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 AudL...Anna und Tom- 50 Jahre später

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Staffi_94

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BeitragThema: AudL...Anna und Tom- 50 Jahre später   Sa Jul 21 2012, 23:38

Hier ist mal wieder eine alte Geschichte. Ich kann mich noch ganz genau an diesen Marathon damals erinnern. Viel Spaß Very Happy

Ich habe mir überlegt: Was passiert wohl, wenn einer der Beiden geht? Wie geht der andere damit um? Wer geht zuerst? Ich hab mich ganz bewusst dazu entschlossen, dass Tom als erstes stirbt und Anna ihre Geschichte erzählt. Was meine restlichen Gedanken waren, könnt ihr im Folgenden lesen. Ich poste heute alles. Also: viel Spaß mit dieser kurzen Story.


Also, wir gehen in die Zukunft:



Anna (80) und Tom (Ϯ82) sind klar


Lukas (50) – ihr ältester Sohn --> Kinder: Julia (26) und Felix(21)


Maria (45) – ihre Tochter --> Kinder: Moritz (18) und Lena (15)


Anton (42) – ihr jüngster Sohn --> Kinder: Lotta (17), Anni (14) und Leo (10)

Anna und Tom- 50 Jahre später

1.


Alle Anwesenden gingen den geschwungenen Weg entlang und hörten wie aus weiter Ferne das Klingen der Kirchglocken. Alle, die sich von Tom Lanford verabschieden wollten, gingen hinter seinem Sarg her…und es waren viele, die ihm die letze Ehre erweisen wollten. Allen voran ging die kleine, alte Frau, die trotz ihres hohen Alters noch immer strahlend blondes Haar und glatte Haut hatte. Ihre schönen Augen, die noch vor einigen Tagen gestrahlt hatten vor Leben und Energie, waren an diesem Tag leer und stumpf, denn sie musste ihn verabschieden. Ihn, die große Liebe ihres Lebens. So viele Jahre hatten sie zusammen gelebt. Und heute war es soweit, er wurde begraben. Ihr Blick fiel auf den Sarg, den ihre Kinder ausgesucht hatten…darin lag er, ohne einen Herzschlag, ohne einen Atemzug…er war tot. Anna schien es so, als sei diese Information erst jetzt in ihrem Kopf angekommen und sie keuchte auf. Haltsuchend klammerte sie sich an ihren Sohn Anton, der sie schützend in seinen Armen hielt und blickte zu ihm auf. „Mama, wir schaffen das“, hauchte er und versuchte trotz seiner Trauer aufbauend zu wirken. Doch Anna schüttelte unmerklich den Kopf. Nein, ich kann nicht ohne euren Vater sein. Sie griff nach der Hand ihrer Tochter, die neben ihr lief und leise schluchzte. Sie war ein typisches Papakind und hatte es immer geschafft, Tom um den kleinen Finger zu wickeln…eine Eigenschaft, die wohl nur Töchtern zugedacht war. Zart drückten die Frauen die Hand der jeweils anderen und unwillkürlich strafften sie die Schultern, als sie an dem Loch, in dem Tom beerdigt werden sollte, ankamen. Es ist so weit, ging es Anna durch den Kopf und sie schloss die Augen…dachte an die schönsten Momente ihres gemeinsamen Lebens zurück, bis plötzlich der Pfarrer sprach und ihre Aufmerksamkeit erhaschte. Abschied…leben…ohne dich. Das geht nicht. Zu lange hatte sie ihn als Mittelpunkt ihres Lebens gehabt, als das sie ohne ihn hätte leben können.

***************************

Die ganze Familie Lanford saß in der Villa auf der kleinen Insel, die Anna und Tom einst von seinem Vater Bruno geerbt hatten und seitdem darin lebten. Es war der Dreh- und Angelpunkt der ganzen Familie. So oft hatten sie sich spontan versammelt und Anna hatte irgendwas zusammenkochen müssen, um alle versorgen zu können. Doch es waren immer wunderschöne Abende gewesen, die sie mit Tom ausklingen lassen ließ. Tom. Egal, woran sie dachte, immer wieder war er es, der sich am Ende in ihren Kopf drängte. Kurz vor dem Einschlafen hatten sie jeden Abend zusammen im Bett gesessen und sich unterhalten, sich ausgesprochen, über den nächsten Tag geredet. Er war ihr wichtigster Vertrauter gewesen, dem sie alles hatte sagen können. Und bis vor fünf Tagen war das auch noch möglich gewesen. Sie hatten sich darüber unterhalten, wie er sich seinen Geburtstag vorstellte, der einen Monat später gefeiert werden sollte. Er hatte gescherzt, dass ein alter Mann nicht mehr so viel feiern sollte, geschweige denn trinken, denn das liebe Herz wurde ja auch nicht jünger. Sie hatten sich geneckt, herumgealbert und abschließend abgemacht, dass sie einfach nur ganz schick essen gehen wollten…und dann war er eingeschlafen. Am nächsten Morgen, Anna hatte sich schon gewundert, dass er nicht aufstand, weil sonst immer er es gewesen war, der sie geweckt hatte, hatte sie versucht, ihn wach zu bekommen. Doch er hatte keine Reaktion gezeigt. Voller Panik hatte sie schnell bei ihrem Sohn Lukas angerufen, der nicht weit entfernt wohnte und Arzt war.
Dieser hatte schnell den Notarzt verständigt und war zu seinen Eltern geeilt…doch es war schon zu spät gewesen…das Herz von Tom Lanford schlug nichtmehr, er war tot. Einfach tot. Lukas, der wegen seines Berufes schon sehr viel Erfahrung mit der Übermittlung solcher Nachrichten hatte, hatte ganz sachlich versucht, seine Mutter dieses Unglück mitzuteilen…er hatte einfach seine Gefühle abgeschaltet, eine Eigenschaft, die er von seinem Vater geerbt hatte. Doch seine Mutter schien es schon gewusst, gespürt zu haben. Ihre Seele war auseinander gerissen worden…denn Tom lebte nichtmehr.

