit langer Zeit mal wieder eine komplette Show auf die Beine zu stellen, sondern sich außerdem noch bequatschen lassen, diese auch selbst zu moderieren. Das war eigentlich so gar nicht sein Ding.
Er hatte mittlerweile Jeans und T-Shirt gegen ein stylischeres Outfit getauscht und stand nun etwas abseits des Trubels mit seinen Karten und übte seine vorbereiteten Ausführungen. Als Anna das sah, schaute sie erschrocken zur Uhr. Oh mein Gott, vielleicht sollte ich mich auch mal umziehen! Spontan wurde sie von einer Hitzewallung überrollt, als sich ihre anstehende Aufgabe in den Fokus ihrer Aufmerksamkeit schob. Bisher war sie so beschäftigt gewesen, dass sie ihren eigenen Auftritt völlig verdrängt hatte. Sie begab sich in den Umkleidebereich und verwandelte sich von der kleinen energiegeladenen Designerin in ein wunderschönes, edel anmutendes Model. Es fehlte ihr zwar die körperliche Größe, aber das machte sie mit ihren High-Heels und ihrer strahlenden Persönlichkeit wett. Sie schaute ein letztes Mal in den Spiegel und lächelte sich zufrieden an. Sie konnte sich wirklich sehen lassen.
Der Countdown lief. Sie stellte die Models in die richtige Reihenfolge, während von draußen Peers Stimme zu ihnen herein drang. Er begrüßte in seiner charmanten Art die High Society Skandinaviens, allen vorweg die Mitglieder des schwedischen Königshauses. Seine Stimme wurde von Satz zu Satz fester und als er über die Kollektion sprach, die er präsentieren wollte, war nichts mehr von Nervosität zu spüren. Die Leidenschaft für seine Arbeit drang aus seinen Worten, und einen kurzen Moment später, erklang die Musik. Das war das ‘Go’. Anna schickte ein Model nach dem anderen zu ihrem Einsatz und überwachte die schnellen Umziehaktionen. Endlich waren alle Kleidungsstücke gezeigt, und sie atmete zufrieden auf. Alles war glatt gelaufen, … bis jetzt. Denn erneut ertönte Peers Stimme.
„Meine Damen und Herren, der heutige Abend war nur möglich, weil ich die fachmännische Unterstützung einer von mir sehr geschätzten Kollegin hatte. Sie ist Jung-Designerin im Hause Lanford und ich verspreche Ihnen nicht zu viel, wenn ich Ihnen sage, dass wir noch viel von ihr hören bzw. sehen werden. Das selbst entworfene Kleid, das sie trägt ist fantastisch, da es genau das schafft was unsere Kunst erreichen will. Es zeigt uns, wer die wundervolle Frau ist, die es trägt. Es unterstreicht in perfekter Weise ihre individuelle Persönlichkeit. … Aber machen sie sich selbst ein Bild. Begrüßen sie mit mir Anna Broda, einen aufsteigenden Stern im Modehimmel.
Anna stand hinter der Bühne und war gerührt von den Worten Peter Bergs. Sie wusste, welche Ehre ihr da gerade zu Teil wurde, und das ließ ihre Aufregung eine neue Stufe erklimmen. „Go, go, go!“ hörte sie plötzlich, während sie die Treppe nahezu hinauf geschubst wurde. Jetzt hätte sie ihren Einsatz fast verpasst. Sie strauchelte kurz, betrat dann aber sicher den Laufsteg. Sie war geblendet von den Scheinwerfern, was wahrscheinlich gut war, denn so konnte sie die vielen Menschen, die sie applaudierend begrüßten, nicht erkennen. Peer trat auf sie zu und sie legte lächelnd ihre Hand auf seine. Einige Schritte begleitete er sie, bevor er sie alleine über die Bretter schickte. Sie sendete ihm einen dankenden Handkuss zu, bevor sie ihren einsamen Weg aufnahm. Aber mit jedem Schritt wuchs sie über sich hinaus. Dieses Kleid verlieh ihr irgendwie eine andere Aura, die sich auch in ihrem Selbstbewusstsein widerspiegelte. Sie fühlte sich, wie eine Königin, die durch das Bad der Menge schritt. Stolz und aufrecht. Sie drehte sich, damit das Kleid von allen Seiten zu betrachten war und blieb letztlich inmitten des weit geöffneten Kreises der Models stehen. Sie wand sich Peer zu und winkte ihn herbei. Er ging strahlend auf sie zu und nahm sie in den Arm. Tosender Applaus war zu hören und Anna und Peer verneigten sich Hand in Hand vor ihrem begeisterten Publikum.

