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 AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"

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katha

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BeitragThema: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Fr Jul 20 2012, 23:31

das Eingangsposting lautete :

Hallo,
diese FF habe ich bereits einmal in einem anderen Forum eingestellt, so dass sie vielleicht beim dem ein oder anderen bereits bekannt ist. Aber ich denke, sie passt gut in den Reigen, der hier aufgeführten FFs und ich freue mich, sie hier (sprachlich ein wenig überarbeitet) noch einmal zu posten.

Vorlauf
Der Titel sagt bereits worum es geht. "Anna und die Liebe" hat uns mit Anna und Tom bekannt gemacht, die es beide in der Vergangenheit schwer getroffen hat. Tom hat seine große Liebe Fanni vor einigen Jahren bei einem Unfall verloren und nun trifft er auf Anna, die nach dem Unfalltod ihres Mannes, völlig am Ende ihrer Kräfte, auf dem Dach eines Hochhauses steht, um sich das Leben zu nehmen. Die Beiden erleben einen Moment des Einvernehmens, der sie fesselt und Anna letztlich von ihrem Plan abbringt.
Danach laufen ihre Wege in die gleiche Richtung. Zumindest verlieren sich Anna und Tom nicht mehr aus den Augen. Nach einigen ereignisreichen Monaten, in den es viel Verwirrungen, Missverständnisse, Streit aber eben auch immer wieder einvernehmlich vertraute Moment zwischen Beiden gibt, passiert es schließlich. Tom und Anna verbringen eine wunderbare Nacht mit einander. Die Folge ist, dass Tom Anna sitzen läßt und versucht sie weit von sich zu schieben. Er will sich nicht auf sie einlassen, nicht auf seine Gefühle einlassen, da er Angst hat erneut einen Verlust erleiden zu müssen. Also beschließt er sich hinter einem geregelten Leben mit einer anderen Frau zu verstecken. Carla. Tom fragt Carla, Annas größte Widersacherin, sowohl privat als auch beruflich, ob sie seine Frau wird und diese sieht sich endlich an dem Ziel ihrer Träume angekommen. Für Anna jedoch bricht eine Welt zusammen. Tom bietet ihr einen Aufhebungsvertrag an um sie aus seinem Dunstkreis zu vertreiben. Denn insgeheim weiß er nicht nur wie sehr er Anna mit seiner Entscheidung verletzt hat, sondern auch, wie schwer es ihm fallen würde, sie weiterhin in seiner Nähe ertragen zu müssen. Es scheint also, als würden sich ihre Wege hier trennen...

Einstieg in die Geschichte:

Meine Story beginnt, nachdem Carla die Verlobung mit Tom bei Lanford öffentlich bekannt gegeben hat. Anna ist verzweifelt aus dem Atelier geflohen und auf das Dach gestiegen, auf dem sie Tom das erste Mal begegnet ist. Dem Dach, das ihr gemeinsamer Ort ist. Tom ist Anna gefolgt, und hat ihr gerade gesagt, dass er ihr einen Aufhebungsvertrag anbietet.
******************************************

Teil 1

Anna brauchte einige Zeit um zu realisieren, was Tom ihr da gerade gesagt hatte. Ich bedeute ihm was? Und, er weiß wie sehr er mich verletzt hat, dass ich nicht lache. Dieser Arsch, er ist doch zu mir gekommen, er hat mich geküsst, und jetzt… heiratet er Carla. …Das ist noch das Schlimmste. Diese unterkühlte, intrigante Kuh. Ich kenne keinen Menschen, der gehässiger ist als sie. Sie wendete endlich den Blick ab, der immer noch auf den Treppeneingang gerichtet war, in dem Tom vor einiger Zeit verschwunden war.
Wie soll ich das nur aushalten? Ich muss noch ein halbes Jahr bleiben. Das wird die Hölle. Langsam machte auch sie sich auf den Weg zum Treppenhaus. Sie hatte Paloma versprochen gleich wieder ins Atelier zu kommen. Annas Schritte waren schleppend, wie ihre Gedanken und Gefühle. Sie schwankte zwischen Traurigkeit, Wut und Verzweiflung. Jeder Schritt zurück ins Atelier kostete sie unendliche Überwindung.

Als sich die Aufzugtür öffnete, hoffte Anna nur, dass sie nicht allzu vielen Kollegen über den Weg laufen würde. Vor allem nicht Carla oder Tom. Sie steuerte direkt auf ihren Schreibtisch zu. Ein Umschlag lag auf ihrem Tisch. Erst jetzt fiel ihr wieder ein, was wahrscheinlich der eigentliche Grund für Toms Auftritt auf dem Dach war. Der Aufhebungsvertrag, den er ihr anbot. Zu gütig dachte sie „Eine halbe Millionen, soviel bin ich dir also wert. Da wirst du die Nacht sicherlich noch länger verteufeln. War ganz schön teuer“ zischte sie vor sich hin. Auch wenn Tom es ihr, oder vielleicht doch eher sich selbst, mit diesem Vertrag leichter machen wollte; er erniedrigte sie.
Eigentlich bin ich ja kein Typ, der sich kaufen lässt, aber weiterhin her kommen und dem jungen Glück beim Turteln zusehen,... Carlas hämisches Grinsen ertragen müssen, …und Tom jeden Tag sehen „Scheiße" entfuhr es ihr und in Gedanken fügte sie hinzu, Ich liebe ihn doch.

Anna schaute kurz in Toms Büro, in der eine hitzige Diskussion zwischen Vater und Sohn zu beobachten war. Ob es da wohl um mich geht? Bruno ist sicherlich nicht erbaut, dass ich gehe… Gehe ich wirklich? Ich arbeite doch gerne für Bruno, gerne für Lanford, und jetzt… Es war ein heilloses Durcheinander in ihrem Kopf.
Als sie aus dem Augenwinkel sah, dass Carla auf sie zu steuerte, nahm Anna ihre Tasche und den Umschlag mit dem Vertrag und ging geradewegs zum Aufzug. „Anna, ich wollte gerade mit ihnen über das Brautkleid sprechen“ hörte sie noch, als sie auch schon in den Aufzug trat, der sich Gott sei dank direkt geöffnet hatte. Gut das ich der noch entkommen konnte. Wahrscheinlich hätte ich sie in meiner Verfassung erwürgt, ... Na ja, dann wäre ich wenigsten ein Problem los gewesen, …hätte mich aber wohl auch nicht weiter gebracht, dachte sie und lehnte sich müde an die Wand.
---------------

Tom und Bruno sprachen natürlich über Anna. Bruno schätzte ihre Arbeit und außerdem hatte er einen 7. Sinn wenn es darum ging seinen Sohn zu durchschauen. Und er war sich sicher den Grund für Toms Angebot zu kennen. "Warum lässt du Anna gehen? Wir brauchen sie hier. Sie ist gut!" fragte Bruno Tom verärgert. Tom wusste, dass er recht hatte. Aber es darf nicht sein, was nicht sein darf. Ich kann sie hier nicht täglich sehen dachte er, mit aller Macht an seiner Entscheidung fest haltend. "Und Carla? Du bist sicher, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast?" kam eine weitere unangenehme Frage bei Tom an. "Ja natürlich, ich liebe Carla." versuchte er Bruno, oder vielleicht auch sich selbst zu überzeugen. Bruno beobachtete ihn eine zeitlang und schaute ihn nur abschätzig an. "Ja genau. …Hauptsache du kannst dir bei deinen Lügen noch selbst in die Augen sehen." brummte Bruno und verließ das Büro.
Was denkt der sich eigentlich? Er hat doch schließlich eine Entscheidung von mir verlangt.Toms Blick wanderte suchen zu Annas verwaistem Schreibtisch. Er spürte, bei dem Gedanken, dass sie dort vielleicht nie wieder sitzen würde, einen Stich in seinem Herzen. Er wusste ,dass Bruno recht hatte. Es war eine Lüge. Aber ich kann das nicht zulassen. Ich kann Fanni nicht verraten, und ich will nicht noch mal so verletzlich sein. Er drehte sich entschlossen um. Hoffentlich geht sie auch wirklich, sonst..., nein verdammt, ich habe mich entschieden, und basta.

Als Anna in die Goldelse kam, schaute ihre Mutter sie verwundert an. „Du bist ja heute so früh? Ist alles in Ordnung?“ Anna hatte keine Lust auf Smalltalk und so sagte sie nur schnell. „Ja, alles gut. Ich bin einfach nur total müde. Ich geh hoch.“ In ihrem Zimmer angekommen, setzte sie sich in ihren Sessel am Fenster. Sie ließ die letzten Tage Revue passieren. Einen kurzen Moment stiegen die Bilder der gemeinsamen Nacht mit Tom in ihr auf. Sie verstand es einfach nicht. Wie kann man nur in so kurzer Zeit so glücklich und so verzweifelt zugleich sein? fragte sie sich, Na ja, wer hoch steigt, kann auch tief fallen. Ich sollte mich einfach von allen Männern fern halten. Sie bringen mir scheinbar kein Glück dachte sie deprimiert. Ihre Wut war auf einmal einer tiefen Leere gewichen, die sie umhüllte. Sie saß einfach da und starrte vor sich hin. Keine Gedanken, keine Gefühle mehr. Ihr war es recht.
Irgendwann klopfte es an der Zimmertür, und sie sagte herein. Anna blieb sitzen und dachte gar nicht darüber nach, wen sie wohl herein gebeten hatte. Sie schaute verwundert nach draußen. Sie nahm erst jetzt wahr, dass scheinbar viel Zeit vergangen war, denn die Straßen, auf die sie immer noch schaute, lagen mittlerweile im Licht der Dämmerung. Als sie plötzlich eine wohlbekannte Stimme ihren Namen sagen hörte, sprang sie erschrocken auf.


Zuletzt von katha am Sa Feb 09 2013, 21:12 bearbeitet; insgesamt 5-mal bearbeitet
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katha

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   So Dez 16 2012, 16:45

Mini_2010 schrieb:
Oje, der große Moment kommt näher. Und Bruno ist wieder mal voll in seinem Element. Manchmal habe ich das Bild eines kleinen Jungen vor Augen, der seinen Willen nicht bekommt, wenn ich von Bruno lese. Und der Kuss zwischen Peer und Anna - Oweia, der wird bestimmt noch Konsequenzen haben. Und wer ist die geheimnisvolle Person, die den beiden folgt. Ein Paparrazzi oder doch jemand, der vor einer gewissen Person beauftragt wurde???

Mhmm ... mehr lesen wollen ...

LG, Mini

Tastentante schrieb:
Hey Katha,

Anna und Peer, der letzte Satz ist treffend "Und wer weiß was die Beiden hätte verbinden können, wenn da nicht ein anderer Mann im Spiel gewesen wäre."

Der Bruno ist ja wieder mal super. Gefühle sind echt nur seine Welt, wenn es die eigenen sind.
Hätte Brunos Gesicht echt zu gern gesehen, als Tom ihn unterbrochen hat.

Schöner Teil Very Happy

Liebe Grüße
Tastentante


Danke euch Beiden Smile ,
ja Peer und Anna verstehen sich schon echt gut und Tom? Der freut sich auf den nächsten Tag. Der rückt nämlich immer näher und es drängt sich die Frage auf, wie Anna sich entscheiden wird. idontknow
Ich glaube hier schaff ich es tatsächlich den nächsten Teil einzustellen, obwohl die Autobahn, auf der ich mich gerade befinde, nicht die optimale Grundlage bietet Mad Mad

LG, Katha

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katha

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BeitragThema: "57"   So Dez 16 2012, 17:01

So, ihr Lieben, für diesen Teil hätte ich wohl tatsächlich einige kleine Änderungen im Petto, wenn ich gerade in Ruhe und mit guter Konzentration davor säße. So aber, gibts das was da ist. Damit ihr endlich mal wieder was zu lesen bekommt.
(17.12.)Hihi, jetzt habe ich mir doch nochmal die Zeit genommen, ein wenig zu überarbeiten. Ich hoffe es gefällt!
*************************

