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 Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"

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Mini_2010

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BeitragThema: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Mi Jul 04 2012, 10:11

das Eingangsposting lautete :

Anna und Tom, beide in ihrer Vergangenheit gefangen, haben nach vielen Auf's und Ab's in einem eher unberechenbaren Verhältnis zueinander eine leidenschaftliche Nacht im Hotel verbracht. Das Erwachen am Morgen danach verläuft leider alles andere als romantisch. Und sowohl Anna als auch Tom müssen sich nach diesem Erlebnis die Frage stellen, ob sie bereit sind, die schmerzhafte Vergangenheit mit all ihren Dämonen hinter sich zu lassen, und einen Neuanfang zu wagen ... Aber, wie auch immer sie sich entscheiden mögen - Liebe findet ihren Weg ...


Teil 1

Das Türblatt wackelte bedrohlich, noch lange nachdem Tom es hinter sich zugeworfen hatte. Anna fixierte das Holz und versuchte zu begreifen, was soeben passiert war. Als die Erkenntnis, dass er sie soeben abserviert hatte, in ihrem Hirn angekommen war, brach sie unvermittelt in Tränen aus. Was sollte das jetzt? Hatte sie irgendetwas falsch gemacht? Der Stich in ihrem Herzen ließ sie sich zusammenkrümmen. Sie keuchte auf, versuchte, den Schmerz zu verdrängen und kämpfte einen neuen Schwall Tränen beiseite. Doch die Wucht der Emotionen war stärker. Laut schluchzend sank sie auf dem Bett zusammen und wünschte sich einmal mehr, sie wäre damals wirklich vom Dach gesprungen. Ihr Leben war schon kompliziert genug. Warum nur konnte es nicht einfach mal jenen berühmten Lichtstreif am Horizont geben? Warum nur war Tom manchmal der liebste Mensch der Welt, nur um dann zehn Minuten später wieder zu dem unausstehlichen Kotzbrocken zu mutieren? Er wechselte seine Stimmung schneller als ein Victoria Secrets Model die vorzuführende Unterwäsche auf einem Catwalk. Gott, wenn man sich sein Verhalten so verinnerlichte, bekam die Bezeichnung „Multiple Persönlichkeit“ eine ganz neue Bedeutung. Was soll’s, hier liegen zu bleiben und sich selbst zu bedauern, brachte sie auch nicht weiter … und spätestens wenn der Zimmerservice sie in ein paar Stunden fand, würde sie sich der Tatsache stellen müssen, dass hier nicht der geeignetste Ort war, sich vor der Welt zu verstecken. Also warum nicht gleich verschwinden. Und außerdem hatte sie noch etwas mit Tom zu besprechen. Sie verdiente zumindest eine Erklärung.

***************************************

Gedankenverloren starrte Tom durch die Windschutzscheibe seines Wagens und versuchte, der Flut seiner Erinnerungen an die vergangene Nacht Herr zu werden. Verdammt, da hatte er aber wahrlich Mist gebaut. Warum nur hatte er heute Morgen zu ihr gesagt, dass die Nacht zwar schön war, aber keine Bedeutung hatte, wenn er es doch eigentlich gar nicht so gemeint hatte? Warum war er nicht in der Lage, genau das auszusprechen, was in ihm vorging? Gestern in diesem Schwimmbad hatte es doch auch funktioniert. Klar, war es am Anfang unangenehm gewesen. Er hatte selten in seinem Leben geweint … und schon gar nicht vor einer Frau. Diese Art von Schwäche offen zu zeigen, hätte ihn normalerweise zutiefst verwirrt, aber bei Anna hatte er das Gefühl, dass er davor keine Scheu haben musste … dass sie ihn verstand. Sie hatte ihn aufgefangen, ihn festgehalten und dann … Er seufze, während er den Kopf gegen die Nackenstütze lehnte und an die Decke starrte. Er hatte es verbockt … wieder mal. Doch damit hätte er leben können. Womit er nicht leben konnte, war die Tatsache, dass er Anna offensichtlich ziemlich heftig vor den Kopf gestoßen hatte. Das wollte er nicht, aber als er heute Morgen neben ihr aufgewacht war – auch wenn er im Grunde kaum geschlafen hatte, weil ihn die Ereignisse derart aufgewühlt hatten, dass er keine Ruhe fand –, wusste er plötzlich nicht mehr, was richtig war und was nicht. Es hatte sich gut angefühlt, sie im Arm zu halten … irgendwie richtig. Doch dann war ihm Carla durch den Kopf gegeistert und sein Gewissen hatte sich gemeldet. Carla, die Frau, die an seiner Seite stand und das seit fast zwei Jahren. Die immer da war, wenn er jemanden brauchte. Sie ergänzten sich gut, mochten sich auf eine Weise, die weit über eine gewöhnliche Freundschaft hinausging … aber reichte es für … Liebe? Und dann war da Anna, die ihn verstand, wie es noch nie jemand getan hatte. Und sein Herz sehnte sich nach diesem Gefühl, mit diesem Schmerz nicht allein sein zu müssen. Ihre Worte berührten ihn, schenkten ihm Trost, so dass er anfing zu glauben, irgendwann in seinem Leben einen Punkt erreichen zu können, an dem er mit dem Verlust von Fanni abschließen konnte. Anna vermochte es … und sie war die Einzige. Was sie miteinander verband, war zu groß, um es als Freundschaft zu bezeichnen. Liebe? Er wusste es nicht. Sicher, da waren Gefühle … die er kannte, doch sie waren ihm in den Jahren fremd geworden.

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Zuletzt von Mini_2010 am Mi Jul 04 2012, 10:30 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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ulmaja



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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Sa Aug 11 2012, 02:16

Liebe Mini,
ich weiß gar nicht, wie oft ich schon den ersten Part deiner FF gelesen habe und ich habe es wieder getan. Und ich bin immer noch begeistert. Und ich freue mich jetzt schon auf den Teil im Tr........ I love you (aber ich verrate nichts).

Ich bin so glücklich, dass ich jetzt wieder Lesestoff von euch bekomme.

LG
Ulmaja
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Sa Aug 11 2012, 11:30

ulmaja schrieb:
Liebe Mini,
ich weiß gar nicht, wie oft ich schon den ersten Part deiner FF gelesen habe und ich habe es wieder getan. Und ich bin immer noch begeistert. Und ich freue mich jetzt schon auf den Teil im Tr........ I love you (aber ich verrate nichts).

Ich bin so glücklich, dass ich jetzt wieder Lesestoff von euch bekomme.

LG
Ulmaja

Schön, von dir zu lesen, liebe Ulmaja, und danke dir für deinen lieben Kommi. Wenn du mal etwas anderes von mir lesen willst, hab eine neue Story unter "Grusel & Fantasy" eingestellt. Wink

LG, Mini

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Sa Aug 11 2012, 15:04

Nach langer Zeit mal wieder etwas von mir zu dieser Story ... Viel Spaß Wink


Teil 25


Als Anna nach zwei Stunden immer noch nicht zurück war, wurde Tom langsam ungeduldig. Um seine Geduld war es ohnehin schlecht bestellt, umso schlimmer, dass Anna sie bis zur Gänze ausreizte. Rastlos wie ein eingesperrtes Tier tigerte er durch sein Büro, hielt inne, setzte sich, um gleich wieder aufzuspringen. Sein Blick huschte durch die Glaswand, und sein Groll schwoll an. Sie war noch immer nicht da. Doch das war nicht der eigentliche Grund seiner momentanen Gereiztheit. Vor einer halben Stunde war er nach oben gegangen, um zu sehen, wo Anna so lange blieb. Was er da durch das Fenster von Enriques Büro beobachten musste, hatte ihn beinahe erneut zum Ausrasten gebracht. Anna und Enrique hatten zusammen auf dem Sofa gesessen und offensichtlich amüsierten sie sich. Von wegen Printkampagne... Es hatte nicht viel gefehlt und er wäre kopflos in das Büro gestürmt, um Anna von ihm wegzureißen. Immer mehr drängte sich Tom der Verdacht auf, dass Anna mit ihrer Aussage nur einen Grund gesucht hatte, um ihm aus dem Weg zu gehen. Aber warum? … Das würde er noch herausfinden. Nachdem er sich mehr oder minder gezwungen hatte, den Rückzug anzutreten, hatte er Enrique angerufen und ihm unmissverständlich klar gemacht, dass Anna sich bei ihm melden soll. Das war vor zehn Minuten. Rastlos fuhr er seine Wanderung fort und versuchte, die Bilder aus seinem Kopf zu verdrängen, die Enrique und Anna in dieser vertrauten Szene zeigten. Als sein Blick erneut auf Annas Schreibtisch fiel, hielt er inne … Sein Herz setzte einen Schlag aus, nur um danach doppelt so schnell weiterzurasen. Na endlich. Da war sie wieder. Für einen Moment drängte es ihn danach, zu ihr zu gehen, und sein Gespräch direkt zu fordern. Doch dann kam ihm eine bessere Idee. Kurzerhand ließ er sich in seinen Stuhl sinken, griff zum Telefon und wählte die Nummer vom Empfang. Sekunden vergingen, der Hörer wurde abgenommen. „Frau Hauschke … würden Sie bitte Anna Broda zu mir ins Büro schicken.“, verlangte er geschäftsmäßig. Nachdem er die Bestätigung der Empfangsdame erhalten hatte, legte er auf und lehnte sich entspannt zurück.