Die Nachricht von Tom Lanfords Tod hatte sich schnell verbreitet und alle ihre Kinder und Enkelkinder waren zu Anna geeilt und hatten versucht, auf sie zuzugehen. Doch sie hatte sich die ganzen Tage ein geigelt. Jede Frage, die mit der Beerdigung zu tun hatte, hatte sie abgeschmettert und ihren Kindern die volle Verantwortung für den letzten Weg ihres Mannes übertragen…sie konnte es einfach nicht und ihre Kinder wussten am besten, was das Richtige für ihren Vater war. Einen Tag vor der Beerdigung hatte Anna ihre Tochter Maria darum gebeten, ihr bei der Kleiderfrage zu helfen, denn sie war in die Fußstapfen ihrer Mutter getreten und leitete mit ihrem Bruder Anton zusammen die Firma LANFORD, die dank Tom noch immer bestand und zu dem größten Modehaus der Welt aufgestiegen war. Lange hatten die beiden Frauen vor dem Schrank gestanden und gesucht, bis sie das Passende gefunden hatten. Anna hatte sich kurz bei Maria entschuldigt, sie in den Arm genommen und sich bedankt. Doch gleich danach hatte sie ihre Zimmertür wieder abgeschlossen…sich für den Tag bereit gemacht.

**********************

Sie saßen zusammen und tranken Kaffee. Diesen obligatorischen Leichenschmaus mit allen Gästen hatten sie nicht gemacht und Anna war darüber sehr dankbar. Sie wollte nicht, dass sich die Menschen auf Kosten von Toms Tod die Mägen vollschlugen. Lieber saß sie mit allen zusammen, auch wenn jeder einen Kloß im Hals hatte und unendliche Trauer aus allen Augen sprach. Anna, die am Kopfende des Tisches saß, hatte plötzlich das Gefühl, dass sie aufstehen musste, um über ihren Mann zu reden. Tief atmete sich durch und begann mit klarer Stimme zu reden.
„Meine lieben Kinder. Wir haben heute unseren Vater beerdigt. Ich weiß, wie schwer es euch gefallen ist, wie sehr ihr trauert und wie dankbar ich euch sein muss, dass ihr das alles in den letzten Tagen überstanden habt, ohne meine Hilfe“ Bei jedem ihrer Worte versagte ihre Stimme ein bisschen mehr und sie spürte voller Dankbarkeit die Hand ihres Sohnes Anton, der seinem Vater wie aus dem Gesicht geschnitten war. „Ihr wisst, wie sehr ich ihn geliebt habe. Wie sehr wir uns geliebt haben. Und darum möchte ich euch etwas erzählen“ Diese Entscheidung, ihren Kindern ihre Liebesgeschichte mit auf den Weg zu geben, war am vorherigen Abend gefallen. Was danach passierte, wusste Anna nicht, doch sie wollte es einfach erzählen…denn keiner von ihnen wusste, wie tief die Liebe gewesen war, die sie und Tom verbunden hatte.
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Staffi_94

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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom- 50 Jahre später   Sa Jul 21 2012, 23:47

2.

Anna hatte alle gebeten, sich in das große Wohnzimmer zu setzen. Sie selbst saß auf dem gemütlichen Ohrensessel, den Tom so sehr geliebt hatte und auf dem nur sie hatte sitzen dürfen, wenn er nicht da gewesen war. Sie sah zu allen und musste leicht lächeln, als sie die Neugier in allen Augenpaaren sah, die auf sie gerichtet waren. „Ich möchte euch unsere Geschichte erzählen, bis zu unserer Hochzeit. Denn da haben wir sehr viel erlebt, dass kann ich euch sagen“, prophezeite sie und zog ihren jüngsten Enkel Leo auf ihren Schoss, der sich gleich an sie schmiegte. „Vor eurem Papa und Opa war ich schon einmal verheiratet gewesen…Jonas Broda hieß der Mann“, begann sie zu erzählen und schloss lächelnd die Augen, um kurz sein damals so geliebtes Gesicht vor sich sehen zu können. „Er wurde damals getötet von seinem besten Freund Steve, denn der war unsterblich in mich verliebt und hatte versucht, Jonas und mich auseinander zu bringen. Ich dachte damals, dass ich es nicht schaffen konnte, ohne ihn zu leben…ich wollte nicht mehr sein, ohne ihn“ Voller Bestürzung sahen sie alle an und Lukas ergriff zaghaft das Wort. „Du wolltest dich…?“, flüsterte er voller Bestürzung und Anna nickte vorsichtig. „Ja, ich wollte mich von einem Hochhaus stürzen. Ich war schon kurz davor, als auf einmal ein Mann hinter mir stand, der mir etwas zu gerufen hatte…was hatte er noch mal gesagt? Ach ja, ‚Brauchen Sie noch lange‘, hatte er mir zugerufen“ Sie lächelte schwach bei der Erinnerung an diesen Moment. „Und das war Opa, oder?“, fragte Lena und Anna lächelte sie warm an.