Paloma und Enrique hatten sich in eine ruhige Sitzecke der Egobar verzogen um dem trubeligen Tag bei Lanford entspannt ausklingen zu lassen. Bei einem Cocktail unterhielten sie sich über dies und das, als Paloma sich wieder an die peinliche Situation am Mittag erinnerte. „Jetzt sag mir doch mal, warum Tom heute so gute Laune hatte. An anderen Tagen hätte er uns doch wahrscheinlich den Kopf abgerissen, wenn er uns so erwischt hätte. … Und, weißt du eigentlich etwas von einem Termin auf Sardinien?“ Sie schaute Enrique mit einem Rehblick an, dem er wohl nicht hätte widerstehen können, wenn er nicht genau in diesem Moment Tom am Eingang der Bar entdeckt hätte. Aber so erwiderte er Palomas Überzeugungsversuch nur mit einem kurzen entschuldigenden Schulterzucken und winkte stattdessen in Toms Richtung. Dieser überlegte kurz ob er Lust auf Gesellschaft hatte, aber vermutlich war es nicht die schlechteste Idee um sich ein wenig von seiner aufsteigenden Aufregung abzulenken, also steuerte er auf die Beiden zu und setzte sich zu ihnen. „Hey, alles gut bei dir?“ fragte Enrique und grinste Tom wissend an, denn er war sich sicher, dass die ausgelassene Stimmung seines besten Freundes mit einer kleinen blonden Frau zu tun hatte. Tom lächelte zurück. „Ich glaube schon. Na ja, ich hoffe es zumindest.“ Er hatte den ganzen Tag nichts von Anna gehört, und so langsam nagte der Zweifel an ihm, ob sein Plan mit Sardinien wirklich aufgehen würde. „Paloma, haben sie…“ „Boh Tom,“ wurde er jedoch sofort unterbrochen bevor, er seine Frage aussprechen konnte. „Kannst du den Geschäftsführer jetzt mal an den Haken hängen. Darf ich vorstellen Paloma, meine Freundin. Paloma, Tom, mein bester Freund. Könnt ihr euch jetzt endlich mal duzen. Das ist doch total dämlich.“ Tom sah Enrique und dann Paloma irritiert an, aber schließlich lächelte er der Spanierin herzlich zu. „Hat ja recht, dein ‘Freund’. Na dann…“ Er erhob sein Glas, das er soeben bekommen hatte, und prostete ihr zu. "Und ihr seid jetzt also..." Enrique grinste schon wieder belustigt, bei der zögerlichen Frage. "Ja Tom, du darfst es ruhig aussprechen. - Ein Paar." Tom knurrte ärgerlich, aber nur kurz, denn er freute sich für die Beiden, und es brachte ihn zurück zu seinem eigenen innigsten Wunsch. „Aber was ich eigentlich fragen wollte," wendete er sich wieder Paloma zu, "hast ‘du’ mit Anna gesprochen? Geht das mit dem Flug für sie klar?“ Er schaute sie erwartungsvoll an und sein Herz begann wild zu klopfen, während sein Bein unterm Tisch unentwegt wibbelte. Paloma überlegte was sie sagen sollte. „Ja, der Flug geht morgen früh um neun. … Allerdings war Anna… sagen wir mal etwas überrascht.“ Sie betrachtete ihn mit Vorsicht, denn sein Auftritt am Empfang hatte eher so gewirkt, als wäre er überzeugt davon, dass Anna nicht nur wusste worum es ginge, sondern sich auch freuen würde. Tom starrte sie jetzt verunsichert an. „Aber sie kommt doch?“ fragte er, während er versuchte sich einen Reim darauf zu machen. Paloma zuckte mit den Schultern. „Sie hatte sich noch nicht entschieden, als wir gesprochen haben.“ Hoffentlich würde er nicht gleich aus der Haut fahren, wie so oft, wenn nicht alles nach seinem Willen lief. Aber Toms Reaktion war anders als erwartet. Seine Gemütsverfassung erlitt nach dem Höhenflug des Tages gerade einen ziemlichen Absturz. Er ließ sich gegen die Rückenlehne fallen, fluchte leise vor sich hin und rieb sich verzweifelt das Gesicht. Und ich war mir so sicher, dass es dieses Mal keine Missverständnisse mehr geben wird. Oder ist es gar kein Missverständnis und sie will einfach nicht kommen?
„Tom? Was ist los? Und um was für einen Flug geht es?“ traute sich Enrique, der bei Tom ja selten ein Blatt vor den Mund nahm, zu fragen. Er tauschte einen fragenden Blick mit Paloma, die aber nur andeutungsweise den Kopf schüttelte. „Hat sie denn die Karte nicht gefunden?“ fragte er, mehr sich selbst. Paloma fühlte sich aber trotzdem angesprochen und antwortete „Von einer Karte hat sie mir nichts erzählt.“ Sie wusste nicht recht, in wie weit sie durchblicken lassen sollte, dass sie über die vergangene Nacht Bescheid wusste. Tom musterte sie einen Moment, bevor die Stille wieder von Enrique durchbrochen wurde. Scheinbar wussten die beiden anderen etwas, was er nicht wusste, und daher verstand er gerade gar nichts mehr. „Kann mich mal jemand aufklären, worüber ihr sprecht?“ quengelte er und schaut von einem zum anderen. Tom überwand seinen Fluchtinstinkt, der ihn eigentlich drängte einfach zu gehen, und sich seinem deprimierenden Gedanken hinzugeben, und stellte sich letztlich Enriques Frage. Eigentlich hatte er mit keinem über sich und Anna sprechen wollen, bevor nicht endlich alles geklärt war, aber nachdem er ja vor seinem Aufenthalt in Stockholm schon mit Enrique geredet hatte, war es jetzt auch egal. Und Paloma, … vielleicht würde die ihm ja sogar irgendwie weiter helfen, vermutlich wusste sie sowieso schon was passiert war. Beste Freundinnen eben. Und zudem hatte er sie ja schließlich beauftragt mit Anna zu sprechen. Also begann Tom verzweifelt. „Na ja, wir haben uns gestern getroffen, … als ich bei Peer in Stockholm war.“ Enrique feixte sogleich dazwischen „Ha, wusste ich´s doch, deshalb warst du heute so unbeschreiblich guter Stimmung?“ Tom bedachte ihn mit einem gequälten Seitenblick. „Ich bin bis gerade davon ausgegangen, dass ...“ Enriques Gesicht strahlte mittlerweile, als wenn man eine Lampe angeknipst hätte, „Du hast endlich mit ihr geredet?“ Paloma betrachtete ihren Chef gespannt. „Nein, wir haben nicht geredet,“ sagte er geknickt, „Anna war einfach völlig erledigt und wollte kein Wort hören, aber wir hatten …“ er zögerte. Wollte er solche intime Dinge wirklich preis geben. Das war eigentlich nicht seine Art. „...eine aufschlussreiche Nacht?“ Enrique war so in seine Fantasien verstrickt, dass sie Toms Verfassung überhaupt nicht bemerkte. „Na ja, so kann man das auch nennen,“ antwortete Tom und ihm stieg die Hitze ins Gesicht. „Aber irgendwas ist wohl mal wieder schief gelaufen“ fügte er deprimiert hinzu. Paloma hatte dieses Gespräch irritiert verfolgt. Sie konnte die Erzählungen ihrer besten Freundin und die Reaktionen Toms nicht zusammenpuzzeln, und nachdem was sie von Anna wusste, brauchte Tom sich hier gar nicht als das Leiden Christi zu geben.
„Darf ich fragen, worum es auf Sardinien geht? Handelt es sich um einen Geschäftstermin?“ fragte sie. Tom schaute sie verwundert an. „Nein, ich…“ Er unterbrach sich, denn auch diese Informationen waren eigentlich für Anna reserviert. „Was ist eigentlich mit Carla?“ platzte es plötzlich aus Paloma heraus. So langsam hatte sie die Nase voll und wollte wissen was hier gespielt wurde. „Warum fliegst du nicht mit deiner Verlobten nach Sardinien?“ Tom bemerkte den Stimmungswechsel seines Gegenübers und auch ihm schwoll der Kamm. „Ich bin nicht mehr verlobt, und ich habe mit Carla nichts mehr am Hut, verdammt. Ich liebe Anna, und ich will mit ihr zusammen sein, aber wenn sie nicht will…“ Paloma riss die Augen auf. Mit diesem Ausbruch der Ehrlichkeiten hatte sie nun wirklich nicht gerechnet, und dass er es ehrlich meinte und sichtlich angefressen war, konnte selbst ein Blinder nicht übersehen. „Sie… äh, du hast dich von Carla getrennt, … wegen Anna?“ Tom nickte. „Warum weiß Anna nichts davon, sie denkt, dass du sie nicht willst? Du hast ihr doch dieses Lied da gelassen.“ Enrique schaute zwischen Tom und Paloma hin und her, als ob er einem Tennismatch folgte. Jetzt wand sich sein Kopf wieder Tom zu, der gerade am Verzweifeln schien. Er rieb sich angestrengt übers Gesicht, „ja, ich wollte mich damit entschuldigen, …aber ich habe ihr doch auch eine Karte dagelassen… Ich dachte, damit kann nichts schief gehen.“ Er schüttelte niedergeschlagen den Kopf und überlegte, was er tun konnte, um dieses erneute bescheuerte Missverständnis aus der Welt zu schaffen. Er war es so leid. „Paloma tust du mir einen Gefallen. Kannst du bitte dafür sorgen, dass Anna wirklich nach Olbia fliegt. Wenn ich sie jetzt anrufe, geht sie vermutlich sowieso nicht ran, so stur wie sie ist." Er sah mit bittendem Blick in ihre Augen, und fügte energisch hinzu, "Ich will das endlich mit ihr klären. Und bitte sag ihr noch nichts. Ich muss das selber machen.“ Er sah sie mittlerweile fast flehend an, und Paloma, die ihre Skepsis gegenüber seinen Motiven mittlerweile abgelegt hatte, und erkannte, dass die Situation wirklich ziemlich verzwickt war, nickte. Zufrieden und dankbar, aber gleichzeitig völlig deprimiert, verabschiedete sich Tom in eine weitere Nacht der Ungewissheit

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BeitragThema: "58"   Mi Dez 19 2012, 22:23

So, eine kleine Fortsetzung, für die Menschen in der Warteschleife
***********************************
Anna summte vor sich hin, als sie ihr Hotelzimmer betrat. Sie war noch völlig aufgedreht von diesem ausgefüllten Tag. Aber als sie sich umsah, ergriff sie plötzlich die Stille und Leere des Raumes, den sie die letzte Nacht noch gemeinsam mit Tom erfüllt hatte. Sie zog sich um und ließ sich müde auf das Bett fallen. Ihr Blick fiel auf die Schachtel, die Tom ihr dagelassen hatte, und die die Putzfrau auf das Bett gelegt hatte, um den Stuhl zurück an seinen Platz zu stellen. Soll ich morgen wirklich nach Sardinien fliegen? fragte sie sich, als sie von den Erinnerungen an Tom und dieser ominöse Einladung, oder doch eher Anweisung, eingeholt wurde. Eigentlich hatte sie nach dem morgendlichen Erlebnis gar keine Lust dazu, und als sie sich nach einigem Abwägen fast dagegen entschieden hatte, hörte sie das leise Ding Dong ihres Handys, das sie eine endgültige Entscheidung noch einmal verschieben ließ. Anna angelte mit ausgestrecktem Arm nach ihrem Telefon, aber es rutschte ihr aus der Hand und fiel auf den Boden. „Mist“ fluchte sie, während sie zum Bettrand krabbelte und es darunter heraus zog.

Genau an dieser Stelle war morgens die Karte gelandet, die Tom Anna mit pochendem Herz geschrieben und auf den Stuhl gestellt hatte. Sie war für die Kollision von Annas Fuß mit dem Stuhl leider nicht standhaft genug gewesen, so dass sie sich verselbständigte und letztlich aus Annas Blickfeld verschwunden war.
Erst bei der Zimmerreinigung war sie gefunden worden und in den Händen der Putzfrau gelandet, die sie interessiert gelesen hatte.

Liebste Anna,
du schläfst wie ein Engel und ich habe es einfach nicht übers Herz gebracht dich zu wecken.
Kommst du bitte morgen auf die Insel. Ich möchte Dir was zeigen. Es ist wirklich wichtig! Für uns…!
Ich wünsche Dir einen erfolgreichen Tag. Ich bin sicher, dass du in Deinem wunderschönen Kleid alle verzaubern wirst.
Vielen Dank für dein Asyl
Ich freu mich auf Dich!
In Liebe Tom

P.S. Ich werde Dir alle nötigen Daten zukommen lassen


Die Putzfrau war von seinen Worten gerührt gewesen und hatte sich sehnsüchtig gefragt, warum sie nicht solche Post bekam. Dann hatte sie die Karte vorerst in ihre Schürzentasche gesteckt um das Bett zu machen, und sie später leider auch genau dort vergessen, als sie nach einem Blick auf die Uhr eilig das Zimmer verlassen hatte.
So kam es, dass Anna Tom´s Karte auch jetzt nicht fand, und sie stattdessen mit ihrem Handy und der darin enthaltenen Nachricht vorlieb nehmen musste, die sie zusätzlich verwirrte.

Hallo Süße, bitte flieg morgen nach Olbia. Ich glaube es ist wirklich wichtig für dich. Tu es für deine Zukunft.
Schlaf schön. Paloma


Warum schreibt mir Paloma so was? Weiß sie mehr als ich?
überlegte Anna, und durchdachte erneut die Situation. Wenn es sich wirklich um eine dienstliche Angelegenheit drehte, sollte sie wohl tatsächlich fliegen. Schließlich hatte sie sich entschieden bei Lanford zu bleiben. Was hatte sie auch für eine Wahl. Den Aufhebungsvertrag hatte sie abgelehnt und außerdem machte es ihr ja auch Spaß für Bruno zu arbeiten. Sie spürte Ärger in sich aufsteigen, denn es war wirklich zum Mäuse melken, wie sie sich immer wieder im Kreis drehte und immer wieder ihre eigenen Entscheidungen anzweifelte. Aber da war halt Tom. Dem sie nahe sein wollte, den sie nicht aufgeben wollte, mit dem sie solch wunderbaren Momente verbrachte, aber der sie immer wieder fallen ließ wie eine heiße Kartoffel. Erschöpft schloss sie die Augen und fiel in einen tiefen Schlaf.

Auf einem steinigen, kalten Boden wachte Anna wieder auf. Wo bin ich? ging es ihr durch den Kopf. Im schummrigen Licht konnte sie erkennen, dass sie von hohen Hecken umgeben war. Sie stand auf und versuchte sich zu orientieren, und nach und nach viel es ihr wieder ein. Der Ort war ihr bekannt, sie war hier schon einmal gewesen, und dann wusste sie es.
Sie befand sich im Irrgarten und war immer noch mutterseelenallein. In ihrer Erinnerung tauchte der Moment auf, in dem sie kurz davor gestanden hatte, hinaus in die Sonne zu treten, und indem sie letztlich ihren eigenen Zweifel erlegen und wieder zurück in die trostlose Mitte des Labyrinths katapultiert worden war. Anschließend war sie gelaufen und gelaufen um wieder zurück zum Ausgang zu gelangen, aber sie hatte den richtigen Weg einfach nicht mehr gefunden. Letztlich war sie erschöpft zusammen gebrochen und in einen unruhigen Schlaf gefallen, aus dem sie scheinbar gerade wieder erwacht war.
Was soll ich nur tun? überlegte Anna, als sie sich reckte und streckte. Sie hatte das Gefühl jeden einzelnen Muskel in ihrem Körper spüren zu können so kalt und steif fühlte sie sich. Jetzt am Strand liegen und einfach Ruhe und sonnige Wärme genießen, dass wäre was, dachte sie sehnsüchtig, denn die erfolglose Suche, sowie dieses ständige Halbdunkel, machten sie so langsam wirklich depressiv. Aber was war das. Da tauchte plötzlich ein Bild vor ihr auf. Sie erkannte eine schöne Bucht, ruhiges Meer, einen einsamen feinen Sandstrand und strahlenden Sonnenschein. Ist das jetzt meine eigene Wunschvorstellung? fragte sie sich verwirrt, hielt ihren Blick aber gebannt auf die wunderbare Szenerie gerichtet, die eine wunderbare Ablenkung von der tristen Realität bot. Und dann wurde es noch verrückter. Da bewegte sich was. Ein Kopf erschien aus dem Wasser. Es war eine Frau, … nein sie sah aus wie eine Meerjungfrau, und es schien, als wenn sie Anna zu sich winken wollte. Anna schaute sich verdutzt um. Sie stand immer noch an dem gleichen trostlosen Ort, und nur die Kulisse vor ihr begrüßte sie mit freundlichem Licht. Sie musterte die Frau erneut, ... Sie kam ihr schrecklich bekannt vor, aber ihr viel einfach nicht ein woher. Langsam ging sie näher an das Bild heran, und fühlte sich plötzlich als stände sie tatsächlich am Strand. Da war ein lauer Wind, der ihre langen Haare erfasste, und sie konnte den Sand unter den Füßen fühlen und die Wärme der Sonne spüren. Anna schloss genießerisch die Augen und schwelgte in diesem wunderbaren Gefühl. Als sie wieder aufs Meer hinaus schaute war die Meerjungfrau bereits ganz nah heran gekommen. Sie lächelte Anna herzlich an, und diese fühlte sich wie magnetisch angezogen von ihr, so dass sie weiter auf sie zuging, und letztlich mitten im Wasser zu stehen kam. „Hallo Anna, du bist endlich gekommen, das ist gut.“ wurde sie begrüßt. „Wo bin ich denn?“ fragte sie zurück, während sie sich erneut umsah. Es war wirklich unglaublich schön an diesem Ort. Ist das endlich der Ausgang aus diesem verdammten Irrgarten? Habe ich es endlich geschafft? Sie wurde ganz aufgeregt. „Bin ich angekommen? Ist das hier mein Ausgang aus den verwirrenden Gängen des Labyrinths?“ Sie strahlte optimistisch, wurde aber sogleich in ihrer Freude gebremst. Die blonde Frau, die dort im Wasser vor ihr dümpelte, lächelte sie entschuldigend an und schüttelte den Kopf. „Nein, noch hast du den Ausgang nicht gefunden. Aber ich wollte dir einen kleinen Ansporn geben. So, wie hier könnte es sein, wenn du nur deine Zweifel aufgibst und dein Herz sprechen lässt." Ihr immer noch freundliche Stimme bekam einen tadelnden Unterton. "Früher war es stärker als heute, früher hättest du um jeden Preis gekämpft um deine Wünsche zu erreichen. Überleg es dir, ob du dein Leben nicht doch endlich in die Hand nehmen willst. Sonst wirst du vielleicht ewig in dieser Trostlosigkeit gefangen sein.“ Anna schüttelte den Kopf, als ob sie eine Halluzination aus ihrem Kopf vertreiben wollte. Sie konnte einfach nicht glauben, was sie da gerade erlebte und gesagt bekam. „Anna“ ertönte erneut die liebliche Stimme aus dem Meer. „Weiß dein Herz zu wem es gehört?“ Anna zögerte kurz, aber wem wollte sie was vormachen? „Ja, eigentlich schon, aber…“ Sie erblickte das energische Kopfschütteln ihres Gegenübers. „Nein Anna, kein aber… „ Da wurde Anna zornig, warum meinten eigentlich alle ihr sagen zu müssen, was richtig für sie sei, wo es ihr doch immer nur Verdruss brachte, wenn sie sich auf Tom einließ. „Doch aber. Dieser Mann macht mich immer nur unglücklich." erwiderte sie deshalb entschlossen, und fügte in sich gekehrt hinzu "… auch wenn er mir die schönsten Glücksmomente schenkt.“ Die Meerjungfrau nickte zustimmend „Ja, du hast recht. Du erlebst zur Zeit viele Enttäuschungen, ... aber nur weil du ihm keine wirkliche Chance gibst. Sei mutig und geh auf ihn zu. So wie du es früher getan hättest. Dein Herz ist stark, es spricht die Wahrheit, und eigentlich weißt du das auch.“ Anna starrte sie verwundert an und fragte sich, wer sie war, dass sie sich so für sie oder vielleicht auch für Tom einsetzte, und als das Bild, diese Illusion langsam erlosch, hörte sie die letzten mahnenden Worte, die immer leiser wurden. "Lebe deine Träume, nicht deine Ängste.", und dann war es vorbei. Sie stand wieder in der Trostlosigkeit ihres eigenen Irrgartens und ihr brannten die Augen vor verzweifelten Tränen, die sich unaufhaltsam ihren Weg bahnten.