Neugierig wanderte sein Blick zu Anna. Es dauerte keine zwei Minuten, da tauchte Frau Hauschke vor Annas Schreibtisch auf und überbrachte ihr seine Nachricht. Annas Augen wanderten zu ihm. Tom bemühte sich um einen neutralen Blick und wandte diesen auch rechtzeitig ab, um nicht den Eindruck zu erwecken, dass er auf sie wartete. Aus den Augenwinkeln beobachtete er, wie sie unschlüssig vor sich hinstarrte. Dann erhob sie sich. Toms Herz legte einen Zahn zu, als er sah, wie sie sich auf sein Büro zubewegte. Er hielt die Luft an, als es wenige Sekunden später zaghaft klopfte. Hastig griff er sich einen geöffneten Aktenordner, der vergessen auf seinem Schreibtisch lag und gab vor, in seine Unterlagen vertieft zu sein, während er ein knappes. „Herein.“ rief. Die Tür öffnete sich, und Anna streckte den Kopf durch den Türspalt. „Sie wollten mich sprechen.“, sagte sie unsicher. Tom tat beschäftigt und sah nur kurz von seinen Unterlagen auf. „Komm rein.“, entgegnete er knapp und wartete, bis Anna die Tür geschlossen hatte und an seinen Schreibtisch herangetreten war. Er sah auf und bemühte sich um einen geschäftsmäßigen Gesichtsausdruck. Es fiel ihm schwer, gelassen zu bleiben, während sie vor ihm stand. Ihr Blick war starr auf seine Unterlagen geheftet. Sie wirkte verwirrt. Tom deutete ihr, sich zu setzen. Mechanisch folgte sie seiner Anweisung, den Blick stirnrunzelnd auf seinen Schreibtisch gerichtet. „Ich muss etwas Wichtiges mit dir besprechen.“, begann er langsam und versuchte, sein rasendes Herz zu beruhigen. Ihr Blick war noch immer starr auf seine Unterlagen gerichtet. „Anna?“ Sie sah auf, und ein leichtes Lächeln huschte über sein Gesicht. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer ist, einen Termin mit dir zu bekommen.“ Es gelang ihm nicht, den leisen Zynismus in seiner Aussage zu verbergen. Zu frisch waren noch die Bilder, die sie mit Enrique in vertrauter Szene zeigten. Er nahm sich fest vor, derartige Zusammenkünfte zukünftig zu unterbinden. „Ja, es gibt viel zu tun.“, bemerkte sie tonlos, den Blick nach wie vor starr auf seinen Schreibtisch gerichtet. Natürlich. Er ließ die Aussage im Raum stehen und wappnete sich für ein ganz anderes Thema. „Ich wollte mit dir über eine dringende Angelegenheit sprechen.“ Anna hob erwartungsvoll den Kopf. „Bruno hat beschlossen, eine personelle Veränderung vorzunehmen.“

Annas Augen weiteten sich. Zufrieden nahm Tom zur Kenntnis, dass er nun ihre volle Aufmerksamkeit hatte. Endlich. „Carla wird für einige Zeit … ausfallen.“ Anna kräuselte verwirrt die Stirn. „Ist ihr was zugestoßen?“ Ihre Besorgnis um Carla zwang ihn zu einem spontanen Lächeln. Wenn man bedachte, wie Carla Anna das Leben hier bei Lanford schwer machte, war diese Reaktion geradezu grotesk. „Es geht ihr gut. Nichts desto trotz wünscht sich Bruno, dass du zwischenzeitlich die Position der Chefdesignerin übernimmst.“ Anna schnappte hörbar nach Luft. „Aber …“ Tom schüttelte den Kopf. „Mein Vater ist von deiner Arbeit mehr als überzeugt, und er kann sich niemand anderen in dieser Position vorstellen.“ Ich übrigens auch nicht ... „Und … ab wann?“, fragte Anna verunsichert. „Sofort.“ Unvermittelt klappte ihr der Mund auf, und Tom hatte Mühe, ihrem überraschten Gesichtsausdruck mit der notwendigen Gelassenheit zu begegnen. Sie starrte ihn an … sekundenlang … dann nickte sie mechanisch … In derselben Sekunde flog die Tür auf, und Bruno stürmte ins Büro. Er sah kurz zu Tom … dann zu Anna. Ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, als er die Situation für sich deutete. Anna stand hastig auf und sah zu Bruno, dann zu Tom. „Oh … wie ich sehe, hast du Anna schon eingeweiht.“ Tom holte tief Luft und sah seinen Vater an. „Ja, gerade eben.“, erwiderte er knapp und starrte Anna hinterher, die gerade zur Tür strebte. Sie wollte schon wieder abhauen. Und die Tatsache, dass Bruno Tom bei der Vorbringung seines zweiten Anliegens erfolgreich gestört hatte, ärgerte ihn maßlos. „War’s das?“, fragte Anna zögerlich. Tom seufzte und nickte schließlich. Mit Bruno in seinem Büro würde er sein zweites Anliegen ohnehin nicht klären können. Er würde ihr also erneut geduldig hinterher rennen müssen, um ein Vier-Augen-Gespräch zu erwirken. Mühsam unterdrückte er ein frustriertes Knurren, während sein Blick sich auf die Blondine heftete, die bereits die Klinke in der Hand hatte. Ihr Blick wirkte ein wenig abwesend, wie die ganze Zeit schon, seit sie sein Büro betreten hatte. Ein wenig besorgt fragte er sich, was sie so sehr beschäftigte. „Hast du noch etwas?“, fragte er schließlich und ignorierte, dass sein Vater mitten im Büro stand. Unschlüssig hob Anna die Hand und deutete nach kurzem Zögern auf seinen Schreibtisch. „Ähem … der Ordner, der vor Ihnen liegt …“ Tom runzelte fragend die Stirn. „Er liegt verkehrt herum.“ Sein Blick schnellte zu den vor ihm liegenden Unterlagen, in denen er bis eben noch vorgegeben hatte, intensiv zu lesen … sein Alibi, um seine Fassade zu stärken. Verdammt, er hatte in der Eile gar nicht bemerkt, dass der Ordner auf dem Kopf lag. Er nickte und lächelte angespannt. Dann verschwand Anna aus dem Büro, und Tom trat sich in Gedanken gleich dreimal in den Hintern.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Sa Aug 11 2012, 16:14

Toll, wirklich richtig toll Smile

bin gespannt wie es weiter geht.
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katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Sa Aug 11 2012, 17:07

Ich bin wirklich erstaunt über die Contenance die Tom behält, da kennen wir ihn ja auch ganz anders Rolling Eyes , aber die letzten Zeilen sind einfach das Beste. Wie Anna ihn darauf hinweist, dass der Ordner verkehrt herum liegt Laughing ... Zu köstlich, und das noch mit Bruno im Büro. Man, man, man Tom, das war mal wirlich peinlich. Hihihi

Liebste Grüße Wink

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Sa Aug 11 2012, 18:58

Wieder ein supertoller neuer Teil , bin vollkommen begeistert!
Hoffe es gibt bald eine Fortsetzung
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Sa Aug 11 2012, 20:14

Danke euch beiden für eure lieben Kommentare. Freut mich, dass euch die Story gefällt. Werde bald weiterschreiben. Smile

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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Mo Aug 13 2012, 20:58

Viel Spaß beim Lesen, meine Lieben ... Wink


Teil 26


Bruno ließ sich lächelnd auf den Stuhl vor Toms Schreibtisch fallen. Die Zufriedenheit in seinem Blick sagte alles und nichts. „Du hast es ihr gesagt … sehr gut.“ Tom verzog das Gesicht und schwieg. Sein Fauxpas war ihm mehr als peinlich … und das alles vor Anna. Und die Tatsache, dass Bruno ihn gerade mitten im wichtigsten Gespräch der letzten drei Tage gestört hatte, wurmte ihn mehr, als er zuzugeben bereit war. Es hatte ihn unheimliche Anstrengungen gekostet, Anna in seine Nähe zu locken. Prima, jetzt konnte er wieder von vorne anfangen. „Wie hat es Carla aufgenommen?“, wollte Bruno wissen. Augenblicklich erinnerte sich Tom an Carlas Auftritt vorhin im Büro. Ein genervtes Stöhnen rollte über seine Lippen. „Wie soll sie es schon aufgenommen haben. Du kennst sie.“ Bruno legte den Kopf in den Nacken und seufzte theatralisch. „Ja, ich kann’s mir gut vorstellen. Und Anna?“ Tom hob die Brauen. „Was meinst du?“ Bruno lächelte. „Offensichtlich ringst du mit einer Entscheidung.“, erklärte er zufrieden. „Ich weiß nicht, was du meinst.“, erwiderte Tom schroff und gab erneut vor, beschäftigt zu sein. Wortlos deutete Bruno auf Toms Fauxpas und grinste schief. „Wenn du nicht mal merkst, dass du die Aufträge aus dem vorletzten Jahr auf dem Kopf liegend liest, dann spekuliere ich einfach mal, dass in deinem Kopf ein immenses Durcheinander herrscht. Und da ich Augen im Kopf habe – im Gegensatz zu manch anderem – …“, gab Bruno Tom gewichtig zu verstehen. „… gehe ich stark davon aus, dass Anna etwas mit deinem Kopfchaos zu tun hat.“ Tom stieß unwillig die Luft aus. Dass sein Vater davon Kenntnis erlangt hat, war ihm noch peinlicher als der Vorfall selbst. „Hast du mit ihr darüber geredet?“, fuhr Bruno unbeirrt fort. Tom schüttelte den Kopf, dann lächelte er gequält. „Dein Timing ist einfach zu … perfekt.“ Brunos Miene verdüsterte sich, dann verdrehte er gequält die Augen. „Tut mir leid, Tom.“ Der zuckte die Schultern. „Ich werde schon noch meine Chance bekommen … Wenn ich Glück habe, vielleicht noch in diesem Jahrhundert.“, resümierte er sarkastisch. Bruno grinste, und Tom war sich sicher, dass sie in diesem Moment über zwei vollkommen verschiedene Situationen nachdachten. Er war noch immer mit Carla zusammen und was das betraf, hatte er sich noch nicht wirklich für einen Weg entschieden. Aber im Augenblick wollte er seinem Vater einfach nicht die Illusion nehmen „Weswegen ich eigentlich hier bin.“, setzte Bruno an. „Wir müssen uns über Mailand unterhalten.“ Tom nickte. „Wann?“ „Ich bin morgen in München. Was hältst du von einem Abendessen, sagen wir … übermorgen Abend? Mach dir schon mal Gedanken, wer in Mailand dabei sein soll.“ „Wie steht’s mit dir?“, fragte Tom prompt an seinen Vater gewandt. Er zuckte die Schultern, dann lächelte er. „Willst du nicht lieber mit Anna fliegen?“ Tom rollte die Augen. So wie Anna im Moment drauf war, würde sie sich eher beide Beine abhacken, als mit ihm zu fliegen. Er seufzte niedergeschlagen. Wenn sie mir doch einfach nur mal zuhören würde.