„Ja, das war euer Opa. Er hatte auf mich eingeredet, mir gezeigt, wie wichtig das Leben war. Und er hatte mir seine eigene Geschichte erzählt. Denn ihr müsst wissen, euer Opa hatte vor mir auch schon eine Frau gehabt, die er durch einen Bootsausflug verloren hatte: sie hieß Fanni.
Er hatte mich ins Grübeln gebracht. Und als ich beinahe über den Rand des Daches gefallen wäre, hatte er mich im letzen Moment aufgefangen“ Die Frauen lächelten verstehend. „Und als ich ihm das erste Mal in die Augen gesehen hatte…“ „..hast du sich gleich in Opi verliebt“, vollendete Lotta ihren Satz. Anna wiegte den Kopf hin und her. „Ich weiß nicht, ob ich wirklich schon verliebt gewesen war…aber fasziniert hatte er mich gleich, ja“ Julia und ihr Bruder Felix, die ihre ältesten Enkel waren, sahen sie bittend an. „Könntest du uns ein Bild von Opa zeigen?“, baten sie und auch die anderen nickten zustimmend. Verwundert sah Anna zu ihnen. „Habe ich euch nie ein Bild von ihm gezeigt?“, fragte sie ungläubig und schaute sich um. Sie sah das leichte Grinsen in den Gesichtern. „Hier stehen überall Bilder von uns…aber gut, ich hab auch eins, das kurz nach unserem Kennenlernen entstanden ist.“ Etwas schwerfällig erhob sie sich und ging zu der geheimen Kiste, an die immer nur sie und Tom hatten rangehen dürfen. Sie suchte kurz darin herum, bis sie einen erfreuten Laut von sich gab. „Hier ist es…das war bei einem Interview, das ich geben musste“, sagte sie und reichte ihnen das Foto, das bei ‚Die Nacht ist Jung‘ entstanden war. Die Mädchen stießen einen anerkennenden Laut aus. „Ja, er war sehr gutaussehend, euer Vater…besonders du hast am meisten davon profitiert“, sagte sie liebevoll und sah ihrem jüngeren Sohn in die Augen. „Und, seid ihr da schon zusammen gewesen?“, fragte Maria, die genauso wenig von ihren Eltern wusste, wie ihre Kinder.

Anna schüttelte den Kopf. „Nein, noch nicht, denn Tom hatte versucht, die Gefühle, die immer größer zwischen uns geworden waren, zu verdrängen. Und auch ich konnte nicht so schnelle eine Beziehung mit einem neuen Mann beginnen“ Alle sahen sie an und einer der Jungs grinste frech. „Aber irgendwann muss doch was passiert sein“ Anna lachte leise auf. „Natürlich…es war in einem Hotel in Leipzig“ „Und was habt ihr da gemacht?“, fragte Anni. „Die beiden hatten richtig guten S.ex, du Dummkopf“, sagte Moritz und seine Mutter schlug ihm ermahnend auf den Arm. Anna lachte leise. „Nein, lass ihn ruhig. Er hat nämlich absolut recht. Ja, was glaubt ihr denn? Sicher haben euer Opa und ich miteinander geschlafen“ Belustigt schaute sie in die verdatterten Gesichter, die entweder die Tatsache, dass sie in ihrem Leben S.ex gehabt hatte, nicht verarbeiten konnten, oder aber die Tatsache neu war, dass sie so direkt war. „Und dann wart ihr aber zusammen“, stellte Felix selbstsicher fest. Anna schüttelte den Kopf. „Nein, waren wir nicht. Denn euer lieber Opa hatte wieder seine Gefühle verleugnet und mir gesagt, dass es ein Fehler gewesen war und er nicht mit mir zusammen sein wollte“ Während sie das sagte, schüttelte sie den Kopf und betrachtete sein Gesicht zärtlich, das ihr auf dem Foto zulächelte. Als sie wieder aufblickte, sah sie in vorwurfsvolle Gesichter. „Seid nicht böse mit ihm…ich war nämlich auch nicht immer fair zu ihm. Nachdem er sich mit Carla…ihr wisst, dass sie meine größte Widersacherin war?“, fragte sie und alle nickten. „Nachdem er sich mit ihr verlobt hatte, habe ich mich mit Onkel Enrique…wie soll ich sagen? Getröstet“ „Ihr beiden wart aber mehr als kompliziert“, platzte es aus Julia heraus und Anna lachte leise. „Ja, da hast du recht. Wir haben uns jeden Tag gesehen und uns nacheinander gesehnt. Aber jeder war zu stolz, um einen Schritt auf den anderen zuzumachen. Naja, obwohl. Irgendwann war es eurem Opa zu viel und er küsste mich einfach“ Anerkennend nickten die Anwesenden. „Und wie ich euch kenne, habt ihr beide gesagt, dass es ein Fehler gewesen war, oder?“, fragte Anton und Anna lächelte sanft. „Woher weißt du das nur?“
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom- 50 Jahre später   So Jul 22 2012, 07:44

Wow was für klasse teile und so schön geschrieben, bitte ganz schnell mehr davon Smile
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Staffi_94

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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom- 50 Jahre später   So Jul 22 2012, 19:03


3.