Kurze Zeit später wurde Anna nach einer viel zu kurzen Nacht aus dem Schlaf gerissen. Sie fühlte sich völlig verkatert und realisierte ihr tränennasses Kopfkissen. Ich habe geweint, wunderte sie sich, denn sie wusste nicht warum, aber da war ein untrügliches Gefühl in ihr, das in der Nacht irgendetwas passiert war. Aber bevor sie sich weitere Gedanken dazu machen konnte, fiel ihr Blick auf ihr Flugticket nach Berlin, und sie wusste wieder, warum ihr Handy sie so schrecklich früh geweckt hatte. Sie quälte sich matt aus dem Bett und erledigte mit Mühe das Nötigste, um sich auf den Weg zum Flughafen zu machen.
Dort angekommen schaute sie auf die Anzeigetafel der Abflughalle, und realisierte genervt, dass sie für den Flug nach Berlin viel zu früh war. Dafür der ganze Stress, stöhnte sie innerlich, und wollte sich schon abwenden, um in Ruhe frühstücken zu gehen, als sie den Aufruf für den Flug nach Olbia vernahm. Das war der Flug, für den Paloma sie gebucht hatte. Sie hörte gebannt zu. Es war der letzte Aufruf, und die Gäste wurden darauf hingewiesen, dass sie sich unmittelbar zum Abflug begeben sollten. Plötzlich, Anna wusste selbst nicht welchem Impuls ihre plötzliche Entschlossenheit entsprang, rannte sie los. Ich muss den Flieger bekommen. Ich muss dahin!

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Fr Dez 21 2012, 12:31

Wow, toll geschrieben, meine Liebe. Hab richtig Herzklopfen und total mit Anna mitgefiebert. Na wollen wir hoffen, dass die beiden sich auf Olbia auch wirklich treffen, nicht dass noch irgendwas dazwischenkommt ...

Liebe Grüße
Mini

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ist manchmal der beste Weg,
um zu sich selbst zu finden.“
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BeitragThema: "59"   Mi Dez 26 2012, 22:24



„Puh, geschafft“ murmelte Anna, als sie sich auf den für sie reservierten Sitz fallen ließ. Sie lehnte sich zurück und wartete, dass ihre Atmung wieder zu einem ruhigen Rhythmus fand und sich ihr Puls wieder normalisierte. Sie war die letzen Minuten, wie eine Verrückte kreuz und quer über den Flughafen Stockholms gerannt, um in letzter Minute alle Formalitäten zu erledigen, damit sie den Flieger nach Olbia doch noch besteigen konnte.
Was tu ich hier eigentlich? fragte sie sich nun, nachdem sie Jacke und Tasche verfrachtet hatte, und der Start hinter ihr lag. Ich wollte nach Berlin. Warum fliege ich jetzt doch in den Süden? Wie blöd bin ich eigentlich? Aber sie spürte, dass es irgendwie so sein musste, was allerdings seltsam war, da sie sich immer noch keinen Reim darauf machen konnte. Ich weiß immer noch nicht, was mich dort eigentlich erwartet, außer,… und da machte sich ihr Herz auch gleich bemerkbar und trommelte ein eingängiges Solo, ...dass Tom dort ist. Wie soll ich ihm denn gegenüber treten?, fragte sie sich verzweifelt. Tu
ich, als ob nichts gewesen wäre? Kann ich das? … Will ich das? Oh Mann,
dieser Typ macht mich echt fertig, ... und das jetzt schon seit Wochen und Monaten.

Sie dachte zurück wie sie ihm auf dem Dach, von dem sie sich in den Tod hatte stürzen wollen, das erste Mal begegnet war und lächelte. Sie war zu Beginn völlig irritiert gewesen, von diesem Mann, der so bescheuerte Dinge erzählte. Von wegen, sie würde das Qi auf dem Dach kaputt machen, wenn sie springen würde, und so…, aber schlussendlich hatte er sie irgendwie überzeugt ihren Plan des Suizids fallen zu lassen. Seine Worte, die Geschichte
seines Freundes, die letztlich seine eigene war, ... und seine Augen. Er hatte sie erreicht, als einziger in dieser schweren Zeit nach dem Verlust ihres geliebten Mannes. Anna schüttelte den Kopf und schaute in die vorbeiziehenden Wolken.
Was war seit damals alles passiert? Viele berührende Moment, in denen sie sich Tom so nah und so verbunden gefühlt hatte, aber dann auch immer wieder die Enttäuschungen, dass es eben nur Momente waren, die für ihn scheinbar nicht dasselbe bedeuteten, wie für sie. Oder aber nicht ausreichten, um Tom dazu zu bringen sich endlich seinen eigenen Gefühlen zu stellen. Er hat gesagt, dass er mich liebt, überlegte sie wieder einmal. Na gut, die Worte waren wohl nicht für meine Ohren bestimmt, …aber er hat es so stehen lassen als er gemerkt hat, dass ich wach war, und dann ... Sie schloss die Augen und sah ihn vor sich, wie er sie voller Liebe angesehen hatte, sie gestreichelt und liebkost hatte, und erinnerte sich an den Moment, indem sie sich dem wohl intimsten Moment, den man mit einem Menschen erleben konnte, hingegeben hatten. Kann man so zärtlich und liebevoll sein, wenn man nicht wirklich liebt? fragte sie sich. Aber warum kann er sich dann nicht endlich ans Herz fassen und dazu stehen? Zu seiner Liebe, und zu mir? Anna versuchte die bitteren Gedanken zu verdrängen, die ihre Brust schon wieder zuschnürten und ihr das Atmen erschwerten.
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Die Wärme der Sonnenstrahlen, das Licht, das auch durch die geschlossenen Augenlider drang, und das Rauschen des Meeres waren die einzigen Eindrücke, die den jungen Mann erreichen sollten, der auf einer Terrasse über einer wunderschönen Bucht saß. Er konzentrierte sich bewusst auf seine Sinne, in der Hoffnung, seine Anspannung, seine Gefühle und Gedanken für einige Zeit aus seinem Inneren vertreiben zu können. Vielleicht sollte ich doch mal meditieren, so wie ich es Anna damals erzählt habe. Tom erinnerte sich an die Situation, als er Anna von ihrem Sprung in den Tod abhalten wollte. Damals hatte er ihr erzählt, dass er jeden Tag auf dieses Dach kommen würde um zu meditieren, was er aber in dem Gespräch, das sich Gott sei Dank zwischen beiden entwickelt hatte, aber schnell wieder revidierte, denn eigentlich fand er diesen ganzen esoterischen Kram ziemlich sinnlos, und die Bemerkung war lediglich der Versuch gewesen, sie auf andere Gedanken als ihren letzten Schritt zu bringen.

Sein ‘Inneres Gleichgewicht’ finden. Die letzten Jahre war das kein Thema für ihn gewesen. So wie er sich von der Welt abgeschottet hatte, konnte ihn sowieso kaum was aus der scheinbaren Ruhe reißen, die ihm zueigen war. Bis…, ja genau bis zu diesem Moment auf dem Dach. Genau zu dieser Zeit, genau an diesem Ort hätte er sich zu einem Meditations-Lehrgang anmelden sollen. Denn ab da stand er ständig neben sich, verlor er ständig seine Balance und musste sich so was, wie ein inneres oder überhaupt irgendein Gleichgewicht, immer wieder neu erkämpfen. Diese kleine blonde Frau hatte es geschafft, sich einfach ungefragt in sein Herz zu schleichen, und damit seine Welt aus den Angeln gehoben. Tom lächelte verliebt, als er diese Gedanken ausführte und es entspannte ihn, zumindest für einige kurze Minuten, bis er wieder in der Gegenwart ankam. Sofort überrollte ihn erneut die Unruhe, die ihn bereits seit dem Gespräch mit Paloma am letzten Abend, fest im Griff hatte. In seinem Kopf war ein Gedankenkarussell aktiv, das einem Perpetuum Mobile glich. Es kam nie zum Stillstand, nährte sich ständig selbst. Kommt Anna her? Was mache ich wenn sie kommt? Was mache ich wenn sie nicht kommt? Wie erklär ich ihr alles? Wird sie mir glauben, dass ich es ernst meine? Will sie mich überhaupt noch?... Und so ging es in einem fort.
Ursprünglich hatte er Anna persönlich am Flughafen abholen wollen, aber da war er auch noch davon ausgegangen, dass sie sich genauso auf ihr Treffen freuen würde, wie er. Aber nachdem er erfahren hatte, dass Anna seine Zeichen nicht erhalten oder nicht richtig verstanden hatte, er wusste ja immer noch nicht so genau was schief gelaufen war, hatte er von seinem Vorhaben Abstand genommen, und doch lieber den Abholservice des Hotels organisiert. Seine Angst, schon bei der ersten Begegnung einen Fehler zu begehen, und somit dafür zu sorgen, dass dieses sture und äußerst sensibel reagierende Energiebündel gleich den nächsten Flieger in die Heimat besteigen würde, war zu groß gewesen um das Wagnis einzugehen. Und den Preis für seine Feigheit zahlte er jetzt mit seiner Nervosität, die er kaum noch ertragen konnte.
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Als Anna gelandet war, trat sie in die Ankunftshalle und schaute sich suchend um. Ihr Herz klopfte deutlich, denn sie erwartete gleich den Mann zu sehen, der ihr das Leben lebenswert machte und sie sogleich immer wieder in ihre Traurigkeit schickte. Aber Tom war nicht zu sehen, statt dessen stand dort ein Mann mit einem Schild in der Hand, auf dem klar und deutlich ‘Anna Broda’ zu lesen war. Immerhin steht dieses mal nicht Rhonstedt drauf, dachte sie sarkastisch, als sie genervt auf den Mann zuging und sich zu erkennen gab. Die Fahrt ins Ungewisse war also immer noch nicht beendet.
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Entnervt schaute Tom auf die Uhr. Die Zeiger zeigten genau eine Minuten später an, als bei seinem letzten Blick. Geht die Uhr überhaupt? fragte er sich und kramte sein Handy aus der Hosentasche. Aber auch das sagte ihm keine andere Zeit. Er stieß die Luft aus. So langsam kann die Zeit doch gar nicht vergehen. Es dauert immer noch mindestens eine halbe Stunde bis sie hier sein wird…. Wenn sie denn überhaupt kommt. Sein ganzer Körper schien vor Ungeduld zu beben, wenn das auch nur durch das Wibbeln seiner Beine zum Ausdruck kam. Irgendwann reichte das aber nicht mehr aus um seine innere Anspannung zu kontrollieren. Er sprang auf, und lief wie ein hospitalisierter Tiger über die Terrasse. Immer wieder hin und her, bis er sich dann doch wieder entnervt in den Stuhl schmiss und sich über seine müden Augen rieb. Aber wieder hielt es ihn nicht, und er erhob sich erneut um dieses Mal im Inneren des Häuschens auf Ablenkungstour zu gehen. Aber was sollte er hier tun? Er hatte das Haus schon gecheckt. Die Zimmer waren ordentlich und sauber, die Betten in den beiden oberen Zimmern bezogen, und der Kühlschrank voll. Da erblickte er seine Tasche, die noch unangerührt an der Stelle stand, an der er sie bei der Ankunft abgestellt hatte. Er hatte doch sein Tablet mitgenommen, damit könnte er sich ablenken bis Anna endlich da wäre.
Er nahm es also heraus und setzte sich unter das Sonnensegel auf der Terrasse, damit er auf dem Display etwas erkennen konnte. Er schaute sich die ein und die andere Börsen- und Wirtschaftsnachricht an, bis er, wie eigentlich zu erwarten, nach Presseinformationen zur Modenschau in Stockholm suchte. Sein Herz schlug spontan einen Gang schneller bei der Aussicht vielleicht etwas über Anna zu lesen, oder sogar ein Bild von ihr sehen zu können. Und da war es auch schon. Die Seite überschlug sich mit Meldungen, die Tom aber ignorierte, da sein Blick sofort von einem Foto in seinen Bann gezogen wurde. Anna stand inmitten der Models auf dem Laufsteg und lächelte Peer zu, der gerade zu ihr trat. Sie sah so schön aus. Toms Herz machte einen Hüpfer. Dieses sonnige Lächeln. Prompt wusste er wieder warum er sich sogleich in sie verliebt hatte. Sie strahlte einfach eine natürliche Schönheit aus, die ihn sofort gefangen nahm, sobald er sie erblickte. Und das Kleid… Es war ein Traum. Bereits als Entwurf auf dem Papier hatte es ihn fasziniert, aber jetzt an Anna. „Wow“ sagte er leise, da hat sie sich wirklich selbst übertroffen. Es ist atemberaubend, …nein, Anna ist atemberaubend, korrigierte er sich. Tom strich von Zärtlichkeit für Anna erfüllt, sanft über ihr Bild, was aber natürlich zur Folge hatte, dass die nächste Seite geöffnet wurde und er plötzlich erstarrte. Es waren weitere Bilder von Anna zu sehen, aber nicht nur von Anna. Da waren Anna und Peer, gemeinsam auf der Bühne, Anna und Peer händchenhaltend auf dem Kettenkarussell, Peer, der den Arm um Anna gelegt hatte, und letztlich Anna und Peer, die sich küssten. Tom entwich innerhalb einiger Sekunde sämtliche Farbe aus dem Gesicht, während er beim letzten Bild hängen blieb. Anna und Peer?? Er schoss aus dem Stuhl und stieß sich dabei die Hüfte am Tisch an, was ihn aber nicht weiter interessierte. „Das kann nicht sein!... Das darf einfach nicht sein!“ zischte er immer wieder, und vor allem immer lauter werdend, vor sich hin, während er die Terrasse von einer Ecke zur anderen durchpflügte. Er war auf der erfolglosen Suche nach etwas, was ihn von seiner inneren Pein befreien konnte. Letztlich lehnte er sich erschöpft an die Hauswand. Er begann seinen Hinterkopf dagegen zu schlagen. Immer und immer wieder, bis ihn der kontrollierte Rhythmus und der beginnende Schmerz von seiner tiefen Pein ablenkte. … Aber nur für kurze Zeit. Er stoppte sein selbstzerstörerisches Tun, und schloss die Augen um Mut zu sammeln. Dann zwang er sich zurück zum Tisch und schaute erneut auf die Bilder, die ihm die Tränen in die Augen trieben, bevor er sie zu ignorieren versuchte und seine Aufmerksamkeit auf den Text richtete, der das letzte Bild unterschrieb.