************************************

Als Anna abends nach Hause kam, war sie verwirrter denn je. Unbewusst fügte sie ihrer Reihe von Ereignissen seit der Nacht im Hotel ein weiteres hinzu … Erst schläft Tom mit mir, dann serviert er mich eiskalt ab, dann kommandierte er mich herum, wie eine unfähige Praktikantin und jetzt … jetzt macht er mich mal so eben zur Chefdesignerin … Was kommt als nächstes? Ehrlich gesagt, wollte sie gar nicht intensiver darüber nachdenken. Dass sie sich heute in sein Büro gewagt hatte, ging weit über das hinaus, was ihr strenger Vorsatz erlaubt hatte. Und nun hatte sie den Salat. Verdammt, in dieser neuen Funktion würde sie unweigerlich enger mit ihm zusammenarbeiten müssen. Und das wiederum passte gar nicht in ihr Konzept. Aber was sollte sie jetzt tun? Schließlich hatte sie zugesagt … Und wenn sie doch noch schnell einen Rückzieher machte? Oh Tom, danke für dein großzügiges Angebot, aber ich kann dir leider nicht die Chefdesignerin geben, da ich in dieser Position viel zu eng mit dir zusammen arbeiten müsste. Und ich hab mir doch so sehr geschworen, Abstand von dir zu nehmen … Ja, Anna, das klingt wirklich unglaublich professionell …, schimpfte sie sich und schalt sich ein blödes Schaf, weil sie nicht eine Sekunde nachgedacht, sondern sich direkt von ihm hat breitquatschen lassen. Aber er hat doch so verzweifelt ausgesehen …, verteidigte sich die Pro-Tom-Seite. Quatsch, hast du schon mal einen Wolf verzweifelt gesehen, wenn er das Schaf erfolgreich in die Enge getrieben hat … Lächerlich …, konterte die Contra-Tom-Seite abfällig. RUHE …, schrie sie innerlich und presste sich die Hände gegen die Ohren, in der Hoffnung, auf diese Weise ihre widerstreitenden Gedanken zum Schweigen zu bringen. Und unweigerlich drängte sich ihr eine andere Frage auf. Was war mit Carla? Paloma. Schnell zückte sie ihr Handy und wählte die Nummer ihrer Freundin. Es klingelte zweimal, dann ging Paloma ran. „Anna, Süße … was gibt’s?“ Anna stöhnte tief. Wo zum Geier sollte sie anfangen? „Ich hab’s nicht geschafft, Tom zu entkommen.“, presste Anna niedergeschlagen hervor. Paloma seufzte am anderen Ende. „Ja, Enrique hat mir schon erzählt, dass du ihn um Asyl gebeten hast.“ „Asyl? Ja, und so schnell werde ich mich in Enriques Büro auch nicht wieder verlaufen.“, fauchte Anna aufgebracht. „Was ist passiert?“ „Nichts. Er nervt nur.“ Ein tiefes Seufzen folgte. „Er hat versucht, rauszukriegen, was zwischen Tom und mir vorgefallen ist.“ Schweigen. „Mich hat er auch schon ausgequetscht.“ „Hast du es ihm erzählt?“ „Natürlich nicht.“, erwiderte Paloma empört. „Der Kerl ist schlimmer wie eine Frau.“, murmelte Anna unüberhörbar angefressen. Paloma lachte leise. „Ich glaube eher, er steht auf dich … Genau wie Tom.“ Anna ließ ein zynisches Lachen hören. „Klar, weil Tom auf mich steht, hat er mich nach der Nacht auch abserviert … Sorry, ich vergaß, dass das ja so üblich ist …“, spie sie ihrer Freundin sarkastisch durch den Hörer entgegen. „Hey, Anna … bleib ruhig … Und noch mal, rede mit Tom!“ „Jaaaah …“, kam es entnervt von Anna. So langsam konnte sie diese Platte echt nicht mehr hören.

Einen Moment lang herrschte Schweigen am Telefon. „Paloma, … er hat mich heute zur Chefdesignerin gemacht.“, kam es schließlich zögerlich von Anna. Schweigen am anderen Ende. „Meinen Glückwunsch. Wurde auch langsam mal Zeit.“, erwiderte Paloma gelassen. Anna seufzte gequält. „Er hat gesagt, dass Carla vorerst ausfällt.“ „Das wird ja immer besser. Da musst du die Zicke wenigsten nicht dauernd ertragen.“, bemerkte sie zufrieden. Anna schnaubte indigniert. „Stimmt … aber irgendwie ist das alles mehr als komisch.“ Paloma seufzte. „Hast du ihn gefragt?“ „Ja, … Nein … Ach, ich weiß doch auch nicht. Er hat gesagt, dass Bruno das so will.“ „Und Tom?“ „Was weiß denn ich … Ist mir auch egal.“, murrte Anna angesäuert. Eine lange Pause folgte. „Paloma, … ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich hab das Gefühl, das wird alles immer schlimmer. Ich pack das nicht … Kannst du mich morgen krank melden?“, bettelte sie. Paloma lachte am anderen Ende. „Ich fürchte, Frau Chefdesignerin, das können Sie sich nicht erlauben.“, witzelte sie. „Ja, Dankeschön auch, Paloma … Du sollst mich aufbauen, nicht mir meine letzten Hoffnungen nehmen.“, maulte Anna angefressen. Paloma lachte wieder. „Mensch Anna, ich kann mich täuschen, aber ich hab das Gefühl, dass mehr dahinter steckt.“ Ein tiefes Seufzen drang durch den Hörer an Annas Ohr. „Ich will Tom nicht in Schutz nehmen, und ich billige auch nicht, was er dir angetan hat … Aber du erwartest von ihm eine Erklärung. Warum gibst du ihm nicht die Möglichkeit?“ Anna grummelte leise. „Ich bin nicht sicher, ob ich seine Erklärung hören will.“ „Ich weiß doch auch nicht, was der richtige Weg ist. Aber ihr solltet klare Fronten schaffen. Hör auf dein Gefühl.“, riet Paloma. Gefühl, Gefühl … ihre Gefühle waren so durcheinander, dass sie kaum noch wusste, wo oben und unten war. „Ich kann das nicht …“, sagte Anna leise. Paloma kicherte belustigt. „Sich an einen schönen Traum zu klammern, bringt dich auch nicht weiter … Gib dir einen Ruck, er wird dich schon nicht fressen …“ Rotkäppchen hat auch blind vertraut … und dann kam der böse Wolf und hat sie gefressen. Und was mit den sieben Geißlein passiert ist, nachdem sie in blindem Vertrauen die Tür geöffnet hatten, weißt du sicher auch … „Und wenn doch, kriegt er es mit mir zu tun.“, fügte Paloma hinzu. Jetzt war es an Anna, laut zu lachen. „Danke, das baut auf.“ Nachdem sie aufgelegt hatte, fühlte Anna sich jedoch kaum besser. Dass Tom versuchte, mit ihr zu reden, war offensichtlich. Und ja, sie machte sich noch immer Hoffnungen … aber sie hatte Angst vor der endgültigen Wahrheit.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Mo Aug 13 2012, 21:08

Oh, Mini, wieder so ein toller Teil Smile
Bin schon ganz aufgeregt, wie es weiter gehen wird.
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Mini_2010

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Di Aug 14 2012, 09:28

Danke für eure lieben Kommentare. Anbei ein bisschen Lesenachschub ... Wink


Teil 27


Als Tom an diesem Abend das Büro verließ, hatte er das Gefühl, neben einem Sieg, auch eine gewichtige Niederlage erlitten zu haben. Und nun stand er hier vor seiner Wohnungstür und bereitete sich auf die nächste Herausforderung vor. Würde in sein Leben irgendwann mal wieder so was wie Normalität einkehren? Aufgewühlt von den heutigen Ereignissen betrat er seine Wohnung. Carla saß auf dem Sofa und begrüßte ihn mit einem unwilligen Gesicht. Oh je, die Herausforderung, die ihn hier erwartete, würde größer werden, als zunächst angenommen. Auf in die Höhle des Löwen. „Bist du müde?“, fragte Carla in hörbar gereiztem Tonfall. Tom sah sie an und legte seinen Mantel ab. „Ich hab dir versprochen, dass wir heute Abend reden … also tun wir es auch.“ „Gut.“, erwiderte sie knapp. „Was ist in der Firma los?“, preschte sie direkt los. Tom hob die Brauen und gab sich unwissend. „Was meinst du?“ „Du schickst mich doch nicht ohne Grund in Urlaub?“, echauffierte sie sich. Tom, der sich erneut in die Defensive gedrängt fühlte, witterte eine echte Eskalation. Doch dieses Mal würde er nicht den Schwanz einziehen und winselnd wie ein Hund das Weite suchen. Er würde das klären, hier und heute. „Bruno und ich machen uns nur Sorgen um dich und wir sind beide der Meinung, dass du dich erholen sollst, bevor der Stress um die Winterkollektion losgeht…“ „Die Anna offensichtlich derzeit kreiert.“, konterte sie schnippisch. Tom schwieg. Er schloss die Augen und atmete leise durch. Carla war auf Krawall gebürstet, und er hatte absolut keine Lust auf Streit. Schnell schluckte er seinen Ärger hinunter und trat mit einem versöhnlichen Lächeln auf sie zu. „Du hattest irgendwas von einer Idee, wegen der Publicity erzählt.“, erinnerte er sie und hoffte, damit das leidige Thema Urlaub endlich abhaken und galant auf ein anderes lenken zu können … was auch nicht viel besser war. Aber für was sollte man sich schon entscheiden, wenn man nur die Wahl zwischen Pest und Cholera hatte?