„Ja, wir beiden wollten damals einfach nicht wahrhaben, dass wir da in ein böses Unglück liefen. Bis Tante Paule entführt wurde“ Diese Geschichte kannten alle, da das ja der Grund für die Übernahme der Lindenbergs geworden war…ein Zustand, der fast ein Jahrzehnt so geblieben war, bis Tom es geschafft hatte, die Firma wieder in die alleinige Hand der Lanfords zu bringen…der letzte Dienst, den er für seinen geliebten Vater hatte machen können. „Während dieser Zeit sind wir beide uns wieder näher gekommen. Sein Papa Bruno hatte damals etwas ganz Schlimmes zu ihm gesagt und ich hatte versucht, ihn zu trösten. Und auch dabei waren wir uns wieder näher gekommen“, fuhr Anna mit ihrer Geschichte fort. „Und dann haben sie auch Opa entführt, oder?“, fragte Anni. Anna nickte und bei dem Gedanken daran, drehte sich ihr Magen um…die Angst, die sie gehabt hatte, ihn nie wieder sehen…nie wieder küssen zu dürfen, war unerträglich gewesen. „Ja, und ich hatte eine unendlich große Angst um ihn. Während dieser Zeit ist mir klar geworden, wie sehr ich diesen Mann liebte. Und als er dann lebendig und blutüberströmt in meine Arme gefallen war, wusste ich, dass ich nur ihn wollte. Doch es ihm zu sagen und zu zeigen, war eine ganz andere Geschichte gewesen“ Alle lächelten sie an und wussten immer noch nicht, wie sie mit all den Informationen umgehen sollten. „Aber ihr seid euch wieder näher gekommen?“, fragte Lukas, der genauso gespannt wie alle anderen war, ungeduldig. „Ja, natürlich sind wir uns wieder näher gekommen. Um genau zu sein, hier auf unserer Insel. Hier war der Startschuss für unsere erste Beziehung“ Erneut überrascht sahen alle auf. „Nach deinen Worten zu urteilen, seid ihr nicht zusammen geblieben?“, fragte Maria vorsichtig, da ihre Mutter anscheinend bei der Erinnerung daran sehr traurig und nachdenklich wurde. „Ja, wir waren nicht lange zusammen. Um genau zu sein eine Woche. Ich hatte gedacht, dass endlich alle gut werden würde. Dass ich endlich mit ihm leben durfte, ohne wieder von ihm getrennt zu sein. Aber natürlich musste Carla Rhonstedt wieder dazwischen funken“ Jeder in dem Raum spürte die plötzliche Kälte, die von Anna ausging. Diese Frau war ein rotes Tuch für sie, das wussten alle.

„Was hat sie denn gemacht?“, fragte Leo, der sich auch mal wieder zu Wort melden wollte zwischen all den großen Erwachsenen. Anna sah zu ihm runter und lächelte voller Liebe, ehe sie ihm sanft über die Wange strich. „Sie hat eine Frau geholt, die genauso aussah, wie Fanni und Opa betrogen hatte, um sein Geld zu kriegen.“ Fassungslos sahen alle sie an. „Und Opa hat dich gleich verlassen?“, fragte Julia erzürnt und Anna sah sie bestürzt an. Sie wollte nicht, dass irgendeiner böse auf Tom war. „Ja, er hatte mich verlassen, aber nur, weil er immer noch das Gefühl hatte, ihr etwas schuldig zu sein. Aber wir beide haben uns immer geliebt, egal was wir gemacht hatten. Wir kamen nicht voneinander los, so sehr die Frau auch versuchte, Fanni zu spielen und uns auseinander zu bringen. Es war eine sehr schwere Zeit, aber unsere Liebe hat auch das überwunden“ Sie lächelte in die Runde und jeder konnte sehen, wie stark die Gefühle für ihn auch nach fünfzig Jahren noch waren…selbst nach seinem Tod. „Und wie hat Papa herausgefunden, dass es nicht Fanni ist?“, wollte Maria wissen und sie betrachtete das Gesicht ihres über alles geliebten Vaters. „Er hatte es nicht herausgefunden. Ich hatte den richtigen Riecher und habe Tom wieder auf den richtigen Weg gebracht. Er wollte mir erst nicht glauben und hatte mich abgewiesen, doch schnell hatte er gespürt, dass ich Recht hatte. Und ja, was soll ich sagen? Er hatte mich gebeten, ihm zu verzeihen, nachdem er den endgültigen Beweis hatte“ „Und, hast du ihm verziehen…sofort, meine ich?“, ergänzte Lena schnell, bevor sie von ihrem Bruder wieder einen dummen Spruch entgegen geschleudert bekam. „Naja, nicht sofort. Aber er hatte mir so eine wunderschöne Liebeserklärung gemacht und so bittend geguckt, dass ich einfach nicht anders konnte. Ja, dieser Mann war nun mal immer meine größte Schwäche“, sagte sie schulterzuckend und allen waren gerührt von der Liebe, die in diesem Moment aus ihren Augen sprach. „Und ja, nach einem klitschnassen Heiratsantrag im Hinterhof der Goldelse und nach turbulenten Hochzeitsvorbereitungen von Papas Vater und meiner Mutter, haben wir endlich hier in dem Park geheiratet.“ Felix pfiff durch die Zähne. „Menschenskinder, da habt ihr aber viel erlebt. Und ich dachte immer, es wäre schon immer so schön zwischen euch gewesen“ Anna sah ihn lächelnd an. „Es war schön, Felix. Es war schön. Trotz des Leidens, das wir beide durchmachen mussten. Ich will gar nichts anderes haben. Denn das alles hat unsere Liebe erst zu dem gemacht, was sie immer war, verstehst du?“ Der junge Mann und auch alle Anwesenden nickten.