Peter Berg im Glück?
Gestern Abend begleitete das berühmte, und als introvertiert bekannte, Mode-Genie Peter Berg das große Stockholmer Hafenfest mit einer grandiosen Modenschau für die Reichen und Schönen des Hohen Nordens. Mit einer charmanten Moderation und faszinierenden Kleidern zog er vor allem die Frauen unter den Gästen in seinen Bann. Als abschließende Krönung präsentierte er das Werk der erfolgreichen Jung-Designerin Anna Broda aus Deutschland (
Lanford- Berlin), die mit ihrer Arbeit ebenfalls überzeugen konnte.
Dieses Designer-Paar scheint sich nicht nur auf kreativer Ebene zu verstehen. Auf ihrem abendlichen Bummel über das Hafenfest nutzten sie die lockere Atmosphäre, um sich näher zu kommen. Es bleibt abzuwarten, ob Peter Berg in Zukunft eine Partnerin an seiner Seite hat. Zumindest über eine berufliche Zusammenarbeit wurde nach Angaben von Insidern bereits gesprochen. Wir halten sie auf dem Laufenden…


Tom saß einfach nur da, sein Blick war in die Ferne gerichtet, wich nur hin und wieder von seinem nicht existenten Ziel ab, um kurz über die Fotos und den unglaublichen Text zu streifen, und sich zu vergewissern, dass sie wirklich da waren. Er fühlte sich völlig leer, als hätte man ihm wie einem prall gefüllten Luftballon, mit einem plötzlichen Stich sämtlichen Inhalt entzogen. Jetzt drang nichts mehr an ihn heran. Keine Wärme, keine blendende Helligkeit, keine Geräusche, aber auch im Inneren regte sich nichts mehr. Er saß einfach nur da, wie eine leere Hülle.
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BeitragThema: "60"   Fr Dez 28 2012, 21:55

Anna stand derweil nervös vor der Tür des kleinen Häuschens, zu dem eine nette Hotelangestellte sie begleitet hatte. Sie klopfte, aber es ertönte keine Reaktion. Kein Geräusch war von Innen zu hören. Also drückte sie die Klinke herunter und tatsächlich, die Tür öffnete sich. Langsam betrat sie den Raum und rief nach ihrem Chef, während sie sich suchend nach ihm umschaute. Die Rezeptionistin hatte doch gesagt, dass er bereits vor zwei Stunden angekommen sei, und außerdem hätte er doch zumindest die Tür abgeschlossen, wenn er nicht da wäre, wunderte sie sich.
Offensichtlich schien sie doch am eigentlichen Ziel angekommen, und trotzdem erwartete sie keiner? So langsam ging ihr echt die Lust aus, und sie begann sich ernsthaft zu ärgern, dass sie nicht doch den Flieger in die Heimat genommen hatte, und in Berlin bei ihrer Familie und ihren Freunden gelandet war. Das Zimmer in dem sie stand, war scheinbar der zentrale Ort des Hauses, ein offener Wohnbereich, der neben einem gemütlichen Wohnzimmer die Küche und den Essplatz integrierte. Geradeaus konnte sie durch eine geöffnete Glastür auf eine sonnenbeschienene Terrasse schauen, die das Blau des Meeres und des Himmels offenbarte. Sie stellte ihre Taschen ab und trat neugierig hinaus. Am Terrassengeländer angekommen, erblickt sie unter sich die schäumende Gischt der Wellen, ein Stück weiter, einen verträumten Sandstrand, und plötzlich betrachtete sie die Szenerie genauer. Warum kommt mir das hier so schrecklich bekannt vor? Ich war doch noch nie auf Sardinien? Sie verlor sich gedankenverloren in der Schönheit des ruhigen Moments, als sie plötzlich ein Geräusch hinter sich vernahm. Sie schoss herum, und erblickte Tom, der auf einem Stuhl an der Hauswand saß, und sie schweigsam anschaute.
Er hatte Annas Ankunft erst registriert, als sie direkt an ihm vorbei gegangen war. Seit diesem Moment versuchte er alle Kräfte zu mobilisieren, die irgendwo tief in ihm noch verfügbar waren, um sich der Situation zu stellen, die er eigentlich nicht ertragen konnte. Er hatte eine gefühlte Ewigkeit darauf gewartet, dass Anna endlich ankam, aber jetzt, nachdem er entdeckt hatte, dass sie sich anderweitig orientiert hatte, wäre er froh gewesen, sie hätte ihn tatsächlich versetzt. Aber auf Anna war eben verlass, und so stand sie jetzt hier im Paradies, das sich für Tom gerade in die Hölle verwandelt hatte. Er versuchte die Situation aus gebotenem Abstand zu betrachten, und sich professionell zu verhalten, aber er spürte, dass ihm das nicht mehr gelingen wollte. Hatte er die Fesseln um sein Herz und die Fassade, hinter der er sich jahrelang versteckt hatte, doch gerade erst abgeworfen, sehnte er sich jetzt danach zurück.
„Hallo Tom, du bist ja doch da!“ sagte Anna erleichtert, als sie sich von ihrem Schreck erholt hatte, und fuhr energisch fort, „Sagst du mir jetzt was ich hier eigentlich soll? Ich mag es nämlich gar nicht, wenn man einfach so über mich bestimmt. Geht es um einen Kunden, einen neuen Auftrag?“ Sie lehnte sich gegen das Geländer und sah ihn herausfordernd an. Aber Tom sagte immer noch nichts, und seine Mimik war immer noch völlig unverändert. Was ist mit ihm? Er sieht wahrlich beschissen aus, ging es Anna durch den Kopf.Sie runzelte die Stirn, aber forderte erneut eine Antwort. „Tom? … Erde an Tom? Ist da irgendjemand Zuhause?“ Als sie sich schließlich vom Geländer abstützte und auf ihn zuging, kehrte endlich ein Funken Energie in den erstarrten Mann zurück. Er stand auf und wich ihr aus. Müde stützte er sich auf der Balustrade ab, und schaute in die Ferne, während er die Tränen zurückdrängte, die unbedingt das Licht der Welt erblicken wollten. „Du willst uns also verlassen?... Wenn das wirklich dein Wunsch ist… Der Aufhebungsvertrag liegt noch auf meinem Schreibtisch. Du kannst ihn gleich Montag unterschreiben.“ Anna schaute bestürzt auf seinen Rücken, als sie diese völlig monoton gesprochenen Worte aus seinem Mund vernahm. Was war passiert, und warum meinte er, dass sie sich zum Gehen entschlossen hätte? Sie stellte sich neben ihn und versuchte ihm ins Gesicht zu sehen, aber Tom wendete sich ab. Diese kleine Bewegung, diese Abwehr, verletzte sie zutiefst, und sie reagierte heftig. „Wer sagt, dass ich gehen will? Und was tu ich hier? Jetzt sprich endlich mit mir! Ich bin doch nicht euer aller Spielzeug, mit dem man sich mal ein wenig die Zeit vertreibt, bevor man es einfach wieder ins Regal stellt.“ Anna hatte die Schnauze echt voll. Sie fühlte sich wie durch den Fleischwolf gedreht. Ein bisschen Verwirrung, ein bisschen Trauer, ein wenig Wut. Alles gemeinsam gab eine Mischung, die definitiv keine Freude versprach. Aber Tom reagierte gar nicht auf ihren Ausbruch. Er bewegte sich einfach Richtung Haus und antwortete nüchtern. „Unser Termin hat sich leider erledigt. Genieß die zwei Tage hier. Die Insel ist wunderbar. Ich…“ Er drehte sich kurz zu ihr und sie konnte das Glitzern in seinen Augen erkennen, das sie völlig umhaute. „..Ich muss hier raus.“ Er durchschritt schnell das Wohnzimmer und schon knallte die Tür hinter ihm ins Schloss.
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„Spinnt der jetzt total? Dieser Idiot kann mich doch nicht einfach so stehen lassen.“ Anna erblickte Tom noch einmal kurz, als er hinter dem Haus auftauchte und einen Weg zur Steilküste hinauflief. Sie schüttelte den Kopf. „Ich fass es nicht!“ Entnervt, und kochend vor Wut, ließ sie sich auf den Stuhl fallen, den er eben noch besetzt hatte. Hätte er mir diese Neuigkeit nicht am Flughafen mitteilen können, da hätte ich wenigstens sofort das nächste Flugzeug nach Hause nehmen können. Was soll ich denn jetzt hier? Sie erblickte die Treppe, die neben dem Haus zum Strand führte, und da es die entgegengesetzte Richtung war, die Tom gerade eingeschlagen hatte, war es für sie genau der richtige Weg. Sie stützte sich am Tisch ab als sie energisch aufstand, und sah plötzlich in ihr eigenes Gesicht. „Was ist denn das?“ Sie plumpste zurück auf die Sitzfläche und nahm das Tablet in die Hand. Sie betrachtete die Fotos, die sich dort offenbarten, und schob hektisch die Seiten hin und her, bis sie alles gesehen und gelesen hatte. Ist Tom etwa eifersüchtig? Ist er deshalb so…so komisch? Hatte die Flamme, die ihre Wut über Tom anheizte einen Moment ausgesetzt, loderte sie jetzt höher als zuvor. Er hat überhaupt keinen Grund, es ist doch gar nichts passiert. Und außerdem ist er es doch, der mich ständig auflaufen lässt, und vor allem ist er es, der bald heiraten will... Auch wenn es sie irgendwie berührte, dass Tom die falschen Schlüsse aus den Bildern gezogen hatte, und scheinbar nicht gut damit klar kam, ließ ihr Zorn nicht zu, die wahre Bedeutung der Situation zu erfassen.
Anna verließ die Terrasse und betrat am Ende der Treppe den Strand, der fast menschenleer vor ihr lag. Barfuß lief sie ein Stück am Meer entlang, und ließ sich irgendwann in den Sand fallen. Sie schaute aufs Meer, und spürte wie gut ihr der Anblick des Unendlichen, das Rauschen der Wellen und ihre ständigen Bewegung taten. Die Eindrücke befreiten sie aus ihrem Zorn, so dass die Anspannung von ihr abfiel und auch ihre Gedanken wieder fließen konnten. Und da fiel es ihr plötzlich wieder ein. Sie erinnerte sich an den Traum, den sie nachts geträumt hatte. Genau hier hatte sie gestanden, mit dieser Frau, oder Meerjungfrau? Anna schloss die Augen und versuchte die Bilder herauf zu beschwören. Warum habe ich einen Strand gesehen, den ich bis gerade nicht kannte, aber an dem ich jetzt sitze? War das der Grund für dieses Gefühl, das mich herkommen ließ. Aber warum? Sie konnte dieses Wort nicht mehr ertragen. Verzweifelt schimpfte sie vor sich hin „Warum, warum, warum? Immer wieder warum? Ich will das nicht mehr. Ich will wieder Klarheit in meinem Leben.“ Und als ob sie von irgendwoher eine Antwort bekommen sollte, tauchten die Worte dieser Frau in ihrem Kopf auf. „Ja, du erlebst zur Zeit viele Enttäuschungen, aber nur weil du ihm keine wirkliche Chance gibst. Sei mutig und geh auf ihn zu. So wie du es früher getan hättest. Dein Herz ist stark und es spricht die Wahrheit“

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BeitragThema: "61"   Mi Jan 02 2013, 13:27

Auch hier mal wieder eine Fortsetzung. Viel Spaß! Ich mag den Teil
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Mein Herz spricht die Wahrheit ..., was sagt es denn? Es lässt mich immer wieder in mein Verderben laufen. ... Pfff, im Stich lässt es mich. Und obwohl sie sich noch immer nicht wissentlich dazu durchgerungen hatte, trugen ihre Füße sie doch in Toms Richtung. Langsam stieg sie die Treppe herauf, und folgte dem Weg, der sich parallel der Küste entlang schlängelte. Sie sah sich interessiert um, und bemerkte, dass ihr Chef zumindest mit diesem Satz recht behalten hatte. Die Insel war tatsächlich wunderschön. Nach einiger Zeit erreichte sie einen Leuchtturm, und da erblickte sie ihn. Tom, er hatte sich auf einer der Steinstufen niedergelassen, die vom Leuchtturm in großen Abständen zum Rand der Steilküste herabführten. Er saß da und starrte aufs Meer. Anna verharrte einen Moment, bevor sie sich in einigem Abstand hinter ihm niederließ. Sie war zwar irgendwie froh ihn gefunden zu haben, aber gleichzeitig auch immer noch wütend. Was machst du nur mit mir? fragte sie sich, während sie den blonden, gutaussehenden Mann vor sich beobachtete.
Er sah nicht gut aus, eher als wäre alles Leben aus ihm entwichen. Er wirkte ausgelaugt und verzweifelt, und Anna überlegte immer wieder, ob es wirklich sein konnte, dass er wegen ihr so deprimiert war. Hatte sich vielleicht doch etwas verändert? Hatte er in Stockholm die Wahrheit gesprochen? Liebte er sie wirklich? Sie grübelte, während sich in ihrem Körper ein seltsames Gefühl breit machte. Da war Angst vor erneuter Zurückweisung, aber gepaart damit spürte sie ein kleines positives Gefühl der Hoffnung, das tapfer um einen höheren Stellenwert kämpfte. Sollte sie vielleicht zu ihm gehen und ihn fragen? Sie war immer noch unschlüssig, ob sie sich wirklich trauen sollte, als sie beobachtete, wie Tom seine Knie umfasste, und seinen Kopf vergrub. Seine Schultern zuckten, und erst nach und nach realisierte sie, dass er scheinbar bittere Tränen vergoss. Anna durchzog ein tiefer Schmerz, der sich in ihrer Brust festsetzte und ihr das Atmen schwer machte. … weil du ihm keine wirkliche Chance gibst. Sei mutig und geh auf ihn zu…, schoss es ihr erneut durch den Kopf, als sie selbst mit den Tränen kämpfte. Sie rang noch einen Moment mit sich, bevor sie endlich ihrem Herzen folgte. Langsam überwand sie die wenigen Meter, die sie von ihrer großen Liebe trennten, hockte sich schließlich hinter ihn und umschlang ihn mit ihren Armen.