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Do Dez 06 2012, 07:41

Was für ein Wahnsinns Teil. Ich liebe diesen Augenblick. Du hast es echt drauf, die Situation so authentisch zu beschreiben, dass man das Gefühl hat, direkt in der Menge zu stehen. Da braucht das Kopfkino noch nicht mal richtig warm laufen ... Wink

Danke für diesen wunderbaren Teil. Was für ein erhebender Einstieg in einen sonst wahrscheinlich gähnend-langweiligen Tag ... Rolling Eyes

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Do Dez 06 2012, 10:58

Ich hatte ja einiges nachzuholen, aber das was jede Minute die es verschlungen hat, absolut wert. die letzte Zeit war echt stressig und doof, weil ich krank war, aber deine Geschichte hat mich wieder super aufgebaut. Ja, ich weiß das klingt kitschig Wink
Die Teile sind so genial. Was mich beosnders amüsiert, ja irgendwie amüsiert es mich, weil es menschlich wie falsch Anna Tom verstanden hat. Wie sehr er sich freut und sie sich kränkt.
Anna als Star auf dem Laufsteg, das stell ich mir toll vor, aber was ich wirklich mit Spannung erwarte ist der Ausflug auf die Insel Very Happy

Liebe Grüße
Tastentante
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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Do Dez 06 2012, 22:27

Tastentante schrieb:
Ich hatte ja einiges nachzuholen, aber das was jede Minute die es verschlungen hat, absolut wert. die letzte Zeit war echt stressig und doof, weil ich krank war, aber deine Geschichte hat mich wieder super aufgebaut. Ja, ich weiß das klingt kitschig Wink
Die Teile sind so genial. Was mich beosnders amüsiert, ja irgendwie amüsiert es mich, weil es menschlich wie falsch Anna Tom verstanden hat. Wie sehr er sich freut und sie sich kränkt.
Anna als Star auf dem Laufsteg, das stell ich mir toll vor, aber was ich wirklich mit Spannung erwarte ist der Ausflug auf die Insel Very Happy

Liebe Grüße
Tastentante

Hallo meine Liebe,
schön dich zu lesen Smile , und danke für deine lieben Worte.
Da ist tatsächlich so einiges passiert, seit du dich das letzte Mal gemeldet hast, und jetzt bleibt die Frage was wird? Was passiert noch in Stockholm? Wohin fliegt Anna am nächsten Tag und was ist dann los?
Ich werde es euch bald berichten Wink
LG, Katha

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BeitragThema: "56"   Mi Dez 12 2012, 21:02