Eine ganze Weile saßen sie noch zusammen und versuchten stillschweigend, das eben Erzählte zu verarbeiten. Anna beobachtete sie eine ganze Weile, ehe sie die Augen schloss und sein Gesicht vor ihr erschien. Er lächelte sein unverwechselbares Lächeln und auch die hochgezogene Augenbraue hatte sich in den Jahren nicht verändert. Ich möchte zu dir, Tom. Sein Lächeln wurde breiter, so als wolle er ihr sagen: ‚Ja, dann komm doch zu mir‘ Anna lächelte. Es wäre das Schönste gewesen…auch, wenn sie ihre Kinder dafür alleine lassen musste.
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom- 50 Jahre später   So Jul 22 2012, 19:39

Und wieder so ein schöner Teil, bitte ganz schnell eine Fortsetzung Smile
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Sonnenschein
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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom- 50 Jahre später   Sa Jul 28 2012, 16:14

Das ist ja mal ein Klasse Idee, tolle Geschichte Smile
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Staffi_94

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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom- 50 Jahre später   Mo Feb 11 2013, 10:10

So, hier mach ich auch mal weiter...Die Story ist ja wenigstens schon fertig Idea

4.

Es war Abend. Während ihre Kinder dabei waren, alles aufzuräumen und sauber zu machen, saß Anna in ihrem Schlafzimmer und betrachtete ihren Ehering. Ihre Kinder hatten darauf bestanden, dass Tom seinen am Finger behielt und Anna war sehr dankbar darüber. So waren sie immer noch verbunden, egal, was passierte. Es war schon komisch. Da hatte sie sich so oft in ihrem Leben über diesen Mann geärgert, doch jetzt, da er nichtmehr da war, vermisste sie seine Widerworte unendlich. Sie erhob sich von ihrem Bett und ging ins Bad, um sich für die Nacht fertig zu machen. Während sie sich wusch, sah sie in den Spiegel und betrachtete ihr gealtertes Gesicht. In ihr wurde das Gefühl immer größer, dass sie ihre Zeit auf dieser Erde aufgebraucht hatte…und gleichzeitig wurde ihr bewusst, dass sie trotzdem weiterleben würde…da, wo Tom jetzt war. Sie ging aus dem Bad und öffnete vorsichtig ihre Zimmertür, um die andern zu beobachten. Sie lächelte über die Neckereien zwischen den Jugendlichen und auch über die bisweilen ernsthaften Gesichter. Plötzlich spürte sie eine Bewegung neben sich und zuckte zusammen, als Anton auf einmal in ihr Sichtfeld trat. „Na, Mutti“, sagte er mit sanfter Liebe in der Stimme und lächelte. Anna lächelte ebenso liebevoll zurück. „Wie geht es dir?“, fragte er fürsorglich. „Besser, mein Junge. Besser“, hauchte sie und es traten Tränen in ihre Augen. Weine jetzt nicht!, ermahnte sie sich selbst und sah wieder zu ihm auf. Er schaute sehr nachdenklich. „Danke, dass du uns das alles gesagt hast. Mir ist erst jetzt bewusst geworden, wie wenig wir von euch wissen“ Anna schüttelte den Kopf. „Ihr wisst so viel von mir…von uns. Glaub mir, mein Sohn.“

Anna griff nach seiner Hand. „Ich möchte jetzt gerne schlafen gehen. Der Tag war sehr anstrengend“, wisperte sie und er nickte verständnisvoll. Vorsichtig beugte er sich runter und umarmte sie, verwundert, dass sich seine Mutter so an ihn klammerte. „Ich liebe dich…euch alle“, hauchte sie in sein Ohr und sie lösten sich wieder voneinander. „Wir dich auch. Und jetzt geh schlafen. Morgen gehen wir zusammen raus, was hältst du davon?“, fragte er sanft und Anna zuckte mit den Schultern. „Mal sehen…schlaf gut“, verabschiedete sie sich und schloss eilig die Tür. Tränen rannen aus ihren Augen, als ihr bewusst wurde, dass dies wahrscheinlich das letzte Mal gewesen war, dass sie ihre Lieben gesehen hatte und mit einem von ihnen sprechen konnte. Doch es war richtig so.
Anna legte sich in ihr Bett und starrte an die Decke. Sie drehte sich auf die Seite und sah den leeren Platz neben sich…ein Platz, der nie wieder gefüllt wurde. Und mit einem Mal war alles so einfach. Sie musst nur die Augen schließen und einschlafen…einfach schlafen.