Tom sah sich erschrocken um, ließ sich aber erschöpft an ihre Schulter sinken, als er sie erkannte. Er schluchzte noch eine Weile, bevor er sich von ihr löste und beschämt über sein Gesicht wischte, um die Folgen seines Zusammenbruchs zu beseitigen. „Danke“, sagte er leise zu Anna, die sich neben ihn gesetzt hatte, und jetzt, ebenso wie er zuvor, auf den Horizont blickte.
Nach einer Weile, begann Tom mit brüchiger Stimme leise zu sprechen. „Als ich neulich weg war, bin ich hier hergeflogen. Vor der Küste dieser Insel ist sie gestorben. Fanni." Er war einige Zeit in seinen Gedanken versunken, bevor er ihr einen kurzen verstohlenen Blick zuwarf und weiter sprach " … Ich war so beeindruckt von deiner Entschlossenheit, und deiner Energie für dich und dein Glück zu kämpfen, ... und so schrecklich verwirrt, weil in meinem Leben einfach nichts mehr zusammenpassen wollte. ... Ich dachte, dass auch ich mich endlich der Vergangenheit stellen sollte.“ Annas Blick streifte ihn flüchtig. Sie hatte Angst ihn zu unterbrechen, wollte jedes Wort hören, was er zu sagen hatte. Aber auch so konnte sie erkennen, dass sie den völlig ungeschützten Kern des Tom Lanford neben sich sitzen hatte, und das rührte sie zutiefst, sodass ihr erneut die Tränen in die Augen schossen. „Du hattest Angst, dass ich mir was antun könnte…", sagte Tom gerade, und schaute ihr für einen Moment dankbar für diese Anteilnahme in die Augen, bevor er beschämt den Blick senkte. Anna erinnerte sich sofort daran, wie sie plötzlich dieses seltsame und nicht zu verdrängende Gefühl gehabt hatte. Dass sie gespürt hatte, dass er in Gefahr war, und registrierte verwundert, dass ihre Verbundenheit scheinbar noch tiefer war, als sie es schon vermutet hatte, denn sie war sich jetzt völlig sicher, dass ihre Angst berechtigt gewesen war. Erschrocken wartete sie ab. "... Und ich muss gestehen, genau an dieser Stelle hier, habe ich tatsächlich darüber nachgedacht Fanni zu folgen.“ Tom spürte das Erschrecken seiner Nachbarin, die jetzt nach seiner Hand griff, als könne sie ihm noch im Nachhinein beistehen und Tom spürte, wie groß ihre Sorge gewesen sein musste. Aber auch wenn es keine schönen Gefühle waren, die er mit seinen Worten herauf beschwor, es war die Wahrheit, und er würde sie nicht länger unterdrücken. Außerdem war es ja anders gekommen. Also fuhr er fort.
„Und als ich mich fast dazu entschlossen hatte, sah ich sie plötzlich. Fanni. Es war so real. Ich hatte das Gefühl, sie wäre lebendig und stände direkt vor mir. ... Sie tadelte mich, wie früher.“ Er schmunzelte einen Augenblick, „und dann hat sie mir klar gemacht, dass sie sich nichts mehr wünscht, als dass ich endlich wieder lebe,… und liebe.“ fügte er nach einem kurzen Moment hinzu. Er wagte einen kurzen Seitenblick und blieb in den, vor Mitgefühl angefüllten Augen Annas hängen. Annas Herz schlug ihr bis zum Hals und sie fühlte sich zurückversetzt in die Situation auf dem Dach. Er war der Einzige, der sie wie ein Seelenverwandter verstehen konnte, und umgekehrt war es wohl genauso, sonst hätte sich Tom ihr nicht geöffnet. Sie sah nur noch Tom, und auch als dieser wieder auf das Meer schaute, konnte sie ihren Blick nicht von ihm abwenden. Um so mehr trafen sie seine Worte, die mit einem Kopfschütteln folgten.
„Ich kann nicht mehr Anna. Ich bin wirklich am Ende meiner Kräfte. … Seit unserer Nacht in Leipzig kämpfe ich. Jeden Tag, jede Nacht, und du hast häufig genug unter den Auswirkungen dieses Kampfes gelitten, was mir wirklich leid tut. ... Erst habe ich mit mir gekämpft, weil ich einfach kein Vertrauen zu meinen Gefühlen hatte und sie nicht zulassen wollte, dann habe ich mit meiner Vergangenheit gekämpft, um mich von den Dämonen zu befreien, die mich seit Jahren beherrschten und schließlich war da die Angst zu spät zu kommen." Er ließ ihre Hand los und rieb sich erschöpft über das Gesicht. "Und jetzt?“ ... seine Stimme war kaum noch zu hören, er kämpfte erneut mit seiner Traurigkeit und den Tränen. „Jetzt ist es wirklich passiert. Ich bin zu spät gekommen.“ Er schaute mit Tränen erfüllten Augen in ihre Richtung. „Lässt du mich bitte alleine. Ich halte das nicht mehr aus.“, bat er sie. Wieder besah er sich den Horizont, während er laut überlegte. „Vielleicht verlasse ich Berlin einfach. Das wird es leichter machen.“ Anna schaute immer noch wie ein hypnotisiertes Kaninchen auf sein Gesicht. Er trauert um mich, weil er denkt, mich verloren zu haben, ... weil er denkt, dass ich mit Peer... Ihr Herz begann vor Freude zu hüpfen. Er liebt mich ... wie ich ihn. Anna los, nun mach schon. Lass ihn nicht länger leiden. Nach dieser inneren Erkenntnis stand sie auf, und Tom blies dankbar die Luft aus, denn ihre Nähe schnürte ihm zunehmend die Kehle zu. Aber Anna ging nicht, wie er es gewünscht hatte, sondern hockte sich vor ihn. Sie nahm sein verwirrtes Gesicht in ihre Hände und schaute ihm fest in die Augen. „Glaubst du ernsthaft, dass ich mich so schnell in einen anderen Mann verlieben könnte?“ Toms Blick durchzuckte ein kurzes Leuchten, bevor die Trauer wieder die Oberhand gewann. „Ich habe dir doch allen Grund gegeben, dich von mir abzuwenden,“ antwortete er und senkte beschämt seinen Blick. Aber Anna legte ihre Hand unter sein Kinn und zwang ihn erneut zum Blickkontakt. „Da kennst du mich aber verdammt schlecht Tom Lanford. … Ich liebe Dich!" Ihr Herz drohte aus ihrer Brust zu springen, vor Aufregung und Freude. In diesem Moment wusste sie es mit jeder Faser ihres Körpers. Sie liebte ihn und er liebte sie. Langsam näherte sie sich seinem Gesicht und schloss die Augen, als sie sanft ihre Lippen auf seine legte, um ihm einen innigen Kuss zu geben.
Nach einigen Sekunden unterbrach sie ihren Versuch jedoch und schaute in Toms Gesicht, das wie in Stein gemeißelt war. „D.., du meinst ..., du du willst gar nichts von ..., du willst …“ Annas irritierter Gesichtsausdruck wechselte zu einem liebevollen Lächeln, und sie unterbrach Toms Gestammel. „Tom, ich liebe dich! Und nur dich! Und ich werde nirgendwo hingehen.“ Ihre Worte schienen einen weiten Weg zurücklegen zu müssen, um endgültig anzukommen, und Anna wartete voller Ungeduld auf eine Reaktion. Nur langsam entspannten sich Toms Gesichtszüge, und ein vorsichtiges Leuchten erhellte seine Augen. Da fiel Anna plötzlich etwas ein. Sie zog sich ein Stück zurück. „Das heißt, eine Frage habe ich da doch noch.“ Tom wurde von Panik erfasst. Was war denn nun noch? „Was ist mit Carla? Du wolltest sie…“ Jetzt unterbrach Tom sie schnell. Er verstand endlich, was das hier alles bedeutete. Anna war hier, bei ihm, und wartete nur auf sein Zeichen. „Vergiss Carla, ich habe mich von ihr getrennt.“ Anna war erstaunt, dass sie davon noch nichts wusste, aber das war ja auch total egal. Hauptsache er hatte es getan. „Das heißt wirklich, uns steht nichts mehr im Wege?“ Tom schüttelte mit einem Strahlen, das der Sonne Konkurrenz machte, den Kopf. Sein Körper füllte sich wieder mit Leben und ein unglaublicher Adrenalinstoß durchfuhr ihn. Er sprang auf, nahm Anna in den Arm und wirbelte sie glücklich durch die Luft. Als er sie wieder abgestellt hatte, und sie immer noch leicht schwankend vor einander standen, gab er Anna einen zärtlichen Kuss, und hauchte leise „Ich liebe dich!“ während sie sich verliebt in die Augen sahen.

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Sa Jan 05 2013, 13:21

So, da will ich dir nun auch endlich mal einen Kommi zu deinen letzten drei Teilen geben, die ich nun endlich mal gelesen habe. Gott, trotz dass ich diese Story schon kenne, musste ich mir wieder ein paar tränen verdrücken. crying Du beschreibst diese Beteuerungen und was sie mit den beiden machen so genial, dass man das Gefühl hat, direkt daneben zu stehen. mein Herz hüpft und freut sich auf eine Fortsetzung, die ich dann hoffentlich zeitnaher lesen werde.

Dankeschön für diese wunderbaren Teile. super

LG,Mini Wink

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Sa Jan 05 2013, 17:09

Kathilein auch hier wollte ich nur kurz bescheid geben, dass ich als stille Leserin deine FF immer mitlese! Wie ich bei Mini eben auch schon gesagt habe, habe ich keine Lust Kommis zu schreiben, denn auch du weißt ja mittlerweile was ich von deinen beiden genialen Seasons halte!!! Wink Razz

Lasse dir hier auch mal gaanz liebe Grüße daa! Wink

P.S. ... Freue mich schon waaahnsinnig auf weitere Teile hier und auf weitere Teile von der Weihnachts-FF! Wink Embarassed
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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Sa Jan 05 2013, 18:33

Mini_2010 schrieb:
So, da will ich dir nun auch endlich mal einen Kommi zu deinen letzten drei Teilen geben, die ich nun endlich mal gelesen habe. Gott, trotz dass ich diese Story schon kenne, musste ich mir wieder ein paar tränen verdrücken. crying Du beschreibst diese Beteuerungen und was sie mit den beiden machen so genial, dass man das Gefühl hat, direkt daneben zu stehen. mein Herz hüpft und freut sich auf eine Fortsetzung, die ich dann hoffentlich zeitnaher lesen werde.

Dankeschön für diese wunderbaren Teile. super

LG,Mini Wink

*~Butterfly~* schrieb:
Kathilein auch hier wollte ich nur kurz bescheid geben, dass ich als stille Leserin deine FF immer mitlese! Wie ich bei Mini eben auch schon gesagt habe, habe ich keine Lust Kommis zu schreiben, denn auch du weißt ja mittlerweile was ich von deinen beiden genialen Seasons halte!!! Wink Razz

Lasse dir hier auch mal gaanz liebe Grüße daa! Wink

P.S. ... Freue mich schon waaahnsinnig auf weitere Teile hier und auf weitere Teile von der Weihnachts-FF! Wink Embarassed

Ich wusste doch, dass euch diese Teil gefallen. Ist ja auch total schön, wenn sich endlich alles zum Guten wendet. So hoffen wir zumindest. Embarassed

Butterfly, ich weiß zwar irgendwie, dass du scheinbar ganz gerne liest, was ich so verzapfe Embarassed , aber ich muss gestehen, dass ich mich total freue, dass du hier gerade so präsent bist. Man erlangt hier nämlich manchmal das Gefühl, dass Mini und ich hier unser Privat-Ding machen. Was ja nicht so ist.
Vor allem stecken ja River und Tastentante dahinter, die das ganze hier ins Leben gerufen haben und uns diese Plattform zur Verfügung stellen. super Kusshand an dieser Stelle, meine Lieben.

So, genug geschrieben.
Jetzt ist erst mal Family-Time!

LG, Katha
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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Do Jan 17 2013, 21:14

Da geht einem beim Lesen richtig das Herz auf, kurz vergisst man die Welt und ihre Ungerechtigkeit und schwelgt einfach nur in den Auswirkungen deiner Worte!
Kompliment! Very Happy

Liebe Grüße
Sophie
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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Do Jan 17 2013, 22:10

Oh wow, danke meine liebe Sophie
Ich musste doch gerade mal nachschauen, wo wir hier eigentlich sind. Meine Weihnachtsstory nimmt mich gerade so ein, dass ich meine anderen zwei Baustellen schon ewig liegen gelassen habe.
Aber irgendwann gehts dann da auch weiter
LG Katha

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BeitragThema: "62   Mo Jan 21 2013, 21:21