Carla hob die Brauen und schenkte ihm ein zufriedenes Lächeln. Offensichtlich hatte er mit seinem Vorhaben ins Schwarze getroffen. Er schluckte schwer, denn es blieb abzuwarten, wie tief er sich wohlmöglich damit selbst in die Scheiße manövriert hatte. „Ja, das hab ich in der Tat. Und ich hab die perfekte Idee.“ Tom, ernsthaft gewillt, sich ihre Idee anzuhören, sah sie aufmerksam an. Carla klopfte einladend auf den Platz neben sich und setzte ein gewinnendes Lächeln auf. Tom folgte ihrer Aufforderung und ließ sich neben sie auf das Sofa sinken. Mit gemischten Gefühlen wartete er auf ihre Offenbarung … mahnte sich zur Ruhe. Was ihm wahrlich schwerfiel. Er kannte Carlas Ideen. Nicht selten neigten sie zum Extremen und sorgten dabei für soviel Wirbel, dass selbst ihm dabei schlecht wurde. „Was hältst du davon, wenn wir der Presse ein richtiges Festmahl präsentieren?“ Tom zog die Brauen hoch und wartete sichtlich angespannt. „Eine rührselige Geschichte über ein verkorkstes Leben und eine verlorene große Liebe wird irgendwann niemanden mehr interessieren.“, fuhr sie verächtlich fort. Tom musterte sie mit ausdruckslosem Blick. Klar, so redete nur jemand, der keine Ahnung davon hatte, wie sich jemand fühlte, der ein solches Schicksal durchlitten hat. Instinktiv fühlte er sich persönlich angegriffen. Dennoch war er gewillt, ihrem Vorschlag Gehör zu schenken. „Aber eine Hochzeit wäre eine richtig große Geschichte.“ Bei dem Wort Hochzeit krampfte sich spontan sein Magen zusammen. Alarmiert sah er sie an. Hochzeit? Hat sie da eben wirklich … HOCHZEIT gesagt? … Die Panik, die augenblicklich sein Gesicht überflutete, währte jedoch nur kurz. Entschieden zwang er sich zur Ruhe und bemühte sich um eine gelassene Miene. „Und an wen hattest du dabei gedacht?“, fragte er versucht lässig. Carla musterte ihn prüfend. Dann lächelte sie … Nein, sie strahlte förmlich. Tom schwante Böses. „Meinst du nicht, es wäre eine großartige Story, wenn bekannt würde, dass der Junior-Chef eines großen Modelabels in den Stand der Ehe eintritt?“ Mit eiserner Willenskraft bemühte er sich um Wahrung seines Gesichts. Ein leises Schnauben entrang sich ihm. „Du redest von uns beiden?“ Sie nickte, und Toms Panik erklomm eine neue Stufe. Ihrem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, war sie von ihrer Idee absolut überzeugt. Was zum Teufel hast du genommen?… Eine Weile sah er sie ungläubig an, dann seufzte er tief und schüttelte schließlich den Kopf. „Carla, mit so etwas Publicity zu machen, ist einfach nur … armselig. Damit treibt man keine Späße.“, tadelte er betont sanft und schob entschieden die Hände unter seine Schenkel, um nicht dem Drang zu verfallen, sie bei den Schultern zu packen und einmal kräftig durchzuschütteln, in der Hoffnung, dass ihr Gehirn dann wieder normal funktionieren würde. Doch ihr entgeisterter Blick strafte seine Hoffnungen Lügen. „Wer sagt, dass ich damit Scherze treibe?“

Toms Augen wurden riesengroß. „Du meinst das ernst?“ Echte Fassungslosigkeit trat in sein Gesicht. Schließlich erhob er sich und trat in die Küche. Er musste etwas tun … irgendetwas, um sich von dieser Farce hier abzulenken. Doch anders als geplant, folgte ihm Carla und trat selbstbewusst auf ihn zu. „Tom, wir sind jetzt seit gut zwei Jahren zusammen. Wir verstehen uns, liegen auf derselben Wellenlänge. Eine Hochzeit wäre doch perfekt, um das, was uns verbindet, zu besiegeln.“ Hochzeit? Ehe? Mit dir? Seine Miene versteinerte. Sie wollte heiraten? Ihn? Mit einem entzückenden Schmollmund, den sie immer dann aufsetzte, wenn sie etwas unbedingt haben wollte, legte sie ihre Arme um seinen Hals und zog ihn zu sich. Sämtliche Alarmglocken begannen in ihm zu schrillen. Raus hier. Weg. Fort. Luft. Ihr Lächeln wirkte beinahe liebevoll. Aber Tom sah es nicht, denn in seinem Kopf spielte sich plötzlich eine ganz andere Szene ab. „Ich hab mit Anna geschlafen.“, platzte es einfach so aus ihm heraus, bevor Carla die nächste Stufe einleiten konnte, die damit einherging, dass sie ihn mir ihren Reizen erstickte. Und wieder schossen Brunos Worte durch seinen Kopf, in denen er Carla als fade und blass bezeichnete. Je mehr Tom über die Worte seines Vaters nachdachte, umso mehr gelangte er zu der Erkenntnis, dass er mit allem Recht hatte. Mit Carla zusammen zu sein, war eine Sache. Sie zu heiraten, … sich an sie zu binden … eine ganz andere. Carlas Gesicht fiel abrupt in sich zusammen. Entsetzt wich sie zurück, starrte ihn an, als hätte er sie geschlagen. Tom realisierte mit einiger Verzögerung, dass er ihr soeben seinen Seitensprung mit Anna gebeichtet hatte. Und irgendwie war er dankbar, dass das ausgerechnet jetzt ans Licht gekommen war.

Sein Blick traf auf Carlas enttäuschtes Gesicht. Eine Sekunde später traten Tränen in ihre Augen. Drei weitere Sekunden später verzerrte sich ihr hübsches Antlitz zu einer wütenden Grimasse. Dann ging sie wie eine Furie mit geballten Fäusten auf ihn los. „Du … du … Schwein …“, platzte es wütend aus ihr heraus. „Ich fasse es nicht … Ausgerechnet diese blöde Kuh …“, fauchte sie und sah ihn hasserfüllt an. „Warum tust du mir das an, Tom?“, schrie sie und schlug mit ihren Fäuste auf seine Brust ein. Er hatte nichts anderes erwartet, und er ertrug ihren Wutausbruch, nahm ihn einfach hin. Er würde bald vorbei sein, wie immer, wenn sie sauer auf ihn war, weil er Mist gebaut hatte. Doch heute war es anders. Er fühlte sich zwar schäbig, aber dieses Gefühl tiefer Reue, was ihn sonst heimsuchte, wollte dieses Mal einfach nicht in ihm aufkommen. Warum? Als er genug von ihrer Tirade hatte und keine Lust mehr verspürte, als Ablassventil für ihren Frust zu fungieren, fing er ihre Arme ein und zwang sie, ihn anzusehen. „Eine Hochzeit halte ich für keine gute Idee.“, erklärte er ruhig. Carla sah ihn aus verweinten Augen zutiefst enttäuscht an. Die Tränen waren echt. Sie liebte ihn wirklich, das wusste er. Und das machte die Sache nicht einfacher. Aber er konnte nicht dasselbe von sich behaupten. Klar, er mochte sie … aber er mochte auch die Oper, einen guten Wein, seinen Porsche und bequeme Schuhe. Und ein Versprechen, wie sie es sich offensichtlich von ihm wünschte, würde er nur dem Menschen geben, den er aus tiefstem Herzen liebte. Davon mal abgesehen war Heiraten für ihn im Moment in etwa so bedeutend, wie die Lottozahlen vom letzten Monat. Ganz weit unten auf einer langen Liste von Dingen, die ihm im Leben wichtig waren, stand Heiraten in etwa auf derselben Stufe mit dem Kauf neuer Unterwäsche. Davon mal ganz abgesehen war es das Allerletzte, einen derartigen Anlass als Pressefutter zu missbrauchen. Dass Carla gern im Mittelpunkt stand, war durchaus nichts Neues. Dass sie aber derart vehement um Aufmerksamkeit buhlte, war ihm bisher nicht bewusst gewesen. „Warum?“, flüsterte sie mit tränenerstickter Stimme in seine Gedanken hinein. Tom zuckte die Schultern. „Es ist einfach passiert.“, sagte er tonlos. „Verdammt, Tom, so was passiert nicht einfach. Für so etwas entscheidet man sich.“, wütete sie. Gut, dann hatte er sich halt dafür entschieden, mit Anna zu schlafen. Das änderte auch nichts daran, dass er es getan hatte … und dass er es wieder tun würde.

Er sah sie an mit stoischer Gelassenheit und wartete auf die Ohrfeige, die nicht kam. Schweigen umhüllte sie. Und ihre Enttäuschung nagte an ihm. Sie war innerhalb weniger Tage schon der zweite Mensch, dem er weh getan hatte. Was für eine erschütternde Bilanz. „Hast du dir noch mal Gedanken über den Urlaub gemacht?“, wollte er wissen und überging die Tatsache, dass er soeben ihre ganzen Hoffnungen zunichte gemacht hatte. Sie tat ihm fast leid, und er wusste, dass sie ihm in wenigen Wochen noch mehr leid tun würde. Aber vielleicht war es auch besser so. Sie lachte gequält. „Mauritius hatte ich ausgesucht.“ Sie holte zittrig Luft. „Jetzt sollte ich wohl erst recht über diese Idee nachdenken, richtig?“, schniefte sie. Die vom Weinen verschmierte Wimperntusche in ihrem Gesicht bot ein groteskes Bild der Zerstörung. Tom seufzte. Das Leben war einfach nicht fair, das musste er oft genug am eigenen Leib erfahren. „Bruno wünscht sich, dass du dir eine Auszeit nimmst.“, erklärte er mit kühler Ruhe. „Bruno?“ Sofort war sie wieder auf hundertachtzig. „Er ist es also, der mich loswerden will.“ Tom schwieg. Carla schnaubte verächtlich. „Das ist so typisch für ihn.“ Mit seichtem Spott und Hohn im Gesicht sah sie ihn an. „Und was ist mit dir? Wie denkst du darüber?“, fragte sie ernst. Tom wand sich sichtlich. Was Brunos Einschätzungen betraf, … er hatte noch nie falsch gelegen und wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, tat man gut daran, dem einfach nachzukommen. „Ich finde, er hat Recht.“ Sehr diplomatisch, Tom. „Verstehe … Das habt ihr euch wirklich toll ausgedacht.“, erwiderte sie mit zynischem Blick, ehe sie stolz ihr Kinn vorreckte und ihn mit einem äußerst herablassenden Gesichtsausdruck musterte. Ihre Augen blitzten dunkel, ein boshafter Zug flammte in den schwarzen Tiefen. „Das hast du nicht umsonst getan, Tom … und Bruno auch nicht. Glaubt ja nicht, dass ihr mich so schnell loswerdet.“ Sie stolperte zur Tür, riss sie auf und warf sie mit einem lauten Knall hinter sich zu. Tom stand da wie paralysiert, während sich ihre Schritte im Treppenhaus entfernten und er zu begreifen versuchte, was soeben passiert war. Sie kriegt sich wieder ein, wenn sie erst genauer über Brunos Idee nachgedacht hat …, redete er sich ein. Und was Carlas Wunsch betraf … Heiraten? Er würde niemals wieder heiraten. Die einzige Frau, die er jemals heiraten würde, war tot.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Di Aug 14 2012, 13:26

Super Mini, Smile Deine Teile verzaubern mich immer wieder aufs neue Smile
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Di Aug 14 2012, 21:03

Hey meine Liebe,
da habe ich doch glatt verpasst, dass es was Neues von dir gibt. Surprised
Tja, das mit dem Timing, das muss Bruno wirklich noch lernen. Das haben wir ja schön öfter erlebt... Aber ich bin verwundert, dass Tom es überhaupt zugibt, dass er mit ihr sprechen wollte. Allerdings ist sein trockener Kommentar dazu, mal wieder toll. (Ich werde schon noch meine Chance bekommen … Wenn ich Glück habe,
vielleicht noch in diesem Jahrhundert.“, resümierte er sarkastisch.)