Ein grelles Licht blendete Anna, als sie ihre Augen öffnete. Verzweifelt versuchte sie ihre Augen vor diesem zu schützen und sie drückte ihre Augen zusammen. „Hallo? Ist hier jemand?“, rief sie und bemerkte, dass sich ihre Augen langsam daran zu gewöhnen schienen. „Tom? Bist du hier?“, rief sie laut, doch sie erhielt keine Antwort von ihm. Stattdessen wurde sie an von hinten angesprochen. „Hallo Anna“, hörte sie die Stimmen ihrer Eltern und sie drehte sich erschrocken um. Ingo und Susanne standen vor ihr und schienen halb aus Fleisch, halb aus Rauch zu bestehen. Sie lächelten sanft. „Wir haben uns lange nicht gesehen, mein Schatz“, hauchte Susanne voll mütterlicher Liebe und auch Ingos Augen leuchteten vor Glück. Sie sah ihre Eltern…sie sprachen mit ihnen. War sie etwa schon? „Bin ich tot? Wo ist Tom?“ Die beiden lächelten sie an. „Um Tom zu sehen, musst du weiter gehen…wir hoffen, du kommst bald wieder. Vielleicht können wir uns auch dann berühren“ Unwillkürlich griff Anna nach ihnen, doch sie konnte nur durch sie hindurchfassen. Die beiden lachten leise. „Du musst weiter, Anna. Da entlang“ Sie zeigten mit dem Kopf zu einem Tor, das Anna vorher noch nicht gesehen hatte. „Woher?“ Die beiden schüttelten mit dem Kopf. „Geh, meine Süße“, flüsterte Susanne und Anna nickte. Sie schritt auf das Tor zu und fasste vorsichtig danach. Es ließ sich öffnen und sie schaute nochmal nach hinten, doch ihre Eltern waren nichtmehr da. ‚Wir sehen uns wieder‘, dachte sie und ging weiter, in der Hoffnung, Tom anzutreffen. Sie kam in einen hellen Raum, in dem ein Stuhl und ein Bett standen. „Tom“, rief sie nach ihm und erhielt wieder keine Antwort. Wieso konnte sie ihre Eltern sehen, aber ihn nicht? „Tom, bitte“ sie wurde zunehmend verzweifelter. Wo war er nur?

„Hallo Anna“, hörte sie seine Stimme nach einer ganzen Weile und sie sah sich ruckartig um. Sie konnte ihn nicht sehen. „Tom. Bist du hier?“ Sie hörte ihn lachen. „Ich bin immer hier…genau hier“, sagte er und sie spürte plötzlich einen Luftzug. Schnell drehte sie sich um und blickte in sein Gesicht…sein junges Gesicht. „Du bist wieder jung…“, hauchte sie und schaute in seine strahlenden Augen. Sein Körper war ganz in weiß gekleidet und auch er wirkte nur wie ein aus Rauch bestehendes Etwas. „Ja, ich wollte nicht auf ewig als alter Zossen durch die Gegend wandern…außerdem musste ich mich doch für unser Wiedersehen anstrengen“, sagte er verschmitzt und Anna schaute ihn glücklich an. „Dann bin ich also auch tot?“, fragte sie und er griff nach ihr, ohne sie berühren zu können. „Nein, du schwebst noch auf der Schwelle…du träumst noch“ Fassungslos sah sie ihn an. „Und warum können wir uns dann sehen und miteinander sprechen?“ Tom lächelte liebevoll und auch wenn er sie nicht berührte, so reichte dieses Lächeln schon aus, um ihrem Körper ein wohliges Gefühl zu geben. „Weil du es dir wünscht. Aber bist du wirklich sicher, dass du das Leben aufgeben willst? Denke an unsere Kinder und Enkel. Willst du das wirklich nichtmehr?“ Anna schloss die Augen und sah sie vor sich…wie sie in ihren Betten schliefen oder sich über den Tag unterhielten. Und dann sah sie wieder ihn und ihr Entschluss stand fest. „Ja, ich möchte bei dir bleiben. Unsere Kinder werden das verstehen“ Tom lächelte immer noch und sie hatte das Gefühl, als würde sein Erscheinungsbild immer schärfer für sie werden. „Du hast ihnen von uns erzählt. Ja, das haben wir mitbekommen“ „Wir?“ Toms Blick war unergründlich. „Ja, wir. Wir warten nämlich schon auf dich. Besonders einer freut sich schon so lange, dich wieder zu sehen und zu umarmen“ Tom ging auf eine Tür zu und rief ein „Kommt ihr bitte, sie ist da“, hinaus. Völlig verständnislos sah sie ihn an. „Wer ist…?“ Weiter kam sie nicht, als plötzlich Jonas über die Türschwelle trat, dicht gefolgt von Fanni. „Hallo Anna“, hauchte er und lächelte sie an. „Jonas…oh mein Gott“, Tränen rannen über ihre Wangen, als sie zu ihm trat und dicht vor ihm zum stehen kam. „Da bist du ja“ Und plötzlich spürte sie eine Hand an ihrem Rücken…Toms Hand. „Ich kann dich berühren…das heißt, du bist jetzt auch ein Engel“ „Wenn sie das nicht schon vorher gewesen ist“, entgegnete Jonas und beide Männer sahen sie zärtlich an.


Zuletzt von Staffi_94 am Mo Feb 11 2013, 11:03 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Staffi_94

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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom- 50 Jahre später   Mo Feb 11 2013, 10:10

5.