Wer hätte das gedacht, AnTom im Glück, ... und ich enthalte es euch so lange vor, weil ich schon wieder in den schwierigen Krisenzeiten der nächsten AnTom-Geschichte gefangen bin. Aber ich hoffe, ihr könnt es auch nach der kleinen Pause noch genießen.
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Nach einer kurzen Ewigkeit, in der Anna und Tom sich tief in die Augen geschaut hatten, umschlangen sie sich und schmiegten sich eng aneinander, glücklich zusammen zu sein und endlich alle Hindernisse überwunden zu haben. Da drangen aus der Ferne Stimmen an ihr Ohr und beendeten den innigen Moment, so dass sie sich langsam voneinander lösten. Ein junges Paar und ihre zwei aufgeregt umherlaufende Kinder betraten den Platz vor dem Leuchtturm, und zerstörten nun endgültig den romantischen Moment. Anna gab Tom einen liebevollen Kuss „Und was machen wir zwei Hübschen jetzt?“ Tom lächelte gelöst und überlegte einen Moment. Er sah sich um und lief die letzten zwei Stufen hinunter zum Geländer. Anna folgte ihm langsam „Was machst du?“ fragte sie skeptisch, während sie Tom beobachtete, der sich über die Holzbrüstung beugte und scheinbar etwas suchte. Dann erstrahlte sein Gesicht und er zog sie zu sich. „Schau mal!“ Er wirkte wie ein ungeduldiger kleiner Junge, der seine neueste Entdeckung kundtun wollte, und zeigte auf die Küste, die rechts von ihnen lag. „Siehst du das? … Beug dich weiter vor.“ Anna ließ ihren Blick über die Steilküste und die Landschaft dahinter schweifen und fragte sich wonach sie eigentlich Ausschau hielt, als sie plötzlich eine Ahnung hatte. „Meinst du den kleinen Weg dort?“ fragte sie schmunzelnd, während sie sich umdrehte und erneut ihre Arme um Toms Hüften legte. Tom nickte und flüsterte an ihren Lippen „…und die kleine, völlig verlassene Bucht, die am Ende dieses Weges zu finden ist. Ich kenne sie von früher.“ Seine Augen leuchteten verführerisch. „Was hältst du davon, wenn wir zum Haus zurückgehen, alles einpacken, was wir für ein Picknick brauchen und dann genau dort hin gehen?“ Anna schloss die Augen „Hmmmmm, das hört sich himmlisch an.“ schnurrte sie leise zurück. Erneut verschmolzen ihre Lippen zu einem sinnlichen Erlebnis, bevor sie dem Ganzen ein Ende setzte, Tom an die Hand nahm und ihn voller Elan die Stufen hinaufzog. Als sie an der kleinen Familie vorbei kamen, die sich am Fuße des Leuchtturms für eine Pause niedergelassen hatten, hörten sie im vorbeigehen wie die kleine Tochter ihre Eltern fragte. „Warum haben der Mann und die Frau da, keine Kinder dabei? Haben die keine?“ Tom und Anna hatten sich noch nie über solche Dinge unterhalten, aber trotzdem sagten sie wie aus einem Mund „ Noch nicht!“ Sie blickten sich belustigt an, und gaben sich einen weiteren Kuss, bevor sie den Heimweg antraten.
Den Rest des Weges legten sie relativ schweigsam zurück. Ihre Hände waren fest ineinander verschränkt, aber Anna und Tom waren beide in ihren eigenen Gedanken gefangen. Das Schweigen, die wechselnde Mimik ihrer Gesichter und die verstohlenen Blicke, die sie einander zuwarfen, drückten die Fassungslosigkeit aus, die sie noch immer verspürten. Zwischendurch blieben sie immer wieder stehen, blickten sich tief in die Augen und küssten sich zärtlich, um nach einem verliebten Lächeln den Weg wieder aufzunehmen.
Am Haus angekommen hielt Tom Anna die Tür auf, und sie betraten schweigsam den Raum. Fast betreten standen sie dort, denn die Situation war so neu, dass sie noch nicht wirklich wussten wie sie damit umgehen sollten. Anna räusperte sich verlegen. „Ich müsste da mal wohin… Wo finde ich denn das Bad?“ Tom war erleichtert über eine solch alltägliche Frage und grinste sie an. „Die Treppe hoch und dann gleich rechts.“
Kurze Zeit später trat Anna vor den Spiegel und betrachtete sich einen Moment. Sie stellte fest, dass sie toll aussah. Ihre Augen strahlten wie die Sonne, und ihr Lächeln war so breit, dass sie lediglich von ihren Ohren aufgehalten wurde. Immernoch ungläubig schüttelte sie den Kopf und dachte. Wozu Schminke, wenn man einfach nur glücklich verliebt sein muss, um toll auszusehen? Ich finde das ist eindeutig die bessere Alternative. Sie wusch sich noch schnell die Hände und betrat freudig erregt den Flur, denn gleich wäre sie wieder bei ihm. Bei ihrem Tom. Sie schaute sich neugierig um, und entdeckte zwei Türen, wovon die hintere geöffnet war. Sie lugte hinein und erblickte Tom, der mit verschränkten Armen, völlig in seinen Gedanken vertieft, am Fenster stand. Sie trat leise an ihn heran und schmiegte sich an seinen Rücken, aber sofort nahm er sie an die Hand und zog sie vor sich um sie sogleich von hinten zu umschlingen. Anna lehnte sich gegen seine Brust und genoss die Sicherheit und Wärme, die seine Umarmung ihr vermittelte. Entspannt betrachtete sie die Szenerie, die vor ihr lag. „Es ist wirklich wunderschön hier.“ Sie zögerte und überlegt kurz,“ … Weißt du was verrückt ist? ... Ich kannte den Strand dort unten.“ Sie hob ihren Blick und schaute kurz in Toms Gesicht, welches sich fragend verzog. „Ich habe davon geträumt. Dort unten stand ich und habe mit einer Frau gesprochen. Ich bin nicht ganz sicher, aber ich glaube es war eine Meerjungfrau. Auf jedenfall hat sie mir ordentlich den Kopf gewaschen.“ Tom hob die Augenbrauen „Aha, du hast ja interessante Träume. Aber warum hat sie dir den Kopf gewaschen?“ Anna sah erneut zu ihm auf und lächelte etwas verlegen. „Sie hat mir gesagt, dass ich dir endlich eine Chance geben soll.“ Tom drückte sie ein wenig fester an sich und küsste sie sanft auf ihr Haar. Nach einem kurzen Moment des Schweigens spekulierte er leise „Vielleicht war es Fanni?“ Jetzt schaute Anna verwirrt auf. Sie erinnerte sich an das Bild, dass sie einige Zeit zuvor in Toms Büro in der Hand gehalten hatte. „Ich glaube du hast recht," sagte sie überrascht. Sie schaute erneut zu Tom auf. "Die Frau kam mir bekannt vor, aber ich wusste einfach nicht woher.“ Tom lächelte und dachte voller Liebe an seine Frau. „Ich hab dir doch am Leuchtturm erzählt, dass ich sie dort getroffen habe. … Fanni ist eine Meerjungfrau. Das Wasser war immer ihr Leben also ist sie dort geblieben...“ Anna drehte sich nun endgültig in seinen Armen um und staunte. „Du redest von ihr, als wärt ihr euch tatsächlich begegnet. … Glaubst du mir jetzt, was ich dir von Jonas erzählt habe?“ Sie war aufgeregt und musterte Tom neugierig. Dieser sah sie ganz ruhig an. „Ich habe es seltsamerweise nie ernsthaft angezweifelt, …obwohl es eigentlich nicht in mein Weltbild passt, … und auch wenn ich nicht weiß, ob es diese Begegnung mit Fanni real gegeben hat, so habe ich sie doch irgendwie erlebt, und das ist es was zählt. Sie hat mir den letzten Schubs gegeben, endlich mit der Vergangenheit abzuschließen, und für mein Glück, für unser Glück zu kämpfen.“
Tom lächelte verlegen während er in Annas Blick versank, und seine Augen waren eine einzige Liebeserklärung an sie. Anna hatte den Eindruck ihm bis in die Seele sehen zu können, so offen und tiefgründig wirkten sie. Ihr Herz begann augenblicklich wild an zu pochen und sie reckte sich zu ihm, um ihm einen Kuss zu geben. Sie küssten sich sanft und zärtlich, während Toms Hände langsam über Annas Rücken strichen. Er öffnete die Augen und wisperte verschmitzt „Glaubst du der Strand kann noch ein wenig auf uns warten?“, denn seine Sehnsucht nach ihr war kaum noch zu bremsen. Anna nickte leicht während sie mit verführerischem Blick antwortete. „Später, wenn die Sonne untergeht ist es sowieso viel romantischer. … Und hunger habe ich auch noch nicht,… obwohl…?“ Sie verschloss Toms Mund erneut mit einem sanften aber intensiven Kuss. Tom fühlte sich, als würde man ihm den Boden unter den Füßen wegreißen. Sein Herz wummerte, sein Kopf war plötzlich wie leergefegt, und sein ganzer Körper war erfüllt von dem einen Gedanken, von dem einen Gefühl. Er wollte diese Frau, er wollte sie riechen, schmecken, spüren, sie erleben mit all seinen Sinnen. Er ließ seine Zunge langsam in ihren Mund gleiten und gleichsam gaben sie einen tiefen Seufzer von sich, bei der sich steigernden Intensität ihrer Gefühle. Toms Hände glitten weiter sanft über ihren Körper, bis sie am Saum des Shirts ankamen. Sie berührten ihre Haut und der Kontakt Haut auf Haut jagte Beiden einen Schauer über den Rücken. Anna drängte Tom rückwärts bis dieser sich auf das Bett sacken ließ. Sie setzte sich rittlings auf seinen Schoß und zog ihm das T-Shirt über den Kopf. Sie küsste seinen Hals, strich mit ihren Fingern über seine Schultern und die kleinen Grübchen über seinem Schlüsselbein während sie Toms Hände spürte, die ihr den Rücken hinauf strichen und es ihr gleich tat, und sie schnell ihres Shirts entledigte. Sie schauten sich tief in die Augen bevor sie erneut in einen intensiven Kuss verfielen. Tom nestelte an Annas BH-Verschluss herum und endlich hatte er ihn geöffnet. Langsam, fast ehrfürchtig strich er die Träger über ihre Schultern, um das lästige Kleidungsstück los zu werden. Seine Fingerkuppen glitten einer Feder gleich über Annas Seite hinauf zu ihrer Brust um sie sanft zu umfassen und zu streicheln. Sie seufzte auf, als ihre Ungeduld endlich befriedigt wurde, und sogleich zog ein Kribbeln durch ihren Körper, der sich in ihrem Unterleib festsetzte. Der Atem der beiden Verliebten wurde hektischer und Anna rutschte ein Stück höher um Toms Begierde deutlicher zu spüren. Das Verlangen, dass sich immer intensiver in ihnen verbreitete, vernebelte ihnen die Sinne. Tom ließ sich auf den Rücken sinken und zog Anna mit sich, die darauf bedacht war, sich keinen Zentimeter von ihm zu lösen. Ihre Haut brannte an der Wärme des anderen und sie fühlten, wie sich ihre schnell schlagenden Herzen vereinen wollten. Anna ließ sich von Tom herab gleiten und schob sich ein Stück weiter aufs Bett hinauf. Tom folgte ihr ohne Worte und genoss mit geschlossenen Augen die Finger und Lippen, die sich über seinen Oberkörper arbeiteten. Die Berührungen riefen Empfindungen herauf, die sich in feinen Bahnen durch den ganzen Körper bis hin in die Finger und Füße zogen. Einen kurzen Moment dachte Tom, dass er gar nicht gewusst hatte, dass man sich selbst so intensiv spüren konnte. Seine Erregung wuchs unaufhörlich und er war erleichtert, als Anna begann seinen Gürtel zu lösen. Auch er suchte den Verschluss von Annas Hose und ohne sich darüber verständigen zu müssen, zogen sie sich in Windeseile ihre letzten Kleidungsstücke aus. Tom drehte Anna auf den Rücken und begann sie mit seinen sanften Berührungen zu liebkosen. Er hielt inne, und betrachtete sie einen Moment voller Begierde, bevor er sanfte Küsse über ihren Oberkörper verteilte. Zwischendurch wisperte er ein leises „Du bist so wunderschön.“ und „Du machst mich ganz wahnsinnig“ in ihre Richtung. Anna hob den Kopf und lächelte ihn mit verführerischen Augen an, ließ ihren Blick über ihn gleiten und erwiderte sein Kompliment. „Und ich bin es schon, mein Lieber. Ich habe seit Leipzig so oft daran gedacht, wie es war dich zu sehen und zu spüren, bis ich in Stockholm erneut das Glück hatte, nur um dann wieder zu leiden. Ich kam mir schon vor wie eine Süchtige auf Entzug.“ Tom konnte sich ein stolzes Grinsen nicht verkneifen, aber er bestätigte ihre Worte. „Meinst du mir ging es anders? Ich habe mich bestimmt tausend Mal gefragt, ob diese Qualen die ‘Süßen Leiden’ der Liebe sein sollen. Und spätestens nach deinem Überfall, als du mir Carla nach Hause gebracht hast“ er verzog kurz das Gesicht bei dem Gedanken an sie. „… wusste ich, dass ich diese Nacht und dich niemals ganz aus meinen Gedanken vertreiben könnte.“ Er gab ihr einen sanften Kuss und bedachte sie mit einem verschmitzten Blick bevor er seine Finger wieder ihre Bahnen über Annas Körper ziehen ließ. „Du weißt gar nicht wie heiß du mich mit deinem Kuss gemacht hast…“ Anna nickte lächelnd und seufzte unter Toms Liebkosungen. Ihre Worte waren durch die körperliche Ablenkung etwas abgehackt. „Ich habe eine grobe Vorstellung, … mir ging es nicht besser. …Ich wäre so gerne geblieben, … aber unter den Umständen…“ Tom unterbrach seine Verführung und betrachtete sie mit entschuldigendem Blick. „Anna, es tut mir so leid…“ Anna legte ihre Finger auf seinen Mund und wisperte. „Weißt du was? Das kannst du jetzt alles wieder gut machen.“ Sie fasste ihn im Nacken und zog ihn zu sich. Ihre Lippen fanden sich und die Gefühle, die sich während des kurzen Gesprächs vielleicht geringfügig abgekühlt hatten, kochten erneut am Siedepunkt. Tom sah das Glühen in Annas Blick und es trieb seine Erregung in empfindliche Höhen. Er liebkoste Annas Brustwarzen und ziepte und saugte letztlich daran, während seine Hand tiefer glitt um auch Anna an die Grenze des Erträglichen zu bringen. Anna stöhnte und begann sich ihm entgegenzustrecken. Sie drehte sich auf die Seite um auch ihre Hand über seinen Körper wandern zu lassen und letztlich seine Begierde zu streicheln und massieren. Lange dauerte es nicht, bis sie gleichsam von der Befürchtung ergriffen wurden, den Höhepunkt ihres Beisammenseins nicht gemeinsam zu erleben und so krallte Anna schließlich ihre Hände in Toms Haare um ihn auf sich zu dirigieren. Nach kurzem Widerstand konnte er der Verlockung nicht widerstehen und Anna stöhnte laut auf, als sie sein Gewicht auf sich spürte und Tom langsam begann seine Hüften auf ihren zu Bewegen. Anna spreizte einladend die Beine und nur einen Moment später spürte sie, wie Tom sanft und langsam in sie eindrang. Tom stöhnte nun ebenfalls und nach einem kurzen Moment des Innehaltens begann er ein verführerisches Spiel. Er stützte sich auf seine Arme, beobachtete voller Verzückung Annas Mienenspiel und ließ es aussehen, als wollte er sich ihr entziehen. Er wartete darauf, dass Anna ihm ihre Lenden entgegenstreckte um ihn nicht zu verlieren und dann vereinigten sie sich wieder in tiefer Verbindung, nur um diese zuckersüße Qual zu wiederholen. Anna blickte an sich hinab. Sein Spiel ermöglichte ihr einen Anblick, der sie zusätzlich erschaudern ließ. In ihren Augen paarte sich Verzückung und Qual zugleich, aber nach einiger Zeit hielt sie es kaum noch aus und ergriff die Initiative. Sie ließ ihre Hände, die eine unentwegte Reise über Toms Brust verfolgt hatten, über seinen Rücken zu seinem Hintern gleiten und verhinderte letztlich, dass er sich erneut zurückziehen konnte. Sie drückte ihn fest an sich und gemeinsam verfielen sie in einen intensiven Rhythmus, der nach anfänglichem Zögern schnell stürmische Züge annahm. War es vorher die Langsamkeit gewesen, die eine fast unerträgliche Anspannung aufgebaut hatte, war es jetzt die gemeinsam entfachte Energie, die sie auf die Entladung zusteuerte. Tom ließ seinen Oberkörper wieder auf Annas zurücksinken und legte seine Lippen begierig auf ihre. Sie sahen sich mit glasigem und verlangendem Blick an, während ihr keuchender Atem auf die Haut des anderen traf. Ihre Zungen fanden sich und vereinten sich in einem leidenschaftlichen Treiben bis Tom und Anna gleichsam spürten, wie sich ihre Muskeln zusammenzogen, um sich einen Moment später stoßweise von der Spannung zu befreien. Annas Lippen entwich ein leiser Schrei, während Toms Kehle ein deutliches Stöhnen entglitt. Sie waren abgehoben von Zeit und Raum und nur noch ihre Verbindung und das gemeinsame Erleben hatte Bedeutung.
Nach einigen Momenten des Einhalten und Genießens, bewegten sich die beiden Liebenden langsam und ganz sanft weiter, um noch möglichst lang und intensiv in dem Gefühl dieser Vereinigung zu schwelgen zu können, bis sie schließlich fest umschlungen die Ruhe genossen. Tom hob langsam seinen Kopf, den er in Annas Schulterbeuge gelegt hatte um zu Atem zu kommen und schaute sie verliebt an, als er Tränen in ihren Augen erkannte. Er riss die Augen auf un verharrte erschrocken. Aber bevor er etwas sagen konnte, lächelte Anna ihn zaghaft an. „Ich bin so glücklich“ Tom drückte ihr erleichtert einen sanften Kuss auf die Lippen und sah ihr beseelt in die Augen. „Ich liebe dich!“, war seine Antwort, deren Wahrheit aus der Tiefe seines Herzens kam. Er küsste Anna sanft eine Träne weg, bevor er wieder in ihre strahlenden Augen sah, die fast mehr sagten, als ihre Worte die es bestätigten. „Ich liebe dich auch.“

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Di Jan 22 2013, 08:22

Ohhh, was für ein schöner Teil. Da haben sich die beiden nach langem Hin und Her endlich gefunden. Einfach traumhaft, meine liebe Katha ...