Eine kleine Fortsetzung
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Hinter der Bühne angekommen, löste sich die Spannung bei Designern, Models und anderen Angestellten, und alle fielen in einen gemeinsamen Jubel ein. Als jeder ein Glas Sekt in der Hand hielt, bedankte sich Peer herzlich bei allen Beteiligten für die gute Arbeit. Dann überließen die beiden kreativen Köpfe die Aufräumarbeiten den, und ließen sich selbst zu der After-Show-Party chauffieren, auf der sich die High-Society die Ehre gab. „Müssen wir da wirklich hin?“ frage Anna, die plötzlich, nachdem die Aufregung und Anspannung des Tages von ihr abgefallen waren, hundemüde war. Außerdem war dieser Smalltalk mit den Schönen und Reichen so gar nicht die Welt, in der sie sich wohl fühlte. Peer sah sie besorgt an, denn ihre Erschöpfung war auch für ihn spürbar, aber er wollte sie um jeden Preis dabei haben. Es sollte ihr Abend werden. „Anna, du hast hier so tolle Arbeit geleistet, ich möchte, dass du auch die Lorbeeren dafür erntest. Hier sind viele wichtige Menschen, die dich kennen lernen sollten. Das ist gut für deine Zukunft.“ Er hob die Augenbrauen und schaute sie vielsagend an. Anna lehnte ihren Kopf gegen die Lehne und überlegte einen Augenblick, bevor sie ergeben nickte. Sie war wirklich stolz darauf, wie Peer von ihr und ihrer Arbeit sprach, und er hatte ja nicht unrecht. Wenn sie große Mode machen wollte, musste man sie als Designerin wahrnehmen, und dazu gehörten Auftritte in der Öffentlichkeit.
Sie lächelte ihn dankbar an, als er ihr die Hand reichte um ihr aus dem Auto zu helfen. Gemeinsam begaben sie sich auf den roten Teppich, beantworteten einige Fragen, bevor sie einen großen Saal betraten, der feudal hergerichtet war. Anna war froh, dass Peer an ihrer Seite blieb und sie nicht alleine ließ, denn sie fühlte sich tatsächlich wie auf einem anderen Stern. Die Veranstalter kamen auf ‘Peter Berg‘ zu und baten ihn auf die Bühne. Er sollte sich noch einmal dem Publikum zeigen. Peer reichte Anna die Hand und diese verspürte sogleich ihren hektischen Herzschlag. Sie schüttelte ablehnend den Kopf, sie war ja gar nicht gefragt, aber Peer ließ es nicht zu, dass sie sich verweigerte. Er nahm sie an die Hand und nahm sie einfach mit. Gemeinsam stiegen sie die Treppe hinauf. Es wurde eine kleine Dankesrede an ‘Peter Berg’ gerichtet, der wiederum auch auf Anna verwies und den Dank so mit ihr teilte. Erneut wurden sie mit lautem Applaus bedacht und Anna kam sich für einen Moment vor wie ein Filmstar.
Nach dem offiziellen Teil des Abends stellten sich Peer und Anna den vielen Personen, die auf sie einstürmten. Sie schüttelten Hände, hielten Small-Talk und lächelten zuvorkommen, bevor Anna endgültig die Nase voll hatte. Sie zog Peer einen Stück auf Seite. „Peer ich kann nicht mehr, ich will ins Hotel. Sehen wir uns noch, bevor ich fliege?“ Peer sah sie überrascht an und musterte sie dann eingehend. „Du glaubst doch wohl nicht, dass ich dich jetzt einfach abhauen lasse?“ Anna verzog angestrengt das Gesicht „Ich will aber wirklich …“ Sie wollte erneut betonen, dass sie dieser Party, wo es vor allem darum ging Geld, Schmuck und schöne Kleider zur Schau zu tragen und hohle Phrasen auszutauschen, nicht länger beiwohnen wollte. Aber Peer schüttelte den Kopf „Wir gehen jetzt gemeinsam, und dann gehen wir feiern. … Oder hast du wirklich keine Lust noch was zu unternehmen?“ Anna stutzte und schaute sich verschwörerisch um. „Du meinst, wir gehen wo anders hin?“ Sie wisperte nur noch, da sie den anderen Gästen gegenüber nicht unhöflich sein wollte. Peer nickte und flüsterte zurück „Da draußen tobt das Hafenfest. Ich bin sicher, dass wir dort unseren Spaß haben.