Sie war wirklich bei ihnen…bei Tom und Jonas…und endlich durfte sie auch Fanni kennenlernen. Diese trat zu ihr und lächelte breit. „Hallo Anna, endlich lernen wir uns kennen“, sagte sie und reichte ihr die Hand. Zaghaft ergriff Anna diese und schüttelte sie. ‚Ich gehöre jetzt zu euch‘ „Ich bin jetzt auch hier…und die einzige, die alt ist“, sagte sie empört und alle anderen lachten über ihre Aussage. „Du kannst selbst entscheiden, ob du wieder jung werden willst…und ich merke auch schon, dass sich da was tut“, hauchte Tom und drehte den Kopf, um ihre Veränderung genau beobachten zu können. „Aber ich habe doch gar nichts gemacht“, sagte sie ungläubig und merkte, wie sich ihre Haut spannte. „Doch, Anna. Du wolltest es so. Du musst hier nichts machen, du musst es nur wollen. Es zählt nicht deine Tat, sondern dein Wille“, erklärte Fanni und lächelte. „Etwas sehr Schönes, wenn man weiß, wie man´s richtig macht.“ Neben ihr begann Jonas zu lachen und Anna und Tom sahen ihn verdutzt an. „Ja, weißt du noch, wie ich mir aus Spaß einen grünen Ringelschwanz gewünscht habe?“, gröhlte er und Fanni lachte mit. „Ja, und nach drei Wochen bist du ihn erst wieder los geworden…also pass auf, Anna. Du kannst dir zwar viel wünschen, aber das Zurückwünschen ist schwierig…frag ihn, der hat schon so manchen Mist gebaut“, zwinkerte sie und deutete auf Jonas. Anna lachte leise. „Ja, das war schon immer so…und man kann sich alles wünschen?“ Die anderen nickten bestätigend. ‚Ich wünsche mir, dass Tom mich auf der Stelle küsst und die beiden kein Problem damit haben‘, dachte sie und öffnete wieder die Augen. Die anderen grinsten sie an. „Wir hätten auch nichts dagegen, wenn du es dir nicht gewünscht hättest“, sagten Fanni und Jonas. „Nee, das war ganz lange Zeit was Alltägliches…also nicht falsch verstehen, wenn ihr miteinander geschlafen habt, haben wir nicht gespannt…das war uns dann doch zu intim“, sagte Jonas verschmitzt und beide schauten perplex.

Tom wand sich an Anna und grinste sie plötzlich an, ehe er die Lippen spitzte und sich runter beugte. „Und ich hätte dich auch geküsst, wenn du es dir nicht gewünscht hättest…na los“, drängelte er und deutete auf seine Lippen. Lächelnd vergrub sie ihre Hände in seinen Haaren und küsste ihn sanft. Von der Seite hörte sie ein zufriedenes Seufzen und sie löste sich wieder von Tom. Jonas sah ihr tief in die Augen und sie lächelte. „Ja, ich würde jetzt auch sehr gerne mit dir sprechen, Jonas“ Er grinste zufrieden und wand sich an Tom. „Darf ich deine Frau kurz entführen?“ Tom lächelte ihn freundschaftlich an. „Es ist ebenso deine Frau“ Jonas schüttelte den Kopf. „Aber vor allem bin ich kein Stück Vieh, über dessen Besitz man verhandeln muss. Also?“ Auffordernd sah sie Jonas an und er zuckte mit den Schultern. “Liebreizend wie eh und je” Anna boxte ihm spielerisch in die Seite und zog ihn mit sich mit. Während die beiden sich immer mehr entfernten, legte Tom einen Arm um Fanni und sie sahen sich in die Augen. „Und was machen wir jetzt?“ Tom sah sie mit Schalk im Blick an. „Wir spielen Fange“, sagte er trocken und Fanni begann zu lachen. „Genau“, antwortete sie und die beiden gingen Arm in Arm zu dem Bett, um sich zu setzen. „Es ist sehr schön, wieder mit dir scherzen zu können, Fanni“, sagte er ernst und sie sah ihn nachdenklich an. „Ja, aber für mich war es leicht. Ich wusste, dass wir uns wiedersehen würden“ Tom lächelte sanft und nahm sie in den Arm.
Jonas und Anna liefen herum und sprachen über alles, was geschehen war. „Als ich ein Geist war und für dich einen neuen Mann suchen sollte…es war so unendlich schwer. Und als ich dann auch noch gemerkt habe, dass Tom dieser eine Mann ist, dachte ich, das Schicksal hat einen Vogel“ Er lächelte sie liebevoll an. „Aber als ich später sah, dass du glücklich warst, wenn er nur in deiner Nähe war, merkte ich, wie toll dieser Mann ist. Und es war mir eine Ehre, dass du um meinen Segen gebeten hast, damals“ Anna sah ihn lächelnd an. „Natürlich, du warst doch mein Mann…und bist immer ein Teil von mir gewesen“, sagte sie liebevoll und er erwiderte ihren Blick. „Wusstest du eigentlich, dass ihr beide gleichzeitig auf dem Friedhof wart und Fanni und mich im selben Moment um unseren Segen gebeten habt“ Anna schüttelte den Kopf und sah zu Tom, der sich immer noch mit Fanni unterhielt. „Nein, das wusste ich nicht…aber es ist irgendwie bezeichnend“ Jonas nickte zustimmend. „Ja, ihr seid seelenverwandt. Und das ist auch gut so. Denn durch ihn hattest du ein glückliches Leben“ Die beiden schauten sich und umarmten sich schließlich. Es war eine Mischung aus Freundschaft und unendlicher Vertrautheit…doch die unendliche Liebe, die Anna von damals kannte, blieb aus. Denn die gehörte allein Tom. „Wie lange kennen Fanni und du euch eigentlich schon?“, fragte sie ihn, als sie sich wieder voneinander gelöst hatten. „Seit ich hier oben bin…und spätestens da wusste ich, dass Tom der Richtige für dich sein wird“ Lächelnd und Arm in Arm gingen sie beide zu den anderen zurück. Anna griff nach Toms Hand und zog ihn zu sich hoch. „Ich liebe dich so sehr“, wisperte sie und er lächelte sie an. „Und ich dich erst, mein Engel“ Tom beugte sich zu ihr runter und küsste sie…Anna spürte, dass sie genau die richtige Entscheidung getroffen hatte, denn hier wollte sie für immer bleiben. Bei Tom. Und bei Jonas. Und bei all den anderen Menschen, die sie sicher noch wiedertreffen würde.