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Di Jan 22 2013, 20:41

Ja, meine liebe Mini,
es muss eben auch mal die Sonnenseite im Leben geben. Geht ja noch weiter, wenn ich dann den nächsten Teil überarbeitet habe. Very Happy

Liebe Grüße
Katha

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Do Jan 24 2013, 02:20

WUUUUUAAAAAAHHHH Very Happy

Kati der alte neu überarbeitete Teil ist soooo meeeega toooooll!!! Embarassed Very Happy
Da ich ja den "alten" Teil sowieso fast auswenig kann ( Embarassed ) habe ich sofort gemerkt was du neu hinzugefügt/überarbeitet hast oder nicht und ich finde jetzt ist der Teil einfach PERFEKT!!! Very Happy

Freue mich schon wenn es weiter geht! Wink

GLG
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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Di Jan 29 2013, 21:33

Ach mein Schmetterling,
da habe ich dir auf diesen wunderbaren Kommi noch gar nicht geantwortet. Asche auf mein Haupt. Evil or Very Mad
Ich danke dir von Herzen für die lieben Worte. Embarassed I love you

Und ja, auch den letzten Teil dieser Story will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Den werde ich auch nicht auseinander nehmen, das sei schonmal gesagt.

LG,
Katha

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Mi Jan 30 2013, 08:37

Uhiiiii ... das wird bestimmt ein laaaanger Teil (nicht, dass deine anderen Teile kurz wären ) ... ich freu mich ...

LG, Mini

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Do Jan 31 2013, 14:46

Oh, sorry, ich befürchte, dass schaffe ich frühestens morgen. Langer Teil, viel zu überlesen, und vielleicht noch zu verändern.
Ich beeil mich, versprochen.

LG, Katha

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BeitragThema: "63"    Sa Feb 02 2013, 00:03

So, und da kommt der Abschluss dieser, meiner ersten FF, die ich jemals geschrieben habe.
(Ok, stimmt nicht ganz. Das hier war eine leicht veränderte, weil überarbeitete Version, meiner ersten FF)
Dieser Teil, ist mal wirklich lang, und ich hoffe er gefällt
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Etwa zwei Stunden später waren Anna und Tom doch noch in der verschwiegenen Bucht angekommen, die sie schon länger aufgesucht haben wollten. Sie fanden zwar auch die Idee, einfach im Bett liegen zu bleiben sehr verlockend, hatten sich dann aber doch aufgerafft, um die Gelegenheit Strand, Sonne und Meer zu genießen, nicht einfach verstreichen zu lassen. Schließlich mussten sie schon bald ins graue Berlin zurück kehren.
Tom hatte nicht zuviel versprochen, scheinbar war die Bucht wirklich ein Geheimtip. Denn sie waren tatsächlich mutterseelenallein auf diesem weißen Traumstrand, der auf der einen Seite von den steil bergauf führenden Bergen und auf der anderen Seite von der rauschenden See eingerahmt wurde.
Jetzt lagen sie auf einer Decke, und dösten, nachdem sie sich mit allerlei Köstlichkeiten verwöhnt hatten, entspannt vor sich hin. Anna hatte ihren Kopf an Toms Brust gelehnt, der hinter ihr lag, und sah aufs Meer hinaus. Sie aß genüsslich noch ein paar Oliven und reckte ihr Gesicht der Sonne entgegen. Nach dieser Zeit, in der sich die verschiedensten Gefühle, einem Karussell gleich, immer wieder im Kreis gedreht und sie gepeinigt hatten, genoss sie die unglaubliche Ruhe und das nicht zu steigernde Wohlgefühl, endlich glücklich zu sein. Sie seufzte leise, während sie die Wärme genoss und die Wellen beobachtete, die einen stetig gleichbleibenden Rhythmus sangen. Da fiel ihr auf, dass sich Tom schon lange nicht mehr geregt hatte. Sie schaute sich um und sah, dass ihr Liebster eingeschlafen war. Ein Lächeln zuckte um ihren Mund, als sie sich aufrichtete und ihre Beine umschlang.

Anna betrachtete das azurblaue Wasser, dass nur durch die kleinen weißen Schaumkronen auf den Wellenkämmen durchbrochen wurde. Den Punkt, an dem das Meer an den Himmel grenzte, konnte sie in der scheinbaren Unendlichkeit nur erahnen. Sie lächelte, als sie daran dachte, dass Fanni wohl irgendwo in diesen Weiten weilte, und auch Jonas von oben auf sie herab schaute, und beide vermutlich gleichsam zufrieden vor sich hin grinsten. Sie haben beide recht behalten. Er macht mich glücklich, so wie Jonas es vorher gesagt hat. Und ohne Fanni´s Aufforderung hätten wir es vermutlich immernoch nicht geschafft, ich musste ihm nur eine Chance geben, wie sie es gesagt hat. Ohne sie hätte ich die letzten Stunden nicht erlebt, und das waren definitiv die schönsten seit sehr sehr langer Zeit. Sie drehte sich um und bedachte Tom mit einem liebevollen Blick. Er lag dort, mittlerweile lang ausgestreckt und völlig entspannt. Scheinbar hatten die letzten Tage ihren Tribut gefordert, und ihn in das Land der Träume entführt. Sie ließ ihren Blick über seine stattliche Figur streichen, und konnte dem Drang ihn zu berühren einfach nicht widerstehen, und so strich sie ihm vorsichtig eine Strähne aus dem Gesicht und zeichnete dann mit ihren Fingerkuppen die Konturen seines muskulösen Oberkörpers nach, der sie immer wieder aufs Neue faszinierte. Sie fühlte sich so glücklich, so vollkommen.
„Hmmmm“ drang da ein wohliges Brummen an ihr Ohr. „Ich glaube ich bin im Paradies.“ Anna riss erschrocken die Augen auf. „Hey“ echauffierte sie sich, und gab dem Faulenzer neben sich, einen liebevollen Hieb in die Seite. Dieser öffnete die Augen, in denen der Schalk nicht zu übersehen war, packte sie und zog sie schnell auf sich. Anna quiekte kurz, ließ es aber gerne mit sich geschehen. „So so, das ist also deine Vorstellung vom Paradies. Eine schöne Frau, die dich verwöhnt, während du vor dich hindöst.“ Sie schaute ihn mit belustigt skeptischem Blick an, und Tom zog sie zu sich und gab ihr einen verführerischen Kuss. „Wenn du die Frau bist, die mich verwöhnt... Dann kann ich mir tatsächlich nichts Schöneres vorstellen“ Erneut nahm er sie mit einem einehmenden Kuss gefangen, der ihnen beiden ein aufregendes Kribbeln durch den Körper schickte. Nach einer gefühlten Ewigkeit löste Anna ihre Lippen von seinen, verschränkte ihre Hände auf seiner Brust und legte den Kopf darauf ab. Ist das hier wirklich wahr? Was ist wohl passiert, dass er sich für mich entschieden hat? schoss es ihr durch den Kopf, als sie jedes Detail von Toms Gesicht liebevoll betrachtete. Schließlich richtete sie ihre Aufmerksamkeit in seine blaugrauen Augen, die eine Ruhe ausstrahlten, die sie noch nie in ihnen gesehen hatte. Beseelt flüsterte sie „Ich kann es immer noch nicht ganz glauben, dass wir hier sind, … zusammen.“ Tom lächelte verstehend, denn ihm ging es ähnlich. Es war genauso wie er gerade gesagt hatte. Es war wie im Paradies, nur das dieses real war.
Nach einem erneuten Kuss richtete sich Anna auf und setzte sich neben ihn. „Magst du mir vielleicht erzählen was passiert ist?“ Tom drehte sich zu ihr und nahm ihre Hand. „Du meinst, was passiert ist, dass wir tatsächlich hier sind?“ Anna nickte und ergänzte lächelnd „Heute Morgen bin ich noch davon ausgegangen, dass ich es irgendwie schaffen muss ohne dich zu leben, und jetzt…?“ Tom schaute gedankenverloren aufs Meer. „Welche Version willst du hören, die kurze oder die ausführliche? Aber für die brauchst du viiiel Zeit.“ Er lächelte etwas verlegen. „Wie wäre es mit einem Zwischending. Ich habe zwar viel Zeit, aber vielleicht fällt uns ja noch was anderes ein, wie wir die füllen können.“ Sie legte den Kopf schief, und schaute verführerisch unter ihren halb geschlossenen Augenliedern hervor. Tom zog die Augenbrauen in die Höhe, während sein verschmitztes Lächeln signalisierte, dass er ihren Wink verstanden hatte. „Okay, das ist ein gutes Argument. Aber wenn du die ganze Geschichte hören willst ... " Tom setzte sich auf und sortierte noch einen Moment seine Gedanken.
Schließlich räusperte er sich, und begann noch etwas stockend zu reden. „Eigentlich habe ich nach unserer ersten Begegnung schon gespürt, dass da was passiert war. ... Du hast mich mit Themen meines Lebens konfrontiert, die ich jahrelang ausgesperrt hatte. Aber obwohl es sich gut angefühlt hatte darüber zu reden und ich mich, das erste Mal überhaupt, verstanden gefühlt habe, machte es mir wahnsinnige Angst und ich beschloss diese Begegnung und dich nicht an mich heran zu lassen. Deshalb bin ich auch am folgenden Tag nicht aufs Dach gekommen.“ Tom schenkte Anna einen kurzen entschuldigenden Blick, bevor er wieder auf den Horizont schaute. „Aber das hat nicht wirklich funktioniert, wie du weißt. …Du tauchtest in meinem Leben auf, und trotz meinem ständigen Bemühen, dich von mir fern zu halten, konnte ich es nicht. Ich wollte in deiner Nähe sein. Ich bin fast wahnsinnig geworden, als ich die Gelegenheit, mit dir nach China zu reisen, abgelehnt hatte.“ Er schmunzelte über sich selbst. „ … Und in Leipzig konnte ich dir einfach nicht mehr widerstehen. Die Nacht mit dir ... ." Er schüttelte den Kopf, und schloss kurz die Augen. "Es hat mich umgehauen, ich habe mich so lebendig gefühlt, das Zusammensein mit dir so genossen, und es wurde mir klar welchen Stellenwert du bereits in meinem Leben eingenommen hattest. Die Nacht hat mich völlig aus der Bahn geworfen." Tom wendete sich Anna zu, und er versank in ihren Augen. "Ich habe wirklich mit mir gekämpft, ... auch noch, nachdem ich dich so unschön abserviert hatte, aber letztlich hat die Angst und das schlechte Gewissen gegenüber Fanni gesiegt, und mich zurück in Carlas Arme getrieben,“ versuchte er sein Handeln, das Anna so sehr verletzt hatte, zu rechtfertigen, oder zumindest zu begründen. Seine Augenbrauen zuckten nach oben und seiner Stimme war eine Ironie zu entnehmen, die andeutete, dass er seine Taten selbst nicht mehr nachvollziehen konnte. Anna beobachtete ihn gebannt, und sie konnte sich ein befreiendes Lächeln nicht verkneifen, als sie seine Stimmung vernahm. Tom fuhr fort „Carla…, ich habe sie nie geliebt, aber sie war in den letzten Jahren ein fester Bestandteil in meinem Leben. Mit ihr an meiner Seite hatte ich Ablenkung, ein wenig Spaß, und vor allem stellte man mir keine Fragen nach meinem Privatleben. Ich habe sie all die Jahre nicht wirklich an mich heran gelassen, immer betont, dass wir nur Spaß zusammen haben,…“
„Und dann hast du ihr einen Antrag gemacht?“ Tom zuckte zusammen, bei diesen wahren und aus heutiger Sicht für ihn so unvorstellbaren Worten aus Annas Mund. Er dachte an den entscheidenden Abend zurück. Sein Vater hatte eine Entscheidung von ihm gefordert, und als er nach Hause gekommen war, hatte er erstaunt gesehen, dass Carla alles für einen Heiratsantrag vorbereitet hatte. Er hatte mit sich gerungen, aber letztlich hatte er ihr den Seitensprung mit Anna gestanden und war bei ihr geblieben, mit allen Konsequenzen. Es schien ihm die beste Lösung zu sein, um Anna, die ihm einfach zu nah kam, auf Abstand zu halten, oder ganz aus seinem Leben zu verbannen.
Tom schüttelte erneut den Kopf. „Mit dieser schwachsinnigen Entscheidung habe ich alle Beteiligten verletzt.“ Er wendete sich Anna wieder ganz zu und sah ihr tief in die Augen. „Es tut mir so leid, … aber ich dachte, das wäre der einzige Weg, mich gegen diese beängstigenden Gefühle zu wehren, und mich und Fanni zu schützen. Ich hatte so ein schlechtes Gewissen, und vor allem nicht den nötigen Mut …“ Anna nickte ihm verzeihend zu. Er schaute wieder weg, weil es ihn beschämte, dass er die ganze Zeit so feige gewesen war. „Und dann hast du meinen Plan, dich aus meinem Leben zu vertreiben, einfach ignoriert und mir mitgeteilt, dass du Lanford nicht verlassen wirst.“ Toms Gesicht verzog sich gequält. „Diese Gespräche mit dir in meinem Büro und auf dem Dach, haben mich so berührt, dass jegliche Sicherheit, die ich durch die Verlobung gesucht hatte, wieder dahin war, und ich zweifelte wieder an mir und dem eingeschlagenen Weg.
Aber nachdem du dann nachts Carla bei mir abgeladen hast, … und dieser Kuss … da hattest du mich endgültig überzeugt.“ Er lächelte schwach. „ Zumindest war mir plötzlich klar, dass ich nicht mehr in mein altes Leben zurück konnte. Ich konnte mich einfach nicht mehr neben Carla ins Bett legen und sie in den Arm nehmen.“ Anna griemelte schelmisch, „Wofür Alkohol doch gut sein kann!“ Tom grinste und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen.
„Und dann bist du hier her geflogen?“ fragte Anna gespannt weiter. Tom schaute wieder in die Ferne, während seine Hände begannen den Sand durch seine Finger rinnen zu lassen. „Ja, … ich musste mich endlich meiner Vergangenheit stellen, und wo hätte ich das besser tun können als hier, an dem Ort meiner letzten gemeinsamen Tage mit Fanni… und des Unfalls.“ Tom schwieg, er war in Gedanken wieder bei diesen intensiven Tagen, an denen er sich von Fanni verabschiedet hatte. „Es war die Hölle…, aber ich dachte, wenn du es schaffst so mutig zu sein, dann würde ich es wohl auch können. Du warst mein großes Vorbild.“ Anna war gerührt von seinen Worten und auch ein wenig stolz, dass sie mit ihrer Entscheidung, nicht den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen, nicht nur sich selbst, sondern auch Tom geholfen hatte. „… und letztlich habe ich es nach einem kurzen Moment, in dem ich jeglichen Mut verloren hatte und unendlich vielen Tränen, die nach vier Jahren das erste Mal flossen wie ein Wasserfall, geschafft. Ich habe mich mit der Vergangenheit und mit Fanni ausgesöhnt. … Als ich zurück flog wusste ich wieder was wirklich zählt, ich wollte mein Leben in die Hand nehmen. Die Beziehung mit Carla beenden und endlich ehrlich zu dir sein, denn blitzartig war es mir klar.“ Seine Hände fanden endlich wieder Ruhe, während er Anna tief in die Augen schaute. „Ich liebe dich, und das seit dem ich dich das erste Mal gesehen habe.“ Ihr Puls begann zu rasen und ihr Herz drohte zu platzen vor Glück. Ob mein Herz das wohl auf Dauer aushält?, fragte sie sich, als sie an Tom heranrückte und beide in einen zärtlichen Kuss verfielen.
Als sie sich von einander lösten lächelte Tom erneut gequält. „Aber dann ging wieder alles schief. Ich traf dich im Aufzug und es war als würde man mir den Boden unter den Füßen wegreißen.“ „Na, das war ja wohl eher mein Part.“ fiel Anna lachend ein, bevor sie ihn ernst ansah. „Ich hatte solche Angst als du weg warst … Ich dachte ernsthaft, dass ich dich nie wieder sehen würde.“ Sie wendete den Blick ab „Ich weiß nicht, was ich dann getan hätte ..." Tränen standen ihr in den Augen, als sie auf das Meer hinaus sah, wo sich die Sonne langsam dem Horizont näherte. Tom drückte ihr dankbar die Hand. „Ich hätte wohl mit dir reden sollen, aber es ging alles so schnell … und ich wollte es doch dieses Mal richtig machen und mit Carla gesprochen haben, bevor ich dir meine Liebe gestehe. ... Erst nachdem ich dieses Gespräch mit Carla hinter mir hatte, habe ich erfahren, dass du auf dem Weg nach Stockholm warst. Ich wusste doch nichts davon. Sofort bin ich zum Flughafen gerast, … aber da habe ich dich nur noch die Schleuse betreten sehen. Und wieder war ich am Boden zerstört. … " Tom schüttelte ungläubig den Kopf. "Das war echt wie ne Achterbahn in den ganzen Tagen. Zwischendurch war ich so überzeugt, dass alles gut werden würde und dann war ich wieder völlig ohne Hoffnung.“ Anna konnte ihn so gut verstehen, schließlich war es ihr nicht anders gegangen. "Und dann bist du nach Stockholm gekommen ...," führte sie ihn weiter. "Ja," Tom nickte. „Enrique hat mir den Kopf gewaschen und mich gefragt, warum ich nicht lange im Flieger säße, du wärst doch schließlich nicht aus der Welt, und als ich am nächsten Tag Bruno davon unterrichten wollte dass er erneut auf mich verzichten müsste, hat der mir den Auftrag erteilt zu Peer zu fliegen.“ Anna schüttelte den Kopf und antwortete nach einer kurzen Weile mit hochgezogenen Augen „Ich bin davon überzeugt, dass dein Vater dich nicht nur aus geschäftlichen Gründen geschickt hat. Er hat ein beängstigendes Gespür für seine Mitmenschen.“ Tom nickte erneut. „Ja das kann gut sein. Ich habe manchmal das Gefühl er liest in mir wie in einem Buch. Das ist wirklich lästig, sag ich dir. … Na ja, auf jeden Fall habe ich dich nicht angetroffen und habe letztlich den Flieger Flieger sein lassen. … Ich konnte einfach nicht fliegen, mich unverrichteter Dinge von dir entfernen. Ich wollte unbedingt mit dir reden, … aber als sich die Gelegenheit endlich bot, hast du mir eine ziemlich deutliche Abfuhr erteilt, meine Liebe. Da hatte ich wieder einmal richtige Angst, dass der ganze Kampf umsonst war, und ich dich schon lange vertrieben hatte.“ Toms Augen waren unendlich traurig und Anna musste schlucken, denn sie wusste, dass sie nicht unschuldig war an dieser schweren Zeit, auch wenn sie nur versucht hatte für sich selbst zu kämpfen. Sie traute sich nicht etwas zu sagen, drückte nur erneut seine Hände und blickte entschuldigend zu ihm auf. „Und dann lagst du plötzlich in meinem Arm und… es war so unbeschreiblich dich zu spüren. Ich war sicher, dass jetzt alles gut würde, … bis mir Paloma mitteilte, dass du noch nicht wüsstest ob du her kommen würdest. Ich habe die Welt nicht mehr verstanden. Ich versteh es eigentlich immer noch nicht. Ich hatte dir doch die Schachtel und die Karte dagelassen? Und sie extra so platziert, dass du sie gar nicht übersehen konntest“ Toms Worten war deutliche Ratlosigkeit zu entnehmen, und Anna sah ihn erstaunt an. „Was für eine Karte? Ich habe nur diese Schachtel gefunden. An dem Stuhl habe ich mir übrigens erst mal fast den Zeh gebrochen als ich aufgestanden bin.“ Sie sah ihn streng an, aber sein Blick war nachdenklich. „Vielleicht ist sie dabei runter gefallen. Ich habe eine Karte vor die Schachtel gestellt, darauf stand, dass ich dir hier auf Sardinien gerne etwas zeigen würde, und dass ich dich liebe. Na ja, so in etwa. … Und zusammen mit dem Lied, dachte ich, wäre alles klar.“ Anna staunte nicht schlecht. „Und ich habe nur dieses Lied gehört und scheinbar die falschen Schlüsse gezogen, denn meinen Interpretation war, dass du dich dafür entschuldigen willst, dass du nicht zu uns stehen kannst.“ Anna und Tom sahen sich tief in die Augen und beide waren den Tränen nah, bei den Gedanken an dieses erneute Missverständnis, dass ihnen fast die Zukunft genommen hätte. „Oh Mann, wir haben es uns wirklich nicht leicht gemacht, oder?“ flüsterte Anna mit gebrochener Stimme. Tom schüttelte den Kopf und zog sie zu sich um sie fest in den Arm zu schließen. „In Zukunft sollten wir wohl mehr reden als interpretieren. Anna vergrub ihr Gesicht an seinem Hals, schloss die Augen und nickte. „Das sollten wir.“ Toms Geruch stieg ihr in die Nase und die Berührung seiner glatten Haut ließ ihre Hormone erwachen. Sie küsste seinen Hals und streichelte über seine muskulösen Schultern. Langsam bahnten sich ihre Lippen den Weg zu seinen Ohren, an denen sie zärtlich knabberte, bevor sie weiter bis zu seinen Lippen zog und letztlich mit der Zunge sanft darüber strich. Tom war wie gefesselt von den Liebkosungen und er ließ ebenfalls seine Hände über ihre zarte Haut streichen. Seine Lippen öffneten sich und ihre Zunge drang tief hinein. Er seufzte und umfasste ihren Nacken während sich der Kuss vertiefte. In Tom und Anna erwachte erneut die Begierde und so entwickelte sich ein zärtliches Liebesspiel, das sie zum zweiten Mal an diesem Tag ins Paradies beförderte.