Und Anna hat jetzt also eine pro-Tom und eine contra-Tom-Seite, sehr witzig. Die haben ja sicherlich noch mehr zu besprechen...

Ja, und dann war da noch Carla. Was soll ich sagen. Klassisches Eigentor ?silent
Das hat sie sich wohl ein wenig anders vorgestellt. Na ja, wer hoch hinaus will geht eben das Risiko ein, tief zu fallen. Vor allem, wenn man so überheblich ist und kein Sicherheitsnetz nutzt, keine gute Idee.

Und dann kam ja Mailand auf den Tisch... Hm, was bis dahin und dort nicht noch so passiert... Rolling Eyes Ich freu mich drauf.
Liebe Grüße
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Di Aug 14 2012, 22:29

Lizzy schrieb:
Super Mini, Smile Deine Teile verzaubern mich immer wieder aufs neue Smile

katha schrieb:
Hey meine Liebe,
da habe ich doch glatt verpasst, dass es was Neues von dir gibt. Surprised
Tja, das mit dem Timing, das muss Bruno wirklich noch lernen. Das haben wir ja schön öfter erlebt... Aber ich bin verwundert, dass Tom es überhaupt zugibt, dass er mit ihr sprechen wollte. Allerdings ist sein trockener Kommentar dazu, mal wieder toll. (Ich werde schon noch meine Chance bekommen … Wenn ich Glück habe,
vielleicht noch in diesem Jahrhundert.“, resümierte er sarkastisch.)

Und Anna hat jetzt also eine pro-Tom und eine contra-Tom-Seite, sehr witzig. Die haben ja sicherlich noch mehr zu besprechen...

Ja, und dann war da noch Carla. Was soll ich sagen. Klassisches Eigentor ?silent
Das hat sie sich wohl ein wenig anders vorgestellt. Na ja, wer hoch hinaus will geht eben das Risiko ein, tief zu fallen. Vor allem, wenn man so überheblich ist und kein Sicherheitsnetz nutzt, keine gute Idee.

Und dann kam ja Mailand auf den Tisch... Hm, was bis dahin und dort nicht noch so passiert... Rolling Eyes Ich freu mich drauf.
Liebe Grüße
Katha

Danke, Danke, Danke, freu mich riesig über euer Lob. Fortsetzung folgt balde ... Smile

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Mi Aug 15 2012, 08:26

Ein kleiner Teil für euch. Viel Spaß beim Lesen Smile


Teil 28


Tom lag wach in seinem Bett und dachte über sein verkorkstes Leben nach. Als Carla so unvermittelt abgerauscht war, war er zunächst erleichtert gewesen. Doch dann hatte ihn die Leere seiner Wohnung fast in den Wahnsinn getrieben. Er hatte ein paar Mal versucht, sie zu erreichen, doch sie hatte ihn zuerst weggedrückt und dann das Handy ganz abgeschaltet. Tja, das hatte er wohl verdient. Und nun lag er hier … allein. Ob Carla zu ihm zurückkommen würde? … Wollte er, dass sie zu ihm zurückkam? Vielleicht war es Schicksal, dass sie heute ging … genauso wie es so sein sollte, dass er mit Anna diese Nacht im Hotelzimmer verbracht hatte. Vielleicht war es vorbestimmt, dass sich die Ereignisse genau so entwickelten. Gut, er hatte sich Carla gegenüber nicht gerade fair verhalten, das wusste er. Aber ihr Vorschlag von einer Heirat – ihr indirekter Antrag – hatte ihn spontan aufgerüttelt. Das war der Auslöser. Das war es, was Bruno gemeint hatte, als er ihm vorgeworfen hatte, dass er Carla in ihr Unglück trieb. Und heute hatte er einen unbewussten Blick in ihr Herz erhalten … weil sie über ihre Wünsche gesprochen hatte – zum ersten Mal. Und diesen Wunsch konnte er ihr nicht erfüllen. Den Kopf voll wirrer Gedanken starrte er an die Decke. Es fühlte sich seltsam an, dass sie weg war. Als wäre ihm ein Teil seiner Selbst entrissen worden. Er hatte sich so sehr an Carlas Gegenwart gewöhnt, dass er es für selbstverständlich gehalten hatte, dass sie immer da war. Und nun war sie weg ... Er hatte erwartete, dass er irgendetwas empfinden würde, Trauer, Enttäuschung … Reue … den Wunsch, sich zu entschuldigen … so wie die vielen anderen Male zuvor auch. Aber er fühlte einfach nichts … nur Leere … und eine gewisse Befreiung … Platz für einen Neuanfang.

Und in diesem Moment wusste es Tom, … sah seinen Weg ganz klar vor sich. Unbewusst hatte er eine Entscheidung getroffen, … den Stein ins Rollen gebracht, von dem er nicht wusste, wie viel er auf seinem Weg noch zerstören würde. Aber er hatte seinen Weg gewählt … ein Zurück gab es nicht mehr … und eine Zukunft mit Carla auch nicht. Unweigerlich drängte sich Fannis Bild in seinen Kopf. Er erinnerte sich daran, wie er ihr damals den Antrag gemacht hatte. Er war von sich selbst überrascht gewesen, dass es schon nach drei Wochen soweit war. Aber es hatte sich einfach richtig angefühlt – so ganz anders als vorhin bei Carla. Und Fanni hatte ihn bedingungslos angenommen, ohne zu zögern. Das hatte er an ihr geliebt. Ihre Spontaneität. Sie traf ihre Entscheidungen und hielt daran fest. Sie hatte ihm den Weg gewiesen. Und er war mit ihr gegangen. Ein richtiger Weg … aber viel zu kurz. Er dachte an Anna und wie viel sie doch gemeinsam hatten. Auch ihr Weg mit Jonas war zu kurz gewesen. Und sie wollten eine Familie … genau wie er mit Fanni. Warum mussten die guten Augenblicke im Leben nur so grausam enden? Annas Worte schossen ihm unvermittelt durch den Kopf. Glauben Sie, dass er jemals wieder lieben wird? … Irgendwann? Würde er jemals wieder lieben können? Er hatte einen Weg gewählt, und er fühlte sich gut an … ein wenig fremd noch, aber gut. Der erste Schritt war getan … und wer wusste schon, wohin das Schicksal ihn führen würde.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Mi Aug 15 2012, 11:15

Wie immer toll geschrieben Mini. Smile
Freue mich auf den nächsten Teil
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Mi Aug 15 2012, 19:07

Danke dir, liebe Lizzy. Smile

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Mi Aug 15 2012, 20:02

Ja, ja, ja, Tommi. Das hast du gut erkannt. Platz für einen Neuanfang. Very Happy
Trau dich und lass dich von Anna nicht aufhalten...

Ich freu mich auf mehr!!!!!! Smile

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Mi Aug 15 2012, 21:14

katha schrieb:
Ja, ja, ja, Tommi. Das hast du gut erkannt. Platz für einen Neuanfang.
Trau dich und lass dich von Anna nicht aufhalten...

Ich freu mich auf mehr!!!!!! Smile

Ja, ein gutes Gefühl, wenn die Erkenntnis erst mal da ist, gelle ... I love you

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Fr Aug 17 2012, 09:49

Auch hier gibts eine Fortsetzung für euch. Viel Spaß beim Lesen, meine Lieben ... Wink


Teil 29

Müde rieb Tom sich über sein Gesicht. Er hatte nicht viel geschlafen letzte Nacht, aber als er heute Morgen aufgestanden war, hatte er das mit neuer Entschlossenheit getan. Als hätte er es über Nacht geschafft, wieder frei durchatmen zu können, spürte er, wie plötzlich etwas aus ihm herausdrängte. Er fühlte, wie die Mauer um sein Herz langsam kleiner wurde. Ein wenig fürchtete er sich davor, aus seinem Schneckenhaus herauszukommen. Was würde ihn erwarten? Doch seine Entscheidung stand fest. Sein Blick war wieder mal auf Annas Schreibtisch gerichtet, und er beobachtete, interessierter denn je, wie sie konzentriert über ihre Skizzen gebeugt saß und in ihre Arbeit vertieft war. Ein Anblick, den er zu genießen begonnen hatte. Wenn doch nur nicht Paloma bei ihr stünde. Aus irgendeinem Grund störte es ihn, dass sie Annas Aufmerksamkeit allein auf sich zog. Noch kein einziges Mal hatte sie zu seinem Büro gesehen. Ein wenig zerknirscht widmete er sich schließlich dem Poststapel, den Frau Hauschke ihm vor ein paar Minuten ins Büro gebracht hatte. Er hatte Zeit … viel Zeit … und heute würde Anna sich nicht einfach aus dem Staub machen können. Zumindest nicht, so lange er nicht gesagt hatte, was er zu sagen hatte. Die halbe Nacht hatte er darüber nachgedacht, hatte sich die verschiedensten Szenarien ausgemalt, wie er mit ihr ins Gespräch kommen könnte, um das zu sagen, was ihm auf dem Herzen lag. Und eine Möglichkeit nach der anderen hatte er wieder verworfen, weil immer etwas oder jemand dazwischen gekommen war und sein Vorhaben vereitelt hatte – so wie gestern. Er sah wieder auf. Anna unterhielt sich immer noch mit Paloma. Angespannt drehte er den Stift in seiner Hand, während er überlegte, wie er Anna zu diesem Gespräch bewegen könnte. Er seufzte genervt, während er die beiden Frauen beobachtete, die sich offensichtlich amüsierten. Im Moment würde es ihm schon genügen, wenn Paloma einfach mal zu Enrique gehen könnte. Hat sie in ihrer Funktion als seine Assistentin denn nichts zu tun? Warum müssen Frauen auch immer soviel miteinander quatschen …, schoss es ihm frustriert durch den Kopf.