“ Annas Blick erhellte sich und spontan nahm sie ihn an die Hand und zog ihn Richtung Ausgang. Vor der Tür blieben sie stehen und Anna schaute an sich herunter. „Ich muss mich aber umziehen, so werde ich auf kein Hafenfest gehen.“ sagte sie zögernd. Peer grinste sie breit an. „Kein Problem die Dame. Einmal ins Hotel und dann ab zum Hafen. Es wird alles genau so gemacht, wie sie es wünschen.“ Und schon bestiegen sie einen Wagen, der sie zum Hotel brachte. Einige Sekunden später fuhr auch ein anderes Auto los.
Anna hatte sich auf dem Laufsteg gefühlt wie eine Prinzessin, und sie hatte es auch genossen, aber wieder in Jeans rumzulaufen, hatte definitiv was entspannendes. Anna und Peer machten sich gut gelaunt auf den Weg und stromerten kurze Zeit später über das Fest. Sie schauten hier und dort, beobachteten die Menschen, tranken und aßen etwas und waren bei all dem als wenn sie sich schon eine Ewigkeit kennen würden. Beide fühlten sich pudelwohl und letztlich bestiegen sie sogar gemeinsam ein riesiges Kettenkarussell. Völlig gelöst alberten sie herum, drehten sich, hielten sich an den Händen und schwangen sich auf in windige Höhen. Als sie das Fahrgeschäft verlassen hatten, und Anna immer noch nach ihrer Standsicherheit suchte, nahm sie Peer in den Arm und gab ihm einen Kuss auf den Mund. Beide erstarrten plötzlich und sahen sich groß an, aber nur einen Moment später brachen sie gemeinsam in Gelächter aus. „Freunde?“ fragte Peer. „Dicke Freunde“ antwortete Anna. Sie lächelten sich zu und gingen gemächlich weiter. Das ein Stück entfernt eine weitere Person zufrieden lächelte entging ihnen. Als Anna begann zu frösteln, legte Peer seinen Arm um sie und so schlenderten sie zum Hotel. „Wir sehen uns?“ fragte Anna zum Abschied, nachdem sie sich, vermutlich zum tausendsten Male, gegenseitig ihren Dank für die gemeinsame Arbeit, aber vor allem auch den tollen Abend, ausgesprochen hatten. „Wir sehen uns“ bestätigte Peer. Und wer weiß was die Beiden hätte verbinden können, wenn da nicht ein anderer Mann im Spiel gewesen wäre.
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Dieser betrat in Berlin mit seinem Vater das Atelier. Beide waren zufrieden mit den Verhandlungen für die Fashion Days. Sie hatten beide gewünschten Linien unter bekommen und Zauberhaft hatte gute Chancen die Eröffnungs-Show zu erhalten. Das war schon eine erfreuliche Nachricht gewesen, denn damit hatten keiner der beiden Lanford-Männer gerechnet, nachdem Zauberhaft die Eröffnungs-Show im letzten Jahr in der letzten Sekunde hatte abgesagen müssen. Bei aller Tragik für die Beteiligten, die damals mit dem Diebstahl der Kollektion, und vor allem dem Tod von Jonas Broda klar kommen mussten, war solch ein Szenario für einen Veranstalter ebenfalls eine Katastrophe. Aber der Tatbestand, dass die damaligen Konkurrenten Lanford unkompliziert und erfolgreich eingesprungen waren, und heute genau diese beiden Labels zusammen gehörten, versprach vermutlich viel Publicitiy. Tom ging gedankenverloren in sein Büro. Bruno folgte ihm mit verwundertem Blick, denn er selbst war in Hochstimmung. „Was ist los. Ist doch alles zu unserer Zufriedenheit gelaufen?“ Er zuckte verwundert mit dem Kopf, als er sich seinen Sohn näher betrachtete. Tom setzte sich und rieb sich über das Gesicht. Er wusste, dass er hier vor allem Geschäftsmann sein sollte, aber die Gedanken, die sich ihm aufdrängten ließen ihn halt nicht kalt, nicht mehr. „Ich habe nur gerade darüber nachgedacht, wie Anna reagieren wird, wenn Zauberhaft tatsächlich die Eröffnung-Show läuft“, sagte er zögerlich. Bruno starrte ihn entgeistert an. „Begeistert sein wird sie! Was denkst du denn?