Als der Himmel die schönsten Farben malte, da die Sonne langsam in das Meer versank, und die Bucht in ein romantisches Licht getaucht wurde, lehnte Anna, in Toms Arme gehüllt, an seiner Brust und sie schauten völlig gelöst auf dieses wahnsinnige Naturerlebnis.
„Habe ich dir damals eigentlich von dem Inhalt meines Traums erzählt?“ fragte Anna leise. Tom schüttelte den Kopf und zog sie näher zu sich. „Ich befand mich in einem Irrgarten.“ begann sie zu erzählen. „Ich stand auf einer großen Wegkreuzung und hatte keine Ahnung wo ich hin sollte. Ich bin gelaufen und gelaufen und immer wieder stand ich in irgendwelchen Sackgassen, die mir eine öde und trostlose Zukunft versprachen." Es schauderte sie bei der Erinnerung an die Trostlosigkeit, die sie empfunden hatte. "Aber irgendwann fand ich einen Weg, der mit Hindernissen gespickt war, und obwohl kein anderer Weg so schwierig zu gehen war, fühlte es sich richtig an ihm zu folgen. … Und dann sah ich tatsächlich irgendwann das Ziel meiner Bemühungen. Ein strahlender Ausgang, in dem eine Person stand und auf mich wartete, … aber statt entschlossen darauf zuzugehen, bin ich stehen geblieben und habe daran gezweifelt, dass das alles richtig ist. Ich zögerte zu lange und da geschah das Unfassbare. Ich wurde plötzlich zurück katapultiert in die Einöde, zum Start meiner Suche. ... Ich habe es zuerst nicht verstanden und war total wütend. Die Schuld für mein Versagen habe ich bei anderen gesucht, aber nach und nach wurde mir klar, dass es die Konsequenz meines eigenen Handelns war. Ich hätte meinen Weg weiter gehen müssen und nicht zweifeln dürfen. Nur so hätte ich das Ziel erreichen, und den Ausgang aus dieser verworrenen und trostlosen Zeit finden können. ... Als ich diese Botschaft des Traums erkannt hatte, habe ich beschlossen für mein weiteres Leben zu kämpfen, und auch Hindernisse in Kauf zu nehmen, in der Hoffnung irgendwann am Ziel meiner Träume anzukommen. … Aber ich muss gestehen, ich war schon wieder drauf und dran aufzugeben. Als du in Stockholm morgens nicht mehr neben mir lagst, habe ich verzweifelt darüber nachgedacht, ob ich es tatsächlich aushalten würde in deiner Nähe zu bleiben. Ich war kurz davor dir und Lanford den Rücken zu kehren.
Aber in der nächsten Nacht hatte ich erneut einen Traum. Ich war wieder in diesem Irrgarten und dieses Mal war es scheinbar Fanni, die mir den richtigen Weg wies, und mir klar machte, dass es an mir liegt, wie meine Zukunft aussehen würde. An das alles konnte ich mich aber erst hier am Strand wieder erinnern.
Ich bin am nächsten Morgen mit dem festen Vorsatz nach Berlin zu fliegen zum Flughafen gefahren. ... Und dann, keine Ahnung wo es her kam, wusste ich plötzlich, dass ich hier nach Sardinien kommen muss und ich bin um mein Leben gerannt, um das Flugzeug noch zu erreichen. Es war ein seltsames Gefühl. ... Und als ich nach deinem Abgang heute Mittag dort am Strand saß, geisterten mir Fannis Worte plötzlich im Kopf herum, die mich letztlich zu dir getrieben haben. Sonst wäre ich vermutlich wieder einmal davon gelaufen.“ Annas Stimme war immer leiser geworden. Tom drückte sie in seinen Armen und küsste sie sanft auf ihre nackte Schulter.
Nach einigen Minuten, in denen Beide über die letzten Tage sinnierten, fragte Tom zögerlich an ihrem Ohr „Und? wo stehst du jetzt? Bist du immer noch im Irrgarten?“ Anna schüttelte den Kopf. „Ich habe den richtigen Weg gefunden. Ich glaube, … nein ich weiß, dass ich am Ziel angelangt bin und den Ausgang gefunden habe. Du hattest damals auf dem Dach recht. Es war das Schicksal, das uns zusammen geführt hat. … Dies hier,“ und dabei kuschelte sie sich noch fester an Toms Brust und drückte seine Arme an sich, „…ist die Befreiung aus der Trostlosigkeit, ein Neubeginn, oder wie hast du damals gesagt? Eine zweite Chance, …“ Sie drehte sich um, und sah ihrer neu gefundenen Liebe in die Augen „…und ich hoffe, dass du immer an meiner Seite sein wirst.“ Tom versank in ihren Augen, die ihn hoffnungsvoll anstrahlten. Aus tiefstem Herzen antwortete er ihr. „Ich freue mich auf unser neues Leben und ich verspreche dir, dich nie wieder loszulassen!“ Dann zog er sie zärtlich zu sich heran, und sie besiegelten ihr Versprechen, die Zukunft gemeinsam zu bestreiten, mit einem atemraubenden Kuss.

Ende

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Mo Feb 04 2013, 13:00

Buaaahhh ... das ist das Ende ... *schnief* Ist die Geschiche wirklich schon vorbei? Kam mir irgendwie so verdammt kurz vor ... Mhmm ... Aber was für ein wunderschönes Ende ... hach *schmelz*

Bitte stell auch deine zweite Geschichte hier ein, büdde büdde büdde.

Deine Mini, die immer gierig nach neuem Lesestoff ist ...

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Mo Feb 04 2013, 22:40

Und da ist sie wieder, die Rosamunde-Pilcher-Fraktion. Wink Aber stilecht wird es erst, wenn ich die Beiden dann irgendwann mal nach Schweden, ach ne, dass war ja schon wieder jemand anderes. Wo war Rosamunde Pilcher doch gleich beheimatet. Cornwall, oder? also wenn ich sie dann mal dorthin schicke. Laughing
Danke, meine Liebe Mini. Mir gefällt es ja auch sehr, kann ich ja nicht anders sagen. Embarassed

Den zweiten Teil. Da habe ich schon drüber nachgedacht, und einfach mal wieder ein paar Teile gelesen, und ich glaube, ich mach das. Macht mir bestimmt Spaß, mich nochmal damit zu beschäftigen. Rolling Eyes
Ist allerdings etwas komisch, wenn ich die Story hier nochmal beginne, während ich sie im Audl-Forum erst mal zuende schreiben muss. Aber gut, dazwischen liegen ja dann ein paar wenige Teile Cool

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Di Feb 05 2013, 09:22

katha schrieb:


Den zweiten Teil. Da habe ich schon drüber nachgedacht, und einfach mal wieder ein paar Teile gelesen, und ich glaube, ich mach das. Macht mir bestimmt Spaß, mich nochmal damit zu beschäftigen.
Ist allerdings etwas komisch, wenn ich die Story hier nochmal beginne, während ich sie im Audl-Forum erst mal zuende schreiben muss. Aber gut, dazwischen liegen ja dann ein paar wenige Teile

Ach Quatsch ... es hat doch einen Wahnsinns-Vorteil für dich. Während du die Geschichte neu einstellst und dich zwangsläufig damit befasst, fällt es dir bestimmt auch leichter, an der Fortsetzung zu schreiben ...

Rosamunde Pilcher Fraktion??? Also ich möchte doch sehr bitten ...

LG, Mini (die jeden Tag hofft, dass du weiterschreibst)

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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Mi Feb 06 2013, 02:31

Zitat :
Bitte stell auch deine zweite Geschichte hier ein, büdde büdde büdde.

UH, UH, UH, ... eindeutig dafür! *aufmstuhlrumhüpfenundiehandheben* Cool

Wiederrede wird nicht akzeptiert! Sie können sich entweder für eine Fortsetzung entscheiden ... oder aber sie entscheiden sich für eine Fortsetzng! ... andere Möglichkeiten sind leider ausgeschlossen!!! Smile

Ich will meeeeeeeeeeeehr, her damit .... heeeeeeerrr damit!!! (bitte) Rolling Eyes

Knutschi
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BeitragThema: Re: AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"   Mi Feb 06 2013, 14:47

Ja, wird kommen. Versprochen, aber jetzt wollt ihr doch sicherlich erst mal wissen, wie es in der Kurz-FF weitergeht, oder? Auch wenn das Posten hier natürlich schneller geht Wink

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AnTom I "Irrgarten - Start - Ziel - und Neubeginn"
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