Er zwang sich, sein Blick von dem Geschehen vor der Glaswand abzuwenden, als sein Augenmerk auf das Schriftstück fiel, welches er ziemlich verkrampft mit den Händen umklammerte. Es war eine Anfrage von einer großen amerikanischen Modekette, die gern zusammen mit Lanford eine Kollektion entwickeln wollte. Tom kannte das New Yorker Modehaus. Es war eine der größten Ketten auf dem amerikanischen Markt. Tom lächelte. Sein Gespür fürs Geschäft meldete sich. Mit dieser Kette zusammenzuarbeiten, wäre ein äußerst lukratives Geschäft für Lanford. Und das Beste – Enrique hätte endlich genug zu tun. Sein Blick flog zurück zu Paloma. Und seine Assistentin auch. Er hoffte, dass Enrique schon im Haus war, als er zum Telefon griff. Sein bester Freund und Marketingchef ging beim ersten Klingeln ran. „Hallo Tom.“, begrüßte er ihn überschwänglich. „Morgen.“, brummte Tom, dessen Aufmerksamkeit schon wieder jenseits der Glaswand unterwegs war. „Was gibt’s?“, vernahm Tom Enriques Frage durch den Hörer und lenkte ihn abermals von Annas Schreibtisch und den beiden Frauen ab. „Ich hab hier einen Auftrag von VIP-Fashion.“ „Die amerikanische Modekette?“ „Ja. Die wollen eine eigene Kollektion aus unserem Haus.“, kam Tom direkt auf den Punkt. „Klingt nach einem großen Geschäft.“, bemerkte Enrique. Ja, und wie. „Kannst du den Kontakt aufnehmen und dich darum kümmern, dass die Gespräche geführt werden?“, fragte Tom und fügte ein ernstes „Sofort!“ hinzu. Schweigen. „Enrique?“ „Ja, klar … natürlich.“ Tom lächelte. „Paloma ist gerade hier. Ich gebe ihr die Unterlagen, dann kann sie sie dir gleich vorbeibringen.“ „Geht klar.“, erwiderte Enrique und legte auf. Toms Lächeln wurde breiter. Endlich hatte er freie Bahn zu Anna.

Doch sein Triumph fiel jäh in sich zusammen, als eine Sekunde später seine Bürotür äußerst ruppig aufgerissen wurde und eine sichtlich wütende Carla eintrat. Ehe Tom es verhindern konnte, rollte er genervt die Augen. Doch genauso schnell fing er sich wieder. „Guten Morgen, Carla.“, begrüßte Tom sie übertrieben freundlich, wusste er doch zu gut, was als nächstes kommen würde. „Wo warst du die ganze Nacht? Ich hab mir Sorgen gemacht.“, fügte er gelassen hinzu, ehe sie mit ihrer Tirade loslegen konnte. Amüsiert beobachtete er, wie ihre Gesichtszüge entglitten. Bedauerlicherweise währte dieser Moment nur einen Sekundenbruchteil, denn fast übergangslos fand sie ihre Contenance wieder. Mit stolz vorgerecktem Kinn trat sie vor seinen Schreibtisch und warf ihm in abfälliger Weise seinen Wohnungsschlüssel auf den Tisch. Mäßig überrascht sah er sie an, während er die Male zu zählen versuchte, in denen sie ihm schon auf diese Weise seinen Schlüssel zurückgegeben hatte. Es war ihre ganz eigene Art, ihm zu sagen, dass er Mist gebaut hatte. Und jedes Mal hatte er sich geradezu mit Entschuldigungen überschlagen. Ein hübsches kostspieliges Geschenk und eine ausgiebige Versöhnungsnacht später waren sie dann wieder friedlich vereint gewesen. Er musterte sie einen Moment lang. Oh, zweifellos war sie auch heute überzeugt, dass er alles dafür tun würde, sie wieder zu besänftigen. Zugegeben, der Gedanke, sie zu verlieren, war ihm stets ein Graus gewesen – zumindest bis letzte Nacht. Mit einer lässigen Bewegung griff er nach dem Schlüssel, murmelte ein knappes „Danke“ und steckte ihn in seine Hosentasche, ehe er sich wieder seiner Arbeit widmete. Als das Geräusch einer sich schließenden Tür ausblieb, sah er auf. Carla stand wie festgenagelt vor seinem Schreibtisch. Sie wirkte verwirrt. Er verkniff sich ein abfälliges Schnauben, hatte er mit seiner Vermutung doch recht behalten. Glaubte sie ernsthaft, diese Masche würde immer bei ihm funktionieren? Es dauerte einen Moment, bis sie in den Tiefen ihrer Verwirrung ihre Sprache wiederfand. „Was soll das, Tom?“, fragte sie endlich.

Unbeeindruckt neigte er den Kopf und musterte sie einen Moment. „Carla, ich denke, wir sollten uns beide über ein paar Dinge klar werden.“, begann er schließlich. „Was denn? Ob du die kleine Broda wieder in die Kiste zerrst oder nicht?“, blaffte sie ungehalten. Tom sah auf. Ihre Augen blitzten argwöhnisch. Dass Carla eifersüchtig auf Anna war, war nichts Neues. Sie hatte es nur bisher deutlich besser kaschiert, wie Tom plötzlich bewusst wurde. Doch das interessierte ihn nicht. „Das hat nichts mit Anna zu tun.“, erwiderte er so gelassen wie möglich. Dass sie mit ihrer Aussage ins Schwarze getroffen hatte, musste er ihr ja nicht unbedingt auf die Nase binden. Davon mal abgesehen war dies nicht der einzige Grund für seine Entscheidung. „Dein … Vorschlag gestern …“ Er schüttelte den Kopf, als ihn die Erinnerung daran einholte. „Mensch Tom, wenn du noch nicht soweit bist, dann … warten wir einfach …“, unterbrach ihn Carla, zweifellos gewillt, sich nicht kampflos geschlagen zu geben. „Ich werde niemals dazu bereit sein.“, erwiderte er schroff und unterband ihren Versuch, ihn zu besänftigen. „Heiraten kommt für mich nicht in Frage.“ Und das war nicht mal gelogen. Er holte tief Luft und stieß sie angestrengt wieder aus. „Du solltest dir jemanden suchen, der bereit ist, deinen Wunsch zu erfüllen.“ Carlas Kinnlade klappte nach unten. Sie stand da, wie vom Donner gerührt. „Nur weil ich den Vorschlag zu einer Hochzeit gemacht habe, schmeißt du jetzt alles weg?“ Sie war fassungslos. Er lächelte gequält. „Offensichtlich wünschst du es dir. Aber ich werde dich nicht heiraten.“ „Gut, vielleicht nicht jetzt … aber in ein paar Jahren …“ Tom sah sie ernst an. „Carla, hast du mir nicht zugehört? Ich habe gesagt, dass ich dich niemals heiraten werde … nicht morgen, nicht in einem Monat und auch nicht in hundert Jahren.“ Sämtliche Farbe wich aus ihrem Gesicht, ihre Miene wurde ausdruckslos. „Und Anna? Sie muss ja überzeugend im Bett gewesen sein.“, stieß sie spöttisch aus, die Provokation darin kaum verbergend. Tom überging ihren halbherzigen Angriff und schüttelte den Kopf. „Mir ist klar geworden, dass das mit uns nichts wird, Carla … Tut mir leid.“ erwiderte er ernst. Ihre Fassungslosigkeit erklomm eine neue Stufe. Ihr war anzusehen, dass sie mit der Situation mehr als nur überfordert war und nicht bereit, sie zu akzeptieren. Sie öffnete den Mund, um etwas zu sagen, schloss ihn aber ergeben und schwieg. „Du machst mit mir Schluss?“, sprach sie das Offensichtliche aus. Er zuckte die Schultern. „Wenn du es so nennen willst.“

Lange sah sie ihn an, ehe die Fassungslosigkeit in ihrem Blick einer beängstigenden Kälte wich. Wie in Zeitlupe wandte sie den Kopf und heftete ihr Augenmerk durch die gläserne Wand auf Anna. „Das wird dir noch leid tun, Tom.“, erklärte sie tonlos. Ihre Augen funkelten von plötzlichem Hass erfüllt. „Viel Glück … und ein schönes Leben.“, fügte sie beinahe ergeben hinzu, doch der feindliche Unterton in ihrer Stimme sagte ihm, dass ihre augenscheinliche Kapitulation gleichzeitig eine Kampfansage war. Er wusste nur noch nicht genau, ob sich diese gegen Anna oder ihn oder sie beide richten würde. „Wenn es nichts weiter gibt, würde ich dich bitten zu gehen … Ich habe zu tun.“, sagte er so ruhig wie möglich. „Ich sehe dich dann in dreieinhalb Wochen.“ In dem Wissen, dass für ihn damit alles gesagt war, widmete er sich wieder seiner Arbeit. Die hübsche Brünette schüttelte den Kopf und sah ihn an, als versuche sie noch immer die Pointe in dem Witz zu erkennen, der keiner war. Wutschnaubend wandte sie sich schließlich um und stürmte aus dem Büro. „Ach, und Mauritius ist wirklich eine gute Wahl. Ich wünsche dir einen erholsamen Urlaub.“, rief Tom ihr noch nach, ehe die Tür mit einem lauten Knall ins Schloss fiel, sodass die Fensterscheiben bedrohlich wackelten. Tom seufzte tief. Manchmal war er ein richtiger Arsch, das wusste er. Aber als sie gestern mit diesem absolut indiskutablen Vorschlag gekommen war, hatte sie ihn unbewusst zu dieser Entscheidung gezwungen, mit der er schon seit Wochen schwanger ging. Sein Vater sagte immer, dass der richtige Weg selten der leichteste ist … Carla war erfolgsverwöhnt. Eine Niederlage würde sie nicht einfach akzeptieren, weder in dem einen Punkt, noch in dem anderen. Aber sein Entschluss stand fest … Toms Blick glitt zu Anna, die auf der anderen Seite saß und zeichnete. Jetzt musste er nur noch mit ihr reden … und er hatte das Gefühl, dass dieses Gespräch kaum einfacher werden würde. Aber deutlich angenehmer. Ja, der Auftakt war gemacht … der Kampf, den er unwissentlich heraufbeschworen hatte, hatte seinen Anfang genommen, … doch er wusste, dass er das wert war.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Fr Aug 17 2012, 09:57