“ Für ihn gab es gar keinen Grund für eine andere Annahme. „Dein Wort in Gottes Ohr“ murmelte Tom vor sich hin. Da setzte sich Bruno immer noch völlig unverständig guckend, vor ihn und beugte sich über den Schreibtisch. „Worum machst du dir Gedanken? Wir wollten doch groß raus kommen mit Zauberhaft. Und Anna war begeistert davon, zumindest war das mein Eindruck.“ Tom wiegte den Kopf „Ja, aber die Situation mit Zauberhaft als Eröffnungs-Show wird sie gedanklich und gefühlsmäßig vermutlich genau ein Jahr zurückwerfen. Und das werden keine schönen Momente sein, die sie da ereilen werden.“ Bruno zuckte mit den Schultern „Papperlapapp, das war letztes Jahr. Jetzt wird alles glatt gehen, und Anna wird genug um die Ohren haben, dass sie sowieso keine Zeit zum Grübeln hat.“ Er stand auf und wollte gehen, als ihm noch etwas einfiel. Er drehte sich halb um „Kannst du dich morgen bitte…“ Tom sah auf und unterbrach ihn „Spar dir den Atem ich werde morgen nichts tun.“ Bruno kam einen Schritt zurück und betrachtete ihn mit bedrohlichem Blick. Dieser Typ da, der sich sein Sohn schimpfte, hatte schon wieder die Unverfrorenheit ihn zu unterbrechen, und jetzt wiegelte er auch noch eine Bitte, die wohl eher eine Anweisung sein sollte, ab, ohne sie gehört zu haben. „Du machst wohl nur noch was du willst, oder wie seh ich das? Bist du sicher, dass du diesen Posten überhaupt noch besetzten willst? Oder soll ich mir vielleicht einen anderen Geschäftsführer suchen?“ Bruno war verdammt laut geworden. Er hatte ja wirklich Verständnis gezeigt, aber jetzt sollte doch mal wieder alles in gewohnten Bahnen laufen. Tom ließ Brunos Tirade unbeeindruckt über sich ergehen, aber seine Antwort war trotzdem energisch. „Du wolltest doch immer, dass ich mal wieder lebe! Das tu ich jetzt. … Und, ich habe es heute schon einmal gesagt. Arbeit wird völlig überbewertet. Es gibt wirklich wichtigere Dinge im Leben.“ Bruno sah ihn mit zusammen gekniffenen Augen an und verließ reichlich angesäuert mit einem lauten Knall das Büro. Toms Lippen entwich ein „Hui“, aber ansonsten ließ ihn der Ausbruch seines Vaters völlig kalt. Die Arbeit konnte bis Montag warten und wenn sein Auftrag wirklich wichtig war konnte Bruno sich selber drum kümmern oder jemand anderen bitten, es zu erledigen.

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Do Dez 13 2012, 08:50

Oje, der große Moment kommt näher. Und Bruno ist wieder mal voll in seinem Element. Manchmal habe ich das Bild eines kleinen Jungen vor Augen, der seinen Willen nicht bekommt, wenn ich von Bruno lese. Und der Kuss zwischen Peer und Anna - Oweia, der wird bestimmt noch Konsequenzen haben. Und wer ist die geheimnisvolle Person, die den beiden folgt. Ein Paparrazzi oder doch jemand, der vor einer gewissen Person beauftragt wurde???

Mhmm ... mehr lesen wollen ...

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   So Dez 16 2012, 12:02

Hey Katha,

Anna und Peer, der letzte Satz ist treffend "Und wer weiß was die Beiden hätte verbinden können, wenn da nicht ein anderer Mann im Spiel gewesen wäre."

Der Bruno ist ja wieder mal super. Gefühle sind echt nur seine Welt, wenn es die eigenen sind.
Hätte Brunos Gesicht echt zu gern gesehen, als Tom ihn unterbrochen hat.

Schöner Teil Very Happy

Liebe Grüße
Tastentante
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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   

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AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"
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