Zuletzt von Staffi_94 am Mo Feb 11 2013, 11:03 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Staffi_94

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BeitragThema: Re: AudL...Anna und Tom- 50 Jahre später   Mo Feb 11 2013, 10:10

Epilog

Eine Woche war seit dem Tod von Anna Lanford vergangen. Nur eine Woche nach dem Tod ihres über alles geliebten Mannes war auch sie auf gleiche Weise wie er gestorben. Ihre Familie ging den geschwungenen Weg zu dem Grab der Eheleute entlang, vor ihnen der Sarg der Verstorbenen. In den Augen der Kinder lag Trauer und Schmerz, doch auch war bei allen Kindern und Enkel ein glückliches Blitzen zu sehen…denn sie wussten, dass es ihrer Mutter und Oma jetzt sehr gut ging. Anders als bei ihrem Vater hatten Lukas, Maria und Anton sich entschlossen, am Grab ihrer Eltern zu reden und auch die beiden Kinder von Lukas wollten etwas sagen.
Sie stellten sich vor das Grab, in dem Annas Sarg schon eingebettet lag und Lukas ergriff als Erster das Wort.


„Danke, dass ihr alle heute so zahlreich erschienen seid. Wie ihr wisst, mussten wir drei in den letzten Wochen gleich zwei Abschiede überstehen…unsere Eltern haben beide Lebewohl gesagt. Doch anders als bei unserem Vater, können wir uns heute auch mit einem lächelnden Auge verabschieden“ Er verstummte und gab das Wort an seine Schwester weiter.

„An dem Tag, an dem wir unseren Papi auf seinem letzten Weg begleiten mussten, haben wir ein wunderschönes Gespräch mit unserer Mutter führen können. Sie hat uns über ihre Liebe erzählt…über die Liebe, die sie und unseren Vater verbunden hatte. Und sie….“ Maria versagte die Stimme und sie griff hilfesuchend nach der Hand ihres jüngeren Bruders. Dieser sah sie aus tränenverschleierten Augen an.

„Und sie zeigte uns, wie sehr man einen Menschen lieben kann. Dieses Gespräch hat uns so viel gelehrt, wie nie etwas zuvor. Es lehrte uns zu vertrauen, zu leben und zu lieben, egal, wie schwer und bedrohlich es auch scheint. Unsere Mutter hat uns so viel Liebe gegeben, die sie nur aus ihrer Verbundenheit zu unserem Vater ziehen konnte. Und diese Liebe, die die beiden verbunden hatte, wurde durch seinen Tod zerstört“ Nachdem Anton diese Worte gesagt hatte, trat sein Neffe Felix an seine Seite, an der Hand hielt er seine Schwester.

„Oma. Du hast uns so viel gezeigt in unserem Leben. Doch nie hatten wir so viel gelernt, wie an diesem Tag. Ich danke dir, dass du uns von dir und Opa erzählt hast und wir wissen, dass es richtig ist, dass du bei ihm bist. Wir werden dich nie vergessen…euch nie vergessen“ Der sonst so coole Typ, den nichts umhauen konnte, drohte in Tränen auszubrechen. Seine Schwester rettete ihn, in dem sie noch ein letztes „Wir lieben euch und wünschen euch alles Gute“ gen Himmel rief.

Dort oben waren vier Engel auf einer Wolke, die Arm in Arm da saßen und das Szenario beobachteten. Anna und Tom saßen in der Mitte, Jonas an Annas Seite und Fanni an Toms. Sie waren unendlich gerührt von dem, was sie da zu sehen bekamen. „Ihr seid so wunderbar…so einzigartig“, flüsterte Anna und es liefen ihr ohne Unterlass Tränen über die Wangen. Tom, der sich ebenfalls nichtmehr beherrschen konnte, flüsterte ein „Ich liebe euch so sehr“ nach unten. Schließlich wanden sie die beiden an Fanni und Jonas. „Könntet ihr uns kurz alleine lassen?“, baten sie und die beiden nickten verständnisvoll. Langsam entfernten sie sich und Anna und Tom schauten ihnen hinterher, bis sie sich wieder nach unten wanden. Anna lehnte sich an seine Schulter und griff nach seiner Hand, um zärtlich über seine Finger zu streicheln. „Ich glaube, wir hätten es nicht besser machen können“, hauchte sie und er nickte zustimmend. „Ich glaube auch, mein Engel“ Anna löste sich von ihm und schlang ihre Arme um seinen Hals. „Ich liebe dich so unendlich“ Tom zog ihren Kopf zu sich heran und küsste sie sanft und voller Liebe. „Und du wirst immer meine Liebe bleiben, mein Schatz. Komm, wir lassen ihnen einen Gruß da“, flüsterte er in ihr Ohr und sie nickte. Gleichzeitig schlossen sie die Augen und dachten ganz fest an ihre Lieben dort unten.


Annas Kinder begannen, Blumen und Sand in das Grab ihrer Mutter zu streuen. Doch plötzlich hielten sie inne, als ein Lichtstrahl genau auf sie nieder ging. Sie sahen empor und lächelten. „Wir lieben euch auch…werdet einfach nur glücklich dort oben. Und wir werden uns wiedersehen…ganz sicher“, flüsterte Anton. Er hatte niemanden von seinem Abschied von Anna erzählt…und das würde er auch nie tun. Er hatte diesen Moment tief in seinem Herzen eingeschlossen…genauso wie die große Liebesgeschichte seiner Eltern.


ENDE


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So! Geschafft.
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