und noch einer hinterher, weil ich gerade so gute Laune habe ... Smile


Teil 30

Das Angebot von VIP-Fashion noch immer vor sich liegend, stand Tom auf, griff nach dem Blatt Papier und verließ sein Büro. Er hatte ein wichtiges Gespräch zu führen, und niemand würde ihn heute daran hindern. Ein paar Sekunden später tauchte er neben Paloma auf. „Würden Sie das bitte Enrique bringen. Er weiß schon Bescheid.“, fragte er und hielt ihr den Auftrag vor die Nase. Als Paloma ihn nur erstaunt ansah und keine Anstalten machte, sich aus Annas Reichweite zu entfernen, sah er sie ernst an. Palomas Blick flog zu Anna, die es angestrengt vermied, Tom anzusehen. Fast schon amüsierte ihn diese Tatsache. Die Spanierin räusperte sich und griff nach dem Blatt Papier, was Tom ihr noch immer entgegenhielt. „Wir sehen uns nachher?“, fragte sie an Anna gewandt. Wohl kaum, ihr werdet mit diesem Auftrag hoffentlich eine Weile beschäftigt sein …, ging es Tom zufrieden durch den Kopf. Er lächelte eisig, als Paloma ihn fragend ansah. „Sofort.“, konkretisierte er seine Ansage. Eher widerstrebend kam sie seiner Aufforderung nach, wandte sich um und machte sich auf den Weg zu Enriques Büro. Einen Moment lang verharrte Tom neben Anna, die eisern den Blick auf den Block gerichtet hielt und zeichnete. „Anna?“ „Ja.“ Sie sah ihn noch immer nicht an. „Ich möchte dich in einer halben Stunde in meinem Büro sehen.“, erklärte er mit ruhiger Stimme. Was ihn angesichts des Gefühlssturms, der in ihm tobte, unglaubliche Mühe kostete. „Tut mir leid, ich habe gleich einen Termin.“, antwortete sie nüchtern. „Der kann warten.“, erwiderte er knapp. „Kann er nicht.“, widersprach sie. Was soll das? Die in ihm aufwallende Wut bändigend, ballte er die Hände zu Fäusten und schnaufte angestrengt. „Ich sehe dich in einer halben Stunde in meinem Büro. Ansonsten kannst du dir deine Papiere abholen.“, gab er ihr mit beherrschter Stimme zu verstehen, die die Drohung in seinen Worten jedoch nicht zu verbergen vermochte. „In Ordnung.“ Tom erstarrte. Was hatte sie da eben gesagt? Angestrengt stieß er die Luft aus und biss sich auf die Zunge, verhinderte den Fluch, der ihm durch den Kopf schoss, ehe er ihm über die Lippen kommen konnte. „Eine halbe Stunde.“, bekräftigte er mit einem leisen Knurren seine Forderung. Dann wandte er sich um und ging mit zornigen Schritten zurück in sein Büro. Was bildete diese Frau sich eigentlich ein? Er hatte sie eingestellt und ihr eine neue Perspektive gegeben, indem er dafür gesorgt hatte, dass sie keine Schulden mehr hatte. Und was war der Dank dafür? Sie widersetzte sich ihm bei jeder nur denkbaren Gelegenheit. Die mühsam unterdrückte Wut brodelte in ihm auf. Mit fahrigen Händen fuhr er sich durch seine dunkelblonden Haare, während er zornig gegen einen Aktenordner trat, der auf dem Boden stand. Der segelt ein paar Meter weit und blieb nach einem dumpfen Aufschlag mitten im Raum liegen. Toms Nerven waren zum Zerreißen angespannt, und er sehnte sich danach, irgendjemanden zu erwürgen. Mürrisch starrte er durch die Glaswand auf Annas Schreibtisch und fragte sich, was für einen Termin sie wohl diesmal hatte. Er flehte innerlich, sie möge ihn doch ansehen. Aber sie tat es nicht.

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Anna hatte unbewusst die Luft angehalten. Es hatte sie sämtliche Mühe gekostet, zu widerstehen. Und es hatte sie innerlich fast zerrissen, dass sie seine Aufforderung abgelehnt hatte. Ihr Herz raste noch immer. Als sie vorhin die Auseinandersetzung zwischen Tom und Carla beobachtet hatte, war sie irritiert gewesen. Ob das was damit zu tun hatte, dass sie jetzt Carlas Posten hatte? Wie dem auch sei, offensichtlich hatten Carla und er arge Differenzen. Warum machst du dir eigentlich Gedanken darüber? Es kann dir doch völlig egal sein, ob sie sich gegenseitig die Augen auskratzen ..., schalt sie sich. Der Versuch, sich selbst zur Räson zu zwingen, scheiterte kläglich, denn ohne dass sie es wollte, zog ein Anflug von Hoffnung durch ihr Herz. Nein, denk nicht mal daran … das ist vorbei … Tom ist tabu ..., besann sie sich eilig wieder auf ihr Vorhaben. Die Sache mit dem Ignorieren hatte soeben super funktioniert … besser als gestern. Und es würde wieder funktionieren. Blöd nur, dass Paloma weg musste und dass Tom sie in weniger als – sie sah auf ihre Uhr – zwanzig Minuten in seinem Büro erwartete. Sie hob den Kopf und schielte heimlich durch die Glaswand. Tom schien sichtlich verärgert zu sein. Unbehagen wühlte in ihr. Was er wohl will? Egal, das interessiert nicht mehr …, rief sie sich erneut zur Räson, als ihre Gedanken abermals abdriften wollten. Und deswegen musste sie sich schleunigst etwas einfallen lassen. Einen Moment lang sehnte sie das Stofflager herbei, in dem sie sich vorgestern versteckt hatte. Aber würde er sie dort nicht als erstes suchen? Sie sah auf ihre Uhr. Noch dreizehn Minuten. Denk nach … Denk nach. Ohne es zu wollen, wanderte ihr Blick zu Toms Büro. Er starrte sie an … Anna sah augenblicklich weg. Verdammt, sie musste hier raus. Wo blieb nur Paloma? Panik machte sich in ihr breit. Acht Minuten noch ... Anna wurde plötzlich übel. Hastig sprang sie auf und steuerte auf die Toilette zu. Doch kurz davor hielt sie inne. Nein, keine gute Idee. Die Toilette war eine Sackgasse, von dort aus konnte sie nicht fliehen, wenn Tom sie fand. Ihr Blick fiel auf den Fahrstuhl, huschte dann zu Toms Büro. Ein Gedanke nahm Gestalt an. Ohne noch mehr Zeit zu verlieren, lief sie auf die silbergrauen Türen zu, knallte ein paar Mal ihre Hand auf den Knopf und betete, dass der Lift kommen würde, bevor Tom bemerkte, dass sie verschwinden wollte. Die Fahrstuhltür öffnete sich, genau in dem Moment als Tom aus seinem Büro kam. Mit vor Schreck geweiteten Augen starrte sie ihn an. Verfluchter Mist. Dann drehte sie auf dem Absatz um und floh in Richtung Treppenhaus.

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Fr Aug 17 2012, 11:45

Und wieder so hammer Teile. Das ist atemberaubend, das ist wahrlich wunderbar wie du das beschreibst.
Freue mich auf eine Fortsetzung von dir. sunny


Zuletzt von Lizzy am Sa Aug 18 2012, 07:27 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Fr Aug 17 2012, 20:53

So ein bisschen doof ist die gute Anna ja schon. Wie stellt sie sich das denn vor als Chefdesignerin, wenn sie jedes Mal davon rennt, wenn ihr Chef was von ihr will. Da sollte sie sich vielleicht doch ein anderes Betätigungsfeld suchen. Mad
Ich weiß, das ist jetzt hart, schließlich versucht sie einfach nur irgendwie mit der Situation klar zu kommen, aber ich muss gestehen so langsam tut mir Tom echt leid, und ich finde man kann ihm mittlerweile nicht hoch genug anrechnen, dass er immernoch versucht mit ihr zu reden. Andere hätten lange aufgegeben. Wink
Na ja, er wird schon noch zu seiner Aussprache kommen, wie war das? hoffentlich noch in diesem Jahrhundert? Und Anna wird noch merken, dass es nicht die schlechteste Idee ist, ihm mal zuzuhören. Wink Rolling Eyes

Liebe Grüße
Katha

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Fr Aug 17 2012, 21:49

Lizzy schrieb:
Und wieder so hammer Teile. Das atemberaubend, das ist wahrlich wunderbar wie du das beschreibst.
Freue mich auf eine Fortsetzung von dir. sunny

Danke dir. Dein Lob ist ein Genuss. Smile

katha schrieb:
So ein bisschen doof ist die gute Anna ja schon. Wie stellt sie sich das denn vor als Chefdesignerin, wenn sie jedes Mal davon rennt, wenn ihr Chef was von ihr will. Da sollte sie sich vielleicht doch ein anderes Betätigungsfeld suchen. Mad
Ich weiß, das ist jetzt hart, schließlich versucht sie einfach nur irgendwie mit der Situation klar zu kommen, aber ich muss gestehen so langsam tut mir Tom echt leid, und ich finde man kann ihm mittlerweile nicht hoch genug anrechnen, dass er immernoch versucht mit ihr zu reden. Andere hätten lange aufgegeben. Wink
Na ja, er wird schon noch zu seiner Aussprache kommen, wie war das? hoffentlich noch in diesem Jahrhundert? Und Anna wird noch merken, dass es nicht die schlechteste Idee ist, ihm mal zuzuhören. Wink Rolling Eyes

Liebe Grüße
Katha

Ja, Anna ist manchmal wirklich ein bisschen doof. Rolling Eyes Rolling Eyes
Sie geht eben davon aus, dass Tom sie nach seiner Flucht aus dem Hotel jetzt noch so richtig den Laufpass geben will. Die andere Möglichkeit zieht sie wohl nicht in Betracht. Du hast Recht, jeder andere hätte schon aufgegeben. Zum Glück ist Tom so hartnäckig, sonst wäre die Story ja schon nach 32 Teilen zu Ende. Wink

Danke dir, meine Liebe. Und ich genieße deine Kommis ... I love you

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Di Aug 21 2012, 12:49

Weiter gehts ... Sorry, dass ihr so lange warten musstet ... :|


Teil 31


Tom hatte Anna die ganze Zeit beobachtet. Hinter dem sichtlichen Widerwillen hatte er deutlich ihre Nervosität gespürt, als Paloma mit dem Auftrag abgetrabt war. Sein Gefühl hatte ihn nicht getäuscht. Paloma sollte ihr als Schutzschild dienen, damit er sich ihr nicht unverhofft näherte. Er wusste nur nicht, warum sie dieses Theater veranstaltete, und irgendwie betrübte es ihn, dass sie es tat. Aber das würde er in weniger als zehn Minuten herausfinden. Als er erneut von seinen Unterlagen aufsah, war Anna verschwunden. Verdammt! Er hatte nur eine Sekunde nicht aufgepasst. Eilig sprang er von seinem Stuhl auf, stolperte beinahe über den Ordner, der er durch sein Büro gekickt hatte ... Nein, du entkommst mir nicht, Anna ..., schwor er sich und riss die Tür auf. Genau in diesem Moment ertönte die Fahrstuhlglocke. Anna stand davor und starrte ihn erschrocken an. Hab ich dich …, dachte Tom und lächelte in sich hinein. Eine Sekunde später hatte sie sich umgedreht und war abgerauscht. Er hatte eine Ahnung, wo sie hinwollte. Und das würde er verhindern. „Frau Hauschke, sagen Sie für heute alle meine Termine ab. Ich bin außer Haus.“, rief er der Empfangsdame zu, als er an ihr vorbeirauschte, um Anna zu folgen, die soeben im Treppenhaus verschwand. „Anna, bleib stehen!“, rief er, als er die Tür aufstieß. Das Geräusch hastiger Schritte drang an seine Ohren. Er lauscht kurz, und erkannte, dass sie nach unten floh. Immer mehrere Stufen auf einmal nehmend holte er sie schließlich zwei Stockwerke tiefer ein. Mit einer schnellen Bewegung packte er sie am Arm und riss sie zurück. Sie stolperte, geriet aus dem Gleichgewicht und prallte gegen ihn. Er wollte sie auffangen, doch sie fing sich und hatte den Abstand zwischen ihnen wieder hergestellt, bevor er die Gelegenheit bekam, sie festzuhalten. Schade … Keuchend und mit vor Schreck geweiteten Augen sah sie ihn an. Sein Blick bohrte sich in ihren. Er atmete gleichsam heftig ob der Eile, die er aufgebracht hatte, um sie einzufangen. Und nun standen sie hier, in diesem Treppenhaus … allein.

Anna sah sich hastig um, und er spürte instinktiv, dass sie erneut einen Weg suchte, ihm zu entwischen. Demonstrativ stützte Tom seine Hand neben ihrem Kopf gegen die Wand und schnitt ihr den Fluchtweg nach unten ab. „Darf ich jetzt endlich mit dir reden?“, stieß er noch immer japsend aus. Es klang barscher als beabsichtigt, aber seine Geduld war bis zum Maximum ausgereizt. „Sie!“ Tom riss die Augen auf und sah sie irritiert an. „Wie bitte?“, fragte er und neigte sich näher zu ihr. „Wir sind noch immer beim Sie.“, erinnerte sie ihn schroff. Ihr Gesicht war seinem plötzlich so nah. Ihre Augen funkelten, ob vor Wut oder Überraschung, er wusste es nicht. Aber unter diesen Emotionen erkannte er eines ganz deutlich. Protest. Er lächelte. Vorsichtig streckte er seine Hand nach ihr aus. Er wollte ihr nur diese verirrte Strähne aus dem Gesicht streichen. Erschrocken wich sie zurück und knallte mit dem Kopf dabei unsanft gegen die Wand. „Autsch.“ Sie verzog das Gesicht und rieb sich mit der Hand über die schmerzende Stelle. Tom grinste und erntete einen strafenden Blick. Seine Fingerspitzen glitten über ihre Wange. Anna zuckte zusammen. Er hielt inne. „Ich tue dir nichts.“ Warum sagte er das jetzt? Als seine Hand ihr Gesicht erneut berühren wollte, schlug sie sie mit einer eiligen Bewegung von sich. Sein Blick ruhte in ihrem. Ihre Augen blitzten. Sein Herz raste und drängte ihn näher zu ihr. Und ehe er sich zurückhalten konnte, hatte er die kurze Distanz zwischen ihnen überwunden. Die Warnung in ihren Augen ignorierend, legte er seine Lippen auf ihre. Anna erstarrte unter seiner Berührung. Ihr Herz geriet ins Stolpern. Geistesgegenwärtig presste sie ihre Hände auf seine Brust, schob ihn von sich. „Nein, nicht …“, flüsterte sie atemlos. Er hielt inne und sah sie einfach nur an. „Es tut mir so leid …“, flüsterte er mit erstickter Stimme. „Ich wollte dir nie wehtun, … das musst du mir glauben.“ Sie blinzelte überrascht ob der ehrlichen Reue, die in dem Graublau seiner Augen glomm. Sie schluckte und riss sich von seinen Augen los. Ihr Blick huschte erneut zur Treppe, die ins Erdgeschoss führte. Tom, dem diese Regung nicht entgangen war, trat näher, minimierte die Distanz zwischen ihren Körpern und hinderte sie daran, ihren offensichtlichen Gedanken in die Realität umzusetzen. Er hatte keine Lust, ihr nachzulaufen. Er wollte doch nur mit ihr reden …

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BeitragThema: Re: Anna und die Liebe - AnTom FF (Part I) "Liebe findet ihren Weg"   Di Aug 21 2012, 12:53

Teil 32

Als Enrique die Treppe herunterkam, um nach Anna zu sehen und sie zu einem Tee einzuladen, traf ihn fast der Schlag, als er das Chaos erblickte, das sich im Kreativbereich auftat. Annas Schreibtisch war verwaist, und Toms Bürotür stand sperrangelweit offen. Und Enrique fragte sich, was wohl diesmal passiert war. Ein paar Mitarbeiter stolperten orientierungslos durch das Chaos und versuchten, Ordnung zu schaffen. Zum Glück ist Bruno nicht im Haus. Der hätte direkt einen Herzinfarkt bekommen. Stoffe und Garne lagen auf dem Boden verstreut, Ankleidepuppen und Kleiderständer waren umgeworfen worden, und die Utensilien, die auf Annas Schreibtisch lagen, schmückten in einem kreativen Durcheinander den Fußboden. Sein Blick fiel wieder auf die offene Tür zu Toms Büro. Vorsichtig trat er näher. Irgendwie verwunderte es ihn nicht, dass er hier dasselbe Chaos vorfand. Ob Tom wieder mal ausgerastet ist und Anna in die Flucht getrieben hat? …, ging es ihm besorgt durch den Kopf. Würde mich zumindest nicht wundern, nach allem was war. Und augenscheinlich war die Situation eskaliert, wenn sie dabei das komplette Büro verwüsteten. Und keiner der beiden war zu sehen. Vorsichtig betrat er Toms Büro. Als sein Blick wie selbstverständlich nach rechts fiel, riss er entsetzt die Augen auf. Fassungslos starrte er auf das schwarze Ledersofa, welches hinter der Tür stand. Was er da sah, ließ ihn an einen schlechten Scherz glauben …

Carla saß ziemlich undamenhaft in die Polster gefläzt und hielt sich an einer halb leeren Flasche mit brauner Brühe fest … Vermutlich Whisky oder irgend so ein anderes tödliches Gesöff. Sie öffnete die Augen und grinste Enrique breit an. Sein Blick huschte zwischen ihrem Gesicht und der Flasche hin und her. Eine merkwürdige Ahnung machte sich in ihm breit. Mit zwei Schritten war er bei ihr, entzog ihr entschieden die Flasche – sie gab widerstandslos nach … ein Umstand, den er mehr als begrüßte. Dann forschte er in ihrem Gesicht. Die Lider halb geschlossen, sah ihn einfach nur an. Offensichtlich hatte sie Mühe, ihn zu erkennen. „Tooomm … Warum has su dassss gemacht?“, nuschelte sie undeutlich. Zwei Sekunden später fiel ihr Kopf zur Seite. Enrique starrte die offensichtlich auf ein sicheres Delirium zusteuernde Carla an. Mist … Wo zum Teufel ist Tom? Eilig verließ er das Büro, die Flasche mit dem braunen Fusel noch immer in der Hand, und blieb schlitternd vor Steffi, die ebenfalls völlig verstört auf das Chaos im Büro starrte, am Empfang stehen. „Was ist passiert, Steffi?“, fragte er hastig und knallte die Flasche auf den Tresen. Steffi starrte ihn als, als käme er von einem anderen Planeten, ehe sie die Flasche musterte und mit hochgezogenen Brauen tadelnd den Kopf schüttelte. Dann nickte sie zu Toms Büro und murmelte: „Frau Rhonstedt …“ Okay … „Wo ist Tom?“ Verstört sah sie sich um und blinzelte, als versuche sie, sich in dem Chaos zu orientieren. „Er hat mich gebeten, sämtliche Termine für heute abzusagen … Er …, er ist außer Haus.“, stotterte sie schließlich. „Außer Haus?“, wiederholte Enrique entsetzt. Steffi nickte in Richtung Treppenhaus. „Er ist vor einer guten halben Stunde rausgerannt … kurz bevor Frau Rhonstedt … na ja … Sie wissen schon.“ Na prima … Der Chef ist weg … Carla liegt besoffen in seinem Büro, und im Atelier sieht’s aus als hätte jemand einen Tornado losgelassen. Sein Blick fiel erneut auf Annas leeren Schreibtisch. „Und wo ist Anna?” Steffi zuckte die Schulten. Dann deutete sie erneut in Richtung Treppenhaus. Enrique runzelte die Stirn. Anna und Tom sind durchs Treppenhaus verschwunden? Gott, wozu hat dieser Laden eigentlich einen Fahrstuhl? Obwohl er wusste, dass es Blödsinn war, folgte er Steffis Wink und steuerte das Treppenhaus an.

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